1901 / 195 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

E E E ie E E E E E L E

M unt gu P

Zur Ausgabe En en: i a. 3590 Stü>k Schu doers(GeeViinsen zu je 2000 M b. 575 "u " M 1000 "” C. 450 4 [4 4 u 500 "” Die Auszahlung der Zinsen geschieht halbjährli<h zum 2. Januar und 1. Juli eines jeden Jahres. Die Schuld- verschreibungen sind seitens der Jnhaber unkündbar. Oldenburg, den 13. August 1901. Großherzoglich oldenburgishes Staats-Ministerium. NRuhstrat.

Königreich Preußen.

Seinc Majestät der König haben Allergnädigst geruht: die Negierungs-Assessoren Dr. jur. Wunsch in Stettin, Frommann in Magdeburg und Dr. jur. Heer in Breslau zu Negierungsräthen zu ernennen.

Ministerium der geistlihen, Unterrichts- un d Medizinal-Angelegenheiten.

Der bisherige Lektor der französishen Sprache Dr. Eugen Gaufinez zu Bonn ist zum außerordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Universität zu Bonn ernannt worden.

Ministerium für Landwirthschaft, Domänen und Forsten.

Die Oberförsterstellen Sadlowo im Regierungsbezirk Königsberg, Ludwigsberg im Regierungsbezirk Posen, Seg e- berg im Regierungsbezirk Schleswig, Wardböhmen“ im Regierungsbezirk Lüneburg und Dhrone>en im Regierungs- bezirk Trier sind voraussihtli<h zum 1. Oktober 1901 ander- weit zu beseßen.

Hauptverwaltung der Staatsschulden.

Ea ta U

Die Zinsscheine Reihe Il Nr. 1 bis 20 zu den Schuldverschreibungen der Preußischen konfoli- dierten 3prozentiaen Staats-Anleihe von 1891 über die Zinsen für die Zeit vom 1. Oktober 1901 bis 30. Sey- tember 1911 nebst Erneuerungéscheinen (Anweisungen auf die folgende Reihe) werden vom 2. September 1901 ab von der Kontrole der Staatspapiere hierselbst, Oranienstraß: 92/94, geöffnet Vormittags von 9 bis 1 Uhr, mit Ausnahme der Sonn- und Festtage und der l ten drei Geschäftstage jedes Monats, ausgereiht werden.

Die Zinsscheine sind entweder bei der Kontrole der Staatspapiere am Schalter in Empfang zu nehmen oder dur<h die Regierungs - Haupitkafsen jowie in Frankfurt a. M. dur< die Kreiskasse zu beziehen.

Wer die Empfangnahme bei der Kontrole selbft wünscht, hat derselben persönli oder durh einen Beauftragten die zur Abhebung der neuen Reihe berehtigenden Erneuerungs- scheine (Zinsschein-Anweisungen) mit einem Verzeichnisse zu übergeben, zu welhem Formulare ebenda und in Hamburg bei dem Kaiserlitzen Postamt Nr. 1 unentgeltliß< zu haben sind. Genügt dem Einreicher eine numerierte Marke als Empfangsbe)ceinigung, so ist das Verzeichniß cinfah, wüns<t er eine ausdrüd>lihe Bescheinigung, \o ist es doppelt vor- zulegen. Die Marke oder Empfangsbescheinigung is bei der Ausreichung der neuen Zinsscheine zurüczugeben.

Durch die Post sind die Erneuerungsschheine an die Kontrole nicht einzusenden.

Wer die Zinsscheine durh eine der obengenannten PBrovinzialkassen bezichen will, hat derselben die Erneucrunas- scheine mit einem doppelten Verzeichnisse einzureihen. Das eine Verzeichniß wird, mit ein sehen, soglei<h zurü>zeqgcben und ist bei Aushändiguna der Zinsscheine wieder abzuliefern. Formulare zu diesen Verz:ich- nissen sind bei den gedachten Provinzialkassen und den von den Königlichen Regierungen in den Amtsblättern zu bez*ich nenden sonstigen Kasscn unentgeltlich zu haben.

Der Einreichung der Schuldverschreibungen b-darf es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die Er- neuerungescheine abhanden gekommen sind: in |! sind die Schuldverschreibungen an die Kontrole der Staats papiere oder an eine der agcnannten Provinzialkaïsen mittels beso nderer Eingabe einzureichen.

Berlin, den 12. August 1901.

wupiverwaltung der Staatsschulden.

D O DLGECT.

Evangelischer Ober-Kirchenrath

Der in die Pfarrstelle rath, Superintendent und lab Tao s V A han ¿ WOßian, Biozeje Vanziger Werder, own ats T1 (A V) ay der Diozeje Cöln- Land 1,» Negieru worden

VULVL

F alta 2-Cii0mMm

f Pfarre A Hr I Cape

è Konhtjstorial- bisher in uverintendenten

V igsbezirk Potsdam, bestellt

Angekommen:

Seine Excellenz der Staats-Minister und Minister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten von Pt | vom Urlaub

Abgereist:

Seine Excellenz der Unter-Staatssekretär im qur Handel und Gewerbe, Wirkliche Geheime mann, mit Urlaub:

Ministerium Nath Lo h-

Seine Excellenz der Unter-Staatssekrelär im Ministerium fur Landwirthschaft, Domänen und Forsten, Wirkliche Geheime Rath Sternebera, mit Urlaub.

Nichkamkliches.

Deutsches Reicde<.

Preußen. Berlin, 17. August.

Seine Majestät der Kaiser und König hörten im Schlosse Wilhelmshöhe gestern Vormittag den Vortrag des Vertreters des Auswärtigen Amts, Gesandten von Tschicschky und Bögendorff.

In der Zeit vom 1. April 1901 bis zum Schluß des Monats Juli sind im Deutshen Reich folgende Einnahmen (einshließli<h der freditierten Beträge) an Zöllen und gemeinschaftlihen Verbrauchssteuern sowie andere Einnahmen zur Anschreibung gelangt:

Zôlle 168 588 109 6. (gegen das Vorjahr + 6 755 509 46), TZabacksteuer 3594 446 s (— 5273 M), Zu>ersteuer und Zuschlag 31058230 # (— 10161133 M), Salzsteuer 13 976 444 M6 (— 143 853 M6), Maischbottichsteuer 2003 218 M. 241 641 M), Verbrauchsabgabe von Branntwein und

ushlag 40873720 # (+ 564086 M), Brennsteuer ‘1309 M (— 327 021 S), Brausteuer 12014375 M (+ 278550 M), Uecbergangsabgabe von Bier 1245 645 M. (— 121 233 MÆ), Summe 273 352 878 M. (— 3 402 009 A6). Stempelsteuer für: a. Werthpapiere 5018573 M (— 8 080319 M), b. Kauf- und sonstige Anschaffungsgeschäfte 4788 613 6 (— 198813 M), c. Loose zu: Privatlotterien 2127 656 6 (+ 489 063 M), Staatslotterien 8 200 499 M a 3996990 M), d. Shiffsfrahturkunden 252 856 M. + 159 875 6); Spielkartenstempel 383 874 M (— 23888 M). Wechselstempelsteuer 4 449 061 M (+ 170 067 44).

Die zur Reichskasse gelangte Jst - Einnahme, abzüglich der Ausfuhrvergütungen und Verwaltungskosten, beträgt bei den nachbezeihneten Einnahmen: Zölle 152383756 M. (+ 3549561 6), Tabadsteuer 3 527 782 M6 (+4 36 725 M), Zukersteuer und Zuschlag 30 877 727 M. (— 7 639314 M), Salzsteuer 14 933 707 s (— 342337 M), Maischbottichsteuer 4253 669 M (— 1155636 6), Verbrauchsabgabe von Branntwein und Zuschlag 39 219 899 M. (+ 3502852 M), Brennsteuer 1 308 (— 327 020 6), Brausteuer und Uebergangsabgabe von Bier 11 268 323 M. (+ 132 421 M), Summe 256 463 555 M. (— 2242 748 M). Spielkarten- stempel 531 430 M (+ 493 M).

Der Präsident des Hauses der Abgeordneten von Kröcher ist nah Vinzelberg zurückgekehrt.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Wolf“, Kommandant: Kapitänleutnant Louran, am 15. August in Loanda angekommen.

S. M. Schiffe „Jrene“, Kommandant: Fregatten- Kapitän Gildemeister, und „Gefion“, stellvertretender «Kommandant: Kapitänleutnant Weniger, sind am 15. August in Aden eingetroffen.

S. M. S. „JFltis“, Kommandant: Korvetten- Kapitän Sthamer, ist gestern in Macao angekommen.

S. M. Flußkanonenboot „Vorwärts“, Kommandant: Oberleutnant zur Sce von Weise, ist am 5. August in Ztschang eingetroffen und am 10. August weitergegangen.

Sachsen-Meiningen. Seine Hoheit der Herzog ist mit Gemahlin am 15. August von Meiningen zu längerem Aufenthalt na< der Salett-Älpe am Königsee abgereist.

Hamburg.

Jhre Majestät die Königin von Großhritannien und Jrland traf mit Jhren Königlichen Hoheiten der Prin zessin Victoria von Großbritannien und dem Prinzen Nicolaus von Griechenland gestern Abend in Hamburg ein und reiste mit Höchstdenselben nah einer Meldung des „W. T. B.“, heute Vormittag auf der Yacht „Osborne“ durch den Kaijer Wilhelm-Kanal nah Kopenhagen weiter.

Deutsche Kolonien. Der Regierungsrath Dr. Stuhlmann ist, dem „Deutschen Kolonialblatt“ zufolge, nah 6!/,monatiger Abwesenheit, von

N Ì Tara ldi S «t 4 9 Y N | der RKuiturabtlheilung des Gouvernements von

dbielsfi, |

h Niederländis<-: und Britisch

{rüd>lfehrend, mit dem N

J A

seiner Studienreise nad Indien c ihs-Pojtdampfer „König“ in Dar- Saläm eingetroffen und hât die leitenden Geschäfte bei Deutsh-Os

afrika wieder übernommea.

Der Oberleutnant Förster ist am 10. Zuni d. J. in Campo (Kamerun) eingetroffen und hat an Stelle des er fransten Hauptmanns Engelhardt die Leitung der astronomischen Beobachtungsarbeiten der Südkamerun-Grenzerpedition übernommen Der Kaiserlihe Gouverneur von die Missionew des Schußgebiets das amoanishen Gouvernementsblatt“ vom

aut ä d, d C Ö m ora lid Nundichreiben erlassen:

Samoa hat folgende, im

D

K u D S

Eo L L

I; e (

der Billigkeit einen sofortigen samoanischen Schulen nicht eintreten

ien zur Anpassung an die veränderten ift gewährt worden ist, bestimme ich nun- F. ab die Unterribtsfprache in den Schulen i he ift und daß im übrigen außer e in den Lehrplan dieser

ning in Form einer

fen bei Zuwiderband-

s Vertrauen, daf die

zirt Seite gestanden

ouverncments Genüge

legung des Begriffs „Schulen für die Ein-

jede ih die Auffassung des Gouvernements dabin bekanni. Ausnahme der deutshen Schule, der Malifaschule, der

Maristens<hule in Mulivai und der S{hwesternshule für weiße Mädchen in haltenen Schulen unter diefen Begri : fiäti Den Empfang dieses Nundschreibens bitte ih ergebenst zu be. ätigen.

Am 1. Juli d. J. ist im Schußgebiet von Samoa die deutsche NReihsmarkwährung eingeführt worden.

Oesterreich-Ungarn.

In Prag wurde vorgestern eine Sißung des Vollzugs- Ausschusses der deutsh-fortshrittli<hen Landtags: Abgeordneten abgehalten. Ein über deren Verlauf aus. gegebenes Communiqué deg, wie die „Wiener Abendpos berichtet, Folgendes: Der Vollzugs-Aus\huß der deuts; fortschrittlichen Landtags- Abgeordneten faßte, nahdem er die inner staatliche Lage und die für die Deutschen in Böhmen maßgebenden Verhältnisse einer eingehenden Erörterung unterzogen hatte, einmüthig den Beschluß, daß die Partei die Bebeliauea an der Landtagswahlbewegqung ohne Rüksiht auf eine etwaige Einbuße einzelner Mandate mit allem Nachdru> fortzuseßen habe. Die Verpflichtung hierzu liege der Partei in um so höherem Grade ob, als die in jüngster Zeit von alldeutsher Seite ausgegebene Losung, das Verlangen nach administrativer Zweitheilung fallen zu lassen und durch die Germanisierung der czechishen Bevölke- rungsmehrheit die Bahnen zu cinem Anschlusse an das Deutsche Neich zu ebnen, sich nicht nur als praktish undur<führbar er- weise, Pondeen auch die Stellung des Deutshthums sowohl im Lande als auch im Reiche dringend zu gefährden geeignet sei und daher eine möglichst ausgiebige Vertretung jener durch die Fort- schrittspartei stets hohgehaltenen und bisher von allen Stammesgenossen gebilligten Grundsäße doppelt nothwendig erscheinen lasse, nah welchen eine Besserung der der: zeitigen Lage der Deutshen in Böhmen nur dur thunlichste Sonderung und Selbstverwaltung zu erzielen sei. Hierauf wurden die Wahlaussihten für alle einzelnen deutschen Landtags-Wahlbezirke der Reihe nah unter Berücksichtigung der eingezogenen Erkundigungen und eingelangten Berichte geprüft und wurde festgestellt, daß dieselben durchaus nicht so ungünstig ständen, wie sie hie® und da in den leßten Tagen dargestellt worden seien. Für 25 von den gegenwärtig im Be- siß der Fortschrittspartei befindlichen 41 Landtagsmandaten wurden die Kandidaten als bereits feststehend erachtet, und bezüglih anderer Wahlbezirke wurde die Fortseßung der cin: geleiteten Verhandlungen be chlossen. N

Großbritannien und Frland.

Dér Kronprinz des Ut NEN Reichs und von Preußen ist, nah einer Meldung des „W. T. B.“, gestern früh in London eingetroffen. Zum Empfange waren auf der Victoria-Station Mitglieder der deutshen Botschaft er- schienen. Seine Kaiserlihe und Königliche Hoheit stattete im Laufe des Tages mehrere Besuche rein privaten Charakters ab und besichtigte den Tower und die Westminsterabtei.

Jn der gestrigen Sißung des Unterhauses erschienen der Redakteur und der Verleger des „Globe“, die wegen des in diesem Blatte gegen die iris<hen Mitglieder des Hauses er- hobenen Vorwurfs der Bestehlichkeit auf Grund eines vor- gestern gefaßten Beschlusses vor die Schranken des Hauses ge laden worden waren. Sie sprachen ihr Bedauern aus und thaten Abbitte für jene Bezichtigung. Auf Verlangen Fohn Redmond's, dem die Abbitte niht genügte, widerriefen sie noch die Beschuldigung. Dann beschloß das Haus auf Ar- trag des Chef-Sekretärs des Lord-Leutnants von Jrland Gerald Balfour einstimmig, daß die Vorgeladenen, da sie die Privilegien des Hauses verleßt hätten, vom Sprecher ver warnt werden sollten. Dies geschah, und damit war der Gegensiand erledigt. Der Unter-Staatssekretär des Aus- wärtigen Amts Cranbourne theilte darauf mit, daß, wie die Regierung vernehme, das Abkommen, welches die Gesandten in Peking den hinesishen Bevoll mächtigten vorzuschlagen beschlossen, bestimme, daf der Zolltarif mit dem Saße von 5 Prozent niht vor zwe Monaten nah der Unterzeihnung des Protokolls in Kraf treten soll, und daß Waaren, die innerhalb 10 Tagen nah dem Datum der Unterzeihnung nah China abgegangen sind, von der Zollerhöhung noch nit betroffen werden sollen. Falls dieses Abkommen zu Beschwerden Anlaß geben sollte, werde die britishe Regierung erwägen, ob man nicht durch ein weiteres Abkommen solhen Beschwerden gere<ht werden könnte. Sodann legte der Staatssekretär für Jndien Lord Hamilton das Budget für Jndien vor und führte aus, der Uebershuß des NRechnungsjahres 1900/01 betrage 1 500 000 Pfd. Sterl., der Ueberschuß des Jahres 1901/02 werde auf 1 800 000 Pfd. Sterl. geschäßt; diese Ziffern bewiesen die Solidität der Finanzen und die Fähigkeit Indiens, sich von der Hungersnoth zu erholen, und seien au<h ein Beweis für den wirthschaftlihen und materiellen Fortschritt des Landes. Das Ziel der Politik der Regierung von Indien sei die Ver mehrung der produktiven Quellen des Landes; er hoffe, daß in wenigen Jahren der Ertrag der Kohlenproduktion sih ver doppeln werde. Die Regierung habe es si< au< zur Aufgabe gemacht, das Eiscnbahnneß und die Bewässerungsarbeiten 0 weit wie möglih zu entwi>eln. Im weiteren Verlaufe der Sihung genehmigte das Haus die dritte Lesung der Militär bauten- und der Marinebauten-Bill.

Frankreich.

Das „Amtsblatt“ veröffentlicht heute, wie dem „W : aus Paris gemeldet wird, die Dekrete, betreffend die geil!! lihen Genossenschaften. Diese Dekrete sind von einem Reskript an den Präsidenten der Republik begleitet und von dem Minister des Unterrichts Leygues in Vertretung de G wesenden Minister-Präsidenten und Ministers des Junnern Walde>-Rousseau unterzeichnet. E

Zum Nachfolger des am 18. September in den Ruhestand tretenden General-Gouverneurs von Paris Florentin ist nah dem „Echo de Paris“ der General Duchesne au x ersehen. Dieser werde bis zum 70. Lebensjahre im alktivFEn Dienst bleiben können, da er die geschlihe Bedingung, Pp dem Feinde kommandiert zu haben, in Madagaskar erf habe.

3 l

ai A

Î

Bulgarien.

Die „Agence Bulgare“ erklärt, wie „W. T. B.” Sofia meldet, die dur< eine Zeitungspolemik entstand Gerüchte von Meinungsverschicdenheiten E dem Mini} Präsidenten Karawelow und dem Minister des Auswärti Danew für unbegründet. Zwishen den Mitgliedern Kabinets herrsche volle Einigkeit.

Savalalo sämmtliche ge E in Samoa unter, allen

“Amerika.

Jn Chicago hielten gestern Nachmittag 4000 Jren eine Versammlung ab, in der, wie das „Reuter sche Bureau“ berichtet, heftige Reden für die Freiheit Jrlands ehalten wurden. Michael Davitt erklärte, für jeden Dollar, Le in den Vereinigten Staaten von Amerika für die irische Sache gezeichnet sei, werde Jrland in der Heimath fünf geben.

Der Redner sagte ferner, er halte die Buren für unüberwind--

lih. Jn einer anderen, am Abend abgehaltenen Versammlung wurde eine Resolution gefaßt, in welher das Vertrauen u dem Patriotismus der Vertreter der irishen Sache in Srland sowie Bewunderung und Theilnahme für die Buren ausgesprochen werden. O'Donovan Rofsa und andere Redner befürworteten Gewaltmaßregeln zur Sicherung der Freiheit Frlands. Man . sollte die bedeutendsten Städte Englands in Brand ste>en, um eine günstige Gelegenheit für eine Erhebung Jrlands zu schaffen, und man solle seine Rechte mit den Waffen vertheidigen. :

Asien.

Einer Meldung der „Times“ aus Peking vom gestrigen Tage zufolge ist, wie „W. T. B.“ aus London berichtet, das Friedensprotokoll in der Naht vom 15. zum 16. d. M. unterzeihnet worden. Drei Edikte seien no<h zur Ver- vollständigung des Protokolls erforderli, und zwar cin Edikt über die Bestrafung der Beamten, welche in der von den Ge- sandten aufgestellten Liste namhaft gemacht sind, ein zweites über die vorläufige Einstellung der Prüfungen und ein drittes, Ie für zwei Jahre die Einfuhr von Waffen und Munition verbietet.

Aus Tientsin meldet der „Standard“, day ein bir- manishes Regiment bereit sei, nah Peking abzu- gehen, um die nah Jndien zurückkehrenden Radschputs zu erseßen.

Der General Voyron und die Offiziere des fran- ösishen Expeditionskorps in China hielten sich auf der Rückreise nah Frankrei einige Tage in Tokio auf. Sie waren dort, wie „W. T. B.“ berichtet, während dieser Zeit die Gäste der japanishen Regierung, welche ihnen zu Ehren glänzende Empfänge und Festlichkeiten veranstaltete. /

Afrika.

Der marokkanishe Kriegs - Minister, Kaid Mehedi el Menebhi, der als außerordentlicher Botschafter nah Groß- britannien und Deutschland entsandt worden war, hat, wie der „Times“ aus Tanger vom 12. d. M. berichtet wird, nominell wieder seine Amtsgewalt überrommen. Doch scheine es niht zweifelhaft zu sein, daß er seinen früheren großen Einfluß auf den Sultan niht mehr habe. Daß er in Ungnade falle, sei nur cine Frage der Zeit. Es würde jeßt hon der Fall gewesen sein, wenn der Sultan nicht davor zurü>geshre>t wäre, Großbritannien und Deutschland dadurch zu beleidigen, daß er ihn so bald nah seiner Rü>kkehr aus London und Berlin verhaftete.

Eine Depesche des britischen Ober-Befehlshabers in Süd- Afrika Lord Kitchener aus Pretoria vom gestrigen Tage meldet, wie „W. T. B.“ aus London berichtet: Der Oberst Gorringe hat am 13. August die unter Kruißinger stehenden Kommandos nördlih von Steijnsburg angegriffen und in Un- ædnung bis nahe von Ventersdorp getrieben. Die Kom- zandanten Cachet und Erasmus sind gefangen ge- nommen, erstecer ist tödtli<h verwundet. Andere Ab- theilungen unter dem General Fren< drängen den Feind shrittweise na<h Norden. Britishe Aufklärungsmann- shaften von Fren<h wurden in den Bergen bei Bethesda von einer überlegenen Burenmacht unter Theron umzingelt und waren ge;wungen, sich zu ergeben. Ein Mann ficl, drei wurden verwundet; unter den leßteren be- findet sih der Führer, Kapitän Bettelheim. Die Gefangenen wurden von den Buren wieder freigelasscn.

Dem „NReuter'shen Bureau“ sind noch folgende Meldungen us Bloemfontein vom 15. d. M. zugegangen: Der zu gJacobsdal’'s Kommando gehörende Feldkornet Oosthuizen ist gefallen. Die südaustralishen Bushmänner hatten bei einer Farm ein Gefe<ht mit 50 Buren; 5 Buren fielen, 17 wurden verwundet, von denen jedo<h 8 entkamen. Am 11. August verwi>elte die Kap - Polizei nördli<h vom Modderfluß 40 Buren in ein Gefecht; die Buren ver- loren 3 Todte und verschiedene Verwundete; 6 wurden ge- fangen genommen. Die Engländer hatten 2 Todte und ( Verwundete.

Aus Durban erfährt dasselbe Bureau, das Buren Kommando des Generals Botha befinde sih in der Umgebung von Mondweni (?). Eine Streitmaht unter dem General Kitchener marschiere gegen ihn. Man glaube, daß der Feind durch diese Bewegung nah dem Zululand gedrängt werde.

Statiftik und Volk&wirthschaft.

Zur Arbeiterbewegung. Der <ristli<e

E. Textilarbeiter-Verband in Krefeld veshloß, nah Mittheilung ter „Rh.-Westf. Ztg.*, in ciner vorgestern abgehaltenen Versammlung, folgende Lohnforderungen zu stellen alterêstufen bis zu 18 Jahren 15 A wöchentlih, von 18—21 gadren 18 M, von 21—24 Jahren 21,60 M, von 24—30 Jahren 24 (M Ferner wurde beschlossen, den nur drei Stunden arbeitenden Sammetwebern des Verbandes wöchentlich 6 M, sowie den Schererinnen 5 #4, sofern sie unverheirathet, und av M, Jofern sie verheirathet oder Wittwen sind, auëzuzahlen. Cbendaselb\st stellten heute etwa 50 in einer Av preturfabrik be- lGâftigte Arbeiterinnen ihre Thätigkeit ein, weil die von ibnen Jetellte Forderung einer 15 °/%igen Lohnerhöhung sowie der Ent- Mung der arbeitswilligen Sammetscherer niht bewilligt worden war vergl. Nr. 194 d. BL). , In Rom lehnten, dem „W. T. B.* zufolge, die aussländigen Pferdebahnbediensteten vergl. Nr. 194 d. Bl.) die ihnen tens der Direktion gemachten Zugeständnisse ab und beharrten im autitande Aus Joliet (Illinois) meldet dasselde Bureau vom gestrigen Je, daß 4 Gruppen des vereinigten Stahblarbeiterverbandes er Aufforderung Shaffers, in den Ausstand zu treten, Folge geleistet + wodur< 3000 Personen betroffen worden sind (vergl. Nr. 194

| Um für diee UntersuGungen gewissermaßen eine

|

Kunft und Wissenschaft.

V. Internationaler Zoologen-Kongreß, Berlin 1901. AE, A. F. Der Donnerstag - Vormittag war den Sektions- Sitzungen gewidmet.

In der Sektion für Allgemeine Zoologie (Plenarsaal im Neichstag8gebäude) sprach Professor Dr. L.Schenk-Wien über das in den leßten Jahren viel erörterte Thema: „Die Methode der Geschlechtsbestim- mung bei dem Menschen“. Der Redner las seinen Vortrag ab, indem er einleitend betonte, e3 fomme ihm bei der starken Anfeindung, die er erlitten, darauf an, den Wortlaut seiner Mittheilungen zu fixieren. Die Grundlage seiner Ansichten wurde, wie er ausführte, dur That- sachen geschaffen, welche er in langjährigen Beobachtungen an Thieren gesammelt habe, zuerst {hon im Beginn der 1860 er Jahre an felbst gezühteten Seidenschmetterlingen, deren Brut bei mangelhafter Er- nährung immer mehr männliche, als weiblilße Individuen ergab, fo- daß wegen Mangels an Eiern die Zucht eingehen mußte. Diese Er- scheinung war dem Vortragenden lange räthjelhaft, bis er in einem Buch von Gerhard Nohlfs las, daß in Afrika in von Hungersnoth heimgesuhten Gegenden bei den Geburten das männliche Geschlecht stets überwiege. Gleihe Beobachtungen würden ebendort nach Kriegen gema<ht, wo wegen Mangels an Männern die Frauen härter als gewöhnli arbeiten müssen, körperlih herunterkommen und dann überwiegend Knaben gebären. Daß in Wahrheit die Erzeugung männlicher Individuen bei nicht zu reichlicher Ernährung der Mutter erfolge, will der Vortragende dann an zahlreihen Thierversuchen und endlih au< in befreundeten Familien, beim Menschen in 39 Fâllen, von denen nur zwei versagten, festgestellt haben. Seine Methode der Beeinflussung des Geschlechts des künftigen Individuums baut h deshalb auf einer Beeinflussung - des StoffweGsels bei der Mutter auf. Die theoretishe Frage, ob jedes Ei im Ovarium {hon auf ein bestimmtes Geshleht veranlagt sei oder nicht, bleibt dabei ganz aus dem Spiele. Im ersteren Falle wäre anzunehmen, daß bei geeigneter Ernährung der Mutter nur männliche Eichen der Befruchtung zugäng- [ih seien, im anderen, daß Befruchtung gegebenen Falls nur im männ- lihen Sinne erfolgen könne. Wichtig ist, wie immer man die Frage ansieht, die Forderung, die Ernährung der Frau dur Minderzufuhr eiweißhaltiger Subftanzen schon zwei bis drei Monate vor der Konzeption zu beeinflussen und sie bis in die ersten zwei Monate der Schwangerschaft fortzuseßen. Das Verfahren stellt daher eine Art von Abmagerungs-, nicht Entfettungs-Kur dar. Zur Förderung des Eiweißzerfalles im Körper können au therapeutische Mittel, wie Schilddrüsen-Ertrakt, dienen. Eine Beantwortung der Frage, ob eine Einflußnahme au<h auf die Bildung weibliher Individuen möglich sei, lehnt Professor Schenk vor der Hand ab. Der Vortrag {loß mit Mittheilungen über eine große Reihe von Versuchen an Thieren und Menschen, -.die bei den zuhörenden Fachgenossen lebhaftes Interesse erwe>ten. Jn der ih anschließenden, sehr angeregten Diskussion wurden s{werwiegende Einwände gegen die Ansicht Schenk's erhoben und namentlich an der Fortsezung jener Abmagerungs- kur in den ersten zwei Monaten der Shwangerschaft s{arfe Kritik geübt. Alle angeblichen Erfahrungen über das Geheimniß der Be- fruchtung, z. B. daß die größere physishe Tüchtigkeit der Mutter im Vergleih zum Vater der Geburt von Knaben zu Statten komme und umgekehrt, daß bedeutende Altersunterschiede zwischen den Ehe- gatten der Erzeugung von Mädchen förderlih seien und dergleichen, seien unhaltbar vor der wissenshaftli<hen Prüfung und würden durch die überwiegende Zahl der Ausnahmen erdrü>t. So werde es auch der Schenk’\hen Theorie ergehen. Dagegen bleibe rihtig, was Darwin über diese Frage gesagt hat: daß \si< auf unbekannten Wegen die Natur in großem Umfange selbst helfe, um das Gleihmaß wieder herzu stellen, wenn aus irgend einem Grunde das Verhältniß zwischen männlichen und weiblihen Geburten gestört sei. Die mangelhafte Grnährung der Mütter, welhe vom Vortragenden zu einem System erhoben werde, sei ein höchst gefährlihes Experiment und werde, wenn sie je Aussicht bätte, in größerem Umfange ausgeführt zu werden, in no< höherem Verhältniß nervenkranke Frauen ergeben, als sie jetzt {hon vorhanden seien. Dem Nuten, den im * Fall seiner Nichtigkeit Professor Schenk's System in Fragen der Thronfolge oder für Majorate haben könnte, \tebe eine fur<tbare Gefahr gegenüber bei Einführung der Theorie in die Praxis. Professor Schenk verwahrte sich diesen leßteren Bemerkungen gegenüber zwar da- gegen, daß die Wissenschaft bei Ergründung der Wahrheit vor etwaigen unliebsamen, fozialen Folgen Halt zu machen habe: aber einer seiner Gegner antwortete ihm mit der Frage, ob die Wissenschaft wobl ein Recht zu so gewagten Experimenten an Menschen habe. Professor Schenk möge erst an Thieren, wie Hunden und Affen, seine Ermitte- lungen auf eine andere Basis stellen als die jeßige, durchaus unge- nügende. Zu einer Spezialdiskussion führte no< die aufgeworfene Frage, ob an der Nauve das künftige Geschlecht des ausgebildeten Insekts erkennbar sei. Dur Professor E>stein- Eberswalde und lr, Staudinger wurde die Frage für cine große Anzahl von Raupen bejaht.

Ein verwandtes Thema behandelte der näbste Redner, Herr Wedekind-Berlin, der über Parthenogenese (Jungfernzeugung) ei bei Krebsen und Insekten häufig beobachtete Entwickelung F ohne vorhergehende Befruchtung, )prah. Zwar wird tum neuerdings überhaupt bezweifelt und angenommen, sich WBefruchtüng nicht nachweisen lasse, fie d) Form eines sekundären, aus der ges{le{Gtlihen Fortpflanzung bliebenen Anrcizes vorhanden sei. Der Vortragende siebt Annahme nur eine unbeweisbare Vermuthung und bält die zenese für die ursprünglihe Zeugungsform, von der Ans gehend, daß die Geschlechtsstoffe hon im Ei vorbanden "ei den Urzeiten, als die nicderen Thiere entstanden seien, babe die Erde beim Ueberwiegen ibrer eigenen Wärme gegen die Einstrablung von der Sonne nur den Sommer gekannt, und Parthenogenese finde außerhalb des Sommers überhaupt nicht statt. Für diese Ansicht spreche auth, daß die im Wege dieser Zeugung entstehenden Thiere bei den niedrigsten Thierklassen autschließlihß das Ges{hlet der Mutter hâtten, während erst bei Ameisen, Wespen, Fliegen beide Geschlechter vorkämen, also eine aufsteigende Entwickelung „Ueber die Höhe des Vogelzuges auf Grund aërona Beob- achtungen" sprach sodann der Leutnant im 2. Garde-Ulanen-Regiment F. von Lucauus. Der Redner bat ih dankenêswerthen Aufgabe unterzogen, die deutschen Cufschiff Vereine aëronautis<hen Institute zur Beobachtung ps V bei ibren Ballonfabrten aufzufordern. Er fand zegenkommen und hat im weiteren eine Anleitung zur mit beigefügtem Fragebogen ausgearbeitet und die betreffenden Körver schaften geneigt gefunden, die letzteren von Fall zu Fall auszufüllen. bistorishe Basis gewinnen, hat der Vortragende ferner bei nambaften Luftschiffern

| frage nach bereits vorhandenen Erfahrungen und Beobachtungen geh:

und folgende interessante Thatsachen gesammelt: Professor Hergesell- Straßburg sah bei 3000 m Erhebung cinen Adler unterhalb des Ballons und begegnete bei einer zweiten Fahrt in geringerer Höhe 1wei Störchen und einem Bufsard. Der Hzuptmann Weber sah bei 1900 m ei Lerhe, Dr. Süring bei 1400 wm einen Zug Kräben oder Raben. Größere Mengen Vögel fand er indessen stets in der relativ niedrigen Höbe bis zu 400 m. [Auf ciner Fahrt im Februar wurden vier Grünfinken mitgenommen, um sie in verschicdenen Höhen flicgen zu lassen. Der erste bei 800 m ausgesetzte Vogel flog {nell binab, der zweite, bei 1000 m auf den Korbrand gesetzt, umfkreiste den Ballon mehrfah und ging dann im Zi>za>fluge zur Erde. Zwei bei 00 und 1100 m auëgesezte Vögel kbenabmen \ih wie C Vier Wochen später wurden zwci Bluthänflinge und «

init hinaufgenommen und die erstere bei 1200 wm,

3000 m fliecgen gelassen. Da si der Ballon in allen

di>en Wolken befand, umkreisten ibn die Hänflinge zuerst eine -

wobei der erste eine kurze Stre>e weit gegen den Wind flog ( dur eine Lü>ke in den Wolken die Erde sahen und {nell binab shossen. Ebenso that die Lerche. Es geht daraus bervor, daß

Í IITC

oberhalb einer Wolkende> die Vögel hilflos sind und zu ihrer Orientierung des Ueberbli>s über die Erde be- dürfen. Ganz ähnliche. Beobachtungen hat der Hauptmann von Sigsfeld an dem Verhalten der Brieftauben gemacht, welche in Nebel und unfihtigem Wetter ganz unsicher sind und das ihnen nac- gerühmte Ahnungsvermögen nicht besitzen, fondern sih an der Geftalt der Erdoberfläche orientieren. Die beste Fernsiht besißen sie, wie auch die Luftschiffer, bei 1000 m, wo die Gegenstände auf der Erde noch deutlich erkennbar find; deshalb gehen fie au<h nit über 1000 m hinaus. Bei 1600 m ließ Hauptmann von Sigsfeld vier Brieftauben fliegen. Sie waren vom Ballonrande nur mit Gewalt zu vertreiben und ließen si<h dann mehrere hundert Meter herabfallen, ehe sie die Flügel entfalteten. Wahrscheinlih war bei 1600 m die Luft:\{on zu dünn, um den Tauben das Fliegen zu gestatten. . Der Vortragende {ließt aus allen diesen Mittheilungen, daß si<h mit geringen Aus- nahmen der Vogelflug nicht über 800—1000 m erhebt, daß aber no< weitere Beobachtungen nöthig sind, um über die Einflüsse der Tem- peraturverhältnisse und manches Andere klar zu sehen, so auch über die Ge- wohnheit vieler Bögel, ihre Züge nur 1 der Nacht zu machen. In der \i<h anknüvfenden Debatte empfahl der Professor Dr. Blasius, als Versuchsthiere so ausgezeichnete Flieger wie die Schwalbea 1mit- zunehmen, und {lug eine Resolution im Sinne der Bestrebungen des Leutnants von Lucanus vor, wonach der V. Internationale Zoologen- Kongreß diese Untersuchungen für sehr werthvoll erahtet und sie ein- hließli< des Fluges von Insektens<hwärmen den Luftschiffern und der Helgolander biologishen Anstalt, der leßteren namentlich um die Zugzeit, anzustellen empfiehlt. Die Resolution fand einstimmige Annahme. Auch wurde ein Wunsch geäußert, die Luftschiffer möchten Versuche darüber anstellèn, bei welcher Luftwärme die Vögel über- haupt noch fliegen können.

Aus den sehr vortragsreihen Sitzungen der anderen Sektionen sind folgende Mittheilungen von allgemeinerem Interesse: Herr Blaauw -Haag \prah über die Zuht der Eiderente. Herr JIijima- Tokio schilderte ein in Japan ausgebildetes System von Grundangeln zum Fang von Grundthieren der japanischen Meere, die an echten Tief\eethieren sehr rei< sind. Aus einem Vortrage des Königlichen Forstmeisters a. D. A. Nörig- Frankfurt a. M. über Hirschgeweihe ging hervor, daß die Vorfahren unserer Hirsche geweihlos waren, wie die neugeborenen Hirschkälber es noch heute has Ihnen dienten im Serxualkampf die starken Ober- fiefer-C>zähne. Eine neue Kampfmethode erzeugte Stirnbeinfortsäße und unmittelbar folgend das Geweih. Dieser Vorgang svielte sich in der jüngeren Tertiärzeit ab.

Die dritte allgemeine Sitzung fand am Donnerstag, Nach- mittags um 2 Uhr, im 1. Chemischen Institut statt. Der Geheime Regierungsrath, Professor Dr. Möbius eröffnete die Sizung mit der Verlesung mehrerer, von den Sektionen angenommener Resolutionen, die einmüthig vom Kongreß gutgeheißen wurden. Den Vorsitz übernahm darauf Professor Delage - Paris; als Vize - Präsidenten fungierten die Herren Antipa - Bukarest, Blanc - Lausanne, Ehlers- Göttingen, Jjima-Tokio, Mac Murrih aus Ann Arbor (Michigan), Pelsencer-Gent und Stirling-Adelaide. Den ersten Vortrag hielt Pro- fessor E. Poulton-Orford über „Mimicry und natürliche Auswahl“. Die vorgeführten ausgezeichneten Lichtbilder gaben eine höchst anschau- lihe Vorstellung von den Aenderungen, welche die Schmetterlinge einer und derselben Gattung erfahren haben, um sie mit solhen Schußfarben zu versehen, die sie in der besonderen Umgebung und gegen besondere Feinde unsihtbar machen. Be- kanntlih wird diese Erscheinung dadur< erklärt, daß #< nur die so geshüßzten Individuen im Kamvyf ums Dasein zu behaupten wußten. Jit die Erklärung zutreffend, dann hat die Natur, nah diesen Serien von Bildern zu s{ließen, eine höchst eingehende und [iebevolle Auswahl zur Erhaltung der besonderen Arten getroffen. Ein eindru>svolles Pendant dazu gab eine Tafel mit Schmetterlingen, die in ihrem glänzenden Farbens<hmu> der Vortheile dieser BVer- mummuüng nicht theilhaftig sind und sih deshalb in zerfeßtem Flügel- gewande zeigten. Zweiter Vortragender war Professor W. Patten aus Hannover in den Vereinigten Staaten, der über den Ursprung der Wirbelthiere sprah. Der Redner suchte durch einen Bergleihß im Einzelnen zwischen den festen Theilen einer Anzahl von Gliederthieren mit solchen der Wirbelthiere den Uebergang von der einen zu der anderen Gruppe von Thieren zu erläutern. Die betreffenden Bilder waren vortrefflih gewählt und manchmal frappant in den Aehnlichkeiten zwischen den in Vergleich gestellten Thieren. Sodann gab Professor Dr. N. von Zograf aus Moskau eine dur<h gute Photographie veranshaulihte Darstellung der hydrobiologishen Forschungen und der vier biologischen Stationen Rußlands. Jn der Diskussion nahm der Geheime Regierungsrath, Professor Dr, Il 0 biu ) das Wort um auf den hoben Werth acrade dieser Forshungen hinzuweisen und eine Resolution zu emp!ehlen, die der russischen Negierung die gründliche Fortseßung diefer Unter \uhungen im Interesse der Wissenschaft empfiehlt. Die Resolution

id einstimmige Annabme. Professor r. A. Pizon- Paris gab eine von interessanten Bildern Darstellung jeiner Methode zur Erfors{hung und Begleit läng gewisser, nur in Kolonien zusammenwohne1 trylliden, Distaglien und Diplosomen.

Züchtung folher Thiere auf gläfernen Platten oder in Gläsern

alle 3 oder 4 Tage erfol )hotograpbierung

hat eine Kolonie von rylliden vom 1. Febr

Mai begleitet, îin wel<her Zeit Generatic

\ T1 vi

Neumann eite vom Rothen téführlide Schilderung der

» T T T 1 tht ommcnen ä Ï ItCchi

u den un Europa gekommen i von mauhen Thiergat der Absicht aus zubringen. L

aber geho

begaun am T m

rungasratbh, Dro- Mittheilungen,

mig gewährten An- e wadrend rmincicgie

D