1844 / 186 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

enz außerdem aber auch die Chausseen und Dampf-

ugen bargestellten Lip" [o ere was die äußere Ausführung betrifft, erinnern, worauf lich die Verschie- Besiyer der Karte möglich macht , die späteren Veränderungen selb| nachzutragen.

t dieser Ansicht, so wie dem Wunsche vollkommen bei, daß die

Bau begriffenen Eisenbahnen mit abgeseßten Linien und die projektirten

hindungen 5

üinschen übrig bleiben. der Eisenbahnen,

im

Was die Richtigkeit der eingetragenen

i i i insofern man au sich bei den fertigen nichts zu erinnern , en der Karte Rücksicht nimmt. Eben so sind die im Bau E e x jedoch auch einige von hon als solche bezeichnet, was a E SA "A so u ven ibt. Dagegen würde bei Wien-Triest die Strecke von Mürzzuschlag 01 2 Sia fo Vie die Berlin-Hamburger Eisenbahn stait grün ebenfalls roth do. do. |35| 100 i Von den projektirten Eisenbahnen sind freilich ver- schiedene ausgelassen, allein das mag dem Herrn Herausgeber um o weniger BVorwurf gereichen, als es wohl vorzuziehen war, die or pie ger Ps nz unsicheren

begriffenen im Allgemeinen richtig angegeben, dai E projektirten, aber völlig gesicherten, | aber nur zum Nuyen der Käufer gereicht ,

zu markiren sein.

zum

Besitzer der Karte zu überlassen, als dieselbe mit zum Theil ga here dem Besib Soll ger gs eine M mes 60s ten werden, so kann dies nux durch unausgesehte achträge ge hehen, mes L zu ermöglichen, ist Nef. gern bereit, von Zeit zu Zeit Uebersichten über den Stand der Eisenbahnen zu veröffentlichen, womit bereits in dem Berliner Gewerbe-, Jndustrie- und Handelsblatt der Anfang

Projekten zu überfüllen.

gemacht wörden ist,

n jedem Falle läßt sich der Fleiß nicht verkennen, welchen Herr Major Guid aut diese Karte verwendet hat, und sie bleibt ho

dienstliche Arbeit , weil sie nicht eine Nachbildung einer

Fisenbahnkarte, sondern eine Original-Production ist. So Eisenbay , E sevn pel Ds A d Edi i

im Buchhandel käuflich ist, allen billigen Änfor erungen Genüge leisten do. ees 2 und daß sie daher für den mit derselben beabsichtigten Zweck bestens

daß die Karte,

empfohlen werden kann,

Nur Eins finden wir zu r Seite her aufmerksam gemacht hat, Ä die es dem

n , alle aber in einerlei Farbe, dargestellt sein möchten. mit Punbees isenbahnen betrifft, so findet f den Zeitpunkt

n deshalb eine ver- schon vorhandenen nach glauben wir, und Comp. als

von Malinowsky 1,

Handels - und Börsen - Uachrichten.

Berlin , 4. Juli, Die Börse hatte heute ein sehr festes

und die meisten Effekten erfuhren nicht unbeträchtliche Steigerungen,

Geschäft war in einigen Effekten sehr umfassend. Kopenhagen , 28. Juni.

veredelte spanische zu 3 Rbmk. 12 Sch. blieben unverkauft,

und ca, 10,000 Pfd. zu 62 a 70 Sch, verkauft.

Bekanntmachungen.

Einladung zux Lusisahri von Magdeburg nah Paris und tik zurü.

I Z/

D

S E S : Die im vorigen Monat vorläufig von uns angekün- digte Lustfahrt nach Paris wird nun ausgeführt und

if zur Abfahrt von hier nach Ham- burg der 18. Juli bestimmt,

wozu eines unserer größten und bequemsten Dampf-

schiffe gewählt wird. 4 ;

Von Hamburg soll am 20, Juli die Reise mit

dem bekannten (Hönen großen Dampfschiffe „die

Stadt Paris“ nach Havre vor sich gehen, vom

leßteren e ß Dampfschiff nah Rouen und von a

da p. Eisenbahn nach Paris. : Die Rückfahrt von Paris kann nah Konvenienz

C bis zum M. August wöchentlich zweimal geschehen, und haben wir zur Bequemlichkeit für die resp. Theilnehmer, welche etwa für die Rüreisc cinen anderen Weg wählen möchten , die Preise für die ein- fache als für die Doppelreise folgendermaßen billigst

normirt: ; Von Magdeburg nach Paris Crt, Thlr, 30. und zurück » » 55,

do. do.

Für Beköstigung am Bord des Dampfschiffes „Paris““ fann à Thlr. 5 pro einfache Reise pränumerirt werden, Um den resp. Reisenden die nöthige Bequemlichkeit in jeder Hinsicht zu gewähren, werden zu dieser Fahrt nur 4120 Billette ausgegeben und Zeichnungen

2 ( : A , , bis zum 12ten dieses in Berlin bei den Herren Herrmann © Meyer angenom- men, an welchem Lage die Listen geschlossen werden,

Magdeburg, den 4. Juli 1844,

Die Direction der Vereinigten Hamburg- Magdeburger Dampfsch ifffahrts- Compagnie.

gez. Holyapfel.

1764] Bekanntmachung, Die Zinszahlung für die Fs R, tien der Berlin-Potsdamer isenbahn-Ge- sell \chaft sür das Aste halbe Jahr 1844 wird vom 4. bis incl, den 15, Juli d, J., Vormittags 29A 9 bis 12 Uhr, mit Ausschluß der Sonntage, s Kassen - Lokale auf dem hiesigen Bahnhofe statt ha- Me Ein jeder Besiger von Coupons hat eine Spe- an cation derselben, nach den laufenden Num- i eordnet, mit seiner Namens - Unterschrist und E Az ohnungs - Anzeige versehen, einzureichen und | “ara gr Gedan BigenO 2 Zahlung durch unseren

ofort zu ge é

dem oben angegebenen R Ne Lrtian a die bis jeßt noh nicht erhobenen Zins - Coupons

der Stamm-Actien und vieDividen-

An Ee San und 2ásten abgehalten wurde, waren diesmal ca. 40,000 ._W ( U tue R eingeliefert, wovon die jütishe zu 39 Rbsch., die scelän- dische zu 2 Rbmk, 2 a 12 Sch., die disley zu 2 Rbmk, 12 Sch, und die

bis 5 Rbmk. abging; Jn Kallundborg, wo der Markt am 19, und 26, Juni abgehalten, wurden ca, 20,000 Psd. veredelte Wolle zu 72 a 73 Sch.

Allgemeiner

denscheine aus früheren Jahren zur Auszah- lung kommen.

in nah Nummern geordnetes Verzeichniß is eben- falls dabei erforderlich.

Berlin, den 10. Juni 1844. Direction der

Die

[707 b]

Berlin-Frankfurter Eisenbahn.

Hauptkasse auf vem hiesigen Bahnhofe in den Tagen

vom

mit Ausnahme der Sonntage, Morgens von 9 bis 1 Uhr, gegen Einlieferung des 3ten Zins-Coupons ge- zahlt. Die Actionaire werden zu diesem Ende ersucht, die gedachten Coupons in der genannten Zeit mit ei- nem nah den Nummern geordneten Verzeich- nisse {n unserer Hauptkasse einzureihen und den Be- trag sofort dafür in Empfang zu nchmen. Die noch nicht abgehobenen Zinsen und Dividenden pro 1842 und 1843 werden in gleicher Weise bezahlt,

Berlin, den 1. Juli 1844,

Die Direction der Berlin - Frankfurter Eisenbahn-

Anschen,

der am 22sten Wolle ver-

74100 Pfd.

1060

ma E110 T Börse. Den 4. Juli 1844.

Pr. Cour.

Actien. |S Brief. | Geld.

Fonds.

Pr. Cour. Brief. | Geld, | Gem.

Brl. Pots. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Mgd. Lpz. Eiseub. do. do. Prior. Obl Brl. Anh. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Düss. Elb, Eisenb. do. do. Prior. Obl Rhein, Eisenb. do. do. Prior. Obl. do. v.Staat garant. Brl. Frankf. Eisnb.| © do. do. Prior. Obl. - Kur- u. Neum. do. |3% -— Ob.-Schles. Eisnb.| Schlesische do. 1007 do. Lt.B. v. eingez- E | B.-St.E. Lt. A.u.B. Magd.-Halbst. Eb.| 4 Brl.-Schw.-Frb.E. do. do. Prior. Obl.| Bonn-Kölner Esb.

St. Schuld-Sch, Prämien - Scheine d. Seeh. à 5O T. Kur- u. Neumärk. Schuldverschr.|3Z -—— 99% Berliner Stadt- Obligationen 100%

Danz. do. in Th. 48

Weestpr. Pfandbr.|3%| 101 104;

1015 | 101 165: 104 1914

1047

1643

88 190; | 160

TOSE | 921 98% Ee 75 | 865

da 97

ckNnckAck|ck| ck00

Grossh. Pos. do.

& wo

150 149 103% 123% 116% | 1157 1317 | 130% | 120 |117 103: | 131

Ostpr. Pfandbr. |2: -—

Pomm. do. C á eie 95 122%

Gold al marco.

Friedrichsd'or. And.Gldm. à 5 Th.

Disconto.

Thlr, zu Brief. |

Kurz 1407 250 FI. 2 Mt. 140 MAmburW eee ooo rod éhpteor oes 300 Mk. Kurz

do. 300 Mk. 2 Mit. London I LSt. 3 Mt. 6 L L Ei Ca S Rd da o 6050s 300 Fr. Mt. Wien in 20 Xr, «oe. ooo. 000 150 FI. Mt. 104% Augsburg «oco eo o ooooo e os 150 FIl. 2 Mt. 1027 Breslau 100 Tblr. Mt. 995 9 Tage

Mt. 997

Cours

250 FI.

Amsterdam

792

Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss. 100 Thlr.

Das

SRbI. Woch. ———

Petersburg Auswärtige Börsen. Amsterdam, 30. Juni. Niederl. wirkl. Sch. 6157. 5% Span.

Antwerpen, 29. Juni. Zinsl. —. Neue Anl. 207. Graukfurt a M. L qul 5% Mey LL23Be,

do. 200 FI. 29% Br. Evgl. Russ. 1125.

do. 500 Fl. 935 G. Bank Actien 1675.

300 FI. 94 Be. Hamburg, 2. Juli.

Berlin - Poisvamer Eisenbahn - Gesellschaft.

2256

tober 1837 erlassene Regulati ditionshandels allhier betreffend. Leipzig, den 25, Juni 1844. Der Rath der Stadt Leipzig.

Dr. Grof f.

Pr. Cour. 30 Sgr.

Geld. 1405

150% 1492 222 791 99! 997 99!

Frankfurt a. M. WZ. ooo. 100 FI. Mt. —_— w: 16 C 1077

Bank - Actien p. ult. 1998 G. Bayr. Bank-Actien 716 G. Hope 897 Br. Stiegl. 89 Br. Int, 60.77

. Polu,

J s 2 Anunzeîger unter gewissen Bedingungen allhier nachgelassenen Be- trieb von Meß-Speditions-Gesc

weisen wir deshalb auf das von uns unter dem 20, Of- v, die Betreibung des Spe-

häften betrisst, so ver-

P aris, 29. Juni. 5% Rente fio cour. 122. 25. 3% Rente fin cour. $2 5% Neapl. au compt. 99. 10. 5% Span. Rente 30%. Pass. 5%.

W ien, 30. Juni. Anl. de 1839 123%. Nordb. 1305. Gloggn. 112. Mail. 108%. Livorn, 113%,

Meteorologische Beobachtungen.

Abends |

1844. 3. Juli.

Nach einmaliger Beobachtung.

Morgens

1 Nachmittags | 6 Ubr.

2 Ubr. |

Luftdruck . . «- [333,92 Par./334,14” Par. 334,74" Par. | Quellwärme 8,0° R. Luftwärme - - .+ 11,6° R. P 13,0° R. + 11,39 R. | Flusswärme 13,3° R. Thaupunkt ..- E 94° R.\+- 11,3° R. 8,9° R.| Bodenwärme 14,1 R. Dunstsättigung 86 pCi. | 88 pc«. | $82 pCt. Ausdünstung 0,014 Rb. Weiter halbbeiter. | regvig. | trüb. Niederschlag 0,027 Rh. Wind W. W. | W. Wüärmewechsel +14,1° Wolkenzug. - - W. | -+- 8,9° R. Tagesmittel: 334,29" Par... + 12,0’ R... + 10,0° R.…. 85 pCt. W.

Königliche Schauspiele. Freitag, 5. Juli, Der König von Yvetot , komische Oper in 3 Abth, Musik von A. Adam. . Wegen Unpäßlichkeit des Fräul. Ch, von Hagn kann das Stüd: Ein Sommernachtstraum, nicht gegeben werden. E Sonnabend, 6. Juli, Emilia Galotti. (Herr Hoppé : Marinelli, als Gastrolle.) Sonntag, 7. Juli. Das Räthsel. Hierauf :

10 Ubr.

Die Jnsel der Liebe. (Herr und Mad, Taglioni werden hierin wieder auftreten.) | Jn Charlottenburg: Das Tagebuch. Hierauf : Das Portrait

der Geliebten.

Königsstädtisches Theater. E i Freitag, 5. Juli, Ein Stündchen Jukognito, Versspiel in 2 Als ten, von Dr, C. Töpfer. Hierauf: Nehmt ein Exempel daran ! Lustspiel in 1 Akt, von Pr. C. Töpfer. Dann: Köck und Guste, Vaudeville-Posse in 1 Akt, von W. Friedri. (Dlle. Julie Herrmann, im ersten Stück: Suschen, im dritten: Guste, als Gastrollen) Sonnabend, 6. Juli, Die Königin von 16 Jahren. Hierauf: Drei und dreißig Minuten in Grüneberg, oder: Ler halbe Weg. (Herr Weirauch, vom Stadt-Theater zu Königsberg: Jeremias Klage- sanft, als Gastrolle.) Dazu: Gast-Vorstellung der Mad. Weiß, mit ihrem aus 36 Kindern bestehenden Ballet-Personal, in 3 Ab- theilungen. i “¿6 7, Juli. Der Wirrwarr. Dazu: Gast= Vorstellung der Mad. Weiß, mit ihrem aus 36 Kindern bestehenden Ballet-Personal, in 3 Abtheilungen.

vie. Yerantwortlicher Redacteur Dr. F, W. Zinfkeijen.

Gedruckt in der Decker schen Geheimen Ober - Hofbuchdruerei.

So eben erschien in unserem Verlage und is in allen Buchhandlungen zu haben:

D e ï e w î g e E U d c / | Neuer Roman

Die Zinfen der Stamm- Actien der Berlin-

Bromberg, is zu haben: [832]

Literarische Anzeigen. vei E. S. Mittler in Bein (Stech- Hofrath Dr. J. B. Rousseau.

hahn 3), so wie in dessen Handlungen in Posen und

Der Bote

e M Granffurter Eisenbahn pr. des

I, Semester 1844 mit 2 Thlr. 15 Sgr. pro Actie werden in unserer

1. bis 24. August c-.,

Dieses Blait, Tage erscheint,

Gesellschast,

[862]

41. Die diesjährige Leipziger Michaelis-Messe beginnt und endigt mit

2, Während dieser drei Wochen können alle inlän- dischen, so wie die den Zoll-Vereinsstaaten angchören- den Fabrikanten und Handwerker, ohne cinige Beschrän- kung von Seiten der hiesigen Jnnungen, öffentlich hier feil halten und Firmen aushängen.

3, Gleiche Berechtigung haben alle anderen auslän- dischen Fabrikanten und Handelsleute.

4. Außer vorgedachter dreiwöchentlicher Frist bleibt der Handel, so wie das Aushängen von Handelsfirmen, auch aller und jeder sonstiger äußerer, die Stelle der Firmen vertretender Merkmale des Verkaufs, allen aus- wärtigen Verkäufern bei einer Geldstrafe bis zu 50 Thlr.

verboten,

5. Jedoch is zu Auspackung und Einpackung der Waaren die Eröffnun Megßlokalien in der in der Woche nach der “eri, gestattet,

6, Jede frühere Eröffnung, uy eines solchen Verkauss-Lokals, wird, außer der so-

Bekanntmachung. 2 852 den 30, September (Boe

dem 19, Oktober,

zichen : gr. 8.

[860]

der in den Häusern befindlichen oche vor der Böttherwoche und

so wie spätere Schlie-

ortigen Schließung desselben, mit einer Geldstrafe nach i

Befinden bis zu 25 Thalern belegt,

7, Allen ausländischen, den Zoll-Vereinsstaaten nicht angehörigen Professionisten und Handwerkern während der eigentlichen Meßwoche, also vom Einlau- ten bis zum Yuslauten der Messe, mit ihren Artikeln

ist nur

feil zu halten gestattet. bros, Preis 75 Sgr.

8, Cben so Feilhalten der jüdischen Kleinhändler auf die Meßwoche beschränkt, Die jüdischen Feiertage, welche in die Meß- woche fallen, werden dur Verlängerung der Verkaufs-

zeit bis in die Zahlwoche erseyt. 9, Was cui L

bleibt das Hausiren jeder Art und das [709 b]

is Memoria.

ih den auch guswärtigen Spediteurs

sammlung des genannten Verein im September 1843 gegründet Verein betresende Nachrichten , als: Nachrichten über Begründung neuer Lokal - Vercine, ihre Thätigkeit und Erfahrungen, ihre Einrichtungen, drängter protest. Gemeinden (biswe nen), Beurtheilungen des Gesammt - Vereins, wichtige Aktenstücke in Bezug auf densclben, kurze Berichte über ähnliche Vereine in und außer Deutschland 2e, 26,

Lettre à Mr. le Dr, redacteur de la Gazette univ. Sur les relations entre PAllemagne et la Russìie. brosch. 75 Sgr.

fularfeier 16

Evangelischen Bereins der Gustav-Adolph-Stiflung. s. Jahrgang 7 Thaler.

Darmstadt, bei W. welches vorläufig wurde durch Beschluß der Haupt - Ver 3 zu Frankfurt a. M. und enthält alle diesen

Literarishe Anzeige von (Behrenstr. 44).

Bei G. Franz in München is erschienen und in allen Buchhandlungen ves Jñ- und Auslandes zu be-

Für alle Söhne der Albertina. So eben erschien bei Gerhard in Danzig und ist in allen Buchhandlungen, in Berlin in der Stuhr- schen Buchhandlung, Stoplas 2, und in Potsdam am Kanal, zu haben : Die Gründung der Universiläk Königsberg und deren Sä- 44 und 1744. Zur Würdigung und zum Verständniß der (im

August d. J.) bevorstchenden dritten Jubelfeier 5 für Jedermann, von Ed, Gervais.

Jm Verlage von Hermann Schul h e (Mohrenstr, 16) erschien so eben: Gustav i Adolphi Suecorum Re- ia. Ex J. V. Andreae clogiis redintegrandum

cur, Prof. Dr, Rhein wald. gr. 8, Mit Umschl, 7 Thlr,

Leske,

liber Zustände be- ilen mit Jllustratio- v.

W, Besser

Gustave

| Eugen QUL: Ins Deutsche übertragen von

-

iste Liefg. mit 1 Stahlstih. Preis 5 Sgr. Berlin, den 27. Juni 1844, i

Meyer & Hofmann,

351 ernennen,

Schloßfreiheit Nx. 3.

So eben erschien und ist durch alle Bu ch- handlungen zu bekommen:

(6) Die preußischen Eisenbahn -Unternehmungen und die Allerhöchste Verordnung vom M M C 3.

D Preis 6 S0 li

Berlin, Enslinsche Buchhdlg.,

Breitestr, Nr, 23,

afle vierzehn

[708 b]

Kupsferslich-Auction zu Dresden. Montag den 26, August d, J, beginnt dur Unter-

zcihneten die Versteigerung einer aus 4000

Exemplaren bestehenden Kupsfer-

stich-Sammlung mil schr mer

würdigen Hauptblältern.

Der gedruckte Katalog mit Vorwort, worauf Kunst- freunde aufmerksam gemacht werden, um über den Ju- halt einen Ueberblick zu gewinnen, ist zu haben:

* in Aachen b. Hrn. Bu ffa u, Co., Ksthdl, ; in Augs- burg b, Hrn, F. Ebenerz in Berlin b. Hrn. Asher, Hrn. Link, Ksthdl,, u, Hrn. Meyer, Antiq.z Bres- lau b, Hrn, Schulz u. Co., Ksthdl.; Copenhagen b, Hrn, Nei zel, Bchhdl.z Düsseldorf b. Hrn. Sta- hel, Bchhdl. ; Frankfurt a. M. b. Hrn. Willmann, Ksthdl,; Hamburg b. Hru. Harzen, Mäkler; Han- nover b. Hru, Gruse, Bchhèl.z Juspruck b. Hru, Unterberger, Ksthdl. ; Leipzig b. Hrn, J. A, Barth, Bchhdl,, Hru. C. G. Börner, Maler, und Hru. Nud. Weigel jun.z München b, Hrn. Herrmann, Ksthdl. z zu Dresden durch die Arnold sche u. Wal- ther sche Hofbuchhandlung, so wie in der Expedition des Unterzeichneten.

Dresden, den 2. Juli 1844.

Carl Ernst Sieber, Königl., auch Stadt- und Raths-Auct,

Kolle,

gr. 8,

Das Ddoveaaries beträgk:

2 Kthlr. für { Iahr. 4 Rthlr. - 5 Iahr.

: 8 Kthlr. - 1 Iahr.

in allen Theilen der Monarchie ohne Preiserhöshung.

Insertions-Gebühr für den

Raum einer Zeile des Allg.

Anzeigers 2 Sgr.

Me 186.

Amtlicher Theil. at L Ute i;

Inland. Provinz Posen._ Mäáßigkeits-Gelöbniß der fath. Gemeinde zu Kempen. Provinz Schlesien. Allerhöchste Bestätigung des Herrn Latussek zum Kapitular - Vikar des Bisthums Breslau, Aus Bunzlau, Rhein-Provinz, Klever Spovgraben.

Deutsche Bundesstaaten. Königreich Hannover. Hafenprojett, Großherz ogthum Baden. Kammer - Berhandlun- gen. Polemisches, Gro ßherzogthum Sachsen-Weimar, Unterstüßung protestantischer Gemeinden im Auslande, Fürstenthum Schwarzburg- Sondershausen, Der Laudtags-Abschied, Freie Stadt Frankfurt, Der süddeutsche Buchhändler-Berein,

Frankreich. Paris. Annahme des Geseßes über die Central - Eisen- bahn in der Deputirten - Kammer. Offizielle Erklärungen über das Privatvermögen des Königs und über die Apanagen. Kommissions Amendement zu dem Unterrichts - (Besch. Verhalten des französischen Konfuls in Tunis bei Hinrichtung eines englischen Unterthans. Briefe aus Paris. (Die Dotationen der Königlichen Familie. Das poli- tische Wahl-Domizil, Zur Agrikultur Statistik.)

Großbritanien und Jrlaud. London. Der Prozeß des Baron von Bode gegen die Regierung, Das Schreiben des Die. Wolff aus Buchara. Vermischtes.

Niederlande. Schreiben aus dem Haag. (Das Geseh über Ablösung und Auswechselung der niederländischen Staatsschuld.) ;

Ftalien, Neueste Nachrichten über die Unternehmung der italienischen Flüchtlinge in Calabrien. E

Türkei. Konstantinopel, Adresse des Sanitäts-Rathes an den Sul- tan. Die gefangenen Albanesen,

Aegypten. Älexandrien, Die Finanz- Reform,

Harburger

Die Judustrie-Ausstellung in Paris, (Siebeuter Artikel.) Die Landenge von Suez,

Eisenbahnen. Schreiben aus Düsseldorf. (Die Zweigbahn von

_Steele nach Vohwinkel, ) i

Hanudels- und Börsen-Nachrichten. Berlin. bericht, Correction des Mains,

Börsen- und Marlt-

Polnische Literatur, Neuer Schlamm-Vulkan im Gouvernement Charkof, Vermischtes.

Beilage.

Amtlicher Theil.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht : | Den bisherigen Geheimen Regierungs Rath M ellin zum Geheimen Finanz-Rath und vortragenden Rath im Finanz-Ministerium

Der bisherige Kammergerichts Assessor Winkler is zum Justiz= Kommissarius bei dem Land = und Stadtgerichte zu Halle und zum Notar im Departement des Ober - Landesgerichts zu Naumburg, un- ter Anweisung seines Wohnsibes zu Wettin und mit der Befugniß zur Praxis bei dem Berggerichte zu Wettin und den Patrimonial= gerichten im Stadtkreise Halle und im Saalkreise, bestellt worden,

Angekommen: Der Kaiserl. russische Wirkliche Geh, Rath, Graf von Gurjef, und

Der Kaiserl. russische von St, Petersburg.

Abgereist: Se. Excellenz der Geheime Staats - und Kabi- nets-Minister, General-Lieutenant und General-Adjutant Sr. Maje- stät des Königs, von Thile 1, nah Wiesbaden.

Der Bischof der evangelischen Kirche und (Heneral-Superintendent der Provinz Posen, Pr. Freym ark, nah Dresden.

Wirklihe Geh. Staatsrath Daschkof,

——at P

Berlin,

AllaetMmeine

Alle Post-Anstalten des In- und Auslandes nehmen Hestellung auf dieses Slati an, für Serclin die Expedition der Allg. Preufs. Zeikung: Friedrichsstrasse Ur. 72.

Sonnabend den Hen

T CALZA uy

lichtamtlicher Theil.

IÄnlanu®?.

Berlin, 5. Juli, Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht, deim Kaufmann Hugo Brendel in Berlin die Anlegung der von dem Senate der freien Stadt Hamburg ihm verliehenen, E an den Brand von 1842 gestifteten Medaille zu ge- jtatfen. :

A I

__ Provinz Posen. Am 30. Juni haben zu Kempen in Folge einer von dem Probste, Herrn Waber, gehaltenen Predigt 620 Mitglieder der dortigen katholischen Gemeinde Euthaltsamfkeit vom Genuß des Branutweins und aller spirituösen Getränke, so wie Mäßigkeit im Genuß aller übrigen Getränke, „an gottgeweihter Stätte freiwillig feierli} beschworen.“ Die S chlesishe Zeitung, welche diescs meldet, fügt hinzu, ein solhes Gelöbniß werde in Kempen, wo 58 größteutheils in den Händen der Jsraeliten befindliche Schen- a über ganze Familien Verderben gebracht hätten, doppelte Früchte ragen,

_Proviínz Schlesien. Die Schlesische Zeitung vom

3, Juli meldet, dem zum Kapitular-Vikar des Bisthums Breslau er- wählten Weihbischofe und Domdechanten Latussek sei die Allerhöchste Erlaubniß zur Uebernahme dieses Amtes ertheilt worden. Das beabsichtigte Provinzial-Königsschießen zu Bunzlau wird in diesem Jahre unterbleiben, obglei es bereits von der Königlichen Regierung genehmigt war. Es läßt sich diese Rücfsihtnahme durch die große Aufhäufung von Eisenbahu = Arbeitern in dortiger Gegend sehr wohl rechtfertigen, (Das Kreiswochenblatt für Freistadt und N eu- salz vom 29, Juni enthält die Aufforderung, daß noch 6000 bis 3000 Eisenbahn-Arbeiter zur Beschäftigung sich melden möchten, Die Niederschlesisch - Märkische Eisenbahn rückt, bei dieser Arbeitermasse, rash vorwärts.) Auf die verbrieften Provinzialschulden der Königl. preußischen Oberlausiß, welhe am Schluß des Jahres 1841 446,465 Rthlr, betrugen, sind im Jahre 1842 11,275 Rthlr. und 1843 12,625 Rthlr. abbezahlt worden, so daß \ich dieselben zu Ende vorigen Jah - res noch auf 422,565 Rthlr, beliefen, i; __ Nhein-Provinz. Die Schiffbarmachung des sogenannten Spoygrabens bei Kleve (eines {hon im Jahre 1688 unter Kurfürst Friedrih I, begonnenen Verbindungs - Kanals zwischen dem die Schwanenburg bespülenden uralten Rheinbette und dem jebigen Rhein strome selbst) wird seßt mit Fleiß und Enrsigkeit in Angriff genommen, und man hofft in Kleve, daß das höchst wichtige Werk, dessen Aus- führung eine Quelle großer Vortheile für diese Stadt zu werden ver- spricht, schon im nächsten Jahre zur Vollendung gebracht sein werde. Durch Königlichen Erlaß vom 3. März 1843 war die Wiederher= stellung dieses längst untief gewordenen Kanals, so wie der dazu ge- hörenden Schleusen, angeordnet und dafür die Summe von bereits 150,000 Rthlrn. aus Staatsmitteln angewiesen worden, Die am 29, Juni stattgehabte General-Versammlung der rheinishen Karnevals- freunde auf der Jusel Nonnenw örth war wenig besucht und theil- weise auf Hindernisse gestoßen. :

Nuslanud. Deutsche Bundesstaaten.

Königreich Hannover. Die zur Prüfung des har- burger Hafen-Projekts niedergesebßte ständische Kommission hat ihren Bericht erstattet. Jhr Vorschlag geht dahin, zu dieser Anlage 286,000 Rthlr, zu bewilligen, also 200,000 Rthlr, weniger, als ge fordert worden,

Großherzogthum Baden. Jn der 98sten Sipung der Kammer der Abgeordneten erfolgte Fortseßung der Berathung über das Strafgeseß.

A

1844.

Tit, 42; Herabwürdigung der Religion, werden $. 530 bis 532 ohne An- stand angenommen, Tit, 43: Hochverrath, Bei $. 541 beantragt von Jtstein die Streichung des Zusaßes, daß derjenige, welcher Schriften besitzt, denen eine hohverrätherishe Absicht unterstellt wird, strafbar sei,

| Der Regierungs - Kommissar macht darauf aufmerksam, daß der Paragraph

unteistelle, es habe Jemand die Schriften in hochverrätherisher Absicht ver- breitet. Welcker beantragt, daß nur direkte Aufforderung zu hochver- rätherischen Unternehmungen (nah der Fassung der Negierung) bestraft wer- den solle. Er führt, zu Unte:stüßung vou Jbstein's Antrag, aus, daß das Besizen der Schriften noch kein Anfang der That der Verbreitung sei, da der Nichter kein Necht habe, wissen zu wollen, was der Besißer damít beab- sichtigez für seinen Antrag führt er aus, daß tadelnde Aeußerungen über Regierungs - Handlungen leicht als indirekte Aufforderungen zum Aufruhr ausgelegt werden könnten. Bekf entwickelt das System dieses Titels fol- gendermaßen: Die Kommission hat sich nicht mit dem allgemeinen Begriff begnügt, sondern die einzelnen Fälle sh gegenwärtig gemacht und im Ge- seg aufgezählt, nämlich die Absicht 1) der En!fernung des Regenten von der Regierung, 2) der Gebiets-Abtretung, 3) Umänderung oder Auflösung der Verfassung, sodann hat sie drei Unternehmen erwähnt, den verrätherischen Zweck zu erreichen: a) persönlicher Angriff auf den Regenten, b) Auf- forderung ciner fremden Macht, c) Aufruhr oder Aufregung der Masse im Junern zur offenen Gewalt, Da, wo feiner dieser Fälle vorfommt oder feines dieser Mittel angewendet worden, is der Begriff des Hochver- raths nah badischem Geseß nicht gegeben. Die Anträge von 9, Jh stein und Weler werden verworfen. $. 543 will die Bestrafung von Julän- dern wegen Unternehmungen gegen fremde Staaten. Der frühere Entwurf bescbränfte die Strafbakeit diejer Handlung auf die Unternehmung gegen cinen verbündeten Staat, welche vom Juland aus unternommen wird. Die erste Kammer hat dagegen geseht: „besreundeten Staat‘ und die zweite Beschränkung gestrihen, wonach also auc Unternehmen, im Auslande be- gonnen, strafbar sein sollen. Wel der stellt den Antrag, die frühere Fas- sung wiederherzustellen, Es wird von dem Regierungs-Kommissar erwiedert, daß nach $. 8 nur dann eíne Strafe eintreten könne, wenn der auswärtige Staat die gleiche That, von seinen Angehörigen gegen das Großherzogthum verübt, ebenfalls gerichtlih verfolgen würde, Bei der Abstimmung sind gleiche Stimmen; der Piäsitent (Vice - Präsident Badern) erltlärt sich für den Antrag Welker's. Tit. 45: Von der Majestäts-Beleidigung, Bei $. 555 beantragt Bassermann die Wiederherstellung der Fassung der zweiten Kammer im Jahre 1840, nach welcher auf die Paragraphen des Gesetzes hingewiesen wird, welche von Ehrenfkränkung handeln, während die Fassung ver ersten Kammer überhaupt die Verlegung der {huldigen Ehrfurcht gegen den Regenten bestraft wissen will. Es wird dagegen erwiedert, es sei ein Unterschied zwischen bürgerlicher Ehre und zwischen Ehrfurcht ; auf leßtere habe nur der Regent Änspruch. Der Antrag wird verworfen. Tit, 46: Vou der Widerseßtichkeit, wird zu $. 563 der Antrag gestelli, daß ausge- drüct werde, daß Widerseylichkeit nicht zu strafen sei, wenn der Beamte, welhem man si widerseßt, nicht innerhalb der Gränzen seiner Befugnisse gehandelt hat, Der Antrag wird verworfen. Bei $. 577 beschließt die Kammer, das Marimum der Strafe für die bei einem Tumult zufällig Anwesenden von 6 Monaten auf 6 Wochen herabzusezen. Tit, 47: Be- freiung von Gefangenen, wirb ohne Erörterung angenommen, Eben so Tít. 50: Von Verbrechen öffentlicher Diener, Zu $. 654 wird angetragen, den Amts - Mißbrauch zu Verhinderung der Ausübung von Wahlrechten nach dem früheren Beschluß der zweiten Kammer wieder mit Strafe zu be- drohen, da die erste Kammer den Paragraphen gestrichen hat. Der Antrag wird angenommen. Tit, 51: Erschleihung eines Amts 2c., wird zu $. 662 beantragt, auf Wahlbestehung nur Geldstrafe, niht aber auch Verlust der staatsbürgerlichen Wahlrechte zu segen. Beschluß: Den Antrag zu verwerfen, __ Die zu Konstanz erscheinenden Seeblätter hatten vor einiger Zeit angezeigt, daß sie eingehen müßten, wenn ihre Abounenten= Zahl sich nicht vermehre, wovon die Mannheimer Abendzeitung Anlaß nahm, diejenige Partei, deren Juteresse die Seeblätter verfechten, anzustacheln, etwas zux Rettung des Blattes zu thun, „Allerdings macht sich ja Mancher hinter dem Bierkrug und Cham- N breit mit seiner Freisinnigkeit und thut groß mit seinem iberalismus, aber fordert nur ein kleines Opfer von ihm, um seine Gesinnung dur Thatsachen zu beweisen, und ihr könnt sehen, wie die weit vorgestreckten freisinnigeu Fühlhörner in das Schneckenhaus des Philisterthums und der Engherzigkeit sich zurückziehen.“ Die Elberfelder Zeitung begegnet den Schmähungen, welche die Mannheimer Abendzeitung bei dieser Gelegenheit gegen die gemäßigte und besounene deutsche Presse richtet, durch folgende Er-= wiederung : „Jhr jammert, daß Eure politishe Meinung keinen Anklang beim deutshen Volke finde, und schiebt mit ungemein liberaler S elbstshäßung die

Polnische Literatur.

Ueberseßungs-Bibliothek ausgewählter Schristen der modernen polnischen Literatur. Berlin, C. G. vou Puttkammer.

Es wurden bisher einige Versuche gemachk, die neuere polnische Roman- Literatur in die deutsche Lejewelt einzuführen, von deren Neigung für Pro- vufte des Auslandes man sich hinsichts der polnischen Belletristit um so größere Erwartungen stellte, als dieselbe ein neues, frisches, mit der deut- hen Cigenthümlichkeit in gewissem Kontrast stehendes Clement und eine ungewohnte Anschauungsweise der geselligen Zustände gewähren sollte. Die Erfolge dieser einzeln stehenden Versuche entsprachen jedoch den gehegten Erwartungen nicht und führten zu dem Glauben an die Werthlosigkeit der polnischen Belletristik , welchen die ersten Uebersezungen in Frank- reich und Deutschland zu verbreiten geeignet waren, Diese Prä- sumption schien in gewisser Bezichung nit unbegründet und wird gerechtfertigt durch die Verschiedenheit des Geschmacks zwischen dem heutigen Polen und dem Auslande. Während dort in jedem \hriftstellerishen Produkt sich die Nationalfrage in den Vordergrund drängt und jedes fast aussließlich eine Paraphrase individueller, in den Verhält- nissen der Gegenwart wurzelnder Ueberzengungen ist, also beim Leser éîne ge- naue Bekanntschast mit diesen Verhältnissen vorausseßzt, neigt man sich ím Auslande gern dem geselligen Leben höherer Kreise zu und unterhält sich am Jndividuum, ohne an allgemein menschlihen oder volksthümlichen Richtungen zu haften. Während die polnische Literatur von der Natur ihres Bodens ihre Bilder entnimmt und den \chlihten Landmann als ihr Jdeal einführt, sich mithin an der Simyplizität der Unkultur genügen läßt, wählt die Literatur des, Auslandes die Menschen der höchsten Sphäre oder die Repräsentanten der niedrigsten Leidenschaften zum Gegenstande und ab- strahirt von ursprünglich natürlichen Zuständen, Diesen Gegensaß haben die ersten Ueberseßer polnischer Schristwerke nicht erwogen, und ihre Ver- \uche, diese in Deutschland zur Kenntniß zu bringen, mußten deshalb miß- Iingen. Sie begannen mit der Uebersegung von Czajfkowski's Werken, die zwar dem Polen einiges Jnteresse einflößen, von dem Deutschen aber weder nachgefühlt, noch verstanden, noch mit Wohlbehagen gelesen werden kön-

nen, Es war also wohl zweckmäßig , aus der neueren Romantik (denn die ältere, sogenannte tlassische Literatur eignet sich gar nicht zur Uebertragung in fremde Sprachen) eine solche Auswahl zu tressen, wodur den mit den polnischen geselligen Verhältnissen nicht Vertrauten instruktive Unterhaltung verschafft und eine Darstellung geboten wird, welhe mit Uebergehung aller individuellen und patriotischen Gefühle die bloße objektive Wirklichkeit fesselt. Aus diesem Gesichtspunkte scheint auch die Herausgabe der oben erwähnten Uebersezungs - Bibliothek hervorgegangen zu sein, Ihre bisher erschicnenen Theile, enthaltend: „Leben und S chidsale des edlen Fa ustin Felix Dodoschinski vonDodoscha“‘, lassen auf jenen Gesichtspunkt schlicßen, denn sie liefern treue malerische Skizzen der polnischen Gesellschast vor wenigen Jahrzehenden, welche si dur alle Sphären derselben zichen uvd ein an- \chauliches Bild des damaligen Lebens aller Stände, hauptsächlich des Adels, gewähren, Der Roman scheint, wie au in dem Vorwoit desselben angedeutet ist, zur Jusormation des Auslandes über polnische Gesellschafts- zustände geschrieben zu sein, und seinen Werth verbürgt nicht nur die Treue der Darstellung und die historische Wahrheit des Stoffs, sondern auch der Name des Verfassers, des Grafen und; vormaligen Professors Stkarbefk, dessen humoristishe Arbeiten sih in Polen eines ungemeinen Beifalls er- freuen. Alles ist bei ihm Leben und Natur, bewegt sich ruhig von selbst fort ohne Eingriffe, Sprünge und Gewaltthaten des Schreibenden und erfüllt den Leser mit derselben Harmonie, welche aus dem ganzen Vortrage hervorsieht, So weit unsere Kenntniß reicht , giebt es keinen literaturkundi- gen Polen, welcher niht der Meinung wäre, daß der Roman „„Dodoschinski““ sich am meisten unter allen polnischen zur Uebertragung in fremde Sprachen eigne. Wir können diese Meinung nur bestätigen, da wir ebenfalls glau- ben, daß den Ausländern weder an dem poetischen Gewimmer der polnischen Lyrik, noh an den romantishen Steckenpferden ihres Patriotismus etwas liegt, sondern an fkernigen objektiven Bildern aus dieser unbekannten Welt, __ Faustus isst gewissermaßen der polnishe Don Quixote, eine populaire Figur, welche den Ritterstand ihrer Zeit repräsentirt und persiflirt, indem sie selbs alle Stadien desselben durchläuft, um zuleßi nah allen Ueber- rashungen des Glückfs und allen Schlägen des Unglücks an jenem Stande

selbst unterzugehen, dem sie seit der Geburt anhing und sich opferte. Jn der Ursprache hat der Roman binnen kurzer Zeit drei Auflagen erlebt,

Neuer Schlamm- Vulkan.

Im Gouvernement Charkof, drei Werste von dem Gute Buniakowka auf dem Wege in das Do1f Raiitnaja, bemerlte man am 7, April d. J, an eincm 80 Faden hohen Abhange eines Berges, wo bisher der Boden ganz eben gewescn, eine ungewöhnliche Erhöhung. Am 14, April zeigten sich auf derselben Stelle Erdspalten und Erdfälle, die den ganzen Berg- Abhang durchfurchten. Aus diesen Spalten und aus den Hügeln wird gelbe, weiße, eisenblaue und rothe Thonerde ausgeworfen, wodurch theils Anhäufungen, theils Vertiefungen entstanden sind; aus lehteren fließt reines Wasser, Diese Ausbrüche gewinnen täglih mehr an Umfang und haben bereits einen Raum von 50 Faden Länge und 30 Faden Breite eingenommen,

(St, Petersb. Ztg.)

Vermischtes.

Am 25, August, als dem Tage, an welchem Herder 1744 zu Moh- rungen geboren wurde, wird zu Ehren desselben eine Festlichkeit in K ö- nigsberg veranstaltet. |

Aus Düsseldorf vom 2, Juli meldet die dortige Zeitung: „Gestern Abend traten die hier lebenden Künstler im Becferschen Saale zusammen, um den im vorigen Jahre bereits vorgeschlagenen Künstler -Verein zu gegenseitiger Unterstüßung zu bilden und das von einem Ausschusse unler dem Vorsiß des Herrn Direktor von Schadow entworfene Statut festzustellen, Schon in diesem Beginn zeigte es sih, wie irrig die öffent- liche Meinung ist, welche sich über die gegenseitigen Beziehungen der âlte- ren und jüngeren Künstler und diejenigen in der Akademie zu denen außer derselben gebildet, indem alle in gleichem Maße mit derielben Jnteresse Antheil nahmen.“

Der köln i\ch e Männer - Gesangs - Verein wird dieses Jahr bei dem großen Feste, welches die Société de la grande harmonie zu Brüssel giebt, und wobei die aachener Liedertafel bercits Siegerin geworden, ebenfalls konfurrirend auftreten. i

Berichtigung: Im Feuilleton der Nr. 184 der Allg. Preuß. Ztg. ist S. 1053, Sp. 1, Z. 15 v, u, statt „unchristlich'* zu lesen: u rchr ist li 4

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