1844 / 295 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

E S Re- je di dingungen, unter welchen die sächsische ging ihre fe Bey _ ollenduzng des Unternehmens zuge-

chert hat.

Frankrei.

í - D Der Köni ern früh in Schloß Eu : Wrros: es S e af f E So iat dis arg d König eine Musterung über die National - Garde und wurde mit den lebhaftesten Acclamationen begrüßt. Die Miaps n ihrem Gemahl nach Boulogne entgegengeeilt. Es O ag wird die Königliche Familie wieder im Schlosse von St. Cloud ver= einigt sein. : E ; 0 Wefé

S r Privat - Mittheilung, welhe Galignani's Me sen A, E eto erhalten hat, is dem Könige der Franzosen von der Königin Victoria und dem Prinzen Albrecht das E ge- geben worden, daß sie im Lauf des nächsten Jahres nah Paris kom- me llen. j 2 Man erwartet hier mehrere hohe Besuhe. Jm Palais Royal werden bereits die Zimmer eingerichtet, die der König und die Köni- gin von Neapel bewohnen werden, wenn sie nah der Vermählung des Herzogs von Aumale mit der Prinzessin von Salerno das junge Paar nah Paris begleiten; man spriht auch von einem nahe Mel stehenden Besuche des Königs der Niederlande, der zugleich zur b schließung eines umfassenden Handelsvertrags mit Holland dienen soll, wozu die Unterhandluzgen, wie es heißt ck bereits ziemlih weit vor-

Q : d. E : geschrten Be f von Evreux, Abbé Ollivier, soll zur Leitung des religiösen Unterrichts des Grafen von Paris und zur Vorbereitung desselben zu seiner ersten Kommunion erwählt worden sei. s

Die Amnestie - Ordonnanz für sämmtliche französische politische Flüchtlinge in England soll morgen im Moniteur erscheinen. Manu versichert, daß eine dritte Amnestie für die Befreiung der n in Haft befindlichen 31 politischen Gefaugenen bei Gelegenheit. wg N er- mählung des Herzogs von Aumale erfolgen werde. Auch eine Revue der pariser National-Garde soll nächstens stattfinden und der e der sich jeßt mehr zurückziehen will, bei dieser Gelegenheit E sheinlich zum leßtenmale in offizieller Weise öffentlich E e Empfangs-Ceremonien in diesem Winter sollen schon durch, den ia von Nemours gehalten werden, der auch die Honneurs bei den Bällen und Konzerten in den Tuilerieen machen wird. E i:

Jn gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen wird versichert, am 12ten d. zu Windsor eine Uebereinkunft unterzeichnet worden sei wo- nah Frankrei, die Schwierigkeit, ja Unmöglichkeit des ferneren Pro- teftorats über Otaheiti einschend, sich zur gänzlichen Räumung Vta- heiti's unter der Bedingung verpflichtet hâtte, daß England diene Protektorat ebenfalls niht ausüben dürfe, Otaheiti unter der Ga- rantie beider Mächte unabhängig bleibe und eine gäuzliche Modisica= tion der Durchsuchungs - Verträge von 1831 und 1833 eintrete.

In den Büreaus der Civilliste wird, dem Vernehmen nah, eine Dotations - Denkschrist vorbereitet. Es soll dieselbe noch vor Ende dieses Monats veröffentlicht werden, um die öffentliche Diskussion über diese Frage abermals anzuregen. Man scheint zu hoffen, daß die Deputirten = Kammer in der nächsten Session für die Dotations- Geseh - Entwürfe, auf deren eventuelle Vorlage man noch nicht vere zichtet hat, günstiger gestimmt sein werde. (Es heipt sogar, Me Thiers habe seine Unterstüßung für diese (Bose + Aniwarie uge agt,

und es würden dieselben den Kammern bald nah dem Wie erzusam- mentritte derselben zur Entscheidung unterbreitet werden. , Es heißt, das Ministerium wolle die PONNS e Nes s März auflösen und für den Juli neue allgemeine Wahlen ausschrei [M Von Seiten der französischen Post-Verwaltung sind Unterhan lungen mit den deutschen Post-Behörden angeknüpft worden, um eine gegenseitige Herabseßung des Brief-Porto's zu erzielen, L Jun diesem Augeiblicke zirkulirt in den Legionen der pariser Na- tional - Garde eine bereits mit zahlreihen Unterschriften bededte Pe- tition, um die Rehabilitation des Andenkens des Marschalls Ney zu S Cancrin, der sich seit vierzehn Tageu in Paris bcsindet, will von hier aus eine Reise nah England machen. ai Herr von Lamartine wird iu diesen Tagen von seiner Badereise nach Fschia Le L E Band Gedichte und ein ‘osaishes Werk in zwei Bänden geschrieben prosa dem zu anti ersheinenden Progrès ist Graf Monta- lembert mit der Sammlung von Materialien zu einer ershöpfenden Geschichte des Jesuiten-Ordens beschäftigt. i j E

Die Revue de Paris kündigt das baldige Erscheinen eines neuen französishen Journals an, das nur der Besprechung ausländi=- her Zustände gewidmet sein soll; unter den Redacteuren werden Herwegh für Deutschland, Golowin für Rußland und Fäsy für die

iz genannt. 8 D der Geheimnisse von London, welche geraume Zeit das Feuilletou des Courrier français eiunahmen, Sir Francis Trolopy, oder, wie sein wirklicher Name ist, Herr Paul Géval, wird, dur den Beifall aufgemuntert, den sein erster Roman in der Lese- welt gefunden, für dasselbe Feuilleton nächstens ein neues Gemälde aus dem Leben der Gegenwart unter dem Titel: „Die Liebeshändel von Paris“, liefern,

a f rie Adam hat sich nun auch auf dem Theater der großen Oper eingebürgert; „Richard in Palästina“ heißt die ernste dreiaftige Oper, mit der er in diesen TARen oN mit sehr glücklichem Erfolge debütirte, nahdem er in der fomishen Oper seit längerer Zeit ein Liebling des Publikums ist.

aris, 17. Okt, Herr Guizot ist, dem Vernehmen nad, M eine umständliche Erzählung aller Umstände der Reise des Königs nah Windsor abzufassen und den übrigen Ministern von den Unterredungen Kenntniß zu geben, die er mit den Ministern Jhrer britischen Majestät über die zwischen beiden Kabinetten obshwebenden Hauptfragen gehabt hat. Es ist unglaublich, mit welcher Begierde diese Tage hindurch die umstäudlihen Berichte der Blätter über des Königs Empfang und Aufenthalt in England gelesen wurden, und man fann mit Bestimmtheit t is Eindruck, den sie hervor- brachten, ein günstiger und erfreulicher ist.

Ein Aontnal hat gestern die Angabe gebraht, Herr von Sal- vandy nähere sich wieder dem Ministerium an und werde aufs neue mit einem Botschasterposten bekleidet werden. Dieses Gerücht ift, sicherem Vernehmen nach, ohne Grund, obgleich die p des Ds 4 Salvandy dem Kabinette gegenüber eine keinesweges seind- elige ift.

Am 3ten hatten im Regierungs-Hotel Konferenzen zwischen den obersten Häuptlingen von Otaheiti und denen von Eimeo be onnen, in Betreff der zu nehmenden Maßregeln für die vollkommene Wieder-

herstellung von Ruhe und Frieden. Diese Konferenzen wurden am Âten sortgeseyt. Es waren dabei zwölf Distriktshäuptlinge von Ota- heiti und neun sür Morea (Eimeo) auwesend.

Großbritanien und Irland.

_ Londou, 16. Oft, Die Abreise des Königs der Franzosen giebt den hiesigen Blättern Gelegenheit, sich noh Tunvil, E

um Abschiedsgruße, über die Bedeutung und den Charakter des Kö- a A Ee tasperhen, Das Gefühl der Zufriedenheit und Freude über das innige Verhältniß der beiden Souveraine, so wie über den enthusiastishen Empfang des Königs von E des e lischen Volkes, is allen gemein, vom streng ministeriellen H 7 bis zum radifalen Sun; man is insgesammt bestrebt, zu zeigen, daß das britische Volk die Aufrichtigkeit der Friedenêëliebe, welche die Worte des Königs in der Beantwortung der mannigfachen Adressen kund gaben, vollkommen anerkenne und von der persönlichen Freundschaft der beiden Herrscher auch Etwas für die Sdise des Friedens der Nationen erwarte. Nur über das Mehr oder Weniger dieser Erwartungen is man nicht einig, indem die allzu sanguinischen Hoffnungen der ministeriellen Blätter in Betreff des fester begrün- deten Einverständnisses zwischen der französischen und englischen Na- tion durch die ruhigeren und kühleren Betrahtungen der Dppositions- Presse zerstört werden. Selbst die Times hat in dieser Beziehung ihre Bedenken. Der Herald schreibt: „Nichts konnte mehr das gute Einverständuiß befestigen, welhes endlich zwischen den beiden Nationen hergestellt worden ist, als solche Erklärungen, wie sie der König in seiner Autwort auf die londoner Adresse ertheilt hat, und hätte man diesen Besuch nicht zu einem Privat - Besuche gemacht, so wären derartige Demonstrationen allgemein geworden. Man hat in- deß weise gehandelt, daß man dies nicht that, in Betracht der et suht, mit welcher die Anwesenheit Sr. _Majestät in Eng-= land von der französischen Oppositions - Presse angesehen wurde, deren Leiter ihren Groll und Unwillen über den hiesigen Empfang des Königs nicht verbergen konnten. Jhre Bemühungen aber sind fruchtlos geblieben, weil die große Masse des französischen Loe dur solhe Bosheit niht mehr influirt wird, als der denkende Theil unseres eigenen Volkes dur die Verleumdungen, deren Ziel Rer Minister des Auswärtigen ijt für sein vermeintliches Aufopfern der Ehre Englands, gegenüber den Forderungen Frankreihs.“ Die Times schreibt: „Wir gestehen, daß die Besuche fremder Herrscher in unserem Lande für uns einer der angenehmsten Gegenstände sind, über die wir in leßter Zeit zu shreibeu hatten. Sie sind wie ein Sonnenschein an dem mit finsteren Wolken des Sturms und der Lieb- losigkeit bedeckten politishen Himmel, welcher fast jede Regierung in Europa umhüllt. Wir freuen uns niht wenig in der Betrachtung, daß Preußen uns seinen König, Rußland seinen Kaiser, Sachsen lie nen König und Frankreih ja, selbst Frankrei, aufgeregt, wie es ist von einer hohmüthigen und wüsten Faction, welche Himmel und Erde zur Anfachung eines Vertilgungs-Krieges mit uns in Bewegung seßt daß Frankrei seinen König den Gestaden Albion's zuführt, um die Königin Victoria unter dem harmlosen Charakter eines Freun- des zu besuchen, Diejenigen, welhe, ohne eimen nothwendigen und gerechten Krieg zu scheuen, doch die Segnungen des Friedens lieben, müssen von Ereignissen, wie das gegenwärtige, mit tiefer Freude erfüllt sein, und wir fönnen uns gewiß auch der Hoffnung hin=- geben, daß aus dieser Quelle aufrichtiger Herzlichkeit E deu gekrönten Häuptern die Nationen, über welche jene herrschen, C esin- nungen ähnlicher Art (wenigstens in einigem Grade) {öpfen werden. Wir wollen niht sagen, daß wir jemals die wüthende und et nünftige Partei in Frankreich zu versöhnen im Stande sein, werden, oder die Volkêmasse, welche sie gegen uns aufreizt ; aber wir fönnen doch nicht umhin, etwas Gutes von solchen Ereignissen zu erwarten, wie dasjenige is, über welches wir jeyt {hreiben, und obgleich wix nicht die Gränzen der Vernunst und der Erfahrung zu überschreiten wagen, indem wir allzu sanguinischen Hoffnungen uns hingeben, so sind wir doch so kühn, um den Jutriguen und Verleumdungen Troy zu Vos ten, welhe den Besuch Ludwig Philipps in England als vergeblich

1552

i j i i ‘iedli Zweck darzu= 1 ug auf irgend einen heilsamen und friedlihen Zwec darzu A E den, E Die Judividuen auf dem Throne sind durch ein dreifahes Band der Freundschaft verbunden, und tiefes und bitteres

n würden wir empfinden, wenn jemals die Stunde fommen solite, da Wankelmuth und Undankbarkeit das geknüpfte Band wieder lösen sollte.’ Was endlih die Morning Chronicle, das Haupt= Organ der Oppositions-Presse, anbetrifft, so wiederholt dieselbe, nah= dem guch sie den Besuch des Königs als ein erfreuliches Ereigniß ge- schildert, die Warnung vor allzugroßer Nachgiebigkeit gegen grank= reich. Das Blatt weist zurü auf die ersten Zeiten nach der Juli= Revolution, wo das Hauptstreben des Königs dahin gegangen sei, sich Allianzen unter den fremden Mächten zu verschaffen, um seinen Thron und seine Dynastie zu sihern. Nicht an England habe er sich damals gewandt, sondern an die absoluten Mächte, besonders an Rußland. Jun einem im August 1832 geschriebenen Briefe an den Kaiser von Rußland, an den noch neulih die Presse den König erinnert hat, habe er demselben geschrieben : „Frankreich erblit mit Vergnügen in Rußland seinen uatürlichsten und mächtigsten Alliür= ten. Daraus gehe hervor, daß, wenn Rußland die Allianz hätte anerkennen wollen, Ludwig Philipp ganz gern der von den zen Bourbons eingeleiteten, den englischen Jnteressen feindlihen Politik gefolgt wäre. Aber Rußlaud habe die Eröffnungen zurückgewiesen, eben so Oesterreich, und da erst habe si Ludwig Philipp durch die Nothwendigkeit gezwungen gesehen, dem Rathe Talleyrand's ge= mäß die Allianz mit O nachzusuchen. Unter solhen Umständen verlange es schon die

üsiht auf die National - Würde Englands, mit Vorsicht zu Werke zu gehen, um so mehr, da, wie friedliebend auch die Politik” Ludwig Philipp's sein möge, do nur seine Persöu= lichkeit bisher im Stande gewesen sei, derselben Kraft zu geben, und da unter den französishen Staatsmännern des Tages kein einziger sich befinde, welher die Macht besiße, den gegen England entflamm- ten Leidenschaften der französischen Kriegs - Partei die Stange zu a Sea wird, wie es heißt, in der Mitte des nächsten Monats seine angekündigte Rundreise durch England beginnen. Jhm zu Ehren soll in Clifton ein großer Festschmaus veranstaltet werden. | Berichten aus Gibraltar vom Âten d. M. zufolge, fehren die Einwohner vou Mogador nah und nah wieder in die Stadt zurü, und die Ordnung stellt sich wieder her, Die Häuser haben zwar durh das Bombardement wenig gelitten, sind aber von den Kabylen i üindert worden. ; S Mit P Post- Dampfschiff „Britannia“, welches Boston am 1sten d. M, verlassen hat, sind Nachrichten aus New - Yorf vom 30, September eingetroffen. Sie melden aus den Vereinigten Staaten uichts von Sntezelte, als das für die Whigs günstige Resultat einiger Wahlen in verschiedenen Staaten. Nachrichten aus Kanada zufolge, hat Sir Ch. Metcalfe das Parlament aufgelöst und ein neues zum 12, No= vember einberufen. New-Orleans-Blätter melden, daß Matamoras am 4. August para einen Orkan zu zwei Drittheilen zerstört wor= den ist, und daß alle noch stehen gebliebenen Häuser mehr oder we- niger beschädigt worden sind, Mehr als 200 Menschen sollen um- gekommen sein. Außerdem sind zwei Niederlassungen an der Mün- dung des Rio Grande durch den Orkan gänzlich vernichtet worden, und man glaubt, daß der größte Theil ihrer 300 Bewohner umge=-

fommen ift,

Belgien.

rüssel, 18. Oft, Der wissenschaftlihe Kongreß von Lüttich hat f ne ‘1836 die zu seiner Verfügung stehende Summe von

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r. dazu bestimmt, ‘einen Preis für eine Arbeit über die Jn- E E Lüttich auszuseßen. Die Bevollmächtigten jener Ver- sammlung haben q nun mit der Königlichen Afademie zu Brüssel

in geeinigt, da t

e O die Zuerkennung des Preises ausspriht. Das von der Akademie entworfene Programm, welches das Nähere der Aufgabe enthält, ist so eben publizirt worden, und die Arbeiten solleu bis zum 1. Januar 1847 von dem perpetuellen Secretair der Akademie portofrei entgegengenommen werden. Der Verfasser, der den Preis davonträgt, erhält außerdem 100 gedruckte Exemplare seines Werkes,

diese zu jener Summe noch ihre goldene Medaille

S weiz. Neuchatel, 15. Okt. Der hiesige Constitutionnel ent-

lt folgenden Artifel: „Heute früh um 6 Uhr verkündeten Kano- tale das heutige Fest, den Geburtêtag unseres vielgeliebten vil verains, Seit dem Anbruch des Tages waren die öffentlichen Ge- bäude und die meisten Privathäuser der Stadt mit Fahuen in den Farben des Königs, der Königin, des Fürstenthums und der eger haft geschmüdckt. Um 10 Uhr strömte Alles in die Kirche, MRY j der Stadtrath, unter Vortritt eines Musik = Corps _und g2cfo g von den Beamten, in feierlihem Zuge begab. Die bere E Worte des Pastor Diakonus drangen tief in die Wte ey der Text: „Fürchtet Gott, ehret den König . ist u y i! noch nie auf eine erhabenere, innigere und würdigere Weise er A worden. Jun dem -Augenblick, wo wir unser Blatt der Presse b L geben, beginnen die fröhlichen Bankette. Heute Abend ist dgen, id Ball, Leider stört der Regen die Festlichkeiten etwas, aber die pen Gesinnungen, die jeder gute Nenchateler für seinen Fürsten hegt, sind stets ungeshwächt dieselben. ““

Ikl t n: Turín, 8. Okt. (A, ZZ) Durch eine Königliche Verordnung

m gestrigen Tage werden im ganzen Umfange des Königreichs E Tie Citrigen Zünfte und Meistershaften von Künstlern und Handwerkern abgeschasst und die Ausübung von Handthieruugen Jedermann freigestellt, Für die Zukunst soll eine doppelte Matrikel errichtet werden : die erste für die Meister, die andere für die Gesel- len und Lehrlinge. Die Bürgermeister haben dafür zu sorgen / daß alle Meister und Gesellen ihres Bezirks in die Listen eingetragen werden. Diese Einschreibung i} die einzige Bedingung, um ein Handwerk ausüben zu dürfen.

Sex bie, Belgrad, 10, Okt. So eben geht hier die Nachricht ein,

- tolle Aufstands - Versuch gegen die Regierung bereits sein Os edi e Der den Jusurgenten entgegengesandte alte E Nenadowich lieferte ihnen mit den Landleuten von Waliewo ais g feht, wobei elf Aufrührer, darunter der Anführer Stojan e: wih, getödtet, neun gefangen und die übrigen in Ee S wi zerstreut wurden. Wutsitsh, den die Regierung mit der Gre E Macht zur Unterdrückung des Aufstandes beordert hatte, an Ad seinen Zug gegen Waliewo und Schabacz fort, um dic Ruhe in de aufgewiegelten Distrikten vollends herzustellen,

La Plata - Staaten.

2 Paris, 16, Okt, Montevideo hielt sich am 4. August noch und schlug die täglichen Angriffe Oribe's ab, Rivera mit etwa 4000 Mann hielt noch immer den Norden der Banda Oriental beseßt und wollte sich mit 7000 Corrientinern vereinigen, über welche der Ge- neral Paz den Oberbefehl übernehmen sollte, um dann offfensiv gegen Oribe aufzutreten und Montevideo zu entseben. Jn diejer Stadt seßte man große Hossnungen auf Brasilien, das in der That sich eifrigst rüstete, um jeden Augenblick die Feindseligkeiten gegen Rosas begin- nen zu fönnen, wenn es dazu kommen sollte, Rosas traf bereits Gegenrüstungen und suchte Schiffe anzukaufen, um feine Marine zu verstärken. Auch der Ratteninsel bei Montevideo suchte er sih zu bemächtigen, um so s{neller mit dieser Stadt fertig zu werden. Be- reits waren mehrere brasilianische Kriegs - Fahrzeuge mit 500 Maun Truppen und 16,000 Lasten an Lebensmitteln und Munition im La- Platastrome angekommen und vor Montevideo vor Anker gegangen, Andere brasilianische Kriegs\chisse wurden erwartet. Man behauptete zu Montevideo, England und Frankreich trieben Brasilien zur Ener gie gegen Rosas an, Zu Buenos - Ayres scheint man in der That eine Blokade von brasilianischer Seite zu fürchten, denn alle Waaren- preise sind daselbst bedeutend in die Höhe gegangen.

P e N

London, 12, Okt, Der Manchester Guardian enthält ein Handels- Schreiben aus Lima vom 18, Juli, worin einiges Nähere über eine abermalige Revolution in Peru mitgetheilt wird, das sich den Einwirkungen der unaufhörlichen, die Kraft des Landes aussaugenden Parteifämpfen entziehen möchte, Der bisherige Matt- haber, General Vivanco, i} gezroungen worden, seine Stelle dem bis- herigen Präfekten von Lima, einem Nicht =Militair, Namens Elias, abzutreten. Dieser, ein reiher und achtungswerther Mann und An- hänger Vivanco's, unterstüßte Anfangs dessen Sache in der Hossnung, daß die Umwälzungen, welche das Land bisher zerrissen hatten, auf hören würden; er stellte sich aber selbst an die Spibe der euer Bewegung, als die Schwähe und Talentlosigkeit und vor A em die verrätherishen Absichten Vivanco's diese Hoffnung, r telt hatten, und erklärte am 17, Juni c., daß Lima H Autorität des Generals niht länger anerkenne, und daß, A Î Präfekt selbst \o lange den Oberbefehl führen werde, bis LE n greß zusammenberufen und in verfassungsmäßiger Ae, tian A n Präsidenten gewählt worden sei. Dieser Schritt fand ei s E wie bei den Truppen allgemeinen Beifall und Elias wurde S allgemeine Acclamation zum Chef der Regierung ausgerufen. t selbe erließ sofort ein Dekret, wodur die höchste Gewalt ihm ü t tragen wurde, und worin er ankündete, daß er ohne Leraug Tom saire an die Befehlshaber der kriegführenden Streitkräfte, S, 0 die Generale Vivanco , Castillo und Rufino Echenique mit v gleichs - Vorschlägen absenden werde, Die Umwälzung war ohne es geringsten Widerstand oder Unordnung bewerkstelligt wor N Jndeß hält man nicht für wahrscheinlich, daß die a ' ten Militair - Chefs \sich der Aufforderung der neuen gierung in Lima fügen werden, und viele fürchteten, die Verwirrung werde dur das Entstehen einer neuen Partei neben den {on A handenen nur noh größer werden; do war der Enthusiasmus a die Begeisterung für die neue Regierung zur Zeit noh \o E L der Oberst Echenique, der Freund und Anhänger Vivanco's, a e mit 1200 Mann sich der Stadt näherte, um die Beg ju Le terdrüen, unverrihteter Sache wieder abziehen mußte. Getchästs- theilung National-Miliz folgte ihm auf dem Guße. A i L träger von England, Frankreich und den Vereinigten Staa E u ten in Berathung mit ihren Kollegen vom diplomatischen Corps,

ren Landsleute durch die willkürlichen Zwangs - Maßregeln der sich streitenden Parteien und die von jeder ohue irgend ein wohlbe- ärte Blokade des Hafeus der Stadt benacthei- Nach einem gemeinschaftlichen Beschlusse shickten sungen an die Kommandanten der betreffenden Stationen Süden sich zu begeben und den Behörden ihren Ent- die Blokade der verschiedenen Rheden län Auf die Kunde von diesem Be beeilte sich die neue Regierung, ein Dekret zu erlassen, wodur die Rheden vou Arica und Jquique, die damals von den Streitkräften des Generals Vivanco blokirt waren, wieder als offen erklärt wurden, Am 22sten wurde das britische Dampfschiff „Cormoraut““ nach Quilca mit diesem Dekrete und einem Bericht von der vorgegangenen Um-= wälzung abgesendet, die von dort den beiden kriegführenden Generalen in der Provinz Arequipa übermacht werden sollten.

Der Handel Lima's war durch diese neue Umwälzung allerdings vorläufig wieder ins Stocken gerathen, indeß glaubte man ziemlich allgemein auf bessere Zeiten rechnen zu fönnen, wenn Elias sich be- haupten würde. Von den Bewegungen Vivanco?s und seines Geg= ners Castillo im Süden der Republik hatte man keine Nachricht,

gründetes Motiv erkl ligt worden waren.

sie darauf Wei ab, nach dem {luß zu bedeuten, Küste nicht anzuerkennen.

Die Gewerbe - Ausstellung der deutschen Bundes- und Zollvereins-Staaten.

(Vergl. Allg. Preuß. Ztg. Nr. 2

253, 254, 255, 256, 258, 259, 260, 261, 262, 263,

273, 274, 275, 276, 277, 278, 279,

286, 287, 288, 291, 293 und 294.)

38, 240, 242, 243, 248, 249, 252,

264, 265, 266, 267, 280, 281, 283, 285,

Juwelier - Arbeiten,

Schon seit dem grauesten Alterthum erzählen uns die Bücher der heiligen Schrift, die Dichter und Geschichtschreiber der klassischen Zeit mit Bewunderung von den kostbaren und vortrefflichen Arbeiten der Goldschmiede, welche zu allen Zeiten die Freude und Vorliebe besonders des weiblihen Geshlechts ausmahten.

Die Griechen haben sich im Alterthum in der Gold - und Sil- ber - Arbeit den größten Ruhm erworben. Künstler sind verschiedene Städte dieses berühmten und an Erfindun- gen in Künsten und Wissenschaften so ausgezeichneten Landes verewigt worden; ihre Arbeiten sind von einem Geschlecht zum anderen als Vorbilder übergegangen.

Mit dem Untergange des Römerreihs und der Völkerw wurden zahllose Werke von edlen Metallen in Schutt und begraben, und auch diese edle Kunst l6ten Jahrhundert trat der berüh auf, über dessen Lebensverhältnisse in der Goldschmiedekunst Göthe's tre Kunde verbreitet hat, waren Arbeiten, die sich dur kunstf auszeichneten ; allein Benvenuto brach in der Goldschmiedekunst hervor; er Gold- und Silber-KArbeiten außer den edlen Steinen garnirten Arbeiten nod sten Glasfliissen zu emailliren verst

Diesen Meister hatten sich in Deutschland talentvolle Gold- genommen; insbesondere wurde diese Kunst im rhundert zu Augsburg

Durch die Werke ihrer

selb| gerieth in Verfall. Jm mte Benvenuto Cellini zu ohl als über seine Leistungen ' liche Biographie allgemeine jahren im Alterthum schaften, ertige Composition und Größe te eine neue Vervollkommnung war der Erste, welcher seine getriebenen, gravirten und mit ) zu nielliren und mit den \{ch6öu=

Was die Vor

\chmiede zum Vorbilde hohen Grade im 16ten Jah Die Namen Albrecht Dürer, Bruder Albreht in Nürnberg, einen historishen Ruf erhalten kammer und die sogenannte reich Gewölbe in Dreéden und die K meisten Gegenstände der berühmte telalters dem Vaterl waren vor hundert vierzig Jahren noch ü allein Bestellungen für alle deutsche ländische Höfe, für Rußland, ihnen eingingen,

wurde ein Stillsta das Verschwinden des re politischen Ereignisse

und Nürnberg Wenzel Jamnißer und sein so wie Dinglinger in Dresden, haben Vorzugsweise sind es die Schab- e Kapelle in München, das grüne unstkammer in Berlin, welche die sten deutschen Goldshmiede des Mit= Die Goldschmiede Augsburgs i so hohem Rufe, daß uicht Fürsten, sondern auch für aus- Dänemark, Schweden, Seit dem Anfang des acht

andsfreunde zeigen.

Spanien bei zehnten Jahrhunderts sem Zweige der Judustrie sowohl durch ten Kunstsinnes, als dur in Deutschland herbeigeführt; französischen Revolution, die Anstrengungen des Befreiungs- Ereignisse,

ch die damaligen der siebenjährige E der Franzosen und A Deutschland weges zu dieser Kunst wieder aufmuntern Arbeiten aus dem An chem Verfall dies Ge1

Die Silber- rts zeigen , bis zu wel= Erst nah dem Frie= Goldschmiedekunst in ein neues Leben für mehreren Staaten hes angehende Talent die ward zugleich | „der Zeit der sich seit der Zeit in

der Goldschmiede velhe Gegenstände im fabrikmäßig ne dritte, die

fange dieses Jahrhunde verbe hberabgesunken war. sihtbarer Fortschritt der gleidzeitig aber auch ts - Methoden.

erbefreiheit bot für man ar, sich in diesem Felde

den von 1815 trat ein Deutschland wieder ein die anzuwendenden Arbei eingeführte Gewerbe Möglichkeit d ein mächtiger Sporn, Noth eingewurzelt h diesem Gewerbebetriebe durch die Umstände gebil Gebiete der Kun produzi leichtere Artikel für den H dem Handwerker gleich zu Die verschiede die Fertigkeit, z zu emailliren, z ede für sich e Theilung dies tadeln ist, Auch in diesem G jährigen Friedens und d auf mannigfache Wei Zusammenwirke von kleinerem u Arbeiten eben züglicheres ins "vorgebracht word den Werkstätten nach, be Kemein die Juwelen - Arb Bijouterie) und die Si( st [lten Gegenstände g

lier=Arbeite sen theilwe

zu versuchen, und von dem Schlendrian, der \ich in , abzugehen, verschiedene Kategorieen , nämlih die, 1 ren, eine andere andel vervielfältigen, und ei

nen in der Gold en und zu treiben, zusammen u vergolden und mit Edelstei eine besondere Geschicklichfei rbeiten, bald minder, b

)miedekunst enthaltenen Arbeiten, zustellen, zu ciseli= nen zu {müdcken, t und Uebung, so ald mehr, nicht zu haben die Regungen ein fortschreitenden Wissen geltend gemacht gemeinsamen Zweck, in Fabriken Theilung der ziehungen Vor- Leo's X, her- btheilungen,

erfordern j

er Einftuß der haften sich

i Ausstellers mit einer tüchtigen Ausführung auf das befriedigendste , und mit dem :

vereinigt, nd größerem 11 so Ausgezeichnete ben gerufen,

Als von ein stehen indeß

eit, die feine Gold - A ber-Arbeit, in welchen angemessensten

mfange, ist dur , In einzelnen Be jener Blüthezeit ander gesonderte A ch gegenwärtig fast all= rbeit in- Geshmeiden Beziehungen die aus=- abzuhandeln sind.

ch wenige Aussteller muck und Verzierung

bietet der Goldshmidt Sr. Majestät des Königs, Hossauer, der öffentlihen Betrachtung dar. Unter den größeren Gegenständen von 15löthigem Silber ist es ein großer Tafel - Aufsaß nah Zeich= nung vom Ober - Baurath Langhans im Renaissancestyl, meh- rere ausgezeichnete Vasen, darunter eine in edelster griehisher Form mit vier Kriegern von Schinkel, eiu kompletter Tafel-Aufsab, für den Herzog von Nassau angefertigt im Rokkokko-Genre einige Terri- nen, eine große Blumenschale, von zwei Genien getragen, 1 großer, 2 kleine Kandelaber, ein äußerst elegantes, theilweise galvanish ver= goldetes Thee-Service, ein Kaffee-Service (orientalish), welche mit Recht die Aufmerksamkeit des Kenners in Anspruch nehmen, aber auch bei der reihen Zeichnung und zusammengeseßten Arbeit es shwierig machen, jedes Einzelue gebührend zu mürdigen. Außerdem sind meh- rere fleinere Arbeiten von besonderem Jnteresse, Eine Gruppe der heiligen Lorenzia nah Rauch, \{ön galvanisch vergoldet, den Kopf- puß und Gürtel mit Edelsteinen verziert. Eine Kanne mit Platteau und zwei Leuchter, in edelster etrurisher Form, reih gravirt und fornblau emaillirt, mit vorzüglich lebhafter galvanisher Vergoldung. Zwei emaillirte Leuhter mit höchst zartem feinem Schaft, auf Tripied,

vertreten und auch der aufgestellten Bi Unter Nr. 2682

wei vollständige Paru andere in Smar dur ihre Kräft burger Art, zu det und die

züglih zeichnen

ise als Sch wendet worden, à in Frankfurt a, eine nur in Brilla rbeit erinnert n die peters- sauber abge- undè rein. an einander g en des Colliers

ren eingesandt, agden und Brillanten igkeit und den sten Schnitt a Politur des Silbers sih die diht und

l : u Steine aus, wel g Mag

he die Kett

1553

im Brisllant -Shmuck und der Feroniere im Smaragd - Shmuck bilden, und fast aufgezogen wie Schnüre erscheinen. Jmgleichen sind die Bouquets und vorzugsweise darunter das größere als ausgezeich= net in Form und Behandlung zu nennen. Allgemein ist die Zeichnung angenehm, reich und geschmadckvoll, nur in Bezug auf die Smaragd- Obrringe erscheint ihre Form nicht in Harmonie mit den übrigen Gegenständen der Parure zu stehen, indem sie wohl gleichfalls ara- besfenartig und reicher gehalten sein fönnten. Wenn der hohe Werth der Steine hier noch besonders zu erwähnen is, so fann es nur gesehen, um des Arbeiters Geschick gebührend anzuerkennen, daß er nihts versäumt, sie in ihrer vollständigen Schönheit und Rein- heit für das Auge dargestellt zu haben. Ein Verdienst, welches den Es im Juteresse des Besißers als vorzüglich angerechuet wer- en muß.

Nr. 215. Humbert und Sohn, Königl. Hof=Juweliere, ha= ben an Juwelen - Arbeit ein so reihes und s{chönes Sortiment der verschiedenartigsten Gegenstände ausgestellt, daß es {wer fällt, dar- unter etwas besonders hervorzuheben, Jm Ganzen is die Arbeit mit vielem Geshmack ausgeführt, und gereiht eben so sehr dem, der die Entwürfe gemacht, als dem Verfertiger zur Ehre. So steht diese Sammlung der ebengenannten angemessen zur Seite, und ersreut durch größere Vielseitigkeit. Als sich auszeihneud sind zu nennen, ein zart und elegant gefaßtes Bouquet von Brillanten mit 4 Perlbandelockfen, zwei Sevignés in Brillanten, das eine als Schleife, in der Fassung höchst zierlih und fast kühn im Schwung zu nennen; das Andere, zwei große schöne Chrvsolithe {wer in Bril-

| lanten gefaßt, als ein Repräsentant des Gediegenen, ein Collier

von Solitairen, des feinsten Wassers, kräftig und gleihmäßig gefaßt, Auch eine Anzahl Bijouterieen, worunter vorzüglich mehrere Arm- bänder, befinden sich in dieser Sammlung, welche, ges{hmadckvoll ge- ordnet, sauber ausgeführt und {ün an Farbe, den erfreulihsten Be- weis geben, in welhem Maße auch hier in Berlin diese Arbeiten fich vervollkommnet haben.

Nr, 2846. W. Goldbeck, Hof-Goldshmied zu Potsdam, eín Paar Ohrringe, Türkis und Brillanten, welche ihrer sauberen Fassung wegen eine gerechte Anerkennung verdienen, ;

LXIX. Silber-=-Arbeiten.

In keinem Theile der Arbeiten von edlem Metall ist seit 30 Jahren eine bedeutendere Veränderung eingetreten, als in diesem. Jene unbehülflihen Formen der Silbergeräthe, welhe sich aus der Zeit vor 1814 erhalten hatten, und welhe damals und später noch angefertigt wurden; jener mangelhafte Guß, die steifen kunstlosen Verzierungen, die in nichts über die Mittelmäßigkeit gleichzeitiger Ar- beiten in Messing und Zinn si erhoben, sie sind einer zweck- und kunstgemäßen Richtung gewichen, welche sih nah den verschiedensten Seiten hin geltend macht, und die, vielfah der wahren Kunst si nähernd, in den mannigfaltigsten Bildungen ihre s{chöpferishe Kraft zu bethätigen strebt. i

Zunächst sind es die Arbeiten, welche in einer bestimmten Form

nur einmal oder doh nicht häufig wiederholt angefertigt werden, die sogenaunten Corpus= oder getriebenen Arbeiten, wozu die mit getrie- benen und ciselirten Guß - Ornamenten verzierten gehören, welche die Aufmerksamkeit auf sich lenken.

Unter diesen zeichnen sich aus die unter Nr. 215 von dem Hof=-

Juwelier Humbert und Sohn ausgestellten Gegenstände. Ein

Prachthumpen, nah der Jdee des Grafen“ von Hagen ausgeführt, gezeichnet von Asmus, von Boy und Sauer modellirt, von Gold- schmied Heilandt gearbeitet und von Stöckel, Mertens und Menke ciselirt, Auf dem Fuß i die stufenweise Wirkung des Weins in einem Bacchantenzug en haut reliel dargestellt, Der Mittelkörper

besteht aus Vereinsthalern mit Weinlaub umshlungen, welche nicht eingelöthet, sondern auf eine schwierige Weise wasserdicht gefaßt sind. Der Wulst des Deckels is mit einer nah Schinkel gearbeiteten Ara- besfe verziert; vorn befindet si das Wappen des von Hagenschen Hauses, und der Griff besteht aus einer Hebe, die, aus Laub empor- wachsend, cinem auf dem Dedckel knieenden Ganymed die Schale emporhält, Sämmtliche an diesem Kunstwerk betheiligte Arbeiter haben mit seltener Uebereinstimmung das Jhrige zur Vollendung des Ganzen beigetragen, und wenn vorzugsweise die Ciselirung des Bac= chantenzuges von Mertens und die des Wappens von Stöckel als besonders gelungen, so wie die geshickte Biegung der Medaillen, als beactenswerth genannt werden müssen, so daf

ein Tadel in Bezug auf die Ausführung des Uebrigeu gelten, viel mehr dieser Humpen mit Recht als eine der ausgezeichnetsten Silber= Arbeiten der Ausstellung bezeihuet werden. Ein zweiter Gegenstand ist eine Warwick-Vase, welche ihrer bekanuten edlen GForm wegen {on das allgemeine Juteresse erregt, modellirt von Fläschner, sehr s{óön ciselirt von Mertens und Stüel, uur das Löwenfell könnte wohl kräftiger behandelt sein, und nächstdem noch eine große Rokkokko-Blu-= men = Vase mit erhabenen getriebenen Verzierungen von angenehmer Form und sauberer Ausführung, beide von Heilandt gearbeitet, Es darf dem Aussteller wohl zum Verdienst angerechnet werden, die Leitung dieser Zierden der Ausstellung so tüchtig bewirkt und die Thä= tigkeit der verschiedenen Arbeits - Talente zu so befriedigenden Resul taten geführt zu haben,

dies doch uicht als

Bon den Hof=Juwelieren Joh. Wagner u. Sohn findet sich

unter Nr, 216 eine Lanti - Vase ausgestellt, welhe auf eine würdige Weise der- obengenannten Warwick - Vase, der sie auch in Form und Idee ähnlich ist, sich anreihet. Sie ist sehr geschmadckvoll in jeder Bezie- hung ausgeführt, einfacher zwar als jene, jedoch niht minder edel, und es sind wohl, wie sich aus der gleichen Behandlung ergiebt, die- selben Arbeitskräfte bei der Aufertigung und Ciselirung thätig gewe- sen, Außerdem erregt ein geshmackvoll entworfenes, von dem Gold= {hmidt-Altmeister Friedrich gut und sauber ausgeführtes, theilweise vergoldetes Thee - Service mit Recht die allgemeine Aufmerksamkeit.

Auch an diesen Arbeiten sehen wir die einsihtsvolle Leitung des

Nr. 221, Eine bedeutende Anzahl ausgezeihneter Kunstwerke

oben mit Thierköpfen verziert, mehrere reiche Pokale und andere Gefäße, wobei zu bemerken, daß die Gegenstände, welhe im engli- eden bis zu welchem Punkte der Entwickelung dieselbe ge- 19 , Sollte es mehr als ein Gerücht sein, daß das Nichteinsenden dieser Fabrikanten dur gewisse Aeußerungen ihrer norddeutschen Ab- nehmer erzeugt worden, welhe davon ihre weiteren Geshäste mit ihnen abhängig gemacht hätten, so is zwar die Befürchtung derselben, dadur einen Theil des gewohnten Absaßes zu verlieren, erklärbar, indessen au sehr zu bedauern, daß in Folge so einseitiger Ansichten ein so wihtiger Jndustriezweig der Vereins - Staaten fast erzwungen SS DA el vertreten werden fonnte. Doch au hierbei wird

eit gewiß zu einem richti : j j

führen, g z em rihtigeren Erkenntniß der Verhältnisse

_Nr. 242. Gebr. Bramigk zu Berlin, Hof - Juweliere Sr. Königl, Hoheit des Prinzen Karl, welche bei bee Dia dem seiner Zeit hier und später zu Paris rühmlih bekannten Juwelier K. Wagner, ihre Ausbildung erhielten, haben auf höchste Veranlassung einen eigenthümlichen Zweig der Bijouterie von dort nach Berlin verpflanzt. j Es ist die Geschicklichkeit, Kunstgegenstände in Gold und Silber, theilweis mit Benußung schon vorhandener älterer Theile, so darzustellen, daß, obwohl neu, sie doch für antike Arbeiten gel- ten fönnen, Diese Aufgabe haben die Herren Aussteller zur Ge-= nüge gelöst, und durch Aufstellung einer nit unbeträchtlichen Anzahl von Gegenständen bewiesen, daß sie derselben gewachsen sind. Be= sonders anziehend erscheint die getreue Nachbildung eines Kandela= bers, welcher ursprünglih nah einer Zeichnung von Michel Angelo durch Benvenuto Cellini für den Papst Leo X. verfertigt worden, später eingeshmolzen wurde, hier jedoch nah einer in Paris vorgefundenen Zeichnung, mit genauer Beobachtung des Maßstabes, treu wieder- gegeben is. Die Ausführung der äußerst ges{chmackvollen Zeichnung ist lobenêwerth. Eiu in Silber vergoldeter gothischer Humpen giebt gleichfalls einen erfreulihen Beweis von der Geschicklihkeit der Aus= steller, obwohl hier eine fünstlerische Modellirung der kleinen Statuen, die ihn zieren, zu wünschen gewesen wäre, Ein in Bergkrystall gearbeitetes, mit grün emaillirtem Epheu umgebenes Schreibzeug, ein reih garnirtes Album, eine besonders fein ausgeschliffene Agath= Schaale, zum Schmuckhalter benußt, und viele andere fleinere Ge- genstände sind ebenfalls als Belege der vielseitigen Fähigkeiten der= selben im Montiren, Ciseliren und Emailliren anzusehen,

Unter Nr. 204 hat J. A. Lewy zu Berlin einen in Silber gearbeiteten galvanisch vergoldeten Stodknopf ausgestellt, welcher eine Mannigfaltigkeit von Gegenständen in sich vereinigt. Ein Tinten- und ein Sandfaß, Federmesser, Bleifeder, Stahlfeder, Bleistifte, Pett= schaft, Feuerzeug, Leuchter, Spiegel, selbst eine Uhr, verbirgt dieser verhältnißmäßig Fleine Raum, bis die gelösten Federn sie nah Be= dürfniß zum Gebrauch sichtbar machen. Da dergleichen mechanische Kunstwerke, welche ehedem viel Glück machten, jeßt weniger vorkom- men, so ist es um so anerkennungswerther, daß der Aussteller mit Fleiß und Geschick ein solhes zur Ansicht gebracht hat.

Nr. 1941, A. Voges in Berlin hat ein hübsches Lager kur-

renter kleiner Bijoutericen in Skar, und 14far. Golde auëgestellt, welche einen anerkennungswerthen Belag für dessen Kunstfertigkeit ge- ben und sih sowohl durch eine reinliche Ausführung als durch billige Preis - Notirung auszeichnen, und unter

Nr. 2737. W. Rodeck in Berlin, außer mehreren später zu erwähnenden Silberwaaren verschiedene Bijouterieen, welche der seit Jahren von ihm persönlich geleiteten Fabrif zum Verdienst gereichen, jedoch den Wunsch übrig lassen, daß dur eine größere Mannigfal- tigkeit die Veranlassung zu einem umfassenderen Urtheile gegeben worden wäre. Ueberhaupt is Berlin in der Gold-Bijouterie keines- weges gehörig vertreten worden.

__Nr. 1440, Ferd, Barth zu Stuttgart hat neun Dosen, ein Cigarren-Etui und eine Anzahl Uhr-Cüvetten, und

Nr, 2925, Scheel in Hanau, zwölf silberne Dosen, sämmtlich in guillocirter Arbeit ausgestellt, welche sowohl in Hinsicht der Aus= führung als der Preiswürdigfeit lobenswerth sind. Die Sharniere, zum Theil in Gold, sind angemessen gut, die innere Vergoldung und bei ersteren auch die äußere is {ön vou Farbe, und wenn die hanauer Arbeit gediegener zu sein scheint, so kommt ihr das größere Gewicht zu statten, wogegen die stuttgarter als eine billigere, leichte und do angenehme Waare sih empfehlen.

Ein eigenthümlicher Theil der Bijouterie ist noch unter Nr. 2374 durch J. Hoyer in Berlin auf eine lobenswerthe Weise vertreten worden; es is das ursprüngliche Niello der Jtaliener, ein Einschmel- zen von shwefelsaurem Silber von \{chwarzer Farbe in silbernen Ge= räthen, welche Kunst verloren zu sein schien, bis sie von Persien aus sich in Rußland wieder bemerkbar machte und den Tulger Dosen 2e. ihre Berühmtheit gab. Das vorliegende Niello verdankte, nach Aeußerungen des verstorbenen Juweliers Karl Wagner, dieser den theilnehmenden Bemühungen des Wirklihen Geheimen Raths Beuth Cxcellenz, welcher die zu diesem Zweck von ihm angeordneten Versuche überwachte und leitete, und so zu einem Resultate führte, welches der Industrie übergeben, die kühnsten Hoffnungen erfüllte und die damit gefertigten Arbeiten den besten italienishen Werken an die Seite stellte. Mit K. Wagner ging die Darstellung dieses Niello nah Paris über und wurde von dort von dem Aussteller nah Berlin zurückgebracht. In den ausgelegten Proben erscheint die Ausführung als sehr ge- lungen. Die Farbe is tief schwarz und bis in die feinsten Streifen gleichmäßig eingedrungen; die Vergoldung, eben so wenig eine gal= vanische als eine durch Feuer gebildete, sondern eine damascirte, von großem Effekt; die Zeichnungen ges{chmackvoll, besonders an dem aus-= gelegten Teller, welher, mit dem Grab- und Flachstichel gearbeitet, eine freiere Wahl gestattete, und an welchem sowohl die umherlau= fenden Verzierungen, als das in der Mitte befindlihe Bildniß des

italienishen Erfinders, Maso Finiguerra, sih vortheilhaft bemerk=- bar machen. Es gereiht der deutschen Wissenschaft zur ehrenvollen

Auszeichnung, die Wiedergeburt der so gut als verloren gegangenen demischen Zusgznmenseßung ermittelt zu haben, so wie es die deutsche Kunst= und Gewerbethätigkeit ehrt, diesen Artikel von dem Aussteller mit so vielem Geschick und Fleiß vertreten zu sehen,

Eistndäühken,

Am 418, Oktober fand die feierliche s der niederschle=

sish-märkishen Cisenbahn zwishen Breslau und iegnib statt. Muüúüuchen, 18. Okt, (Leipz. Ztg.) Für eine Actien- Gesellschaft, die kaum mehr als zwölf oder A Personen zäblen dürfte, unter denen sich aber auch Niemand befindet, von dem nicht unbedingt anzunehmen wäre, daß er sih bei dem Unterneh= men lediglih in der Absicht der Verwirklihung einer Lieblings= Idee des münchener Publikums betheiligt habe, werden a ee zwischen hier und dem bekannten Orte Starnberg am Würm= see die nöthigen Vermessungen auf enommen, um eíne Eisen- bahn für Dampfkraft dorthin zu führen. Jm Frühjahr werden die Erdarbeiten beginnen, und da die Bahn nur etwa \ièben geome- trische Stunden lang wird, \o ist kaum daran zu zweifeln, daß sie in