1844 / 262 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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nd Jhre Königl. Hoheiten die Prinzen Johann und Albert Sah En ben Falle eintressen wohin Jhre Majestäten der König und die Königin nebst dem rinzen Karl von Bayern mit kleinem Gefolge ebenfalls reisen, während die übrigen Herrschaften hier ver= bleiben. Die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften nehmen ihr Nadhtlager theils in Gie ichenstein, wo die sächsishen und S Gáste wohnen, Me iee G ergien Garten, den die preußischen en Herrschaften beziehen. Aner Ns ha ist Manöver bei Lauchstädt, dann Familientafel in Halle. Abends kehren Jhre Majestäten der König und die Königin von Preußen nebst dem Prinzen Karl von Bayern hierher zurü. Am 2l1sten findet wiederum Manöver in der hiesigen Gegend und dann abermals Familientafel in Halle statt, worauf die sächsischen Herrschaften nach Dresden, die diesseitigen aber nah Magdeburg

abreisen.

Nheín - Províuz. Unser hochherziger König is unablässig beshäftigt, die Prahhtbauten der Vorzeit, welche in Folge der leßten Kriegs - Ereignisse theils hon als Ruinen dastanden, theils mit bei- spiellosem Vandalismus verbaut und ihres Shmuckes beraubt waren, zu erhalten und in ihrem ursprünglichen Glanze herstellen zu lassen. Nachdem das koblenzer Residenz - Schloß bis auf den untersten Stock mit einer seltenen Pracht g worden, wird nunmehr (wie die Elberfelder Zeitung berichtet) beabsichtigt, auch in Ehren -= breitstein das prachtvolle in einem edlen Style gehaltene ehemalige Kurfürstlihe Schloß, welches nah dem Ueberzug der Kurfürsten nach Koblenz als Dikasterialbau benußt wurde, seinem trostlosen Zustande zu entreißen. Gegenwärtig im Jnnern als Mehl-Magazin furchtbar verunstaltet, wird es demnächst wieder in einer würdigeren Weise als öffentlihes Gebäude von mehreren oberen Behörden in Gebrauch ge= nommen werden. Der berühmte Physiolog Prof. Dr. Johann Müller von Berlin befindet sich in seiner Vaterstadt Koblenz zum Besuch.

Ausland.

Deutsche Bundesstaaten.

Königreich Bayeru. Das am 14. September erschienene Regierungsblatt bringt eine Königl. Entschließung vom 25, Au- gust, wonach Se, Majestät der König eine neue Präbende für Kin- der von Mitgliedern des Militair - Max - Joseph - Ordens begründet, daher die Zahl dieser Präbenden von 26 auf 27 vermehrt hat. Nach dem Ausweis über den Vermögensstand des Militair-Wittwen- und Waisen-, des Jnvaliden- und milden Stiftungs - Fonds im Etatsjahr 1842— 43 war die Summe dieser Vermögens- Bestände 5,355,036 Fl. Der Militair - Wittwen- und Waisen- Fonds allein isstt mit 3,525,614 Fl. aufgeführt. Dem Nürnberger Korre- \spondenten zufolge, befand sich vor kurzem eine Gesellschaft eng= lisher Kapitalisten zu München, um genaue Einsicht der dortigen Lokal-Verhältnisse und besonders der vorhandenen Wassertriebkraft zu nehmen, da dieselbe im Sinne hat, Manufakturen im ausgebreitetsten Maßstabe daselbs anzulegen. Obgleich München seiner geographischen Lage nah in den gegenwärtigen Verhältnissen nicht dazu geeignet {eint , so würde diese Stadt dennoch in der ungeheueren und un- \häbbaren dur die Gefälle der Jsar dargebotenen Wassertriebkraft, verbunden mit dem \sich immer mehr ausbreitenden Eisenbahuneh, große Vortheile bieten, wenn ih die Absichten dieser Gesellschast, wie kaum zu bezweifeln, realisiren sollten.

Königreich Sachsen. Für die Abgebrannten in Plauen waren bis zum 16, September 4000 Rthlr. eingegangen.

Königreich Hannover. Bei der zu Göttingen in der Haupt= Versammlung des evangelischen Vereins der Gustav - Adolph- Stiftung vorgenommenen Wahl von sechs neuen Centra! - Vorstands- Mitgliedern fiel die Wahl auf: 1) Hofprediger, Ober - Konsistorial- Rath von Grüneisen zu Stuttgart; 2) Prediger Voigdt zu Königs= bergz 3) Ober-Bürgermeister, Geheime Rath Krausnick zu Berlin z 4) Bischof Neander, ebendaselbst; 5) Ober = Landesgerichts - Rath Weissenborn zu Halberstadt; 6) Professor Succow zu Breslau. Die nächste Haupt - Versammlung wurde auf den September künftigen Jahres nah Stuttgart bestimmt, Die Bergstadt Klaus thal ist von einem entseblihen Brandunglück betroffen worden. In der Naht vom 15. zum 16. September brach daselbst ein Feuer aus, welhes bei heftigem Süd-Westwinde sich so nell verbreitete, daß binnen 6 Stunden an 300 Wohnhäuser mit ihren Hintergebäuden in Asche gelegt wurden. Die Gottesacker-Kirche, das Superintendentur- Gebäude, das Gymnasial - Gebäude, die Töchterschule, die Apotheke, das M U 2c, sind abgebrannt, Mehrere Menschen werden vermißt.

4% Dresden , 17. Sept. Jnhalts einer Bekanntmachung des hiesigen Stadt -Raths is von dem Magistrate zu Hamburg den hiesigen Handelshäusern: Schubert und Hesse, Vollsack und Comp., und Mich. Kaskel für die von denselben zum Besten der hamburger Abgebrannten im Jahre 1842 gesammelten Beiträge eine Dank-Urkunde

Det Maler und Kupferstecher Herr Bu \\e aus Hannover, welcher mehrere Jahre in Jtalien, Sicilien und Griechenland verweilte, legte vortreffliche Aqua- rellen und höchst sauber ausgeführte Zeichnungen vieler flassish berühmter und durh Naturschönheiten ausgezeihneter Gegenden vor, Ein erstes Heft ra- dirter Veduten is bereits von Herrn Busse vollendet, welches cine Anzahl werthvoller Erinnerungsblätter für Alle, welche Jtalien und Sicilien be- suchten, enthält. : ]

Vom Professor Zah n wurden vorgezeigt zwei reiche Tafeln mit Grund- rissen , Durchschnitten und Ansichten pompejanischer Häuser , die in den leß- ten 15 Jahren meistens in Gegenwart des Prof. Zahn ausgegraben wor- den und im 40ten und leyten Hefte seines großen Praicsen Tas „Pompeji, Herculanum und Stabiä‘“, erscheinen werden. Au diesen Tafeln zeichnen ih besonders aus díe Häuser in der Strada di Mercurio, so wie die nene- ften Häuser in der Strada della Fortuna (della Porta di Nola); es sind darauf alle Orte genau angegeben, wo an jedem Tage die Zimmer mit Gemälden und anderen Gegenständen ausgegraben wurden, Von großem Juteresse sind die oberen Stockwerke, die während der Ausgrabung bei meh- reren Häusern noch zu erkennen gewesen sind, Auch legte Prof. Zahn das 9te Hest seines dritten Werkes, „Auserlesene Verzierungen‘", vor, welches

mit diesem Hesté vollendet is und folgende Gegenstände in höchst gelunge- nen Kupsfer-Umrissen enthält : A Taf, 21, Ornament von weißem Marmor (Thür-Einfassung), ausge- graben am Forum zu Pompeji. Zal: 22, Drei Vasen von Bronze aus Hereulanum. e 2 wel Kandelaber von Bronze aus Pompeji. s . . a e‘ S U Bro nie aus Biréulkin ges Bronze aus Pompeji und hängende Lampe von

zu Paleim —y Theil einer Fensterdecke von Holz im Königlichen Schlosse

Für das rafe auteresse, dessen sich neben der Gewerbe-Ausstellung auch

die so eben eröffnete Kunst-Ausstellung zu erfreuen hat, is es ein sprechendes Zengniß, daß sich bereits n cin U D 2 I6v fNAA ausgestellter Kunstwerke gebildet hat. Wie bei dem Verein der Gewerbe - Ausstellung wird der Preis eines Looses auf 1 Rihlr, gestellt

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nebst Medaille übersendet und von genannten Empfängern an den Stadt - Rath mit dem Wunsche abgegeben worden, den durch Wohl- thätigkeitssinn ausgezeihneten Bewohnern Dresdens Gelegenheit zu geben, jene Andenken vor der weiteren Aufbewahrung derselben in Augenschein zu nehmen.

Ungemein viel Eifer thut ch in Veranstaltung von Sammlungen, Konzerten 2c. zu Gunsten der Abgebrannten zu Plauen kund,

Oesterreichische Monarchie.

Triest, 11. Sept. Der diesseitige Gesandte in Griechenland, Ritter Prokesh von Osten, is hierher berufen worden, wird aber wahrscheinlih nach kurzem Aufenthalt wieder nah Athen zurükehren.

Die Untersuchungs - Kommission in Venedig soll weiteren Ver- zweigungen der italienishen Revolutionairs auf die Spur gekommen sein und man glaubt daher, daß sie ihre Arbeiten nicht sobald been- digen wird, wie man anfangs glaubte.

Um die Mitte d. M. wird Se. Königl. Hoheit der Prinz Wal- demar von Preußen hier erwartet.

S T ankret M.

Paris, 14. Sept. Jn Bezug auf das Verhältniß zwischen dem Kai- fer von Marokko und Abd el Kader führt die Presse Folgendes an : „Abd el Kader is ein maurischer Kaid. Ju den Briefen, welche im Lager von Abd el Rhaman’'s Sohn aufgefunden worden, wird von Kaid Abd el Kader, Sohn des Mahy-ed=-Din, gesprochen. Der Kaiser giebt aller- dings zu, daß seine Vertreibung für den Frieden günstig sein würde ; aber es is wohl zu beachten, daß er ihm den Titel eines maurischen Kaid giebt, Der Kaiser klagt sehr über die Gleichgültigkeit des Jahrhunderts, bedauert die Lauigkeit im Glauben und die Blind- heit einer großen Anzahl von Stämmen, die dem heiligen Kriege fremd bleiben und bereit sind, die von den Christen aus ihren Wohnsiben ver- triebenen Muselmänner noch zu plündern. Schließlich aber empsiehlt er seinem Sohne, auf die Zeichen der Zeit zu achten, mit dem Marschall Frieden zu \{ließen, seine Armee von der Gränze zurüdckzuziehen, und nur Hamida mit seinem Guhm zu Uschda zu lassen.“ i

Von Bedeutung is ein Artikel des Globe, der für ein halb offizielles Blatt gilt. Es wird darin der wahre Zustand der Dinge dargestellt, und die Angemessenheit, wo nicht Nothwendigkeit eines nohmaligen Unterhandlungs-Versuchs behauptet, dessen Mißlingen erst die Opfer rechtfertigen könne, die es der französischen Regierung kosten würde, den Kaiser von Marokko mit Gewalt zur Unterwerfung zu bringen, falls derselbe neue Feindseligkeiten hervorriefe. „Mehrere Journale“, sagt dieses ministerielle Blatt, „haben aus der beabsichtigten Absendung von 3 Kriegsbriggs nah der marokkanischen Küste den Schluß gezogen, Prinz Joinville habe Gegenbefehle er- halten, und seine Expedition sei noch nicht beendigt, Dies ist aber eine irrige Schlußfolgerung aus einer unzweifelhaften Thatsache. Prinz Joinville wird sehr bald zu Toulon erwartet, und die großen Schiffe seines Geschwaders, der „Suffren““, „Jemappes“/, „Triton“/ und die „Belle Poule““ werden nah dem Hafen zurüdkehren. Die Expedition ist also zu Ende, und da die Schiffe des Geschwaders ihre Munition ershöpft haben, so wäre es nublos, sie noch länger an der Küste von Marokko zu lassen. Der Kriegszustand mit Marokfo erheischt über- dies, daß der französishe Handel im mittelländischen Meere gegen Seeräuberei gehörig geshüßt werde, und es sollen 7 Kriecgs\chi}e, 4 Dampfböte und 3 Briggs, die zu dem Geschwader des Prinzen von Joinville gehörten, als Kreuzer verwen- det werden. Nur um diese Streitkräfte wirksamer zu machen und da- mit jeder Punkt der Küste beobachtet und bewacht werde, will man noch 3 Briggs hinzufügen. Die Oppositions-Blätter behaupten, un- sere doppelte Expedition zu Lande und zur See habe nihts ausge- rihtet. Wir sind überzeugt, daß die Mauren anders denken, Es ist wohl nicht zu verwundern, daß wir gegen ein barbarisches Volk ein anderes Verfahren einschlagen, als wir es gegen eine civilisirte Nation thun würden. Der Eigensiun des Kaisers Muley Abd el Rhaman muß sehr hartnäckig sein, da er auch dem Einflusse Englands wider- stand, welches doch alle Ueberredungsmittel aufbot, um ihn zur Annahme der ihm gemachten Friedens Vorschläge zu bewegen, Grei- lih mag die französische Presse ihr Theil zu diesem Resultat bei- getragen haben. Als Marschall Bugeaud sich der Gränze näherte, erklärten die Oppositions - Blätter, er werde es niht wagen, sie zu überschreiten, weil England es nicht zulasse. Als Prinz Joinville si Tanger näherte, sprachen sie eben so. Wenn die Mauren dies lasen, mußten sie sich natürlich sehr beruhigt fühlen, Es steht indeß zu hoffen, daß sie jeßt ihre Ansicht geändert haben und der franzú- sishen Oppositions-Presse keinen Glauben mehr schenken werden, Es ist daher natürlih, daß wir, nachdem den Mauren diese Täu- {hung benommen ift, unsere Unterhandlungen mit ihnen er- neuernz wir haben Grund, zu glauben, daß dies bereits ge- schehen is, und es scheint nicht übereilt, wenn wir hoffen, daß der Kaiser nun die ihm von Frankreich gestellten vier Bedingungen an- nehmen wird. Sollte dies aber nicht der Fall sein, so wird nächstes Frühjahr eine große kombinirte See- und Land-Cxpedition das ma- roffauishe Reih von neuem angreifen; ein Geschwader wird Larae, Mazagran und die anderen Häfen Marokko's zerstören, und eine Armee wird si der beiden Hauptstädte des Reichs, Fez und Mequinez,

werden. Die von der erfindungsreichen Hand unseres Hosemann gezeich- neten Loose dürften allein schon hinreichen, uns zu verlockden, unser Glück hierbei zu versuchen, —T—

Kunst-Nachrichten aus Paris.

Der gekreuzigte Christus, Marmorwerk von Pradier,

aris, im Sept, Jn diesen Tagen isst ein vor furzem vollende- tes MatkonE des bekannten Bildhauers Pradier an den Ort sciner Bestimmung, nah St, Petersburg, abgegangen, nachdem es hiex mehrere Wochen in der Werkstatt des Künstlers im nstitut de France ausgestellt war, wo wir Gelegenheit hatten, es zu schen, Das Beispiel, welches Ju- res, im Unmuth verlehter Eitelkeit, zuerst den übrigen Künstlern gegeben, fine Arbeiten der öfsentlihen Ausstellung im Louvre zu verweigern und in sciner Werkstatt besonders sehen zu lassen, findet immer mehr Nachahmer, Diese Sitte der Privat- und Separat-Ausstellungen hat übrigens hier âltere Vorgänge für sich, Greuze, ungehalten über seine Nichtaufnahme in die Akademie, entzog scine Bilder dem Salon, und der eigennüßige David hatte die Gewohnheit, seine neucn Sachen in seinem Atelier auszustellen und die Beschauer 30 Sous Eintrittsgeld bezahlen zu lassen, welches ihm bitteren Spott und gerechten Tadel, aber auch Tausende von Franken einbrahte, Die heutigen Künstler, obschon weit weniger in griechishen Regionen zu Hause, denken doch liberaler und insofern antiker, als der berühmte Stifter der klassishen Schule, der seine elende Kunsttrödelei mit Berufung auf das Vorbild des Xeuxis und die Autorität des Aelian, Pausanias und Anacharsis beshönigte : sie lassen den Anblick ihrer neuen Arbeiten einem kleineren Publi- fum unentgeltlich genießen. S Das erwähnte Marmortwerk Pradier's is für das Grabmal des rus- sischen Grafen Demidoff bestimmt und stellt einen Christus am Kreuz in etwas úüberlebensgroßen Verhältnissen vor. Der Arbeit ist reichlihes Lob gespendet wörden und gebührt allerdings auch volle Anerkennung rücsichtlich der} hohen Vollendung mancher Theile und der meisterlihen Durchbildung gewisser Sorte u Rumyf, Árme- und Hände sind von bewunderns- würdiger Schönheit und gusgesuchter Zartheit der Behandlung, Schenkel

es der Regierung und des Schaß =- Depots, bemächtigen.“ erichtet heute auch das Journal des De=- die ihrem Tone nah füglich zu

Man behauptet, daß in dem Augenblicke, wo die Beunruhigung der Gemüther aus Anlaß der Verwidelungen wegen Otaheiti am leb- haftesten war, eine Deputation des Handelsstandes von Paris sich zu Herrn Guizot begeben habe, um ihn anzugehen, daß er diesem Streit- handel eine friedlihe Lösung geben möge. Männer, die zu dem Mi-= nister der auswärtigen Angelegenheiten in der genauesten Beziehung en, versichern die Richtigkeit dieser Thatsache, die auch Niemanden fallen wird, der in jenen Tagen der allgemeinen Besorgniß und Spannung die Stimmung der Männer des Handels und der JÎn- dustrie genau beobachtet hat.

Das Vorhaben, zwei neue General-Konsulate im Auslande, eines zu Konstantinopel, das andere zu Madrid, zu errichten, is für den Augenblick zwar vertagt, aber uicht aufgegeben, und über kurz oder lang wird man wohl darauf zurückkommen. Der gegenwärtige Stand der Dinge in der Konsulatsfrage überhaupt is folgender: Früher hatte Frankrei eine Zeit lang in mehreren großen Hauptstädten, unabhängig von dem Botschafter oder Gesandten, der sich aus\ließ- lich bloß mit den politishen Fragen befaßte, einen General -Kon- sul, speziell für Alles bestimmt, was die Handels-Junteressen berührt. Später wurde die Ausgabe für diese Posten als unnöthig erachtet und nach übereinstimmendem Beschlusse der Regierung und der Kammern die Auf- hebung der General- Konsulate an allen den Orten angeordnet, wo Frank= reich eine Botschast oder eine Legation unterhält; dagegen erhielt der Kanzler der Gesandtschaft den Ehrentitel eines Konsuls, so wie die Befugnisse und Functionen eines solchen, finden sich die Herren Castagne zu Konstantinopel, Tannay zu Rio Janeiro, von Montigny zu Neapel, Valade zu St, Petersburg. London allein wurde wegen der besonderen Wichtigkeit dieser Haupt- stadt als Handelsplaß das General-Konsulat beibehalten.

Großbritanien und Irland.

Die erneute Agitation O’Connell's in Irland verharrt noch in dem Zustande ihres ersten Moments. vörderst {einen Gastmähler und Festlichkeiten bestimmt, die Stärke der Repealsache zu zeigen, ehe an die Ausführung der neu entworfe- nen Plane selbst Hand gelegt wird. Parteien der Glaube immer mehr Grund, daß die Regierung über reifen definitiver Maßregeln gegen das Re- n sein werde, und, wie der dubliner Korrespoun- dent der Times berichtet, haben die Minister nur zwischen zwei Auê- wegen in dieser Beziehung zu wählen. „Sie müssen entweder““, heißt es, „das Parlament zusammenberufen, noch ehe die Agitation neuen Aufschwung gewonnen und sich neue Vollmachten erbitten, welche Unterdrücung | die von den bestehenden Geseßen nicht erreiht werden kann, oder sie müssen durch ein Meisterstück versöhn- licher Politik wie im Jahre 1829 den Forderungen O'Connell's nach= geben oder doch cinen Theil derselben bewilligen, um auf diese Weise die künftige Ruhe des Landes wiederherzustellen. angeführte Fall von 1829 beweist indeß noch nit, daß die Regie= rung zur Anwendung des leßteren Mittels genöthigt sein sollte. Katholiken-Emancipation wurde damals durchgeführt, nicht weil die Katholiken in Jrland sich zu einem Vereine verbunden hatten, um sie durchzuseßen, sondern weil die liberale Partei des ganzen Reichs, Englands sowohl wie Jrlands die Nothwendigkeit derselben erkannt hatte, weil diese Emancipation gleichsam eine nationale Angelegenheit Repeal = Agitation® aber noch weit entfernt zu sein; sie is troß ihrer Ausdehnung und troß der s{einbaren Unterstüßung, welche sie gegenwärtig durch die Whigs erfährt, eine katholishe, von den Priestern genährte Partei= i Beweguug, die durchaus nicht stark genug i stand der Protestanten zu überwinden, und deren ausschweifende Pläne F bisher noch sammt und sonders an diesem Widerstande gescheitert sind. O'Connell hat dies auch wohl erkannt, und die hauptsächlichste Aen- F steht in dem Streben, die Repealsache zu einer H nationalen zu mahen. Deshalb predigt er Versöhnung mit den Pro-F testanten Jrlands und mit den Whigs Englands, die er noch vo E

Ungefähr dasselbe bats, nur mit näherer Motivirung, dem bekannten Kapitel in Sterne's „empfindsamer Reise“ von der in als Beitrag dienen könnte. „Der von Nyon““, heißt es darin, „mit haben vor Tan- eine leßte Gele-

den Ocean zu tauchenden Loe Herzog von Glücksberg und Herr Vollmachten von der Regierung des Königs versehen, um dem Kaiser von Marokko sein Reich vom unvermeidlichen Untergange zu nah dem Siege o ge- welche dem Kaiser von sind, wie wir hören, ganz vor dem Bombardement vorgelegt wurden. , ihre Forderungen zu n der ihm er-

Frankreich Seine Armee

ger erscheinen sollen, genheit darzubieten, retten. Die französishe Regierung zeigt sich mäßigt wie vor demselbenz die Bedingungen, Marokko gestellt werden follten, welche ihm vor der Schlaht am Jsly, und von Mogador hatte die französishe Regierung das Recht erhöhen; sie fonnte den Kaiser von Marokko die Koste theilten herben Lehre zahlen lassen; sie wollte es nicht, seinen Ruhm zu bezahlen.

haben niht nur dem Kaiser von Marokko, was sie vermögen. Das u denen der Die Lehre d den Preis derselben nger Bedeutung ist.“ darauf ausgesprochene n am Ende doch nicht chten, weil Abd el Kader zu Herrschaft über die muselmännische aben dürfte, als daß es so Jn diesem Fall, wird den Kaiser von Marokko thun, die Polizei

von Tanger

ist reich genug, und sein Geschwader

dern auch dem ganzen Europa gezeigt, Bombardement Lon Mogador hat den Anschuldigungen, z Augriff auf Tanger Anla muß aller Welt nüßen, und Frankreich wir niht bedauern, der im Grunde nur von seh Gegen diesen hohen Anlauf fällt die gleich Besorgniß etwas ab, daß die Unterha das davon erwartete Resultat ha mächtig geworden sein, zu viel Bevölkerung von Marokko gewonnen h leiht wäre, sih seiner Gegenwart zu e1 bemerkt, müßte dann Frankreih für

was dieser nicht selb in seinem eigenen Lande ausüben; liche aufbieten, um zu zeigen, sei, Der Constitutionnel l gen nicht fehlen und {ließt damit Blättern hervorgehe, das g: Hervorrufung einer neuen

Mittelländishen Meere sei, da man si genöthigt finde, er gegen Seeragub dort zu lassen.

Nachrichten zufolge, welche die Regierung von der n pedition erhalten hat, war die ganze Flotte noch Joinville, der zum 18ten in Frankreich erwartet etwas unwohl.

Als Grund, weshalb Marokko in Ungnade gefallen, Mittheilungen des Gouverneurs von Gibraltar verlassend, seinem Gebieter fortwährend versicher es nie zugeben, daß Frankreich auch nur einen roffo bombardire oder gar in Besiß nehme,

Nur ein einziges der hiesigen Bl auch auf das gestern vom Commerce g ches, nur in etwas anderer Weise, der engli ebenfalls enthält), daß zwishen Engl über die beiderseitigen Juteressen im Ori Sidècle haben Korrespondenzen aus Lon dieses Blatt bringt die Sache, in der es Vorspiel zur Theilung der Türkei erblickt, signation Mehmed Ali?s in Verbindung, a daß es überflüssig wäre, seinen Muthm

Der Prinz Eduard von Sachsen-Weimar, Sohn des Herzogs Bernhard, und der Capitain Gordon, Sohn des Grafen von Aber= deen, sind am 9ten d, zu Meß angekommen, um den dortigen Ma- növern beizuwohnen,

= Paris, 14. Sept. Gegen Ende dieses Monats wird die ganze Königliche Familie, mit Ausnahme nur der Prinzessin Clemen- tine, wicder hier vereinigt sein, Die Herzoge von Aumale und Mont= pensier sollen ihren Königlichen Vater nah Windsor begleiten; als Tag der Abreise is nun definitiv der 7. Oktober fest Fregatte „Gomer““, auf welher der König die Ueber wird, is das größte Dampfschiff der französischen Marine, hat Ma- schinen mit der Kraft von 450 Pferden und is mit 20 Feuerschlünden bewaffnet, Zu Rochefort für den transatlantishen Dienst gebaut, hat dieses Schiff auf zweijährigen Fahrten dur die Hauptmeere der Welt seine vollkommene Tüchtigkeit bewährt. Man glaubt, die Vermählung des Herzogs von Aumale mit einer neapo die Unterhandlungen ihrem vollständigen Abschlusse nahe sind, werde unmittelbar nah der Rückkehr des Königs aus England stattfinden. Man bemerkt, daß in den Tuilerieen in diesem Augenblicke Arbeiten mmen werden, welche auf jenes Ereigniß schließen lassen. Die Aumale wird so eben durch Hinzufügung von Montpensier inne

gab, hinreichend gean

Ju solcher Stellung be-

st bei sich zu thun im Stande wäre, vorher aber müsse es alles Mög=- daß das gute Recht auf äßt es an Spott über die daß, wie aus den ministeriellen sultat des Feldzuges nichts als die Gefahr für den französischen Handel im einen Theil Den leßten anischen Ex-

London, 14, Sept, einer Seite

Indessen gewinnt unter allen

lang E furz zum Er ealtreiben gezwungen der Schiffe als Kreuz d [mes be

wird, befand sich Erfordernisse

der Pascha von Larache bei dem Kaiser von Vershwörung erheischen,

wird angeführt, daß derselbe, auf die , Sir R. Wilson, si t habe, England werde einzigen Punkt in Ma- N er Siècle, deutet heute ebrahte Gerücht hin (wel- he Morning Herald Rußland ein Traktat ent abgeschlossen sei. Dem don davon gemeldet, und nichts Geringeres als ein mit der beabsihtigten Re- ber auf \o verworrene Art, aßungen zu folgen.

st, den energishen Wider-Ÿ

derung seiner Taktik be

und sucht den Beistand der Liberalen Eng O'Connell will niht mehr der katholische, nationale irländishe Führer sein.

steht sehr dahin.

patriotische Jrland i

Aue Mayen sondern der dies gelingen wird Sein angeblich nationales Werk kann nicht durch geseßt werden, ohne die Protestanten Ulsters und ohne die Whigs in Englandz aber die protestantischen Journale Jrlands fordern einstim- mig die Regierung zur Unterdrückung der wiedererwachten Agitation auf und die Whigs in England sind weit entfernt, die dargebotene Freundschaft O'Connell's zu anderen Zweckten auszubeuten, als zum Sturze des gegenwärtigen Torgy-Ministeriums. Es is deshalb unter diesen Umständen wohl eher für das Fortbestehen des Peel-Kabinets, aber nicht sür die Union oder eine Störung der bestehenden Verhält- nisse zwischen den beiden Ländern, England und Jrland, zu fürchten. Nach amtlichen Zusammenstellungen zählte Großbritanien im Jahre 1841 uuter seiner Bevölkerung über ein Sechzehntel Fabrik= Arbeiter und über ein Zwölftel Feldbau-Arbeiter. Jn der Nacht vom 6. Juni 1841 befanden sich in Großbritanien 100,529 Leute in Ar-

litanishen Prinzessin, wozu

Wohnung des Herzogs von der Gemächer vergrößert, welhe der Herzog hattez beide Prinzen theilten biéher den zweiten Stock des Pavillon de Flore mit einander, jeßt wird dieses Stockwerk dem Herzog von Aumale ganz eingeräumt, während im dritten für den Herzog von Montpensier eine neue Wohnung eingerichtet worden ist,

1409

menhäusern, worunter 3555 Feldbau - Arbeiter, 5401 Dienstboten 2c. Jm Ganzen gab es in Großbritanmen 1,143,007 Dienstboten, 511,440 Rentiers, 22,330 Verhaftete, 14,218 Geistesfranke in Jrrenhäusern 2c. In England, in Wales und auf den englischen Jnseln gab es 252,192 Landwirthe, in Schottland 54,873, zusammengenommen in Großbri= tanien also 307,065 Landwirthe und 1,127,115 Feldbau- Arbeiter.

Italien.

Nom, 7. Sept. Gestern wurde Jhre Königl. Hoheit die Frau Prinzessin Karl von Preußen mit allen ihrem Range gebührenden Ceremonien in einer feierlihen Audienz vom Papste ge

Aus dem so eben erschienenen römischen Staats-Handbuche er- giebt sih, daß die Bevölkerung von Rom am Schlusse des Jahres 1843, mit Ausnahme der Juden, aus 170,701 Seelen bestand. Das heilige Kollegium zählt 60 Kardinäle, darunter 6 Kardinal - Bischöfe, 44 Kardinal-Priester und 10 Kardinal-Diakone. Es leben noh zwei Kardinäle, die von Pius VIL, und sieben, die von Leo XII, ernannt wurden; die übrigen 51 haben ihren Purpur von dem jeßigen Papste erbalten. Sechs Kardinäle sind in petto ernannt und vier Stellen noch erledigt. Der älteste Kardinal, Tadini, ist 85 Jahre, der jüngste, Schwarzenberg, 35 Jahre alt.

Spanien.

6 Madrid, 7. Sept. Die spanische Regierung kann sich

Glück wünschen, der lästigen Händel mit Marokfo auf ehrenvolle Weise entledigt zu sein, denn falls der zwishen Franfreih und Ma- roffo ausgebrochene Krieg zu ernsten Verwickelungen zwischen Frank= reich und England Veranlassung geben sollte, was freilih kaum zu befürchten ist, so würde wohl Spanien, wenn es selbst gegen Ma- rokfo Krieg führte, sich genöthigt gesehen haben, für eine der beiden Großmächte Partei zu ergreifen, Eben so erfreulich is es, das Benehmen des spanischen Konsuls in Gibraltar vollkfommen gerechtfertigt zu sehen. Die Chronik von Gibraltar vom 1sten enthält einen ihn von der verleumderischen An= \{huldigung völlig freisprehenden Artikel, Die Bemühungen des Herrn Bulwer haben wesentlich zu diesem erwünschten Ausgange bei= getragen, und dieser Diplomat wird von jeßt an hier die Stellung einnehmen, welhe dem Vertreter Großbritaniens zu behaupten ge- bührt, Sir Robert Wilson wird auf Urlaub nach Englaud gehen.

Herr Martinez de la Rosa, der hier erwartet wird, hat seinen Freunden geschrieben, er wäre überzeugt, daß Spauien für jeßt einer militairischen Regierung bedürfe; eine solche sei vorhanden, er selbs fönne sih jedoch niht entshließen, als Minister an derselben Theil zu nehmen,

_ Beide Königinnen verfügen sich täglih in die Kirhe, wo der Sarg des unglücklichen Montes de Oca ausgestellt ist, und verrichten neben demselben knieend ihr Gebet.

Manchen Personen wird wohl eine gewisse Doña Teresa Val- carcel erinnerlih sein, die vor zéhn bis zwölf Jahren, jung und hübsch, als Pubmacherin der Königin Christine hier einen ungemein großen Einfluß ausübte, plöblih aber auf Allerhöchsten Befehl unter Bedeckung nach Frankreih abgeführt wurde, Zum allgemeinen Er= staunen is nun diescs Weltkind im Gewande ciner barmherzigen Schwester und in der Absicht, eine Büßungs = Anstalt für reuige Sünderinnen anzulegen, hierher zurückgekehrt,

Den Gegenstand der hiesigen Unterhaltungen bildet für jeßt ein Duell, das hier am 1sten zwischen einem französischen Grafen von alter Familie und einem französishen Ballettänzer statt hatte, Der junge Graf von Ch., früherhin bei der französischen Gesandt- haft in Kopenhagen angestellt, kam vor einem Jahre als begün= stigter Aubeter und Begleiter der hier ansässigen Marquise von V, G. in Madrid an und verweilte seitdem beständig hier. Die Marquise ist nur um etwa 20 Jahre älter, als der Graf, und

* hat eíne zweiundzwanzigsährige Tochter, die eben nicht reizend

ist. Dieser wurde von einem französischen Tänzer des hiesigen Ballet = Corps Unterricht im Polkatanzen ertheilt, bei welcher Veranlassung der Tänzer niht nur sein Honorar, sondern auch die Zuneigung seiner Schülerin gewann. Die Marquise ver= bot darauf dem Tänzer ihr Haus und licß ihm sogar eine bedeu- tende Summe anbieten, falls er Madrid verlassen wolle, Allein da der Tänzer immer zudringlicher wurde, so ertheilte ihm der Graf, sein Lands= mann, einige mündliche Zurechtweisungen und bedrohte ihn zuleßt mit Stockprügeln. Darauf forderte der Tänzer, der, wie man jebht er- fährt, auf 30 Schritt nie Karte fehlt, den Grafen auf Pistolen, Dieser bestand darauf, daß das Duell sogleich vor sich gehen solle, und nahm, da er in der Eile keinen seiner Freunde auffand, einen jungen Spanier als Sekundanten mit. Der Tänzer zog seinerseits einen französischen Tischler als Sekundanten zu, Man beschloß, sich einander bis auf 20 Schritt zu nähern und nah Belieben zu feuern. Der Oraf drückte sein Pistol zuerst ab. Es versagte, und der Tänzer forderte ihn auf, ein neues Zündhüthen aufzuseben, Während aber der Graf mit dieser Operation beschäftigt war , zielte der Tänzer fortwährend, ohne sich um den Zuruf des spanischen Se- fundanten zu bekümmern, und feuerte sein Pistol ab, als der Graf \hußfertig war. Leßterer stürzte blutig zu Boden. Die Kugel sei- nes Gegners war ihm durch die Unterlippe eingedrungen, hatte ihm alle unteren Zähne der linken Seite zershmettert und sich an der

und die Vorstellung sinnliher Empfindlichkeit in höherem Grade er- weckt, als wir von dem Charafter des Heilandes erwarten, einen einzigen Christusfopf,

und Beine haben zwar das Verdienst guter Stylisirung und rihtiger Zeich- d aber offenbar nah anderen Mustern gearbeitet, als die übïigen se und mit diescn nicht genug zu einem lebendigen Organismus Diese viel zu rundlichen und fleischigen Beine von schwachem iß, stimmen durchaus nicht zu dem feinen, schönge- it sihtbarem Streben nach anatomischer Genauigkeit Die {chwäcchste Partie an der gan- die nicht von derselben

Jch kenne nur nen der in keines dieser beiden Extreme fällt, nämlich den von Raphael im Spasimo di Sicilia, ein unvergleichliches Bild der heiligsten Duldung und des göttlichsten Schmerzes. Bei dem Un- vermögen, etwas dem Nahe-, geschweige denn Gleichkommendes zu schaffen, und um grobe Versündigungen gegen den heiligen Geist der Kunst zu ver- meiden, sollte dieser himmlishe Kopf cin stehendes Muster abgebcn, wie die Musterstatue des Poliklet, der Doryphorus , der allen griehischen Künstlern für die Verhältnisse des menschlihen Körpers zur Norm und Richtschnur

verschmolzen, anatomischen Verständn formten Rumpf, der m und mít tiefer Kenntniß ausgeführt ist. ) zen Gestalt sind die Cxtremitäten, Kopf und Füße, Künstlerhand herzurühren scheinen, j Die Darstellung der Christusgestalt, Begeisterung häusig eine gefahroolle Klivpe, Talente gescheitert, ist ohne Zwei gesinnten Zeit eine schr \chwi Der einfah strenge Typus, wie Alterthum ausgebildet finden, genügt uns des förperlichen Leidens und der Jahrhunderts oft rührend wirkt. Auffassung, den geistigen Ausdru dieser die Gestalt des rationalistische freundes““, dessen in so körperliche lihem Bekenntniß sih nicht e Zug göttliher Macht uv dern Schönes oder anti serem Gefühl verträgt. Grad bei Darstellung zigung., Diese Aufga fürlih in die Alterna

selbst in älteren Zeiten frommer woran die hervorragendsten n nicht entschieden religiós den Pinsel, wie für den hn im früheren christlichen ebensowenig, wie der Ausdruck der bei Bildwerken des 15ten

Wir verlangen eine mehr individualisirte ck des Lehrers z aber allzu leiht giebt uns n Christus, des „gefühlvollen Menschen- Nähe selbst die Rationalisten von öffent- en möchten, Glaubt man dies durch einen ürde zu vermeiden, so kommt leiht etwas mo- f Heroisches hinein, was sih noch weniger mit un-

Die Schwierigkeit erreicht vollends den höchsten es Christusförpers im Schmerzensmoment der Kreu- be bringt den Künstler beinahe immer und unwill- tive, eniweder die Jdee des göttlih Duldenden zu d dur Hinaustretenlassen der völligen Seelen- daß der Todeskampf kein

Der Pradiershe Christuskopf hat nichts von dem erhabenen Charakter des Gottmenschen, der sein {merzliches Opfer vollbringt, und zeigt keine Spur von dem ernsten Bemühen, dur Verarbeitung dessen, was durch die frühere christlihe Kunst gewonnen war, den gesteigerten Ansprüchen der Ge- Dieser Christuskopf, von so ganz bedeutungslosem, gemeinem Charakter, erinnert unwillkürlih an eine Anek- dote, welche die daran so reichen alten Kunstgeschichten und Künstler - Bio- aphieen erzählen. Zwei italienische Bildhauer stritten sich sehr heftig über die orzüge von zwei Christusstatuen, die sie gearbeitet, und wurden nicht eher einig, als bis ein Kunstgenosse ihren Zank dadurch ausglich, daß er zu beiden sagte: „Du hast einen Gott gemacht und Du einen Bauer.“ Kopf und Füße der Pradier schen Christusgestalt beweisen zur Genüge, daß dem modernen Künstler nicht sonderlich viel daran lag, einen Gott darzustellen. Der of- fene, unshön gähnende Mund hat nie die frohe Botschaft verkündigt und seinen Peinigern vergeben , sondern is eine \klavish treue Nachbildung des vom langen Stehen ermüdeten und nah einem Trunk lechzenden Modells, Das stußerhast gelockte und gepslegte Haupt- und Barthaar fällt fast noch unangenehmer auf. Die darin hervortretende, mit den größten Schwierig- feiten spielende Meißelfertigkeit gewährt einen {wachen Ersay für den styl- widrigen Eindruck, welchen diese übertrieben sorgfältige und zierliche Be- So große Schönheit und technische

fel in unserer ebe

genwart zu genü gewöhnlichem, fa

tomischen Bau klar anzudeuten, þ elhes den Eindruck körperlicher Gefühllosigkeit in stärkerem als wir von der Natur des Erlósers anzunehmen dem Gedanken des menschlich Leidenden festzuhalten und ben der vom Todesschauer überrieselten Haut, das Zucken der vom lehten zusammengerassten Lebensdrange ange Sehnen und Adern, und dergleichen scha wie der Schmerz jeden Nerv durchdringt,

ruhe in den ana Glied anfechte, Maße mat,

Aae eder an handlung des Haares hervorbringt,

Meisterschaft der Rumpf, die Arme und. Hände zeigen, so wenig Feinheit und fünstlerishe Wahl der Formen verrathen

die plumpen ezeichneten Füße,

ße, an denen die treffliche Ausführung gleich- falls viel zu wenig für die daran guszusezende Styl - und Geschmak-

\spannten Muskeln, rf ausgedrüte Züge was wiederum unser Gefühl be-

losigkeit entschädigt. Die ganze Gestalt endlich giebt durchaus nicht die Idee eines Gekreuzigten oder Gemarterten, Musfeln, Sehnen und Adern sind so ruhig, so wenig vom Schmerz angezogen, als ob der Körper ruhig auf dem Kreuze ausgestreckt läge und nicht im Geringsten darauf angebun- den, geschweige denn angenagelt wäre, Die Erschlaffung des Rumpfes ist niht ausgedrückt, Anstrengung und Anspannung der Muskeln nirgends sichtbar. Wenn es einerseits freilich als Mangel anzurechnen und nicht als Zweck der bildenden Kunst anzusehen is, durch übergetreue und allzu naturwahre Vorführung schreckliher Todesmomente bloß peinliche und rein förverlihe Eindrücke auf die Nerven des Beschauers hervorzurufen, so fann es auf der anderen Seite eben #0 wenig als ein Vor- zug und als eine Bedingung der Kunst gelten, durch die gleich- gültige Art der Darstellung solhes Aeußersten und Schmerzvollen die Seele des Beschauers ganz unergriffen und theilnahmlos zu lassen, wie es hier der Fall is. Vielleicht war es Vor - und Absicht des Bildhauers, der daran denken mochte, daß einst Michel Angelo angeklagt wurde, einen leben- den Menschen ans Kreuz geschlagen zu haben, um die Körperbewegungen, das Musfel- und Geberdenspiel eines Gekreuzigten nah der Natur studi- ren zu können, und sich daher durch die schonungslose, allzu ausdrucksvolle und gewissenhafte Darstellung einer ähnlichen Beschuldigung n:cht aussehen wollte, Doch Pradier brauchte in dieser Beziehung nichts zu fürchten, Seín Talent, welbes in der graziós gewählten Darstellung und zierlich gesuchten Vollendung erotisher und üppig mythologischer Begenstände den höchsten Triumph feiert, hat mit dem Martyrolog und der strengen hrist- lichen Kunst eben so wenig, ja noch weniger zu schaffen, als der Meißel der französischen Bildhauer- des vorigen Jahrhunderts; denn der Christus des Calvarienberges in der Rochuskirhe aus weißem Marmor von Michel Anguier und der Christus in Saint - Germain -1*Auxerrois aus Holz von Bouchardon scheinen mir dem Pradierschen unbedenklich vorgezogen werden zu müssen, obschon jene Christuskörper von etwas zu kurzen Pro- portionen sind und ein allzu prahlerishes Auskramen anatomischer Gelehr- {samkeit und technischer Fertigkeit an den Tag legen, Das ehrenwerthe Bestreben, durch sorgfältige Anschauung würkliher Formen über die antikisi- rende Leere hinauszukommen und mit dem Glatten und Zierlichen mehr Leben, Wärme und Naturwahrheit zu verbinden, wird jeder Billige in diesem neuen Werke Pradier's anerkennen, welches durchweg im Oberkörper, namentlich

Mündung des Halses festgeseßt. Ein geschicktter Wundarzt zog die Kugel heraus, und der Graf wird binnen einiger Tage völlig her= Der Tänzer polkte gestern in la jolie und dieser Zweikampf zwischen zwei Franzosen erregt hier bei weitem größere Sensation, als die Niederlagen der Marokfaner.

Der Präsident der provisorischen Regierung, Herr Lopez, den auswärtige Blätter eine Zuflucht in Frankreich suchen lassen, hält sich jeßt in den Bädern von Archena auf.

Gestern Abend wurde mit eini Mon würde, dem Wunsch einer be Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten übernehmen und das der Finanzen dem General - Intendanten der Armee, Herrn Orlando, Herr Pidal würde das des Jnnern an Herrn Burgos (dem bekannten Afrancesado) überlassen und dagegen Minister des öffentlichen Unterrichts, Herr Olivan, Handels- und Kolonial-Minister werden, und Narvaez Kriegs-, so wie Armero Marine-Minister, blei-

Auf diese Weise würden uoch zwei Modbderirte versorgt. Den bis jeßt eingegangenen Nachrichten gemäß fallen die Wah- len ganz im Sinne der Regierung aus.

x Paris, 14, Sept, Die gegenwärtigen Corteswahlen liefern den Beweis, daß es ein Jrrthum war, wenn man annahm, daß die Bevölkerung in den Nord-Provinzen sich mit der gegenwär= tigen politischen Ordnung der Dinge in Spanien aufrichtig ausgesöhnt ( Allen Erwartungen zuwider, is die karlistishe Partei in niht nur in Masse aufgetreten, um den Gemäßigten den Wahlsieg streitig zu machen, sondern sie hat au in den meisten Wahlbezirken entschieden die Oberhand behalten. der Provinzial - Regierung und aller hohen Regierungs - Beamten, is das Büreau der Wahl - Versammlungen ausscließlich mit Karlisten beseßt, und die ministerielle Kandidatur der Herren Carriquiri, Fagvaya, Armendariz und Arteta hat an dem ersten Wahltage niht mehr als Es ist ungewiß, welcher unmittelbaren Ursache Anfangs war die ministerielle

gestellt sein. lle de Gant,

er Bestimmtheit behauptet, Herr eundeten Regierung gemäß, das

Sogar in Pamplona, dem Sibe

9 Stimmen erhalten. diese Erscheinung beizumessen set, Kandidatur, an deren Spiße sich der Marquis Viluma befand, in Navarra ziemlich günstig aufgenommen, und erst als die Regie- rung diesen Mann fallen ließ und auf ihre Veranlassung Herr Arteta als ministerieller Bewerber an die Stelle desselben trat, erkaltete der Eifer der Anhänger der gemäßigten Jdeen so weit, daß die Karlisten siegreich auf dem Wahlfelde erscheinen konnten, Nur das Bastan= Thal zeigt \sich den Kandidaten der Regierung entschieden günstig. Die karlistishen Bewerber für den Kongreß sind die Herren Vidaondo, Jrujo, Suhit und Arbizu, lauter Männer, die sich früher als äußerst thätige Verfechter der legitimistishen Sache bewährt haben. Unter den Kandidaten für den Seuat befindet sich Herr Sanz, Rektor der Universität zu Oñate und ehemaliger Herausgeber der bekannten Gaceta de Oñate, welche erschien, so lange Don Carlos seine Residenz in der genannten Stadt hatte.

Mit dem Eifer, den die Karlisten in Navarra entwickeln, kou- trastirt die Gleichgültigkeit, die in den vorzugsweise sogenannten bas- fischen Provinzen bei den Wahlen herrscht. ein warmes Juteresse für den Ausgang der Wahlhandlung. Diese JIndifferenz is um \o auffallender, als in dem Baskenlande fast Je- In Bilbao felbst, das 1500 Wähler unter sei= nen Einwohnern hat, konnte am ersten Wahltage aus Mangel an Theilnehmern nicht einmal das Büreau zu Stande gebracht werden, und auch am folgenden Tage gelang es nur mit Mühe, einige Dußend Wähler zusammenzubringen, um jene Formhandlung vorzunehmen,

Jun einigen anderen Provinzen haben die Karlisten im Bündnisse mit den cristinishen Absolutisten, der gemäßigten Partei erfolgreich Diese Vereinigung ter Anhänger des unumschränk= ten Königthums, welche bisher theils auf Seiten Jsabella?s IL, theils auf Seiten des Don Carlos, einander feindliÞ gegenüberstauden, fann als der Ursprung einer neuen Partei betrachtet werden, die den Ausgangspunkt der schon so viele Jahre dauernden spanischen Krisis in der Vermählung der Königin Jsabella mit dem Sohne des Don Carlos und in der gleihzeitigen Wiederherstellung der altmonarcischen l Es is zu bemerken, daß nicht nur das Ministerium, sondern auh der Hof diese neue Partéi, für deren Chef der Marquis Viluma gilt, lebhaft bekämpft. die absolutistishe Coalition

Keine Partei zeigt hier

dermann Wähler is}.

die Spiße geboten,

Verfassung des Landes sieht.

i Nichtsdestoweniger scheint in mehreren Provinzen des mittleren Spaniens bei den Wahlen die Oberhand behalten zu sollen, nament- lih in Salamanca, Zamora und Palencia. vinzen hat allem Anschein nah nur das eigenmächtige Einschreiten der Behörden die bezeichnete Partei in den Hintergrund gedrängt, wie z. B, in Burgos, wo der politishe Chef die Absolutisten ge= waltsam an gemeinschaftlihen Berathungen hinderte, und den Druckern untersagte, ihre Pressen den absolutistishen Bewerbern zu leihen.

In einigen anderen Pro=-

Die Gewerbe- Ausstellung der deutschen Buundes- und Zollvereins-Staaten. 238, 240, 242, 243, 248, 249, 252, 13, 254, 255, 256, 258, 299, 260 und 261.) Farbstoffe und Chemikalien. Schon in dem Blatte vom 31, August is über die zur Gewerbe- Ansstellung eingesendeten chemischen Fabrikate berihtet; es sind in-

(Vergl, Allg. Prenß. Ztg. Nr,

in den Seitenparticen, so ausgezeichnet modellirt ist, daß hierin mit das Beste geleistet sein dürfte, dessen sich die neueste französische Bildhauerei rühmen darf, in den unteren Körpertheilen, besonders in der Ausbildung der Beine dagegen durchaus noch) jene in der früheren Schule für Fleisch und Blut geltende glatte Kälte und eine entschiedene Nachwirkung der ersten klassischen Epoche verräth, wo David, im Gefühl der Stärke und Schwäche seines Talents, unverholen äußerte, daß er von kirhlihen Gegenständen Die christliche Kunst war bei dem damals lebenden Künst- lergeshlecht so in Vergessenheit gerathen, daß, als Napoleon die während der Nevolution entweiheten und geplünderten Dome der alten Baukunst aus Staatsklugheit dem Kultus zurüstellte und Auftrag gab, die Altäre wieder zu {mücken, die Meister der pseudoklassischen Schule sih naiver Weise ein- bildeten, sie hätten einen Christus gemacht, wenn sie einen Apollo, einen Merkur, einen Marsyas oder irgend einen römishen Senator ans Kreuz hefteten, Die periodisch jedes Jahr wiederkehrenden Kunst - Ausstellungen beweisen , daß die kirhlihe Malerei und Bildhauerei in Frankreich seitdem feine merklihen Fortschritte gemacht,

nichts verstehe.

Preis- Aufgabe.

Die Oberlausizische Gesellschast der Wissenschasten hat in ihrer sehs- undachtzigsten am 28. August d. J. abgehaltenen Haupt-Versammlung fol- Hundert Thaler Pr. Cour, für eine vollständige, geordnete und urkundlich beglaubigte Geschichte der baulichen Entwickelung der Stadt Görliß, von ihrer ersten Anlage bis jeyt, Die Hälste des Prei- ses zahlt der Magistrat von Görliy, welcher diese Aufgabe vorgeschlagen. Mit funfzig Thaler Pr. Cour. soll außerdem eine geschichtliche Entwickelung, wie sich die kirchlichen Zustände der Oberlausiß von der Einführung des Christenthums an bis zur Annahme der Reformation gebildet haben, be- Die Preisbewerbun versiegeltem, den Namen des Verfa tariat der Gesellschaft bis zum 1, Juni 1845 einzusenden.

gende Preise ausgeseßt.

lohnt werden. sschristen sind mit einem Motto und

ers enthaltenden Zettel an das Sekre-

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