1901 / 197 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Land- und Forftwirthschaft.

Saatenstand und Ernte in Oesterreih um die Mitte des Monats August 1901.

Nach dem in der „Wiener Zeitung* vom 18. d. M. veröffent- fihten Saatenstands- und Ernteberiht des Ackerbau-Ministeriums trat in der zweiten Juli-Woche, mit Ausnahme Tirols, wo die Witterung während des ganzen Monats vorherrschend regneris blieb, beständiges, warmes, trockenes Wetter ein. Die Temperatur stieg successive und erreichte gegen Ende des Monats an einigen abnorm heißen Tagen den Höhepunkt. In den leßten Juli-Tagen stellten fich in der nördlichen, östlihen und zum theil auch in der mittleren Länderzone ein Wetterumschlag ein, welher vielfah Gewitterregen und heftige Hagelschläge brahte. Die erste Hälfte des August war in diesen Gebieten reich an Niedershlägen, heftigen Guß- regen, Wolkenbrüchhen und starken Hagelschlägen. on diesen Wetterunbilden wurden namentlich einige Gebiete Böhmens, Galiziens und Tirols \{wer betroffen, wo Hochwasser durch Verschlämmung der Felder bedeutenden Schaden ver- ursachte. In Nieder-Oesterreih, Mittel-Mähren, Krain, Küstenland, Dalmatien, Steiermark und dem angrenzenden Theile Kärntens herrshte auch während der ersten August-Hälfte meist heiße, trockene Witterung, welche durch einige chwächere Gewitterregen nur wenig emildert wurde. Die im Juli herrschende heiße, trockene Witterung esleunigte die Reife der Halmfrüchte, sodaß dieselben niht selten fast gleichzeitig schnittreif wurden. Während das noch im Monat Juli geschnittene Getreide vornehmlich Roggen infolge des günstigen Erntewetters gut eingebracht werden konnte, wurde ein Theil der Ernte anfangs August mit Ausnahme der Länder, in welchen Trocfenheit herrschte, durch regnerishe Witterung vielfach verzögert und unterbrochen. :

Die Ernte des Roggens, welche mit Ausnahme höberer Lagen fast überall beendet ist, hat in einigen Ländern etwas schwächere Er- träge ergeben, als im Vormonat angenommen wurde. Hinsichtlich des quantitativen Ergebnisses lieferte die diesjährige Roggenernte im großen Durchschnitt gutmittlere Erträge; bloß in Galizien ift der Ernteerfolg im östlichen Landestheile, wo die Probedrusche Ee Enttäuschungen brachten, ein schwamittlerer, im westlichen Landes- theile ein mittelmäßiger. In den übrigen Ländern ergab die Körner- \{üttung nah den Probedruschen mit Ausnahme jener Gebiete, in welchen die Körnerbildung durch absolute Trockenheit beeinträchtigt wurde, zumeist befriedigende Resultate. Ju Nieder- und Ober-Oesterreih und vielen Gebieten Böhmens, Mährens und Schlesiens, wo die Blüthe- zeit bei günstigster Witterung verlief, wird die Qualität des Produkts gelobt. Die Stroherträge des Roggens find von den Halmfrüchten noch die günstigsten.

Auch die Weizenernte, welche zumeist beendet wurde, ergab niht überall die erwarteten Resultate. In vielen Gegenden Mährens ist der durch die Chlorops-Fliege und durch den Rost verursachte Schaden ziemli bedeutend und hat das Ernteresultat noch zuleßt un- günstig beeinflußt; auch in Galizien wurde das Ernteergebniß noch infolge verschiedener Schäden etwas hberabgedrückt. Im großen Durchschnitt wurden in den Alpenländern und in West-Galizien gut- mittlere, in Nieder- und Ober-Oesterreich gutmittlere bis mittel- mäßige, in Böhmen und S{hlesien mittelmäßige und in Ost-Galizien und Mähren mittelmäßige bis s{wachmittlere Ernten erzielt. Von den Stroherträgen ist man bäufig nicht zufriedengestellt.

Die Ernte der Gerste, welhe dem Ende entgegengeht, konnte in Nieder-Oesterreih allgemein gut eingebraht werden, während sie sonst bâäufig durch Negenfälle unterbrohen wurde. Der durhschnitt- lihe Ertrag der diesjahrigen Gerftenernte kann in den Alpenländern als gutmittel, in Nieder- und Ober-Oesterreich, Böhmen und West- Galizien als mittelmäßig, in Mähren aïs gutmittel bis mittel- mäßig und in Ost-Galizien als mittelmäßig bis \{chwach- mittel gelten. Die Qualität hat vielfah durch Beregnen gelitten und läßt auch in jenen Gegenden, in welchen in den legten Wochen nahezu vollkommene Trockenheit berrschte, viel zu wünschen übrig. Es fehlt jedo keineswegs an günstigen Ana über gute, belle Brauwaare. Der Schnitt des Hafers befindet sich theilweise noch in vollem Zuge und wird in Ost-Galizien etwas bessere und in den übrigen Ländern ähnlicbe Erträge liefern wie Gerste. In vielen Gebirgslagen wurde mit dem Hafer- und Gersteschnitt erst in den leßten Tagen begonnen. Die Stroherträgnisse der Sommer- saaten sind größtentheils ungünstig.

Naps, dessen Ernte beendet ist, wurde meist gut eingebraht und ist größtentbeils {on gedroshen. Die Erträge erbeben sich in Böhmen, Mähren, Galizien und Schlesien niht über das Mittelmaß und können nur in Nieder- und Ober-Oesterreih und Steiermark als gut mittel gelten. Jn einigen Gegenden Böhmens und Schlefiens wurde mit dem Rapébau bereits begonnen. Mais bat in einigen Ge- genden Nieder - Oesterreihs, Steiermarks, Dalmatiens und des Küstenlandes durch die anhaltende Trockenbeit gelitten und bedarf daselbst ausgiebiger Niederschläge. Im allgemeinen ist jedo der Stand schr günstig und berehtigt namentlich in der Bukowina zu den besten Ernteboffnungen Buchweizen konnte in Steier- mark und Krain infolge des Mangels an Feuchtigkeit oft nur s{hwer ankeimen und ift dort ungleihmäßig aufgegangen. Sonst verspricht die Frucht, welche gegenwärtig in voller Blütbe stebt, eine gute Ernte.

Lein läßt in den Alpen- und Ostländern und zum tbeil au in Ober-Oesterreih, Böhmen, Mähren und S{lesien zufriedenstellende Erntcergebnisse erwarten Spôtlein wird bäufig bessere Erträge ergeben als Früblein, welher gegenwärtig geerntet wird.

Die Heuernte wurde im Juli überall beendet und ist nur in Galizien, wo sie quantitativ bessere Resultate geliefert hat als im Vorjabre, und îin den Alpenländern, sowie in der Bukowina halbwegs befriedigend ausgefallen. Der durch die anhaltende Trockenheit bedingte Ernte-Ausfall beträgt in Nieder- und Ober-Oesterreid, Böhmen, Mähren und Schlesien ungefähr ein Drittel des vorjährigen Ernte- ertrages. Der zweite Kleeschnitt, welcher in den südlichen Distrikten meist mit gutem Erfolge beendet wurde und in den übrigen Ländern noch im Zuge ist, ergiebt in Böhmen bessere, in Nieder-Oesterreih und Steiermark infolge erste. In Ober-VDesterreih, Salzburg und lieferte die Ernte meist zufricdenftellende. in Galizien, der Bukowina und in Kärnten gutmittlere und in Mähren mittelmäßige bis \{hwachmittlere Er- gebnisse. Die Aussichten auf cine gute Grummeternte baben sich in Böbdmen, Ober-ODesterreih und zum theil aud in S{lesien wesentlich gebessert, während sie in Nieder-Oesterreih, Steiermark und den Karst- ländern erbeblih zurückgegangen sind. In den südlichen Ländern ist man bereits mit tem dritten Kleeschnitt deshäftigt. Die Alpenweiden stehen in diesem Jahre sehr günstig und siad gut bewachsen.

Die Trockenbeit war der Entwickelung der Hackfrüchte nicht so binderlih, als man befürchtete. Die Kartoffeln entwickeln ih mit Ausnabme einiger Gegenden Nieder-Oesterrcihs, Mittel-Mährens und

der Trockenbeit ungünstigere Resultate als der |

| Berlin 1 (2)

| Znin 1 (1), Witk

Steiermarks, wo sie durch Regenmangel zu leiden hatten, sehr günstig |

und lassen namentlich in Ernte erwarten. In Böhmen und Schlesien kamen die Nieder- {läge der lezten Zeit den Kartoffeln schr zu gute und haben manthe Schäden ausgeglichen. Frübkartoffeln, welche in nassen Lagen mitunter der Fäulniß unterworfen waren, ergeben fast überall gute Erträge

Die Zuckerrüben wurden in Nieder - Desterrcich und Mittel-

Mähren durch die Trockenheit in ihrer Entwickelung turüdgebalten | ‘n 4

und brauchen nothwendi a e Niederschläge. Böbmen haben sich die Zuekerrüben ü Séblesien günstig; auch in Mähren und Galizien ist der Stand der Zuckerrüben größtentheils zufciedenstellend. Die Futterrüben baben sich nah den leyten Niedershlägen sehr gebessert und weisen mit Ausnahme trockener Lagen cinen günstigen Stand auf. Die warme Witterung kam der Entwickelung des Weinstockes, sowie der Ausbildung der Trauben schr zu statten und hat auf die Qualität derselben einen günstigen Einfluß ausgeübt. Da der Trauben- anjay in den meisten Weingebieten günstig ist, kann mit Ausnahme Süûd-Tirols, wo sich die Ecnteaussichten infolge des starken Auftretens

Ober - Desterreih eine recht gute |

| Sachsen. Kreishauptm. Baugzen | Leipzig: Leipzig Stadt 1 (1)

|

der Peronospora und des Sauerwurmes verschlechterten, auf ein utes Weinjahr gerechnet werden. In einigen ngegenden Nieder-Oestérreichs, Süd-Steiermarks und Dalmatiens find “Nieder- schläge für die Reifeentwickelung der Trauben dringend noth- wendig. Besonders günstig ist der Stand der Weingärten in Krain. Die Trauben sind in der Entwickelung überall weit vorgeschritten -und gehen in den füdlihen Weingebieten der Reife entgegen. Peronospora ist der Trockenheit wegen und infolge der fleißigen Bekämpfung, mit Ausnahme Süd-Tirols, im agreen nicht fo stark aufgetreten wie im Vormonat. In einigen Weingegenden Nieder-Oefterreihs wurde die Reblaus konstatiert. Auch in dieser Periode fiel abermals viel Obst ab, sodaß befriedigende Erträge ziemli selten sind. Pflaumen und Zwetshgen geben strihweise zufriedenftellende Erträge; größten- theils sind sie jedoch mißrathen.

Ernteergebnisse and Saatenstand in der Bukowina.

Der Kaiserlihe Konsul in Lemberg berihtet unterm 12. d. M.: Weizen und Roggen weisen Mindererträge auf, insbesondere der leßtere wegen übermäßiger Nässe zur Blüthezeit und kalter Witte- rung; Gerste zeigte im Beginne der Vegetation ein ganz gutes Aus- sehen, litt aber stellenweise durch Frostshaden; Hafer läßt eine gute Mittelernte erwarten; Mais dürfte eine außerordentlich reihe Ernte ergeben, während die Erdäpfel zum großen Theile unter der Braun- fäule der Blätter leiden. ; Die Futterrüben stehen gut; Klee und Luzerne unterlagen in einzelnen Gegenden nah der 2. bezw. 3. Mahd dem Raupenfraß, der sie sowie auch die zum ersten Male in der Bukowina angebaute Zuckerrübe in Mitleidenschaft zog. Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen, Puffbohnen und Pferdebohnen ver}prechen eine gute Mittelernte. Das Wiesenheu wurde im Flaclande rechtzeitig eingeheimst und giebt einen entsprehenden Ertrag; reichlicher 1st derselbe bei den Wald- wiesen, deren Einheimsung in einigen Tagen zu gewärtigen ift.

Seidenernte und Seidenmarkt in Jtalien.

a Der Kaiserlihe Konsul in Turin berihtet unterm 13. vorigen Monats:

Die soeben beendete Seidenernte der vier Provinzen Turin, Novara, Alessandria und Cuneo hat, nach den im Umlauf befindlichen Schäßzungen, ein um ungefähr ein Fünftel geringeres Ergebniß ge- liefert als die vorjährige, während welcher 6 596 970 kg Kokons an den Markt gekommen sind. Die Produktion der grünen und weißen Kokons ist in starker Abnahme gewesen, dagegen in Zunahme diejenige der chinesishen und japanischen Kreuzungen und in leihter Abnahme gegen das Vorjahr die Produktion der einheimischen gelben Kokons.

Es sind im allgemeinen böbere Preise als im Vorjahre bezahlt worden, und haben sich die Minimal- und Maximalpreise, wie folgt, gestellt, nämlich für : grüne Kokons . 2, weiße res D chinesische Kreuzungen . 3,40 japanische L Ko einheimische gelbeKokons 3,20

50 Lire bis Lire für das Kilog ramm-

3

o - 4,

- 3,0 r - .

, 3,6 - S x 4,

Athen, 19. August. (W. T. B.) Regengüsse haben im Peloponnes erbeblihen Schaden in den Weinbergen an- gerichtet.

Winnipeg (Manitoba), 19. August. (W. T. B.) Nach dem Erntebericht der Regierung für August wird der Ertrag des Weizens auf 48 857 255 Busbels, Hafer auf 40 206 755, Gerste auf 6433 919 und die gesammte Getreideernte auf 95 497 949 Busbels geschäßt.

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrung &8- Maßregeln.

Türkei.

Der internationale Gesundheitêrath hat beschlossen, vom 18. d. M. an den ausgehenden Schiffen reine Patente zu ertheilen und die gegen Konstantinopel angeordneten Quarantäne-Maßregeln wieder aufzuheben. (Vergl. „Reichs-Anzeiger“ Nr. 118 v. I. d. M.)

Schweden.

Nach einer Bekanntmachung des Königlih \{wedishen Kommerz- Kollegiums vom 9. d. M. ist das Großherzogthum Mecklen- burg-Streliy als von Roß oder Springwurm (malleus humidus vel farciminosus) befallen erflärt worden.

Nachweisung uber den Stand von Thierseuchen im Deutschen Reih am 15. August 1901. (Nach den Berichten der beamteten Thierärzte zusammengestellt im Kaiserlichen Gesundheitsamt.) Nathstehend sind die Namen derjenigen Kreise (Amts- 2c. Bezirke) verzeichnet, in welhen Rcy, Maul- und Klauenseuche, Lungenseuche

| oder Schweineseuche (eins{l. Schweinepest) am 15. August berrsten.

Die Zahlen der betroffenen Gemeinden und Gehöfte sind leßtere in Klammern bei jedem Kreise vermerkt; sie umfassen alle wegen vor- bandener Seuchenfälle oder auch nur wegen Seuchenverdachts gesperrten Geböfte, in welchen die Seuche nah den geltenden Vorschriften noch niht für erloschen erklärt werden konnte.

Not (Wurm).

Preußen. Neg.-Bez. Königsberg: Fischhausen Bez. Marienwerder: Strasburg i. Westpr. 1 (1), tadtkreis Rega.-Bez. Frankfurt: Kalau 1 (1). Reg.-Bez. Schrimm 1 (1). Reg.-Bez. Bromberg: Schubin 1 (1),

Reg-Bez. Liegnitz: Bolkenhain Kreuzburg 1 (1), Beuthen 1 (2),

(1). Reg.-

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Posen:

1 (1). Rea.-Bez. Dp

| Zabrze 1 (1), Kattowiy 2 (3). Reg.-Bez. Arnsberg: Brilon 1 (1), | Belseakirhen Stadt 1 (1). Reg.-Bez. Wiesbaden

Westerburg 1 (1). Reg.-Bez. Koblenz: Ahrweiler 1 (1). Reg.-Bez. Düssel- dorf: Elberfeld Stadt 1 (1), Barmen Stadt 1 (1), Grevenbroich 1 (1). Rea.-Bez. Côln: Bonn 2 (2). Reg.-Bez. Trier: Saar- brücken 1 (1). Bayern. RNeg.-Bez. Schwaben: Augsburg 1 (1). Zittau 1 (1). Kreisdauptm. Württemberg. Schwarzwald- kreis: Rottweil 1 (1). Jagstkreis: Gaildorf 1 (1). Donaus- kreis: Ebingen 1 (1), Ulm 1 (1), Waldsee 1 (1). Baden.

| Landeskomm.-Bez. Konstanz: Ucberlingen 1 (1), Bonndorf 2 (2). rall erholt und steben ebenso wie in |

Landesfomm.-Bez Freiburg: Emmendingen 1 (1), Freiburg 1 (1). Meeklenburg-Schwerin. Wismar 3 (3), Nostock 1 (1).

Zusammen 41 Gemeinden und 44 Gehöfte.

Lungcn*euhe.

Preußen. Reg.-Bez. Magdeb urg: Wanzleben 2 (3), Aschers- leben 1 (1), Halberstadt Stadt 1 (1), Reg.-Bez Merseburg EFartêberga 1 (1).

Zusammen 5 Gemeinden und 6 Gehöfte.

Maul-

und Rcanente und Schweineseuche (einschl. }.

Maul- Regierungs- 26: Bezirké; und Klauen-

Preußische

Provinzen, : ferner Bundes- fowie

staaten, Bundesstaaten,

welche in welche nit Regierungs- in Regierungs-Bezirke

Bezirke y getheilt sind. getheilt find.

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Gemeinden

2 | Kreise 2c.

4: Ostpreußen { |

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Westpreußen

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o 00 —ANNP Lo | M | aufende Nr. [ll oll l [2] Gemeinden S235 [2] Gehöfte;

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Westfalen Minden . Arnsberg.

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| Wiesbaden Koblenz

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Rheinland ({33! Cöln .

34! Trier .

Aachen Sigmaringen

| Oberbayern . Niederbayern A Vberpfalz Oberfranken. . Mittelfranken . Unterfranken Schwaben Bautzen . Dresden . Leipzig - Chemnitz. Zwickau .

If Ses “E, - Scchwarzwaldkreis .

Württemberg | 52! Jagstkreis 3| Donaukreis .

54 Konstanz . \ Freiburg .

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Hessen- Nassau! |:

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Hohenzollern

Bayern

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Baden Karlsruhe

Mannheim . Starkenburg Oberhessen . E ü | Mecklenburg-Schwerin Sachsen-Weimar . Medcklenburg-Streliyt . Oldenburg é Lübe.

Birkenfeld Braunschweig s Sachsen-Meiningen . Sachsen-Altenburg i a p Gotha Ó Anhalt t c Aba Schwarzburg - Sondersh. Schwarzburg -Rudolstadt E e Reuß älterer Linie Reutz jüngerer Linie . Schaumburg-Lippe LUPPE . A Lübe.

Bremen .

Hatnburg

Ünter-Elsaß Ober-Elsaß . Lothringen

Hessen

Oldenburg |

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Cob.-Gotha 117

Elsaß» : Lothringen Is:

Betroffene Kreise 2c. !)

a. Maul- und Klauenseuche. i 1: Pr.-Holland 2 (2). 3: Karthaus 1 (1). 6: Wesihave- land 1 (1), Ostprigniy 1 (2). 10: Grimmen 1 (1). 11: Mejeriß 1 (1). 12: Strelno 1 (2). 13: Gubrau 1 (1). 16: New haldentleben 1 (1), Grafsch. Wernigerode 2 (7). 17: Bitterfeld 1 (1), Saalkreis 3 (6), Mansfelder Seekreis 1 (2), Querfurt 1 (1), Naumburg 1 (1). 48: Ziegenrück 2 (4). 28: Marienburg 1- Þ- 2 (2). Alfeld 1 (1). §9: Ziecenhain 1 (8). 8D: Elberfeld Sta5 1 (1). §4: Prúm 7 (17). 385: Jülich 1 (9), Aachen 2 (24), Cupen 2 (25), Montjoie 2 (30), Malmedy 6 (14). 37: Erding 1 (1) Schrobenbausen“ 2 (9). 40: Regensburg 1 (1), Vohenstras 1 (1). 41: Nehbau 1 (1), Wunsiedel 1 (1). 44: Füssen 1 (2% Kempten 1 (1), Neuburg a. D. 2 (11), Sonthofen 2 (3) 53: Leutfir 1 (1), Waldsee 1 (2). 55: Müllheim 1 (1). 61: Parchim 1 (1). 62: Neustadt a. O. 1 (3). 67: Helristedt 1 (4). 72: Cöthen 1 (2). 85: Chateau-Salins 2 (51), Diedenhofen 1 (9) Zusammen 69 Gemeinden und 270 Gehöfte.

b. Schweinescuche (ecinschl. S EEE 0 1: Fishhausen 7 (7), Königeberg i. Pr. 7 (7), Labiau 2 (2 Gerdauen 2 (2), Pr.-Exlau 6 16), Heiligenbeil 6 (6), Oster, i Ostpr. 5 (5), Mohrungen 9 (9). D: Niederung 21 (23), Ì 2 (2), Goldap 1 (1), Oleyko 2 (2), Johannisburg 9 (9). 3: ey 1 (1), Marienburg i. Westpr. 1 (1), Dirschau 2 (3), Berent 1 p Karthaus 1 (1). 4: Marienwerder 1 (1), Thorn 4 (5), N 1 (1). 5: Stadtkreis Berlin 1 (1). 6: Preniau L Templin 1 (1), Niederbarnim 7 (8), Teltow 12 (17), Beslow-

an : et 1) An Stelle ter Namen der Regierungs- 1c. Lezirke ist die ipretente lfte. Nr. aus der vorstehenden Tabelle aufgeführt.

Gtorfow 2 (7), Potsdam Stadt 1 (2), Osthavelland 1 (1), Ruppin

1 (1), Westprigniß 1 (1). 7: Königsberg i. Nm. 1 (1), Soldin 7 (14), Arnswalde 1 (1), Friedeberg i. Nm. 2 (O), Landsberg 3 (3), 26 (70), Weststernberg 6 (14), Oststernberg 1 (2), Sorau (1). S: Randow 6 (8) reifenhagen 2 (3), geyriu L C), Saaßig 3 (8), Naugard 4 (5), Kammin 7 (12). 9: Belgard 2 (2), Folberg-Körlin 3 (3), Stolp 1 (1), Bütow 4 (4). 10: Rügen 1 (1), Greifswald 2 (3). 11: Wreschen 1 (1), Jarotschin 5 (15), Schroda 3 (6), Posen Ost 2 (2), Obornik 3 (3), Samter 1 (1), Birnbaum 9 H, Schwerin a. W. 1 (1), Bomst 4 (4), Kosten 1 (1), Lissa 5 (5), Koschmin 4 (5), Pleschen 2 (2), Ostrowo 2 (3), Adelnau 3 (4), Swildberg 1 Ch Kempen i. P. 1 (1). 12: Filehne 1 (1), Kolmar j. P. 1 (1), Schubin 1 (1), Znin 1 (1), Wongrowiß 3 (3), Witkowo 1 (1). 13: Oels 8 (12), Trebnitz 25 (39), Militsch 17 (22), Steinau 2 (3), Wohlau 20 (34), Neumarkt 8 (10), Breslau 15 (22), Ohlau 19 (29), Strehlen 3 (3), Nimptsh 3 (3), Münsterberg 4 (4), Frankenstein 3 (6), Schweidnitz 6 (7), Striegau 10 (15), Waldenburg 1 (1), Glaß 1 (1), Neurode 4 (4), Habelschwerdt 1 (2). 14: Grün- berg 3 (3), Freistadt 1 (2), Sagan 3 (5), Sprottau 1 (1), Glogau 4 (6), Lüben 2 (2), Bunzlau 1 (1), Liegniß 3 (3), Jauer 3 (3), Schónau 95 (6), Bolkenhain 1 (1), Hirschberg 3 (5), Löwen- berg 6 (7), Lauban 4 (5), Görliß 1 (1). 15: Zabrze 3 (4), Kattowiß 2 (2), Kosel 1 (1), Neustadt i. O.-S. 1 (1), E 1 (1), Neifse 3 (3), Grottfau 1 (1). 16: Neu- aldens[eben 1 (1), Halberstadt 1 (1). 17: Mansfelder Seekreis 1 (7), Merseburg 1 (1). 1X8: Grafscaft Hohenstein 4 (8). 19: Haders- leben 1 (1), Tondern 4 (8), Steinburg 1 (1), Segeberg 1 (2). 20: Stolzenau 1 (1), Hannover Stadt 1 (1), Hameln 3 (13). 21: Gronau 1 (2), Duderstadt 6 (10)... 22S: Winsen 2 (2), Harburg 1 (1). 23: Bremervörde 1 (l). 25: Emden Stadt 1 (1). 26: Lüdinghausen 2 (2). 2§: Lipp- stadt 1 (1), Hamm Stadt 1 (1), Hattingen 2 (3), Olpe 6 (14). 29: E i. H.-N 1 (1). 31: St. Goar 1 (1), Kreuznah 1 (1). 82: Mörs 2 (2), Geldern 6 (9), Kempen i. Rh. 2 (2). 33: Wipperfürth 1 (1), Cöln Stadt 1 (4), Cöln 1 (1). 34: Prüm 1 (1), Trier Stadt 1 (1), Trier 1 (1), Saarbrücken 1 (2). 37: München Stadt 1 (1). 38: Deggendorf 2 (2). 40: Wald- münchen 1 (1). 43: Gerolzhofen 2 (2). 45: Zittau 5 (6), Löbau 4 (6), Baußen 1 (1). 46: Dresden-Altstadt 2 (2). 47: Oschatz 2 (2). 48: Flöha 4 (4), Marienberg 2 (2). 50: Heilbronn 1 (1 52: Oehringen 1 (1). 54: Ueberlingen 1 (1). 61: Wismar 3 (3) Güstrow 1 (1), Waren 2 (2). 64: Varel 1 (1). 67: Ganders- heim 1 (1). 72: Zerbst 1 (1). 81: Bremea Stadt 1 (1). Zusammen 558 Gemeinden und 798 Gehöfte.

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Handel und Gewerbe.

(Aus den im Reichsamt des Innern zusammengestellten „Nachrichten für Handel und Jndustrie“.

Schiffsbau in den Vereinigten Staaten von Amerika während des Fisfkaljahres 1900/1901.

In dem mit dem 30. Juni endigenden Jahre 1900/1901 sind in den Vereinigten Staaten von Amerika 1173 Schiffe mit einer Trag- fähigkeit von 401 285 Tons gebaut und in die amerikanishen Schiffs- register eingetragen worden gegen 1658 Schiffe mit 305 677 Tons Tragfähigkeit im vorhergehenden Jahre. Das leßte Jahr ist seit 1885, welches mit 583 450 Tons die höchste Leistung aufzuweisen hatte, als das beste zu E Der Bau von Schiffen, welche im auéländishen Handel stehen, hat nur wenig an Umfang zu- genommen. Am meisten is eine Steigerung beim Bau solcher Schiffe zu bemerken gewesen, welche für die Küstenshiffahrt und den Binnen- handel auf großen Seen, Flüfsen u. \. w. bestimmt sind.

(Nah The Monitary Times, Toronto.)

Peru.

Einfuhr von Pulver, Waffen, Munition und mili- tirishen Ausrüstung8gegenständen. Etner Verordnung der pruanischen Regierung vom 12. Juli d. J. zufolge ist die Einfubr zm Pulver, Waffen, Munition aller Art und militärischen Aus- rästung8gegenständen vom 1. September d. J. ab nur auf dem Wege dur das Zollamt in Callao und nur nah vorheriger Erlaubniß durh das Handels-Ministerium in Lima gestattet. Eine Ausnahme ist für das Zollamt in Jquitos getroffen, welehes . für die Einfuhr don Waffen, Pulver und Munition freigegeben is, sofern eine vor- berige Genehmigung zur Einfuhr durch die Präfektur des Departements Loretto eingeholt wird.

Aussichten für die Kupferproduktion in Peru.

Nach einem englischen Konsulatsbericht ist die Kupferproduktion in Peru, welche in den leßten Jahren gute Fortschritte gemacht hat, noch sehr entwickelungsfäbhig. Der Export des Minerals hat sich in den leßten drei Jahren fast verdoppelt. Das Bestehen und die ört- lihen Verhältnisse neuer, reicher Lager \ind bekannt, es feblt nur das Kapital, um sie in großem und lohnendem Umfange ausbeuten zu können. Besonders reiche Lager sind im Cerro de Pasco- Distrikt vorhanden. Mit einer ernftlihen Erschließung dieses Distrikts bat man erst 1897 angefangen, nahdem {on vor zwei oder drei Jahr- bunderten dort oberflächliche Arbeiten vorgenommen worden waren. Vie Entwickelung des Cerro de Pasco-Distrikts wird hauptsächlich durh ein Ucberm1ß von Wasser in den Minen behindert; man ver- sucht jeßt, vermittels eines Tunnels die Entwässerung zu bewirken, ju welchem Zweck sich ein Konsortium mit einem Kapital von 120 000 Pfd. Sterl gebildet hat. Ueberdies bietet noch der Mangel an Transportmitteln Hindernisse. Wenn die Entfernung von Carro de

aëco nah dem Hafen von Callao auch nur 214 Meilen beträgt, so reitet doch der Umstand, daß zwischen beiden Punkten ein Höben- untershied von etwa 14 000 Fuß vorhanden ist, dem Bau einer Eisen- bahn in dem Lande große Schwierigkeiten. Bis Oroyo, ungefähr 0 bis 80 Meilen von den Minen entfernt, besteht zwar schon eine Eisenbahn, deren Weiterführung bis an die Minen aber noch einen Kostenaufrvand von 600 000 Pfd. Sterl. verursachen würde. Wenige Meilen von dem Bergwerksdistrikt entfernt hat man auch große Mengen Koble gefunden, welche die ganze Feuerung für die Shmelzöfen

geben und so Aussicht auf eine größere industrielle Entroickelung bieten könnten. Troy aller Schwierigkeiten und einer Transportfracht don 8 bis 9 Pfd. Sterl. für eine Tonne sind im leyten Jahre 16 800 Tons Erz und Steine nah der Küste gebraht worden. Die dis jeyt geförderten Erze enthielten 30 bis 45 9/9 Kupfer; dieses hohe erbaltniß wird \sih, wenn es gelingt, die Minen weiter zur Ent- widelung zu bringen, vorauésihtlich auch in den tiefer gelegenen dichten zeigen. (Nah Tus Mining Journal, Railway and Commercial Gazette.)

Columbien.

Einfuhrzölle. Eine Verordnung Nr. 506 vom 1. Mai 1901 derfügt, daß die Einfuhrzölle bei dem Zollamte in Cúcuta in Zu- kunft zur Hälfte in Silbermünze zum Feingehalte von 0,835, zur

älfte in Papiergeld erhoben werden sollen. (Diario oficial

r. 11 488 vom 21. Mai 1901)

Eine Verordnung Nr. 507 vom 1. Mai 1901 verfügt:

Artikel 1. Von dem Zeitpunkt an, an welchem diese Verordnung fr Kenntniß jedes Einzelnen der verschiedenen Zollamtsvyerwalter des ¡teistaats gelangt, wird in diesen Zollämtern von allen Einfuhr- artifeln, welhe durch in Kraft befindliche Geseye und Tarife mit

llen belastet sind, der doppelte Zoll erhoben werden.

Actifel 2. Das Ministerium der Hacienta wird underglgey fe Aufstellung cines neuen Zolltarifs shreiten, in welchem die Ein- hrartifel in Gemäßheit der Bestimmungen dieser Verordnung, unter

aführung von Verbesserungen, belastet werden. („Piario Ölicial“ Nr. 11 488 vom 21. Mai 1 L

10 QUNE D.

Erbebung der Leuchtthurmabgaben. In Gemäßheit des Artikel 2 des Dekrets Nr. 370 von 1901 (vom 1. April) mes fh der Eigenthümer des Leuhtthurmes in Cartagena mit der columbischen Regierung geeinigt.

Diesem Abkommen zufolge (veröffentliht im „Diario Oficial“ vom 22. Mai d. J., Nr. 11489) wird vom 15. Juni d. F. an durch den Zollhausverwalter in Cartagena von jedem diesen Hafen anlaufenden Dampf- oder Segelschiffe eine Abgabe von 5 Centavos Gold für jede der ersten 100 und von 22 Centavos Gold für jede (Artikel 19e Registertonnen nah dem Vermessungsbriefe erhoben Artikel 1).

Der Bruttoerlös dieser Abgabe fällt zu 60 %/9 dem Staatsschaß, zu 40%/ dem Eigenthümer des Leuhtthurms zu (Artikel 2).

Artikel 3 verpflichtet den Eigenthümer nochmals, den Leucht- thurm in Cartagena, den übernommenen Verpflichtungen gemäß, in gutem Zustande zu halten.

Chile.

Konsularische Begteuigune der Rehnungen und Konnossemente für Muster. Nah einem Finanz-Ministerial- erlaß vom 31. Mai d. J. werden von der konfularishen Beglaubigung als befreit erklärt: die Rechnungen und Könnossemente, welche sch auf E beziehen, deren Abfertigung dur die Zollämter der Republik erfolgt.

Uruguay. D LUIAES für Papier und Anilin. J. lautet :

__ Art. 1. Farbiges Papier im allgemeinen (mit Ausnahme von besonderem Chrompapier für Prachtwerke), gefaltet oder ofen, von jeder Größe, Packpapier, Strohpapier, auch Dütenpapier und ähnlichen Sorten zum Einwickeln und zur Verpäckung zahlen einen \pezifischen Zoll von 0,07 Pesos für 1 kg.

Art. 2. Anilin zablt 5 9%/ vom Werthe.

Artikel 1 bedeutet eine Erhöhung des Einfubrzolls für die Arten roben Papiers, die neuerdings auch von der Papierfabrik in Sauce ergestellt werden. Dieselben sind nunmehr mit einem \pezifischen

Zoll von 0,07 Pefos und den üblichen Zuschlagszöllen von 5 und 3, insgesammt 8 9/9 (Handelsarhiv 1890 1 S. 751 und 1900 I S. 147) von dem Ab i gungwerBe belastet. Artikel 2 verdient be- sondere Beachtung. Während Anilin bisher unter dem Prohbibitiv- zoll von 9009/6 des Werths und den Zuschlagzöllen stand, follen von jeßt an nur 59/9 vom Werth zur Erhebung kommen, zu denen nah Lage -der Geseße nur noch der Zuschlagszoll von 3 9/6 (Handelsarchiv 1900 1 S. 147) binzutritt. 5

Während früber die Einfubr von Anilin bekämpft wurde, weil es vorzugsweise zu gesundheitswidriger Färbung von Getränken ver- wendet wurde, foll fie nunmebr im Interesse des einheimischen Ge- werbefleißes (Papier-, Tuch-, Tinten- und Lederfabrikation und Buch- druckerei) erleihtert werden. (La Nacion vom 15. Suni 1901.)

Ein Geseß vom

Guatemala.

Erhebung der Einfuhrzölle. Die 30prozentige Ermäßi- gung der Einfuhrzölle und der Zuschläge auf dieselben, die nach ter Verordnung vom 21. Dezember v. J. auf die Waareneinfubr bis 30. Juni d. J. in Anwendung zu kommen hatte, ist bis 31. De- zember d. J. verlängert worden.

Einfuhr von Regenschirmen nach British-In dien.

Nach British-Indien werden jährlich niht weniger als drei Millionen Schirme importiert, Gdlite zum größten Theile unter der eingeborenen Bevölkerung Absaß finden. Der europäishe Regen- \shirm, der ganz besonders von den dortigen Eingeborenen neben dem Turban als Schuß gegen die Sonne gebraucht wird, findet selbst in den entferntesten Gebieten des Reichs eine stetig wachsende Verbrei- tung. (Na einem Bericht des Kaiserlihen General-Konsulats in Kalkutta.)

Draht-Einfuhr und Draht-Industrie in Neu-Süd-Wales.

In Svdney werden große Mengen Drahtnehßz fabriziert, der dazu ebrauhte Draht wird jedoch bisher vom Auslande eingeführt. Jm Jahre 1899 belief sih die Einfuhr von Draht auf 342588 cwt im Wertbe von 156 481 Pfd. Sterl. Telegraphendrabt und Stachel-Zaun-

draht sind in dieser Summe nicht inbegriffen. Von den eingeführten |

342 558 cwt lieferten Großbritannien 59 329 ewt, Belgien 22 712 ewt,

127 377 cwt; der Rest, meist britishes oder deutsches Fabrikat, kam als Umladungsgut aus den anderen Staaten. Jett will man in der Näbe von Sydney nach amerikanishem System und mit amerika- nischen Maschinen ausgestattete Drahtfabriken errihten; man glaubt vermöge der aeplanten Müblen genügend Drabt produzieren zu können, um ih ein Monopol für den australishen Markt zu sichern. (Nach Commercial Intelligence, London.)

Tägliche Wagengestellung für Koblen und Koks an der Ruhr und in Oberschlesien.

An der Ruhr sind am 19. d. M. gestellt 13548, nitt rehtzcitig gestellt keine Wagen.

Im Inseratentheil der beutigen Nummer d. Bl. giebt der Eshweiler Bergwerks-Verein bekannt, daß die 4. Serie der Dividendenscheine zu seinen Aktien gegen Einsendung des Talons z2c. von den Aktionären in Empfang genommen werden kann.

Ueber den Verlauf des Geschäftsjahres 1900/1901 berichtet die Handelskammer für das Lennegebiet des Kreises Altena und für den Kreis Olpe: Das erwähnte Jahr hat in wirthschaftlicher Hinsicht große Enttäuschungen gebraht. Die ge- sammte Eisen-Industrie, welhe noch am Schlusse des vorher- gegangenen blühte und sh in der Pochkonjunkter befand, hat inzwischen einen bisher niht gekannten s{chweren Niedergan erfahren. Schon Mitte des vorigen Frühjahrs machte fd eine StöFung des Geschäfts bemerkbar, die immer weiter um fi rif und bis zum Hochsommer und Herbst solche Fortschritte gemacht batte, daß einzelne Werke wegen Spezifilationsmangels den Betrich schon erbeblih einzushränken gezwungen waren. Seitdem sind die Verhältnisse immer s{lechter geworden, sodaß heute ohne Feierschichten bei den Werken fas gzrniht mehr gearbeitet werden fann. Mit den in der Nähe von Wel\Genennest gelegenen vier Bleierzgruben sieht es gleichfalls ziemlich trübe aus. Zwei davon haben ihren Betrieb seit kurzem

anz eingestellt; die anderen beiden lassen zwar noh arbeiten, aber nur in sehr beschränktem Umfang. Die einzigenoch in Betrieb befindliche Eisen - steingr ube bei Rothemühle wurde in ihrer Ausbeute etbeblih durch Woassernoth beeinträchtigt. Für die ganze Reap ein uneie des Bezirks schließt das Berichtösjahr sehr \{lecht ab, und die Aussichten auf Aenderuug zum Besseren sind nur gering, zumal diese Branche für ihre Materialversorgung ausschließlih auf die syndizierten Walz- werke angewiesen is, die zum weitaus größten Theile die Fabrikation von gezogenem Draht und Drabtstiften in großem Umfange betreiben und dadurch gleichzeitig Lieferanten und Konkurrenten dieses umfang- reichen Fahbrifationszweiges des Bezirks sind. In Eisenblechen hat die Herstellung einen durch die Verhältnisse veranlaßten Rückgang

. leser nien 99 32 , vt, | 339 087 (gegen 334268) und von Baus- Deutschland 97 356 ewt. und die Vereinigten Staaten von Amerika

von 50000 kg erfahren. Der Geschäftsgang in Gol d-, Silber-, Neusilber- und Plättierungs- Fabrikaten (Kirchengeräthen) war in dem verflossenen Jahre keineswegs ein flotter. Zwar konnten die vorbandenen Arbeitskräfte regelmäßig beschäftigt werden, allein die für die fertige Waare erzielten Preise standen in keinem Ver- hältniß zu den stets gestiegenen Arbeitslöhnen. Die Dynamit-

abrik zu Förde war reichlch mit Arbeit versehen.

ergestellt wurden über 21000 Ztr. Gelatine und Guhr- Dynamit. Die Aussichten für das folgende Jahr sind befriedigend. Die Gerbereien hatten unter einem besonders \{lechten Geschäftsgang zu leiden und mußten ihre Erzeugung ausnahmslos einshränkfen. Die Lage der Papierfabrikation war bingegen leidlit, obwobl auch hier kein der Steigerung der Rohmaterialien entsprehender Preis- aufslag erzielt werden konnte. Die sich auf Herstellung von Strumpfwaaren beschränkende Wollbranche war gut beschäftigt, aber auh zu wenig lohnenden Preisen.

__— Der Bericht der Handelskammer zu Lübeck äußert si in seinem wirthschaftlichen (zweiten) Theil über den geshäftlihen Verlauf des Jahres 1900, wie folgt: Die Veränderung der allgemeinen Lage prägte sih auch im Handel und Verkehr Lübeck3 aus. Während die Gesammtziffer seiner seewärtigen Ein- und Ausfuhr im Jahre 1899 im Betrage von 828 000 t eine Steigerung um 12,2 9% gegen diejenige des Jahres 1898 aufwies, is das zahlenmäßige Er- gebniß des “secewärtigen Güterverkehrs im Berichtsjahre gegenüber demjenigen des Vorjahres mit 830000 & wenig verändert. Allerdings hat die scewärtige Ausfuhr mit 289 000 & gegenüber derjenigen des Vorjahres einen Ausfall in Höhe von 26 000 t zu verzeichnen; indessen trat in der Einfuhr eine aus- gleihende Steigerung von 513 000 t auf 540000 t ein, die vor- nehmlich auf vermehrte Zufuhren aus Rußland und Schweden zurück- zuführen ist. Die Lage des Großhandels war im allgem inen zufriedenstellend. Auch der Schiffahrtsverkehr gestaltete sich be- sriedigend, da die Spedition in Stückgütern nah Schweden, Dänemark und Finland einen lebhaften Verlauf nahm und ihr seit der Eröffnung des Elbe - Trave - Kanals um Mitte des Jahres der Elbschiffahrtsverkehr nutzbar gemaht wurde. Die Fabriken waren zwar reihlich be- \châftigt, hatten aber erheblich unter der Geldfnappheit und der wesentlihen Steigerung der Rohmaterialienpreise zu leiden, da eine entsprehende Steigerung derjenigen für die Fabrikate nur selten dur{-

eseßt werden konnte. Dem Kleinhandel kamen die in den leßten Jahren mehrfach eingetretenen Erhöhungen der Arbeitslöhne zu statten. Im einzelnen verlief das Getreidegeshäft im Berichts- jahr ohne erbeblihe Schwankungen. Der Bedarf war, namentli für Weizen und Hafer, ein ret reger. Leßterer Artikel wurde, da die ein- heimishe Waare frühzeitig aufgebrauht war, im Frühjahr in ziemlich bedeutenden Mengen von Rußland eingeführt. Nach der neuen Ernte, welche im allgemeinen befriedigend ausgefallen ist, stellte sih der Wertbstand in allen Getreidearten, abgesehen von feineren Hafer- sorten, etwas niedriger. Im Butterhandel wurde darüber geklagt, daß der Absay sih s{wieriger gestaltet hat und immer weniger Ge- winn verspriht. Troßdem der Umfang der Zufuhren sich verringerte, konnten die Lager meistens doch nur recht langsam realisiert werden. Mehrfach wurden Partien russisWer Meiereibutter eingeführt. Das Geschäft in gesalzenen Heringen war unlohnender als in 1899. An sonstigen Fishen wurden eingeführt 129445 (gegen 155675) Mtr.-Ztr. Im Handel mit Obst hatten die niedrigeren Preise einen stärkeren Umsaß als im Vorjahre zur Folge. Die Ausfuhr richtete \sich hauptsählih nah N während diejenige nah Rußland und Schweden, der hohen

ingangs8zöôlle wegen, nur einen geringen Umfang annahm. Auch der Verfand von frishen Süd früchten für Rehnung hiesiger Händler wies eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr auf. Infolge reicher und guter Ernte wurden Kronsbeeren aus Schweden und Finland in größeren Quantitäten als je- eingeführt und bei der guten Be- schaffenheit der Waare, troß des reichlichen Angebots, gute Mittel- preise erzielt. Der Verkehr in Kaffee gestaltete si in der ersten Hälfte 1900, infolge der während dieser Zeit vorherrschen- den günstigen Konjunktur, überaus lebhaft, dann trat aber, da der Abzug stockte und für die neue Ernte günstige Shäßungen ab- gegeben wurden, ein Preisumshwung ein, und das Geschäft blieb ein ruhiges. Die Lage des Geschäfts in amerikanishem Petroleum eret sih von Jahr zu Jahr shwieriger, weil die deutsh-ameri- anishe Petroleum-Gefsellschaft in immer steigendem Maße den Markt be- herrschte und dem Zwischenhandel überaus hemmende Kontraktbedingungen auferlegte. Es wurden eingeführt 71843 (gegen 87 857) Mtr.-Ztr. Die Einfuhr an Taba ck und Zigarren belief sih auf 7694 (gegen 7449), diejenige von Sprit und Spirituosen auf 12905 (gegen 20219), von Brettern und Planken auf 2059631 (gegen 1 904 362), von Balken, Sparren und Schwellen auf und Nußholz auf 116 244 (gegen 108 069) Mtr.-Ztr. Der Holzhandel trat mit einem bedeutenden Lagerbestand în das Berichtsjahr ein. Dur die boben Verkaufspreise im Norden entwickelte sich für das verhältniß- mäßig billig einstebende Lager des Bezirks ein flottes Geschäft, welches wobl größere Dimensionen hätte annehmen können, wenn nicht der bobe Geldstand das Unterbringen der Hypotheken sehr erschwert unddadurch auch die Baulust beeinträchtigt hätte. Im Cisenwaarengeschäft hat, seit dem enormen Austriebe fast aller Preise im Jahre 1899 eine Beeinträchtigung des Geschäftslebens playgegriffen, welche dur die Befürchtung der Annäherung des nur zu bald erreihten Höhe- punktes und des darauf folgenden Niederganges der Preise leider allzusehr berechtigt war. Auch in Lumpen gestalteten \sih die Er- gebnisse überaus ungünstig, wogegen die allgemeine Lage der Papier- brandè bei erheblich geîteigerter Nachfrage eine günstige war. Der

| Eisenbahn-Güterverkehr, einschl. Vieh, ergab in 1900 insgesammt | im Empfang bezw. Versand: 5502356 (gegen 6 074 279) M.-Ztr. bezw.

4 597 637 (gegen 4496 651) Die Einnahmen der Lübeck- Büchener Eisenbahn beliefen sh auf 6288654 (gegen 6 281 695) M Für die Rbederei war das Berichtsjahr ein außer- ordentlih günstiges; sie zählte 26 Schiffe (wie in 1899) mit 25 046 (gegen 24 886) chm NRaumgehalt. Der Seescchiffsöverkehr weist im Eingang bezw. Abgang 2820 (gegen 2860) Schiffe mit 1 575 036 (gegen 1 540 662) cbm Raumgehalt bezw. 2820 (gegen 2874) mit 1 593 677 (gegen 1545 892) auf. Der Binnenschiffabhrt ist, glei der oben erwähnten Spedition, durch die Jnbetriebsezung des Elbe-Trave-Kanals ein großes Feld neuer Thätigkeit ershlossen worden. Der gesammte Elbverkehr bezifferte sh im Berichtsjahr auf 115 297 t Ladung.

Königsberg i. Pr., 19. August. (W. T. B.) Der General- bevollmächtigte der durch die Zabhlungsschwierigkeiten der Firma Bern- stein in T ilsit (vergl. Nr. 196 d. Bl., Erste Beilage) in Mitleidenschaft gezogenen Schncidemühlenbesiyer F. Gude in Ragnit und Vtto Wiosna in Untereisseln erläßt, dem „W. T. B.* folge, an die Gläubiger derselben die Aufforderung, sih zu ciner Ver- sammlung am Mittwoch, den 21. d. M., în Tilsit einzufinden. Fuglei giebt er bekannt, daß sich zur Wahrung der Interessen jener Slaubiger und der genannten beiden Firmen ein Schuy-Comité ge- bildet hat, welchem die Inhaber der letzteren ihr gesammtes Vermögen zur Verfügung gestellt haben.

Breslau, 19. August (W. T. B.) S@{luß-Kurse. Schles. 34 9% L-Pfdbr. Litt. A. 99,10, Breslauer Diskontobank 76,00, Breslauer lerbank 100,20, Kreditaktien —,—, Schlesischer Bankverein 142,00, Breslauer Spritfabrik 167,50, Donnersmark 189.00, Katto- Wwiper 188,00, Oberschles. Eil 100.25, Caro s{heidt Akt. 102,40 Oberschles. Koka 130,00, berschles. P-Z. 9450, Opp. Zemen 94,00, Giesel Zement 94,75, L.-Ind. Kramsta 147,00, Schles. Zement 148,00, She. Zinkh..A 311,00, Laurahütte 186,25, Bresl. Oelfabr. _K igat. 93,00, E, eleftr. und Kleinbahn- gefelaft 59,00, Cellulose Feldmühle Kosel 143,00, Oberschles. Aktien 114,50, Emaillierwerke „Silesia“ ——, Sthlesische Elcftrizitáts- und Gasgesellschaft Lit. A. —,—, do. do. Litt. B, i t.

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