1844 / 111 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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macht, gegenüber cinem Volke, dessen Küsten, Häfen und ves eiue Do B fe E Verhältniß zu der Bedeutung als Landmacht auf dem Kontinente Europa's stehen, wollen wir nur unsere Nachbarn erinnern, daß der Mangel der einen Fähigkeit häufig durch die größere Stärke und Freiheit einer anderen aufgewogen wird. Kolonieen mögen ein wichtiges Element der nationalen Macht eines Reiches sein, welches von seinen Schiffen lebt und in auswärtigen Unternehmungen excellirt; aber der Besig einiger weniger Kolonieen und in der That auch großer Koloníal- Besißungen wäre, wenn diese nicht richtig benußt würden, nur ein armje- liger Ersay für jene Prinzipien des Handels, welche zu oft j<hon dem Drucke des Kolonial-Monopols aufgeopfert worden sind. „Es is nicht zu verwundern, daß die Deutschen, welche keine Kolonieen haben, in den Unterhandlungen mit denjenigen Ländern, welche Kolonial- rodukte ausführen, besser daran sind, als irgend eine andere europäische Ds. Sie fönnen das Prinzip, auf dem wohlseilsten Markte zu kaufen, ohne auf widerstrebende Jnteressen zu stoßen, dur<führen und da sie ihren Zuder, Taba>, Kaffee, Baumwolle, Reis aus Brasilien, Cuba und den Vereinigten Staaten ziches müssen, so haben sie ganz recht, wenn sie ver- suchen, jenen Ländern unter den bestmöglichsten Bedingungen ihre Kund- schaft zuzuwenden, Dasselbe läßt sich indeß nicht ganz von diesen Ländern sagen. Jn ihrem eifrigen Bestreben, ihre Rohprodukte so vortheilhaft wie möglich zu verkaufen, scheinen sie die Nachtheile zu überschen, welche ihnen daraus erwachsen, daß sie die Manufakturwaaren Europa’s auf einem theuren Markte kaufen. Deutschland muß ihren Zu>er und Tabak konsu- miren und muß in der That seinen Hauptbedarf daran aus Bra- silien und den Vercinigten Staaten ziehen; aber wenn die bra- silianishe und amerikanische Regierung ein Differenzial - Zoll - System zu Gunsten deutscher Fabrikate zulassen, so geschieht die Förderung ihres Ausfuhrhandels ledigli<h auf Kosten ihrer eigenen Unterthanen. Das Differential-System nationaler Bevorzugungen is indeß ein zu absur- des und verderbliches, als daß es ernstlih wieder zu unserer Zeit eingeführt werden fönnte, und weder die amerikanische Union noch der Zoll - Vercin werden auf solcher Grundlage ihre Arrangements treffen, Diese Arrange- ments werden vielmehr von den Jnteressen und der Konvenienz jeder cin- zelnen Partei eingegeben, und dieselben Bedingungen, unter welchen man unterhandelt hat, wird man auch anderen Ländern zugestehen müssen. Deutschland gewinnt allerdings durch eine Herabseßung seines Tabakszolls, indem die Consumtion dieses Artikels in Deutschland ungeheuer und der wohlriechende amerifanis<he Tabak für das unangenchme einheimische Pro- dukt ein vortheilhaftes Substitut is, aber nicht so Amerika, welches den deutschen Fabrikaten Vortheile einräumen soll ; denn schon der Umstand, daß ein Vorzug von 10 % erforderlich is; beweist, daß die Fabrikate an Qua- lität geringer und nur im Preise höher sind. Kurz, Deutschland sucht sich mit großer Klugheit den besten Markt für seinen Taba> auf, und die ame- rikanische Union soll auf diese Weise auf den schlechtesten Markt für euro- päische Produkte hingewiesen werden, es is wahr, einen Markt, auf dem sie keine Konkurrenz mit ihren eigenen Fabrikaten zu fürchten hat. Wir hören, daß auch eine Mission von Brasilien auf dem Wege nach Berlin ist, und es scheint gewiß nichts einfacher, als ein fommerzielles Uebereinkommen zwischen zwei Ländern, von denen das eine keine Kelonicen, das andere keine Fabriken hat. Die Entfernung aller Beschränkungen ihrer respektiven Einfuhr würde sona<h von unzweifelhaftem Vortheil sein, \o weit ihre Productionskräfte reihen. Wir legen aber auf diese Worte einen besonderen Nachdru>k, weil die jeßigen Productionskräfte Deutschlands und Brasiliens nicht von der Art sind, daß sie diese Länder, namentlich in Betreff des Handels unter einander, zu furchtbaren Neben- buhlern Englands und Frankreichs machen können. Was Brasilien betrifft, so beherrscht es den Kontinentalmarkt so weit, als die Quantität und Qua- lität seines Zuckers und Kaffees die Konkurrenz mit den holländischen Ko- lonieen gestattet, und wir sind überzeugt, daß der deutsche Zoll-Verein nicht alle Grundsäye, die er proklamirt hat, verlegen und diesen Artikeln aus Brasilien einen Differentialzoll bewilligen wird. Was Deutschland dagegen betrifft, so ist zu bemerken, daß die großen Handelspläße im Norden nicht zum Zoll-Verein gehören und ihm guch wahrscheinlich nicht beitreten werden, Folglich kann fein Vertrag, der mit dem Zoll-Verein abgeschlossen wird, jene Städie binden; aber ohne ihre Jutervention, ihre Schifffahrt und ihr Kapital kaun der auswärtige Handel Deutschlands auch nicht fortge- führt werden, Die Handels-Beziehungen Deutschlands mit der neuen Welt müssen über Holland, Belgien, Bremen oder Hamburg gehen; und die liberale Politik der Staaten, die dem Zoll-Verein nicht angehören, is mindestens eben jo wichtig, als alle Konzessionen, welche dieser machen könnte. Aber diese Handels staaten haben ein Des Widerstreben au den Tag gelegt, ihre ausgedehnten Juteressen mit dem Schuß-Svstem, das die inneren deutschen Staaten verlangen, zu identifiziren. Es ließe sich leiht nachweisen, daß nichts so unhaltbar ist, als ein ungestümes Bestreben, sich auf auswärtige

Handels - Verhältnisse einzulassen und ein glei<h ungestümes Verlan- gen nah Schuß im Jnlandez denn der auswärtige Handel be- ruht auf der freicn Konkunrenz mit auswärtigen Märkten und es

ist nit schr wahrscheinlich, daß dieselbèn Nebenbuhler, welche ihre Ohnmacht, unter einem geringeren Zollshuße als 30 oder 40 pCt. zu Hause zu bestchen, eingestehen, uns unter gleihen Bedingungen in Brasilien oder den Vereinigten Staaten ausstehen werden. Die Deutschen hoffen also vermitielst ihrer Zugeständnisse für Kolonial-Produkte, das Schuy-System, ohne das sie nicht bestehen können, sogar auf fremde Länder auszudehnen und ihre Verbündeten zu veranlassen, mit einer beschränkten Qualität weni- ger guten Waaren eben so zufrieden zu sein, wie sie selbs. Ein solches System is nicht mehr an der Zeitz (out of date) und selbst die Brasilia- ner haben eingesehen, daß es thöricht ist, das Wohlwollen einer Nation auf Kosten aller übrigen zu erkaufen,“

Londou , 15. April. (B. H.) Das Unterhaus hat heute seine Berathungen wieder begonnen, und zwar mit einer Diskussion über Voranschläge für öffentliche Bauten, Einer Erklärung Sir Robert Peel?s zufolge, wird das Budget am 29sten d. M. vorgelegt werden.

Am 18ten kommt der O'Connellshe Prozeß in der Queens-Bench in Dublin wieder zur Verhandlung. Von Seiten der Angeklagten wird alsdann auf Annulliruug des Verdikts wegen angeblicher Form- fehler in der Prozedur angetragen, und falls denno<h das Strafur= theil erfolgt, werden dieselben fh mit einem writ of error an das Oberhaus wenden. Die. Regierung hat die Marine =- Truppen in Jrland bedeutend verstärkt, wie es scheint aus Besorgniß vor den Wirkungen des gegen O'Connell zu erlassenden Strafurtheils.

Uiederlande.

Amsterdam, 16. April. Heut Mittag sind Jhre Majestäten der König und die Königin, so wie Jhre Königl. Hoheiten der Prinz und die Prinzessin von Oranien (welche gestern vonStuttgart zurü>= gekehrt is) und die Prinzen Alexander und Heinrich mit Gefolge auf der Eisenbahn vom Haag hier eingetroffen.

Ein Königl. Beschluß vom 13. April d. J. macht bekannt , daß die Bedürfnisse des Schahes eine Konvertirung der 5 proc. Schuld nothwendig machen, falls die Jnhaber dieser Papiere nicht geneigt sein sollten, Obligationen zu 4 pCt. anzunehmen. Ju diesem Falle würde eine Anleihe von 35 Mill. Fl. eröffnet und zu diesem Zwecke 35,000 Actien, jede zu 1000 Fl. ausgegeben werden. Jede Actie giebt das Anrecht auf eine Obligation von 1000 Fl. zu Lasten der überseeischen Besißungen und zu 4 pCt, Zinsen, die vom Staate ga-

rantirt werden. A101 e N,

Nom, 9. April. (A.Z.) Jn den Vormittagsstunden des leb= ten Freitags fuhren der Großherzog von Me>lenburg-Schwerin und der Erbyrinz von Lippe nah dem Vatikan und verabschiedeten sih in n feierlihen Zusammenkunft bei dem Papste. Sie verweilten in- L hs bis zuw Ende der geistlichen und weltlichen Osterfeier, welche ux ie u gee Rüssicht auf die anwesenden Fürsten in der Giran-

t er Engelsburg mit ungewöhnlicher Pracht und seltenem Glanze vollzogen ward. eR egaben sih diesen Morgen nah Neapel

ea um ih für ihre Reise nah dem Osten ohne Aufschub einzu=

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Der Erbprinz von Schwarzburg=- Rudolstadt ist vor einigen Ta- gen angekommen, und alsbald in einer feierlichen Audienz vom Papste mit vieler Auszeichnung empfangen worden. Der Prinz gedenkt für längere Zeit hier zu verbleiben.

Von München is dem Königl. bayerischen Gesandten am päpst- lichen Hofe, Grafen Spaur, so eben die ehrende Weisung geworden, der Vermählungsfeier des Prinzen Luitpold in Florenz als Mitreprä- sentant Sr. Majestät des Königs Ludwig zu assistiren. Graf Spaur wird ohne Verzug nah dem Ort seiner Bestimmung abgehen.

W panien

X Paris, 15. April. Der reihlihe Austaush von Orden, welcher in diesen Tagen zwischen Frankreih und Spanien stattgefun= den hat, wird von den französishen und von den spanischen Blättern ziemlich lebhaft besprohen, und es lassen si< manche tadelude und zürnende Stimmen darüber vernehmen, Von französisher Seite wird es zumal gerügt, daß der alte General Castaños, der bekanntli der friegerishen Macht Napoleon’s in Spanien dur< den Sieg bei Bayla und dur die Gefangennahme des Dupontschen Armee-Corps den ersten großen Schlag beibrachte, daß dieser die große Decoration der Ehren-Legion erhalten hat. Eine sol<he Auszeichnung eines ehe-

maligen Feindes, sagen die hiesigen Blätter, verleßt auf das tiesste |

das französische Nationalgefühl, und es i} eine unerhörte Schmach, daß man aus dem Siege eines fremden Generals über ein französi hes Heer einen Auspruch auf ein französisches Ehrenzeichen ableitet. Diese Auffassung is arakteristis<. Es i} den Franzosen unmöglich, einem Gegner Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, und es is ihnen doppelt unmöglih, das militairische Verdienst eines Feindes ane zuerkennen, Als der Marschall Soult als Gesandter des Königs der Franzosen zur Krönung der Königin Victoria nah London ging, wurde er von den Engländern mit allen Zeichen der äußersten Hoch- achtung empfangen, und das englische Volk brachte ihm die schuei- chelhaftesten Huldigungen dar. Wir möchten dem Herzoge von Wellington nicht rathen, bei einer etwaigen Reise nah Paris auf eine Vergeltung jener Handlungen der nationalen Gastfreundschaft zu reh- nen, Das patriotishe Gefühl der Franzosen würde die Gegenwart des Siegers bei Toulouse und des Mitsiegers bei Waterloo uner= träglich finden, und es würde für die Pflicht jedes guten Bürgers gelten, dem Herzoge von Wellington wo nicht die äußeren Zeichen der Erbitterung und des Hasses, doch allermindestens eine stumme und systematische Kälte zu zeigen. So finden die Franzosen auch ganz natürlich, daß der Marschall Soult und andere \ranzösische Generale, welche in Spauien gefohten haben, von der madrider Regierung durch Ordens-Verleihungen ausgezeihnet sind, wenn aber das Kabinet der Tuilerieen einem spanischen Generale, der sein Vaterland gegen die napoleonisheu Unterjochungs - Versuche vertheidigt hat, eine ähnliche Ehrenbezeigung ertheilt, \o is dies für die guten französischen Pa-= trioten ein beispielloses Aergerniß.

Die Erhebung des französishen Ministers der auswärtigen An= gelegenheiten zum Ritter des goldenen Vließes hat hier in Paris manche Aeußerung der Mißgunst und manche Regung des eifersüch- tigen Ehrgeizes hervorgerufen. Die Freunde des Ministeriums da- gegen, haben große Mühe, ihre Freude und ihren Stolz über die Herrn Guizot widerfahrene Auszeichnung zu verbergen. Herr Gui= zot is, außer den Herzogen von Wellington, von Palmella, von Dal- matien, von Valancay und den Herren Chateaubriand, Villèle, La- feronnays und Talaru, der einzige ausländische Privatmann, welcher den spanischen Orden des goldenen Vließes besißt, welcher gegenwär tig einundfunfzig Mitglieder zählen darf, : während srüher die Zahl der Ritter vierundzwänzig nicht überstieg.

S Un t s.

_ París, 15. April. Ueber Malta erfährt man zwar nichts Neues über die Verhältnisse zwischen dem Bey von Tunis und Sar= dinien ; dagegen wird eines Planes des Bey von Tripoli Erwähnung gethan, sih des in der Regentschaft Tunis gelegenen Plaßes Gerbi zu bemächtigen, Es wird beigesügt, der Bey von Tunis würde gar nicht ungern sehen, wenn er von jener Seite angegrissen würde, um dann einen Grund zu haben, gegen den Bey von Tripoli, dessen ihm feindselige Gesinnungen er längst kennt, einen Schlag ausführen zu fönnen. Er seßt deshalb seine Rüstungen mit größter Thätigkeit auf allen Punkten fort, in der Ueberzeugung, daß er mit dem Bey von Tripoli, dessen Streitkräfte weder der Zahl, noh der Organisation nach den seinigen gewachsen, auh nicht wie die tunesischen Truppen von tüchtigen europäischen Offizieren geführt sind, leihtes Spiel ha- ben werde,

C

_ Paris, 15. April. Da in der neuesten Zeit der deutsche Handel nah den ehemals spanischen Provinzen in Süd-Amerika einen immer größeren Aufs<hwung nimmt, so dürfte es nicht ohue Jnteresse sein, von Zeit zu Zeit über die Gestaltung der dortigen Zoll -Ver= hältnisse den uns zukommenden Notizen eine besondere Aufmerksam- keit zuzuwenden, Namentlich in der Republik Chili is man in der leßten Zeit mit einer Umänderung der biéherigen Tarife beschäftigt gewesen, die Regierung hatte eine eigene Kommission dafür nieder= geseßt, und nah Briefen aus Valparaiso is diese endlih am 18, De- zember mit ihrer Arbeit fertig geworden, Die vorgeschlagenen Ab- änderungen sind in einem ziemli liberalen Sinne gemacht, und bedeu- tende Zoll-Herabseßungen in einer großen Anzahl von Artikeln sollen vorgenommen werden, die namentlih auch den Seidenwaaren, womit von Frankreich und Deutschland, wie von der Schweiz aus {hon jeßt ein sehr bedeutender Handel nah Chili betrieben wird, zu Gute kom- men werden, Besonders in dem Artikel der Seidenbänder machten bisher die deutschen und \{weizer Fabrikanten mit Glück selbst den französischen den Markt streitig, wogegen namentlich in den feineren Qualitäten der Seidenzeuge die lyoner Fabriken die meisten Geschäfte machten. Diese leßteren werdén dur< den neuen Tarif besonders große Vortheile gesichert erhalten, wozu der Umstand vorzüglich beitrug, daß die Regierung von Chili jener Kommission, welhe den neuen Tarif auszuarbeitcn hatte, auh einen dort ansässigen französischen Kaufmann, der selbst bedeutende Geschäfte in Seiden-Artikeln macht, Herrn Cornou den Aelteren, beiordnete. Auf dessen Antrag sollen künftig fast alle Seidenwaaren bei der Einfuhr nah dem Gewichte verzollt werden, in welchem Systeme allein schon den lyouer Waaren, die vorzugsweise den feinsten Qualitäten angehören, ein bedeuteuder Vortheil gesichert iz auch sollen die Zölle weit weniger als die durch den bisherigen Tarif festgestellten betragen. Bisher war der Werth der Gros de Naples, - der glatten sowohl als der façconnirten, guter Qualität, für die ersteren auf 63, für die anderen auf 88 Cents be- hufs der Verzollung angeschlagen worden ; künftig soll derselbe für beide nur auf 43% Cents berehnet werden; Atlas, guter Qualität, bisher zu 80 Cents bis zu einem Piaster angeschlagen, soll künftig nur zu 50 Cents bere<hnet werden. Bei vielen Artikeln bleiben die Werth - Anschläge selbst hinter den Preisen zurü, welche dieselben in Frankreich selbst haben. Jn dem Artikel der Seidenwaaren scheinen demna Deutschland und die Schweiz weniger begünstigt zu werden,

als Frankreich. -————__

Handels- und Börsen-Uachrichten.

Berlin, 20. April. Jn allen Eisenbahn-Effekten, besonders aber in Anhalter und Bayerischen, wie in Oesterreichishen Actien, war das Geschäft bei steigender Tendenz sehr bedeutend. Nur Stettiner bleiben fortwäh- rend flau.

x Leipzig, 19. April. Magdeburg-Leipziger Eisenbahn-Actien 1965 pr. Cassa, 1972 pr. Zahltag bezahlt. Berlin-Anhalter 160 p. ult. Mai zu machen, Leipzig - Dresdener 1452 pr. Zahltag, Sächsisch - Bayersche 1025 Gld., 110% bez., pr, Zahltag 111 Gld., p. ult, Mai 112 bez. Sächsisch- Schlesische 118 ohne alles Geschäft. Gloggniß 121% p. ult. Mai etwas bcz. Kiel-Altona 128 Brf., 1292 p. ult. Juli bezahlt. Die höheren Noti- rungen von dort in Berlin-Anhalter waren Veranlassung, daß Einiges da- von pro Zahltag 159 und p. ult. Mai 1607 umging. Magdeburg - Leip- ziger wurden über Notiz bezahlt und blieben auf längere Sichten sehr be- gchrt. Der Haupt-Umsaz war wiederum in Sächsisch-Bayrischen Eisenbahn- Actien, welche pr. Cassa 110% und pr. Zahltag 111% bezahlt wurden, p. ult. Mai war 112% in Posten willig dasür zu machen. Die höheren wiener Course bewirften au<h für Wien-Gloggnigzer einige Nachfragen,

R c 1e Dn E Den 20. April 1844.

| 1 1 Fonds. |«| Pr. Cour. Actien. |s Pr. Cour. 1 Brief. | Geld. "T Btec | Geld. | Gem, St. Schuld-Sch. 3! 101 | 100% Brxl. Pots. Biseub. 5 | _— Ine Pr. Engl. 0b1.39. 4 | P E 94 Präm Scb.d.Seeh.'-—| 88% Mas Lp Bisoub: E L 13 3 Kur- N ürk E do. do. Prior. Ob}. | 4 Ra 103% S O la 1 L Br, Anb. Eiseub.—| 1602 1595 Schuldverschr. 32| 1002 ag 14 5 103% ivi, Bao E a og P 93 Di P h f 48 s F Düss.Elb. Biseob. 5 | L e Ot fs res Tavs p 1, do. do. Prior. 0b1./4| 99% E Westpr. Pfandbr. 33| 1007 | 1004 R otar Muonh: 5 89% e Grossh, Pas, do. R dés 104 í do. do. Prior. ObI./| 4 | 99% 00, 00: 32 | 99% | 994 do. v.Staat garant. '35| 98% Ostpr. Pfandbr. 32 e 1014 Bel. Frankf. Bisb.| 5 | 1525 1517 Pomm. do. 3% 100% | 100% do. do. Prior. Obl. | 4 | 104 k 1035 Kur- u. Neum. do. 3% 101% | 100% Ob.-Scbles. Eisb. | 4| 125% ide Schles18che do. 32 pu 100 do.LUB. v, vinzen. | 117 Gold al marco. |—| ——-- B.-St.E.Li, A Wr) 1317 Friedricbsd’or. |—| 13% 13@4|Magd.-Halbst., E. | 4 | 1197 Ánd.Gldm,à5 Th.—| 125 | 1 ¡5 IBresI- Schweidn.-| | Disconto. l—| 3 1 Freibg.Bisenb, | 4 1265 Pr. Cour. Wechset-CO0urns Thir. zu 30 Sgr. Brief. | Geld. I E 250 FI. Kurz | 141% _— A E O E 250 F, 2 Mt. | 141 S Hamburg <.«-«eee o oco ooo ooo eee 2 Mk, gus | ats D eo ied P CHIUTE Se S CE 300 Mk. A Mt. [e eti K London » eon téd so Sve bd 0di0e 06 1] LSt. 3 Mt. 6 245 2 Die e, «T O 300 Fr. | 2 Mt. 79 79% W620 Nr atel oe Un C 150 FI. 2 Mi. | 104% N Augsburg-...-+-«-<oeo ec oe ao e 0e oro 150 FI. 2 Mt. 102% 102 Belau l C a eral edes 100 Tblr. | 2 Mt. 995 99% s ( 8 Tage Sb 99% Leipzig in Courant im 14 Tbl. Fuss. . 100 Thlr. D M e 99% ene M Wene id AOO. F 2 Mt. —— 56 „22 D S SFN N M C s s CEtsis Sa Mohren ss die 100 SBRbL| 3 Woch. 1075

Auswärtige Börsen. Amsterdam, 16. April. Niederl. wirkl. Sch. 60f. 5% Spau. 215. 3% do. 374. Pass. O35. Zinsl. —.

5% do. 1005.

Ausg. —. Preuss. Pr.

Scb. —. Pol. —. Oesterr. 1095. 4% Russ. Hope 907. Antwerpen, 15. April. Zinsl. —. Neue Aul. 215. i Frankfurt a. M., 17. April 5% Met. 1135 G. Bank-Actien 2006.

Hope 90. Stiegl. 893. do. 200 Fl. 32 6.

p: ult. 2007. Bayr. Baok-Actien 708 G. Int. 60 i. Poln. 300 Fl. 94% G. do. 500 FI. 997. Hamburg, 18, April. Bank-Actien 1680. Eugl. Russ. 1134. Lonudon, 13. April. Cous. 3% 100%. Belg. —. Neue Anl. 265. Pas- sìive 0%. Ausg. Sch. 15%. 25% Holl. 60%. 5% do. 100%. Neue Port. 46, Engl. Russ. —. Bras. 805. Chili —. Columb, —. Mex. 35%. Peru 302, Paris, 15. April. 5% Reute fin cour. 122. 90. 3% Reute fin cour. 83, 40. 5% Neapl. au compt. 102. 20. 5% Span, Reute —. Pass. —. Wien, 16. April. 5% Met. 111. 4% 100%. 3% 774. 23% —- Anl. de 1834 1497. de 1839 131. Bank-Attien —. Nordb, 1453. Gloggn, 115%, Mail. 109%, Livoro. 1055. Pesth —.

Meteorologische Beobachtungen.

1844, Morgens Nachmittags Abends Nach einmaliger 19, April. 6 Ube, 2 Ubr. 10 Ubr. Beobachtung. Luftdruck .... |338,43" Par. 338,77" Par.'339,18" Par. | Queliwärme 7,0° R.

Luftwärme „,. \+ 69° R.|+ 15,5° R.+ 7,7° R. | Flusswärme 6,1° R.

Thaupunkt .…. |-+ 1,8° R.\-+ 5,7° R.+ 1,4° R. | Bodenwärze 4,1° R, Dunstsättigung 65 pCt. 46 pCt. 59 pCt. Ausdünstung 0,012, Rh. Wetter ...... beiter. heiter. reguig. Niederschlag 0,033 Rh. Md eel WSW. W. Ww. Wüärmewecbsel 415,8" Wolkenzug. -- +- 5,59 R.

A w. E Tagesmittel: 338,79 Par... + 10,0°R... + 3,0’ R... 57 pCt. W. _

Königliche Schauspiele. i

Sonntag, 21. April, Das Nachtlager von Granada, Oper in 2 Akten. Musik von Konradin Kreußer, (Herr Pfister: Gomez, als zweite Debütrolle.) Hierauf: Ein Divertissement. 1) Jutroduction, ausgeführt von den Damen Bethge, Bordowich, Lemd>e, Starke, den Herren Brue, Passini, Röhnisch, Stullmüller und dem Corps de Ballet. 2) Pas de deux, ausgeführt von Dlle. Galster und Herrn Ebel. 3) Vas de deux, ausgeführt von Mad. Brue und Herrn Reichner. 4) Pas de deux, aus dem Ballet : „Ariadne und Buchus“ ausgeführt von Dlle. Polin und Herrn Gasperini, 5) Allgemeines Finale.

“Jm Konzertsaale: 1) Les premières amours, vaudeville en 1 acte, par Scribe. 2) La première représentation de: Le cadet de famille, vaudeville nouveau en 1 actle, du théâtre du Gym- nase. 3) Une passion romanlique, vaudeville comique en 1 acte.

Montag, 22. April. Die Räuber, Trauerspiel in 5 Abth, von Schiller, (Herr Döring: Franz Moor, als Gastrolle.)

Dienstag, 23. April. Der zerbrochene Krug, Lustspiel in 1 Auf- zug, von H. von Kleist. (Herr Döring: Dorfrichter Adam, als es, rolle.) Hierauf: Das Räthsel, Lustspiel in 1 Aufzug, von Contessa. Und: Der gerade Weg is der beste, Lustspiel in 1 Aït, von Kotebue. (Herr Döring: Elias Krumm, als Gastrolle.)

Jm Konzertsaale: Speclacle demandé: 2) Les premières armes de Richelieu. :

Mittwoch, 24. April, Das Portrait der Geliebten. Hierauf: Die Jusel der Liebe, phantastisches Ballet in 2 Akten, vom Königl. Solotänzer P. Taglioni. Musik von Gährih. (Fiorellina : Dlle. Polin, Amato : Hexr Reichner.)

Königsstädtisches Theater.

Sonntag, 21. April, Zum erstenmale wiederholt : Der erste Waffengang. Lustspiel in 2 Aufzügen, von F. Heine. (Mad. Hellwig, Königlich sächsishe Hof - Schauspielerin: Den Herzog von Richelieu, als Gastrolle.) Hierauf: Eine Reise nah Spanien. Posse in 2 Akten, von B, A. Herrmann.

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.

Gedru>t in der Deckershen Geheimen Ober - Hofbuchdruerei, Beilage

Les deux soeurs.

M 111.

M alf.

Deutsche Bundesstaaten. Hannover. Hannover, Verhandlungen der zweiten Kammer.

Frankreich. Schreiben aus Paris. (Differenzen mit Mexiko.)

Vereinigte Staaten von Nord-Anrterika, Schreiben aus New- York. (Resultat der gerichtlichen Untersuchung über die neulihe Kata- N dem „Princeton‘‘z Daniel Webster über den Anschluß von L(eras,

Zur Statistik der französischen Post-Verwaltung.

Eisenbahnen. Zittau. _artige Eisenbahn-Anlage.

Handels- und Börsen-Nachrichten. deburg, Marktberiht, Paris, Börse,

Löbau-Zittauer Bahn. London, Groß-

Königsberg und Mag-

MMucanklanu®d.

Deutsche Bundesstaaten.

_ Hannover, Gauttover, 16. April, (H. Z) In der Sißung der zweiten Kammer vom 13ten d. M. stellte ein Mitglied den schriftlichen Antrag: Unter Bezugnahme auf das ständische Schreiben vom 11. Februar 1842, die Beschleunigung der Vorlage eines Wildschaden - Geseßes bei der Königlichen Regierung zu bean- tragen.“ Der Antrag ward von mehreren Seiten unterstüßt und in die Tagesordnung eingetragen.

__ Demnächst wurde das Kabinets - Schreiben vom 21sten v. M,, die Darstellung der Steuer =- Einnahmen und des Haushalts der Ge- neral-Steuer-Kasse für 184, so wie die Verwendung der sih erge- benden Ueberschüsse betreffend, in Verbindung mit dem Beschlusse der ersten Kammer an die Finanz-Kommission verwiesen,

Ferner lag der Tages vorher eingegangene Antrag der Finanz- Kommission vom 11ten d. M. vor: auf das Regierungs - Schreiben vom 21sten v. M. zu erwidern: „Daß Stände ihre frohe Theil- nahme über das ihnen angezeigte erfreulihe Ereigniß bezeugen, und, in dankbarer Anerkeunung der hohen Berdienste Sr. Königl, Hoheit des Herzogs von Cambridge um das Land, die Bewilligung einer Ausstattung für Jhre Königl. Hoheit die Frau Erbgroßherzogin von Medlenburg=-Streliß von 20,000 Rthlr. im beantragten Maße hier- mit gern aussprechen. Nach diesem, bei der Bewilligung zum Grunde liegenden, zu Konsequenzen sih niht eignenden Motive haben Stände einer näheren Prüfung der Vorgänge, welche in dem Regierungs= Schreiben zur Begründung des Antrages hervorgehoben sind, fich enthalten fönnen,““

Der Berichterstatter hielt dafür, daß es zur Rechtfertigung des Antrags einer weitläufigen Erörterung nicht bedürfe. Das Motiv sei in dem Antrage selbs enthalten. Man habe hier die Erwartung ausgesprochen, daß die Finanz-Kommission sich au<h mit der Rechts- frage beschäftigen werde; das sei auh nicht vernachlässigt. Bei Be- urtheilung derselben werde es besonders auf zwei Bestimmungen an- fommen, einmal auf den $. 152 des Landes=-Verfassungs-Geseßes (wo- nah bei Vermählungen von Töchtern eines Königs oder von Tüöch- tern der Söhne eines Königs die hergebrachten Ausstattungen jener Prinzessinnen auf den Antrag des Königs von der allgemeinen Stände- Versammlung bewilligt und aus der Landes-Kasse bezahlt werden) und dann in Verbindung damit das Hausgeseß vom 19. November 1836, Kap. X., $$. 1 und 30 (wonach in vorliegendem Falle die Bewilligun an den speziellen Eintritt in den Hausverband uud an das Bedürfniß geknüpft worden). Der $. 145 des Landes=Verfassungs-Gesecßes könne dagegen ni<ht in Betracht kommen, weil in diesem nur von dem Betrage der im Hausgeseße begründeten Leistungen die Rede sei. Die Finanz=Kommission habe sih nun überzeugt, daß jene Bedin- gungen der Bewilligung in vorliegendem Falle niht zutreffen und eine Rechtsverbindlichkeit der Landes =- Kasse nicht vorliege; sie habe dagegen in der dankbaren Erinnerung an die hohen Verdienste des Vaters der Prinzessin um das Land ein genügendes Motiv der Be= willigung anerkannt und geglaubt, daß man die Gelegenheit gern benußen müsse, um das Gefühl der Dankbarkeit an den Tag zu legen, Judeß habe man dem desfallsigen Vorschlage zur Verhütung von Konsequenzen eine entsprechende Bevorwortung hinzuzufügen si< ver- yflihtet gehalten, Ein anderer Punkt sei gleichfalls zur Sprache gekommen. Nach dem Schlußsaße des $. 145 des Landes - Verfas- sungs-Geseßes entstehe am Ende des Landtages bei etwanigen Ueber= \hüssen der Königlichen Kasse die Frage von der Restitution der jebi- gen Bewilligung, Man habe indeß geglaubt, diese Frage bis dahin ruhen lassen zu können,

Bei der Abstimmung wurde der Vorschlag der Kommission, über welchen eine Debatte gar nicht stattfand, mit einer nahe an Stim- men-Einheit gränzenden Mehrheit zum erstenmale genehmigt, Die Kammer schritt hierauf zur Wahl der Konferenz - Mitglieder wegen der obwaltenden Differenz über die Verglitung der Kriegerfuhren.

Der Tagesordnung gemäß wandte man sich dann zur ersten Berathung über den Geseß=Entwurf zur Verbesserung des Voiks= \{hulwesens, Es wurde mit der Berathung, die bei verschiedenen Punkten sehr in das Einzelne ging, bis zum 5ten Paragraphen vor= geschritten. Gleich über den ersten Paragraphen eröffnete si< eine interessante Debatte, die wir hier folgen lassen.

$. 1, „Der Unterricht in den Volksschulen bleibt nah Maßgabe des Landes - Verfassungs - Geseßes der Aufsicht der Pfarrer und der zuständigen firhlihen Behörde überlassen. Das Uns vorbehaltene Ober - Aufsichtërecht wird durch Unsere höheren geistlichen Behörden unter Leitung Unseres Mi- nisteriums der geistlichen und Unterrichts-Angelegenheiten ausgeübt,“

Die Erörterung wurde von einem Mitgliede mit der allgemeinen Be- merkung eröffnet, daß ihm das Gesey im Ganzen seinem heilsamen Zwecke zu entsprechen heine, Nur vermisse er an manchen Stellen die erforder- lihe Bestimmtheit; auch seien mehrere Punkte übergangen, worüber das Geseß seines Erachtens gleichfalls die entsprechenden Vorschriften enthalten müsse. Was insbesondere den $. 1 anlange, so vermisse er namentlich eine Bestimmung über das Subordinations-Verhältniß der Schullehrer zum Pre- diger, und doch würde eine sol<he nah den von ihm in dieser Beziehung gemachten Erfahrungen gewiß sehr zwe>mäßig und an der Zeit scin,

Dagegen wurde von einem anderen Mitgliede erinnert, daß es sich in diesem Entwurfe nur um den Unterricht in den Volksschulen, nicht aber um das Subordinations - Verhältniß der Schullehrer handele, Er müsse indeß auf einen anderen Umstand aufmerksam machen, Der zweite Absay des Paragraphen umfasse niht die Verhältnisse beider Kirchen, der evangelischen und der römssch-katholischen Kirche. Die protestantischen Konsistorien stän- den unter dem Ministerium der geistlichen Angelegenheiten, während in der römisch -katholishen Kirche zwischen dem Bischofe und den Geistlihen noch die katholischen Konsistorien sih fänden.

Ein drittes Mitglied erbli>te in der Allgemeinheit der Vorlage, inso- fern dieselbe uur die Grundzüge enthalte, einen Vorzug vor dem früheren Entwurfe, der zu sehr ins Einzelne gegangen und dadurch gescheitert sei. Auch fand derselbe die Unterordnung des Schullehrers unter den Prediger durh die dem Lehteren im ersten Absaße übertragene Aufsicht über die Pad so ie dur< andere Bestimmung des Entwurfs genugsam ausge- prochen, l

Beilage zur Allgemeinen Preußischen

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E A Es M R AE G OECE i A RaA ed

Ein vierter Neduer begann damit, daß das Geseh theils einen ange- nehmen, theils einen unangenehmen Eindruck auf ihn gemacht habe. Einen angenchmen Eindru>, weil er darin den Eifer der Königlichen Regierung erbli>t habe, dem Schulwesen aufzuhelfen, ein Bestreben, das die Anerken- nung in hohem Grade verdiene. Werfe man einen Blick auf andere deutsche Staaten so sehe man, daß für die Schulen überall was geschehen, Mit Necht. Denn wenn die Schulen gut im Stande seien, so habe der Staat gehorsame und gut unterrichtete Unterthanen. Ob aber durch den vorgelegten Geseß-Entwurf der beabsichtigte Zwe> völlig werde erreiht werden, sei aus zwei Gründen zu bezweifeln, einmal, weil die in Anspruch genommene Summe nicht hinreihen werde, und dann, weil der Entwurf in manchen Beziehun- gen zu allgemein gefaßt sei, was leiht zu _Konsliften Anlaß geben könne. Ferner gebühre der Kirche nah ihrer Stellung zum Staate, so wie nah ihrem Berufe, das Jnnere im Menschen zu bilden, und das Hö- here zu pflegen, eine thätige Mitwirkung bei Leitung des Unterrichts , der vorzugsweise in der Neligion wurzeln müsse. Jhre Aufgabe sei es, die Ju- gend frühzeitig zu hegen und zu pflegen, und sie religiós zu erziehen, Zeht frage er, wenn die Kirche ausgeschlossen werde von dem Schulwesen, wie dann dieser Zwe> errciht werden könne? Ju der hildesheimshen Diözese sei aber im Widerspruche damit, und selbs mit Art, 5 des westphälischen Friedens der bischöflihen Ober-Behöde, dem General-Vikariate, der gebüh- rende Einfluß auf die Schulen katholischer Konfefsion fortwährend entzogen, was um so mchr auffalle, als in der osnabrücs<hen Diözese das richtige Verhältniß ungestört bestehe, Hier werde namentlich die Anstellung der Lehrer von der kirhlihen Ober-Behörde wahrgenommen, was im Hildesheimschen nicht geschehe. Jene richtige Stellung der katholischen geistlihen Behörde finde er nun in dem $. 1 nicht hinreichend klar dargestellt.

Das zweite Mitglied stimmte dem bei, seßte aber zugleich den Gang näher auseinander, wie sich das Verhältniß der geistlihen Behörden im Hildesheimschen durh ein Zusammentreffen von Umständen gebildet habe, und hob besonders die Rücksicht hervor, mit welcher das Königliche Kon- sistorium dem General-Vikariate gegenüber stets verfahren. Namentlich sei bei jeder Anstellung eines Schullehrers die Zustimmung des Bischofs ein- geholt. Ueberhaupt aber sei das Verhältniß immer nur als ein provisori- sches betrachtet,

Auch von einem fünften Mitgliede wurde die Fassung des Paragraphen nicht für umfassend genug gehalten. Für die Protestanten möge sie richtig sein, sür die Katholiken sei sie es nicht, Bei diesen sei die geistliche Be- hörde das General-Vifariat, nicht aber das Konsistorium,

Andererseits suchten mehrere Mitglieder zu zeigen, daß die Fassung des Paragraphen das Verhältniß beider Konfessionen richtig treffe,

Ein Mitglied hielt den ganzen Paragraphen als eine Wiederholung der hicrüber in dem Landes - Verfassungs - Geseße enthaltenen Bestimmung für entbeh:lih und hätte überhaupt gewünscht, daß derselbe ganz weggeblieben wäre, da er nur dazu dienen werde, den Streit über die Stellung der Kirche zum Staate, namentlich auf Seiten der Katholiken, aufs neue hervorzurufen,

Dem widersprach ein anderes Mitglied. Seiner Ansicht nach, sei der Paragraph richtig und keinesweges überflüssig. Er halte es für zwe>mäßig, verfassungsmäßige Bestimmungen da zu wiederholen, wo sie wirklich praktisch eingreisen und ins Leben treten sollten, Wenn übrigens auch bemerkt sei, daß die Bestimmungen des Geseßzes zu allgemein gehalten seien, so möge man bedenken, daß nicht eine vollständige Schulordnung habe ertheilt werden sollen. Die provinziellen Zustände seien in dieser Hinsicht zu verschieden, und man würde bei zu großem Detail überall auf Widerstand stoßen, Er glaube, daß das Verhältniß richtig getroffen sei.

Jn der Sihung der zweiten Kammer vom 13ten wurden die Berathungen über das Volks\{hulwesen fortgeseßt und gediehen bis zum $. 25 des vorgelegten Geseß-Entwurfes,

Frankreich.

A Paris, 14. April. Ueber die neueste Wendung der mexika= nish-französishen Verhältnisse lesen wir in cinem der heutigen Blätter einige Notizen, welhe auf das abermalige Entstehen großer Schwie= rigkeiten zwishen Frankrei<h und Mexiko hindeuten. Man weiß, daß die mexikanische Regierung eine Reihe von Verordnungen erlas- sen hat, dur< welche si< die in der genannten Republik ansässigen Franzosen in ihren Rechten oder do<h in ihren Juteressen gekränkt glauben, und gegen welhe daher von jener Seite her bittere Be- \{<hwerden und stürmische Protestationen erhoben worden sind, Die französis<e Regierung nun i}, wie ein Brief aus Mexiko vom 29, Februar versichert, auf die Klagen ihrer dortigen Landes -Angehörigen eingegangen, und hat ihrem Geschäftsträger in der Republik, Herrn Alleye de Cyprey, den Auftrag gegeben, die nahdrükli<sten Recla- mationen gegen die den französischen Handel u. s. w. beeinträchtigenden Maßregeln der Regierung Santana's geltend zu machen. Herr Guizot, heißt es in jenem Schreiben, spricht in seinen Justructionen an Herrn Alleye de Cyprey in sehr bestimmtem Tone und mit großer Energie, er macht die mexifanishe Regierung für den Schaden verantwortlich, welcher den in Mexiko befindlichen Franzosen durh< „ihre widersinni- gen Dekrete“ erwachsen könne, und er droht mit der Anwendung der Waffengewalt, wenn Mexiko si<h weigern sollte, den Forderungen Frankreihs nahzugeben. Der englische Geschäftsträger in Mexiko soll von dem Kabinet von St, James den Auftrag erhalten haben, die Schritte des Herrn Alleye de Cyprey bei der mexikanishen Re= gierung zu unterstüßen, und dem Geschäftsträger der mexikanischen Republik in Paris, Herrn Garro, wird hinzugefügt, is von Herrn Guizot eine in demselben Sinne gehaltene Note zugestellt worden, in welcher zumal auf die Entschädigung einer Anzahl von Franzosen gedrungen wird, die vor ein paar Jahren als unruhige Köpfe aus dem Gebiete der Republik verwiesen worden stnd. Bestätigen si diese Augaben, was wir bis jeßt für sehr zweifelhaft halten, so wird ein neuer Krieg Fraukreihs gegen Mexiko si< kaum vermeiden lassen.

Vereinigte Staaten von Uord - Amerika.

O New - York, 23. März, Die gerichtlihe Untersuchung, welhe zum Zwe>e hatte, die Ursache des Unglücksfalles des Dampf= \chiffes „Princeton““ zu erforschen und herauszustellen, oh nicht etwa Nachlässigkeit von Seiten der Offiziere und der Mannschaft dabei mit Schuld gewesen, hat mit der Freisprehung sämmtlicher Betheiligten geendet, indem als einzige Veranlassung der Zufall anerkannt wurde,

Herr Daniel Webster hat vor kurzem ein Schreiben an eine Anzahl Bürger der Grafschaft Worcester in Betreff der Einverleibung von Texas in die Union erlassen. Er spricht si<h im Ganzen in der=- selben Weise aus, wie er schon bei einem politischen Meeting hier im Jahre 1837 in Bezug auf dieselbe Frage gethan. Eine Hauptstelle seines Schreibens ist Llginbèe

„Jh theile allerdings dieselbe Meinung mit den Herren Jefferson, Madison, J. Q. Adams und anderen eminenten Männern , daß die Con- stitution niemals die Aufnahme neuer Staaten, die aus den Gebieten frem- der Nationen gebildet sind, bezieltez und während ih zugebe, daß was in Betreff Louisiana's und Florida's geschehen ist, nun als geseßlich gethan betrachtet werden muß, so gebe ih jedoch die Zweckmäßigkeit nicht zu, wei- ter vorzuschreiten, und in die Zahl der Staaten, welche diese Union bilden, nicht ein von einer auswärtigen Nation abgetretenes Gebiet, sondern eine auswärtige Nation selbst mit allen ihren Verpflichtungen und Verträgen, ihren Geseyen und ihren Jnstitutionen aufzunehmen,“

Die Shlußstelle des Schreibens lautet:

„Die von euch gestellte umfassende Frage übèr den wahrscheinlichen allgemeinen Einfluß des Anschlusses von Texas auf Amerika's Freiheit und Industrie, auf die Fortdauer unserer Union, und die allgemeine Sache der Erkennfniß, Tugend, Freiheit und des Glü>ks, is eine Frage von hohem Juteresse und veranlaßt Gedanken und Reflexionen, wohl werth, die tiesste Aufmerksamkeit einsichtiger Köpfe zu fesseln, Es kann nicht bezweifelt wer-

ie ei lia R t

Zeitung.

Sonntag den 21 f" April.

den, daß die Fortdauer der amerifanis<hen Union, und ihre Sreane und ihr Erfolg, unter ihrer gegenwärtigen Regierungsform, ein Gegenstand von der höchsten Wichtigkeit für die ganze Menschheit ist, Es is eine der theuer- sten Hoffnungen und Zuversihten jener allgemeinen Sache, von der ihr spre<t, der Sache menshliher Erkenntniß, Tugend, Freiheit und Glüseligkeit; und der is fühner in seinen Schlüssen als i< bin, der glauben konnte, daß diese Regierung bis auf unbe- stimmte Weise hin, sci es nah Norden oder Süden, ausgedehnt werden fönne, ohne ihre Stabilität und ihre Dauer zu gefährden. Es is wahr, daß unter dem wohlthätigen Wirken des praktishen Grundsayes der Auf- rechthaltung lokaler Regierungen für lokale Zwe>e und Anvertrauung der allgemeinen Juteressen an eine gemeinsame Regierung, die Zwecke der p0o- litischen Gesellschaft durh dasselbe freie und volksthümliche System und die- selbe Verwaltung auf einem großen Theil der Erde erreicht werden fönnen, Dies ist das Nesultat unserer Erfahrung; aber unsere Erfahrung is das einzige Beispiel cines solchen Resultats. Eine monarchische und willkürliche Regierung mag si<h ausdehnen, so weit ihre militairischen Mittel es ihr ge- statten (7). Unter einer solchen Regierung wird die Gesellschaft zusammen- gehalten dur<h Dru von oben, dur das Gewicht der Regierung selbst und die Stärke ihres Armes, Aber wie einleuchtend is es, daß im freien Wahlsysteme die Gesellschaft besteht und zusammenhängt, und bestehen und zusammenhängen muß, nicht dur den auf ihre verschiedenen Theile ausgeübten Dru>, son- dern durch die innere und gegeuseitige Anzichungskraft dieser Theile; durch die Assimilation der Jnteressen und Gesühle; durh einen Sinn für ge- meinsames Land, gemeinsame politishe Familie, gemeinsamen Charakter, Vermögen und Schisal, Nicht blos die Organisation solcher Systeme, sondern auch ihre Fortdauer vermittelst periodisher Volkswahlen erfordert nothwendigerweise Verkehr, wechselseitiges Zusammentreten und Verständi- gung, und eine allgemeine Bekanntschaft unter denjenigen, die sich bei solchen ahlen ancinanderschließen sollen, Wenn Jndividuen für hohe Stellungen in der Negierung erwählt werden sollen, um einen Einfluß auf das Glü Aller auszuüben, so möchte es unumgänglih nothwendig scheinen, daß ein allgemeines, wo nicht universelles Vertrauen durch die Kenntniß ihres Cha- rakters, ihrer Tugenden, ihres Patriotismus eingeflößt werde. Allerdings möchte da schr wohl in Frage zu stellen sein, mit welchem Grade von wech- selseitigem Einverständnisse, von einem Geiste der Versöhnung und Harmonie man erwarten fann, daß diejenigen, die am Lorenzo und am St, John wohnen, in der Regel in der Wahl eines Präsidenten den Bewohnern der Ufer des Rio Grande del Norte und des Colorado sich anschließen werden. „Es isst wenigstens klar, daß es irgend eine Schranke oder eine Gränze für eine Republik geben muß, die einen gemeinschaftlichen Mittelpunkt haben soll, Freie und hißige Speculationen mögen zu der Jdee veranlassen, daß eine solche Nepublif über eine ganze Hemisphäre ausgedehnt werden könne. Andererseits aber mögen weniger sanguinishe Köpfe oder solche, die durch die Beispiele der Geschichte mehr zur Klarheit gekommen sind, fürchten, daß Ausdehnung oftmals eher Schwäche als Stärke erzeugt, und daß politische Anziehung, gleich anderen Anziehungskräften, allmälig schwächer wird, je ferner von einander die Theile gerü>t werden. Bei diesem Abstande zwischen hißigen Speculationen und vorsichtigen Besorgnissen scheint es mir die wah1ste Klugheit zu sein, bei dem gegenwärtigen Stande der Dinge stehen zu bleiben, da dieser Stand der Dinge von allen Seiten als besonders glückli, blühend und ehrenvoll anerkannt wird. Unter allen Gesichtspunkten daher, unter welchen ich die Sache betrachten kann, ist mein Urtheil entschieden ungünstig dem Plane des Anschlusses von Texas an die Vereinigten Staaten, „Jhr habt cin Sparta das war die Mahnung der alten Klugheit verschönert es!“ Wir haben eine Republik, meine Herren, von weiter Ausdehnung und unvergleichlichen na- türlichen Vortheilen eine Nepublik voll Juteressen in ihrem Ursprunge, ihrer Geschichte, ihrer gegenwärtigen Lage und in ihren Aussichten in die Zukunft, Statt nah Erweiterung ihrer Gränzen zu streben, laßt uns viel- mehr suchen, ihre Einheit zu stärken, ihre Hülfsquellen flüssig zu machen, ihre Znstitutionen der Religion und Freiheit aufreht zu halten und zu verbessern und so sie vorwärts zu bringen auf ihrer Bahn der Prosperität und des Nuhmes, Jch bin, meine Herren, mit aufrichtiger Hochachtung Ihr verbundener Freund und gehorsamer Diener Daniel Webster,“

Zur Statistik der französischen Post-Vertwvaltung.

m Paris, 13. April, Jn dem Augenbli>, wo die Propo- sition Saint = Priest, die Reduction der Post - Taxe betreffend, der Prüfung der Deputirten-Kammer vorliegt, ist es niht ohne Juteresse, die Schluß -= Rechnung der Post =- Einnahmen während des eben ver= flossenen Jahres 1843 zu kennen. Nah den amtlichen Tabellen, welche der Finanz-Minister den beiden Kammern mittheilen ließ, zer= fallen die Einnahmen der Post-Verwaltung in Frankreich in folgende acht Kategorieen :

1) Brief- und Journal-Porto-Taxe.

Brutto =-Einnahme:

Briefe nah dem Julande *) ge- Fr. C, Briefe, deren Post-\ ri<tet…............. 4005 .. 31,873,359 78 Taxe am Bestim-/Briefe vom Auslande **), 1,463,512 48 mungsorte entri<=-\Briefe, die im Orte ***) vertheilt tet wurde. wurden, wo sle aufgegeben Walen. N 1,603,514 88 Jrrthum bei der Brief= Taxe z Anwendung in Plus .….….. 134,401 34 Jrrthum bei der Komptabilität der Taxen in: Plus eco 128,551 45 Bricfeund Journale, (FUp Wiel v ebe e bes es 0,438. 019 6 deren Post-Porto-)Für U E O E 1,948,303 15 Taxe im O Broschüren und gedru>te eutrichtet wurde, SMUteN ins e E 395,465 20 Rectification der Re<hnungen in Plus ............. 61,129 61 Doll (4s 42,706,256 95 Die in Minus entde>ten Jrrthümer bei Anwendung der Brief=- und Journal =- Taxe, die nicht abgege= benen Briefe, weil deren Adressaten niht gus-= findig gemacht werden konnten, haben eine Ver= minderung der Brutto-Einnahme von .…......... 2,089,519 54 verursacht, so daß der reine Ertrag beträgt... 40,016,737 41

2) Briefpost-Beförderung auf demLande, welche täg- lih in 17,355 Gemeinden stattfindet und im Jahre 1843 einen reinen Ertrag von 2,442,912 Fr. 55 Cent, abwarf.

3) Fünfprozentige Postgebühr für Geld - Versendungen in Postscheinen, deren Werth am Orte der Bestimmung von dem betreffenden Post - Büreau aus bezahlt wird; während des Jahres 1843 trug Befe Gebühr dem Staate die Summe von 1,105,959 Fr. ein, da der Gesammt-Betrag der gelösten Postscheine auf 21,683,364 Fr. 45 Cent. si< belief. :

4) Post = Portogebühr von Gold=- und Silber-Ma= terien, welche durh die Staats-Dampfböte auf dem mittelländischen Meere transportirt wurden. Der Ertrag davon war 122,341 Fr.

5) Ertrag der Passagier - Gelder auf der Malle=- Post, Es fahren täglih Abends um 6 Uhr von Paris folgende Malle-Posten zu vier Sißen: nah Limoges, Lyon und St, Etiennez zu drei Sipen : nah Besançon, Bordeaux, Brest, Cherbourg, Nantes, Sedan und Straßburgz zu zwei Sißen : nah Calais, Forbach, Havre

*) Davon kommen auf Paris allein 5,411,307 Fr, 42 Cent, *%*) Auf Paris kommen 1,114,120 Tr 49 Cent. **%%*) Auf Paris kommen 1,139,536 Fr, 49 Cent,