1912 / 125 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

L österreic!G ungarische Minister d gerHol Be Wen iur Wel Ver engere de wie «Dr. von Bethmann weg mittags dem Reichs:

fanden dieser gegen Abend erwiderte €8 einen längeren Besuch 1

T aut Meldung des „W. T. Y.“ 5; ent in Newport (Rhode lan s S: M. S. Santa Crus. de Teneriffa und S. M. S. "Fg her

Hankau eingetroffen. S

Elsaß-Lothriu

L gen.

der Zweiten Kammer hes i

a fu Be Mel de Sn «M dee Lo ronung land, von drei Mitgli ü :

e o a ieg der Faiserlihen Tab Abz orbethilfen, ommission zur Verteilung

Der Kaiserli s ir die Zusammenseßung dieses Veirats Und dee luer hatte

on eine Verordnung erlassen { Mie „W. T berichtet, drüdte ber

Gehen sei, ohne

“ahrt worden wären, daß ihre O sechs Metern der iperde: Es et ganz und „gar ni<t angän ig, lieder der Ersten Kammer hineingewählt ree und drei Sach erständige, die überhaupt dem Landtage nit angehören. Es- fet nôtig e Les ile R Ne Angelegenheit in fo E iger edigen könnte, wesha S üf :

g Häftzordnungékommission zu übeiw n sei O Prüfung der

die Vertreter des Lothringer eisen fei. Ibm [lossen sh

1 Blods, der S t

a Leb liberalen Demokraten an. Der R etri wollte de Vertücung des Statihalters als ein Ent- gegenkommen aufgefaßt wissen. Mit dem Budgetre<t habe die Sache ni<ts zu tun. Demgegenüker erklärten die Abgg, Wetterls, Emmel und Dr. Scott

e es liege ei i

legung des e der Kammer vor. Der Gi N Freiherr Zorn von Bu lach meinte, die Debatte wolle. darauf hinaus, cinen Zwist ¿wischen der Erxekutive und der Legiélative berbei- ufähren. Die Erste Kammer habe das gleihe Necht wie die Zweite Kammer, in der Kommission tätig zu sein. “Er hoffe, daß man, no< zu einer Verständigung gelange. Troß der Mahnung des Präsidenten Dr. RiElin, die Debatte zu \ließen, bestand das Haus auf einer weiteren Aussprache, an’ der sih die Abgg. MWetterlé, Dr. Schott, Hauß, Peirotes fowie der Staats- a Bee Is Bu von E 39 U Die Abgeordneten e e LWcetinung, daß hier di cu ngeseßli - acen fei. g le Reglerung urgeseßlich vor- Die Kammer nahm sließli< einen Antrag an, die An- elegenheit einer Kommission zu überweisen, wogegen die egierung keinen Einspruch erhob. i

Oesterreich-Ungarn.

Der Ministerpräfident Lukacs beantwortete in der gesirigen Sißung des ungarischen Abgeordnetenhauses die Jnterpellation über den Generalstrei? und führte nah dem Bericht des „W. T. B.“ aus:

Den Vorwand zum Generalstreik bat die Verweigerung der Er- laubnis, eine Kundgebung vor dem Parlament zu veranstalten, ge- liefert Die Pclizei hat die Abhaltung vieler Volksversammiungen in ges{lossenen Räumen gestattet, sie hielt es aber nicht für zulässig, daß eine Versammlung von 50000 erregten Vienschen einen Dru aus die Volksvertretung autüben dürfe. Aub kann ih es nit gelten lassen, taß als Ursade des Generalstreiks die Haltung der Regierung zur Wahlreform bezeichnet werde. Erst vor einigen La as ih erklärt, daß ih die Verpflichtung zur Curhführung zer Wablreform für die Pegietudg vollkommen anerkenne und daß pit entschlossen sind, diese Frage selbflverständlih auf Grund unserer leberzeugung baldigst zu lôsen. Es will mir scheinen, daß die sozial- demokratische Pa1teileitung eire Kraftprobe veranstalten wollte, um E R (p Pub aufaufrischen. Ob dieses Ziel erret@t worden 1 L L ntt, aber 34 in 0 Ut e die Sache. des Sorischeitis dur ift meive volle Ueberzeugung, hat. &ænn ui:maud, der ein Freund des Fertscritts der demo?ra- tien Entwicklung ist, wird {G mit f G s die ihre Grundsäpe durch Raue 2 en Elementen verbinden,

! Branbsliftung kundgeben. Was tie Maßnahmen der Regierung 'betrift" 1 ie afiee der

Polizei und Gendarmerie au<h Mihtär in Anspru e- nommen worden. Nachdem “auß die h!esige L Genie nit genügte, wude au<h aus dec Provinz Militär

Budopecit gerufen. Cs können jeden Augenbli® neh weitere R stärkunzen herangezogen werden. J will nun nc< das Moment der Verantwortlichkeit berühren, Es erscheirt mir unerläßlich, den unverantwortlihzn Faktoren gegenüber, die über vtele Taujende von Menschen mit E Md verfügen, auf die Ver- ntwortlichkeit hinzuweisen, daß fie die Folgen füc j Mißbrd

ibrer Führergewalt zu tragen bes DREES gen Jür jeben Mißbrauh

E Haus nahm von der Zuterpellationsbeantwortung Kenntnis. :

Der Abg. Julius Kovacs (Bauernpartei), der bei der Präsidentenwahl die Urne vom Tisch geworfen hatte, wurde ‘zur Ausschließung für 380 Sißungen und der Abg. Andreas Nath (Justhpartei) wegen Widerseßlichkeit gegen den Präsidenten zur Ausschließung für 8 Sizungen verurteilt. Der Abg. Barabas (Kossuthpartei) beantragte die Ungültigkeit der Wahl des Präsidenten des Abgeordnetenhauses Grafen Tisza wegen Verlezung der Hausordnung.

Gestern abend ist zwischen sämtlichen oppositionellen

arteien des Abgeordnetenhauses, der „Neuen Freien Presse“ zufolge, ein Einvernehmen erzielt worden, das si auf alle aftuellen politischen Fragen, so namentlih auf die Frage des Mehrgeseßes und der Wahlreform, bezieht. Jn der Frage der Maßhlreform kommt der Siandpunkt der nunmehr vereinigten Opposition dem Standpunkt der Regierung sehr nahe. Be- züglich der Wehrreforin nimmt die Opposition einen Stand- punkt ein, der deren „Erledigung in absehbarer Zeit er- möglichen würde. Die Führer der Sozialdemokraten sind mit den Abmachungen einverstanden, die im Laufe des heutigen Tages [riftlich niedergelegt und von den Führern der Par- teien unterschrieben werden.

Frankreich.

Der Senat hat gestern, wie „W. T. B.“ meldet, die Beratungen über den Kommissionsbericht, betreffend die zu den Liquidationen der aufgelösten Kongregationen ge- machten Erhebungen, beendet. Die Verhandlungen hatten lange vor den Osterferien begonnen. Nach der Erklärung des Unter- staatssekretärs im Ministerium des Jnnern Morel ist die Re- gierung entschlossen, in bezug auf die Kongregationen voll- ommen im Sinne der Geseße zu verfahren. Der Senat nahm

ßern Graf

dicse Unruaßen nicht gewonnen*-

mit 203 gegen 56 Stimmen die vom Berichterstatter Regis- mandet und dem Präsidenten der Kommission Emile Combes vorgeschlagene Resolution an, in der die Erklärungen der Regierung gebilligt werden.

_— In der Deputiertenkammer widmete gestern der Präsident E seinem Vorgänger Brisson einen warmen Nachruf und forderte dann die Kammer auf, die Wahlreform nell durchzuführen und die Diskussion des Budgets zu be- \hleunigen, um den dringenden Reformen mehr Zeit widmen zu können. Deschanel sagte sodann, obiger Quelle zufolge, man solle ein mächtiges Heer und eine mächtige Marine als gleihbedeutende Faktoren in den Dienst einer friedfertigen auswärtigen Politik stellen, um Frankreih in Europa den Rang zu sichern, der ihm nach einer Vergangenheit von 15 Jahr- hunderten voll Arbeit, Tapferkeit und Ruhm zukäme.

Ftalien.

Der Ministerpräsident Giolitti- hat eine Hilfs- kommission für die aus der Türkei Ausgewiesenen ernannt, die ihnen Arbeit verschaffen und den Bedürftigsten Unterkunft gewähren soll. Jn ganz Jtalien sind, wie „W. T. B.“ meldet, private Sammlungen für die Ausgewiesenen eingeleitet worden. Gestern sind 230 Ausgewiesene an Bord des „Senegal“ in Neapel eingetroffen und von einer großen Menge begeistert begrüßt worden.

Jn der Deputiertenkammer wurde gestern, obiger Quelle zufolge, bei der Beratung über die Wahlreform ein Antrag Carcano, betreffend Aufhebung des Artikels über die Entschädigung dèr Abgeordneten, mit 288 gegen 41 Stimmen abgelehnt. - Sodann seßte der Unterstaatssekretär des Aeußern di Scalea in Erwiderung _auf eine Anfrage des Abgeordneten Libertini eingehend die L ja auseinander, die die Regierung zur Unterstüßung der Einschiffung von den aus der Türkei aus- gewiesenen talienern ergriffen habe. Er er- wähnte ferner, daß die Hafenbehörden angewiesen seien, bei der Ankunft der Ausgewiesenen für Unterkunft der Bedürftigen zu sorgen und ihnen Arbeit zuzuweisen, und sandte im Namen der ganzen Kammer den Ausgewiesenen seinen Gruß, die unverzagt die shmerzlihe Maßnahme auf sih genommen und sih dadurch ihres italienishen Namens würdig gezeigt hätten.

Türkei.

__ Die Pforte hat gestern, wie „W. T. B.“ meldet, an die deutshe Botschaft eine Note gerichtet, in der sie mit- teilt, daß die Regierung infolge des Beschlusses des Ministerrats die Ausweisung der in der Türkei lebenden Jtaliener innerhalb von 14 Tagen nah dem Tage der Veröffentlichung des Erlasses ie Gabe habe. Ausgenommen von der Aus- weisung find die Geistlichen, Witwen und Arbeiter. Auch die Unternehmer bei den Eisenbahnbauten werden von der Aus- weisung nit betroffen werden.

Der Minister des Jnnern Hadji Adil hat, obiger Quelle zufolge, den Vorschlag des Walis von Uesküb, die Ver- handlungen mit den Albanern abzubrechen und eine Militär- aktion eintreten zu lassen, abgelehnt. Der Minister wird troß der Schwierigkeiten versuchen, eine Verständigung herbei-

zuführen. Dänemark.

Gestern hat die feierlihe Beiseßung des verstorbenen Königs Friederich in der Domkirche in Noskilde stattgefunden. Vor der Ueberführung der Leiche des Königs von Kopenhagen nach Roskilde wurde, wie „W. T. B.“ meldet, in der Schloßkirche eine Trauerfeier abgehalten, an der die Koniglice Familie, die fremden Fürstlichkeiten, die Missionen und Militär- abordnungen teilnahmen. ah Beendigung der Feier hoben Offiziere den Sarg vom Katafalk und trugen ihn unter Chorgesang aus der Kirche. Unmittelbar hinter dem Sarge folgten der König und die Königin-Witwe, darauf die übrigen Anwesenden. Der Sarg wurde bis zur Station Christiansstraße getragen. Auf dem Wege dorthin bildeten Soldaten und Kriegervereine mit ihren Fahnen Reihen. Die Damen folgten dem Sarge im Wagen, während die Herren zu Fuß gingen. Auf der Station Christiansstraße wurde der Sarg in einen Eisenbahnwagen, der in eine Leichenkapelle umgewandelt war, gestellt. Nachdem die Teilnehmer des Trauergefolges im Zuge Plaß genommen haiten, seßte sih dieser langsam nah Roskilde in Bewegung, wo er um 11/5 Uhr eintraf. Unter den Klängen eines Chorals seßte sih der Trauerzug vom Bahnhof na< der Domkirche in Bewegung. An der Spiße ritten Dragoner, es folgten Feldartillerie und Jnfanterie. Hinter dem“ Sarge kamen die Fürstlichkeiten. Jn der ersten Reihe schritten der König mit seinen beiden Söhnen, der König von Schweden, der König der Hellenen, der König von Nor- wegen, dann folaten die übrigen Herrschaften. Die Damen be- gaben si<h zu Wagen nach der Kirche, die auf das pracht- vollste mit s{hwarzem und weißem Stoffbehang und Blatt- pflanzen geshmüd>t war. Der Trauerzug mit der Riede des Königs bewegte sih nah seinem Eintreffen vor der Kirche in der vorgeschriebenen Ordnung dur den Mittelgang, wo der Sarg auf den Katafalk gehoben wurde. Darauf nahmen die Königlichen Herrschaften Play. Die Trauerfeier wurde eingeleitet dur<h Choralgesang, worauf der Hofprediger Paulli die Trauerrede hielt. Mit Chor- und Solo- gesang schloß die Feier. Während sd die ganze Ver- sammlung erhob, wurde der Sarg in die Kapelle Frieorichs R getragen. Die Königlichen Herrschaften folgten dem Sarge. Nachdem dieser auf seinen Plaß gestellt war, \prah der Hof- prediger Paulli ein Gebet. Unter Orgelklängen verließen die Königlichen Herrschaften die Kirche und kehrten nah kurzem Aufenthalt im Palais nah Kopenhagen zurü.

Amerika. Nach Meldungen des „W. T. B.“ aus Cuba seßen die

aufständishen Neger die Plünderungen fort. Eine Bande hat einen fleinen Ort an der Zweigbahn der Cuba-Eisenbahn nah

‘Bayamo angegriffen. Vor der Ankunft der Truppen aus San

Louis ist es in der leßten Nacht zu vielen Ausschreilungen ge- ommen. Heute sind zwei ameritanische Läden in dem Dorfe San Marco bei Guantanamo geplündert worden. Alle Zucker- fabriïen in Chaparra, Santa Lucca und anderen Orten der Provinz Santiago sind infolge der Negerrevolte geschlossen worden und werden bewacht. Die Lage in der Provinz Santiago ist sehr ernst. Die Empörer haben die Eisenbahnen und Telegraphen an verschiedenen Orten zerstört. Die Weißen der Ostprovinz haben, von Panik ergriffen, in den Städten Zuflucht gesucht. :

Asien.

Nach einer Depesche der „St. Petersburger Telegraphen- Agentur“ meldete der Khan von Kotur Simko dem

Gouverneur von Salmas, daß am 20. d. M. 400 türkische" Fußsoldaten und Kurden zwei Ortschaften um- zingelt, die Landstraße beseßt und den Bewöhnern den Ausgang versperrt “hätten. Er habe seine Kurden“ gesammelt und sei im Eilmarsh den Ortschaften zu. Hilfe geeilt. Es habe“ fich ein Feuergefeht entsponnen, bei dem er 6 Mann verloren und 4 türkische Soldaten gefangen. genommen habe. Die Türken hätten darauf das persische Gebiet verlassen. ' Afrika.

Gestern ist ‘der General Lyautey in Fes eingetroffen. Wie „W. T. B.“ meldet, begrüßte El Mokri den Géneral als Vertreter des Sultans drei Kilometer vor der Stadt und gab ihm zu Euren ein Frühstü>, bei dem Lyautey auf das Wohl des Sultans und- auf das Gedeihen des Landes trank. El Mokri erwiderte, indem er Lyautey willkommen hieß. Der * Sultan wird Lyautey heute in Audienz empfangen.

Jn der vorgestrigen Nacht wurde von mehreren hundert Aufständischen ein Angriff auf Fes unternommen, der jedoch leiht abgeschlagen wurde.

Wie die „Agence Havas“ aus Mogador vom 23. d. M. , meldet, haben die in der Nachbarschaft von Tarudant und Tisnit wohnenden Stämme, die M. für Mohamed Hiba er- klärten, die Paschas dieser Städte \hriftli<h aufgefordert, die Europäer auszuweisen. Bisher ist es zu keinem Gemwaltakt gekommen. “Der Pascha von Tisnit seßte die Europäer der Stadt von der Doerung der, Stämme in Kenntnis. “Die Europäer boten darauf Geld, das au<h angenommen wurde.

Nach einex von „W. T. B.“ verbreiteten Meldung aus Oran greift die dur< die Aufstellung des Verzeichnisses der gestellungspflihtigen Eingeborenen hervorgerufene Gärung in der Umgebung von Tlemcen und Nemours immer mehr - um sich. Die Ne Behörde hat die Nachricht erhalten, daß die horigen Bergstämme zum Aufstand entschlossen seien N eine Geldsammlung Veramtaltet haben, um Munition zu aufen.

Î Der Kommandantder türkishenStreitkräfte bei Be nghafi - meldet, dem „W. T. B.“ zufolge, unterm 23. Mai, fünf italienische Bataillone mit 2 Gebirgsgeschüßen und 2 Maschinen- * gewehren hätten den Paß Beni Eitam, im Süden von Frua, in der Nähe der tunesishen Grenze, angegriffen, seien jedoch bis in ihre Verschanzungen zurügetrieben worden. Sie hätten viele Zelte und Munition zurü>gelassen: Die Türken und Araber hätten 8 Tote und 20 Verwundete.

Statiftik und Volkswirtschafr.

Zur Arbeiterbewegung.

Die im Verband der Friseurgehilfen Deutschlands organisierten Friseurgehilfen Berlins und der Umgegend beschlossen, wie hiesige Blätter berichten, vor kurzem in einer zahlrei besuchten Mit- gliederversammlung, in den Geschäften, wo ehedem der Tarif anerkannt wurde, jedo, der neue Tarif ni<t bewilligt ist, die Arbeit sofort niederzulegen. Die unterschristliche Anerkennung des neuen Tarifs ist in rund 500 Geschäften erfolgt.

In Frankfurt a. M. bes{<loß, „W. T. B." gufolge, eine gestern vormittag von 4000 ausständigen Metallarbeitern be- suchte Sach S d die Nürnberger Bedingungen anzunehmen. Es wird fomtt. die sbstündige Arbeitszeit bei einer Lohnerhöhung von 2 A für die Stunde eingeführt. Die Arbeit wird nähsten Mittwoch

wieder aufgenommen. Der Metallarbeiteraus\tand ist somit beendet (vgl. Nr. 122 d. Bl.).

Aus Duisburg berichtet die „Rh.-Westf. Ztg.": Eine Ver- sammlung von Führern der Rhetnschifferbewegung am Mittwoch hatte beschlossen, den Rheinschiffern den Abbruch des Auósstands vorzuschlagen. Gestern fanden in Katlsruhe, Straß- burg, Mannheim, Frankfurt, Nierstein, Ober- wesel, Caub, Cöôln und Duisburg Versammlungen der Ausständigen statt, in denen in geheimer Abstimmung insgesamt etwa etn Viertel für den Abbruh und drei Viértel für Weiterführung des Ausstands eintraten. Da jedo für die Weiterführung des Aus- stands eine Vierfünftelmehrheit notwendig gewesen wäre, ist der Aus- stand als beendet anzusehen. Die streikenden Rheinschisfer werden von ihren Organisationen aufgefordert, die Arbeit sobald wie. möglich wieder aufzunehmen. (Vgl. Nr. 121 d. Bl.) E A

Der Ausstand auf der Kruppschen Germaniawerft in Kiel ist, wie die „Köln. Ztg.“ erfährt, beendet. Die Ausftändigen be- {lossen mit 17 Stimmen Mehrheit die Wiederaufnahme der Arbeit. Die Werftdirektion gewährte eine Lohnzulage. (Vgl. Nr. 121 d. Bl.)

Die organtsierten Flußmaschin isten Hamburgs beschlossen, wie der „Köln. Ztg.“ telegraphiert wird, weil die Hafenbetriebsvereinigun hinsichtlich der Arbeitszeit keine weiteren Zugeständnisse machen will, die Verhandlungen abzubre<en, den ihnen angebotenen Tarif abzu- lehnen und sofort in den Ausstand einzutreten.

Ein Teil der Arbeitershaft Budapests (vgl. Nr. 124 d. Bl.) hat, wie „W. T. B.“ berichtet, der Aufforderung ter Partei- leitung, zur Arbeit zurüdzukehren, niht Folze geleistet, ‘es sind dies hauptiäcblih die ausgesperrten Metall- und Eisenarbeiter, die, als sie in den Fabriken nicht Einlaß erhielten, große Aus\chrei- tungen verübten, Straßenbahnwagen umstürzten und die Calvarienkirche - verwüsteten. Es fam gestern wieder zu heftigen Zusammenstößen zwishen Polizei und Unruhe- stiftern, wobei zahlrei<he Personen verwundet wurden. Die Ruhestörer feuerten von Berste>ken aus mitRevolvern. Der Verkehr todte in den betroffenen Stadtteilen. Die Bureaus der Glektrizitäts- gesellschaft wurden von etwa 500 Ruhestörern angegriffen. Das Militär und die Gendarmerie mußten immer wieder in Tätigkeit treten. Auf der Aeußeren Waißener Straße zerstreute eine Schwadron

usaren eine starke Gruppe von Ruheltörern, die in ein nahegelegenes

aus flüchteten. Die Schußleute drangen in das Haus ein, onnten aber nur na< heftigem Widerstand Danrs vornehmen. Achtzehn Personen wurden dabei verleßt. m Nachmittag trat Ruhe ein, nachdem infolge der Vermittelung der Regieruna die Fabrikanten, die die am allgemeinen Ausstand tetl- nehmenden Metallarbeiter au8gesperrt hatten, erklärt hatten, die Aus- sperrung zurücknehmen zu wollen. Gegen Abend sind auf der Aeußeren Waitzener Straße neuerdings Ausschreitungen verübt worden, wobei 140 Personen verhaftet worden sind. Die Ruhestörer waren vielfach mit Revolvern und Messern bewaffnet und mit großen Steinen ver- sehen, mit denen sie die Schußleute bewarfen. Jn einigen Provinzstädten ist der cintägige allgemeine Ausstand ohne ernsie Ruhestörung verlaufen. Die Aufnähme der ausgespertten Arbeiter in den Fabriken is für Dienstag na< Pfingsten festgeseßt. Heute herrs Stu Nuhe. Die Stadt hat thr gewöhnliches Aus- ehen wiedergewonnen. : A Der Ausstand im Londoner Basen hat sich, wie „W. T. B. meldet, bisher nit auf das ganze Hafengebiet ausgedehnt; an dem oberen Teil der Themse ist der Ausstand nur teilweise durh- eführt. Ein Teil der Do>arbeiter und Fuhrleute hat die Arbeit ni<t niedergelegt. Die Entwi>lung der Ausstands- bewegung wird si< erst nah den Feiertagen übersehen lassen. Ler Auéstantsunterauës<uß hat gestern nahmittag eine Entschließung gefaßt, die den Transportarbeitern in Landesteilen außerhalb Londons empfiehlt, keine Schiffe zu laden oder zu entladen, die vonf London nah anderen Orten gewiesen worden sind. Diese Entschließung ift eine Folge des Gerüchts, daß eine Anzahl Schiffe von London nah Hull und Southampten abgelenkt worden seien. (Vgl. Nr. 124 d. Bl.)