1844 / 246 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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‘efe ibu von den Plänen der Verschworenett unterrichtet hatten, ae ee N T aus Se ge oder aus Güte, diese Winke unbeachtet gelassen. Es ist bekannt, daß ein Polizei-Agent, Namens Miciarelli, dem Admiral den Feldzugs-Plan seiner Söhne mittheilte und Schweigen gelobte, wenn man ihm 1000 Talari auszahle; auf die Weigerung des Admirals, ihm diese Summe zu geben, brachte er seine Denun- ciation an. Am vorhergehenden Tage hatte er von Attilio Bandiera als Almosen 10 Rthlr, erbettelt und erhalten,

Ha itl{.

Der Präsident von Hayti, General Guerrier, hat am 21. Juli in Port Republicain an die Bürger der Republik eine Procla- mation erlassen, worin er erklärt, daß, nachdem die Generale François und Pierre si< freiwillig unterworfen, und der General Acaau si endlih der Macht der geseßmäßigen Behörden hat fügen müssen, der Geist der Ruhe und Ordnung auf die Jnsel wieder zurügekehrt sei. Acaau soll in der Hauptstadt vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Die Reactionen in dem dominikanischen Theil der Jnsel, wo die bei= den Präsidenten Santana und Duarte sih bekämpfen, nennt der Ge- neral Guerrier heilsam, „weil sie für die Weisheit und Klugheit der Regierung zeugen, und erkennen lassen, daß die dortige s{warze Be- völkerung, welche ein allzu lang dauerndes System der Ungerechtigkeit und Täuschung zu der verderblihen Jdee, die National = Einheit zu vernichten, hingerissen hatte, si< jeßt wieder an die Fahne der einen und untheilbaren Republik anschließen werde.“ General Guerrier kündigt zuglei an, daß er demnächst selbst si< in jene Gegenden begeben werde, um die leßten Jrrthümer und den leßten Anflug von Mißtrauen der dortigen Bevölkerung zu benehmen. Mit der Auffor- derung, den günstigen Aussichten, welche sih darbieten, durch Vater- landsliebe und Selbstopferung zu Hülfe zu kommen, \<hließt die Pro- clamation.

_ Paris, 27. Aug. Briefe aus Santo Domingo (der Haupt- stadt der neuen dominikanischen Republik) vom 12. uli und aus Porto Plata vom 19ten berichten, daß der neue Präsident Santana ganz die Oberhand über die anti-französishe E-genpartei unter Ge- neral Duarte erlangt hat. Nach einem Zuge bis an die Gränze des französis< redenden Theils der Jusel, Behufs der Besißnahme der von den Haitiern verlassenen Pläße, hielt er den 12, Juli Nach=- mittags an der Spiße von 2000 Mann seinen feierlihen Einzug in Santo Domingo, wo er mit Enthusiasmus empfangen worden sein soll. Die französis gesinnte und Frankreichs Protektorat wollende Junta war befanntli<h am 9, Juni dur< Duarte und seine Anhänger in der Art modifizirt worden, daß der Präsident derselben, Herr Bova- dilla, davon ausgeschieden , die Präsidentschaft Herrn Jimenecs, dem Distrikts-Kommandanten, übergeben wurde. Die so modifizirte, also nun anti-französishe Junta hatte gegen mehrere der Hauptpartisane des Protektorates von Frankreih Verhaftbefehle erlassen: die Be- theiligten fanden aber Schuß im Hause des französischen Konsuls, San- tana, das Hauyt der französischen Partei, seßte indessen seinen Zug an der Gränze fort und hatte mit General Guerrier, dem jeßigen Prä- sidenten von Haiti, Unterhandlungen angeknüpst. Leßterer hatte Com- missaire an ihn abgeschi>t, um die êh ray. der Feindseligkeiten und genaue Bestimmung der Gränzen zwischen den beiden Republiken zu verlangen. Endlich vernahm man zu Santo Domingo die nahe Wie= derfehr Sautanga's mit 3000 Mann, die denn auch erfolgte. San- tana stellte alsbald die Junta in ihrer früheren Zusammenseßung wie= der her, die anti-französishe Partei aber verlor den Muth und ließ si< sogar zu Schmeicheleien gegen den von der Junta zum alleini= gen Präsidenten der dominikanishen Republik ernannten San- tana herbei. Dieser hatte kurz na< seinem Einzuge, schon um 5/7 Uhr Abends, dem französischen Konsul einen Besuch ge- macht. An den General Villanueva zu Porto Plata wurde die Kriegs-Goeclette „Separation“ mit der Nachricht von Santana's Er- nennung zum einzigen Präsidenten durch die „legale‘’ Junta abge- schi>t. Die Anerkennung erfolgte von Villanueva's Seite augenblick- li< am 18ten. Die Junta soll wirkli< den Hafen von Semana an Frankreih abgetreten haben, Daß die Franzosen auf jede Art dort

1334 intriguirten, ersieht man aus allen Berichten, und auf ihren Betrieb vorzüglich wurde Santana mehr no< von seinen Soldaten, als von

der Junta zum Präsidenten ernannt. Sein Gegner, Duarte, war in la Vega und der Gegend zum Präsidenten ausgerufen worden.

Persien.

Die Allgemeine Zeitung enthält ein Schreiben aus Tebris, der Hauptstadt von Aserbeidshan, vom 18. Juli, worin über den Missionair Dr. Wolf und das Schi>sal der beiden englischen Offi- ziere Nachstehendes mitgetheilt wird: „Dr. Wolf wurde, in Be- traht der Empfehlungs - Briefe, welhe er von dem sunnitischen Herrscher Stambuls und dem Scheih ül Jslam mitgebracht hatte, vom Emir von Bochara artig und gastlih empfangen. Der Emir gestand ihm ganz ofen, daß er den beiden Engländern, über deren Schisal Erkundigung einzuziehen Wolf gekommen war, die Köpfe habe abschneiden lassen. Der unglü>lihe Conolly wurde zu= erst die Beute des Henkers, weil man ihn eines Einverständnisses mit einem feindlichen Chan und Lästerungen gegen den Jslam beschul= digte, Stoddart, ein Mann von kränklihem Körper und {hwachem Charakter, nahm, entseht über das Schi>ksal seines Gefährten, den Islam an, aber selbst die Abshwörung seines Glaubens konnte sein Leben nicht retten gegen die finstere Tyrannenlaune eines halb wahn- sinnigen Herrschers. Auf den Verdacht hin, daß Stoddart heimlich Mittel suche, aus Bochara zu entkommen und zu dea Christen zurü>= zukehren, wurde er einige Monate nah Conolly’s Tode erwürgt. Weitere Einzelheiten über - dicse shauerlihe Geschihte wird uns der Missionair, dessen Ankunft in Teheran man jeden Tag erwartete, mündli<h bringen. Acht Christen - Sklaven, größtentheils Russen, welhe der Emir auf Wolff's Bitte freigegeben, begleiten den Mis= sionair.“‘

Eisenbahnen.

Die geseßgebende Versammlung zu Frankfurt a. M. hat in ihrer Sißung vom 24, August das Expropriations-Gesehß in Betreff der Ländereien, welhe von der Fraunkfurt-Hanauer Bahn durchschnit- ten werden, votirt, so daß nicht bezweifelt werden kaun, daß dieselbe bald in Angriff genommen werde.

Berlin-Franksfurter Eisenbahn. In der Woche vom 25. bis 31. August 1844 sind auf der Berlin- Frankfurter Eisenbahn 4015 Personen besördert worden.

Handels - und Lörsen - Uachrichten.

Berlin, 2. Sept. Dic Umsäße an heutiger Börse warcn sehr be- \c{ränkt, die Course der Eisenbahn -CEffektcn wcichend und auch am Schluß der Börse zeigte sich keine Festigkeit,

Auswärtige Börsen. 5% do. 99%.

Preuss. Pr

Amsterdam, 29, Aug. Niederl. wirkl, Sch, 61. 5% Span. 206. 3% do. —. Pass. —-. Ausg. —. Zinsì. —. Sch. —. Pol. 168%. Oesterr. 109. 4% Russ. Wope 90.

Antw erpen; 28. Aug. Zins]. —, Neue Anl. 195.

Frankfurt a. M., 39. Ausg. 5% Met. 112% Br. Bauk-Actien p. ult. 1962. Bayr. Bank-Actien 724 G. ; Hope 89! Br, Stiegl. 89 Br. Int, 60. Polo. 300 FI. 954 Br. do. 500 FI. 943 Br. do. 200 FI. 287 Br.

Hamburg, 3I. Aug. Bank Actien 1630. Eugl. Russ. 1133. P aris, 28. Aug. 5% Rente fin cour. 119, 75. 3% Rente fin cour. 79. 80. 5% Neapl. au compt. 97. 80. 5% Span. Rente —.

Wien, 28. Aug. 5% Met. 1105. 4% 1007. 3% 767. Bank-Actien 1598. Anl. de 1834 160%. de 1839 1265. Nordb, 142, Gloggn. 1105. Mail. 1085. Livorn, 1125.

Pass. —.

Berliner Börse. Den 2. September 1844.

" " Fonds. | Pr. Cour. Actien ly Pr. Cour. Brief. | Geld. Brief. | Geld. | Gem. l St, Sebuld-Sch. |3%| 1015 1005 [Brl.Potsd. Eisenb. 5| 169 _— Prämien - Scheine do. do. Prior. ObI.| 4 103% d. Seeb. à 50 T.|—| 90 897 Mgd. Lpz. Eiseub.|— 1893 —— Kur- u. Neumärk, do. do. Prior. ObL|4| 103 Schuldversebr./35| 100% Brel. Aob. Eisenb.|—| 1467 _— Berliner Stadt- do. do. Prior. ObI.| 4 | 103 bas Obligationen 35 101 TDüss. Elb. Eisenb.| 5 857 Danz. do. in Th.|—| 48 do. do. Prior. Obl.| 4| 98% Westpr. Pfandbr.|32| 100% | 993 Rhein. Bisenb. |6 T8L 1 Grossh. Pos. do.!| 4 anien 104 tho. do. Prior. Obl.| 4 97% do. do. |35| 99% ho. v.Staat gacant.|35| 975 —_— Ostpr. Pfandbr. (35| | 102 |Brl. Frankf. Eisnb.| 5) 140 R. Pomm. do. 35 100% do. do. Prior. ObI.| 10273 Kur- u. Neum. do. 35 1017 JOb.-Schles. Eisnb.| 4| 1147 Schlesische do. |35| 100% do. Lt.B. v. eingez. dl 1077 B.-St.E. Lt. A.u.B.|—| 118 | 117 Gold al marco. |— ua ez Magd.-Halbst. Eb.| 4| 110 109 Friedricbsd’or. |— 13%; 137 Brl.-Schw.-Frb.E.| 4 ——- _— And.Gldm. à 5 Th.|—| 11% | 114 fo. do. Prior. Obl. 4 | 1027 | Disconto. -—- 3 4 IBoonn-Kölner n 5 1307 tes Meteorologische Beobachtungen. 1844. Morgens | Nachmittags Abends Nach einmaliger I. Sept. | 6 Ubr. | 2 Uhr. 10 Ubr. Beobachtung. Lustdeuck . 341,06" Par.1341 03” Par.|340,91"” Far. | Quellwärme 8,1° R, Luftwärme « -+ 9,6° R. 16,3? R. + 11,5° R. | Flusswärme 12,9° R, Thaupunkt .,.. -F 8,6° R.|- 82° R.'+- 93° R.| Bodenwärme 13,4% R, Daunstsättigung | 93 pCt. 54 pCt. 85 pCt. Ausdünstung 0,012 Rb, Wetter ...-. beiter. heiter. beiter. Niederschlag O. S W. W. W. Wüärmewecbsel + 17,9" Wolkenzug - «- - W. —+ 10,2° R.

Tagesmittel: 341,00" Par... + 12,5? R... +8,17°R... T7 pCt. W.

Königliche Schauspiele. Dienstag, 3. Sept. Belisar, Oper in 3 Akten, aus dem Jta- lienishen, mit Ballet. Musik von Donizetti. Mittwoch, 4, Sept. Ein Sommernachtstraum. Donnerstag, 5. Sept. Der verwunschene Prinz. Hierauf: Lie- beshändel.

Königsstädtisches Theater.

Dienstag, 3. Sept. Eine Reise nah Spanien, Posse in 2 Abth., von B. A. Herrmann. Vorher: Ein Mann hilst dem andern, Lust- spiel in 1 Akt, von Frau von Weißenthurn.

Mittwoch, 4. Sept. Endlich hat er es do< gut gemacht. (Herr Koch, vom Stadt=Theater zu Riga: den Mengler, als Gast.) Vorher: Nehmt ein Exempel daran.

Verantwortlicher Redacteur Dr. F. W. Zinkeisen.

Gedruckt in der Decker schen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei.

[560] Nothwendiger Verkauf.

Das im Saaßziger Kreise in Hinterpommern belegene, auf 13,051 Thlr. 13 Sgr. 4 Pf. abgeschäßte Ritter-

s Allgemeiner Anzeiger. Ss 49, September, 14 Ubr, Sckanutma<hungen, |/im Lügswfgäle ergeben cin Die Direction der preuß. Südsee-Fischerci-Gesellschast. Schillow.

Schlutow. Weidener,

gut Gros Rohrphul soll in dem vor dem Herrn Ober- Landesgerichts-Neferendarius v. Schuckmann

am 15. November d. J., Vormittags 10 Uhr, anstchenden Termine in unserem Geschäfts-Lokale Erb- theilungs halber subhastirt werden. Die Taxe, der neueste Hypothekenschein und die Verkaufsbedingungen sind in unserer Registratur einzusehen.

Stettin, den 20. April 1844, Königl, Ober - Landesgericht. v. Moeller.

[1065] Bekanntmachung.

Bei Vertheilung der Brigitte v. Karwattschen Nach- 5S laßmasse haben solgende Perzipienda : 1) des angebli<h zu Biele in Polen verstorbenen N Stanislaus von Karwatt von 128 Thlr, 2 Sgr. 2 Pf., 2) des früher zu Surabin wohnhaft gewesenen Felix Hypolyt Jgnay Franz v. Zwauniecki von .….........- e v W 3) des angeblich zu Chronstowo in Polen verstorbenen Jg- naÿ von Suminskfi von. 119 » 4) der Sophic von Gronwald

Preis 20 Sgr.

[1066]

L919 is

Geschihte der Ausbreitung des Christen- thums unter den Heiden in der Kürze erzählt für den c<hristlihen Bürger und Landmann. Preis

gr. Schollen. Eine Sammlung kleiner Erzählungen,

Mußestunden eines Soldaten. Ein Kranz an- spruchsloser Lieder und Gedichte. Preis 15 Sgr. Auch is daselbst zu haben: Kühne, F. W,, An- weisung zum Weinbau und zur Weinberei- tung. gr, 8, geh. 15 Sgr.

In der Schlesingerschen Buch- und Musik- [1064]

dem Künstlernamen.

weilssen Zehen,

Preis 25 Sgr.

Felsing u. a. m.

Berlin, im September 1844.

Triomphe de Galathée nach Raphael, gest. v. BRichomnme, vor der Schrift.

Sposalizio (die Vermählung Joseph's u. Maä- riac) nach Raphael, gest. v. Longhi, vor der Schrift (mit den Versen in angelegter Schrift).

Madonna del Lago, nach Leonardo da Vinci, gest. v. Longhîi, vor der Schrift.

Entrée d’'Henri IV. à Paris, nach Gerard,

[1067] sCiterarische Anzeigen. gest. v. Toschi, vor der Schrift, nur mit

Bei C. F. Post in Colberg is so eben erschienen und dur<h sämmtliche B1chhandlungen Deutschlands

zu beziehen, in Berlin durch Ludwig Hold, Königsstraße Nr. 62, neben der Post:

„Der Herr hat zu seinem Volke geredet,“ Predigt über das, was der Herr am 26. Juli an dem preußischen Volke gethan hat, gehalten am 4, August.

Die Transfiguration Christi, nach Ra- phacl, gest. v. Desnoyers, vor der Schrift. Die Anbetun g der En ge l, nach Tizian, gest.

v. P. Anderloni, Künstlerdruck mit dem

C. G. Lüderitzsche Kunsthandlung,

Linden No. 27.

856 b e. D e 180» Muühlen- Verkauf.

Das mir hier gehörende Mühlen - Etablissement, an dem schiffbaren Fluß Passarge gelegen, von welchem die Mühle getrieben wird, vollständig eingerichtet mit vier Mahlgängen, einem Graupengang, ciner Oel-, Schneide- und Lohmühle, nebst dem abgesondert gele- genen neu erbauten Wohngebäude, Wirthschafts8gebäude A Garten, beabsichtige ih aus freier Hand zu ver- ausen.

Wassermangel tritt nie cin, und es is die Wasser- kraft groß genug, mindestens no< 8 bis 10 Mahlgänge quznegen,

{ußer 9 Thlr. Kanon und Wasserzins sind für die Mühle und sonstigen Gebäude keine Abgaben zu

Ass5um pta est Maria, nach Tizian, gest, v. leisten. Schiavon}, vor der Schrift, auf chin, Papier. Der Evangelist Johannes, i chino, gest. v. F, Müller, mit d. Schrift 1808. The blind Fiddler, nach D. VVilkie, gest, v. Burnet, vor der Schrift, auf clines. Papier. Distraining for rent, nach D. VWilkie, gest, v, Raimbach, vor der Schrift. Ausserdem mehrere andere schöne Blätter vor der Schrist ron R. Morghen, Toschi, Garavaglia, Forster, Richomme,

nach Domini-

Kauflustige ersuche ich, sich bis zum 1, Oktober c. bei mir bieserhalb zu melden. Braunsberg, den 15. August 1844. L. Schanuinsland, Wittwe,

Anderloni,

[840b] Verkauf einer Apotheke.

Die in der Stadt Loebau in der Königl. sächs. Oberlausitz alleinig befindliche privilegirte Apotheke mit einem jährlichen Umsatze von 4000 Thlr. stelit num den Preis von 40,000 "Thlr. mit 15,000 Thlr. Anzahlung, jedoch ohne Unterhändler, von Michae- lis d. J. zu verkaufen. Das Nähere 1st zu erfahreu

Ritterguts-Verkauf. Das im liegnizer Kreise zwei Meilen von

beim Besitzer C. F. Salzmann.

geborenen v. Suminska von 123 » 19 » 5 » handlung, Unter den Linden No. 34, ist erschienen

nicht ausgezahlt werden können, weil die Wohnörter und resp. Erben dieser Personen nicht zu ermitteln ge- wesen sind. Falls in 4 Wochen sich die vorbenannten Personen oder deren legitimirte Erben nicht meldcn e verden N Ben geno nebst den gewon-

al-Zinsen zur Justiz- i - - Kasse abgeführt Dinsen 3 Justiz-Offizianten-Wittwen

Marienwerder, den 44. August 1844, Königliches Pupillen - Kollegium.

[876 b] Behufs definitiver Feststell ; Hohen Ministerio remittirien Ea Eaae, R

zur Rechnungslegung, laden wir v zur Versammlung äl ï die Herren Actionaire

., J das beliebte Lied aus Köck U. (uste „Liebe, Liebe is mich nöthig, 9 Sgr, Diese Ausgabe allein enthält den auf der hiesigen Böhne ange- wandten Text, Fr, Kücken?'s neueste Composition „Die Bot-

schaft“ für Gesang m. Pfe, Op. 42. 175 Sgr,

Kupferstich- Liebhabern

(877»1) und Sammlern

erlauben wir uns einige ausgezeichnete Stiche, in schönen , zum Theil sehr seltenen Abdrücken, vor der Schrift, zu empsehlen, welche wir kürzlich für unser Lager gewonnen, als;

Liegniy und eine Meile von Jauer entfernt liegende Allodial-Rittergut Mert \h üb mit dem im {<hönauer Kreise gelegenen Nittergnte Rodeland (Forst- und Zinsgut) soll zur Erbtheilung im Wege der Privoat-Li- citation an den Meist- resp. Bestbictenden verkauft wer- den. Der Termin hierzu is auf

den 7. Oktober d. J., Vormittags um 9 Uhr,

im hiesigen Schlosse anberaumt, wozu cautions- und zahlungsfähige Käufer hiermit eingeladen werden. Der zur Information die- nende Gutsertrags - Anschlag, die neuesten Hypotheken- scheine, die Gutsfarten und das Vermessungs - Register, so wie die Kaufsbedingungen, sind täglich bei dem hie- sigen Wirthschafts-Amte einzusehen.

Mertschüß bei Jauer (in Schlesien), 26, Aug. 1844,

Otto v, Dresky, Fr. v, Dresky,

[861 B]

Eine in sehr gutem Re- nommé stehende pril. Apotheke in ‘eltièr der Haupt: 6nd Res: denzstädte des Königreichs Prenssen, welche über

9000 Thlr. jährl. Medizr-

nal-Geschäft macht, ist zu- verkaufen

durch den Auctions-Kommissarius Saul zu Breslau.

Das Abonnement beträgt: 2 Rthtr. für % Iahr. 4 Rthir. - 5 Iahr. S8 Rthlr. - L Iahr. in allen Theilen der Monarchie ohne Preiserhöhung. Insertions-Gebühr für den Raum ciner Zeile des Allg. Anzeigers 2 Sgr.

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Allgemeine

M 246.

Inhalt. attlicher Theil. y ; land. Provinz Westphalen, Amtlicher Erlaß in Beireff der

Z agdgerechtigkeit. -— Rhein-Provinz. Aus Castel (Gedächtnißfeier für nig Johann von Böhmen) und Neuwicd (Provinzial - Synode). Die Pilgerfahrten nah Trier. Briefe aus dem Magdeburgischen. (Landwirthschastliches.) Aus Posen. (Eisenbahn; Wahl des Erz- bischofes ; Selbstmord.) und dem Kreise Marburg. (Angebliche Ex- zesse zu Hellmern.)

Deutsche Bundesstaaten. Königreich Bayern. Nede bei Eröff- nung der General -Synode zu Baireuth. Königreih Sachsen. Ernennung, Königreich Württemberg. Hofnachriht, Groß - herzogthum Baden. Volksschriften-Vercin, Großherzogthum Hessen. Allerhöchste Verkündigung.

Frankreich. Paris. Angebliche Folgen der Schlacht am Jsly und nähere Angaben über deren Verlauf. Nachträgliches über das Bom- bardement von Tanger. Beruhigende Erklärungen der ministeriellen Presse. Organisation und Taktik der marokkanischen Armee, Schrei- ben aus Paris, (Die öffentliche Stimmung; die Sendung des briti- hen Besandten in Madrid nah Marokko.)

Großbritanien und Irland. London. Hofnachricht. Reise der Königin. Bestimmt erwarteter Besuch Ludwig Philipps, -— Der Prinz a adi Die Stimmen der Presse über die Siege der Franzoscn in Afrika. i

Schweden und Norwegen. Sto>holm. Reichêtags-Verhandlungenu.

Schweiz. Kanton Graubündten, Uebersiedelung der Felsberger. Kanton Zürich. Licentiat Eberhard, Kanton Wallis, Die walliser Deputirten în Turin.

Spanien. Schreiben aus Paris. (Politische Bedeutungen der Rück- kehr des Hofes; das spanische Haiti.)

Griechenland. Paris, Kolettis tritt an die Stelle von Maurokordatos,

V und Börsen-Nachrichten. Berlin, Börsen- und Markt-

ericht.

Reise -Skizzen aus Italien. Königl. Schauspielhaus. („Der verfolgte Wittwer“, ) Deutscher Verein für Heilwissenshast, Vermischtes,

Amtlicher Theil. Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht :

Dem seitherigen Direktor der Loebenichtshen höheren Bürger= \hule zu Königsberg in Pr., Dr. Moeller, den Rothen Adler-Or= den vierter Klassez so wie dem Kantor und Schullehrer Page ch zu Padligar bei Züllichau, und dem Servis-Controlleur Spener, das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen.

Anzeige

Es wird hierdur< ergebenst in Erinuerung gebracht, daß nach den wiederholt ergangenen Bekanntmachungen der Termin für die Einlieferung der zu der diesjährigen Kunst-Ausstellung der Akademie angemeldeten Gegenstände mit dem 7. September c. zu Ende geht, und daß Umstellungen zu Gunsten etwa später eintressender Kunst= werke unter feiner Bedingung gestattet werden können,

Berlin, den 30, August 1844.

Königliche Akademie der Künste, Dr. G, Schadow, Direktor.

Angekommen: Der Fürst Ludwig von Shönaich-Ca-= rolath von Amtih.

Der Königl. großbritanische bevollmächtigte Minister am Königl, sächsishen Hose, Forbes, von Stettin.

Der Königl. belgishe Gesandte am Kaiserl, brasilianischen Hofe, Achart de Tarzy, von Stettin,

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Königliches Schauspielhaus. „Der verfolgte Wittwer“.

Die Vorstcher von Gymnase, Vaudeville, Variétés, Palais - Royal, Ambigue, Folics dramatiques 2c. zu Paris haben die nicht leichte Aufgabe, dem verwöhnten Geschmack der nah neuen Gerichten hcißhungrigen dortigen Theaterfreunde tagtäglich pikante Schaugerichte in anziehender Abwechselung bieten zu müssen, Kein Wunder, daß da mitunter Manches aufgetischt wird, was vor der Kritik der dortigen ästhetishen Vatels keine Gnade findet, Wir Deutschen sind jedoch nicht so apprehensiv, daß wir uns nicht sogar diese mißrathenen Schüsseln auswärmen und noch cinmal vorseyzen ließen. So wurden wir auch am 28, August (zum erstenmale) mit eiínem aus dem Französischen von Weidmann überscyten Lustspiel „Der verfolgte Wittwer“ regalirt, das zur Zeit, als Frau Luise Adelgunde Viktorie Gott sch ed das deutsche Theater mit Bearbeitungen französischer Nachspicle von Leipzig aus versorgte, wohl gemundet haben würde, jeyt aber schwerlich viel Einladendes mehr hat. Die Erfahrung, daß ein noch rüstiger Wittwer, sofern er Geld hat, mit Heiraths-Anträgen verfolgt wird, is hier drei Akte hindur< an dic Schilderung der kleinen Bedräugnisse geknüpft, in die ein Wittwer, dcr solchen Verfolgungen ausgeseßt is und sich ihnen ent- ziehen will, dadur<h geräth, daß er sich von Paris zu einem Freunde na< Clermont begiebt, wo ihm von Jung und Alt noch \chlimmer als an seinem bisherigen Wohnort mit Heiraths-Anträgen zuge- seßt wird. Zum Glü>k wurde das Lustspiel rash und gut gespielt, sonst hâtte es auf der bewegten Welle der Meinungen leiht umschlagen können: die gute Laune der Madame Valentini (Madame Beaufeur) und der Herren Gern (Sachwalter Jolibois), Rüthling (Dumont) und Rott hielten es inzwischen aufre<ht, Letzteren möchten wir, nach dem Erfolg sei- ner pen ae Menard, gern öfter in derartigen jovialen Partieen eden: Madame erner is eine wa>ere Darstellerin heroischer Particen, aber für das Fach der komischen Mütter eignet sie sich noch uicht, u.

Reise- Skizzen aus Jtalien. (Vergl, A, Px. Z. 1843 Nr. 173 u. 1844 Nr. 5, 7, 16, 50, 70, 86, 102, 131, 173, 198, 199 und 243.) X1UI, Monte Casino. G* Monte Casino, 17. Aug. Sie werden es, hoffe ich, gern schen, wenn ih Jhuen, ehe ih Monte Casino verlasse, noch einige

Bertin;,

Naqhrichten über diescs Kloster mache, das wohl, wie wenige andere, allge-

Uichtamtlicher Theil.

Julaud.

Provinz Westphalen. Eine am 31. August ausgegebene außerordentliche Beilage zum 35sten Stück des Amtsblatts der Königlichen Regierung zu Münster enthält folgende Bekanntmachung des Königlichen Ober-Präsidenten vom 24, August:

„Durch vorzeitige Veröffentlichung eines Urtheils des Königlichen Ge- heimen Ober-Tribunals in cinem einzelne! Streitfall über die Jagdgerech- tigkeit in einem chemals fränzösischen Laudestheile, welches den betrcssenden Rechtsstreit noh nicht zur \<ließli<en Entscheidung bringt, die vicl- mehr no< erwartet werden muß, sind manche Grundbesitzer in die Meinung verseßt worden, daß es ihnen jetzt freistehe und zum Vortheil gereiche, E cigenmächtig in den Besiß der Jagd zu schen und diejenigen, welche si zur Zeit im Besitze befinden, mit Vorbeigchung der Obrigkeit an der Ausübung zu verhindern. Obgleich ih dem bewährten Sinne für Aufrechthaltung der ge- schlichen Ordnung vertrauen darf, daß diese Ansicht nur bei wenigen Jrregelei- teten Eingang gefunden haben werde, so muß i dennoch auch diese auf die Grundlosigkeit und Gescywidrigkeit derselben aufmerksam machen und sie vor den nachtheiligen Folgen, welche daraus unausbleiblih hervorgehen würden, wohlmeinend und ernstlich warnen, Es darf nicht übersehen werden, daß vorgedachtes Eikenntniß nur ein vorläufiges ist, daß darin noch nicht cinmal eine schließlihe Entscheidung des demselben zum Grunde lie- genden Rechtsstreites, sondern zunächst nur dic Aufhebung der früheren Ur- theile erfolgt und eine Vervollständigung der Justruction und nochmalige Entscheidung in erster Jnstanz angeordnet worden, und daß die cigentliche Bedeutung und das richtige Verständniß der bei der Entscheidung leitend gewe- senen Grundsäße erst durch das nah bevorstehende Schluß- Erkenntniß des höchsten Gerichtshofes erschlossen werden fönne, weshalb es übereilt sein würde, schon jeßt demselben eine Auslegung zu geben, die vielleicht der Ansicht des Geheimen Ober-Tribunals selbst gax nicht entspricht, Welche Ansprüche man aber auch aus dem Urtheile ableiten zu können vermeinen möchte, so darf doch immer die Verwirllichung derselben nur durch die von des Königs Ma- jestät eingeseßten Gerichts - Behörden erwartet werden, Der Weg R eh - tens is das einzige gescßmäßige Mittel zur Verfolgung dieser Zwe>e. Die Grundbesißer haben si daher jedcr eigenmächtigen Verfolgung derfel- ben und insbesondere jeder gewaltsamen Störung der jeyt im Be- size der Jagdgerechtigkeit befindlichen Personen bei Vermeidung der in den $8. 157 u. f. Tit, 20. Thl. 11. des A. L. L, angeordneten Strafen der un- erlaubten Selbsthülse zu enthalten, Möge demnach Niemand die Behörden in die betrübende Nothwentigleit verschen, ihn die Strenge des Geseyes empfinden zu lassen.“

Rhein-Provinz. Jun der Triexrschen Zeitung heißt es: „Am 26. August wurde in der Pfarrkirche des Dorfes Castel das zufolge Allerhöchsten Befehls. Sx. Majestät des Königs von Preußen auf ewige Zeiten gestiftete Aniversarium für den König Johann vou Böhmen, Grafen von Luxemburg, -den in der Schlacht bei Cressy am 26, August 1346 gefallenen Helden, feierli< abgehalten. Jn der regen Theilnahme, welche nebst den Pfarr-Eingesessenen au die Be- hörden und Notabeln des Kreises Saarburg und der Umgegend dieser jeßt zum fünftenmale begangenen Jahresfeier bisher geschenkt haben, spricht si< von dieser Seite unverkennbar die zuversichtliche Hoffnung aus, daß ‘die seit se<s Jahren zu Castel beigesebten irdischen Ueber- reste des ritterlihen Heldenkönigs daselbst ihre bleibende Ruhestätte behalten werden. Diese Hoffnung aber muß zur Gewißheit werden, wenn man die in den leßten Jahren mit sehr bedeutenden Kosten ausgeführten Vershönerungen des Grabgewölbes und der Umgebung desselben kennt und namentlih weiß, daß erst vor kurzem ein sehr ge- \{<mad>voller marmorner Altar in der Grab - Kapelle errichtet worden ist, daß ferner eine neue großartige Einfriedigung des ganzen Klaus-= beringes ihrer Vollendung nahe gebraht worden is, und daß endlich die dur< ein Unterhaltungs-Kapital von 1600 Rthlr. gestiftete ewige Lampe nächstens der Grab - Kapelle eine ganz besondere Zierde ver- leihen wird.“ Am 24. August wurde zu Neuwied die vierte rhei- nishe Provinzial - Synode dur< den Königl. Kommissarius, Herrn Bischof Dr. Roß, mit Vertrauen erwe>enden Worten, worin die

meines Juteresse in Anspruch nimmt, Bewahrend christliche Ordnung und christliche Zucht in zügellosen Zeiten, hegend Kanst und Wissenschaft in den Tagen finsterer Barbarei, shüßend auf A Altar das himmlishe Feuer, als es aller Orten zu erlöschen drohte, und unter günstigeren Umständen es dann wieder verbreitend über ganz Europa, hat Monte Casino sich unsterb- lichen Dank um die Menschheit erworben, und wer auch nicht mit Pilgerstab und Muschel hier erscheint, wird doch nicht diese Schwelle ohne tiefe Ehr- furcht betreten fönnen, Eine Geschichte von 13 Jahrhunderten hat die Abtei hinter sich, reich an Wechsclfällen aller Art, oft mit der allgemeinen Entwicfelung nahe genug verbundenz viel Glanz und viel Elend, viel Ver- chrung und viel Verfolgung stehen auf den Blättern dieser Geschichte ge- schrieben, und noch die leßten Seiten derselben sind mit Blut und Gräueln aller Art befle>t. Jch will das Andenken an die Vergangenheit nicht auf- frischenz wer sich über dieselbe belehren will, findet reichliche Auskunst in der Storia della Badia di Monte Casíno di D: Luigi Tosti. (Neapel 1842, 1843, Drei Bände), einer Schrift, die mit eben so viel Sachkenntniß als lebendigem Jnteresse geschrieben is; nur über den Zustand der Abtei, wie ih ihn eben jeßt fand, möchte ih einige Mittheilungen für folhe machen, welche cinen gleichen Antheil an derselben nahmen, wie ih. Alles in Allem genommen, glaube ih, daß dieses Kloster schlimmere Zeiten esehen hat, als die jetzigen, aber freilih au um Vieles bessere, und ein enifchwundenes Glück vergißt sich nicht so leicht.

Da, wo fi das breite fruchtbare Thal, welches der Liri durchströmt, mit dem fleinen Thale des Rapido trifft, lag das alte Casinum, von dem noch nicht unbedeutende Ruinen zeugen; cin Amphitheater, dessen äußere Mauern wohlerhalten sind, ein höchst merkwürdiges Grabmal in ganz un- verleßter Gestalt, alte Straßen, Trümmer von Wasserleitungen L, In cinem Pappelgebüsch am linken Ufer des Napido erheben sih drei kleine Hügel , sie bezeichnen die Stelle, wo einst die Villa des M. Varro stand, die dieser edle Römer zum Tempel der Musen heiligte, und die vom M. Antonius so arg entweiht wurde, Etwas nordöstlih von diesen Trümmern des Alterthums liegt S. Germano, eine Stadt von etwa 5000 Einwohnern, welhe dem Kloster M. Casino ihre Entstehung und dem Fleiße ihrer Bewohner jet einen leidlichen Wohlstand verdankt, Steil erhebt sih nördlich über der Stadt eine Anhöhe, auf der die oft genannte Rocca Jonulae liegt, ein Kastell mit festen Mauern und Thürmen, das der Abt Aligerno im 10ten Jahrhundert gegen die Gastalden von Aquino anlegte, jeßt halb verfallen und unbewohnt. Höher hinauf an dem Felsgebirge liegt dann auf einem von allen Seiten weit sichtbaren Punkte die berühmte

eitung.

Mittwoch den 4o September

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1944.

wohlwollenden Juteutionen Sr. Majestät des Königs und seine eigene freundlihe Gesinnung angedeutet waren, eröffnet, Mit einem zahl= reihen Klerus im Ornat an der Spibe, mit den Vexillen der Pfar= reien und den sämmtlichen Zunftfahuen, zogen am 29, August wohl über 1000 Pilger von Koblenz, Ehrenbreitstein und der Umgegend nah Trier. Man bemerkte in dem Zuge, dem der Ober-Bürgermei= ster von Koblenz das Geleit bis eine Stre>e vor die Stadt gab, so- wohl Tagelöhner wie Gelehrte, zarte Damen und greise Männer. Aus dem Herzogthum Nassau ziehen tagtäglih solche Prozessionen dur Koblenz, und die Mosel-Dampfböte hallen von den frommen Gesän= gen der Wallfahrer wieder.

X Aus dem Magdeburgischen. Jn Nr. 195 der Haude- und Spenerschen Zeitung wird die Errichtung von landwirthschaftlihen Lehr - Jnstituten für Bauernsöhne angepriesen. Es is nit zu verkennen, daß die bessere Führung der Oekonomie bei den bäuerlichen Wirthschaften besonders zu wünschen sei; allein es ist die Frage, ob dieser Zwe> au<h wirklich dur dergleichen In- stitute am besten erreicht wird, und ob niht dur das nachstehend vorgeschlagene Verfahren mit weniger Aufwande von Geld und in fürzerer Zeit dasselbe Ziel erstrebt werden könne. Man suche den Central-Verein (eine Vereinigung der wissenschaftlih am meisten ge= bildeten Landwirthe) dahin zu bewegen, in jedem Kreise in ein, zwei oder mehreren Dörfern bäuerliche Gutsbesißer aufzusuchen, welche sich gegen einen Zuschuß von vielleicht einigen hundert Thalern jährli verpflichten, daß sie ihre Wirthshaften ganz na< dem Willen des Central-Vereins führen, ihre Felder danach bestellen, ihren Viehstand danach nüßen.

Durch eine solhe Einrichtung wird zunächst den Einwohnern des betreffenden Dorfes, die Vorzüglichkeit der angeordneten Wirth=- schaftsführung sogleih praktis<h bewiesen, aber auch nähere und entferntere Nachbarn werden bald bemerken, wie viel Nußen sie bringt, dieselbe daher mit Frenden nachahmen, und so ginge das, was erfahrene und wissenschaftli<h gebildete Landwirthe als nüßlich erprobt haben, in der leichtesten Weise auf die Unerfahrenen über.

Der Bauernsohn, der nah der Ansicht jenes Artikels drei Jahre in dem Lehrinstitute zubringen soll, wird erst dann Gelegenheit haben, die dort erworbenen Kenntnisse anzuwenden, wenn er das väterliche Gut annimmt, denn erst dann hat er volle Gewalt und freie Hand in -der Wirthschaft. Die Annahme der Wirthschaft erfolgt aber ers \pät ; wir wollen nur zehn Jahre als den Zeitraum bezeihnen, welcher in den meisten Fällen bis dahin verfließt. Welche lange Zeit! und in ihr möchte wohl der größte Theil des mühsam Erlernten wieder vergessen sein, und die Wirthschaftsführung würde beim Alten bleiben, der Besuch des Lehr- Instituts also wenig genüßt haben. Nehmen wir ferner an, daß die Bauernsöhne, nachdem sie zwei Jahre hindur<h ihrer Militairpflicht genügt haben, dann no< dret Jahre lang das Jnstitut besuchen, also während fünf Jahren von der väterlihen Wirthschaft entfernt sein sollen, so stellt si< der Uebelstand heraus : daß wohl wenig bäuer= lihe Wirthe existiren werden, die der Hülfe ihrer Söhne so lange Zeit entbehren können, Besißer kleiner Güter, Kossäten, Halbspän- ner können dies gewiß uiht. Bei Errichtung von Lehranstalten ist erst in mehreren Jahren die Hoffnung vorhanden, daß, was dort Gutes gelehrt worden, in den bäuerlichen Wirthschaften ausgeübt werden fannz bier steht bei dem vorgeschlagenen Verfahren die Hoff= nung „als Wirklichkeit da“, ohne daß junge Landwirthe ihr Vater= haus, ihre einfahen Sitten und Kleidung, ihr ganzes Sein verlassen, um zwar gebildeter, aber ob auch moralisch besser? dahin zurü>zukehren Der gewöhnlihe Einwand der Bauern: „ja das geht bei uns nicht !“ ist durch den Augenschein beseitigt, denn hier wird das gleich ausgeführt, was tüchtige Landwirthe dur<h Fleiß, Erfahrung und wissenschaftliche Studien, dur< Anschaffung guter A>er-Werkzeuge sih angeeignet ha- ben, und Jeder kann si< von der Vorzüglichkeit der neuen Einrich= tung dur< das Anschauen der wohlgerathenen Feldfrüchte überzeugen.

Endlich ist no< zu erwähnen, daß in jeder Gegend eine solche

Abtei, aus der Ferne eher ein weitläuftiger Palast, als ein Klostergebäude scheinend. Verfolgt man den von S. Germano sich vielfach schlängelnden und doch immer steil ansteigenden Weg, fo gelangt man zu einzelnen Ka- pellcn, zum Theil verfallen, zum Theil neuerdings hergestellt, re<hts und links auf Felsplatten sind im Jahre 1820 von den Neapolitanern Steine zu unförmlichen Befestigungen zusammen gehäuft, die sich freilih sehr nuy- los erwiesen, hier und da stehen alte Eichen und bieten auf dem sonnigen Pfade erwünschten Schatten. Mehr als cine Stunde steigt man hinan, ehe si< die Pforte des Klosters zeigt, Vor derselben ist eine prächtige Linde, seit Jahrhunderten wohl die Lust und Freude der Mönche, die hier von der Welt abgeschieden leben. Nordwärts erhebt sich über M. Casino das Gebirge immer mehr und mchr, aus dessen Spiyen vor allen imponirend der mächtige M. Cairo hervortritt.

M. Casino is in Gestalt eines Nechte>s gebaut, die Südseite und Nordseite bedeutend länger, als die nah Ost und West liegenden Seïit-n, Demjenigen, der zum Kloster gelangt, liegt die Südseite vor Augen, die in drei Stocfwerkcn ziemli regelmäßig gebaut ist, die kleinen Fenster, hier und da von Belionen unterbrochen, geben dem Gebäude ein nichts weniger als freundliches Ausschen. Dieser Theil der Gebäude is für die Wohnungen der Kloster-Geistlichkeit, das Refektorium, für das Archiv, die Bibliothek und für die Aufnahme der Fremden bestimmt. Der gegenüberliegende südliche Theil der Gebäude bietet durchaus keine regelmäßige Form dar, hier befin- det sih jeyt die Dru>kerei, das Seminar der Diözese S. Germano und die Seitengebäude der Kirche, welche nah Osten liegt, wo ihr jedoch noch das Noviziat vorgebaut is, Nach Westen is zwiscben den beiden Hauptflügeln der Gebäude cine Terrasse freigelassen, gewöhnlich das Paradies genannt, auf der sich die Mönche um die Zeit des Sonnenuntergangs zu versammeln pflegen. Am nordwestlihen Theile des Klosters, unmittelbar un- ter den Gemächern, welche der heil. Benedikt bewohnt haben soll, öffnet si< dic {male Klosterpforte, und führt durch einen anstei- genden ganz bede>ten Gang, in dem eine alte Statue des Grün- ders der Abtei si< in einer Nische befindet, zu dem großen Hofe, Dieser ist in seiner Architektur ein Werk des 16ten Jahrhunderts, vier offene Hallen umgeben ihn, deren Bogen auf Pilastern von Travertin ruhen, über dem Gesims läuft eine Baluftrade von kleinen Säulen hin, welche die Brustwehr der Terrasse bildet, welche auf den offenen Gängen ruht, und die nah Westen, wie ih {hon erwähnte, eine völlig freie Aus- sicht gewährt, Junmitten des Hofes is ein {höner Brunnen , der von zwei korinthischen Säulen und einem Architrav gebildet wird. An diesen Hof schließen \si< nördlich und südlich zwei kleinere Höfe an, sehr ähnlich ín

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