1844 / 251 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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[893 b]

m 22sten lief in den Hafen von Cadix ein von Mogador fom- s el Dampfschiff an, das 200 maroffanishe Kriegs= gefangene am Bord hatte. Die Behörden berathshlagten, ob man sie in einem der dortigen Kastelle unterbringen solle, bis sie weiter fortgeshafft werden fönnten. Am 21stèn ging von Cadix _ ein fran= zösisches Dampfschiff, mit fünf Kauffahrtei - Schiffen im Schlepptau, ab, die mit Lebensmitteln für das Geschwader des Prinzen von Join- ville beladen waren. i j Dreiprocentige heute 27 auf 60 Tage, fünfprocentige 195 baar.

Griechenland.

Athen, 19. Aug. Das neue Ministerium hat nachstehende Proclamation erlassen:

„Se. Majestät der König hat uns mit seinem Vertrauen zu beehren und uns die Leitung der Staats-Angelegenheiten zu übertragen geruht. Die Zeit -Umstände sind ernst und kritisch ; aber in der Hoffnung auf die Vor- sehung, we!<e uns schon so oft die rettende Hand gereicht, im Vertrauen auf deu Patriotièmus , von dem Jhr so eben neue Beweise gegeben, auf den Geist der Ordnung, auf die Achtung vor dem Gesecze, welche dem grie- chischen Volke eigen sind, so wie nicht minder auf seine Bereitwilligkeit, den sozialen Fortschritt friedlich zu entwicln, haben wir dies Amt übernommen.

„Da wir nichts beabsichtigen, was wir nicht laut bekennen dürften, so sprechen wir hiermit deutli<h und aufrichtig aus, in welhem Geiste wir zu handeln gedenken. Wir hassen die Ausschließlichkeit, Gerechtigkeit und Un- parteilichkeit ist unser Wahljpruh. Alle Vorschriften unserer trefflichen Con- stitution und der bestehenden Geseße gewissenhaft anzuwendenz bei Beschung der öffentlihen Aemter vorzugsweise auf die der Sache der Unab- hängigkeit geleisteten Dienste Rücksicht zu nehmen, wenn sie zugleich von den nothwendigen Fähigkeiten begleitet sind; die Redlichkeit zu belohnen und die Schuldigen zu strafen; die möglich strengste Sparsamkeit einzuführen. Das if cs, was wir beabsichtigen, Da uns bei Erfüllung dieser Aufgabe das Vertrauen des Königs zur Stüße und Euer Beistand und Eure Eintracht zur Aufmunterung dient, so seid überzeugt, Mitbürger, daß, mit dem Beistande des Allerhöchsten, unsere Bemühungen für die Wohlfahrt des Landes von Erfolg scin und stets den theuren Ge- genstand Eurer Wünsche, den Ruhm und die Macht des constitutionellen

Thrones Sr. Majestät des Königs Otto, unseres geliebten Monarchen, zum Ziele haben wird.

ine der Pflichten, die zu ersüllen wir uns beeilen werden, is, die

Kammern zu eröffnen und jede Einmischung in dic noch nicht beendigten Wahlen zu verhindern.“ (Folgen die Unterschriften.)

O München, 2. Sept, Triestiner Handels - Briefe, die die= sen Morgen hierhergelangt sind, melden das Eintreffen des Dampf= \hiffes, welhes den Piräeus mit Passagieren und der griechischen Post am 22. August verlassen. Angeblih wäre bis dahin, obschon in Athen eine große Aufregung zu herrschen no< nicht aufgehört hätte, do<h dort weder die Ruhe gewaltsam unterbrochen, noch aber au<h das Wahlgeschäst beendigt worden. Auf den Empfang direkter Briefe aus Athen können wir erst morgen rechnen, Aeltere Mit= theilungen haben vorzugsweise die Amnestie vom 31, Juli alten Styls (12. August) für die Theilnehmer zweiten Ranges an den un= ruhigen Vorgängen in Akarnanien u. #. w. zum Gegenstand näherer Besprechung. Ihrem Jnhalte nach scheint dieser Gnadenakt (wenn er anders, wie doch wohl anzunehmen is , darauf bere<net war, die öffentliche Meinung günstiger für das gegenwärtige Ministerium zu

. .| Pr. Cour. : N Pr. Cour. Fonds. |#& e Actien. |& j : N / Brief. | Geld, | Brief. | Geld. | Gem, p J | / 1 E / St. Schuld-Sch, (34| 101 | 1001 [Brl.Potsd. Bisenb.| 5 | 167 | Prämien- Scheine do. do. Prior. Obl. 4| 103% | d. Seeb.¿ S0 T.|— 89% Mga. Lpz. Bisenb.) 182 S7: Kur- u, Neumürk./| do. do. Prior. Obl. 4| 103 | Schuläversebr, 32 1007 [Brl, Anh. Eisenb.|—| 145; Gs | Berliner Stadt- : do. do. Prior. Obl. 4 | 103 4 Obligationen |35| 101 TDüss, Elb. Eisenb. 0 | O f Danz. do. in Th.—| 48 do. do. Prior. Ob1.| 4| 98; —- | Westpr. Pfandbr.|35| 100% _— Rbein. Biseub. |5| 775 e J Grossh. Pos. do.| 4 104 [HWo. do. Prior. Obl. 4| 7% —_— do. do. |35| 997 G8> |do. v.Staat garant.|35| 975 _ | Ostpr. Pfandbr. |35| 102 Br]. Frankf. Eisnb,| 5 139 138-4 Pomm. do. 35| 1007 do. do. Prior. Obl. 4 | 102% _— | Kur- u. Neum. do, 35 100% JOb.-Schles. Eisnb.| 4 | 1 137 | Schlesiscbe do. |35| 1003 do. Lt.B. v. eingez.|—| 1075 | | B.-St.E. Lt, A.u.B.|—| 1175 | 165 | Gold al marco. |—| Magd.-Halbst. Eb.| 4 | 109 | Friedricbsd’or. 133 13% [BrI.-Schw.-Frb.K.| 4 | e And.Gldm, à 5 Th.|— 12 11% do. do. Prior. Obl./4 | 102% J Disconto. 3 4 |[Bonn-Kölner Esh.)| 5| 1305| | 1 I | |

1356

giebigen Schritt der Regierung triumphiren und nur desto leidenschaft= licher weitere Konzessionen fordern, bergen si<h’s die Anderen nit, daß eine gerihtlihe Freisprehung, oder auch selbst eine nachträgliche

Beguadigung der allenfalls verurtheilten Meuterer, weder im Allge- meinen zur Beschwichtigung der Gemüther werde wesentlich beitragen, no< in irgend einer Beziehung die {<wierige Lage der Regierung erleichtern fönnen. Von mehreren Seiten wird zugleih in Aussicht gestellt, daß die von der Amnestie ausgenommenen Gegner des Mi- nisteriums troß der Größe der ihnen aufgebürdeten Vergehen jeßt ohne große Sorge sih stellen und ihr Benehmen gerichtlih unter- suchen lassen könnten, indem sie s{werli< irgend eine Strafe zu ge- wärtigen hätten. Das Leßtere wird freilich zum Theil noh von der Stellung der Regierung selbst na< der Beendigung der Wahlen in Athen und nah der Eröffnung der Kammern abhängen.

Einige Deutsche, die in den jüngsten Wochen aus Griechenland zurückgekommen sind, gehören dem Handelsstande an. Man hört in politischer Beziehung nichts Neues von ihnen, wohl aber bestätigen sie die tiefe Stille im Verkehr, von der schon öster die Rede gewe- jen is, nur mit Ausnahme des Kleinhandels, welchen die zahlreichen Fremden beleben, und des Geldwuchers, der in Folge des Geldman- gels shwunghafter denn je zuvor betricben zu werden scheint.

Handels- und Börsen - Uachrichten.

Berlin, 7. Sept.

400 lun Die Stimmung an heutiger Börsc war für alle Effekten günstiger,

und deren Course crfuhren einen kleinen Aufschwung.

B 10er Wr 8 E€. Den 7. Scptember 1844.

stimmen) feinen Zwe>k nur wenig oder gar nicht erreiht zu haben. Die Gegner des Ministeriums , vorzugsweise aber die innigeren Freunde und Anhänger Theodor Griva® und seiner Genossen, dran= gen bekanntlih je länger desto heftiger auf das Aufgeben aller und jeder Verfolgung eben dieses Häuptlings und seines Anhanges. Diese fonnten somit durch die fragliche Amnestie, eben weil sie Theodor Grivas und neun seiner Gleihgesinnten ausnimmt und gegen sie eine

erichtlihe Prozedur vorbehält, nicht befriedigt werden, und eben so cheinen au alle diejenigen mit derselben uicht zufriedengestellt wor-= den zu sein, die cine sofortige Entscheidung der so viele Aufregung verursachenden Frage begehrten, sei es nun dur eine Amnestie für alle Kompromittirte, sei es durch ein definitives Verdammungs-Ur= theil über dieselben. Während daher die Einen über den ersten na<=

Bekanntmachungen. Nieder-Schlesische Zweigbahn-

Gesellschaft.

Der Herr Finanz-Mi- nister Excellenz hat mit- telst hohen Reskripts vom 20. August d. J. einige Punkte unseres in der General - Versammlung 9 vom 4, März d. J. be- rathenen Statuts bemän- gelt und zivar:

zu $. 5, wegen Erhö-

hang der Beträge zum Reserve-Fonds von % auf 2 pro Cent des Anlage Kapitals ; zu $. 9. wegen Entlassung der ursprünglichen Zeich- ner nach Einzahlung von 40 pro Cent des Nominal-Betrages z zu $. L1. wegen persönlicher Verhastung des ursprüng-

lichen Actienzeichners und dessen Cessionars; | Bail. von Reder. zu $. 19, wegen spezieller Namhastmachung der bei-

den breslauer Zeitungen, in denen die Jn-

serate erscheinen müssen z 1011] zu $, 20, wegen Berufung ordentlicher oder aüußer- [10

ordentlicher General-Versammlungen ;

zu $. 25, wegen Verlängerung der Frist Behufs der Legitimation der Actionaire zum Eintritt in die General - Versammlung von 1 af 8 Tagez

zu $. 26, wegen Vollmacht - Ertheilung af Nicht- Actionaire;

zu. $. 30, wegen genauerer Bestimmung der Amts- dauer der zeitigen Direktoren dahin, ob hier das Kalenderjahr oder das Betriebs- jahr gemeint sei z

zu $, 40, wegen allgemeinerer Fassung der Besugnisse

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wird während sehen, daß cs

münde,

zu $. 42, wegen Ausstellung eines Legitimations-At-

testes für die erste Direction, so wie wegen an jedem Montag, ciner ausdrücklichen Bestimmung hinsicht- an jedem Freitag, lih der Unterschrist bei den Quittungen, an

zu $, 64, u, 66, wegen Einholung des Ministerial- abe N Anse a er Dauer der Gesellschaft an jedem Donner zu $, 69, wegen- des Vorbehalts a B duuigung ; der Fahryläne und Tanife, so wie wegen der Bedingungen in Betreff der Benuyung der Eisenbahn für militairishe Zwecke. Unter Bezugnahme auf die $$, 20,, 23, und 24,

42 Uhr, von

Pr. Cour. Thlr. zu 30 Sgr | Brief. | Geld,

P Che Cour é

Mee lii co co ebote de cor 4s 250 FI1. Kurz | 1407 E O I E C E O CS 250 V1. 2 Mi. | 1395 | B Cp CiSs eGIELA 300 Mk. Kurz | 1505 | do ree Sa edu fvicth H de 300 Mk. | 2 Mi. dde Lo eat bo o o0d Eid bos e CLIUTI 1 LSt. 3 Mt. [6 2256 22% FALIS: ¿E ae 0 E00 GEMD I s 300 Fr, O | 794 | —— Wien: in 20 Nr, e ooo (ic ee feese 150 Fl. 2 Mit. V4 | - Augsbur@ ooo. 0020000000 0.20 150 FI. 2 Mt. 1024 Bresla eee e o ca dde 06e e000 00000 100 Thlr. 2 Met. 995 Lte Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss. 100 Thlr. | Ä E 00% 99! Fraukfurt a. M. südd. W.....-.-.- 100 FI1. 2 Mit. 156 22| - Petersburg «eco co eco ove c orre 1009 SRbI. | 3 Woch. | 107%. |

Allgemeiner Auzei

unseres als maßgebend anerkannten Siatuts berufen wir hiermit zur no<hmaligen Berathung änd Beschluß-

nahme der vorstehenden Punkte eine außeror- dentliche General-Versammlung

auf den 25, September d.-J., Vormittags

in dem neuen Saale des Rathhauses hierselbst, wobei wir bemerken, daß nah $. 25. unseres Statuts nur dicjenigen ursprünglichen Actionaire zur Ausübung des Stimmenrechts in der sammlung befugt sind, welche sih wenigstens einen Tag vor der General-Versammlung bei der Direction legiti- miren , daß der Actienbesiy noch immer so besteht, wie er in den Büchern der Geellschaft cingeschrieben ist. Endlich bringen wir noch den $. 26. unseres Sta- tuts in Ecinnerung, wonach nicht erscheinende Actionaire den Beschlüssen der Anwesenden unterworfen sind, Glogau, den 4. September 1844, Die Direction der Nieder - Schlesischen Zweigbahn- Gesellschaft.

und Altendorf. Lehseldt,

"d . Pf Sprinzessin“, Capt. Bluhm, des Septembers scine Reisen so fort-

vom 1. bis 16. September

__ von Stettin: an jedem Dienstag, Morgens 7 Uhr, nah Swinec-

an jedem Mittwoch, der Direction ; ; an jedem Sonnabend von Swinemünde:

jedem Dienstag, Mittags 1 Uhr, nah Stetiin, den Actien, Zins -Coupons und Dividen- an jedem Mittwoch,

denscheinenz an jedem Sonnabcnd, von Putbus: der Beamten in- an jedem Sra

,

ag,

om 18. bis 30. September

aber an jedem Montag, Mittwoch und Freitag, Mittags |! tettin nah Swinemünde, î

Auswärtige Börsen. Amsterdam, 3. Sept. Niederl. wirkl. Sch. GIS5.

5% do. 992

5% Span. 20%. 3% do. 34. Pass. 55. Ausg. —. Zins!. —. Freuss. Per. Sch. —. Pol. —. Oesterr. 1095. 4% Russ. Hope 917. Ánutwerpen, 2. Sept. Zinsl. —. Nene Aul. 195.

Frankfurt a. M., 4. Sept. 5% Met. 112 G. Bauk-Actien p. ult, 1957. Bayr. Bank-Actien 725 G. Hope 895 Br. Stiegl. 897 Br. It. 6057. Poln, 300 Fl. 95 Br. do. 500 Fi. 94% Br. do. 200 Fl. 285 Br.

Hamb UT&;, 5. Sept. Bank Actien 1625. Eugl. Russ. 1137.

London, 3I. Aug. Cons. 3% 98%. Ard, 225. Pass. 95. Ausg. Sch, 125. Int. 61. 5% 1007. Port. 43%. Bras. $84. Mex. 35. Peru 157.

P aris, 2. Sept. 5% Rente fin cour. 120. 75. 3% Rente fin cour. 80. 89. 5% Neapl. au compt. 98. 5% Span. Rente 30. Pass. —.

Wien, 3. Sept. 5% Met. 1103. 4% 1005. 3% 76%. Bank-Actien

1593. Anl. de 1834 150%. de 1839 126%. Nordb. 1405. Gloggn. 1082, Mail. 107. Livorn. 1113. Z

PolizéeiliGe Beraganntmaga ug. Funfzig Dukaten Belohnung.

Ein Unbekannter hat am 15. August c. von dem Wechselhause Arnstein und Eskeles zu Wien auf Grund eines falschen Kreditbriefes der General-Direction der Königl. preußishen Seehandlungs -Socie= tät und auf Grund falsher Wechsel des hiesigen Banquier= hauses Moriß Güterto> und Comp, eine Summe von 9657 Gul=- den 56 Kreuzer C, M. und die Transferirung eines Kreditbriefs für den Restbetrag von 3600 Rthlrn. auf die Wechselhäuser Balabio Besana et Comp. in Mailand, C. M. von Rothschild in Neapel und A. E. von Eichthal in München si< zu verschaffen gewußt, Der Betrüger is ungefähr 50 Jahr alt, mittlerer Statur, wohlbeleibt, hat blondgraue Haare, einen kurzen Ba>enbart, breites offenes Ge- siht mit regelmäßigen Zügen. Er trug einen blauen Fra> mit gelben Knöpfen, lichtfarbige Beinkleider und hatte ein Ordensband von weißer und blaßrother Farbe. Er hat si< für den Königl. preußischen Justizrath Prosh ausgegeben, welcher eine hochgestellte Dame auf Reisen dur Deutschland und Jtalien begleite.

Auf die Entde>ung des Thäters hat die Handlung Arnstein und Esfeles eine Belohnung von 50 Stü> Dukaten und den zehnten Theil der wieder herbeigeschaften ershwindelten Summe zugesichert.

Berlin, den 7. September 1844.

Königliches Polizei - Präsidium.

von Puttkammer. R «Sämmtliche Damen Berlins werden hiermit aufgefordert, ihre Theil- nahme cinem Verein zu schenken, der cs sih zum Zwe> gemacht hat, durch Anfertigung von Hand - Arbeiten cinen Berkauf zu bewerkstelligen, dessen Erirag zum Besten der schlesischen Weber verwendet werden soll. Keiner unserer Mitbürgerinnen is es wohl fremd geblieben, wie groß die Noth dieser unglücklichen Familien ist; wir hoffen daher mit Zuversicht auf cine baldige Hülfe. Gütige Beiträge an Hand - Arbeiten jeder Art werden bis

zu den leßten Tagen des Monats September angenommen durch

Frau Hofräthin Neumann, Madame Karoline Neo, Schügenstraße 7. Iohannisstraße 12.

die Tapisseriewaaren-Handlung der Witiwe Trübe, Breite Straße 18

Söônigliche Schauspiele. Sonntag, 8. Sept, Don Juan. Oper in 2 Abtheilungen, mit Tanz. Musik von Mozart, Dlle. Jazèdé: Donna Anna, als Gastrollen.) S Ju Charlottenburg: Der arme Poet. Schauspiel in 1 Aft, von Koßebue. Hierauf: Der Ball zu Ellerbrunn, Lustspiel in 3 Abtheilungen, von C. Blum.

Königsstädtisches Theater. Sonntag, 8. Sept. Kö>k und Guste. Vaudeville - Posse in 1 Akt, von W. Friedrich. Vorher: Der Wildfang. Lustspiel in 3 Akten, von Koßebue.

————C K E E

Verantwortlicher Redacteur Dr. F. W. Zinkcisen.

expedirt wird,

ger.

an jedem Dienstag, Donnerstag und Sonnabcnd, 8 Uhr Morgens, von Swinemünde nah Stettin Stettin, den 20. August 1844. A, Lemonius.

Gedruckt in dexr Decker schen Geheimen Ober- Hofbuchdruckeret.

Organisation einer besonderen Gerichts Abtheilung für diesen Geschäftszweig, ausschließli<h anvertraut. äh- rend dieser Zeit und während er späterhin als Mitglied der vorgedachten Abtheilung fungirte, erwarb er sich we-

[1083] E d 9 Uhr,

bevorsteh:nden General - Ver-

fentlich vorgeladen,

Metke. Graf von Logau

den und zu bescheinigen, sodann abcr

Das Dampfschiff „Kron: den 19, März

rehtli<hem Erkenntniß, so wie

wärtigen.

reihs Sachsen, am 21. Angst 1814,

tal L adung.

Nachdem der Gutsbesizer Johann Christian Tittel zu Fürstenwalde bei uns zur Anzeige gebracht, daß sein Bruder Johann Gotthelf Tittel, welcher im Jahr 1813 zum säch ischen Militair ausgehoben worden, seit dieser Zeit verschollen sei, und dabei zugleih den An- trag gestellt hat, dieserhalb mit Erlassung der Ediktalien zu verfahren; so werden genannter Johann Gott- helf Tittel oder, falls derselbe niht mehr am Leben, dessen ctwanige unbekannte Erben, so wie alle diejeni- gen, welche an dessen Vermögen Ecb- oder sonstige An- sprüche zu haben glauben, Gerichts wegen hierdurch öf-

den 4. Februar 1845, des Vormittags, an hiesiger Gerich!sstelle zu erscheinen, bezüglich ihre Ansprüche unter der Verwarnung, daß ansonst der abwesende Tittel für todt, die übrigen nicht erschienenen Gläubiger aber ihrer Forderungen an den- selben, so wie der, dem Einem oder dem Anderen etwa zustchenden Nechtswohlihat der Wiedereinsezung in den vorigen Stand, für verlustig geachtet we:den, anzumel-

1845 der Jnrotulatión der Akten und deren Versendung nach

den 21. April 1845 der Bekanntmachung dieses Erkenntnisses sih zu ge-

Schloß Lauenstein im Amtsbezirk Pirna des König- Gräflich Hohenthalshe Gerichte daselbst.

fentliche Verdienste um die Verwaltung des Hyopotheken- wesens des Stadtgerichts. 5

Er verband mit einer lebendigen und raschen Auf- fassung einen seltenen Scharfbli>| und vermochte bci ungewöhnlih:-r Geschäfts -Bewandheit große Arbeits=- massen mit Le:chtigkeit zu überwältigen, Dersclbe ge- noß die Achtung und Freandschast seiner Amtsgenossen in demsclben Maße, als das Vertrauen seiner Mitbür- ger, für welche er auch als Mitglied des städtischen Bür- gerrettungs-Vercins wohithätig zu wirken bemüht war.

Der Staat erkannie seine Verdienste durch die ihm durch die G1ade des Königs zu Theil gewordene Ver- leihung des Rothen Adler-Ordens vierter Klasse bercits | unterm 20. Januar 1833 an.

Das Königliche Stadtgericht verliert in ihm eines seiner ausgezeichnetsten Mitglieder, die Gerichts-Eingce- sessenen einen richterli<hen Beamten, der ihnen durch seltene Geschäfts-Erfahr1ng und Gewandtheit von un- \chäßbarem Werthe war.

Berlin, den 5, September 1844,

d) . vunst- Annonce.

Für diejenigen Herren und Damen, welche sih im Kunstgesange gründlich ausbilden wollen, sei's, um ihn als Künstler oder Lehrer zu ihrem Lcbensberufe, sei's, um ihn als Dilettanten zur Quelle eigener Erholung und Kultur zu machen, eröffnet das hiesige Gesang- Konsecvatorium mit Anfang Okiober einen neuen Kur- sus. Dicjenigen, welche dabei vorzugsweise berücksich- tigt sein wollen, mögen ihre Meldung im Lokale der Anstalt , Louisenstr. Nr, 13a Bel - Etage, so bald als

[873 b]

Der Herr Stadtgerichtsrath Carl

/ Morgens 8 Uhr, berg

,

gn trat, Vormittag, nah der Ankunft | 2

von Stettin nah Rügen,

| Mute 11 lhr, nah winemünde z

August Lan- gerhans, geboren am 25. Mai 1776 zu Alt-Lands- Sohn des dort verstorbenen Ober-Predigers Lan- nahdem er 3 Jahre lang zu Halle die

echte studirt, am 4, Mai 1797 beim hiesigen König- lichen Stadtgericht als A 1stuliator eín, 1798 wurde er zum Referendarius, am 26, Juni 1890 zum Assessor und am 7. August 1810 zum Rath bei dem hiesigen Königlichen Stadtgericht befördert. Unterm 4. April 1840 wurde er zum Fabrifen-Richter ernannt, wel<hem Amte er bis zu seinem Ableben mit vielem Er- folg vorstand. Seiner Leitung war während einer lan- gen Reihe von Jahren die Reorganisation und Bear- beitung des stadtgerichtlichen Hypothekenwesens, bis zur

K r. möglich besorgen. A Berlin, den 21. August 1844. ae, 5 Uhr, nah Swine- Das Direktorium, Z münde und Rügen, [1085] N et 1-04, 0: g! ie B Mi

Die Blumen-, Frucht- und r Gemüse-Ausslellung

am Opernhanse ist täglich von 8 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends geöffnet. Enirce 5 Sgr. Kinder 25 Sgr.

Sonntag von 7 bis 9 Uhr ist der Besuch Gürt- ner-Gehülsen 1nd Gärtner-Lehrlingen gegen Vorzei gung einer schristliehen Beglaubigung unentgeltlich gestaltet.

Im Jahre

(Mad. Palm-Spater: Donna Elviraz |

" Nichtamtlicher Theil.

Das Abonnement vrekrägt; 2 Rthir. für 4 Iahr. 4 Rthlr. - 5 Iahr. 8 Rihlr. - 1 Iahr. in allen Theilen der Monarchie ohne Preiserhöhung. Inferlions-Gebühr sür den Raum einer Zeile des Allg. Anzeigers 2 Sgr.

Allgemeine

Preußische Zeitung.

Alie Post-Anstalten des In- und Auslandes nehmen HSestellung auf dieses Slatt an, für Serlin die Expedition der Allg, Preuss. Zeitung: Friedrihsstrasse Ür. 72,

M 251.

Inhalt. Amtlicher Theik. l E E Inland. Schreiben aus Tilsit. (NRcise Sr. Majestät des Königs.) Rhein-Provinz. Berathungen über die Lage der Weinproduzenten. Der Vertrag mit Belgien. Die Kunst-Ausstellung zu Köln, Briefe aus Königsberg. (Neise des Prinzen Kal von Bayern) und Posen. (Máßigkeits-Vereinez Gefellschaft für Herausgabe von Élementar-Schul- büchern.) E Deutsche Bundesstaateu. Königreich Bay ern. Der protestantische Gottesdienst in Kissingen. Königreich Hannover, Minister von Schecle 4, Anlage einer Winter-Passage über den dörper Marsch. Großherzogthum Luxemburg. Amnestie, Freie Stadt Ham- burg. Der neue israelitische Tempel, “a S Oesterreichische Monarchie. Wien, Neise Jhrer Majestät der Köni- gin von Preußen. Uebcreinkunft mit Neapel wegen Aushebung der Nachsteuer. Venedig. Trauergottiesdienst für die beiden Bandieras. Frankreich, Paris. Uebergabe der am Jsly eroberten Fahnen. Audienz. des Herrn Thiers. Abreise Martinez de la Rosa’s. Auf- forderung an die Zöglinge der polytechnischen Schule, Zustand der Dinge in Marokko, Antiklerikalische Beschlüsse von General-Conseils. Schreiben aus Paris, (Marokko und Otaheiti; die beabsichtigte Zu- \sammenkunst der Legitimistenz Blick nah Montevideo.) Großbritanien und Jrland. London. Se. Königl, Hoheit der Prinz von Preußen in Windsor. Vorbereitungen zur Taufe und zur Parlaments - Prorogation. Angebliche Erledigung der otaheitischen Streitfrage. O'Connell's Prozeß vor dem Oberhause.

Niederlande. Aus dem Haag. Nückehr des Königs. : Belgien. Brüssel. Annullirung des Beschlusses der lüttiher Provin-

zial-Deputation hinsichtlih der Bittschriften - Ueberreichung. Erfolg der preußischen Denkschrift.

Dänemark, Schleswig. Stände - Verhandlungen: Vorberathung übcr die Städte-Ordnung.

Portugal. Schreiben aus Lissabon. (Der Hofz ruhige Stimmung.)

Griechenlaud. Schreiben aus München. (Der Ministerwe<sel und die Wahlen der Hauptstadt.)

Türkei, Konstantinopel. Rückkehr von Wutfitsch und Petroniewitsch nah Serbien. Die griechiscben Tagesblätter in der Türkei verboten, Die Pforte will die Christen in Albanien entschädigen. Verurtheilung der albanesischen Häuptlinge. i i

Tunis, Schreiben aus Paris. (Das französische Geschwaderz die Dif- ferenzen mit dem niederländischen Konsul.) :

Eisenbahnen. Zweigbahn von Duisburg zum Rhein und zur Ruhr, Die Thüringische Bahn. ;

Handels- uud Börseu-Nachrichten. bericht,

Berlin. Vörsen- und Marlkt-

Amtlicher Theil.

Bekanntma P. j Der Schluß der diesjährigen Post - Dampfschifffahrt zwischen Stettin und Ystadt findet am Donnerstage, den 10, Oktober c, statt, an welchem Tage das Dampfschissf zum letenmale von Steitin nach Ystadt abfährt. L Berlin, den 8 September 1844. General-Post-Amt.

Die unterzeihnete Kommission für die Gewerbe-Ausstellung hatt

Beranlassun( ; L D N taradd zu bringen, daß dic Ausstellung am Dienstage geschlossen, an den übrigen Wochentagen von 10 bis 5 Uhr, am Sountage von 11 bis 5 Uhr zum Besuche geöfsuet itz 2) darauf aufmerksam zu machen, daß die ausgegebenen Frei= Karten nur zu persönlicher Benubung entweder des darin benannten Eigenthümers oder der Theilhaber der darin bezeid)= neten Firma berechtigen ; S 3) U EAG daß Kinder -Eintritts-Karten zu 25 Sgr: ino persönliche Abo n nement s-Karten für die Dauer der Aus= stellung zu 2 Rthlr. an der Kasse zu erhalten sind, Berlin, den 21. August 1844. i | : Kommission für die Gewerbe- Ausstellung in Berlin. Viebahn. Das 32ste Stück der Geseß-Sammlung, welches heute auêge= geben wird, enthält: unter j Nr. 2490, Das Allerhöchste Patent wegen Aussebung. eines von fünf zu fünf Jahren zu ertheilenden Preises von Tau= send Thalern Gold für das beste Werk der deut= \hen Geschihte. Vom 18. Juni d. J., und » 2491. Die Allerhöchste Kabinets-Ordre vom 18. August d. J., betreffend die Porto-Ermäßigung für Brief- und Sthrif= ten-Sendungen. Berlin, den 9. September 1844.

Angekommen: Der Fürst zu Lynar, von Dresden. / Der Fürst Karl Wilhelm Auersperg, Herzog zu Gott- {<hee, vou Prag. / - Abgereist: Der Fürst Eduard von Schönburg=-Har- tenstein, nah Wien.

E R M R E S 1 a gr OEETTTE C R R E TSIININ T T I D TI E? —— E

Inlaud.

% Tilsit, 5. Sept. Se. Majestät der König, welcher vorge- stern früh vor 6 Uhr mit Sr. Königl. Hoheit dem Prinzen Karl von Bayern Königsberg verlassen hatte, traf Mittags 1 Uhr, beglei=- ‘jet von dem Herrn Staats- und Kabinets-Minister von Bodelschwingh, ‘dem kommandirenden General Herrn Grafen zu Dohna und dem Herrn Ober - Präsidenten Bötticher, in unserer festlich geshmüdten Stadt ein, und begab Sich sofort auf das mit cinem zweiten Dampf=

|

| an den Ufern standen die Bewohner

Berlin, Montag den Jeu September

boot bereit gehaltene shöne Schiff „Friedri Wilhelm“, mit welchem

| sogleih, nah Empfang der Behörden auf der als Vorsaal dienenden

fliegenden Brüde, die Reise nah Memel fortgeseßt wurde. Ueberall J cchagarenweise und begrüßten den geliebten Landesvater mit jubelndem Zuruf, eben so auf dem Haff bie zu beiden Seiten in langen Linien aufgestellten Fischerböte. Mit dem Einbruch der Dunkelheit waren auf beiden Ufern große Freuden- feuer angezündet, die lange Reihe der hohen Wind -Schneidemühlen in der Vorstadt Schmelze und eben so alle Schiffe in dem Hafen von Memel erleuchtet, Den glänzendsten Anbli> bot die brillante Jllu- mination der Stadt und des hochgelegenen Kommandantur-Gebäudes auf der Festung dar, in deren Nähe Se. Majestät unter unbeschreib- lihem Jubel der Einwohner landete und Sich zur allgemeinen Freude zu Fuß, von einem Fad>elzug begleitet, in die Dienstwohnung des Landraths Waagen, wo das Nachtquartier genommen war, begab.

| Hier ließen Se. Majestät die Schübßengilde, die Bürger-Garde und

berittene Schaaren der jungen Kaufmannschaft, des Schlächter-Gewerks

| und zahllose Landleute beiderlei Geschlechts zu Pferde vor Sich vorbeidesili=

ren, und die Freudenrufe endeten erst in später Naht. Nachdem gestern früh, um 7 Uhr eine Fahrt in die Umgebungen der Stadt und nach dem Leuchtthurm gemacht worden war, begaben Se. Majestät Sich um 11 Uhr auf das gedahte Dampfschiff, mit welchem die Fahrt hierher in 10 Stunden zurückgelegt wurde, Auf derselben waren ebenfalls bei eintretender Dunkelheit die Ufer überall durch große

Freudenfeuer erleuhtet und zahlreiche Böllerschüsse ertönten von allen Seiten. Durch glänzend erleuchtete Straßen begaben Se.

Majestät Sich hier in Tilsit unter niht endendem Jubelruf in die zum Nachtquartier genommene Dienstwohnung des Ober-Post-Direk= tors Nernst und empfingen abermals die Behörden der Stadt und die Stände der Umgegend, so wie den zur Bekomplimentirung Sr. Majestät angekommenen General-Gouverneur von Wilna, General= Lieutenant Mirkowitsh und den russischen General-Konsul von Lies= und Esthland, von Wöhrmaun. Während der Abendtafel wurden vor den Fenstern von einem Männerchor Gesänge ausgeführt, die mit dem erhebenden Volksliede und zahllosen Lebehochs schlossen. Heute früh 9 Uhr haben Se. Majestät bei fortwährend {<önem Wetter die Weiterreise nah Trakehnen angetreten.

Rhein-Provinz. Zu Trarbach haben zu Anfang Sep- tembers Berathungen über die Lage der Weinbauer stattgefunden. Der Ober-Präsident der Rhein-Provinz und der Provinzial-Steuer= Direktor nahmen, nebst mehreren höheren Verwaltungs-Beamten, an denselben Theil. Unter der Aufschrift „Vom Rheine, 4, Sept.“ enthält die Kölnische Zeitung den nachfolgenden Artikel: „Der Abschluß des Handels= und Schifffahrts-Vertrages zwischen dem Zoll= Vercin und Belgien is, wie in politischer, so auch in fommerzieller Hinsicht von der größten Bedeutung. Für den Niederrhein und be=

sonders für Köln, der Hauptstadt von West-Deutschland, wird er die

wohlthätigsten Folgen haben, denn dur<h ihn wird es müg-= ib; daß dasselbe wieder einen ähnlichen Glanz erreicht, wie zu den Zeiten der Hanse. Das belgische System der Un-

terscheidungs - Zölle läßt den Transit durchaus unberührt und be= rüsihtigt nur die direkte Einfuhr zur See. Da nun der Transit auf der Eisenbahn völlig frei ist, so kann Köln sih auf die ausge= dehnteste Weise bei der Seefahrt nach allen Erdgegenden direft be- theiligen. Wir wissen , daß bereits seit längerer Zeit unternehmende Männer in dieser Stadt mit dem Plane umgingen, sih der Rhederei zuzuwenden und fölnische Seeschiffe auf den Ocean zu \chiden, ein Plan, welcher in jeder Beziehung Aufmunterung verdient und dessen Ausführung in ganz Deutschland auf die allgemeinste Billigung zu rech= nen hat. Jett sind sie durch nichts mehr gehindert, ausgedehnte See- fahrt zu treiben und sich bei dem transatlantischen Handel direkt zu be= theiligen. Die großen Vortheile, welche dadurch erzielt werden, brauchen wir nicht erst nachzuweisen, Die preußischen Fahrzeuge sind, laut dem Vertrage, vom 1, September an auf ganz gleichen Fuß mit den belgischen gestellt, sowohl was das Schiff, als was die Ladung anbelangt. Es hängt also nur von den Kölnern ab, in welcher Ausdehnung Antwer- pen unser Seehafen werden soll, Die Eisenbahn hat ein Interesse dabei, den Transport \o billig als möglich zu stellen; und Waaren, die heute in Antwerpen ausgeladen werden, können unter günstigen Umständen anderen Tages in Köln eintreffen. Antwerpen kann für Köln, als dessen entfernte Vorstadt man es betrachten muß, etwas Aehnliches sein, wie Leith für Edinburgh. Köln hat nun die erfreu- lihe Aussicht, < zu einem Mittelpunkte und einem Haupt - Nieder- lagsorte für den Handel von West-, Süd- und einem großen Theile Mittel - Deutschlands zu gestalten, wie es feinen zweiten giebt, An Kraft, Muth, Unternehmungsgeist und geschi>ter Benußung der Um= stände wird es bestimmt nicht fehlen.“ Die kölnishe Kunst - Aus= stellung hat in diesem Jahre die erfreulichsten Resultate gehabt, denn von Privaten wurden für mehr als 5000 Rthlr. gekauft, und der Verein selbst kaufte für etwa 9000 Rthlr. an, ein Ergebniß, wie es wohl bei wenigen deutschen Kunst-Vereinen erzielt wird. Vie Anzahl der Actionaire nimmt mit jedem Tage zu. Man will jeßt auch zu Köln den Versuch einer Holzpflasterung machen.

% Königsberg, 3. Sept, Wie verlautet, wird Se. Königl. Hoheit der Pri Karl von Bayern, Höchstwelcher mit des Königs Majestät von hier abgereist ist, von Stralsund aus die Jnsel Rügen besuchen.

A Posfen, 3. Sept. Der Eifer in Errichtung von Mäßig- keits-Vereinen greift im Großherzogthum immer erfreulicher um st<. Schon sind im Junteresse der leßteren, namentli<h in Gegenden mit rein polnisher Bevölkerung zahlreiche Gesellschaften zusammengetreten, weil hier dem Uebel des Branntweingenusses vorzugsweise zu steuern nothwendig ist. Der Pfarrer von Biezdrowo kündigte am 25. August von der Kanzel herab dem versammelten Volke die Eröffnung des sür die Pfarrei begründeten Enthaltsamkeits-Vereins mit Worten an, welhe große Theilnahme in der Gemeinde fanden. Nur mußte man si< wundern, daß er si< in seiner Anrede bloß an die männlichen Zuhörer wendete, und die weiblichen stillshweigend von dem Eintritt in den Verein aus\<loß. Wenn es die Absicht des ehrenwerthen Pfarrers war, dem Verein dur Heranziehung bloß männlicher Mit-

1844.

glieder einen würdigeren Ernst zu geben, so ist diese Absicht zwar an und für si< re<t anerkennenswerth, die Rücksicht jedoch, daß die zu heilende Krankheit unter dem weiblihen Geschle<ht fast eben so ge- fährli<h um si< greift, wie unter dem männlichen, würde für die Abnahme des Mäßigkeits-Gelübdes von Frauen stimmen lassen.

Die hier konstituirte Gesellschaft für Herausgabe von Elementar= Schulbüchern hat in einem der hiesigen Journale einen Prospekt dru>en lassen, wogegen von einem anderen Journale behauptet wird, daß die Gesellschaft ein mehr tröstlihes, als natürliches Verfahren einshlage, und auf ihrem mechanisch-gewaltsamen Wege nicht das Resultat freier Geistesbildung erreichen werde,

Ausland.

Deutsche Bundesstaaten.

Königreich Bayern. Der preußische Domherr , Freiherr von Bram zu Brandenberg, hatte si< vor einiger Zeit, im Verein mit einigen Kurgästen, von Kissingen aus an Se. Majestät den König von Bayern mit dem Gesuche um Herstellung eines neuen Gebäudes für den protestantishen Gottesdienst gewendet, da die Lo= falität, worin derselbe bisher während der Kurzeit in Kissingen ab= gehalten wurde, unzulänglich sei. Auf diese Eingabe haben des Kö= nigs Majestät unterm 29. August nachfolgende, von der Augsburger Allgemeinen Zeitung zur öffentlichen Kenntniß gebrahte Erwie= derung zu erlassen geruht : ; y

„Herr 2c. Die Räume, welche seit mehreren Jahren zu Kissingen für den Gottesdienst der protestantischen Kurgäste eingerichtet und geöffnet sind, wurden von Mir ihrem Zweck entsprechend gehalten, da in feinem früheren Jahre Klagen über deren Unzulänglichkeit an Mich gelangten. Ih habe nun aber gleich nah Meiner Zurückkunst aus Jtalicn in Folge Ihres (und der übrigen protestantischen Kurgäste in Kissingen) Mir dahier zugekommenen Schreibens vom 3, August Erkundigungen über die Beschaffenheit jener Räume eingezogen und ersahren, daß sic wirklich ungeeignet wären. Sie sagen Mir in Ihrem Schreiben, daß Ich ‘mit gleicher landesväterlicher Liebe Meine protestantischen wie Meine katholischen Unterthanen umfassez Sie versprechen sih mit Vertrauen von dieser Gesinnung auch die Abhülfe des Mir vorgetragenen Wunsches und Bedürfnisses der nach Kissingen alljähr- li< aus dem Jn- und Auslande kommenden protestantischen Kurgäste. Es hat Mich gefreut, hierin Meine wahre Gesinnung erkannt zu schen, und Jch habe vor, zu Kissingen für die gottesdienstlichen Uebungen der pro- testantischen Kurgäste während der Kurzeit cin paßliches Gebäude auf Staatskostcn (und nicht dur Beiträge der Kurgäste selbst, wie Sie in Jhrem Schreiben andeuten) ohne Zeitverlust herstellen zu lassen. Judent Jch Sie, Herr 2c., hiervon in Kenntniß seße, versichere Jh Sie Meines Königlichen Wohlwollens 2c,“ f

Wie wir, heißt es in der angeführten Zeitung, aus zuverlässigen

Quellen erfuhren, sind ín fragliher Beziehung bereits gemessene Be= fehle an die betreffende Stelle Mid t A

Königreich Hannover. Die Hannoversche Zeitung vom 6. September meldet den auf dem Gute Shelenburg erfolgten Tod Sr. Excellenz des Staats - und Kabinets - Ministers Freiherrn von Schele. Die Ostfriesish e Ztg. meldet unterm 22. Aug, „Aus demEmslande“‘: „Heutewurde die Anlage einer Winter=-Passage über die Dörper Marsch, von Dörpen bis zur Ems, dem Hunfelde gegenüber, in Angriff genommen, und dadurch zugleich den Bewohnern des lin= fen Ems-Ufers, zu ihrer größten Freude, eine stete gefahrfreie Ver= bindung mit dem rechten Ufer eröffnet. Der Mangel einer solchen hat von je viele Unfälle veranlaßt. Schon mehrere Menschen fanden, wenn die Ems ausgetreten, auf den überströmten Marschen ihren Tod. Welche Bequemlichkeit und welchen Nußen diese Wege - Anlagen den Reisenden und Waarenzügen im Allgemeinen es ist eine Heer= straße nah Holland, namentlich nah den Provinzen Groningen und Westfriesland vorzügli aber den Bewohnern des linken Ems= Ufers gewährt, leuchtet Jedem ein, dem bekannt, daß die leßteren bisher, bei Hochwasser, fast von allem Verkehr abgeschnitten , gleih= sam vom eigenen Königreiche getrennt sind, und es auf der ganzen Stre>e, von Meppen bis hinunter na< Halte in Ostfriesland, an einem sicheren Uebergangspunkte über die Ems fehlte.“

Großherzogthum Luxemburg. Dur< Verordnung vom 18, August d. J. hat der König Großherzog verschiedenen öf= fentlihen Beamten, welche im Februar 1833 durch die Assisen ver= urtheilt wurden, weil sie die niederländische Regierung verlassen und zur belgischen übergetreten waren, völlige Amnestie bewilligt.

Am 5. September wurde der

Freie Stadt Hamburg. F Mehrere Senatoren

neue israclitishe Tempel feierlich eingeweiht, waren zu dieser Festlichkeit eingeladen.

Oesterreichische Monarchie.

Wien, 3. Sept. (A. Z.) Morgen wird Se. Kaiserl. Hoheit der Erzherzog Ludwig von Jschl hier zurückerwartet, und an demsel= ben Tage verläßt au<h Jhre Majestät die Königin von Preußen die= sen Badeort, um sich nach Berchtesgaden zum Besuch ihrer dort ver= sammelten hohen Anverwandten zu begeben. E j

Das Amtsblatt der Wiener-Zeitung enthält eine zwischen Oesterreich und Neapel abgeschlossene Uebereinkunft, wodurch die Ab= fahrts- oder Abzugs\teuer (Nachsteuer) gegenseitig aufgehoben wird.

Venedig, 28. Aug. (A. Z.) Die Gattin des Vice - Admi= rals Bandiera is nicht, wie irrthümlich gemeldet worden, gestorben; sie wohnte vielmehr vorgestern dem in einer der hiesigen Kirchen veranstalteten Trauer-Gottesdienst für ihre Söhne bei, die, wie man ihr gesagt hat, in einem Gefechte gefallen sind. Man glaubt, der Baron Bandiera werde dem Marine - Ober - Kommando zugetheilt werden.

Frankreich.

Paris , 3. Sept. Gestern wurden die von dem ina des Prinzen von Joinville zu Mogador eroberten Fahnen , se<s an Oberst Dumas, Adjutant der diese

der Zahl, im Juvalidenhause aufgestellt. des Königs, begleitet von dem Korvetten-Capitain Bouet,