1844 / 115 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

Wiesen - Berieselungen.

. bie aroßen Erfolge der Meliorationen von Grund- ay énngleid die gb Allgemeinen schon befannt sind und da- mit solchen Meliorationen auch son vielfach auf erfreuliche Weise vorgeschritten wird, so dürste es doch nicht uninteressant sein, an be= stimmten Beispielen, worüber zuverlässige Nachrichten vorüegen, die Vortheile dieser Operatiouen noch speziell nachzuweisen, indem dadurch vielleicht noh mancher, bisher noh zurückgebliebene Landbesißer, dem die Gelegenheit geboten ist, zur rasheren Nachfolge bewogen werden

öchte. ¿

E Erfolge müssen si< natürlich, je nah der Größe der Be- rieselungsflähe, nah der Boden - und Terrain-Beschaffenheit, nah der größeren oder geringeren Schwierigkeit der Wasser- Zu - und Ablei= tung, nah der Lage in Beziehung auf die Beaufsichtigung und nach den örtlichen Nußungs - Verhältnissen, sehr verschieden herausstellen; um so erwünschter aber würde es sein, der Beispiele, ohne Rücksicht auf den größeren oder geringeren Umfang der Flächen, recht viele | darzulegen. 2 fi p

Deshalb mögen auch hier vorläufig zwei ihre Stelle sinden, wo= | von das eine eine sehr geringe, und das andere auch nur eine Fläche | von minderer Bedeutung betrifft, / ; |

l, Jm Regierungs = Bezirk P. ward im Jahre 1841 bei dem Gute G. eine, bisher dur<s<nittli< zu 8 Centner Heu für den Mor gen benußte Wiesen-Fläche von 20 Morgen Jnhalt auf herrschaftliche | Kosten zur Berieselung eingerichtet, neben welcher der Pächter des | Guts nachher no< eine damit zusammenhängende Fläche von 12 Mor= gen, welche bis dahin gleichen Ertrag gewährt hatte, auf eigene Kosten meliorirte. e

Der aus der herrschaftlichen Kasse bestrittene Rthlr. Sgr. Pf. R 2 S

stü her

Aufwand betrug :

Hierunter war jedoch etwa die Hälfte, oder rund

der Betrag von i 600 Rthlr. für den Schleusen- und Brücken - Bau mitbegriffen, welcher der vom Pächter meliorirten Fläche von 12 Morgen mit zu Statten kam. Nach Verhältniß von 39 = 600 : 12 werden hiervon also | % Theile ' |

abgeseßt und einschließlich 375» für Sleusen- und Brückenbau beträgt mithin das, auf die erstgedachten 20 Morgen ver= wendete Kapital

S, mithin für den Morgen 52 Rthlr. 19 Sgr. 8 Pf. 4 pCt. gerechnet, Rthlr. Sgr. Pf. 42 B S

(O)! a di k »

1003 Von diesem Kapital betragen die Zinsen, zu

A a E ee I C UC O ctt) Biatt eee Außerdem werden jährlih erfordert 1) für Beaufsichtigung der Bewässerung 9 Rthlr. 2) zur Räumung und Justandehaltung dex Gräben und Rinnen 2c 1 » 3) zur Unterhaltung und resp. Erneuerung der Schleusen neb| Brücken, zu 65pCt. vom Anlage - Kapital der 375 Rihlr. gere<net eee eere nere eo ss 209. N Der jährliche Aufwand einschließli der Verzin= sung des Anlage-Kapitals beträgt daher „....----- 91 3 oder 4 Rthlr. 16 Sgr. 8 Pf. für den Morgen. : Ungeachtet in den ersten beiden Jahren 1842 und 1843 nah der Ausführung, wegen der Frühjahrs-Fröste, die Berieselung erst spät beginnen und daher die vollständige Abnußung der Wiesen-Fläche durch drei Schnitte nicht erfolgen fonnte, so hat dieselbe im Durch= schnitt beiter Jahre doch einen Ertrag von 752 Ctr. (mithin 377 Ctr. für den Morgen),

und also gegen die frü= here Nußung von

160 » » 8 » » » »

597 Cir. (mithin 297 Ctr, für den Morgen) mehr gewährt. i / Nach Abzug der Wartungs - Kosten kann mit Rücksicht auf die Güte des Heues und auf die örtlichen Nuzungs-Verhältnisse der Cent- ner mäßig zu 10 Sgr. angeschlagen werden. Es ergiebt si<h da=

| on nah dem Durchschnitt der ersten beiden Jahre ein Er= n y adi Rthlr, Sgr. Pf. 20

trag von .…...--- A dia 00e : oder 12 Rthlr. 16 Sgr. für den Morgen und in Ver= gleichung mit dem bisherigen Ertrage von oder 2 Rthlr. 20 Sgr. sür den Morgen ein Mehr= Ertra oon a U L hee Gros s .. 197 oder 9 Rthlr. 26 Sgr. für den Morgen, und wird hiervon der jährlihe Aufwand, einschließlich der Zinsen des Anlage-Kapitals, mit oder 4 Rthlr. 16 Sgr. 8 Pf. für den Morgen abge= seßt, so verbleibt ein jährlicher Gewinn von 106 6 4 oder 5 Rthlr, 9 Sgr. 4 Pf. für den Morgen. : Ohne auch nur einfache Zi"sen hiervon mit zu bere<hnen, wird also das Aulage - Kapital, neben der Verzinsung desselben zu 4 pCt., {hon in noch nicht voll 10 Jahren erstattet sein, oder mit anderen Worten: nah Hinzurechnung der oben abgesehßten E Sgr. Pf. 2 0 O

a O

10

O O

Zinsen | zu vorstehendem Gewinn 106 4 verzinst si< das Anlage - Kapital von 1053 Rthlr. 2 Sgr. 8 Pf. jährlih auf as mithin zu mehr als 14 pCt, Müßten daher auch, bezüglich auf eine sich etwa nach einer Reihe von Jahren als nöthig ergebende Erneue= rung der Rasende>e etwa 2 bis 2H pCt. jährlich zurückgelegt werden, so bliebe die Operation denno<h höchst lohnend. Es 11. Jm Regierungs - Beziak B. ward im Forst - Revier Z. eine Fläche von 697 Morgen durch Berieselung meliorirt, welche als Wald benußt, na< Abzug der Kultur= und Aufsichtskosten nur zu einem

692

4) Zur Anschaffung von Karren,

und werden hierzu no< gerechnet :

9) hufs der jährlichen Verpachtung Gewinns

so beläuft sih der Kapital-Aufwand auf

oder 9 Rthlr. 5 Sgr. 2 Pf. für

Davon betragen die Zinsen à 4 pCk.

Außerdem sind jährlich erforderlich : a. Zur Unterhaltung und sen und Brü>ken , zu 6*, pCt. vom

pital der 2867 Rthlr. 1 Sgr. 9 Pf. gerechnet 1909 4. #

. Zur Unterhaltung und resp. Er- neuerung des Wiesenmeister-Eta- blissements, zu 25 pCt. vom An- lage - Kapital der 386 Rthlr. 27 Sgr. 4 Pf. gerechnet

Zur Unterhaltung und Erneue- rung der Geräthe, zu 15 pCt. vom Anlage - Kapital der 100 Rthlr. gerechnet Zur Löhnung eines Wiesen-Mei- sters à 20 Rthle. und eines Wärters à 10 Rthlr. monat-= li<h = 360 Rthlr., wovon nah Verhältniß von 977 zu 697 hier jedoh nur zum Ansaß kommen... Zur Unterhaltung der Gräben, Rinnen, Wälle 2c., so weit die Arbeiten nicht dur den Wiesen- Meister verrichtet werden, à 6 Sgr. pro Morgen gerechnet.

Der jährliche Auswand, einschließli beträgt also . oder = 1 Rthlr. 8 Sgr. Der jährlihe Ertrag is mindeste für den Morgen geschäßt, und dieser Verhältnissen , 7% Sgr. pro Ctr, anzunehmen. von (697 Morgen à 18 Ctr. 3136 Rthlr. 15 Sgr. oder 4 Rthlr, 1 Daß diese Schäßung sehr mäßig sei daß die Fläche im Theil davon gegen Ende

Es er

einen Pacht-Ertrag von 2181 Rthlr.

Nach lih der Kapitals=Zinsen............-- ist der künftige Rein-Ertrag also mindest oder gleih 3 Rthlr. 6 Sgr. 2 Pf. für

und mithin in Vergleichung mit dem Ertrage von... welcher bei der Fortbenußung zur Holz = Production

zu erwarten gewesen wäre, der re

Gewiun: quf, (c cis A : oder glei<h 2 Rthlr. 29 Sl. 8 Pf. f

Ohne auch hier nur einfache Zinsen

angelegte Kapital mit 4 pCt. Zinsen

eo

abgeschten Zinsen zu vorstehendem Gewinn ............ verzinst si<h das Anlage-Capital von 7300 Rthlr. auf

oder zu 30? pCt. Die Differenz im zweiten Falle mit der

Denn ungeachtet im ersten Falle nach der Melioration auf 375 Ctr., a angenommenen 18 Ctr. um 195 C

Heu's zu 10 Sgr. und im leßteren F bedeutend höheren Nußung ungeachtet,

Morgen noch auf i

zu stehen kommt, während er 1m lebte Ein a O s oos eeres für den Morgen weniger beträgk, Falle doh wegen der verhältnißmäßig

im lehteren also um

Es fönute die Besorguiß lungen überall im Großen vorgegange! enorme Vermehrung des Heu-Gewinn erheblih herabdrüen und so die fia tionen für die betreffenden Grundbesiß

Um in dieser Beziehung keinenfalls hohe Erwartungen zu erregen, sabe von 10 Sgr, und 7% Sgr. pro Cen mäßiger Futterwerth des Heues ohn werths berü>si<tigt und dürfte in den andauerndes Sinken unter jene Säße

Jm Allgemeinen aber könnte es

Ertrage von 125 Sgr. pro Morgen, also überhaupt nur zu cinem Ertrage von 290 Rthlr. 12 Sgr. 6 Pf. veranschlagt werden fonute. Die Ausführung war im Monat Mai 1843 erst so weit vorgeschrit= ten, daß nur theilweise eine Ueberstauung stattfinden konnte, und doch ward der Heugewinn schon für den Betrag von 2181 Rthlr. 3 Sgr. 11 Pf, verpachtet, Gegenwärtig is damit noch die Meliorirung einer benachbarten Waldparzelle von 280 Morgen in Verbindung gesebt, worauf sich die sogleich zu erwähneuden Aufsichts- und theilweise auch die Anlagekosten mit vertheilen. Auf die Ausführung sind verwendet :

1) Zur Rodung und Planirung des Terrains, zur Anlage der

Rthlr. Sgr. Pf.

aupt- und Nebengräbeu, Rinnen und Wälle. . 3797 16 410 ur Erbauung von Schleusen und Brücken... 2867 1 9 que Erbauung eines Wohnhauses nebst Stall

x den Wiesenmeister 42 10 <¿ wovon nah Verhältniß von 977 Morgen zu 280 Morgen. 155 12 11

2) 9)

die Berieselungen dazu dienten, die V zu vermehren, sondern reichliheren Ernährung eines stärkere feileren Futters und mit der dadurch zur Nahrung und Kleidung der zeugnisse wohlfeiler zu liefern, unz

Vortheile , Anbau so wichtigen | l heblihes Motiv beruht, die Berieselu

welche überdies noch von

solchem Maße herabgedrückt werden,

Unternehmer nicht mehr reili

die Gelegenheit zur Ausführung von

auf die lehtgedachte Fläche treffen.…........... 386 27 4

feinesweges so häufig vorhanden ist, jener Erfolg eintreten sollte.

Spaten, Planier- Schippen, eisernen Harken, Maulwurf=-Eisen 2c.

Zur Eintheilung des Terrains in Parzellen Be=

Erneuerung der Schleu=

9 e

1 Pf. für den Morgen.

nah Abzug der Gewinnungs

Jahre 1843, ungeachtet in demselben erst ein Mai überstaut werden konnte, doch schon |

Absetzung des jährlichen Aufwandes, einschließ-

erstattet sein oder mit auderen Worten:

2235 Rthlr. dieser höheren Verzinsung des Anlage-Kapitals Verzinsung desselben zu etwas über 14 pCt.

im ersten Falle beweist zugleich, wie sehr sih in der Regel der theil mit der Größe der meliorirten Fläche steigert.

nachgewiesen, und ungeachtet im ersten

berechnet is, weshalb dann auch im ersten

o stellt sich dagegen im ersten

und Unterhaltungskosten der jährliche Auswand für den Morgen, während er 1m leßteren nur

für den Morgen geringer zu stehen kommt. i entstehen, daß, wenn mit den

ist in vorstehenden Beispielen bei dem An-

sie au<h wohlfeiler zu machen, da mit der

Menschen dienenden thierischen Er- weifelhaft auch der Wohlstand der

Bevölkerung steigen würde; und es ist nen in diesem von den Berieselungen zu erwartenden volkswirthscha

Dünger - Vermehrung

Die Besorgniß dagegen, es möchte der Werth < lohnende Operationen blieben, würde

im Allgemei deswillen unbegründet er ( n U le Aubsibitig Berieselungen bedeutender Flächen

Außerdem wird aber auh in solchen Gegenden, wo wirkli<h meh- | rere Berieselungen von bedeutendem Umfange ausgeführt werden, die vermehrte Heu - Production sehr bald wiederum eine ver- mehrte Heu - Consumtion in dem Maße zur Folge haben, daß der Verkehrswerth des Heues jedenfalls vor einem andauernden erheblichen | Sinken gesichert bleibt. Denn es ist eine befannte Erfahrung, daß 1 | si< überall, wo reichliche Vieh -Fütterungsmittel vorhanden sind und | sons nicht andere fehlerhafte Einrichtungen entgegenwirken, mit der Möglichkeit, einen stärkeren Viehstand gut zu ernähren, auch der An- wuchs einer wohlhabeuden Bevölkerung \<nell steigert, deren ver= mehrter Bedarf an thierischen Erzeugnissen wiederum auf die Preise | der leßteren und dadur natürlich au< auf die Preise der Futter- mittel zurücwirkt. i i Gerade in dem s<nelleren Anwuchs einer nicht färglih lebenden, sondern ausfömmlich gestellten Bevölkerung liegt aber auch der größte, in seinen Folgen kaum zu berechnende Vortheil derartiger Melioratio- nen für die Volks- und Staatswirthschaft.

Rihlr. Sgr. Pf. |

100

des Heu-= 148 14 TIOO

den Morgen.

292

Anlage Ka

Handels- und Börsen - Uachrichten. Berlin, 24. April. Der Umsaß in Eisenbahn - Effekten war heute | nur sehr beschränkt und deren Course größtentheils flauer, mit Mane der Wiener Eisenbahn-Actien, welche in Folge höherer Wiener Notirungen | zu steigenden Coursen beliebt blicben. 2 Leipzig, 23. April, Magdeburg Leipziger Eisenbaÿl- Bc Berlin- Anhalter 1592 Br., 161 p. ult. Mai bez. Teipaig” Drevdener 144 p. ult. bez. Sächsish-Bayersche 110 G., 1104 bez, Sâächsisch-Schle- | sishe 1185 G., 119 Br Kiel - Altonaer 124 Br. ohne Geld, Chemniy- C 4 119 Dr, O S Es LIRO BENEo Lv Niesaer p. Stück 8 Nthlr. G., 85 Nthlr. bez, Auch heute war das Ge- Tes alia Fl b elt: ‘ind Kiel Altonaer stark offerirt, da- | schäft ziemlich träge. Lerlin-Anhalter un® "t, Jn Chemnih-Riesaer Ju- | gegen vorzugsweise S ächsish-Schlesische ge|?ag. s J

L | R dd Be an | terimsscheinen einiger Umsaß. L | Paris, 19. April, An der Börse wurden heute fene Reg Geschäste in französischen Renten gemacht. Man will, bevor man |i< auf rg | tionen von Belang cinläßt, die L isfussion in der O O ü s | die otaheitishe Frage abwarten, Um 35 Uhr hatte man an der Börse noch feine Nachricht aus der Kammer, „M den fremden Fonds herrschte wäh- 611 1 2 | ranbver ganzen Dauer der Börse die vollständigile Stagnation, Die Ei | senbahn - Actien waren allgemein gedrückt, Die Promesen für Be Fe | Strasburger Bahn (Sompagnie Ganncron) waren zu 3pCt, Pramie ohne

| Käufer angeboten.

1balhn - Actien 197

l J | | bez. Î

256 24

< der Z 903 1:2

Auswärtige Börsen. Amsterdam, 20. April. Niederl. wirkl, Seb. O, 5% Spou. 205. 3% do. 36. Pass. 6 Le Ausg. —: E (6: Sche E WOE Oestercr. 1097. 4% Russ, Hope 902. : Antwerpen, 19. April, Zinsl. bro. Neue Aul. 205. i Frankfurt a. M., 21. April. 5% Mei. 1135. Bank Actieu p. ult, 2602 G. Bayr. Bauk-Actien —-. Hope 90% Br. Stiegl. 905 Br. Tut, 99. Poln. 300 Fl. 944 G. do. 500 FI. 99: 6. do. 200 Fl. —. E Hi am h uUrg, 22. April. Bank-Actien 1680 Br. Engl, Russ, 1135. ; Lo ndon, 19. April. Cous. 3% 99 Belg. 104. AE Anl. 2s. "16 sìîve 0%. Ausg. Sch. 14. 27% Moll. 602. 5% do. 1007. Neue Port. 40, Russ. 117. Bras. 80. Chili 102. Columb. —. Mex. 33. Peru U 19, April. 5% Rente fin cour. 122. 30. 3% Rente fiv cour. $3. 70, 95. 5% Span. Rente 343. Pass. 0%. A W ien, 20. April. 5% Met. 1107. 4% 100%. 3% (1 2- ei ARAS 9 Anl. de 1834 1493. de 1839 1332. Bank-Actien 1624. Nordb. 1467. Gloggn, 116. Mail. 1117. Livorno. 108, Pesth —.

ns auf 18 Ctr. guten Heues nach den örtlichen Nußungs- - Kosten, mäßig auf ‘giebt sih hiernah ein Ertrag 2046Ctr: à Sgr.) 5 Sgr. für den Morgen. , beweist {on der Umstand,

5% do. 1005,

Preuss. Per,

11 Pf. gewährt hat.

3 Sgr. t Rthlr. Sgr. Pf.

Engl. Paris; 5% Neap!l. au compt. 101.

e 0-0 SEEEEE

(). 35: 1

9 Í 2 ens au De 3:10 den Morgen 290512 0 Jn dem Artikel „aus dem Haag“ im gestri- Preuß. Zeitung, Seite 085, Spalte 2,

ese man Limburg statt Luxemburg.

Berichtigung. | gen Blatte der Allg.

Zeile 52 von unten, [

ine jährliche E 4 S 1943 U ür den Morgen anzunehmen.

mitzubere<nen, wird also das in no< ni<ht voll 4 Jahren nach Hinzurechnung der oben 292 Rthlr. Sgr. Pf. 1943 » 1 ») A »

4 Pf.

Meteorologische Beobachtungen. T dees | Mlekinithgs | Abeuds

2 Ubr. | 10 Ubr.

mer as R.

1944| April. | ¿ 338,13" Par.|338,51" Par.'338,62 Par. Luftwärme . -- | F 1,6 R. +7 Ia? R.+ 6, Ls Be H Thaupunkt .. .\-+ 3,99 R. 3,4 R.+ 2,2" R.| Bodenwärme 1.0 R. Dunstaliligung | 74 pCt. | 53 pCt. | 71 pet. Ausdünstung 0,011 Rh, Wetter trüb. | heiter. | heiter. Niederschlag O. i W. | WNW. | --WNW, Wüärmewecbsel +11,3 S Q e Wolkeuzug- - - —- î NW. | —— -+ 2,5 R. Tagesmittel: 338,42 Par... +85" B... -+ 3,2° R... G66 pCct. WNW.

Nach einmaliger

Morgens Beobachtung.

72 O U

E e” 0 Luftdruck - - Quellwärwe (,0 R.

9 ês 9 Flusswärme 4,9° R.

1 Sgr.

V vr=- )

der Natural - Ertrag an Heu lso gegen die im zweiten Galle tr. für den Morgen höher Falle der Nußzungswerth des alle nur zu 74 Sgr. pro Ctr. Falle, der gleichen schon der jährliche Gewinn für den Rthlr. B, Pf.

94

Königliche Schauspiele, Donnerstag, 25. April. Die Puritaner, große Oper in 3 Abth, mit Tanz. Musik von Bellini. (Herr Stiegelli, vom Königl. Hof- Theater zu Hannover : Lord Arthur Talbot, als erste Gastrolle.) G Freitag, 26. April. Emilia Galotti, (Herr Döring: Marinelli, als Gastrolle.) : : E A Im Konzertsaale: 1) La seconde représentalion C: “e à Pontoise, comédie nouvelle en 3 actes el en prose. Lamanl préèté, vaudeville en 1 acte, par S cribe.

8

J ren Falle nur 2. 23 210 O

d: 60:0 0.0 020.0 E E voyage i h 2) Zoé, ou: größeren Anlage=, Ausfsichts-

Rthlr. Sgr. Pf. auf. 440 8 U S

Sidi in

S Schauspielerin : Louis ;

s Theater. : Pariser Taugenichts. Lustspiel Hellwig, Königl, sächsische Hos- Herr Schramm, vom Hof-Theater zu Hannover : General Morin, als Gastrollen.)_ Hieraus: Ver Lügner und sein Sohn. Posse in 1 Akt. (Herr Schramm: Herr von Cra.) Freitag, 20. April, Ver erste Wasfengang. Hierauf: List und Phlegma. (Mad. Hellwig, 1m ersten Stück: Herzog von Richelieu, im zweiten: Adolphine, als Gastrollen.) _ i Sonnabend 27. April, (Jtalienische Opern-Vorstellung.) L'1a- anno lélice, (egel Ablebens des Vaters der Signora Malvan hat die Signora Giovannina Pecorini die Partie der Fsabella ibernommen.) Hierauf: Siebente extraordinaire _Kunst-Vorstellung des Herrn B. Bosco: „Napoleons Muth.“ Mit Ausnahme der unsichtbaren Kugeln sind die heutigen 12 Productionen ammg Neu. Zum Schluß: Ein militairisches Manöver, kommandirt von B. e Aufang 6 Uhr, - Ende gegen 9 Uhr. Die Kasse wird um 5 ) geöffnet. E Littéraires. Russie, à 7 heures précises. Nouvel Les s0irtes littéralres étant déjà arrivées presque les personnes, qui n'y auratent pas encor Ire un abonnement au prix de 3 Thalers, pour Aujourd’hui, Jeudì, 25. Avril, aura pour objet: la fin du sìtècle de Louis T; E On Se procure des billets chez , chez Mr. Schlesinger

Dounerstag, 25. April. Der 4 Akten von Di. Töpfer, (Mad.

Beriese 1 würde, die dadurch entstehende s den Verkehrswerth des Heues nziellen Vortheile der Meliora- er bedeutend s{mälern würde. durch unhaltbare Berechnungen zu

tner blos ein nah der Oertlichkeit e alle Beachtung des Dünger=- fraglihen Gegenden ein irgend feinenfalls zu besorgen sein.

nur sehr erwünscht sein, wenn ieh-Fütterungsmittel nicht allein E SairCes

n Viehstandes vermittelst wohl- Dans la salle de Phôtel de

gegebenen Möglichkeit, auch die abonnement 0s la moiltié de Ia sérle» assI8lÉ » pourront prenc

les sCances qui restent encore à fatre.

nicht zu leugnen, daß gerade

filichen bezüglich auf den Frucht- begleitet wird, mit ein er= befördern. des Heues in

die Berieselungen für den

la cinquième sOlrÉC i étude sur Molière et sur Boileau.

der, Neustädtische Kirchstrasse No. 8

Mr. de Suzor,

ci à Phôtel de Russie.

ngen thunlichst zu Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen,

Gedrudt in der Declexschen Geheimen Ober - Hofbuchdru>erei, | Beilage

da scheinen, weil leider

als es der Fall sein müßte, wenn

693 Beilage zur Allgemeinen Preußischen Zeitung.

is Inhalt.

Inland. Königsberg. Schulwesen in der Parochie Dirschau.

Deutsche Bundesftaateu. Badcn. Vom Mittel-Rheinkreise. Aerbauschulen,

Nußlaud uud Polen. Sit. Petersburg. Regimenter - Benennung nach dem Kriegs-Minister, Medaillen für Auszeichnung in der Land-

T

Frankreich. Schreiben aus Paris. (Eiwas zur Beurtheilung des

¿e Vermögens der geistlichen Corporationen. ) Í E

Italien, Florenz. Ankunft des Prinzen Luitpold,

Spanien, Schreiben aus Paris. (Näheres über den Neger-Aufstand auf Cuba; die Bewegung unter den Spaniern auf Haiti ; die Tabacks- Aerndte auf Cuba.)

Serbien. Von der türkishen Gränze. ten Ruhestörer werden nicht hingerichtet.

Gentral-Amerita. Schreiben aus Paris, (Die neuesten Nachrichten

_aus Pern, Ecuador und Venezuela.)

Handels- uud Börseu-Nachrichtem, Stettin und Magdeburg.

Markibericht.

Die zum Tode verurthcil-

Inland. Königsberg, 17. April. (K. A. Z.) Der Präsident des danziger Regierungsbezirls, von Blumenthal, macht unter dem 14, März uachstehende Berichtigung bekannt: Der Herr Dekan Mettenmever hat in einem Aufsab, de dato Dirschau, den 5. Oktober 1843 (Nr, 0 des vorjährigen katholischen Wochenblattes aus Ost- und Westpreußen) die Ansicht ausgesprochen, daß die am 3. September pr. zu Liebschau stattgefundene Schlägerei niht dur die Feier des Ablaß- festes veranlaßt, sondern eine Folge davon sei, daß dort schr viele Menschen keinen Schul-Unterricht genießen, was wiederum eine Folge sei von der Unterrichtsweise in den dortigen Schulen, welche es be-= wirke, daß die Jugend in der größten Unwissenheit und Rohheit verbleibe z so wie denn beispielsweise jeßt 60 Kinder aus den zur Parochie Dirschau gehörenden Ortschaften zur Kommunion vor- bereitet würden, die kein Wort lesen können. Es ist namentli her= vorgehoben, daß 1) die Schulkinder größtentheils katholish seien (60 - -70 katholis, 7 —8 evangelish)z dic Lehrer aber evangeli ; -) das Volk und die Kinder nur poluish spre<enz; die Lehrer aber nur deuts verstehen; 3) die Lehrer sih bei dem Unterricht nur der deutschen Sprache bedienen dürfen; und 4) Eltern und Kinder gegen jolhe Schulen die größte Abneigung haben. Zur Würdigung der vorstehenden Angaben wird hiermit Nachstehendes, aus amtlichen Quellen Geschöpfte, zur öffentlichen Kenntniß gebracht: Zu der katho- u Ae der mit ihr verbundenen lilia Lebschau gleichzeitig aber auch zu de is S ie Dir óren nachsichende Sale Ju er evangelis<hen Parochie Dirschau gehören

L Die Stadtschule in Dirschau. 1) Es befinden \i

darin 180 evangelishe und 146 fkatholishe Kinder. Es RtaA evangelische und 2 katholische Lehrer, 2) Die deutshe Sprache ist in T irschau, mit sehr wenigen Ausnahmen, ganz allgemein z und deshalb 9) wird der Unterricht in der deutschen Sprache ertheilt. 4) Klagen darüber, daß nicht auch in polnischer Sprache unterrichtet werde, sind niemals an die Regierung gelangt.

il. Schule in Zeisgendorff. 1) Es sind vorhanden: 82 katholische, 42 evangelische, 6 mennonitische Kinder, Der Lehrer ist evangelisch, weil die Schule Auno 1818 von den evangelischen und menuonitishen Einsassen gestiftet und von ihnen das Haus erbaut ist, Es ist aber die Anstellung eines (zweiten) katholischen Lehrers einge= leitet, 2) Bei der Revision der Schule dur den Regierungs-Schul= rath, am 27. Juli 1842, konnten alle anwesenden katholischen Kinder das Deutsche verstehon und sprehen. Daher denn 3) der Unterricht in der deutschen Sprache ertheilt wird.

I. Schule in Lunau. 1) Von den vorhandenen 62 Kin=

dern gehören 42 zur katholishen und 20 zur evangelischen Konfession. |

Der Lehrer is evangelisch, weil die evangelischen Einsassen Anno 1808 das Schulhaus erbaut und die Schule gestiftet haben. 2) Nach dem Befunde des Regierungs - Schulraths sind die meisten Kinder des Deutschen ret gut kundig, daher 3) der Unterricht in der deutschen Sprache ertheilt wird,

IV. Schule in Baldau. 1) Es sind vorhanden 17 katho- lische und 19 evangelische Kinder. Hier besteht seit 1770 eine evan- gelishe Schule, und der Lehrer is evangelish. 2) Nach der amt- lichen Versicherung des Regierungs -Schulraths sprechen alle bei der Revisicn anwesend gefundenen Kinder deutsh; und 3) der Unterricht wird in der deutschen Sprache ertheilt. :

V. Shule in Liebshau. 1) Der Lehrer is katholis<h. 2) Von 43 bei der Revision anwesenden Kindern verstanden 30 Kinder beide Sprachen. 3) Der Religions-Unterriht wird in der pol- nischen Sprache ertheilt.

VI, Shule in Rokittken. Von 52 zu dieser Schule ge- hörigen Kindern sind 40 katholisch und 12 evangelisch. Die Schule ist erst seit dem Mai v. J. dur<h Abzweigung von der katholischen Schule in Licbschau gegriindet, Der einstweilige Lehrer is evangelisch, weil ein geeigneter katholischer Lehrer uicht zu ermitteln war.

VIIL, Schule in Swaroczin. 1) Der Lehrer is katholisch. 2) Bei der Revision dur< deu Domherrn Rossolkiewicz kounten von 61 Kindern 35 fertig deutsh und polnisch lesen. 3) Der Religions- eres wird den fkatholishen Kindern in der poluischen Spraihe ertheilt.

VIiLI, Schule in Czarlin. Der Lehrer ist katholish, und der Religions - Unterricht wird in der poluishen Sprache ertheilt. Nach den obigeu amtlichen Mittheilungen wird Jeder beurtheilen können, in wie weit die Angaben des Herrn Dekan Mettenmeyer in der Wahrheit begründet sind oder nicht. Es ist hiernach unrichtig : 1) daß an den Schulen, welche nah den geseßlichen Bestimmungen als katholische zu betrachten, evangelische Lehrer angestellt sind, Daß die Schule in Rokittken von einem evangelishen Lehrer verwaltet wird, hat lediglich darin scinen Grund, weil es an katholischen der polnischen Sprache kundigen Lehrern zur Zeit gänzlih man- gelt, weshalb gegenwärtig im diesseitigen Regierungs = Bezirk 15 dergleichen Stellen unbeseßt sind. Unrichtig is es über- dies hiernah, daß eine von einem evangelischen Lehrer versehene Schule existire, in welcher si< 60 bis 70 fatholishe und 7 bis 8 evangelische Kinder befinden. Es is 2) unrichtig, daß das Volk und die Kinder nur polnisch sprehen und die Lehrer nur Deutsch verstehen; 3) unrichtig is es ferner, daß die Lehrer sich bei dem Un= terriht nur der deutshen Sprache bedienen dürfen ; und 4) unrichtig endlich, daß die Aeltern und Kinder gegen die bestehenden Schulen cine Abneigung haben. Wahr dagegen is es leider, daß die meistens zur ärmeren Volksklasse gehörigen fatholischen Kinder die Schulen oft nicht regelmäßig besuchen, und- daß dieser Uebelstand, aller Maßregeln der Verwaltungs-Behörden ungeachtet, sich nicht so, wie es zu wün= hen wäre, beseitigen läßt, Wenn es also vorkömmt, daß Kinder, welche zur heiligen Kommunion vorbereitet werden, der Schulbildung ermangeln, so werden doch unbefangene Kundige sicherlich ermessen, daß die Schuld davon nicht der Regierung zuzuschreiben is.

Ausland. Deutsche Bundesstaaten.

Baden. Aus dem Mittel-Nheinkreise, 16. April. (F. J.) Es wird, wie man hört, an baldige Errichtung von A>erbauschulen in unserem Lande ernstli< Hand angelegt. Zuerst wurden, nah Abhal= tung der Versammlung in Heidelberg, wo die Sache zuerst zur Sprache fam, Versammlungen anderer landwirthschaftlihen Partikular-Vereine des Landes veranlaßt und diesen dahin abzielende Vorlagen gemacht und Fragen gestellt, um die verschiedenen Ansichten und Wünsche ken nen zu lernenz die Nothwendigkeit der Errichtung vou A>kerbauschulen wurde in allen diesen Versammlungen anerkannt, au<h der Wunsch geäußert, daß sie im Allgemeinen den württembergischen nachgebildet werden mögen. Hinsichtlih der Zahl wurde gewünscht, sic möchten in verschiedenen Landestheilen zu gleiher Zeit errichtet, und die Staats-Regierung sollte gebeten werden, jeder derselben einen Staats- Zuschuß von 3000 Fl., und zwar vom Jahr 1844 an, zu ver- willigen.

Russland und Polen.

St. Petersburg, 13. April. Se. Majestät der Kaiser haben dem Kriegs-Minister, Fürsten Tschernitscheff, folgendes Reskript zugehen lassen, welches zur Keuntniß desselben bringt, daß zwei Regi- menter, in Anerkennung seiner ausgezcihueten Dienste, nah ihm be

nannt werden sollen:

„Fürst Alexander Jwanowilsh! Judem Jch den Gang der Verwal- tung der Landtruppen rastlos beobachte, sche Zch mit besonderem Vergnü- gen, daß alle Obliegenheiten und Verfügungen des Ministeriums in Betreff des persönlichen Bestandes und der Versorgung der Truppen die befricdi- gendsten. Folgen erweisen, Unter Jhrer Verwaltung hat das Kiiegs- Ministerium durch cigene Mittel und ohne alle Unterstüßung des Reich s- schatzes, einzig und allein dur< wohl überlegte Sparsamkeit und Sachfennt- niß, sehr bedeutende Kapitalien an Geld und Gegenständen und Vorräthe gebildet ; die vollendete Einrichtung der Administration, auf festen und deut- lichen Grundlagen beruhend, sichert deren Erhaltung und regelmäßige Be- nußung. So sind dur<h Jhre rastlose Thätigkeit, sorgfältige Aussicht und wohlgemeinte Anstrengungen im Laufe von 17 Jahren alle Theile dieser ausgedehnten und mannigfachen Verwaltung zu der hohen Stufe vou Ord- nung gelangt, auf der Jch sie zu sehen wünschte. Judem Jch Jhren wich- tigen Verdiensten um den Staat stets Gerechtigkeit widerfahren lasse, erneuere Zch Ihnen auch jeßt mit aufrichtigem Gefühl für Jhren lobenswerthen Dienst gegen Thron und Vaterland Meine gänzlihe und vollkommene Erfennilichkeit und habe zur Bezeigung derselben hiermit zugleich befohlen daß das St. Petersburgische Ulanen- und das Kabardasche JZäger-Regiment, deren Chef Sie sind, hinführo Jhren Namen führen sollen. Jch verbleibe Zhnen für immer unwandelbar wohlgewogen, Nikolaus.“

Zur Aufmunterung der Gutsbesißer und korrespondirenden Mit= glieder des gelehrten Comités vom Ministerium der Reichs-Domainen für Leistungen und Fortschritte in der Landwirthschaft haben Se, Ma= jestät der Kaiser befohlen: 1) Die Ertheilung von Medaillen in drei Klassen einzuführen : von der ersten Klasse eine große goldene Medaille zu 300 R., von der zweiten Klasse eine goldene Medaille zu 150 R. und von der dritten Klasse eine silberne Medaille zu 20 R, S. 2) Diese Medaillen auf Vorstellung der Gouvernements-Chefs, der Jnspektoren und Vereine für Landwirthschaft oder auf Ermessen des Ministeriums der Reichs-Domainen selbst und nah Prüfung der Verdienste der zur Belohnung vorgestellten Person im gelehrten Comité des Ministeriums auszutheilen. 3) Diese Medaillen für Erfindungen und Verbesserungen in der Landwirthschaft, welhe dur< die Erfahrung bewährt sind, für exemplarishe Einrichtungen von Gütern dur<h die Gutsbesißer, so wie auch deu korrespondirenden Mitgliedern des gelehrten Comités des Ministeriums für ausgezeihnete Ausrichtung der ihnen ertheilten Aufträge in der Begutachtung von Abhandlungen, im Einsammeln

| Beschwerden ar

nöthiger Notizen und in der Lösung der ihnen vorgelegten Fragen i Betreff der Landwirthschaft zu elden, 4) B Mea ber Vei: sonen, welhe Medaillen erhalten haben, zur Allerhöchsten Kenntniß Sr. Majestät des Kaisers zu bringen und in den Zeitungen zu pu- bliziren; die Medaillen selbst aber mit Zeugnissen zu "versenden, welche vom Minister der Reichs-Domainen unterschrieben sind. 5) Dice Kosten zur Anfertigung der Medaillen aus den Geld-Summen des Mini= steriums der Reichs-Domainen zu bestreiten.

STankrei<h.

A Paris, 18. April. Das Journal des Débats spot- tet mit Recht über das Kettengerassel und das Riegelgeklirr, welches der hohwürdige Bischof von Chartres, dieser unermüdliche Zeitungsschreiber, in seinen polemishen Artikeln erflingen läßt, um den Leser schaudern zu machen über die Mißhandlungen und die Bar= bareien, welche die fatholishe Kirche in dem heutigen Frankrei vom Staate zu erdulden habe. Alle jene Klagen des geistlihen Ehrgeizes und der kirchlichen Herrschsucht verdienen eigentlih gar keine ernstliche Widerlegung, um \o weniger, als diejenigen, welche sle vorbringen, ohne Zweifel selbs im Grunde gar nicht an die Rechtmäßigkeit ihrer j | Um einen Begriff davon zu geben, mit welcher Milde die bestehende Gesebgebung in Bezug auf die Kirche und die firhlihen Einrichtungen gehandhabt wird, wollen wir aus einem Buche des straßburger Professors, Herrn Géuin, die folgenden Thatsachen anführen.

Das Eigenthum der todten Hand, von welchem man auf den Glauben gesebliher Texte hin gewöhnlich annimmt, daß es in Frank= reih gar niht mehr existirt, welches die vom Staate anerkannten Congregationen besißen, beläuft si< auf uicht weniger als 100 Mil- lionen. Allein im Laufe des Jahres 1840, und laut den amtlichen Bekanntmachungen im Bulletin des Lois, hat das Ministerium die Congregationen zu der re<tlihen Erwerbung auf dem Wege der Schenkung, des Testaments 1c, eines Kapitals von 1,222,100 Fr. und außerdem einer Summe von 43,301 Fr. Renten ermächtigt. Hierbei sind, wohl verstanden, die Verleihungen an Wohlthätigkeits= Anstalten und au die von den sogenannten frères ignoranlins gehaltenen Freishulen nicht cinbegrisfen, Dazu kommen dann die ungeheuren Summen, welche die geistlihen Gesellshasten auf nicht geseßmäßigem Wege, dur<h Handschenkungen, durh Sammlun= gen und tausend andere Mittel an si< zu bringen wissen. Zu diesem Behufe is vor allen Dingen die lyoner Gesellschaft zur Ausbreitung des Glaubens thätig, welhe gegenwärtig über 800,000 Mitglieder zählen soll und die, ihrer eigenen Rechnungs-Ablagen zu- folge, alle Jahre mehrere Millionen einnimmt, zu denen auch gewisse deutsche Länder anschnlihe Summen steuern. Ein Theil dieser Gelder wandert nah Rom, ein anderer Theil wird dazu verwendet, durch Ankäufe auf fremden Namen den Grundbesiß der Jesuiten in Frank=- reich zu vergrößern, wo sie bereits in Paris, in Toulouse, in Aix, in Grenoble, in Straßburg, in Avignon, in Dole, in Besançon und in Lyon ansässig sind. Jn der leßtgenannten Stadt is bei einem dieser Käufe für den ehrwürdigen Orden der Gesellschaft Jesu kürzlich der pikante Fall vorgekommen, daß die geistlichen Herren wegen unrich= tiger, das heißt viel zu geringer und für den Fiskus betrüglicher Angabe des Werthes des von ihnen erstandenen Grundstückes, zur Erlegung der döppelten Steuer verurtheilt worden sind,

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Donnerstag den 25f{ April.

| Marien-Medaille.

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Eine der reisten Quellen von Einkünften für die Congregatio- nen is bis auf den heutigen Tag der Handel mit der wunderthätigen Eine „geschichtliche Skizze‘“/ dieses Wunderpfennigs bat von 1834 bis 1842 niht weniger als aht Auflagen erlebt und

| sie ist zu cinem di>en Buche vou 600 Seiten angewachsen. Der Ver=

sicherung des Herausgebers der achten Auflage zufolge sind die sieben

| ersten in niht weniger als 130,000 Exemplaren verkauft worden.

I;:2 6/64 L Florenz, 13, April. (A. Z.) Gestern Nachmittag nah 5 Uhr traf Se. Königl. Hoh. Prinz Luitpold von Bayern und dessen zahlreiches Gefolge in 6 Wagen hier ein, Se. Kais. Hoh. der Großherzog war seinem zukünftigen Eidam eine bedeutende Stre>e entgegengefahren. Beide verfügten si< unmittelbar nah dem Palast Pitti, wo die Groß=

| herzoglihe Familie und in deren Mitte die hohe Braut zum Empfan

des Prinzen harrten. Später bezog Se. Königl. Hoh. die in Bereitschaft gehaltenen Gemächer im Palast della Crocetta. Die Trauung des erlauchten Paars wird übermorgen im Dom vollzogen werden. Graf Spaur befindet si< bereits seit mehreren Tagen hier.

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XX París, 16. April. Die zuleßt entde>te Neger-Vershwö= rung auf Cuba hat im Verlaufe der eingeleiteten Untersuhung einen schr gefährlihen Charakter herausgestellt. Nach den Angaben einiger der Vershworenen, welhe zum Geständniß gebracht werden fonnten, war dies Komplott {hon mehrere Jahre alt, und ging darauf hinaus, alle Weißen auf den in die Vershwörung hineingezogenen Pflanzungen an cinem Tage zu ermorden. Die mitverschworenen Haussklaven sollten dur<h die Vergiftung der Speisen den Anfang mit der Ausführung des allgemeinen Mordplanes machen, wenn das Gift seine Wirkungen gethan, sollten dann die Pflanzungen ar ezündet und dic vom Gifte verschonten Weißen mit dem blanken Eisen vertilgt wer= den. Auf einer großen Zahl von Pflanzungen, nicht allein in dem Distrikte von Matanzas, sondern auch in den angränzenden Strichen und bis nah Puerto Principe hin, waren wenigstens einzelne Neger für diese Ver= \{<wörung gewonnen, die sich au<h nah der Stadt Matanzas selbst erstre>te, wo sie unter dem städtishen Hausgesinde, obgleih dasselbe für weit zuverlässiger gilt, als die zum Landbau verwendeten Sklaven, viele Anhänger gefunden zu haben scheint. Die Entde>ung der Ver= {hwörung wurde durch eine alte Negerin herbeigeführt, welche ihren Herrn in dieselbe einweihte, und die demselben überdies Gelegenheit verschaffte, Augen=- und Ohrenzeuge einer Versammlung von Ver= {hworenen zu sein, Die auf scine Anzeige hin vorgenommenen Ver= haftungen führten indessen nux schr langsam zu weiteren Ent= de>ungen, denn die eingezogenen Neger weigerten sich fast alle mit unerschütterliher Standhastigkeit, ihre Mitschuldigen anzugeben, und mehrere von ihnen ließen \sih lieber zu Tode peitshen, als daß sie ihre Brüder verrathen hätten. Außer einer großen Auzahl von Sklaven wurden au<h no< mehrere Europäer und ziemlich viele freie Farbige eingezogen. Unter den lehteren be= findet si<h ein Mulatte, Namens Placido, welchem ein ausgezeichne= tes Dichtertalent nachgerühmt wird. Was die verhasteten Europäer betrifft, so sind die meisten derselben, und namentlich die unter ihnen befindlichen Franzosen, auf die nachdrücklihe Verwendung des fran= zöjischen Konsuls, des Herrn Mollien, nah kurzer Vitertuhaka für unschuldig erklärt und in Freiheit geseßt worden. Die gegen die englischen Abolitionisten erhobenen Verdächtigungen, daß sie die heimlichen An-= stifter der Verschwörung seien, ermangeln bis auf den heutigen Tag jedes Beweisgrundes, uud es ist auh nit einmal cin einziger Eng= länder unter den Verhafteten. Die Verbindung unter den Verschwore= nen der zum Theil sehr entfernt von einander gelegenen Pflanzungen wurde vorzugsweise durh einen hundertsährigen Greis unterhalten, der oft heimlih in einer Nacht Wegstre>en von fünf bis se<s Leguas zurüdlegte.

_Jn Matanzas selbs und in der ganzen Nachbarschaft ist die weiße Bevölkerung, troßdem daß die Gefahr augenbli>lih beseitigt scheint, no< immer in der peinlihsten Aufregung, hauptsächlih weil es dort an einer hinreihenden Truppenzahl fehlt, um das Gefühl der Sicherheit zu geben. Der General = Capitain scheint aber niht ge= neigt zu sein, von Havanna aus Truppen nach Matanzas abzuschi>en, denn man befürchtet, daß der eigentlihe Heerd der Vershwörung do<h am Ende wohl in der Hauptstadt der Jusel sein möchte, und daß sich dort die Gefahr über kurz oder lang in der schlimmsten Gestalt zeigen könnte. Daß die vers<hworenen Neger auf auswärtige Hülfe gerechnet haben, wird freiih gesagt, aber cs fehlt an allen zuverlässigen Beweisen für diese Angabe. Beim Abgange der lebten Nachrichten , am 29, Februar, war der Prozeß der Versäbeoiaen noch bei weitem nicht beendigt, man machte vielmehr alle Tage neue Entde>ungen über die Verzweigung des Komplotts auf den verschie= denen Theilen der Jusel.

Von Haiti erfahren wir, daß am 27. Februar die Bevölke= rung der Stadt Santo Domingo sl< gegen die neue Regierung von Haiti aufgelehut hat, und daß der ganze ehemals spanische Theil der Jusel ihrem Beispiele gefolgt is. Die Besabung von Santo Domingo wurde von den Aufrührern in das Arsenal zurückgedrängt und doit belagert, bis unter der Vermittelung des französischen Kon= suls eine Capitulation zu Stande kam, welche den Truppen erlaubte, sich nah Port au Prince oder Port republicain einzuschiffen. Die spanischen Haitier haben hierauf einen selbstständigen Freistaat unter dem Namen KRepublica dominicana ausgerufen, und eine blaue Fahne angenommen, welche ein weißes und rothes Kreuz in der Mitte führt. Santo Domingo is eine feste Stadt mit 15 bis 20,000 Ein-= wohnern, die an dem schiffbaren Flusse Ozama auf der Südküste der Jnsel liegt und einen vortrefflichen Hafen hat. Die spanischen Neger auf Haiti haben si< bis auf den heutigen Tag nie recht mit ihren in der französishen Sklaverei ausgewachsenen Brüdern verständigen fönnen, und es scheint daß sie von dem Augenbli> an, wo die ganze Jusel zu einem Staate vereinigt wurde, immer mit Mißtrauen und Ungunst von der Regierung angesehen und behandelt worden sind. Spanien hat bekauntlih seine Ansprüche auf den ehemals von ihm beherrschten Theil von Haiti no< immer uicht aufgegeben, und es würde in der jeßt eingetretenen neuen Revolution eine gute Gelegenheit finden, dieselben wenigstens versuchsweise geltend zu machen, wenn ihm nicht der gänzliche Ver- fall seiner Seemacht auch den entferntesten Gedanken an ein solches Unternehmen untersagte. Da somit die neue domingoshe Republik allem Anschein nah auf ihre eigenen Kräfte aiten ist, so wird es den französischen Haitiern vermuthlich nicht {wer fallen, den dor= tigen Aufstand niederzuschlagen. Aver die Gegner der Sklaven=- Emancipation und der Neger -Freiheit werden in diesen Ereignissen leider neuen Stoff und Vorwand finden, um die Forderungen der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit zu bekämpfen, deren Stimmfüh- rer in Frankreich, insofern dicselben mit dem französischen Kolonial= System in Widerspruch stehen, ohnehin mit jedem Tage seltener

werden,