1844 / 331 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

Einwobner von den Vorzügen der neuen Regierung zu überzeugen, ließ er den Chef der dortigen Polizei-Soldaten erschießen, _sebte ein neues Ayuntamiento ein, bemächtigte sich der öffentlichen Kasses und führte Mittags bei seinem Abzuge die jungen Leute gewaltsam mit si< fort. Er nahm die Richtung nah der Sierra de Cameros, welche die Rioja von der Provinz Soria trennt. Sobald diese Nach= riht in Logroño eintraf, befahl der dortige General - Kommandant einem auf dem Marsche nach Santoña begriffenen Bataillon, mit {0 Mann Kavallerie der Bande Zurbano's nachzuseßen, und rüd>te selbst mit einer anderen Kolonne zu seiner Verfolgung aus. Der General - Capitain von Burgos erklärte diese Provinz, so wie die von Soria und Santander in Kriegszustand und rü>te ebenfalls mit cinem Bataillon und einiger Kavallerie aus, um die Aufrührer zu Paaren zu treiben. Ein Königliches Dekret erklärt den General Zurbano für einen Hochverräther, entsezt ihn seiner Würden und beficblt, ibn, so wie seine Genossen, sobald man ihrer habhaft werde,

und na< Ermittelung der Jdentität ihrer Personen, zu erschießen. Bis 1834 befaud si<h Zurbano, wegen Straßenräuberei zu den Galeeren verurtheilt, in Valladolid, entkam dann, errihtete ein Fre?- Corps, \<loß si< den Truppen der Königin an und verrichtete die entsctlihsten Gräuel in den basfishen Provinzen. Zu wiederholten Malen drangen die Cortes auf seine Entfernung von der Armee, allein die Gunst Espartero's \hüßte und beförderte ihn. Dieselben Gräueltbaten verübte er während Espartero's Regentschaft nach) dem mißlungenen Unternehmen vom Oftober 1841 in den bas hen Provinzen und dann in Catalonien. Zur Belohnung ertheilte der Regent ihm das Großkreuz des Jsabellen Ordens. Die 15.000 Mann, mit denen Zurbano 1m Sommer vorigen Jahres auf Madrid marschirte, gingen bekanntlich bei Torrejon de Ardoz zu Nar= vaez über, sobald sie ihn erbli>ten. Zurbano begab si< na< Por ind \Gidäte von dort aus seine Unterwerfung ein, indem er sich Espartero lossagte. Die Regierung wies 1hm seine Heimat Aufenthaltsort an und bestätigte ihn in seinen Würden. ber vor kurzem erfuhr, daß er an einem Ausstand arbeitete,

je Regierung den General Oribe mit Truppen nach Lo > Zurbano bedeuten, si< na< Andalusien zu begeben. nacbdrücklichste betheuerte, sih treu und rubig

ro erbielt er die Erlaubniß, in Logroño zu blei

begann er sein esparteristis<hes Unter

r « rf] ï Mintto >10 icjes va nigstens den Erfolg gehabt, den Ministern eine 7 A H S 0 T) und den poetischen Jmprovijationen des zum Gegenbilde zu dienen.

Deputirte, die Regierung solle sich in der !

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halten, in gaußerordentlihen Fällen das überflüssig die Ord

lehnten und Kraft genug besäßen, der Geseße aufre<t zu erhalten. s den über die Provinzen Lo

nder verbängten Kriegszustand gc

er neral c erflärte heute im Kongresse, der wäre itblih fd interdrüdt. der Kongreß heute die Disfussion über die neue Einrichtung begann, wurde cine Eingabe des stehenden Ausschusses

in welcher diese die Cortes aus

¡es die Minister als 11 4

an die Kommission verwiesen. Herr

. Secretair der Königin) erklärte \1<) Senate: dieses müsse nux gus den nit er demokratisch regieren halte jede audere Regierungsform,

für unmöglich, und diese müsse

olke und der Freiheit bestehen. Tivilisation, und ahe

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Zweck

handlung C in Portugal 24 Re auch alle erfolalesen J

Palmelía unterstütte

drücklichste, und machte 1

die Regierung bei der Vert

standes bewilligten Vollmachten | /

haupt den Herzog von Palmella nur in ber später zur Erérterung fommen- den Frage über die Anwendbarkeit ber 20 Ministern mittelst cin cher Dekrete erlassenen Gesehe zur Ovoosi artei re<nen). Herzog beschloß seine Rede also: „J ‘Lande ganzem Herzen Glück dazu, daß die Bewegungen

Spanien si fkundgaben, in Portugal feinen Wie

haben, Dieser große Vortheil, welhen wir unserer (

wünsche

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1712

danken, so wie dem mächtigen

maßen die Jllusionen, welche die Jugend mit si führt, die Jugend der Nationen so gut wie die der Jndividuen./ Costa Cabral und ' Minister den we- nigen Opponenten, namentli<h Silva Carvalho, welcher die Re= in dem Finanzpunkte angri, daß sie bei Verwendung der Aufstandes ihre Vollmacht über= Herr Costa Cabral machte außerdem besonders darauf ( sie sich im Amte befunden, wie im Jahre 1826 während des Ausstandes des Marquis von Chaves, z als- die Douro - Frage cinen Krieg mit Spanien drohte, weit gewaltthätiger zu Werke gegangen sei, als die jebigen Minister. Reden. daß auch die zur Berathung demnächst ] Jndemnitätsbill für die außerordentlihen Vollmachten von der Regierung vorgenommenen Handlungen zu Gunsten der Minister ausfallen werde, hierbei der Opposition eine

Gomes de Castro antworteten von Seiten der

gierung Geldmittel zur Unterdrückung des schritten habe, aufmerksam, daß die Gegenpartei, als und 1841,

Die oben gemeldete Abstimmung war das Resultat dieser Man zweifelt nun niht mehr, anstehende Frage über die Bewilligung einer nah Ablauf der

obwohl der Herzog von Palmella gerade mächtige Unterstüßung gewähren wird. Jn der Deputirten-Kam mer waren die Verhandlungen von keiner Bedeutung.

welcher in Verbindung ist, zwei Sergeanten zur aufgefordert zu haben, wurde am Z0sten v. Coimbra freigesprohen. Man auch die Freilassung des

als 200 Tagen der britishe Gesandte in Anspruch nehmen wird.

Am 9ten is Herr Jose Bento de Araujo, einer de reichsten

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Kaufleute Lissabons, gestorben. Derselbe war 1771, mit einem Cru sado in der Tasche, in die Hauptstadt eingewandert. werden jeßt öffentlihe Gebete für die glüciliche Majestät der Königin gehalten, in gesegneten Umständen besindek.

Niederkunft Jhrer

A Lissabon, 12. Nov. Unter den Verhandlungen, welche in diesen Tagen die hiesigen Kammern beschäftigten, ist ein Antrag be- merkenswerth, welcher in der Deputirten-Kammer gestellt wurde, des Inhalts, daß die Regierung emen Bericht über den Stand der ge rihtlihen Untersuchung gegen die als Theilnehmer an der leßten N bellion Kompromittirten vorlegen sollte. Man beschwerte sich uber die außerordentli<he Verzögerung dieses Prozesses, in Folge welcher et'ihe und 20 Offiziere und über 200 Jndividuen von Civil nun seit 7 Monaten in ununterbrochener Haft sien, ovne daß die im April begonnene JFnstruction bis jeßt auch nur zur Ausscheidung der ver schiedenen Kategorieen der Angeklagten geführt hätte. Der C'vil- Gouverneur von Lissabon erkannte die Richtigkeit dieser betlagens werthen Thatsache an, die, seiner Versicherung zufolge, in entstan- denen Kompetenz - Konflikten, in Ungewißheit mehrerer Punkte nach Torm und Wesen, ihren Grund hat, jedenfalls aber einen unerfreuichen Beweis davon giebt, wie sehr die Justiz-Verwaltung noch im Argen liegt. Das Geseß schreibt freilich klar und bestimmt vor, daß über jeden eines Verbrechens Beschuldigten 8 Tage nach seiner Verhaftung svätestens erkannt i vor die Geschwornen zu stel

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verden müsse, ob er vor len sei oder nicht, allein das Geseb is eben ein todter Buchstabe in seim Punkte wie in manchen anderen.

Zuschlags-Steuer von 5 pCt., welche Graf Tojal für die Zölle, die Decima und andere Haupt- Einkünftequellen im Einkiange

mit seinem ganzen -Finanzplan vorgeschlagen hakt, ist vorzüglich zux Bezahlung der Zinjen

und Dotirung des Tilgungs -Fouds des mit dem Taba>- Kontraft verbundenen Anlehns von i000 Contos be immt, und der Finanz= Ausschuß der Kammer hat sich bereits zu stimmend dafür ausgesprochen.

anderer von der Regierung der Kammer vorgelegkter Gescb-

f bezweckt die Aufzebung des Avpellhzofes (Corie da Relacao)

¡schen Junseln, eine Maßregel, welche gute Aufnahme fand.

ral bat auch die Erklärung abgegeben, daß die Re

ine Maßregel gegen die Presse vorzuschlagen ge

dnete do Azevedo beantragte die Gewährung einer

ilnebmer an dem Aufstande von Almeida. Db

diesem Antrage ansclicßen wird, ist noch keines

denn die drei Monate, während deren die Kammern

| Jahr versammelt sein müssen, vollendet sind,

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en Jrregularitaten, urchgeseßten Wahlen 1 ] Fnwieweit das Minis Richtung der Kammer einverstan sei zt fi ntheit angeben, doh möchten verschieden auf volle ¿wischen diesem und der Major! Unter die urofordatisten, deren Wc n den leßten Sißungen Generale und Lisinis Generale behauptet wird, zen zurli>zufehren i haben, und mit n Seiten die Gerüchte von bevorste B Unter die innten General Grivas Diesell Inder,

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vibße seiner (d länger, ing als eine Dro= <ritt des Mini verschiedenen Einfluß ung der ru-= putirten aus der / und deren ß an Kolettis zur Folge baben wi väre für jeßt d zu entsheiden; so viel nur scheint sicher zu fein, d ß Frnennung den Maurokordatisten, vermuthlich beson torausseßung, sehr willfommen war. der vorigen Post kam hier die Nachricht von der Befördc hiesigen preußishen Gesandten, Herrn von Brassier de St. zu einem anderen Gesandtshaftéposten hier an. Alle Leute hängiger Gesinnung, welche cs redlich mit dem Könige un® meinen, betrachten die Abreise dieses Diplomaten als ine cten Verlust, weil Griechenland in ihm einen feiner aufrih tiasten Freunde verliere, wel<er vermüge scines von keinerlei Partei- RKüdcsichten getrübten Blickes und seiner nur der Wahrheit und tem Rechte zugänaglihen Gesinnung die Berhäitnissc stets so ansah, wie sie in Wirklichkeit waren, und es verjtand, sie von der Schminke frei zu halten, mit welcher sie dieses oder jenes Partei-Jnteresse zu fär ben suchte.

7

behaupten,

Beistand der Zeit, entzaubert gewisser-

Der Spanier, bekannt im Volke unter dem Namen Don Pedro, mit dem Engländer Tozer angetlagt worden Theilnahme an dem Aufstande von Almeida M. vou der Jury in erwartet auf Grund dieses Urtheils Engländers Tozer und ist gespannt, welche Entschädigung daun für eine illegale Verhaftung desselben von länger

Jn den Kirchen

die si<h seit länger als 5 Monaten

Î 1

T eE Konstantinopel, 6. Nov. (A. A. Z) Die Unterhg

lungen zwischen Oesterreih und der Pforte wegen Regulirung R wechselseitigen Handels-Verhältnisse stoßen unerwartet auf bedeutent Schwierigkeiten, die dur< den englisch =- türkischen Handels - Veri, vom Jahre 1838 veranlaßt werden. Es waren nämli in jenes Vertrage einige Begünstigungen für Großbritanien fstipulirt GE dereu Verwirklichung die Engländer bisher nicht verlangt haben; R nun aber Oesterreih die erwähnten Unterhandlungen mit der Pforte eröffnet hat, so tritt Sir Stratford Canning mit der Anforderung zur buchstäblihen Erfüllung des Vertrages von 1838 auf, was di Pforte in einige Verlegenheit zu seßen scheint. Die Unterhandlun. gen mit Oesterreich sind zwar dadurh nicht völlig ins Stoen E rathen, werden jedo bedeutende Hindernijje zu überwinden haben,

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Konstantinopel, 6. Nov. (A. Z.) Die englischen Unter, handlungen über den Durchgang in Suez shweben no<, und he. schränken si thatsähli< auf eine Verbalnote Sir Henry Hardingvz an Mebmed Ali, in welcher ersterer dem Pascha das Ansinnen seiner Regierung vortrug, den Brief-Transport durch Aegypten gegen eine Vergütung zu übernehmen, die nah Analogie hon bestehender Post- Uebereinkommen zwischen England und einigen Kontinentalhöfen gere- gelt werden sollte. Sollte dies, so heißt es in der bezeichneten Note weiter, dem Pascha uicht genehm sein, so möge sich derselbe anbe! hig machen, der ostindischen Compagnie, die gegenwärtig mit ser Einwilligung den Transport der Post= Fellcisen auf ihre Kosten be sorgt, für die Zukunft dies Zugeständniß nicht zu entziehen, wofür man bereit sei, jährlih einen Betrag zu entrichten, zu dejjen Jestsehung die englishe Post -Verwaltung einen Beauftragten senden werde.

Mebmed Ali antwortete hierauf, daß er nichts dawider habe, sih mit Als nun in Folge

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einem solchen Bevollmächtigten zu verständigen. dessen der englische Post-Agent Bourne in Aegypten ankam und von Oberst Barnet auf offiziósem Wege unterstüßt wurde, fand si bald, daß Herr Bourne, in seiner Vorausseßung, daß er nur deshalb von der englischen Post - Direction gesendet worden, weil sich der Pascha in der ibm von England gestellten Alternative chon entschieden und zwar dafür entschieden habe, der ostindischen Compagnie fernerhin den Brief - Transport zu überlassen, gänzlich im Jrrthum war. Mehmed Ali wendete ein, er habe den Antrag uicht verstanden, er sinde es gegen scine Würde, wie ein Beduinen Scheich für den sicheren Durh- gang Schubgeld zu erheben, er habe die Absicht, die Briefe in Zu- funft dur<h die von ihm gegründete Compagnie (Egyptian transit Company) befördern zu lassen, den Engländern stehe es dann immer frei, zur Begleitung des Felleisens einen Boten oder Courier mitzu- senden. Da sih Sir Stratford Canning hier auf Anfrage der Pfa schon cinmal geäußert hat, daß diese Angelegenheit nicht in seinem Bereiche, sondern lediglich in dem der ostindischen Handels=-Compagnie und des Post Office in London liege, wovon auch Mehmed Ai dur seinen hiesigen Pforten - Agenten, Maslum Bey, verständigt worden, beharrte der Pascha bei seiner Forderung, die Briefe durch seine eigene Compagnie zu besorgen, und Herr Bourne beschäftigte sih einst- weilen damit, den zweiten Theil seines Auftrages zu erfüllen, d. h, die faktisch bestehende, indobritische Post - Anstalt in Aegypten besse zu organisiren, Herr Emerson Tenent, ein Secretair der ostindi\chen Gesellschaft, hat durch sein Erscheinen in Kahira dieje Angelegenheit im Wesentlichen nicht gefördert, Mehmed Ali verweigert der ostind! {hen Compagnie hartnäckig die Erlaubniß, den Nil mit einem dritten Dampfboot zu befahren, und hat ihr überhaupt das bisherige Zuge- ständniß aufgekündigt, #0 daß nah Verlauf von ses Monaten alle Briefe, Reisenden und Effekten nux durch seine Gesellschast befördert werden missen. Jn diesem Sinne wurde auh Herr Davison, Poÿ Agent der ostindischen Compagnie in Alexandrien, von Artim Be! mündlich verständigt, als das kürzlich angelangte neue Dampfboot Delta“ in den Nil eingeführt werden sollte. Herr Davison dürfte nun wohl auf Justructionen aus Bombay warten, wodurch die sung des Knotens einer, wenn auch uicht fernen Zukunft vorbehal

def, ten bleibt.

HYandels- und Borsen - lachrichten. Auswärtige Börsen. Niederl. wirkl. Seb 62. D

Do Span, 22% 3% do. 357 Pass. 6 Ä us Zins!, Sch Tol Vesterr. 16S. 4% Russ. Hope 91 É {i ntw eTP E Ziusl Neue Anl, 24 L Frankfurt a: M. 441 Nov 0% Met 1122 Be. Int. G1. Poln, 300 Fl. 974 G. do, 600 FL 947 G. Ham b urg, 29. Nor. Bank-Actien 1650. Engl. 22, Nov. Cons, 3% 00%. Relg, 101 L, Neue Anl. 24, Pu 15. 21% mou. 62%. 5% do. 99. Neue Port Î Bras. 88%, Chili 100. Mex. 36.

Columb ( x - «O0 . D 70 Rente: fin cour D 0 Reute fin cour D

Amsterdam, 23. Nov

Bank-Actien ¿!

Russ. 1145 Br London, Uv 6). A usg, Engl. Russ. 1185. P aris, 5% Neapl. 98. 10 H 1CN 20. Nov. 16:30, Anl. de Bai 1087. Livorn.

Sch. Peru . 119. 45. I D% Span, Rente Pass. 0

5% Met. 110, 1% TOLT. 3% 76. Bank-A 1834 1542, de 1839 129. Nordb 1517, Glozgn. 116

(14:

22. Nov

man

Meteorologische Beobachtungen.

Nach einmaliger

Abends 10 Uhr

Nachmittags | 2 Ubr

1844. Morgens 26 Nov G6 Ubr.

nr rern 2B 1 2

Beobachtung

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Luftwärme « « Flusswärme d baupunkt 661 Dunustsättigag Welte

Wind Wolkenzug.

Tagesmittel: 338,98

Königliche Schauspiele. 7

Donnerstag, 28. Nov. Zum erstenmale wiederholt: Doftor R ><ausviel in 1 Aft, nah dem Französishen, von ÆW. Friedri Hierauf: Mein Herr Onkel, Lustspiel in 3 Abth., von Schmidt.

Freitag, 29. Nov. Der Encyklopädist. Hierauf: Der verliebtë D orfschneider.

Jm Konzertsaale : la lune.

1) Le Démon de la uit 2) La fue

önigsstädtisches Theater. Donnerstag, 28. Nov. Der erste Waffengang. 2 Akten, von F. Heine. (Mad. Grobe>er - Hellwig : Richelieu, als zweites Debüt.) Hierauf: Kö> und Guste, Posse in 1 Aft, von W, Friedrich. Freitag, 29. Nov. Köd und Guste.

Vorher : Jeannetou , oder: Die Heirath vor der Trommel.

Lustspiel den Herzeg Vaudeville-

Mariette und

N ene

Verantwortlicher Redacteur Dr. x, W. Zinkeisen.

(Sedrucft in der Deckerschen Geheimen Ober - Hofbuchdru>er(!

Beilagé

Inhalt.

Die Gewerbe Ausstellung der deutschen Bundes- und Zollvereins - Staaten,

R

6 andels- und Börsen-Nachrichten, Aus Detmold,

Die Gewerbe - Ausstellung der deutschen Bundes- und Zollvereins - Staaten.

3 G, 927, 238, 240, 242, 243, 248, 249, 252 (Vergl Ug: F A 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266 267, 270 271, 272, 273, 74, 27: 276, Bt, 215, 279, 280, 281, 28 3, 285, 986. 287, 288, M 294, 299, 29, 29, 298, 299, 300, 0, 02, 303, 304, 306, 307, , 310, 311, 912, 313, 314, 315, 16, 317,

318, 319, 320, 321, 324, 325, 326, 327, 328, 329 u, 330.)

CXVIII. Glas und Glaswaaren.

Glas, dieses allgemein bekannte und schon in den ältesten Zeiten von den Phöniziern und den Aegyptern dar gestellte Produkt, ist eine dur< Zusammenschmelzen von Kieselerde (Quarz und Sand) und Al falien mit Kalk oder Bleioxyd gebildete amorphe , glänzende, mehr oder weniger durchsichtige Masse, die nah dem Erkfalten starr, hart und spröde wird, muschligen Bruch besißt und auf diesem den eigen thümlihen Glanz, den man deshalb Glasglanz nennt, beibehält. Ju der Rothglühhiße wird das Glas weich, zäh und deshalb bildsam, in no< höherer Temperatur läßt es sih umschmelzen.

Außer den Alkalien, dem Kali und dem Natron, dann dem Kalk oder Bleioxyd, enthält das Glas gewöhnlich no< einige andere zu fällige Bestandtheile, meist Eisen und Thonerde, die es undurchsichtiger oder gefärbt machen, Gutes Glas is farblos, vollkommen durchsichtig und stark glänzend, Bei gewöhnlicher Temperatur muß es Härte, Sprödigkeit und einen reinen hellen Klang besißen, in feinen Fäden oder dünnen Blättchen aber biegsam und elastish sein,

Vielfah werden die Gläser durch Hinzufügen von Metalloxyden absichtlich verschiedenartig gefärbt oder auch mit farbigem Glase über- zogen (überfangen), wozu das Bemalen und Einbrennen, so wie das sogenannte Aebeu, welches ebenfalls ein Einbrennen von Farben und nicht mit dem Aeßen dur< Flußsäure zu verwechseln is, gerechnet werden kann, Durch Aneinanderschmelzen von verschieden gefärbten Oläsern erhielt man das sogenannte venetianishe Glas, bei welhem man das Millefiori, das retikulirte oder nebßförmige, das Petinet -, Faden- oder Streifenglas unterscheidet.

Dex Form nach theilt man das Gias in Hohlglas und Tafelglas. An das erstere schließen sich die gepreßten Glaswaaren an, zu leßte rem gehört das geblasene und gestre>te Tafel- und Spiegelglas, das Mondglas und das gegossene Spiegelglas.

1 O0 lla s.

Unter Nr. 529 schi>te Herr Regierungs-Rath Mebger von der Zechliner Glashütte bei Rheinsberg, Regierungs-Bezirk Potsdam, cin zahlreiches Sortiment der verschiedensten Hohlglaswaaren cin. Das Glas besißt einen hohen Grad der Reinheit und ist ziemli<h weiß. Die verschiedenen ausgestellten Gegenstände beweisen, daß die Fabrik, insbesondere in Darstellung von Geräthshaften für chemische Labora torien und Apotheken, eine der vorzüglichsten in Deutschland ist.

Nr, 625. C. W. Scheffler in Haidemühle bei Spremberg, Regierungs - Bezirk Frankfurt lieferte eine Auswahl von gepreßten Gläsern, so wie einige gefärbte, überfangene, bemalte und geschlisfene Waaren, bei deren Herstellung vorzugsweise auf sehr geringe Preise gesehen ist. i e

Nr. 774. Die gräfli<h Solms sche Glashütte zu Wehrau, Regierungs - Bezirk Liegmß, sendete ein Sortiment sehr empfehlens werther Gläser ein. : i

Nr. 871. Die gräfli<h Schaffgot#\< schen Hütten zu Schret- berau, Regierungs - Bezirk Liegniß, sendeten verschiedene Gegenstände ein, darunter besonders bemerkenswerth: Zwei große Vasen von ge- \{ma>vollster Form aus Alabasterglas, das ohne Zusaß von Zinn oxyd oder Beinasche nur dur< den verschiedenen Aggregatzustand der Glastheile seine Alabasterfärbung erhält, eine große Etagère von Rubinüberfang mit reicher Vergoldung, von grünen Delphinen getra= gen, eine Fruchtshale von Mattrosa, sogenagnntem Jubilateglas auf grünem Delphin, mehrere Arbeiten aus roth - und weißgestreistem Faden glase, retifulirtem, Petinet-, Millefiori 2c. Glase, so wie sämmt liche zu dem unter Nr. 157 aufgeführten Kronleuchter erforderlich ge= wesenen verschiedenfarbigen Gläser. Cinige Krystallgefäße würden in reinem Wasser, im Glanz der Oberfläche und im Feuer der Brillan=- tirung von den meisten böhmischen Fabriken nicht besser geliefert wer> den könnenz eben so die Türkis= und Chrysoprasfarben. Ganz vor= züglich is der Rubinüberfang bei den sehr großen Stücken geliefert, eben so das Petinetglas, Das Millefiorig!as wird nach dem Ein= gehen des Dr. Fußschen Etablissements in Deutschland nur noch allein von dieser Fabrik gefertigt.

: Nr, 909, Die gräfli<h N ostiz sche Regierungs-Bezirk Breslau, lieferte einige stergla\e, das rein und weiß ist. i

: Nr. 910, Klemens Rohrbach in Friedrichögrund, Kr. Glaß, Regierungs - Bezirk Breslau , sendete mehrere geschlissene weiße, ge- färbte einfah und doppelt überfangene, wie auch vergoldete Hohl- glaêwaaren ein, die in Bezug auf Glas wie auf Farbe und Sli gleiches Lob verdienen. s :

But ias E. Migula in Bruch, Kreis Neumarkt, Regierungs n s gu. Die eingesendeten grünen und gelben Rheinwein- Ie V in orm und Glas sehr ansprechend.

rdiniena, Rogan R Se in Wilhelmshütte, Kr. , , Ä Fort a) S . 5 4 15 dinairen Hohlgläsern, à reslgu, lieferte eine Partie von or

S 11€ ;

A A E E e Sulibas, M ais (Wensort N h ings -= Bezirk Trier, Bei mehreren ausgestellten Fla- s en sind Form und Glas zwe>mäßig und gut. Proben von brif aud L grünem Fensterglase beweisen, daß die Fa- Arbeit zu E ns bemüht is, nur gute und preiswürdige udbeiaben L e er N ausgestellten Gegenständen zeichnet sich 4 Zoll Duvbmeliar irne Wasser - oder Gasleitungsröhre von circa stü>en aus. Ju D icblari Fuß Länge mit eisernen Verbindungs- erst verferti He D en he oan wurden solche von den Einsendern zu=- in Frä da O Herstellung im Inlande ist wichtig, nachdem möge estattet sein N Versuche günstig ausgefallen sind. Es A i u dét hier au<h an die vorzüglichen Wasserleitungsröh- von À aunucher , sehr fester Steinzeugmasse zu erinnern, welche

n Arnoldi in Elgersburg im Herzogthum Gotha unter Nr. 3062 ausgestellt waren ; sie hatten si< im Brande nicht im mindesten ver= zogen und lose an denselben angebrachte Veutile paßten sehr genau in die für sie bestimmten Falze.

Glasfabrif zu Waldstein, Proben von weißem Fen=

Beilage zur All

1713

gemeinen Preußischen Zeitung.

Donnerstag den 28" November.

Nr. 1197 Burgun, Walter und Co. in Holsthum, Kreis Bittburg, Regierungs-Bezirk Trier, lieferten aus ihrer erst seit einem Jahre betriebenen Krystallglasfabrif sehr lobenswerthe und preiswür-= dige Produkte. Die eingesendeten Hohlgläser von großer Auswahl und Mannigfaltigkeit zeichnen sich dur<h gute Qualität der Masse,

hellen Klang und s{höne Form aus, und mehrere sind rücksihtlih auf |

Masse und Arbeit den besten belgishen und englishen Gläsern glei.

Nr. 1265. Gebrüder Müllensiefen in Krengeldanz, Regie- rungs-Bezirk Arnsberg, sendeten mehrere Transport-Flashen von 100 Maß Inhalt, Vorlagen, Glascylinder, so wie mehrere Tafeln glatter, gerippter und mattirter Gläser, wie au< Glas-Dachziegel von weißem doppelten Glase ein. Das Aeußere des Tafelglases is vorzüglich zu nennen, eben so das Mondglas, von welchem einige Proben ge- liefert sind.

Nr. 1307. Gebrüder Schrader in Gernheim bei Petershagen, Regierungs-Bezirk Minden. Die Fabrik lieferte alle Sorten grünes und weißes Glas, leßteres auch geschliffen , vergoldet und mit eingebrannter Malerei, dann farbiges shli<tes und geschliffenes Hohl- glas, Krystall- und Halbkrystallglas, alle Sorten Lampengläser und Lampenglo>en, Standgefäße für Apotheker, weißes, farbiges und bunt überfangenes Tafelglas, das lehtere auh mit eingeschliffenen Arabeskfen, Landschaften, Figuren und anderen Verzierungen. Die hiervon eingesen- deten Gegenstände sind lobenswerth, so wie die Form und der Schliff allen billigen Anforderungen entsprechen. Das rothe Ueberfangglas ist ausgezeichnet zu nennen; eben so verdienen die Arabesken, welche in solches geschlifsen, und die sowohl an dem cingesendeten Kirchenfenster wie an besonderen Mustern vorkommen, alles Lob.

Nr, 1337. Die Krystallglasfabrik zu Theresienthal am Regen flusse im Kreis Niederbayern hat durch ihre ausgestellten Erzeugnisse die vaterländische Jndustrie ehrenvoll vertreten. Unter den von der Fabrik eingesendeten Gegenständen zeichneten sich zwei länglich viere>ige Präsentirteller von Krystallglas mit Silberschlif, sowohl durch die Reinheit, das Feuer und den Glanz des Glascs, wie dur den sehr \hwierigen und höchst geschickt ausgeführten Bodenschliff mit F“ tiefen Steinen besondirs aus, Eben sto prächtig und geschma>voll if die Scleiferei an zwei Pokalen, deren jeder in ursprünglich rohem Zustande 36 Pfund wog, und die bei einer Höhe von 36“ durch den an denselben angebrahten s{wierigen Schliff die Kunstfertigkeit der Arbeiter beurkunden, Unter den gefärbten Gläsern zeigen na mentlich die türkisblauen, die amethyst- und chrysopras-farbenen, die grünen, goldgrünen, mattrosa gefärbten, so wie die Alabaster-Gläser das Gelungenste, was in Schönheit dieser Farben erreicht werden fann; weniger ausgezeichnet erscheint das rubinfarbige Glas. Außer vielerlei Hohlglasarten lieferte die Fabrik nebst Solin- und weißen Tafeln auch farbige Tafeln und Stürze. Unter den gefärbten Tafeln zeichnet sih besonders das Rubinroth, welches hierbei viel besser als bei den Hohlgläsern ausgefallen, so wie das Rosa aus.

No. 1431, Rebholz und Berger auf der ludwigsthaler Glashütte in der bayerishen Rheinpfalz sendeten ein Sortiment Uhr= gläser ein, die sih sowohl dur ihre Masse, wie durch die genaue Bearbeitung auszeichnen.

Nr. 1804. Die gräfli<h Harrachs<he Glas Fabrik zu Neuw elt in Böhmen. Die größte Mannigfaltigkeit in Zusammen- sebung, Form, Farbe, Schnitt und Schlif des Hohlglases giebt sich an den zur Ausstellung eingesendeten Gegenständen fund. Es sind dadurch fast alle jeßt üblichen Arten der Färbung und Behandlung des Glases, unter denen mehrere dieser Fabrik eigenthümliche, vertre- ten. Eben so zeigte sich die Meisterschaft der Arbeiter in dem reinen Schnitt und tiefen Schliff der Gläser, wie in langen, glatten Sdchä- lungen. Zwet große, rubinplattirte Vasen sind Meisterstücke des Glas- macheus, Schleifens und Vergoldens, und das rothe Ueberfangglas fommt selten so s<óön und frei von allen Blasen und trüben Adern vor. Eine blauplattirte Fruchtschale mit Delphinen, ein rosaplattirter Champaguer-Pokal mit Weinlaub, dann zwei mit gleicher Farbe über- fangene hohe Blumenbecher mit glänzend eingeschlisfenen Kleeblättern zeigen die neue Manipulation der Politur ausgeschliffener Flächen mittelst Verglasung im Ofen. Die verschiedenen Compositions-Gegen stände beurkunden eine hohe Fertigkeit im Schmelzprozesse , und die hellgelben, so wie die von F\abell - Composition gehören nur dieser JFahrik an. Die eingeglasten Pasten, als Portraits u. #. w. in Po- falen und anderen Gegenständen, werden außer Frankreich nirgends so {bön und rein dargestellt. Die Sicherheit im Einbrennen ist ne- ben Anderem hauptsächlich an den pfirsichblüthfarbenen Blumengefäßen mit Henkel, So>el und radirter Vergoldung ersichtlich. An einem Pokal und zwei Desserttellern von Krystallglas zeigt sich die Kunst fertigkeit in heller Glasschneide-Arbeit, so wie die Reinheit des Glases und der tiefe Schlisff. Wie sehr die Fabrik mit der Schönheit der Form auch die für den Gebrauh zwe>mäßige Zusammenstellung zu vereinigen sucht, ersieht man gus einem großen Tafel-Aufsaß in Kry- stall mit massiven Schwänen , der, aus 12 Stücken bestehend , doch, obne ihn auseinanderzunehmen, fortgetragen werden kann. Die Oe- fäße in Alabaster =, Chrysolith=-, Hyalith =, Chrysopras-Glas, so wie die Muster -Sammlung von Lustersteinen liefern den Beweis, daß in der Mannigfaltigkeit der Farbe und Zusammenseßung des Gla|es, dann in der Veredelung durch die verschiedenen mechanishen Mani- pulagtionen diese Fabrik nicht leiht von einer anderen überboten wer- den dürfte, Bei dem weißen Glase gilt jedo auch der, bei mehre ren Fabriken bemerkbare Mangel der gänzlichen Farblosigkeit. Von venetianishem Petinet - und Streifenglas legte die Fabrik ebenfalls

Mehreres vor.

Nr 2073, H, D, Linden zu Kaiserswalde in Ullersdorf bei Glaß, Regierungs-Bezirk Breslau, lieferte mehrere Hohlglaswaa- ren aus Krystall und weißem Glase von guter Masse und <önem Klang.

Nr. 2094. Friedrich Poll zu Thurmühle, Regierungs Be- zirk Bromberg, sendete aus seiner erst vor kurzem ins Leben getrete- nen Anlage einige Bouteillen zu Rheinwein und Champagner ein, die der Form und dem Glase nach gut sind.

“Nr. 2349. G. A. Möser in Lübed chi>te mehrere Proben von Bouteillenglas, das entsprechende Form und Masse besibt, ein.

Nr. 2430. Sqhaller u. Sohn in Leippa, Regierungs-Bezirk Liegniß, legte eine Anzahl Hohl- und Tafelgläser vor, welches als ordinaires Glas in der Masse gut und auch in der Bearbeitung lo= benswerth is. Unter den Tafelgläsern sind auch blau, violett und gelb gefärbte.

Nr. 2460. C. Mittelstädt in Ludwikow , Regierungs - Bezirk Posen, sendete mehrere \s<hlihte und geschliffene, weiße und gefärbte Hohlgläser, wie auch verschiedene Glastafeln ein.

Nr. 2786. Taute u. Zimmermann in Elbing, Besißer der Glashütte Gilgehnen, Regierungs - Bezirk Königsberg, lieferte ver-= schiedene Tafelglas-Arten ein, woraus ersichtlih, daß dem in der dor= tigen Provinz bisher vorzugsweise aus Belgien bezogenen weißen Ta= felglas das gilgehner an Weiße gleichkommt und nur hinsichtlich der Bearbeitung jenem nachsteht. Von ordinairem Bouteillenglas wurden

ausgestellt : ahte>ig braune Liqueurflashen, braune Rheinweinflaschen, grüne Medocflaschen, halbweiße Weinflaschen und Medizingläser.

No. 2818. W. Hampel in Schildhorst bei Alfeld, im Hanno= verschen, lieferte eine Partie geshliffener und bemalter Bechergläser aus gewöhnlichem Material und dazu passend bemalt.

Nr. 2872, Villeroy, Boch, Karcher u. Comp. zu Wad= gassen, im Regierungs - Bezirk Trier. Die eingelieferten Hohlgläser, welche preiswürdig sind, nähern si< in Form und Mannigfaltigkeit den Erzeugnissen von Burgun, Walter u. Comp. in Halsthum (Nr. 1197), haben aber nicht den s{önen Klang und stehen densel=- ben in Masse etwas nah. Die Fabrik fertigt auch Uhrgläser.

2, -Tafeltgrtas

Bei der Verfertigung des Tafelglases werden, wie dies auch. bei dem Hohlglase geschieht, zuerst Ballons geblascn, diese dann durch Schwenken in Cylinder umgeändert, welhe nah dem Absprengen der beiden abgerundeten Enden der Länge nah gespalten und so in den Tafel- oder Strecofen gebraht werden, wo sie, durch die Hibe er=- weicht, auseinandergehen und die Tafelform annehmen, Man unter= scheidet hauptsächlih zwei Arten der Tafelglas Fabrication, die böh- mische und französische. Nach ersterer werden die Ballons so groß als möglich geblasen und wenig geshwenkt, wodur< man kurze (Ly- linder von großem Durchmesser erhält. Nach leßterer Art werden die Ballons sehr stark geshwenkt und dadur die Cylinder bei einem ge= ringeren Durchmesser von größerer Länge erhalten,

Die Einsendungen unter Nr. 909, 1196, 1265, 1307, 1057, 9430 und 2460 sind bereits oben beim Hohlglase erwähnt,

Nr. 1339. Benedikt von Poschinger zu Oberzwieslau in Bayern. Die eingesendeten weißen Tafelgläser zeihnen si durch Reinheit und Schönheit in der Bearbeitung ausz eben so roth, grün, blau und violett gefärbte Tafeln. Dasselbe Lob verdienen au< no< die Glasstürze von runter, ovaler 1:ad viere>iger Form.

Nr. 1345. H. G. Roscher in Regensburg sci>te Proben von mit Glaubersalz bereitetem Tafelglas ein, welches in der Masse lobenswerth is und hinlängliche Stärke besißt.

Nr. 1628. C. A. Wißmann zu Tambach im Thüringer Wald lieferte mehrere Bund Tafelglas, welches, seiner Farbe und Bearbei= tung nach, zu loben if, jedo< etwas stärker sein könnte.

Nr. 1664. Karl Röhrig in Braunlage im Braunschweigischen ist der alleinige Einsender von sogenanntem Mousselin- oder Figuren- Jalousieglas. Außer solchen gemusterten Gläsern, von welchen die Fabrik 8 verschiedene Dessins einsendete, hat sie auh mehrere durch Radirung hervorgebrachte Ansichten von Gebäuden u. dgl. auf ge- färbtem Glase geliefert.

3 Siegel

Das Spiegelglas wird theils auf ähnliche Weise wie das Tasfel= glas gefertigt, und die auf solche Weise gefertigten Spiegel heißen dann geblasene, oder es wird die Glasmasse aus dem Hafen auf einen metallenen Tisch ausgegossen und mit einer Walze auseinandergebreitet, welche Art von Gläsern man dann gegossene nennt. Beide Arten müssen geshliffen und polirt werden, welches meist mittelst Wasserkraft auf Tischen, an welchen die Tafeln festgekittet sind, geschieht. Nach dem Poliren, wozu gewöhnlich Cisenoxyd, das mittelst Filz aufgetragen wird, in Anwen- dung kommt, werden die Tafeln belegt. Ein Blatt Zinusolie oder Stanniol von der Größe der Glasplatte wird glatt auf einen Mar- mortisch ausgebreitet, alsdann reihli<h mit Quedsilber übergossen und hierauf die Glasplatte behutsam darüber geschoben, so daß die Ober- flähe des Quesilbers, auf welcher si< immer einige trübe Stellen zeigen, mit hinweggeshoben wird. Man bes<hwert hierauf die Glas- platte mit Gewichten, bringt sie mit dem Marmortisch in eine etwas geneigte Lage, st0 daß das überflüssige Quesilber abläuft, und kann sie dann nach einiger Zeit wieder aufnehmen, wo die Belegung als= dann beendet is. Nur drei deutsche Fabriken sendeten ihre Fabrikate ein. Unter diesen Etablissements lieferte das von J. Zeph. Fi- \cher u. Söhne zu Erlangen (2212) zwei große Spiegel in Rah- men, so wie ein rohes Spiegelglas von 30“ Höhe und 42“ Breite. Dic Spiegel sind rein, von starkem weißen Glase, genauem Schliff, guter Politur und treffliher Belegung, wie dies die rühmlichst be- kannte Fabrik nicht anders erwarten ließ. Die eingesendeten Spie- gel sind mittelst patentirter Maschinen auf der Rückseite facettirt und die Facetten gegen die Gewohnheit nicht bis an den Rand geführt. Daher der glänzende Effekt der Facette und die Erscheinung des ganzen Bildes in derselben.

L, H. Gostorfer’s Erben in Fürth sendeten unter Nr. 1396 einen geblasenen Spiegel von 100“ bayeris< Höhe und 44“ Breite, ferner unter Nr. 2979 mehrere weiße, halbweiße, belegte und un=- belegte Spiegelgläser ; ein weißes unbelegtes Glas, auf einer Seite polirt, auf der anderen matt zu einem Zifferblatt an einer Eisen- bahn =- Uhr. Die halbweißen Gläser sind sehr blaugrün, dagegen zeichnen sich die weißen dur Farblosigkeit und große Reinheit aus.

Nr. 3006. W. Berlin in Fürth \chi>te zwei Spiegel mit vergoldeten Rahmen ein, wovon die Gläser 66“ rheinl. ho< und 27 breit sind. Sind leßtere gleih ziemli<h weiß, auch gut ge= schliffen und belegt, so zeigen si< in dem Glase doch einige Rammen oder Wellen,

4, Flintglas.

Durch E. Petit pierr e zu Berlin waren unter Nr. 236 meh= rere rohe Flintgläser, so wie einige Crownglaspriêmen aus der Fa= brif der Witiwe Guinand zu Neuenburg ausgestellt, die dem aner- fannten Rufe dieser Fabrik vollïommen entsprechen.

5. Veredelung der Gläser dur< Schleifen, Malen und Belegen.

Ohne das Glas zu erzeugen, beschäftigen sih mehrere Fabriken mit Schleifen und Bemalen roher Hohlgläser, so wie mit Schleifen und Belegen von Spiegelgläsern. Unter :

Nr. 783 legte M. Fins\< in Warmbrunn cin Sortiment von geschliffenen und zum Theil bemalten Hohlgläsern, die aus böhmischen und \<lesischen Hütten herrührten, vor. Unter diesen zeichneten sich namentlih eine Salatschüssel von Krystall und weiße Weingläser mit eingeschnittenen Thieren aus.

Nr. 850. E. W. Mit scher in Görliß sendete zwei Lichtschirme von rothem Ueberfangglase mit in dasselbe eingeschnittenen Ansichten.

Nr. 1375. J. W. Bähr in Nürnberg, der geblasenes Spiegel= glas aus Böhmen bezieht und solches \{hleift und belegt, sendete einen Spiegel mit vergoldetem gothischen Rahmen, dann ein weißes beleg- tes Spiegelglas von 714 ‘’ Höhe und 37 ‘“ Breite, so wie einen Salonspiegel.

Nr. 1755. L. Wigand in Detmold lieferte mehrere in grünem und anderem Ueberfangglas eingeschliffene Glasbilder, so wie Rosct= ten und Arabesken.

Nr. 2214. M. Büchenbacher in Schnigling bei Fürth, der das rohe Glas zu Spiegeln aus Belgien bezieht, lieferte 2 Spiegel= gläser von 86 Höhe und 36“ Breite, zwar etwas grünlich, aber ohne Blasen, au gut geschliffen und belegt.