1844 / 363 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

Ausland. Deutsche Sundesftaaten.

Königreich Bayern. Se. Majestät der König, so wie die Königliche Familie, wohnten in der Weihnacht der Christmette und am 25sten dem Hochamt in der Allerheiligen - Hof - Kapelle mit dem großen Cortége in Gala bei. Se. Hoheit der Herzog Max in Bayern is am 24. Dezember von Wittelsbach in der Hauptstadt ein getroffen. Nach dem mehrfa< und bestimmt ausgesprochenen Wil= len des Königs sollen si in allen gewerbreichen Städten des König= reihs Vereine zur Aufhülfe und Förderung der Jndustrie bilden, wo durh man auch den überhand nehmenden Klagen über Mangel an Verdienst und Nahrungslosigkeit, so weit sie das Gewerbswesen be- treffen, einigermaßen zu steuern hofft.

Königreich Sachsen. Am 24. Dezember wurde auf der Leidenrothschen Ziegelei zwischen Leipzig und Lindenau eme Maschine versucht, welhe in der Stunde 10099 bis 1200 St. Ziegel formen soll und nux durch einen Tagelöhner betrieben wird.

Großherzogthum Sachsen-Weimar. Am 26. De zember verschied zu Weimar der Großherzogl. Land Jägermeister und Landrath Frh. v. Linfer und Lüßenw:>. Am 27. Dezember verschied daselbst der Regierungs Nath Alexander Müller.

Großherzogthum Mecklenburg-Schwerin. Das Offizielle Wochenblatt entbält die neue Medizinal-Taxe für das Großherzogthum sowie die Taxe für die gerihtlihen Aerzte und Wundärzte, beide vom 21. Dezember d, N

Herzogthum Sachsen-Meiningen. Unterm 23. Of= tober ist nun au (am 21. Dezember ausgegeben) neben dem allge meinen Strafgeseßbuche ein demselben möglichst genau sich anschlic ßendes Militair Strafgeseßzbuch erlassen worden, welches nicht minder wie jenes fast vollständig die desfallsige Geseßgebung des Königreichs Sachsen adoptirt. Die Publications Verordnung bestimmt, daß das ueue Militair-Strafgesezbuch mit dem Tage der Publication in Kraft treten foll, und daß die Vorschriften desselben auch auf die vor dessen Publication begangenen Verbrechen anzuwenden scien, nur mit Aus uahme folher Verbrechen, welche früherhin mit gelinderen Strafen bedroht waren,

Freie Stadt Bremen. Ueber den zu Bremen verübten Mord (\. die gestrige Nummer der Allg. Pr. Z.) enthält die dor tige Zeitung vom 27. Dezember folgendes Nähere: „Eine ruchlose Frevelthat erregte gestern in unserer Stadt allgemcine Bestürzung. Am Abend des ersten Weihnachtêtages um 95 Uhr geriethen zwei auf hiesigen Comtoiren arbeitende junge Fremde auf dem Walle mit mebreren Handwerkern, die von der Herberge kamen, wegen einer geringfügigen Ursache in Streit, cs kam zu einigen Thätlichkeiten, allein bald trennten si< die Parteien wieder und gingen ihrer Wege. Der eine der beiden Comtoiristen, der 17jähriae K. aus Leer, fühlte gleich nachher einen Schmerz im Rücken und fand bei näherer Unter \u<hung, daß er blute. Sogleich verfügte er sih zu einem Arzte, welcher eine mit einem Messer zugesügte Stichwunde entde>te, die- felbe ver und empfahl, daß bei dem Verwundeten gewacht werde. Allein hon gegen Morgen wurde der Zustand des Berletten l) off- nungslos, und um 5 Uhr starb er, wahrscheinlich in Folge einer inne= ren Verblutung. Der sogleich benagchrichtigten Polizei gelang cs rasch, die bei dem Vorfalle Betheiligten zu ermitteln und dieselben befinden ih in Haft. Wie man vernimmt, soll auch bereits unter ihnen der Taäter mit ziemlicher Gewißheit ausfindig gemacht sel, Die O duction ward beute vorgenommen.“

land Dantc

Franx er

Paris, 25. Dez. Gestern versammelten si die Pairs in den Comité-Zimmern ihrer Kammer, um durchs Loos die große Deputa= tion zu wählen, die den König bei der morgen stattfindenden Cröf}f- nung der parlamentarischen Session empfangen soll.

Je näher die Sesston heraurüdte, desto heftiger wurden die An- grifse der Oppositions - Blätter gegen das Ministerium, Aber im Ganzen sicht man ihnen diesmal mehr als je die Anstrengung an, erhebliche Argumente für ihre Vorwürfe aufzufinden, Es sind immer wieder die allgemeinen Phrasen vou Erniedrigung des Landes, beson= ders England gegenüber, und allerlei persönliche Diatriben gegen Guizot. Alles, was Courrier francais, Constitutionnel, National und andere Blätter in dieser Beziehung vorbringen, ist so ershöpst, daß es niht einmal von Seiten der Form in den an- gewandten Manövern irgend etwas Neucs und Bemerkenswerthes darbietet.

Der Behauptung eines englischen Blattes, daß der sranzösische und der englische Gesandte zu Konstantinopel nicht in Einverständniß zu Werke gingen, sondern jeder einen besonderen Einfluß für sich zu erlangen suchten, wird vom Journal des Débats widersprochen, welches versichert, Beide seien vielmehr stets gemeinschaftlih bemüht gewesen, die türkische Regicrung zur Annahme derjenigen gemäßigten Grundsäße zu bewegen, die allein die Existenz des ottomanischen Reichs sichern könnten. Das ministerielle Blatt sügt hinzu, die bei- den Gesandten bauten ihren Erfolg auf die Kenntniß von den An- sichten ihrer Regierungen und auf die Achtung, weiche sie für cin- ander hegten.

Ein vor karzem erschieneues Werk des Fürsten von Polignac: „Historische, politische und moralische Studien der curopäischen Ge- sellschaft um die Mitte des 19ten Jahrhunderts“ wird seit einigen Tagen von der Tagespresse vielfach besprochen ; heute enthält auch das Journal des Débats cinen langen Artikel darüber, den es mit den Worten beginnt, cs sei wenigstens etwas Interessantes aus diesem Buche zu studiren: der Charafter des Mannes, dem die Re- stauration ihre Geschi>e anzuvertrauen die unbegreifliche Verblendung gehabt,

Die ehemaligen spanischen Minister Cortina und Cantero und einer der einflußrei<hsten Redner der vorjährigen Cortes, Pascual Madoz, haben für deu Winter ihren Aufenthalt in Paris genommen.

A Paris, 25, Dez. Obgleich es allgemein für eine ausge- machte Sache gilt, daß Herr Sauzet, als ministerieller Kandidat, zu der Präsidenten-Stelle in der Deputirten-Kammer eine große Stim- menmehrheit für si<h haben wird, so beschästigt die Wahl do< no< immer sehr lebhaft die Köpfe der Politifer. Heute Abend wird eine Bersammlung ter Oppositions-Deputirten stattfinden, in der man sich über das dabei zu beobachtende Verfahren verständigen will. Der bis j?6t am stärksten unterstüßte Vorschlag geht dahin: zunächst für Herrn Odilon Barrot zu stimmen und, wenn es zu einer zweiten Abstim- mung fommt, alle Stimmen auf Herrn Dupin zu übertragen, dessen Kandidatur bekanntli au< von einem Theile der fonservativen Par- tei unterstüßt wird. Judessen die Wahl des Herrn Sauzet ist keinem ernstlichen Zweifel unterworfen, und das Ministerium hat überhaupt alle Ursache, für jede irgend wichtige Frage mit unbedingtem Vertrauen auf die Unterstüßung der Majorität zu reuen, Herr Guizot hat sich ih diesem

1852

| Sinne mit der größten Zuversicht ausgesprochen uud erklärt, daß die

| | | | |

J | | | |

|

/ f

| | | |

| |

Regierung bereit sei, der Opposition bei jedem Angriffe auf halbem Wege entgegenzugeben. Die Thronrede, wel<e Herrn Guizot zum Ver= fasser hat, ist nah zuverlässigen Angaben in cinem sehr festen Tone gehalten. Die Regierung wüns<t si< darin Glü, zu der Beseiti- gung der Schwierigkeiten, welche durch die otaheitishen Angelegenhei- ten zwischen Frankreich und England entstanden seien, und erklärt, daß die Reise des Köuigs nach Windsor die Bande der aufrichtigen Freundschaft, welche die beiden Kabinette von Paris und London an einander fesseln, no< enger gezogen habe.

Großbritanien und Irland.

London, 25. Dez. Das Weekly Ch ronicle will aus zu verlässiger Quelle wissen, daß zwishen Sir R. Peel und dem Bi hofe von Exeter über den Hirtenbrief des Leßteren an seine Geist lichkeit cine Korrespondenz stattgefunden habe, und daß dem Prälaten bedeutet worden sei, die Königin, als Haupt der anglikfanischen Kirche, werde si< zur Einschreitung gezwungen schen, wenn er auf den in jenem Hirteubriefe vorgeschriebenen firhlihen Neuerungen oder Wie dereinführungen beharre.

Jmmer mehr findet die Ansicht Glauben, daß die Regierung nicht die Absicht hege, die Einkommen - Steuer, deren Bewilligung in dem nächsten Jahre zu Ende geht, aufzuheben, vielmehr si darauf beshränken werde, einige weniger bedeutende Abgaben entweder zu vermindern oder ganz abzuschaffen. DieTimes redet insbesondere eiuer Aufhebung des Einfußrzolles auf Baumwolle und einer Herabseßung der so drücenden Papier-Steuer das Work und macht bemerklich, wie nach- theilig der Baumwollen - Zoll auf die Konkurrenz der englischen mit den amerifanis<hen Fabrifaten auf den Märkten China's einwirken míi}e. Um die Abschaffung der Papier-Steuer anzuregen, haben die bedeutendsten Papierhändler und Tabrifanten dieser Tage hier eine Versammlung gehalten und verschiedene Beschlüsse gefaßt. Die Steuer, welche diesen wichtigen Judustriezweig belastet, varürt je nah der Sorte des Fabrikats zwischen 609 und 150 pCt. und leistet dem Schmuggelhandel begreifliherweise großen Vorschub, weshalb denn auch große Quantitäten französischen Papiers in England verbraucht werden. Die Staats - Einnahme bezieht von dieser Steuer jährli) 620,000 Pfd., cine Summe, welche si< ohne Zweifel bedeutend ver- mehren würde, wenn die Steuer auf ein vernünftiges Maß gebracht und dadurch die vorerwähnte Konfurrenz auswärtigen Fabrifkats be= {<ränkt würde.

X London, 24. Dez. Vor einen Comité des Geheimen Raths, das in leßter Justanz über die Streitsache der Jnseln Guernsey und Jersey zu entscheiden hat, ist in diesen Tagen eine Rechtsfrage von bedeutendem Juteresse diskutirt und argumentirt worden. Lie normannishen Juseln haben in gegenwärtiger Zeit, besonders seit Erfindung der Dampfkraft, und seitdem die französische Regterung Alles aufbictet, den Hafen von Cherbourg zur Beherrschung des Ka nals in eine Sce-Station ersten Ranges zu verwandeln, eine BVedeu- tung als Stationen für britische Kreuzer und Kaper im Kanal erlangt, welche sie no< niemals zuvor gehabt, Diese Juseln beanspruchen nun, der Krone, aber nicht dem Reiche Englands unterthan zu fein, Sie erkennen die absolute Herrschaft der Königin an, aber sie bestrei- ten die des Parlaments und stellen die Autorität der ausschließlich englishen vollziehenden Gewalt in Abrede. Jhre Justitutionen, welche wahrscheinlich die ältesten jeßt in der Welt sind, da ihre Geseße und Verwaltungsformen sich aus der Zeit vor der Eroberung Englands durch Herzog Wilhelm herschreiben, leiten ihren unabhängigen Ursprung von ten Normannen ab, und sie erflären, mit der Krone Englands verbunden worden zu sein in Folge der Eroberung Großbritaniens dur die normannishe Race. Sie sind aber weder dur< Eroberung, noch als eine Kolonie dem Reiche verbunden worden. Jhre Juris- diction und ibre Privilegien, welche die Krone Englands zu wieder= holtenmalen mittelst besonderer Charten, anerkannt hat, sind die ur: \prünglihen und sind autochtbonish. Es liegt in diesen Ansprüchen ctwas von dem Uebermuth des Frosches, der sih zur Größe eines Stiers aufbläht, indem mit dem außerordentlichen Alterthum lokale Vorurtheile, zweifelhafte Rechte erhärten. Mittlerweile haben sie indeß Gelegenheit gefunden, ihre Ansprüche dem Urtheile des Gehe! men Raths zu unterwerfen.

Die erste Lofal-Autorität behauptet auf jeder Jusel ein König- licher Gerichtshof, aus einem von der Krone ernannten Amtmann und zwölf vom Volke erwählten Geschworenen bestehend. Dieser Staatsfkörper is in Charafter und Gewalt den alten Parlamenton Frankreichs nicht unähnlih., Der Repräsentant der Krone ist ein Lieutengnt-Gouverneur, welcher die Truppen befehligt und die Civil- Gewalten des Gouverneurs inne hat. General Napier, der berühmte Geschichts\hreiber des Halbinsel- Krieges, bekleidet gegenwärtig in Guernsey dics Amt. Vor einigen Monaten brach zwischen dem Gouver- neur und dem Königl. Gerichtshof ein Streit aus über die Befugniß, von der Jnsel Fremde zu entfernen, und über die Art der Ausübung des Begnadigungs-Rechts. Der Gouverneur beanspruchte bei diesen Ge- legenheiten, als der einzige verantwortliche Agent und Repräsentant der Prärogative der Krone aufzutreten, während der Königliche Ge= ri<tshof verlangte, von feinen Handlungen Kenntniß zu erhalten und dieselben zu registriren. Die Folge davon is gewesen, daß alle Be fugnisse des Gouverneurs und des Königlichen Gerichtebofes auf das Vollständigste erörtert wurden, und obgleich das Resultat noch nicht veröffent“icht ist, so kaun man doch erwarten, daß die Krone mittelst ciner Erklärung in gebbriger Form die Rechte dieser loyalen Jusel= Bewohner bestätigen wird,

Der Erfolg der irländischen Vermächtniß-Akte und die Ernennung der Komniission rechtfertigen die Wichtigkeit, mit welcher ih in frü-=

heren Briefen diesen Gegenstand behandelt habe. Der Erzbischof von Dublin hat eine geschi>te und christliche Rechtfertigung seines Beneh= mens geschrieben, und selbst die Whigs und ihre Journale billigen laut das Verfahren der Regierung in dieser Sache, Man glaubt, daß die wichtigste Maßregel, welche nunmehr für Jrland vorbereitet wird, die Gründung ciner großen fatholishen Universität is, welche den spärlichen Bewilligungen und der kläglich mangelhaften Erziehung in Magnooth ein Ende machen soll. Denn in Jrland wie anderwärts ist das Haupt- Augenmerk? Sir R. Peel's auf die Verbesserung der öffentlichen Erziehungs - Anstalten gerichtet, als die vorzüglichste Ge= währleistung der Hoffnungen seiner Verwalkung und des Landes,

Belgien 7% Brüssel, 26. Dez. Der Vertrag mit dem Zoll-Verein is

nicht nur ein für beide fontraftiirende Theile gleich günstiger Handels- Traktat, sondern auch einer der wichtigsten politischen Akte der seit 14 Jahrea von der belgischen Regierung vorgenommen worden. Was uns zu dieser Behauptung veraulaßt, ist jedo<h niht die Meinung, als wenn Belgien dadur<h unmittelbar iu den germanischen Lebens= freis eingetreten, oder sich damit inniger politis< verbunden hätte z wir ha!ten die Voreiligkeit in der politischen Beurtheilung auch praf- tisch für schädlich, da sie häufig zur Unthätigfkeit führt, wo man sich mit Träumereien begnügt, und si< in der Phantasie {on an Blüthe und Frucht labt, während der erste in den mit Mühe vorbereiteten Boden - gesenkte Keim der sorgfältigsten, ungusgeseßten Pflege bedarf. Dur<h den Traktat ist allerdings der Grund zu

| | |

einer innigeren Verbindung mit Deutschland gelegt, er ist die gegen- scitige Erklärung des eisernen Handschlages, den sih, na< dem fräf= tigen Ausdru>e des hiesigen preußischen Gesandten, Belgien und Deuts{land {hon vorher durch die Eisenbahnen gegeben; allein so mächtig si< auch ein einmal aufgestelltes Prinzip in der moralisch= poiitishen wie in der physischen Welt erweist, so hängt do die Ent= wickelung seiner Konsequenzen von äußeren Bedingungen ab, die ge- gu erforsht und hergestellt werden müsscn. Die politischen Folgen dieses Traktats sind daher in die Haud der Staatsmänner nuieder- gelegt, die mit Weisheit und mit Benußung der äußeren Umstände diese!ben zu entwi>eln versteven. Sas aber in unseren Augen \{on jet diesem Traktate die hohe politische Bedeutung giebt, ist, daß der=- {elbe von Seiten der belgischen Regierung die erste entschiedene Un-=- abhängigkeits-Erklärung des Landes ist, Ju der europäischen Meinung war Belgien bisher als ein Satellit von Frankreich betrah- tet worden, und in der That hatte es si gleichsam an dem französischen Gängelbande führen lassen, Seine Blice, scine Hoffnungen waren nah Frankreich geri<htet, bei dem französishen Kabinette hatte man un- ausgeseßt Schritte für einige Begünstigungen der belgischen Judustrie gethan und hatte si< am Ende Glü gewünscht, dur< neue Kon- zessionen an Frankreich nuc den slalus quo vou dieser Seite zu er halten. Und welches war die Sprache dcr französischen Blätter? nicht blos diejenigen, welche sich für ihr Mißvergnügen an dem jebigeu Zastande an den alten revo utiongiren Träumereten von der Rhein= gränze u. dergl. entschädigen, fondern auch die gouvernementalen Blätter wic das Journal des Débats, haben Belgien stets als ein Land betrachtet, welches sich nothwendig in der französischen Lebens-Sphäre bewegen müsse und threm Einflusse si< nicht entziehen düre und fönne. Der Traktat mit dem Zoll-Verein hat plößlich jenseits Quievrain die Augen geöffnet, und groß ist nun das Mißvergnügen, was seitdem laut geworden, allein der wichtige Schritt is geschehen, und man wird ihn gewiß nicht zu bercuen haben, Es herrs<t freili< in Frankrei das sanguinishe Temperament vor, welches leiht das leßte Aufbliten eines scheidenden Lebens als Berechtigung zu einer neuen Hoffnung ansieht, und so haben denn auh die französis<hen Jour= nale die isolirte Rede des Herrá Castiau, die weder Auflang in der Kammer, no< im Laude gefunden, für eine Protesta= tion des belgischen Liberalismus genommen, der sich gegen diesen Vertrag als einen antifranzüsischen Alt in Masse ausgesprochen. Wir werden nächstens die Stellung, tie der hiesige Liberalismus in der internationalen Polit:k eianimmt, näher besprehen, und möchten vor läufig jenen Blättern nur die kleine Zahl der Opponenten gegen diesen Traftat (7 gegen 76) zu beherzigen geben. Uebrigens ist auch, nach unserer Ueberzeugung, der L-77tirag mit dem Zoll-Verein niht gegen Tranfreih gerichtet, es is nux eiu Akt der Selbstständigkeit von Seiten Belgiens, ein Beweis der freien Bewegung seiner Regierung, und cs jst damit keinesweges ausgeschlossen, daß nicht auch günstigere Handels- Verhältnisse mit Frankreich erlaugt werden fönnen. Wir zweifeln freilih an deren Gelingen, obgleih no<h in gegenwärtigem Augen- bl'> bei der Auwesenheit des Königs in Paris die Sache von neuem zur Sprache gebracht wird, und obgleih abermals wichtige Jnteressen, die Eisenschmiedeherren (maitres des forges) in den französischen Ar= dennen, so wie in Maubeuge und Valenciennes, dringend die Tarif- verminderung für das belgische Cisen verlangen, da sie die Konkur renz mit den südlichen Cisenschmieden, welche sich das Eisen wohl- feiler verschaffen fönnen, nicht auszuhalten vermögen. Es werden diese Stimmen jeht wie früher unbeachtet bleiben, und Alles, was Belgien von Frankreich erlangen dürfte, wird abermals nur die Aufrecht- erhaltung des statu quo vermittelst einiger neuen Konzessionen sein. Die jeßigen Unterhandlungen in Paris sind nur vorläufig z in der Zwischenzeit der französis<hen Kammer - Sißungen im Juli soll aber= ¡nals ein belgischer Commissair nach Paris geschi>t werden, und man macht si<h hier im Grunde feine andere Hoffnungen, als nur den ZU=- stand nicht verschlimmert zu schen, da das französische Kabinet, seinem alten Systeme getreu, abermals mit Tarif - Erhöhungen auf dic belgische Leinwand drodsk. Möge man von deutscher Seite fortfah= ren, in der glücklich gebrochenen Bahn fortzuschreiten, ohne sich durch andere Rücksichten irre maczen zu lassen, und der Erfolg wird die von beiden Seiten gehegten Erwartungen weit übertreffen.

Die Frage hinsichtlih der Kabinuetsveränderung if bis zur Wie- derkunft des Königs suspendirt, Man spricht freilih von abermali- ger Reconciliation der verschiedenen Mitglieder , allein dieselbe würde uur mit Aufopferung der Prinzipien der Ehre und einer richtigen Regierungs - Politik vor si< gehen fönnen.

Mw

anton Luzern. Auf die Nachricht von dem Beschusse des Großen Rathes in Zürich (S. Allg. Preuß. Ztg. Nr. 358) dessen Ueberbringer och nicht hier angekommen sind, drang der Er- zichunasrath von Luzern auf unverzügliche Eiyberufung der Jesuiten. Dem Stadtpfarrer Sigrist, den man srüher ersuchte, im Erziehungs- rathe zu bleiben, ist nun zu verstehen gegeben worden, seine Entlassung zu nehmen, weil man sie ihm sonst geben würde,

postens gemachte Anzeige , daß an der aargauer Gränze bald ein Einfall von Freischaaren in den Kanton Luzern stattsinden werde, ersuchte die Regierung des lebteren Kantous die Standes-Kommisjion von Zug dringend, den ganzen Bundesauszug aufzubieten und vor- läufig an die Gränze zu verlegen. Jn Folge dessen ist das halbe Auszugs-Bataillon (die andere Hälfte stellt Uri) wirklih aufgeboten und am 24, Dezember, Abends neun Uhr, nach der aargauer und [uzerner Gränze abmarschirt. Nach einem Beschlusse des Kankon- raths dürfen jedoch die Trupyen die Gränze nicht überschreiten, bis sie unter eidgenössischen Ober-Befehl gestellt werden. ait

Nom, 16. Dez. (D. A. Z.) Der hiesige französische Bot- schafter, Graf Fay Latour-Maubourg, welcher seit einigen Wochen er- frankte, liegt no< immer ohne Hoffnung und von den Aerzten auf- gegeben. Lord Shrewsbury, das sichtbare politishe Oberhaupt der Katho- lifen Großbritaniens, welcher länger als 10 Jahre hier lebte, is na< England zurügekeyrt und wird zür immer dort bleiben; dic fostbaren Quxusartifel und Hausgeräthe des von ihm früher bewohnten Palastes Simonetti werden bereits öffentlich versteigert. Eine Tochter des Lords ist die Gemahlin des Prinzen Doria, cine andere, mit dem Prin- zen Borghese vermählte ist gestorben. Vielleicht hat kein katholischer Souverain unserer Zeit so viel baares Geld und so vielen Kredit für die Zwecke der Kirche bewilligt, wie Lord Shrewsbury9,

Portugal.

Lissabon, 18, Dez. Die Cortes wurden am Sonnabend den lten d. M. vou der Königin in Person geschlossen. Kurz vex 1 Uhr NViittags betrat Jhre Majestät, begleitet von ihrem Königlichen Ge- mahl, mit dem ganzen Hofstaat, den Ministern und Staatsräthen, unter dem Vortritt einer Deputation von 24 Mitgliedern der Cortes, die Deputirten-Kammer, wo die Pairs in ihren Staatsroben versam- inelt und die Deputirten zu beiden Seiten des Thrones 11 gehe Ordnung aufgestellt waren. Das diplomatische Corps war gleichfa

Kanton Zug. Auf die von zwei Mann des luzerner Wachk-

A I E ia

1853 Jn der Nacht vom 23. zum 24. April entluden si< üle unse- | den Mangel ertragen dürste. Der Transport der Verwundeten vie Muigin iclgende Nebe: | rem Bivouacq mehrere Gewitter mit einer Jutensität, wie in Europa | auf cacolets (Art Stühlen) für die minder Kranken und litières Würdige Pairs T B E n selten. Die hydraulischen Studien, welche i< unter meinem Zelt an- | (Tragen) für die {wer Verwundeten ist schr beshwerlih und shmerz- n E its A önigreihs und Herren Deputirte der | stellen mußte, um nicht durch das Wasser fortgespült zu werden, nah haft. Fast jeder Schritt der immer mehr ermüdenden, obschon star» giest\<zen Iation. | men meine Aufmerksamkeit zu sehr in Anspruch, um der Bewunde- | ken und ruhigen Maulthiere, die, je zwei Kranke tra end, si< oft im

|

zugegen und sah von der Gallerie aus dem feierlichen Afte zu. Nach- dem Jhre Majestäten auf dem Throne si niedergelassen hatten, las

9 e E F ; : E o finde Jh Mich heute umgeben von den rung von Naturschönheiten mi hingeben zu fönnen, Am Morgen | Uebermaß der Ermüdung zur Erde _warsen, verursachte den armen „Jh wünsche Jhnen Glüd Sha belle Mililtiie- Ad LEE, seit vielen Tagen die Sonne zum erstenmale wieder, und | Kranken neue Schmerzen. Mehrere Offiziere waren am zweiten und parlamentarischen abD ilden )enjamen NRequitate Z9rer E Wetter schien G Angen ; e in einigen Schluchten | dritten Marschtage so erschöpft , daß sie von Jn anteristen etragen „Die Maßregeln, welche der gesegebende Körper votirt hat, um S zu F T K ra: Wolken no<_ hernieder. werden mußten. Am 3Usten Abends traf die Kolonne im Bivouacq die mn>Sligeriveite fi ain SEROE ms e E 6 C n E e und eust zum Ae waren groß im Lager. Um Tabagarts wieder ein, welches der Prinz der Fouragirung R öffentlihe Orduung gründlich A n 8 A ges - e | D hr wurde der Ausmarsch befohlen, doch erst drei Stunden später 2 Lieues von Myaous bezogen. Der Scheifk el Arab von Bisfkra ten Erfolg gehabt, und diese Maßre gy Ne E h gewünsh- | Lee R sich dic Kolonnen in Bewegung. Nach faum zweijtundigem | war mit zahlreichem Goum zu uns gestoßen, um an „un=- wurden, gewähren die E elde Geifigs Ge E P Marsche wurde das bisher nur weng zweifelhafte Weiter sehr nebelig, | serer Expedition Theil zu nehmen und mit seinen mitge- die verfassungsmäßigen J: stitutione1 T E ahrp gas und | was unsere Bewegung in den feigen und bewaldeten Bergen unge- | brachten zahlreihen Heerden die Aerndten des Ouled Sultan griffen e Justitutionen niht wiederum werden ange- mein erswerte ; die Pferde fielen ost in dem durch den Regen aus- | abweiden und verwüsten zu helfen. Die Araber entwi>elten in die= “Die Vorkehrungen, welche Sie in Bezug auf die Verbesserun gelösten Boden bis An Knie zwischen spizige Feljen. Un- | ser Art von Fouragirung seltenes Geschi> ; die üppigsten Getraide- ber Staats -Finanzen getroffen haben müsen ver bie U jere Kolonne mit, bedeutendem Convoi wurde “auf beiden F:ü- | felder waren im Umsehen bis zur Wurzel rasizt, Ueber 100,000 Stü> begehrte Vollendung der vollständigen Organisation dieses höchst wich I bte bett i GYeR M, Ps E A _finsersien | 2M aller Art lagerten um unsere Bivouacqs, I sah no< Gun tigen Gegenstandes mächtig eivwirken. n) 1 diejes O ¡0) reten befand sich die französische Kavallerie, Chasseurs und Spahis, | Theil der Fantasia, Art arabisher Parade, welche über 590 der aus=- : Oeffeutliches Vertrauen , das auf so ¿farbe Weise d an dem linken dic verschiedenen verbündeten Geum in bcdeutenden gezeichnetsten Reiter „dem Sohne des Sultans’ zu Ehren gaben. fundgiebt, und die sorbstreitende Sdeigerih des Kredits geben un- | Ea ves I Bemóibes A A Sab Sn Am 1. Mai, dem Namenstage Ludwig Philipp's, betraten wir . j de \ L S E H i Ie l DUTL cic P ne Mi P. b Unt S io S rae i ph »(i p p D e. ? leng eaes Zeugniß von der Wichtigkeit und Heilsamleit G || Sea a E E. E von neuem die Berge, jeßt besser dur<h das Wetter begünstigt, und ehrungs = Maßregeln. F 7 5 Ar M

1 > i ' fast auf derselben Stelle, wo noh traurige Spuren des Gefechts vom L z S zuflären und zu sichern, und All-s ging bis hier gut, als in demsel Aftten (idtbar A és en Schü „Sehr ernst waren die Gegenstände, welche Ihrer Berathung ern, t ç : | 2ásten sichtbar waren, spielen die ersten Schüsse.

ben Augenbli> ein ungemein heftiges und roirksames Feuer si<h auf | gl : / J F vositi ; Zubeyen e alis A S T Ats en Augen ein ungemein HEsri d rourtjames G au ahen dicsmal den Fei 1d seine gute P ( vorlagen z Jch bin erfreut, Jhnen zu sagen, daß bei der Würdigung | unserem linken Flügel entjpann, welches in der arabischen Kavallerie R cômal den Feind und seine gute Position, die er Gug® 5

Ent scheidu Colon its 4 A Ret c L S M Randes einer ziemli fe S rfe Di i und Entscheidung derselben Sie si< des öffentlihen Vertrauens, o | die größte Verwirrung bervorbrachte. Randes einer ziemli< tiefen Schlucht besegt hatte. Diese nd=

o D Soum warf f r | , , e - : i wie Meines besonderen Wohlwollens, werth gezeigt haben, Der Goum warf ih in der | thigte die Spibe der anrü>enden Kolonne, eine halbe Links= „Die Session is geschlossen.“

E auf unseren : vielleicht zu weit zurügelassenen Con- | \{<wenkung im Feuer auszuführen; das Vorgehen der Tirailleurs S 1170 nisellon Aan! 11115 4 s e MNlnhornt R S d “., d A , Unmittelbar nah dem Schluß der Rede zogen Jhre Majestäten Ee O E reren E Ds m | erschien mir etwas zähe und langsam, indesten war das Terrain sich wieder zurü. : schnitten die Strike ‘ihrer Thiere ab d überlicßen Via | schwierig. Der Prinz, der sih mit einem Gefolge bei der Avant- So endete eine sehr merkwürdige Session; die legislativen Kör-= | Feinde bie Bagdae Die 1 l e Mrrlbreuaebs L N a | OPPE befand, befahl den beiden nahrüdenden Bataillonen, anzugrei- perschaften erhielten bei ihrem leßten Aft in Betracht ihrer unw fd A S Mi ma ia ta Moi die in dem | fen, welche au, nachdem sle die Tornister abgelegt, unter dem Schuße L baren Unitecitih L Se M E e. E wan schwierigen Terrain nur langsam heranfommende Neiteret des rechten | einer starfen Tirgilleurlinie und nah der rauschenden Musik der Mar- clbaren Unterstüßung, welche sie der Derwaltung des Herrn Costa | Flüge!s konnte dieser Unordnung erst Einhalt thun, nachdem die | seillaise die vorliegenden fs 7 ¡li Cabral gewährt, die ungewöhnliche und deshalb unerwartete Gunst Arrièregarde dur< das Feuer und unser Convoi dur t [A E vorliegeuden Höhen mit dem Bajonette augenbli>li< nah- eines Königlichen Besuchs ? «g É ( E das Feuer un, Le Be, BRE die Plünderung | men. Der Prinz folgte der Attaque in den JIntervallen. Fast in d S ? ? , P ben ÄAuaenb e wurde > SGuibe f Ç , TRe C > e Da der Zeitraum von dem Schlusse bis zur Wiedereröffnung der my E Ms E E e rg thes inte H demselben Augenblicke fiel au<h der erste Schuß zweier Gebirgs-Hau= Cortes (den 2. Januar) so kurz ist, so kann die gegenwärtige Ver- ; ne Aeit fuitif m. | tagung kaum als eine Unterbrehung der parlamentarischen Geschäfte angesehen werden. :

j j j 1

tig angegriffen, und unsere Lage war einige Zeit kritisch, da E bigen, die mit bewunderungswürdiger Schnelligkeit dem Fußvolk ge- G S Suaeli pi Pg Tei Glas h Befechts Pevtu | folgt waren, und deren Granaten die wild fliehenden Araber mit drei Seiten Kugeln en sngen e Ab bichleë WEdeVd, | Vcdes GURD, Bi VIIN Zlucht der Araber vor den explo- T Mee T N Jene D A werdend, | direnden Geschossen, die Rettung ihrer Todten und Verwundeten, [reie Aussicht E E, 10 DMUtt gestattete. 2 waren ¡n ul | welche ihnen heiliges Gebot ist, hätten dem Pinsel eines Horace Bucharest, 11. Dez. Der Hospodar hal seine Einwilligun( | S M pas E In Ms A Bernet zwei interessante Genrebilder geliefert. i Leider wurde das

: pa T F E R ; nd gung geln der wild schreiendem, uns verwun]henden Araber, die in dieser cigen- | Feuer der beiden Ge übe dur die te Schlucht = gegeben zur Vermählung seiner ältesten Tochter mit dem Sohne des | thümlichen Atmosphäre ¡u der Kenntuiß des schwierigen Terrains einen | euer der beiden Weie Bur E zweite Schluch| herauf / ) ien f | / Kenntuß des schwierigen Terrains enen | füimmenden Tirailleure zu früh masfirt, es gebührte aber nihtsdesto- | l l l |

Moldau und Wallaciei.

Präsidenten des wallachishen Divans, Alexander Philippesko. L R M E hon T bas Stede Satbara areuliGe G eitalte ; s “ar | ; 3 by allgemein AURC Vas die Bs Zürstin n Edhne des | t E g imt N weniger denselben (welhe, auf je 2 Maulthieren transportirt, mit Hospodars der Moldau bestimmt sei, so gewinnen die Gerüchte, daß | Entfernung abfeuernd Ein Mome L uet ‘ole C eri hiids sinnreicher Conjtruction eine Bespannung zula}jen) das Hauptvoerdienst die fürstlihe Zusammenkunft in Tofshan die Nothwendigkeit einer | um G nbe Naht, und T L E furzen Sieges. Sie leisten überhaupt die wesentlichsten Dienste N : j gebende Nacht, und wir jaÿyeu Ten Rand de1 vorliegenden Höhen, | in Afrika, sowohl ihres moralis<hen wie positiven Erfolges wegen. L L dee D demselben Augenbli septe sich Jhre Beweglichkeit ist überraschend und trat besonders hervor, als ein | der Prinz, gesoigt von jeinen Adjutanten und Ordonnanz= Vs}s1zieren, | kleines Vors in fast unzugänglicher Schlucht in Flammen geseßt wer= | an die Spihe einer Esfadron,, weiche bei uns hiclt, um cine Charge | den sollte, wobei einige dieser Haubißen bis in die äußersten Fels- spalten vorgingen. Während die bciden Bataillone die feste Stellung | der Araber im Centrum genommen, war ein anderes in die linke O R / l E N ölanke, wo die Schlucht eine Biegung machte, hinabgestiegen. Ein | die Schwadron hatte sehr gelitten, besonders auch durch Berlust an | Trupp beutelustiger Kabylen hatte jsih hier in ein Verste> ge= | Pferden, Das des Prinzen selbst war verwundet. Wir suchten | legt, um, wie das erste Mal, \i< auf unseren vermeintlichen | jeßt die Verbindung der Spihen unserer Kolonne nit dem Convoi | Convoi zu stürzen, welchen wir indessen im Bivouacq zurückgelassen ; Jch verweile einen Augenbli> bei der Fremden-Legion. Der drei- | wiederherzustellen, was nah dem pèle-mêle von Fußvolk und Rei- | sie wurden, nachdem sie ihre langen, unbehülflich zu ladenden Ge- fahe Rekrutirungs-Modus der Armee in Afrika schließt zwei Extreme | terei aller Art (welche befonders nach einer zweiten versuchten Charge | wehre abgefeuert , von den Tirgilleurs wie das Wild auf der Jagd in sich. So vorzüglich derselbe für die Jufanterie und besonders für | schr in Unordnung geratheu), uach dem Chaos von Train, geplün=- getödtet. Jhr Fanatismus war groß; chon halbtodt, warfen sie die treffliche Reiterei ist, so zwe>mäßig man nah dem Beispiele der dertem Gepäck, Todten und Berwundeten endlich gelang. Die Hal: no< mit Stöcken und Steinen. Somit endete die Sache gegen Mit= | |

durchgreifenden Reform des organishen Statuts zum Gegenstande | welhe der Feind besetzt hatte. gehabt habe, immer mehr an Wahrscheinlichkeit, feir

auszuführenz ohne entscheidendes Ergebniß nahm der Nebel uns bald wieder auf, wir sahen nichts mehr, doch licß das Feuer der Araber

nach. Der Chef der Eskadron war getödtet, mehrere Offiziere blefsirt,

Nus einer Nelatiou tiber den Zug des Herzogs vou Uumale nach der Wüste im Frühjahr S f A,

(Schluß, Vergl, Allg, Pr, Zig. Nr. 361 u, 362)

Engländer die Kräfte des Eingeborenen in das eigene Jnteresse zu | tung des Herzogs an diesem Tage war bewunderungswürdig, sein | tag, wo beim Frühstü> das widrige Geschrei der füehenden Araber,

5 e e ci! Opis GE S c éd Y 2 E N F wolden v Sp R »fo : N51 p S _uC Z L , Es P E , ,

ziehen gewußt hat, jo verwerflih ijt das Recrutement Der afrifant= \<ön ster Augenblick aber der, in welhem er den Befehl zum Rückzug | die in größter Unordnung ein kleines festes Haus erreichten, si< mit

\hen Bataillone und der Fremden-Legion. Fremêke Mieths Truppen | gab, der ihm {wer wurde, da er unjere Niederlage dokumentirte. | den melodischen Tönen des God save the King in sonderbarer Har-

gab es von Xenophon bis zu den Schweizer - Garden unserer Tage, | Was tndesjen aus der Kolonne geworden wäre, hätten wir, um | monie vereinigte. Es galt der Feier des Namenstages Ludwig

do<h unter anderen Verhältnissen als die französische Legion, welche | diesen unaugenehmen Eindru> zu entgehen 11 den Bergen zu | Philipp's.

C al S R REamole in würdig e t in _| bivouagcqgiren vers f nicht zu bere<nen. Unser Rückzug geshah |

seit der lebten Charte, die den ¿Franzojen allein würdig erachtet, in | bivouacqiren versucht, ist m><t u bereuen. | uckzug ged | 5 A ; E E i ; : | mit der größten Ordnung und Ruhe, da ein dichter, hestig meder- |, Nach einem noch angen beshwerlichen Marsche erreichten wir | y das hohe, gut gesiherte Bivouacq el Bir (was auf arabish \o viel | |

die Militairdienste des Vaterlandes zu treten, no< mehr Widerli d

<es und Empöürendes anu sich trägt. Es sollen hier nicht die strömender Regen, der das Losgehen der arabischen Gewehre ver R unlauteren Beweggründe zergliedert werden, wie ein liberales Prin- s se | | zip oder vielmehr eine Reaction von Liberalismus, wie die übergroße Morgens bis D Uhr Nachmittags gedauert, trafen wir um D Uhr Menge von politischen Flüchtlingen, zu denen sich bald jedweder Aue | il unserem Bivouacq Myaous wieder ein, wo 2 Bataillons, | Eefadron wurf der menschlichen Gesellschaft stempelte, wie der mögliche Nußen | und der Haupttheil unserer Bagage zurüdgeblieben waren. Nach-

solher vorzugsweisen deutschen Legion im Fall einer Kollision mit | dem wir die Ebene bcireten, ließ der Prinz sämmtliche Truppen

heißt als Quelle), aber leider oÿne Wasser. Am anderen Tage nü- thigte die Nachricht, daß in Folge unseres unglüd>lichen Gefechts vom 24ften die Kabylen der Aures sich in den Ebenen von Lambaesa ver- sammelt, um das Lager von Batna von neuem anzugreifen, den Prinzen zu einem forcirten Marsche mit der Kavallerie. Wir ritten | bei si< vorbeidefiliren, eine Parade, unendlich verschieden von denen, | E erreidten mit einbre<ender Nacht beim heftigsten Regen Eben so wenig soll aufgezählt werden, | die ich bisher gewohnt gewesen, Der Ausdru des jungen Generals | O N e J gea ene Jufanterie VOUG E in der Ebene wie viele ehrlihe Deutsche dur diese Legion geblendet und verführt | war unendlich würdovoll und ernst. Der Anbli> der Verwundeten, d A Ag A A E E wu C Mai ungliücklih geworden sind, obgleich ih hinreichende Beispiele unter | der naten und verstümmelten Todten, der herrenlosen Pferde, welche vel B N e uroan bare Bra cue B S meinen Augen gehabt nbe Br, r die reichlichste Aerndte dieses s{<weigend vorbeigesührt wurden, die ernsfe Haltung jener Csfadron, Kabylen, um durch N Abn A Aufentb lt d felbst di El Citi i modernen Sklavenhandels vorüber, wo man in Deutschlaud die Schlinge | welche am meisten gelitten, der geplünderte Convoi Fe E len zehntägigen Husentyat dae Ne SIPELE

Pn A6 U No tail Cap Ta H fennen gelernt, fehlt es oft an dem nöthigen Ersaß, weshalb davon der Jufanterie, die, dem französichen Charakter entsprechend, nach E R E Besen L LEE e die Rede is}, beide Regimenter der sianzösischen Infanterie einzuver- dem Gefecht in den Wolken, wie sie es getauft, hatten, heiter und | ib dés Ry ibaed n Glenen % ie A ahl fad au milit Lagers leiben. Es desertirten zur Legion jeit 1840 glückliherweisc feine oder sorglos ins Vivouacq einrüdte, Es joll hier feine militairische Be Belelb I e 3 Arabe ( R g[acher n itairischer nur sehr wenige Preußen. trachtung einiger Fehler folgen, eben so wenig die nicht schwierige | F E e feindlichen {raber hatten sih aufgelöst und zer=

Unsere Expedition Oie Berge der Oulcd Sultani hatte Rechtfertigung des Prinzen nicht zu entschuldigen wa1 allein wohl E A E D a A lbvas A m die Unterwerfung dieses friegerishen Stammes zum Zwecke, wel die große Sorglosigkeit , mit der wir unseren Convoi zu weit hinter E le aareou Geplänkel aihie Sr Es Unser B dgen H cher sich Söhne des Sultans nennt und selbst unter dem lch= | uns gelassen und nur einem Bataillon und einer Csfadron anvertraut hat- U “au A L “nblidlichen Bedürfnisse Ha E i“ s A R. ten Dey von Konstantine nie unterworfen gewesen, um den | ken, Den wahren Jnhalt der fabelhaften Gerüchte über Verluste bei der nes A E einér B arfetctft V als militairisch " Cacédti Ds na< Biefra erüssneten Karawanenhandel mit Datteln und Wolle Smala des Prinzen, so wie der Bagage und Pferde der Generale Uo e obne Bade fast Lune die oft Fer Bedü Ee zu sichern und der Autorität des Scheik el Arabe von Biskra | und Offiziere, habe ich ne erfahren; das französische Gouvernement lagerten N ets Mee Mien Gimel oft is 8 Erl b ürfnisse, mehr Nachdruck zu geben, Will man das für Colonisation entschädigt dieselben mit großer Freigebigkeit. : 6000 Fuß: S Qüste der Nacht A fbr aofatlit N von und Civilisirung in vieler Hinsicht verderbliche Ausbreitungsjyjtem Am anderen Morgen besuchte ih die Ambulancen, wo bei den | ¡9 Mai D rid N Sd e N 08 mpfindlih, und am / orrschiedenen Aerzten eiu trauriger Konflilt von E U E „aue E A unserem Bivouacq, aus dessen ko sagen, Künstlerneid entstand, um einem Offizier das Bein oder cinem N jest der Weihrauch von Cedern zum klaren, sternen- Soldaten den Arm zu amputiren. An Wissen, Jutelligenz und Kennt= henen Nachthimmel emporstirg, nachdem wir Uns bisher an Palmen= niß der Kunst, glaube ich, fehlt es bei den Militair- Aerzten in Afrika | und E gea halten. E Bildung und Form der nicht, und daß fast jede Kugel, welche einen Kuochen verleßt hat, | Al De mit reien Cedernwüldern erinnerte vielleicht an den eine Amputation erforderlich macht, welche stets erst von mehreren | D „Mute N welche die mehrfach en Pferde ín dem Aerzten konstatirt werden muß, liegt wohl mehr in den örtlichen Ver- A o O N Zügel führen mußte, leistete hältnissen der Natux, und des Klima, als in der Unkenntniß der Aerzte. viel S Anstreigeuren B indessen ist dieselbe dur< das Jh weiß mehrere Fälle, wo das Zögern mit der Amputation tödt- ausgezeichnete Matenal an Pferden und Mannschaften au<h zu vor= lich geworden. züglichen Erfolgen berehtigt.

Die Bestattung unserer Todten geschah zwar mit militairischen Nachdem wir die herrlichsten Kornfelder verwüstet, hle<hte Hüt- Honneurs, doch in möglichster Stille, um dem Fanatiêmus der Ara=- | ten der Dörfer angezündet, die fliehenden Araber getödtet, deren ber die Leichen zu entzichen, welche sie wieder ausgraven und ver- Weiber, Kinder, Greise, Krüppel zu eigener großer Verlegenheit ge= stümmeln, Nie habe (< mit größerer Theilnahme das schwarze Kleid | fangen, auch theilwelse die Smala von Achmed Ex- Bey von Kon= Den Tornister, mit 0 Tage Lebensmittel und wo möglich 4 Tage | unseres Abbé, der uns während der Expedition stets begleitete, be- stantine, und no<_ andere 1000 Hammel und dergl. genommen hatten, Holz, mit der durhnäßten Dee, die im Bivouacq als irachtet, : j i : E trafen wir am 15. Mai wieder in Batna ein, wo am folgenden Schuß dienen soll, babe ih auf meinen Schultern getra- Am 26sten geschah die nothwendige Evacuirung der Verwun= | Tage die Chess der Tribus Ouled Sultan ihre Unterwerfung dar=

( deten nah Setif und der gleichzeitige Erjaß unserer 8000 verlorenen | brachten und die französische Juvestitur empfingenz die Kaide der

Soldat in Afrika fast erliegt. Jn Betreff des Mitsichschleppens von Rationen ; ih {loß mich dieser Kolonne au, um das strategisch und | Ouled Bau-Oun und Cheliah hatten ihre Submission {hon früher Holz is} der französische Jnfanterist besonders intelligent. Bei jedem historisch wichtige griechisch römische Etablissement Belisar's kennen zu gemacht, Der Zwed> unserer Expedition : vorläufige Unterwerfung, größeren Halt von L bis 1 Stunde focht er stets sein Hauptget1äuk, lernen. Dieser Ort, Mittelpunkt der Subdivision eines Generals, physische und moralische Schwächung der Kabylen, die erhaltene To=- den Kaffee, wozu er das Holz auf seinem Tornister bet sich trägt. bildete mit dem reih proviantirten Lager von Batna die Verpsle- | pographie der bis jeßt unzugänglichen Berge, konnte als erreicht be- Es is ihm dies so zur anderen Natur geworden, daß er es nie über’s | gungsbasen unserer Operation, welhe threr Bestimmung voll= | trachtet werden. Wenn die erste Unterwerfung dieser Horden auch Herz bringt, wo er unterweges ein zwe>mäßiges Stückchen, mitunter | kommen entsprechen, Die Verpflegung überhaupt ist in diesem | nie die lebte is, so vollenden einige geschi>t geleitete Razzias, als auch einen ganzen Baumstamm findet, denselben auf seinem Tornister Augenbli> in Asfrika wohl organisirt, Man hat zu kostbare, Strafe sür neue Verleßung der gelobten Treue, leicht die angefan=- zu befestigen. Bei unsexer Expedition, wo wir glücklicherweise stets aber traurige Erfahrungen gemacht, als daß man niht hätte | gene Arbeit, Bis diesen Augenbli> sind sie indessen ruhig und unter= Sorge tragen sollen, die Hauptbedürfnisse für die Expeditionen worfen geblieben und haben auch die ihnen auferlegten Contributionen

Ueberfluß an Holz hatten, mußte der Prinz oftmals befehlen, alles Holz wegzuwerfen, womit der Soldat sich unnüy beschwerte. | bereit zu halten, so daß der Soldat wohl nur noch selten anhalten- | gezahlt: 2000 Saà Korn und Gerste unter dem Titel d’achourz

hinderte, uns sehr zu statten kam, Nachdem das Feuer von 10 Uhr

Deutschland 2c. den gehässigen Gedanken zur Gründung einer solchen Legion eingegeben haben.

der Franzosen in Afrika gutheißen (dessen Motive allerdings tieser liegen ), so war diese Expedition im Ganzen eine vernünftige und zeitgemäße. Eine große Rekognoszirung war außerdem cine zweite Aufgabe unser Operationen, um die Topographie dieer bis jeßt un=- zugänglichen Berge zu erhalten, welche selbst durch Nachrichten der Araber, die oft zu einem glücflihen Resultate führen, niht im mmn- desten hatte ermittelt werden fönnen. - Wir blieben wegen höchst ungünstigen Wetters mehrere Lage im Bivouacq von Myaons; seit unserem Ausmarsh aus Batna hatte es fast ununterbrochen geregnet und die Truppen litten bedeutend dur mangelhaft gewordene Bekleidung, einsörmige Nahrung und die Anstrengungen dexr zurückgelegten Märsche. In der Bekleidung, wo man si< längere Zeit nicht von europäischen Verhältnissen hatte los- machen können, sind neucrlih zwe>mäßige Verbesserungen eingetreten.

gen, um zu prüfen, wie groß die Mühen sind, denen der