1901 / 210 p. 1 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Deutscher Reichs

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Der Bezugspreis beträgt vierteljährlih 4 (A 50 „S.

Alle Pofi-Anstalten nehmen Bestellung an;

für Berlin außer den Post-Anstalten auch die Expedition

8W., Wilhelmstraße Nr. 32. Einzelne Uummern kosten 25 -.

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ats-Nnzeiger.

¿ 210.

Jnhalt Wes amtlichen Theils: Deutsches Reich.

Mittheilung, betreffend die Audienz Seiner Kaiserlichen Hoheit des Prinzen Tschun Tsaifong von China bei Seiner Majestät dem Kaiser und König. ,

Mittheilung, betreffend die Abhaltung einer Seesteuermanns- Prüfung.

Königreich Preußen. Ernennungen, Charakterverleihungen, Standeserhöhungen und sonstige Personalveränderungen. Hofansage, betreffend die Anlegung von Trauer für Hoheit den Prinzen Herrmann von Sachsen-Weimar. Personal-Veränderungen in der Armee 2c.

Seine

Deutsches Reich.

Seine Majestät der Kaiser und König haben heute, den 4. d. M., Mittags 121/, Uhr, im Neuen Palais zu Potsdam den Kaiserlich chinesishen Botschafter in außerordent- licher Mission, Seine Kaiserlihe Hoheit den Prinzen Tschun Tsaifong von China in besonderer Audienz zu empfangen und aus dessen Händen ein Schreiben entgegenzunehmen

geruht, in welhem Seine Majestät der Kaijer von |

China in feierliher Weise Seinem \tiefsten Bedauern über die

Ermordung des Kaiserlichen Gesandten Freiherrn von Ketteler | Die von dem Prinzen Tschun bei diejem

Ausdruck giebt. ( Anlaß gehaltene Anrede hatte, ins Deutshe übertragen, folgenden Wortlaut:

„Im Auftrage des Großen Kaisers, meines Allergnädigsten Herrn und Gebieters, babe ich die Ehre, Allerhöchstdessen Schreiben , in Eurer Majestät Kaiserliße Hände zu übergeben.

Nach den im vergangenen Jahre in China eingetretenen ständishen Bewegungen fühlte der Kaiserliche Hof aus eigenem Antriebe - nit weniger als auf Verlangen der WVêachte die Vervflichtuna, dur eine besondere Mission na Deutschland Eurer Majestät Sein aufrihtiges Bedauern über diefe Vorkommnisse, insbesondere über den Vorfall, welheum Eurer Majestät ausgezeichneter Gesandter Freiberr von Ketteler zum Opfer gefallen ist, auszudrücken. Um die Aufrichtigkeit dieses Bedauerns über allen Zweifel zu erheben, bestimmte Seine Majestät der Kaiser Seinen allernähsten Bluts- verwandten für diese Mission.

Ich bin in der Lage, Eurer Majestät zu ve mein Allergnädigster Herr, diesen Wirren, welche

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China gebraht haben | nah

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vollsten Sinne des Wortes fern gestanden hat. hat

dem seit Jahrtausenden bestehenden Gebrauche der Kaiser von Chin

die Schuld dafür auf Seine eigene gebeiligte Person genommen. Ich habe daher den Auftrag, die innigsten Gefühle des Kaijer

meines erhabenen Herrn, für Cure Majestät bei Ueberreichung

Schreibens zum Ausdruck zu bringen. 7

Kaiserin und der ganzen Kaiserlichen

Delmets dieser Gefühle des Großen Kaisers von Chinc Wunsch auszudrücken, daß Eurer Majestät Haus

Gesundbeit, Glück und Segen im vollsten Maße genieße Seine Majestät der Kaiser von China hofft,

des vergangenen Jahres nur eine vorübergehende

sind und daß, nachdem das Gewölk nunmehr

Friedens gewichen, die Völker Deutschlands und Chinas

seitig immer besser verstehen und s{häyen lernen mögen

auch mein aufrihtigster Wunsch.“

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zu richten :

„Nicht ein beiterer, festliher Anlaß noch die Erfüllung ciner ein- fahen Höflicbkcitspflicht haben Eure Kaiserliche Hoheit zu Mir geführt, sondern ein tieftrauriger und hochernster Vorfall. Mein Gesandter äm Hofe Seiner Majestät des Kaisers von China, Freiherr von Ketteler, ist der, auf höheren Befebl erhobenen, Mordwaffe eines Kaiserlich Ginesishen Soldaten in der Hauptstadt Chinas erlegen, cin unerhörtes Verbrechen, welches dur Völkerrecht und Sitte aller Nationen gleich lehr gebrandmarkt wird. Aus Eurer Kaiserlichen Hoheit Munde habe Jh soeben den Ausdruck des aufrichtigen und tiefen Bedauerns Seiner Majestät des Kaisers von China über das Vorkommniß ver- nommen. Jh will gern glauben, daß Eurer Kaiserlichen Hoheit Kaiserliher Bruder“ persönliih dem Verbrehen und den weiteren Gewaltthaten gegen unverleßliche Gesandtschaften und sriedlide Fremde fern gestanden hat. Um schwerere

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n Seine Majestät der Kaiser und | König die nachstehende Antwort an den Prinzen Tschun |

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Insertionspreis für den Raum einer Druckzeile O 4. Inserate uimmt an:

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die Königliche Expedition des Deutschen Reichs-Anzeigers ind ßKöniglich Preußisheu Staats-Anzeigers Berlin §W,, Wilhelmstraße Nr. 22.

eptember, Abends. 1900.

Schuld trifft Seine Rathgeber und Seine Regierung. sich nicht darüber täushen, daß ihnen Entsühnung und Verzeihung für ihr Verschulden niht durch die Sühnegefandtshaft allein aus- gewirkt werden kann, sondern nur durch ihr \späteres Verhalten gemäß den Vorschriften des Völkerrechts und der Sitte zivilisierter Nationen. Menn Seine Majestät der Kaiser von China die Regierung Seines großen Reiches fürderhin streng im Geiste dieser Vorschriften führt, wird auch Seine Hoffnung sch erfüllen, daß die trüben Folgen der Wirrfale des vergangenen Jahres überwunden werden und zwischen Deutschland und China wieder wie früher dauernd friedlihe und freundliche Be- ziehungen herrshen, die den beiden Völkern und der gesammten menschlichen Zivilisation zum Segen gereichen.

Fn dem aufrichtigen und ernsten Wunsche, daß dem fo sein möge, |

heiße Ih Eure Kaiserlihe Hoheit willkommen.“

Der Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Wirkliche | | Den i | Eisenah, Herzog zu Sachsen, die

Geheime Rath Freiherr von Richthofen wär bei der Audienz zugegen.

Die Uebertragung der gehaltenen Reden ins D

bezw. Chinesische erfolgte durch den Kaiserlihen Konsul Fre

leutnant Yintschang.

Das von Seiner Kaiserlichen Hoheit dem Prinzen Tschun | übergebene Handschreiben SeinerMazjestät des Kaijers |

von China lautet in deutscher Uebertragung, wie folgt: „Der Groß-Kaiser des Tat

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ten sind, baben Wir ununterbrochen in ungen zu einander gestanden. wurden noch inniger, als Seine Königliche Hoheit Prinz Heinrich von Preußen nach Peking kam und den Vorzug hatten, Seine Königliche Hoheit häufiger mit ibm in vertrauter Weise verkehren zu können. Leider drangen inzwischen, im Monat des Fabres, die Borer in Peking ein; aufständishe Sokdaten {l

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In Elsfleth wird am 9. September d. J

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ecsteuermanns-Prüfung begonnen werden.

Königreich Preufsen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst gerut: den ordentlihen Professor der Chirurgie, Medizinalrath Dr. Garré in Königsberg i. Pr. zugleich zum Mitgliede des Medizinal-Kollegiums der Provinz Ostpreußen, den bisherigen ordentlihen Professor Dr. Conrad Varrentrapp zu Straßburg i. Els. zum ordentlichen Pro fessor in der philosophishen Fakultät Marburg und den bisherigen Privatdozenten an der Universität zu Bonn und Oberlehrer am städtishen Gymnasium daselbst Dr. Sie

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fried Sudhaus zum ordentlihen Professor in der philo- | jophishen Fakultät der Universität zu Kiel zu ernennen, dem Sanitätsrath Dr. med. Paul Secchi in Breslau F den Charakter als Geheimer Sanitätsrath zu verleihen, sowie | der Wahl des Direktors der Adlerflyhtshule in Frank: furt a. M. Dr. Paul Bode zum Direktor der Klingerschule daselbst die Allerhöchste Bestätigung zu ertheilen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst gerußt : den Senator Reimerdes zu Osnabrück, gemäß der von

den städtischen Kollegien getroffenen Wahl, als Syndikus der

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herrn von Seckendorff und den Käiserlich chinesischen Gencral- |

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V * Stadt Osnabrück zu bestätigen.

Der Königliche Hof legt heute für Seine Hoheit Prinzen Herrmann von Sachsen-Weimar-

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Tage an. Berlin, den 4. September 1901. / Der Ober-Zeremonienmei|ter. Graf A. Eulenburg.

In :

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Ministerium der geistlichen,

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Personal-Veränderungen. Königlich Preußische Armee.

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