1844 / 176 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

der Lippe bei Lünen bis Münster beträgt die Entferttung 53 R und ie Zdee liegt nahe, auf diesem Wege vermittelst Durch- führung der Eisenbahn die Hauptstadt Westphalen's mit der gewerblichen Bevölkerung von Berg und Mark zu verbinden,

Der Steinkohlenverkehr würde die ganze Linie beleben, indem dieses unentbehrlihe Brennmaterial stets in weiteren Kreisen und größeren Massen seine Verwendung findet, Troß des Nachtheils nicht - <haussirter Straßen bezog die Stadt Münster allein 1842 73,000 Ctr. Steinkohlen auf der Achse,

Der Plan, Münster mít der benachbarten \{hiff}baren Ems zu verbinden, is seiner Ausführung nahe, und so würde die Eisenbahn von Dortmund na< Münster unmittelbar die billígste Verbindung mit der Nordsee er- öffnen, Jm wiener Frieden und durch die späteren Traktate zwischen Preu- ßen und Hannover ist der freie Verkehr auf der Ems festgestellt worden, und in Bezug auf die Verhältnisse zu einem anderen Handelsstaat wird täglih die Mahnung dringender, eíne neue direkte Verbindung der östlichen und westlichen Provinzen des Staats auf anderem Wege herzustellen,

Allerdings wird diesem Bedürfnisse durh die Eisenbahnlinien, welche

das Reich in seiner Länge. durchziehen, in Betreff des Personen-Verkehrs genügtz allein tie weniger werthvollen shweren Handelsgüter und Produkte

1014

feld bis Königsberg nur 16 Meilen auf vem Schiettenwege und deit Rest zu Wasser zurü>legen; darin beruhen die Frachtersparnisse.

Emd en, Leer, Papenburg besißen eine bedeutende und billige Handels-Marinez durch Hülfe derselben würde auf dieser Wasser- und Eisen- straße die Tonne \chottishes Roheisen um 1 Rthlr. billiger franco Lünen bezogen werden, als über Dortreht und Wesel.

Elberfeld und Barmen verbrauchen jährlih 80,000 Ctr, Twistez die Spedition derselben über Hull, Emden, Münster und Dort- mund könnte mit den Linien über Rotterdam und Antwerpen sehr wohl konkurriren. Oel, von Stettin über Emden bezogen, stellte sich pr. Ctr, franco Dortmund 15 Sgr. billiger als über Rotterdam.

Von Hagen über Düsseldorf und Amsterdam nah Hamburg i die Fracht von 3 Centnern 3 Rthlr, 3 Sgr. ; auf der vorgeschlage- nen Straße über Münster würden 20 Sgr, zu ersparen sein; ein unge- mein wichtiges Resultat für die nah den Hansestädten bestimmten Eisen- waaren, denn auch die Lieferungszeit wäre kürzer, Zink von Breslau über Hamburg, Emden und Münster wäre pro Ctr. 10—15 Sgr. billiger franco Hagen zu liefern, als auf übliche Weise über Magdeburg.

Diese Nachweisungen werden vorläufig genügen, um die Ansicht zu be-

ses Verkehrs und außerdem dur< wohlfeile Zufuhr der Steinkohlen befä- higt, si< mit Erfolg der Judustrie zu widmen.

Nach den vorstehenden Erörterungen würden dem Bahnverkehr zufallen: 1) der Steinkohlen - Transport zur Lippe und für das Binnenland bis Münsterz 2) theilwkise die Handelsgüter, welche sich zwischen Lünen und Wesel auf der Lippe bewegen; 3) der Verkehr von Berg und. Mark mit den Emsgegenden und der Nordsee; 4) der Personen - Transport ar Münster und cinen Theil des nördlichen Deutschlands; 5) Getraide, He: und andere Materialien, Die Rentbarkeit läßt sih deshalb um so weniger be zweifeln, als das Terrain nur geringe Hindernisse bietet und sehr billig zu erwerben ist, Kunstbauten, eine gewöhnliche Brücke ausgenommen, sind nicht erforderlich.

Die Länge der Linie von Dortmund über Lünen auf Münster be- trägt 7% Meilen, is also 3 Meilen kürzer als über Hamm, Ein Kapital von 1,400,000 Rihlr. stellt sich für die wichtige Bahn als genügend heraus, da Holz, Eisen und Arbeitslohn billiger als auf jeder anderen Stre>ke zv beschaffen sind. Dieses ganze Beda1fs-Kapital is von soliden und zahlungs- fähigen Zeichnern gede>t.

Der Ausbau dieser 77 Meilen würde, außer den provinziellen Jnteres- sen, den Handel Nord-Deutschlands im Allgemeinen sehr wesentlich berüh-

müssen nah Möglichkeit die billigeren Wasserstraßen benuyen. Leinsamen, Theer, Pech, Häute, Hanf, Pottasche, Spiritus, Oelsamen, Oel werden nie auf Eisenbahnen ihren Weg von der Ostsee zum Nhein nehmen,

Jn der vorgeschlagenen Richtung würden die Waaren von Elber-

etraide, westlihen näher rü>t.

Bekanntmachungen.

[759] Avertissement,

Von Seiten des 1, Senats des unterzeichneten Kö- nigl. Ober-Landesgerichts werden auf den Antrag der Schlesischen General-Landschafts-Direction zu Breslau alle diejenigen Prätendenten, welhe an nahbenannte Pfandbriefe :

1) Mittel-Hirschseldau, G. S. Nr. 4. über 200 Thlr.,

zuleßt im Zins-Termine Weihnachten 1807, 2) Giersdorf, L, ŸVV. Nr. 67, über 160 Thlr., zuleyt im Zins-Termine Johannis 1808,

3) Nieder-Mittlau, S. I. Nr. 15. über 500 Thlr,

4) Graben, G. S. Nr. 61, über 50 Thlr.

5) Pirníg, G. $., Nr. 30. über 500 Thlr.

6) Saabor, G. S., Nr. 152, über 100 Thlr.

7) Kaudewiß, L. VV. Nr. 15, über 200 Thlr.

8) Ober - Nicder - Kummerni>k, L. VV. Nr. 25, über

100 Thlr. 9) Petschkendorf, L. VV. Nr. 26. über 200 Thlr, zuleßt im Zins-Termíine Weihnachten 1812,

40) Biegniy, G. S. Nr, 73. über 50 Thlr.

11) Laesgen, Grünberg., G. S. Nr. 19, über 100 Thlr, 12) Letteniy, G. S. Nr. 112. über 100 Thlr,

13) Liebenzig, G. S. Nr. 21, über 500 Thlr.

14) Tschepplau, G. S, Nr, 48, über 20 Thlr.

15) Mittel-Ze>lau, G. S. Nr. 5, über 320 Thlr.

16) Nieder-Harpersdorf, L, VV, Nr. 12, über 30 Thlr. welche zuleyt im Zins - Termine Johannis 1813, seit- dem aber nicht wieder zur Zins - Erhebung präsentirt, und an welche seitdem keine Ansprüche angemeldet wor- den sind, als Cigenthümer , Cessionarien, Pfand - oder sonstige Briefs-Junhaber Anspruch zu haben vermeinen, hierdurch aufgefordert, diese ihre Ansprüche in dem zu deren Angaben angeseßten peremtorishen Termine den 4. Oktober c., Vormittags um 11 Uhr, vor dem er- nannten Kommissarius, Ober-Landesgerichts-Referenda- rius v, Brandenstein, auf hiesigem Ober - Landesgericht entweder in Person oder dur< genugsam informirte und legítimirte Mandatarien, wozu ihnen, auf den Fall der Unbekanntschaft unter den hiesigen Justiz -Kommis- sarien, der Justizrath Neumann, der Ober - Landes- gerihtsrath Michaelis, der Justiz -Kommissarius Graf v. Pfeil, die Justizräthe Noseno, Treutier, Werner und Ziekursh vorgeschlagen werden, ad Protocollum anzu- melden und zu bóselinigen,; sodann aber das Weitere zu gewärtigen.

Sollte sich jedo< in dem angeseßten Termine keiner der ctwanigen Jnteressenten melden, dann werden díe Pfandbriefe für amortisirt erklärt und an Stelle der früheren zu Gunsten des eigenthümlihen Fonds der Landschaft neue Pfandbriefe ausgefertigt werden.

Glogau, den 1. Juni 1844,

Königl, preuß. Ober-Landesgericht, T. Senat,

(18) v. Ford>enbe >,

[682] Nothwendiger Verkauf. Königl. Land- und Stadtgericht Graudenz.

Das zu Dorf Schweß sub No. 14 belegene, den Julius Gründlershen Eheleuten gehörige Lehmanns- Grundstü, welches auf 6322 Thlr. 7 Sgr. 6 Pf., und dessen Jnvoentarium auf 505 Thlr. 20 Sgr. gerichtlich taxirt is, zufolge der nebst Hypothekenschein in unserer Registratur einzusehenden Taxe, soll im Termine

den 14, Dezember, Vorm. 11 Uhr, subhastirt werden.

Zu diesem Termine werden die dem Aufenthalte nach unbekannten Realgläubiger :

1) Carl Jacob Rosenow wegen der für ihn Rubr. Ill. sub No. 4 eingetragenen 210 Thlr, 14 Sgr. 4 Pf. und 2) dessen Sohn Carl Adalbert Herrmann Rosenow wegen der für ihn sub Rubr. Ill, No. 3 einge- tragenen 289 Thlr. 14 Sgr. $ Pf., \o wie deren etwanige Erben oder sonstige Nachfolger, zur Wahrnehmung ihrer Nechte mit vorgeladen,

[818] Publicandum.

Folgende, na< unserer Bekanntmachung vom 7ten d. M. in den hiesigen öffentlichen Blättern, am heutigen Tage ausgelooste Königsberger Stadt-Obligationen kün- digen wir hiermit zum 1. Januar 1845:

Nr. 4. 3568. 5076. 5169. 6087. 6316. 6578, 6928. 7679. 8274. 8309. 8598. 11891. 12,996, 13217. 13279, 13513, 13947, à 50 Thlr.

Nr. 118. 252. 486, 929. 948, 996. 1064, 1662. 2107, 3240, 3824, 4500, 5410, 5412. 5927. 6808, 8225. 8518, 11155, 11790, 12983, 13903, à 400 Thlr,

Nr, 5387, 10567. 10904, 14706. à 150 Thlr,

Nr. 4365. 6531. 9281, 12029, à 200 Thlr,

Nr, 2470, à 4C0 Thlr.

Nr. 1204. 1729, 1734, 1984. 2400. 2427, 3059, 9482. 7195. 7957, 9042, à 500 TIhlr.

Nr. 2813, 3128, 3237, 5838, 5906. 8691. 8783,

11308, 13763, 14699, à 1000 Thlr,

Dit E S der Valuta nah dem Nennwerthe ah) der fälligen Zinsen erfolgt vom 2, Januar 1845 ab duch unsere Stadtschuldven - Tilgungskasse, an den Tagen Montag, Dienstag, Donnerstag und Freit von 9 bis 12 Uhr Vormitta D

gs, gegen Einlieferung der

Obligationen, welche mit d

pel ausgestellten Quittung der M E aae ateaa ins-Coupßons von Nr. ee versehen sein müssen. ie vorstehend gekündigten Obligationen tragen vom

1, Januar 1845 ab keine Zinsen, ünd habén diejenigen

Jnhaber derselben, welche die Valuta bis zum 15, Fe- bruar k, J. nicht erheben sollten, zu gewärtigen , daß diese für ihre Rehnung und Gefahr dem Depositorio des hiesigen Königl, Stadtgerichts eingeliefert wird,

Auf eine Korrespondenz bei dieser Nealisirung des Kapitals und der Zinsen kann die Kasse sich in keinem Falle einlassen,

Königsberg, den 19, Juni 1844,

Magistrat Königl, Haupt- und Residenzstadt.

[764] Bekanntmachung.

Die Zinszahlung für die Prioritäts-Ac- tien der Berlin-Potsdamer Eisenbahn-Ge- sellschaft für das 1ste halbe Jahr 1844 wird vom 1, bis incl. den 15, Juli d. J., Vormittags von 9 bis 12 Uhr, mit Ausschluß der Sonntage, im Kassen - Lokale auf dem hiesigen Bahnhofe statt ha- ben, Ein jeder Besißer von Coupons hat eine Spe- cification derselben, nah den laufenden Num- mern geordnet, mit seiner Namens - Unterschrift und seiner Wohnungs - Anzeige verschen, einzureichen und gegen Abgabe der Coupons die Zahlung durch unseren Rendanten Herrn Plahn sofort zu gewärtigen, Jn dem oben angegebenen Zeitraume werden auch die bis jeßt no< nicht erhobenen Zins - Coupons

der Stamm-Actien und vie Dividen- denscheine aus früheren Jahren zur Auszah-

us fommen. in nah Nummern geordnetes Verzeichniß ist eben- falls dabei erforderlich. Berlin, den 10. Juni 1844, Die Direction der Berlin - Potsdamer Eisenbahn - Gesellschaft.

[669 b] Berlin-Frankfurter Eisenbahn.

Die während des Sommers eingerichteten Vergn ü- gungsfahrten des Sonntags und Mittwochs von Berlin nah Rummelsburg, Köpenick, Friedrichs- hagen und Erkner um 25 Uhr Nachmittags von Berlín

“und 83 Uhr Abends von Erkner, müssen während

der Frankfurter Messe, am 26. und 30, Juni und 3., 7,, 10., 14, und 17. Juli e. ausgeseßt werden, finden abec demnächst wieder in der bekannt gemachten Art statt. Ï Berlin, den 18, Juni 1844, Die Direction der Berlin-Frankfurter Eisenbahn- Gesellschaft.

[615 b] Ober-Schlesische

Eisenbahn.

Die Bezahlung der am 1. Juli 1844 fälligen Zinsen auf unsere Prio- ritäts- und Stammactien Litt, A. und B. erfolgt mit Ausnahme desSonn-

#4 tags täglich vom 1. bis

m r A 8, u G f A A N in Breslau ín der Cen- a tral-Kasse der Gesell-

e auf dem Bahnhofe, Vormittags von 8 bis 1 Uhr,

in Berlin bei den Herren M, Oppenheims Söhne,

Burgstraße Nr. 27, Vormittags von 9 bis 12 Uhr,

egen Einlieferung der mit einem Verzeichnisse zu ver- eiben Coupons,

Breslau, den 1. Juni 1844,

Das Direktorium der Ober-Schlesischen Eisenbahn- Gesellschaft.

(67421 Dampfschifffahrt.

Die befannten Dampfboote: „Elbe“, „Henriette“ und „Patriot“ fahren regelmäßig von Hamburg: nach Helgoland jed, Dienstag, Donnerstag u. Sonnabend,

» Norderney (üb. Helgoland) jed. Dienstag v. 2. Juli an, » Föhr (üb. Helgoland) eb, Donnerstag v. 4. Juli an.

Jn Berlin werden Fahrbillette durh Gefälligkeit des

Herrn Agenten Anker (Taubenstr, 10) ausgegeben, Elb - Dampfschifffahrts - Compagnie,

[675 b]

Altona - Kieler Eisenbahn.

Jn Uebereinstimmung mit dem $. 16, des Statuts wird der leyte Einschuß von 20 pro Cent hiermit ein- gefordert, .

Die Actionaire haben demna<h vom

1. bis zum 341. Juli diese Einzahlung von 20 Spezles auf jede Actie zu leisten, wel<he zur Bequemlichkeit der Betheiligten îm Junern ‘von Deutschland auch bei

den Herren Dufour Gebr. d Co. in Leipzig

gründen, daß die Ems-Verbindung die östlihen Provinzen des Staats den

Durch Gand Jneinandergreifen der Eisenbahnen würde es möglih, daß Güter von Elberfeld in billigster Fracht binnen 3 Wochen Königsberg erreichen, Münster würde der Stapelplaß die-

Allgemeiner Anzeiger.

entgegen genommen wird, Ein Spezies Schleswig- Holst, zu 15 Thlr, gere<hnet mit Thlr. 30 Ct, pr. Actie, Ueber die eingezahlten Actien werden Quittungen aus gestellt, welche sodann in thunlichst kurzer Zeit gegen die vollen Actien umgetauscht werden. Die Zinsen zu 4% jäâhrlih von den Actien, die vom 1. Januar d. J. datirt sind, werden mit 17 Spezies oder 2 Thlr. 12 Sgr, und von denjenigen, die am 1. April d. J. ausgestellt sind, mit © Spezies oder 1 Thlr. 6 Sgr. pr. Actie bei dieser Einzahlung in Abrechnung gebracht; die vollen Actien genießen die Zinsen vom 1, Juli d. J. an, Altona, den 8. Juni 1844, Vie tre tion, C. O, Arnemann. Zoh, C. Semper.

[819] Königl. bayerisch konzessionirte Pfälzische Ludwigs-Eisenbahn. Jn Folge Beschlusses des Verwaltungsrathes vom

24. April l. J, werden die Actionaire der pfälzischen Ludwigs-Eisenbahn zu der

NViitlwoch, den 7. August l. J.,

Vormittags 9 Uhr, zu Dürkheim auf dem Stadthause abzuhaltenden

C V General-Versammlung hiadure ein- geladen,

Gegenstände der Berathung sind:

1) Die Nealisirung des im $, 10, der Statuten ent-

haltenen“ Vorbehaltes bezüglich der Erdarbeiten.

2) Die Erneuerung des Verwaltungsrathes.

3) Die Anträge eines Comités in Zweibrücken wegen Errichtung einer Zweigbahn von Homburg nach Zweibrüd>en.

Diejenigen Actionaire, welche in dieser Versammlung erscheinen wollen, haben si<h in Gemäßheit des $. 38, der Statuten *) wenigstens einen Monat vorher als Ac- tien - Besißer zu legitimiren, und sih zu diesem Behufe vom 1. bis 6. Juli nächsthin unter Vorzeigung der in ihrem Besize befindlihen Actien - Jnterimsscheine mit cinem nah Nummern und Littera genau geordneten, doppelt ausgefertigten und unterschriebenen Nummern- Verzeichnisse versehen, entweder bei dem Vorstande des Verwaltungsraths persönlich zu melden oder inuerhalb dieser Frist eine Beschcinigung von einer öffentlichen Behörde über die in ihrem Besiße befindlichen Actien- Interimsscheine, unter genauer Angabe der Litt, und Nr. an den unterfertigten Vorstand einzusenden, worauf ihnen die nur für ihre Person gültigen Einlaßkarten zugestellt werden.

Wenn sich auf obige Weise zum Stimmrechte legiti- mirte Actien - Besißer dur< Bevollmächtigte vertreten lassen wollen, so sind diese gehalten, die im leßten Ab- saße des $. 39, der Statuten **) vorgeschriebenen Legi- timations - Dokumente 24 Stunden vor dem Beginne der General - Versammlung bei dem Verwaltungsrathe in Dürkheim zu produziren.

Frankenthal, den 15, Juni 1844.

Der Vorstand des Verwaltungsrathes.

*) $, 38, Der General-Versammlung können alle wenigstens einen Monat vorher in den Büchern der Gesellschaft eingezeichneten Actien-Besißer beiwohnen.

Stimmberechtigt sind die Actionaire in folgendem

Verhältniß :

1 bis 5 Actien mit 1 Stimme,

G A0 S » 2 Stimmen, 441 » 20 » » 3 » E 0 » » 4 » 34 » 40 » » 5 » 41 » 50 » » 6 » 51 » 60 » » T » 61 » 70 » » 8 » 74. » 80 » » 9 » 81 » 90 » » 410 »

91 » 100 » » 41 » und dann steigend von weiteren 25 Actien jedesmal mit Eíner Stimme, bis zu einem Marimum von 20 Stimmen, welches nicht überschritten werden kann,

**) $, 39, Wer Besißer von Actien repräsentirt, tritt in deren Stimmrecht ein.

Als Bevollmächtigter kann sowohl ein Actionair, als auch jeder Dritte gewählt werden ; es tritt jedoch eine Zusammenzählung der Stimmen des Bevollmächtigten, unbeschadet seiner eigenen, in der Art cin, daß solche das im vorhergehenden $. bezeichnete Maximum nicht übersteigen dürfen, j

Die Bevollmächtigten von Actionairen legitimiren sih dur< Vollmachten, verbunden mit Vorzeigung der Actien.

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[820]

665 b] (T. : L “V; C 9 15»] (Englisches Flint-Glas.

Eine der bedeutendsten Flint-Glas-Fabriken in Eng- land, welche bisher viele deuishe Glashändler mit ihren Fabrikaten versah, hat in Erfahrung gebracht, daß in neuerer Zeit viel belgishes Glas unter dem Namen von englishem Glase verkauft wird. Um das leßtere niht von den deutshen Märkten verdrängt zu se- hen, hat jene Fabrik nah mehreren der bedeutendsten Städte Norddeutschlands Proben einiger Sorten der courantesten Wein-, Liqueur- und Wassergläser gesandt, welhe zur Besichtigung des Publikums dienen sollen, und um den Gebrauch desselben möglichst allgemein zu machen, soll zu den Fabrikpreisen verkauft werden. Auch mir is eine solhe Sendung geworden, und i< habe jene Proben in meinem Geschäftslokale ausge- stellt, lade nun alle Liebhaber von Ra Flint- oder Krystall-Glase ein, diese Proben gefälligst in Au- enschein zu nehmen und ihren Bedarf, so weit es der Vorrath der hiesigen Proben erlaubt, sofort oder durch Bestellung zu decken. A SY ;

Für die Echtheit des Glases verbürge ih mi, und wird der Augenschein übrigens bei allen Kennern jeden Zweifel heben, Berlin, im Juni 1844.

Johannes Friese, Gertraudten-Str, Nr. 24 im E>laden,

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}

Preußische

Allgemeine

176.

Inhalt.

Amtlicher Theil. Fa l

Iulaud, Provínz Schlesien. Straf- Erkenntniß über die bei den ¡jüngsten Straßen- Exzessen Betheiligten. Rhein-Provinz, Schnell- Tour der fölnishen Dampfschiffe. Der Erzbischof von Köln reist nach Rom, Gustav-Adolph-Verein zu Neuwied. : h

Deutsche Bundesstaaten. Königreich Bayern. Der Kronprinz und die Kronprinzessin nach Berchtesgaden. Vie Auftritte zu Jugol stadt, Halberg. Großherzogthum Baden, Stände-Bersamm- lung, Verkehr. Schul - Verfügung. Herzogthum Braun- \<weig. Beendigung der Rabbiner-Versammlung zu Braunschweig. Sreie Stadt Franksurt, Abermalige Zusammenkunst der süddeut- \hen Buchhändler, : |

Fraukreich, Paris, Schluß der Thiersschen Rede über die Unterrichts- frage. Verschiedene Haltung der ministeriellen und konservativen Presse in dieser Angelegenheit, Ankunft Prim's. Briefe aus Paris, (Deputirten-Kammer; Fortgesehte Diskussion über die Richtung der Eisen bahn von Paris nah Lyon, Die Rüstungen gegen Marokko z die Differenzen zwischen der Magistratur und dem Advokatenstande.)

Großbritauien und Jrlaud, Schreiben aus London, (Die Minister- Krisis; Aussichten des Peel-Kabinets.)

Niederlande. Briefe aus Amsterd a m, (Finanz-Reformenz Aibeiten der zweiten Kammer.) und Mastricht, (Urtheils\pruch in dem Prozeß der Separatisten.)

Schweiz. Neuchatel, Eröffnung der gesetzgebenden Versammlung. Portugal, Schreiben aus Lissabon, (Finanz-Verlegenheit der Regie

rungz Wiedererscheinen der unterdrückten Oppositionsblätterz Unterstüßung der dur<h Erdbeben Verunglückten auf Terceira.)

Der Jnsterburger Kreis - Verein zur Vorsorge für Observaten und verwahr- loste Kinder,

Handels- und Börsen-Nachrichten. Berlin, Börsen- und Markt bericht,

Der süddeutsche Buchhändler-Verein, Vermischtes,

Veilage.

Amtlicher Theil. Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

Dem Geheimen Medizinal-Rath und ordentlichen Professor an der hiesigen Universität, Dr. Jüngken, den Rothen Adler - Orden dritter Klasse mit der Schleife, so wie dem Superintendenten Bartsch zu Templin den Rothen Adler-Orden vierter Klasse ; und

JFndustrie- Ausstellung in Paris,

Dem bei dem Provinzial - Archive zu Münster angestellten Ar=

ivar Dr, Erhard den Titel eines Archivrathes zu verleihen,

Das 17te Stü> der Geseß =Sammlung, welches heute eben wird, enthält unter E

No 2153. Den Sanbelss und Schifffahrts - Vertrag zwischen den Regierungen von Preußen und Portugal, Vom 20, Fe- bruar und ratifizirt -den 6, Juni d, J. z und i Die Ministerial-Erklärung über die zwischen der Königl. preußischen und Kaiserl. österreichischen Regierung ge- troffene Uebereinkunst zur Beförderung der Rechtspslege

5: vis in Fällen des Konkurses. Vom 1E Sant De Gleichzeitig wird auch das 18te Geseß-Sammlungs-Stü> aus- gegeben, das enthält unter 3 E “Nr, 2455. Das Regulativ, das Verfahren bei Chausseepolizei- und Chausseegeld-Uebertretungen betreffend. Vom 7ten l. M. Berlin, den 26. Juni 1844, Debits-Comtoir der Geseß-=Sammlung,

Angekommen: Der Fürst Michel Miloch Obrenovich,

yon Wien, / Der General - Major und Chef des Generalstabes vom M4ten Armee - Corps, Freiherr vou Reiben s]st ein, aus der Provinz

Sachsen.

» 2454 .

Der süddeutsche Buchhändler- Verein.

Ju früheren Nummern der Allg. Preuß, Ztg. wurde bereits der bevorstehenden allgemeinen Zusammeukunst süddeutscher Buchhändler erwähnt, mit Angabe des Zwecks, welche derselben zu Grunde liegt, Diese Ber- sammlung hat nun am 16. Juni zu Stuttgart stattgefunden, wobei unge- fähr 40 Firmen aus Württemberg, Bayern, Baden und der Schweiz ver- treten waren. Auch von Frankfurt hatten sich zwei Abgeordnete eingefunden, mehr, wie sie angaben, in der Absicht, die Verhandlungen für ihre Kom- mittenten ad referendum, als an den Beschlüssen theilzunehmen, Die mít dem Entwurfe der Statuten Beauftragten überreichten einen solhen, welcher in sech8unddreißig Paragraphen die Grundzüge des Vereins enthält. Als Zweck is angegeben: das Wohl des deut- schen Buchhandels im Allgemeinen und die Ehre und Pslege des süddeut- \{<en Buchhandels insbesondere, und seine Aufgabe soll scin: Vereinigung der Kräfte und Einsichten der Mitglieder, Wahrang und Vertretung des Rechts, Feststellung der Pflichten der Vereins-Mitglieder und Aufrecht- erhaltung der Ordnung und Eintracht unter ihnen. Beitrittsfähig sind, außer den Buchhändlern, die Besißer von Kunst- und Musikalienhandlun- gen, dagegen is der Nachdrucker ausdrüclih auêgeschlossen, Die Gesellschaft, welche alljährlih eine General-Versammlung hält, wird in der Zwischenzeit dur einen, aus vier Mitgliedern und dem Vereins-Vorsteher bestehenden, Ausschuß vertreten, dessen Wahl auf keinen Ort beschränkt ist, so daß mög- licherweise jedes der Ausschuß-Mitglieder cinen anderen Wohnsiß haben kann, weshalb denn auch dem Vorsteher in dringenden Angelegen- heiten eine Art diftatorischer Gewalt eingeräumt werden mußte. Der Entwurf beschränkt sich nicht auf die organische Gliederung des Vercins und Festseßung der Rechte und Pflichten der Mitglieder , vielmehr enthält er ín mehreren Schluß-Paragraphen Bestimmungen, welche tief in das Wesen des gegenwärtigen Buchhandels eingreifen, in der Absicht, die Mißbräuche zu entfernen, die dem Aufschwunge des Verlags- und Sortiments-Handels hemmend im Wege stehen. Dahin gehören ; Abschaffung des Nabatts,

leihmäßige Reduction der Thalerpreise im gesammten Vereins - Gebiete, Kirirung eines bestimmten Preises bei der Bücher-Abgabe an Antiquare und Buchbinder, Abstellung des Mißbrauchs der Berechnung auf alte Rechnung, was erst im neuen Jahre erscheint , Beschränkung der Preisherabsezungen in den ersten drei Jahren des erschienenen Werkes auf die Fälle einer offenbaren

BELLA4M,

Mittwoch den 26| Juni

Zeitung.

Abgereist: Se. Excellenz der General-Lieutenant und Gene- ral - Adjutant Sr. Majestät des Königs, Graf von Nostiß, über Haunover, nah Nenndorf. i j

Se. Durchlaucht der General-Major und Commandeur der bten

<

Landwehr=-Brigade, Fürst Wilhelm Radziwill, nah Wrieben,

Q, ® . L * Uichtamtlicher Theil. Fnland.

Berlin, 26. Juni. Se. Majestät der König haben Allergnä- digst geruht, dem Premier-Lieutenant von Pfuel vom 1sten Garde- Ulanen- (Landwehr=) Regiment, die Anlegung des von Sr, Majestät dem Könige von Schweden ihm verliehenen Schwerdt - Ordens 3ter Klasse zu gestatten.

Provinz Schlesien. Die Beilage zu Nr. 141 der Bres- lauer Zeitung enthält das Straf= Erkenntniß über die bei den jüngsten Straßen-Exzessen zu Breslau betheiligten Verbreher. Das selbe lautet wörtlich: „Von denen am 7. Juni c. bei Gelegenheit eines Auflaufs ergrissenen Personen sind: 1) der Tischler - Lehrling Friedri<h Wilhelm Oderbein, 2) der Tischler - Lehrling Karl Pufffke, 3) der Klempnergeselle Karl Ludwig Holznagel, 4) der Fleischer- geselle Karl Baum, 5) der Schuhmacher - Lehrling August Schönu= gart, 6) der Schueider= Lehrling Ferdinand Langhammer, 7) der Schuhmachergeselle Nobert Hannig, $8) der Maurergeselle Michael Kern, 9) der Kochlehrling Karl Gottlieb Böhm, 10) der Schuhmacher= Lehrling Otto Pohl, 11) der Hauskneht Anton Schuppke, 12) der (Gärtner Johann Karl Augner, 13) der Formensteher August Beer, 14) der Handlungsdiener Julius Stahl, 15) der Holzdrechsler-Lehrling Louis Preuß, 16) der Sattler = Lehrling August Ferdinand Künzel, 17) der Sattler - Lehrling Christian Kusche, 18) der Nadler-Geselle Moriß Püschel, wegen Stcaßen-Unfugs und Ungehorsams gegen War= nungen und Befehle der Obrigkeit, mit der geseßlichen Freiheits- und resp. Leibesstrafe belegt wordeu, Dies bringen wir in Gemäßheit der Verordnung vom 30, September 1836 zur öffentlichen Kenntniß. Breslau, den 17. Juni 1844. Die von Seiten Eines Königl. Ober- Landesgerichts (Kriminal-Senats) erngunte Untersuchungs-Kommissiou. Baumeister, Kriminalrath. Fuß, Justizrath. Theinert, ODber= Landesgerichts-Assessor. ' :

Rhein-Provinz. Was man bisher für unglaublich hielt, hat die kölnishe Dampsschifffahrts-Gesellshaft nun wirklich ausgeführt : Das am 16. Juni Morgens 5 Uhr von Straßburg abgegangene * Schnellboot traf gegen 11 Uhr Abends in Köln ein. Der Augsb. FAllg. Zeitung wird aus Köln geschrieben, der Erzbischof Klemens August Freiherr von Droste = Vischeriug beabsihtige cine Reise nach Rom zu machen. Jun Neuwied und Umgegend findet die Sache des Gustav-Adolph=Vereins großen Anklang und die thätigste Unter= stüßung; der dortige Verein hat sih zunächst das Ziel geste>t, eine im Entstehen begriffene evangelishe Gemeinde in der nächsten Nachbar- haft von Neuwied mit dem größten Theile der vorhandenen Mittel zu unterstüßen.

Ausland. Deutsche Bundesstaaten.

Königreich Bayern, Jhre Königl. Hoheiten der Kron- prinz und die Kronprinzessin haben si< am 19. Juni von Hohen- \hwangau uach Berchtesgaden begeben. Die bisher mitgetheilten Nachrichten aus Jngolstadt beschränkten s{< auf die Ereignisse am Sonntag den 16, Juni. Aus bayerishen Blättern erfahren wir nun

folgende weitere Neuigkeiten. Die Nacht vom Sonntag auf den Montag ging ruhig vorüber, während die Garnison und Landwehr

direkten Konkurrenz, sowie der Ueberlassung von Werken an Antiquare vor dem dritten Rehnungsjahre nah Erscheinung des Werkes, Errichtung von Auslie- ferungs-Lagern süddeutschen Verlags an einem Hauptpunkte und Einführung der Frankatur aller Sendungen bis und nah diesem Hauptpunkte, Ferner wird empfohlen die Gründung von Schiedsgerichten, so wie eines Pensions- Fonds für Buchhändler - Wittwen, und als besondere Aufgabe des Vereins nach gewonnener fester Konsolidirung bezeichnet die Vermittelung eines sür beide Theile vortheilhaften Anschlusses von Oesterreich an den süddeutschen Buchhandel , basirt auf eine in möglichster Zeitkürze herzustellende Bereini- gung von Augsburg und Stuttgart. Da si< die vertretenen 40 Firmen nicht für berechtigt hielten , der überwièégenden Mehrheit von Abwesenden irgend etwas zu veigeben, so wurde beschlossen, die gegenwärtige Berathung nur als Ausdru> der Ansichten der Erschienenen den Abwesenden mitzutheilen. Die Berathung, welche sofort über die ein- zelnen Paragraphen der Neihe nach erfolgte, wurde mit Anstand und Takt geführt und die Verhandlungen von dem Präsidenten mit Umsicht und Sicherheit geleitet, Besonders lebhaft wurden die Verhandlungen über die Frage, ob der jährlihe Versammlungsort wechseln oder stabil sein solle, Für Ersteres sprachen die Herren Winter aus Heidelberg und Hoff aus Mannheim, indem sie behaupteten, daß ohne einen zwischen Frankfurt und Stuttgart stattfindenden Wechsel wohl niemals ein großartiger Verein íns Leben treten werde, da das ganze Rheinland, Hessen, die Pfalz 1c. auf Frankfurt, als natürlihen Vereinigungspunkt, hingewiesen seien. Für Letteres (die Stabilität des Versammlungsortes) wurde geltend ge- macht, daß man nur dadurch die bestimmte Einhaltung des Abrechnungs- Termins, eine der Haupt - Aufgaben des Vereins , erzielen könne, und daß bei cinem Ortswechsel der bisherige Zustand des Auseinanderflatterns, dem man gerade durch Konzentrirung der Kräfte zu begegnen sucht, fortdauern dürfte, Bei der Abstimmung ergab sich eine überwiegende Mehrheit für die Stabilität des Versammlungsorts, doch wurde ausdrü>kli<h dabei beschlossen, daß das Resultat, als reiner Ausdru> der Ansicht der Stimmenden, den Abwesenden mitgetheilt werde, auch die Abstimmung über die Frage unter- lassen, wel<he Stadt zum Versammlungsort gewählt werden solle, Zulept sprach si< die Versammlung für Annahme der Statuten aus, und den Schluß der Sißung bildete die Wahl einer Kommission, welhe das Kon-

stituirungs-Geschäft bis zur nächsten Zusammenkunft weiter führen soll.

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Alle Post-Anstalten des In- und A nehmen Sestelluug aus dieses Blatt an, sür Serlin die Expedition der Allg. Preuss. Zeitung: L Friedri<sstrasse Ur. 72.

1844.

unter Gewehr stand und starke Patrouillen die Straßen durchzogen. Montag Mittags, als die Arbeiter von den Baustellen in die Stadt kamen, erneuerte \si< der Auflauf mit Geschrei und Pfeifen, und eine große Masse zog gegen das städtische Arrestlokal mit lauten Forde=- rungen, daß man die wegen Exzessen vom vorigen Abend daselbt verhafteten 43 Judividuen entlasse, deren Vernehmung so eben die Polizeibehörde beschäftigte. Die Arbeiter wurden durch Belehrung und durch das aufgestellte Militairkommando zurükgetrieben , und als die Arbeitsstunde \<lug, begaben si< die meisten wieder auf ihre Stationen. Als sie aber Abeuds 6 Uhr wieder in die Stadt famen, theilten sie si< wieder in große Haufen und verübten unter Geschrei und Drohungen no<h manche Beschädigungen an Brau- und Bäerhäusern. Die aufgestellten Militair-Abtheilungen, die Pa- trouillen der Landwehr und insbesondere die Landwehr - Kavallerte, welche vorzügliche Dienste leistete , säuberten gegen 9 Uhr die Stra- ßen und bewirkten Ruhe. Zahlreiche Verhaftungen erfolgten in der Nacht vom Montag auf Dienstag, aber keine Ruhestörung. Am Morgen des 18ten rückten zwei Compagnieen Verstärkung von den Garnisonen zu Neuburg und Eichstätt in Jugolstadt ein und theilten den Dienst mit der dortigen Mannschaft, die an sich nicht sehr zahl=- reih, da der größte Theil auf Urlaub is. Die Ruhe \{heint nun gänzlih hergestellt, nachdem die Beerdigung des Erstochenen ohne Hindernisse vollzogen is und der Thäter von Ingolstadt eutfernt zur Untersuchung gezogen wird, gegen wel<hen anfangs das Gefühl der Rache den Aufstand geleitet, später aber si< auf die Absicht, wohl- feilere Lebensmittel zu erzwingen, ausgedehnt hat. Freiherr von Hallberg is von seiner großen Reise dur<h Rußland, Georgien und Persien wohlbehalten wieder in München eingetroffen.

Großherzogthum Baden. Aus Karlsruhe wird un=- term 19, Juni anes: die Stände - Versammlung wolle und solle in zwei bis drei Wochen ihre Geschäfte so weit gefördert haben, daß auf längere Zeit eine Vertagung eintreten könne. Bereits erhält si die erste Kammer nur kaum in der veschlußfähigen Zahl. S Zu Heidelberg cirkulirt cine Petition an die zweite Kammer um Aufhebung der Todesstrafe. Die Magdeburger Zeitung meldet vom Oberrhein, 20. Juni: „Die Badische isenbahn wird von den Straßburgern vielfach benußt; doh nennt man die Bahn von Kehl nach Baden, wohin man in anderthalb Stunden ge- langt, die Spielbahun. Bemerkenswerth ist, daß die Thore von Straßburg bis nah dem Eintreffen des leßten Bahnzuges in Kehl geöffnet bleiben, was aber nur geschieht, um die Reisenden zu bestim- men, nicht an leßterem Orte, sondern in Straßburg zu übernachten. An der Correction des Oberrheins wird im Juteresse der Dampf- \hifffahrt fortdauernd gearbeitet, und zwei neue Durchstihe, nament- lih der bei Philippsburg, gewähren den Dampfböten eine weit für- zere Straße.“ Eine Verfügung der Großherzogl. Regierung des Unterrhein = Kreises bestimmt in Betreff der Beleuchtung der Schul- zimmer, daß die Wände derselben nicht weiß, sondern blaßgrün oder hellgrau angestrihen, und die Schulbänke stets so gestellt werden sol= A daß sih das Gesicht der Schüler nie gerade gegen das Licht wende.

Herzogthum Braunschweig. Die zu Braunschweig versammelten Rabbiner haben am 19. Juni ihre Berathungen been= digt; die wichtigsten Gegenstände derselben waren: gemis<te Ehen mit Erziehung der Söhne in der Religion des Vaters und der Töch- ter in der der Mutter, dann Verlegung des Sabbats auf den Sonn= tag, und endlich die Abschaffung der Beschneidung ein Vorschlag, der jedo nur eine einzige Stimme für si< hatte,

Freie Stadt Fraukfurt. Eine neue Zusammenkunft der süddeutshen Buchhändler bereitet s< zu Frankfurt vor, Am 29, Juni und an den nächstfolgenden Tagen erwartet man dort die An- funft vieler Buchhändler aus allen Gegenden Süddeutschlands. Wie es scheint, sollen bei diesen Versammlungen nicht blos die Juteressen des buchhändlerishen Gesammtwesens zur Sprache gebracht werden,

Industrie- Ausstellung in Paris. (Vergl, Allg. Pr, Ztg. Nr, 158.) Bronzen und Ornamente.

2) Paris, im Juni, Einen überaus glänzenden Theil der Ausstel- lung bilden die Bronze - Arbeiten. Auch in diejem Fache, wie in allen Zweigen der feinen Luxus-Judustrie, die mit der Modellir- und Bildhauer- kunst zusammenhängen, hat eine mächtige Reaction, eine förmliche Umwäl- zung stattgefunden, Nachdem der kalte, entnerote und entgeisterte Styl, welhem am Ende des Kaiserreichs und während der Restauration die aus der Schule David's herstammenden und in den Grundsäßen, aber nicht mit dem Geiste ihres Meisters fortarbeitenden Künstler in schroffer Einseitig- feit huldigten, aus den shönen Künsten verdrängt war, konnte es bei der in diesem Lande so engen Wechselwirkung zwischen Kunst und Mode - Jn- dustrie niht fehlen, daß nicht auch in den shönen Gewerben jenes aus- schlicßlih antikishe Verzierungs - System bei Seite geworfen wurde, Obgleich die heutigen Judustrie - Erzeugnisse im Einzelnen noch mancherlei Nachwirkungen und Nachklänge der vorangchenden Epoche verrathen, so zeigt sih doch im Ganzen entschieden vorherrshend das Bemühen, über die antikisirende Schwere und Leere der Formen , über die ordinaire Nichtigkeit und Bedeutungslosigkeit der Motive hinauszukommen, und das anerken- nungswerthe Bestreben, dur Verarbeitung dessen, was durch die Kunst des Mittelalters und der Neuzeit gewonnen und überliefert ist, den Bedürfnissen der Gegenwart, den Anforderungen des neueren Geistes zu genügen, und fo zu einem cigenthümlichen Resultate, ‘zu einem eigenen Ornamentenstyle u gelangen. : y Vie Kunsttischler-, Bronze-, Gold-, Silber-, Schmu>- und Waffen- \{<miede-Arbeiten gegenwärtiger Ausstellung liefen bereits Belege von den ersten, no< unklaren Ansäßen dieses modernen Styls, welchen die schönen Gewerbe einer Ornamentisten - Schule verdanken, deren Grün- der und Meister Aimé Chenavagrd war. Dieser geist- und phantasiereihe , leider sehr jung gestorbene Künstler hatte sür das Nachgraben in verschütteten und überde>ten Räumen des Kunst- gebiets ein Talent empfangen, wie es sich bei den Pa Naturen selten mit \{höpferisher Anlage vereint findet. Seine ersten Bekanntmachun-

gen und Zeichnungen gaben der ganzen pariser Luxus-Jndustrie einen ge-