1845 / 138 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

iffe und der direkten Jmportation der Waaren aus deren gen Sdf 3 hierzu gehört’ auch die Beförderung der direkten

(assen werben soll, also eine wesentlihe Bevorzugung der inländi- U von Produkten-und Manufakturwaaren des Zoll-Vereins

Ländeën. pen fet gon selbs, daß goth l

dahin géstrebt werben muß, die aus eteurópäishen Läns Ronen Produkte, welche im Zollvereiñ als Lebensmittel oder fte vérbrauht werden, nicht ‘aus den Ei trepots andérer Länder, sondern direkt zu beziehen; sobann, däß in jeder geeigneten Weise dafür zu sorgen is,- daß solche Rohstoffe ihre weitere Verarbeitung im Zollverein erlangen, niht aber als fer- tige Waaren oder als Halb-Fabrikate vom Auélande eingeführt werden. „Es ergiebt si< bei näherer Betrachtung der vorstehenden Ansichtén, tat die Mittel, welche als geeignet zur Hetbeiführung des so i itritts der Staaten exscheineu, auch in Uebereinstimmung mit der allgemeinen Tendenz sind, die in den Bittschriften und Anträgen enthalten ist, denn wenn jene Mittel -zur a ah die A werden sollen, #0 fölgt daraus weiter : a

ern 6

al Rohstoffe für Manufa

« daß dié Annahme eíñer gémeitsamen Flagge für die Marine des Zoll - Vereins in Erwägung zu ziehen und daß der inländische S@iffbau zu ges ist, so weit dies mit bestehenden Verträgen wegen der Schifffahrt (namentli< der auf dem Rhein) und mit der Rülfsht, daß eine wesentliche Vertheuerung der Schiffe flir die Schifffahrt nachtheilig is, vereinbar erscheint;

. baß überhaupt die inländishe Jndusitie gehoben werden muß, weil ein Staaten-Verein, welcher r g weit niehr Binnen- land als Küstenland einnimmt, eine starke und m tige Jntustrie ha- ben muß, wenn Schifffährt und Handel im Großen betrieben werden und gedeihen sollen;

c. daß mithin die geeigneten Shuß-Zölle érfötderli<h sind, um dem Julande die Fräeugung von Fabrikaten und Halb-Fabrikäten zu sichern, e dasselbe mit Erfolg zu erzéugen im Stande ist, sobald nur dut< Annahme eines sicheren und dauernden Sysiéms den Kapitali= sten und Gewerbetreibenden der erforderlihe Reiz géboten wird;

d. daß insbesondere das Schuß-Syÿstem zur Erhaltung bestehen- der Jndustrie-Zweige, für welche das Juland die erforderlichén Roh- Produkte liefert, in wirksamer Weise angewendet werden müsse;

é. daß endlih die Schub - Zölle auch besonders auf diejenigen Artikel gerichtet sein müssen, wel<e aus Ländern eingeführt werden, deren Le real t die inländische Jndustrie stark beeinträchtigt.

„Es bedar keines Beweises, daß, wenn die bisher vorgetrage- nen Grunbsäße und Ansichten wie wir hofféèn als rihtig an- erfanut werden, die wesentlichsten Veränderungen nit nur in einzel- neú Zoll - Säßen, sondern überhaupt in dem System, na< welchem die Zölle erhoben werden, vorzunehinen siud. Jn der leßteren Be=- ziehutg witd es daun nothwendig sein,

aa. die Zölle mehr, als es jeßt der Fall ist, nah dem Werthe und der Qualität der Waaren zu graduirén, oder au< sür getoisse Oeéegenstände Werth-Zölle einzuführen ; j

bb. den Orundsaß der Gewährung von Rüzöllen nit mehr, wie bisher, zurü>zuweisen, sondern ihn vielmehr bei mehreren Gegen- ständen în Anwendung zu bringen;

cc. Einrihtungen zu fresfen, durh welhe bei Annahme des oben dargestellten Schifffahrt-Systems dér Handel der Rhein-Städte und der von Magdeburg vor wesentlichem Schaden behüitet werde;

dd. die Einrichtung des Kontirens auf den Méßpläßen abzu- \háffen oder do< mindestens weséntlih ¿zu modifiziren.

„Den von uns bisher dargestellten Ansidtén stimmt, wie wir glauben, nicht nur die Mehrzahl der Gewerbetreibenden, sondern au< der Regierungen der Zollvereins - Staaten bei. Danach wird, nah

auf éine wesentliße Umgestältung des bisherigen Handels- und Schi fahrtê-Systems als gerechtfertigt anittéts Fennén und die diesfallsige Bitte vor den Thron zu bringen sein. Jn= direkt is darin die in mehreten Petitionen vorkommende Bitte um Erweiterung des Zollvereins und um D iet von Handels-Verträgen erthältén, weshalb wir einen desfallsigen besonderen Antrag nicht ge- stellt zu IRgen wünschen, und dies um \o weniger, als der Abschluß von Handels-Verträgen jeßt besondere Vorsicht erheischt, damit dur Ines dem anzunehmenden neuen Systeme in its präsudizirt werde. j

Nath einer weiteren Ausführung, - die si< speziell au<h no< auf die Baumwollen - und Leinen -Jndufirie bezieht, bringt der Refreul Namens des Ausschusses in Vorschlag, Se. Majestät zu bitten:

1) daß în Gemeinschaft mit den Regierungen der übrigen Zoll- vereins - Staaten eine wesentliche Umgestaltung des dermaligen Handels- und Zoll - Systems zum Zwe>e der Beförderung der National-Schifffahrt und der inländischen Industrie angeordnet ; daß dem Haudels-Amte eine einflußreichere Stellung vetliehen, inébesondere demselben die Verwaltung in Beziehung auf die Handelse Angelegenheiten des Zollvereins und die Hándels-Vér= dälinisse mit dem Auslande übertragen ; E

3) daß die Zuziehung von Gewerbe- und Handeltreibenden aus allen Stáaten des Zoll-Vereins bei den vorläufigen Berathun= gen über Zölle und über Zoll- und Händels - System in Ge-= MEALGAN mit den veréinsländischen Regierungen angeordnet werde ;

4) daß in gleiher Weise Gewerbe- und Handeltreibende bei den Berathungen der Zoll - Kongresse Wugezógen würden, so langé niht Deputirte der Stände der Zoll - Vereinsstaaten hierbei

mitwirkten; : 5) baß, ebeufalls in Vemeinshaft mit den Regierungen der übrigen

Zoll-Vereinsstaaten, zur Beförderung der inländishen Baum-

unserer Meiñung, der Bait

Es wurden nun noch mehrere Toasts ausgebraht: Auf das Bestehen und Gedeihen des englischen Klubs! Auf das Wohl Englands, nicht des alien, nicht des jungen, sondein des „werry England!" Vor allen anderen. der lebhaftesten Zustimmung ersreute ih- der „auf das Wohl der

ady Westmorland und der english ladies!“ wobei es für Alle, die ngland besuchten und dort gasifrele und herzlihe Aufnahme fanden, an schönen Erinnerungen nit fehlen konnte.

Die am 8ten d. M, in der Garnison-Kirche von dem Königl. Musik- Direktor Herrn J. Schneider und dem Königl, Geheimen Kaltulator Herrn Hansmann- vetanstaltete Au ührung des Oratoriums „Die S@höpfung““ hat einen Reinettrag von 610 Rthlr. 12 Sar. 6 Pf, gewährt, wovon der Or- <estér-Wittwenkasse der geseßliche Antheil von %; mit 101 Rthlr, 22 Sgr. 4E zugeflossen i und $%, einschließlich einer Sammlung von 8 Rthsr,

eiñer Hochzeit im Odeum;, mit 516 Rihlr, 20 Sgr. 5 Pf u drei glei- chen Theilen den Herren L G Je E à B, Potódani und Magdeburg für die durh Hochwasser erunglü>ten in Ost- und West» preußen und-an- der Eibe und Saale übersandt worden sind.

Dén Herren Unternehmern und allen Mittvitkenden an dieser Musif-Aus-

namentli< den Königl, Ns Fräulein Marx ind Burchard und R fes eet n rk antíus und Böttcher, dänke ih im Berlín, den 17, Mai (845, Déèr Polizei - Präsident, vön Púttkañmer.

L D E e he E N E E E E E

hés.

698

wollen“Spikeres ein wiffäme ‘Erhöhung des Einhängs-Zolles auf Ba E und zugleich L i Pad tra L an-

auf baumwollene Waaren angeordnet werde; liche Nothwendigkeit d Erhäfkkung und

messenen da be di Es k rung der ‘mländischen Leinen- Jnduslile-. in

un rfsaristen und ‘nahhaltigsten Mittel

der FlahséKulkur und zur Beförderung der län l

; esispinnereien und Leinenwebereies angeordnet würden.

Bei der hierauf eintretenden Diskussión läßt zunächst eit Ab- geordneter der Städte si< gegen den Antra vernehmen. Das Referat, im Widerspru< mit allen rihtigen haiwirihscaftlühen Prinzipien, lasse ihm nur den einen Trost, daß es zu viel und zu manetlei fordere, und daß darum nichts werde gewährt werdenz baß es ferner der Skaats - Verwälkung endlich die Augen barübér öffnen müsse, wie dieselbe Schritt für Schritt dem nadten Merkantil-, Fabrik - und Prohibitiv - System entgegengeführt werden solle. Die Staats - Verwaltung sei leider auf Kun Wege schon weit vorge- (ritten, und Gott möge verhüten, daß sié niht weiter gehe. Es ei eiu Jrrthum der Zeit. Jndem ér gegen älle diese Anträge protel rey thue’ er es noh besonders gegen die ufs<rist des Berichts, die also laute: „Bericht des vierten Aus usses über mehrere PurTdde: die Beförderung des Handels und der Jndustrie betreffend. ‘‘ 0 dier von Besörderung des Handels gesprochen sei, müsse Zer-

örung des Handels geseßt werden. E

Ein anderer Abgeordneter desselben Standes erklärt si< gégen die Anträge in der von dem Ausschusse vorgeschlagenen Form. Die Ausdehnung des Zoll-Vereins, die Hebung des Nationalgesúühls, die Darlegung der Volkskräste im entfernten Auslände, die Vermehrung des kommerziellen und polítishen Einflusses, die Ueberwindung der Hanbdelsfeinde auf neuträlem Boden: dies Alles seièn Zwe>è, wofür unter Uniständen, die vielleicht eingetreten seien, vielleicht eintreten würden, Opfer si< re<ffertigen ließen. Sollten sie aber gébracht werden, #0 sei vor allen Dingen nöthig, daß es mit klarem ewußt- sein geshehe, daß man die Größe des Opfers kenne, und daß man

niht der Täuschung überlasse, das National = Vermögen wahse, wenn der Werth eîñes Morgen guten Aderlandes hingegeben werde, um einen Morgen Sandwüste _ in mageren Ge- traideboden umzuwandeln; Ju solcher Täuschung sei auch theilweise das Referat des Ausschusses befangenz zu vermeiden sei sie am sicher- sten dann,- wenn die für Handels 4 oder gewerblihe Zwe>e von der Nation zu bringenden Opfer aus der Staatskasse entnommen würden, weil dadur die Last auf Alle vertheilt, die Beurtheilitng ihrer Nüz- lihk.it erleihtert, der Anspru des Verzehrers und Erzeugers gleih- mäßig bérüdsihtigt, der Preis der begünstigten Produkte erniedrigt und der Abschluß von Handels-Verträgen befördert werde. Ein Bei- spiel gebe der Vorschlag des Ausschusses, den Ehren auf Baum- wollengarn zu erhöhen und einen Rü>zoll für aümwollengarn und Baumwollenwäarén zu gewähren. Angenommen, Zoll und Rü>zoll würden beide auf 4 Thaler für den Centner festgestellt, #0 müsse der Zoll - Verein, welcher - jeßt 450,000 Centner Baum- wollengarn einführe, eine um 900,000 Thaler erhöhte Steuer zuerst den Staats - Kassen allein, dann theilweise tem Spinnereibetriebe so lange bezahlen, bis im glüdlihsten Falle die inländischen Spinnereien so wohlfeil produzirtén als die ausländischen. Es müsse äâber fer= ner die Zoll-Vereins-Kasse für 130,000 Ctr. Bauümwollenwaaren und Baumwollengarn, die unter den gegetiwärtig bestehenden Verhältnissen ausgeführt würden, baar 520,000 Rthlr. Rüczoll bezahlen. Dies seien \{<were Opfer für die Einführung von Baumwollenspinnereien z ollten sie einmal hervorgerufen werden, #0 würde es viel, viel wohl- eiler sein, hohe Prämien sür ihre Tnlage zu bewilligén.

Ein Abgeordneter des nämlihen Standes hält dasür, wie die Häuptfrage dahin gehé: ‘ob Schußgzölle im Juterésse der Latidivirth= haft und Jndustrie gewollt würden oder nit? - Jm legteren Falle müßten bie Schutzölle auf alle ausländishen Erzeugnisse und Manufäkturwaaren aufgehoben, überhaupt alle ausländischen Gegenstände steuérfrei eingesührt werden dürfen. Ein Bli> auf England, Frank-= rei uiid andere industrielle Staaten und eine Beachtung der engli= schen Navigätions - Akte, die außerordentlich zu Englands Größe bei- getragen habe und {hon beinahe 200 Jahre bestehe, müsse zum Selbst- \{hüpen spornen, so large alle Nahbarländer sih gegen. die diesseitigen Erzeugnisse abs{lö}sen.

in vierter städtisher Abgeordneter erklärt sih ebenfalls für ben Zoll - Schuß, indem er M ausführt, wie die Getraide -= Ausfuhr der Ostsee - Provinzen , seit England diè Känada= Kornbill erlassen, immer problematischer werde, Deutschlaud au< im Woll= handel binnen drei oder vier Jahren vom englis<en Markte ver- drängt sein werde. Die liberalen Handels - Ansichten seien theuer zu stehen gekommen; der belgishe Handels- und Sifffahrts - Vertrag bilde den Uebergang zu einem anderen Systeni, dem der Differenzial- Zölle, der gegenseitigen Vortheile und Leistun én.

Nachdem im weiteren Verlaufe der “eUi no< méhrere Stimmen für und wider die Schußzölle si< ausge prochen , wird zur Abstimmung geschritten, bei welcher die Vorschläge des Ausschusses von 1—6 theils eiustimmig, theils mit großer Majorität angenoinmen werden und nur der Vorschlag zu 7 in Bezug auf die Stellung des Po einen Zusaß dahin erhält, dad démselben „eine ein=

uüßreihere Stellung in Béziehung auf die Handels-Verhältnisse mit dem Zoll-Veréíe“ eingeräumt werden möge. :

Die Versammlung vernimmt sodann das Referat übér dén An- krag eines Abgeordneten des Rittéerstandes wegen Erhöhung des SHuhzolles bei der Einführung des holländischen Vie=

6 wird darin auf Grund amtliher Nathrichtèn angeführt, daß

Der zoologische Garten.

Nachdem Se. Majestät der König mittelst Allerhöchster Kabiiets-Ordré von 7ten d. M. Allergnädigst geruht haben, die ain 27. Februar d. J. gerichtli<h vollzogenen Statuten tes Actien - Vereins des zoologishen Gar- tens zu bestätigen, so tverden nunniehr näch $. 2l- derselben die Herren Actionairs zu einer :

j ani 2, Juní, Nachmittags 5 Uhr, im zoologishen Garten abzuhaltenden General - Versammlung eingeláden, in welher nah Anleitutig des $. 23 über die bisherige Verwaltung und deren Resultaié Bericht zu erstatten und die Wahl des Vorstandes vorzu- nehmen sein wird,

Da an dieser Versammlung na< $. 22 nur die im Actienbuh einge- tragenen Actionairs Theil zu nehmen bere{<tigt sind, so werden die bei dex

erichtlihen Vollziehung am 27, Februar nicht gegenwärtig ‘gewésênen nterzeicner und diejenigen, welche sh dem Actien - Verein anzuschließen noch geneigt sind, ersut, diese Unterschrist unter das im Versammlungs- Saal des zoologischen Gartens ausgelegie Exemplar der Statuten nach- träglich zu vollziehen. en Personen, welche bis jeyt ihren Beitritt erklärt haben, werdet dié gedru>tei Sklaätutén in bén nä&sten Zen zugésandt weiden, auch stb, zun 22sten d, M. an, Exemplare derselben an der Kasse des Gartens zu abe

n. i „__ Die weiteren Benachrichtigungén übét die feiitere Anstalt und namentlich der in den Stâtuken $. 39 und 40 an Gtigten zoolöógishen Gesellschäft werden seiner Zeit dem Publikum von Selten bes nunmehr zu erwählenden Vorstandes mitgetheilt werden. ; Das Comité für Einrichtung n oologishen Gärtens.

Kör t uni, Ts{hirner. tensteiín Lenñé,

“gé ogen B: de \< wie d

men, Bettel-Depots, Armen- Anstalten u. \. w.

Orgatiisatión bér

reußen im Jahre 1843 für 6,284,066 Rihlr, Vieh mehr -ein,, ührt als ausgeführt habe und die Rhein - Provinz -bei diesem A fizit mit 751,933 lrn. betheiligt sei, und sodann bes „Ungeachtet der o starken Bevölkerung unserer in -Y produzirt diese bel weitent mehr an Getraide, als im Junern dersel Forsumirt witd; Und hein das Stoden der Ausfuht, wie leider wi. <heinlih, n0< länge fortdauert, so ist die Möglichkeit nicht abz bér Landwirth _nebêh scinem hohen Zins, - resp. Pacht, die Grund- und Klassensténern nebst den vielfachen anderen ihm obliequ den Kosten ershwingeh soll, die unsere immer wachsenden Kommux Lasten bilden, als da sind: Bürgermeister=, Sullehrer-, Feen i Glurshüßen-Besoldung, Schulbauten, Wegebauten, Kirchen-Beitriz Wundärzte, Viehärzte, Kommunal-Baumeister, Gendarüúrerie, Hebz

7¿Ja;-meine-Herreu,;-es würde ver ns,-ja, sündhast sein, uns länger verbergen, uns länger darüber tauschen zu wollen : unsere Ls wirthschaft geht, ungeachtet ihres im Allgemeinen von der Natur so ss pegüinstiglen Terrains, namentli in unterer Rhein-Provinz, einer seligen Katastrophe entgegen. Möge diese immer dem Philosoy als das natürlihe- Produkt un eres scither durchlaufenen sus, als ein neuer Kursus ers<einen; dér ‘uns zu dem fertig tee, Wege der Wahtheit, zu einer ritigeren @ kenntniß unseres 0 gränzetlos bedingten Ménschen- Verhält zurü>führen soll: dies wird nicht verhindern, daß bie bereits h wachsenden, dur staatswirths<haftliche Mißgriffe einer früheren 44 ausgesäeten Uebel Schre>bares herbeiführen werden, wenn die Sfai männer unserer Zeit denselben möglich vorzubeugen länger vers men sollten. Jene staatswirthschastlichen Mißgriffe der früheren bestanden darin, daß der Hauptnerv des Staats, die Landwirth mittelst deren Fortschreitens vernunftgemäß eine angemessene Meg faftur-Jndustrie sich nur allmälig hätte entwideln sollen, dieser hin angeseßt behandelt wurde. Eine natürliche Folge dävon tar, Kapital und Jutelligenz si< davon éntfernt hielten und \i< dei dés! besonderen Schuß gehobenen anderen Itdustriezweigen wibmetäi Ad Referent führt diese Ansicht weiter aus und Fointnt ban zu ntrage : : nis:es der Regierung gefallen möge, dem der einheimischen Lud wirthschaft drohenden Verderben dar wesentliche Erhöhung hq Eingangssteuersäße auf älle landwirthschaftlichen Produkte, die im Lande selbs ziehen könne, möglichst zuvor zu komnten und w mentlich für bas aus dem Auslänbe eingehende Vieh die steuerungs\ähße normiren zu lassen, wie folgt: für ein Pferd 10 ler, ein Einwinter - Fohlen 4 Thaler, eiuen Ochsen oder Stg 10 Thaler, eine Kuh 8 Thaler, ein Rind (Jungvieh) 4 Thal ein gemästetes Schwein 6 Thaler, ein mageres Schwein 3 Thal einen Hammel oder ein Schaf 1 Thaler, ein Lamm, Kalb ot eine Ziege, ein Spanferkel 15 Silbergr.. indem ein niedrign Scußzzoll seinen Zwe>, die inländische Viehzucht zu hebel nit erreihen würde. i Ein Abgeordneter der Städte bekämpft die Ansiht des A schusses, daß die Landwirthschaft sich in bedrohlihen Umständen h finde und gegen den Handel vernachlässigt werde. Er erbli>t eiu Vortheil darin, wenn man viel Vieh einführez wer viel brau habe auh in der Regel viel zu geben. Unrichtig sei, die Rhein - Provinz bei weitem mehr Getraide produzire, | sie fkonsumire; sie sei stets in dem Galle gewesen, mehr j importiren, als zu exportiren. Der. A>erbau sei in sehr. gui Umständen, und der Grundwerth habe \i{< bis jeßt immer no< st end verhalten. Ein Abgeordneter des Ritterstandes, Mitglied ht usshusses, führt aus: Es handle sich bei dem vorliegenden Ge stande für die Provinz hauptsähli<h darum die Einfuhr von h vieh und Pferden aus Holland zu ershweren oder ganz uninóazl zu machen, angebli, um dadur die Zucht dieser Thiergatiung im Julande zu heben und zu verbessern, Es scheine ihm nit, è die in Vorschlag gebrachte Zoll-Erhöhung diesen Zwe> fördere, D Einfuhr jener Thiergattungen erstre>e sid hauptsächlich auf das Y dürfniß der nördlichen Theile der Provinz, der Rhein=-Ebenen von Y bis Kleve, Dort würden alljährlich einige tausend holländische Fohlen m Pferde eingeführt. Der Landmann in jener Gegend könne sie nicht enth renz denn nur ein starker und shwerer Sch ag von Pferden, wie holländische, sei für den bortigen A>erbau gee net, und der Ut mann könne Pferde von dieser Größe und Stärke weder in anden Gegenden des Jnlandes ankausen, noh dieselbèn, ohne verhäll} mäßig große Kosten, selbst ziehen. Die Pferdezucht würde dort ü in dem Maße getrieben werden, um das eigene Bedürfniß zu det hon weil die zur Pferdezucht geeigneten Lokalitäten fehlten, d Einfuhr von holländischem Rindvieh beshränke sh hauptsächlih trächtige Rinder und fettes Vieh, Die ersteren könne der Landb nicht entbehren, wenn es ihm darum zu thun sei, seinen u zu verbessern, und wirklich e grärte si< au die Ersie besa Viehgattung auf dieses Bedürfniß. Eine langjährige Er aptuns d bewiesen, wie alle Bestrebungen , einé M Viéhbrace (i p zubilden, bis jeßt ohne Ersolg gewesen. ei dem Mangel # Weiden in dem größten Theile jener Gegend sei der Landmann né} wendig auf Stallsütterung angewiesen, und auh im Stalle n er sein junges Vieh aufzießen. Bei solchen ungünstigen Verhälhüf fönne er sih einen tüchtigen und nubßbaren Viehstand nur dadui erhalten, wenn er denselben sortwährenb durch frishes Blut erni Der Einwand, daß man ‘denselben Zwe> mit guter inländischer fi erreicheu fönne, müsse bestritten werden; für die bezeihnete O49 sei gerade die holländische oder auch die dur holländisches Blut edelte Land-Râce die angemessenste und nupbarste, Er, der Red

Canina.

O) Nont, 7. Mai. Von L. Canína!s großem Werke über die du Architeltur (in neun Bänden Text mit drei Folianten Kupfertäfeln) ist | beiden bereits bekannten Abtheilungen über griechische und römische Li kunst jept die no< übrige ägyptische gefolgt, Der Titel paßt jedo 1 insoferu, als er den Hauptinhalt bezeihuet. An diesen reiht si< als bu Aegyptens Elnfluß bedingt besonders die Geschichte dex BEROELLUON (8 wie anhängsweise wegen einzelner Vergleichungspunkte eine urze Cha terisicung der ostasiatischen, ja selbst der amerikani chen Architektur an, # die erste spstematishe und umfássende Behandlung einer Geschichte bitt Kunst ist es eín Werk, dem si bis jeßt kéin anderes an die Seite stell fan, und so viel die Fotshung auch M Einzelnen nachzuträgen ha! wird, so müß es schon alleini wegen, der enge dés Materials, das saminenßgestellt aus demn fleißigsten Studium der darauf bezüglichen Litetais auf langé die Grundlage für weitere Untérsühungen bilden, Aus den « Abtheilungen weiß män schon, wie der Verfasser, ein Feind abstrakter T rieen und Auffassungén, sich vorzugsweise im raftishen bewegt. L möchte au die aflgemeinste Betrachtung bér Architektur als Kunst in die legten Theile ein wichtiges Ergébniß finden, nänlih ben dür. weitgreist? Ver lelping im größten Umfange d egtüudelon Gedanken, welchen mä} Elnfuß auf die Entwi>elung der Architektur in {hren Gliederungen d AUIC Tal, MiOgeddl, tvelches in den verschiedenen Ländern zur Ver ung_ a . I j

M ¿ergattungen vertheuere und der Z

d M anfreih, Belgien,

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send Thaler mehr zuführe. Angemessen Mies es i dagegen im

“a böchstnöglihen Say zu erhöhen, Ein Abgeordneter - der T meint, wie M wentg dur eine Kommission von Sach- ständigen zu Unkersu<hen und festzustellen sein möchte, welche aen der vorliegenden bedauerlihen Thatsache zum Grunde lägen. anberér ti rund von Ein- und Ausfuhr=Tabellen neue Steuersäße vorschlagen (lle, die Ein-- und Ausfuhr des gesammten Zoll = Vereins in Er= águng kommen müsse. Ein Abgeordneter des vierten Standes jeht an, wie in einer großen -Stre>e der Rhein-Provinz die Land= irthschaft, und gerade wegen des Verfalls der Viehzucht, seit längerer deit in einem fortwährenden Rüschritt begriffen sei. Noch neuerki< ahe der Zoll - Verein bei dem leßten Zoll = Vertrage mit Belgien jesem Lande gestattet, 30,000 Hammel zollfrei einzusühren , obi r die diesseitige Viehzucht eine Gegenseitigkeit zu erlangen. Jn olland sei das eingehende Vieh weit höher teuert, als das - von dort bei uns eingehende. Der Gegenstand óge dem Könige zur Erwägung anempfohlen und Se. Majestät ge- 1 werden: der Viehzucht denjenigen Schuß und diejenige Berü>=- tigung beim Abschlusse von Handels-Verträgen und bei dem Ent= urf des Zoll - Tarifs Mgodetpon zu lassen, welhe dieselbe bis jebt (h gefunden habe. Der Marschall bemerkte, wie dieser Vor= lag ihm geeignet heine, alle Schwierigkeiten zu beseitigen. Benn nämlich fein besonderer Sab in Vorschlag gebracht; sondern ur im Allgemeinen der Wunsch der Versammlung dahin ausgedrü>t erde, daß die Sache von der Regierung in Erwägung gezogen und sichtigt werden möge, so geschehe dasjenige, was au<h den Aus-= befriedigen werde. Am Schluß der Debatte wird die Frage in formulirt, od Se, Majestät gebeten werden solle, in Erwägüng ziehen zu las- sen, auf welche Weise die Viehzucht durch Handels-Verträge mit dem Auslande und dur erhöhte Zoll -Säte befördert werden fönne ? d in dieser Fassung von der Versammlung mit Ausnahme von ei Stimmen bejaht.

_Nichtamtlicher Theil

I nl and. :

Berlin, 19. Mai. Se. Majestät der König haben Allergnä- gs geruht: dem Seconde - Lieutenant im 2ten Garde - Landwehr= eginient, Grafen ge Lynar, die Anlegung des von des Herzogs dn Lucca Königl. Hoheit ihm verliehenen St, Georgen-Ordens er= r Klasse zu gestatten.

einige hundert-

—— D —— __ Rhein-Provinz. Ju Born ist man mit den Zurüstungen t Aufstellung des Beethovens-Denkmals beshäftigt, dessen feierliche thüllung wahrscheinli im nächsten Monat stattfinden wird.

Deutsche Bundesstaaten.

h Königreich Bayern. Die Zahl der Studirenden an der aon Msipersität während des Sommer-Semesters beträgt wie- r über ;

Königreih Hannover. Der vor wenig Tagen ver= prbene Ferofessor Brandt in Berlin hat, mit Genehmigung Sr, E oheit des Kronprinzen von Hannover, eine Medaille auf ösidessen Vermählung gearbeitet, welche, wegen der überhäusten rbeiten des Künstlers, erst vor kurzem vollendet ward. Sie f der Vorderseite die Brustbilder Jhrer Königl. Hoheiten und die dappenschilder von Hannover und Sachsen, auf der Rüdseite den usi der von der Stadt Hannover am Ae idienthor erbauten

forte, nebst entsprechenden Umschriften auf beiden Seiten. N Hannover selbs is în der Königl. Münze eine Medaille auf das É hundertjährige Bestehen- des Königl. Münz-Kabinets geprägt VIDEN,

Königreich Württemberg. Die Zahl der Arbeiter bei 1 Festungs - Anlagen in Ulm beträgt auf dem linken Donau - Ufer genwärtig 2800, worunter an 800 Maurer, welche im Laufe le ommers dur<h Aufführung der Eskarpe - Mauern die begonnenen etfe sturmfrei machen, die Wilhelmsburg theilweise über das Erd-= hoß erheben und viele Battérieen vollenden werden. Auf dem-re<h- 1 Donau-Ufer, wo an 1200 Mann arbeiten, ist mit Aushebung des luptärabens der Anfang gemacht worden. Daß die Fünftige Be- pung der Festung auf

eute 2c. festgestellt sei, wird im Shwäbi shen Merkur 0 e ¿

Großherzogthum Sachsen - Weimar. Jm vorigen e war im weimarschen tind eisenahschen Kreise das Verhältniß t eborenen zur Einwohnerzahl (von 1843, wo die leßté Volks- \lung vorgenommen wurde) wie 30, im neustädtishen Kreise wie ¿u 1000, demnah im Durchschnitt eine Geburt auf 33 Einwohner nbererseits ein Sterbefall auf 45). Die Zahl der Schulkinder im (rae zogthume umfaßt so ziemli< ein Sestheil der ganzen Be-

j Fürstenthum Walde. Die Hannoversche Zeitung det aus Pyrmont yom 16. Mai, daß daselbst die betrübende Nach- Yt von dem in Arolsen erfolgten Tode Sr. Durchlaucht des re= : den Fürsten von Walde> eingelaufen sei. Der Sütst würde am . September 1789 geboren und gelangte im Jahre 1813 zur Re-

ing, Sein Sohn und- Nachfolger steht ers im 415ten Lebensjahre,

XX Weimar, 17, Mai. Der Großherzog und die Frau d zogin besu im nächsten Monat die Heilquellen von Karls= * Ems ‘besuchen, v 9ten d, M fand in Mannhéim die feierlfche Confirmation „Frllzessinnen Anna Ainalia María und Amalia Maria da Gloría dusta, Töchter Sr. Hoheit des Herzogs Bernhard, statt; die heilige erg der dasigé evangelishe Stadt-Dekan und Pfar= erber. d. Der Gustav - Adolph - Verein ewinnt hier immer mehr Ausdeh- 8; wir haben bereits viérzéhn Zwelgvdreine im Großherzogthume. ; Ind eren is jeßt in Weimar, we<selt aber sährli< mit Eise- na.

Oesterreichische Monarzhie. îri2 Wien, 14. Mai, Morgen findet die Eröffnung der Jn- erstea"Astellung buëch den Kaiser selbst in feierlicher Begleitung öhm en Hof- und Staats - Beamten statt. Der Gouverneur von en, Erzherzog Stephan, hat seinen hiesigen Aufenthalt bis zu

ädtischer Abgeordneter hält dafär, daß, wenn man auf

württembergische .und 2 bayerische ggante=

dieser Feiérlihleit ausgedehnt, im bei dieser Gelegenheit die bei ihren ansgestelltèn Produkten Var böhmischen Fäbrikanten Sr, Ma- jestät felbst vorzustellei; nä<s den hiesigen Etablissements haben aber au die „Fabrikanten jéner Provinz die wichtigsten, wenn au bei weitein nit die ¿éhlreihsten Beiträge zu dieser Ausstellung geliefert, die überhaupt, wenn au ín gewissen Zweigen von dem hohen teh- nischen Standpunkte einzelner Fabriken zeugend, doh im Ganzen weit davon’ entfernt sein wird, ein nur einigermaßen annäherndes Bild der Ausdehnung und fommerziellen Bedeutung selbst nur dex einzelnen Zweige, und um fo weniger daher der Gesammt-Judustrie des Kai= serstaates, zu bieten, An zahlreichen Besuchern wird es der Ausstel- lung ni t fehlen, da der Herr Hof-Kammer-Präsident mit gewohn- tem praktishen Bli>e für die Durhsepung der Ansicht bemüht war, an 4 Wochentagen Jedermann den Eintritt während der festgeseßten Stunden unentgeltlih zu gestatten, während an den übrigen Tagen der Eintritt ebenfalls unentgeltlih, aber nur auf solche Personen be- \hränkt is, denen zu diesem Behufe eine Eintrittskarte ertheilt is, die ohne S<hwierigkeiten zu erhalten sein wird. Die Einsender der ausgestellten Fabrikate genießen übrigens zu allen Tagesstunden, wäh= n, vollen freien Zutritt; überhaupt findet f r i i Cme des unent- ganz dem berliner analoge Regulativ für den

esuh der Ausstellung allenthalben den véidieiten Beifall, f

Rußland und Polen.

__Skt. Petersburg, 11. Mai. Gestern hat im Winter-Palast die Taufe Jhrer Kaiserlihen Hoheit der neugebornen Prinzessin Eugenie Maximilianowna stattgefunden.

In Folge des Mißwahses, der im vorigen Jahre die Gouverne- ments Witebsk, Psfow und Smolensk betroffen hat, sollen auf Kai- serlichen Befehl den dortigen Bauern und Bürgern, wenn sie in die- sen oder nah anderen Gouvernements auf Arbeit gehen wollen, unent- geltlihe Pässe verabfolgt werden.

Jm Jahre 1841 widmete der Ho

000 R. Assignati

in Jrkutsk, welche

Gegenwärtig is dieses Kapital dur< milde Beiträge auf mehr als 100,000 S. R. ángewachsen, die für die Anstalt nöthigen Gebäude sind fertig, und soll dieselbe nun am 1. (13,) Juli d. J. unter dem Namen , Alexandra -Fräuleinstift sür Ost= Sibirien ‘“’ eröffnet foerden. Die Zahl der auf eigene Kosten aufzunehmenden Schülerinnen ist auf 40, die der Pensionaire auf 60 festgesebt.

Frankrei.

Paris 4 _14. Mai. Die Deputirten - Kammer scheint in dieser Session die Eisenbahn - Fragen \<neller entsheiden zu wollen als im vorigen Jahre. Damals waren die Debatten äußerst lebhaft und leidenschaftlih, und fast alle bedeutende Redner nahmen daran Theil. Der Kampf entspann sih immer von neuem; bei der einen Bahn be- siegt, fingen die Minoritäten bei einer anderen ihre Opposition wieder an. Alle möglihen Theorieen kamen der Reihe nah zum Vorschein, und für eine große Anzahl von Linien, namentlih für die des Nor- dens, für die nah Lyon und Straßburg, wurde die Frage über das anzunehmende System vertagt. Diesmal dagegen werden we- nig Worte gemacht und die Sachen ras<h gefördert. Ein einziger Redner spra< gestern für den Betrieb dur< den Staat, ein einziger für die Pat - Gesellschasten, während im vorigen Jahre ves dieser Systeme wenigstens zwanzig Verthei- diger fand, Die Kammer hörte beide Redner ruhig an oder ließ sie vielmehr \prehen und ritt dann ohne weitere Erörterung und Entgegnung zur Diskussion der Artikel des Geseß-Entwurfs über die nördliche Eisenbahn, dessen von der Kommission vorgeschlagene Mo=- dificationen gestern mitgetheilt worden. Man schien die Argumenta- tionen dur< die nun bereits achtjährigen Verhandlungen über die Eisenbahnen für ershöpst zu halten; au< haben si, allem An- Lp na<, die Meinungen über dfe Art der Ausführung und des

etriebs seit vorigem Jahre viel fester gestellt. Es fanden si jeßt niht mehr zwei Mitglieder, die zu Gunsten der Pacht - Gesell- schaften oder des Betriebs dur< den Staat sprachen, während die Kammer von 1844 über die Systems - Frage noch fast getheilt war. So wurde denn ohne Debatten die Grund - Bestimmung des Gesey- Entwurfs angenommen, wonach die für den Bau der Eisenbahnen gemachten Ausgaben jeder Art an den Staat zu erstatten sind, und zwar von Seéiten der Compagnie, der die Bahn zugesprochen wird. Dies war das Haupt-Resultat der gestrigen Sibung, und man wird nun ohne Zweifel au< für die anderen, noch rü>ständigen Bahnen eben dasselbe sesistellen, Die Kammer votirte dann no< 40 Artikel des sogenannten Lastenhefts, welhes nur eine Reproduction desjenigen is, das im vorigen Jahre sehr weitläufig diskutirt und dann den Ge- seß - Entwürfen über die Eisenbahnen na< Bordeaux und Boulogne, zwischen Monterau und Troyes und über die Centralbahn einverleibt wurde, Es wurden darin wenig Abänderungen vorgenommen, indeß enthält es doch einige neue Bestimmungen, die sih auf die Rü>- erstattungen von Seiten der Compagnie und auf die Termine dersel= ben, so wie auf die Uebergabe der Bahn und ihres Zubehörs von Seiten des Staats, beziehen. Heute wird die Kammer über die Dauer der Konzession zu entscheiden haben; die Lui will 45 Jahre, dl Kommission aber hat diese Ziffer auf 33 herabzuseßen vorge-

ägen.

Der Ober=Jngenieur Garella, der von der französischen Regie- rung beauftragt war, deu Jsthmus von Panama mit Hinsicht auf eine Durchstechung desselben zu untersuchen, hat so eben dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten seinen Bericht darüber eingereiht. Herr Gavella hatte zuvörderst zu ermitteln, wie es si< mit der Eín= senkung verhielte, welche die gewaltige Kette der Andes, die vom Cap Horn îm Süden bis zum St. Elias = Berge im Norden ihre Sqneegipfel zum Himmel erhebt, auf jener Landenge, zwischen Cha- gres und Panama, darbieten sollte und deren Niveau auf kaum 40 Guß über dem Meer angegeben wurde. Hätte sich dies bestätigt, so würde s< Süd- von Nord-Amerika dur einen Kanal ohne Schleu- sen haben trennen lassen. Die trigonometrischen Messungen Garella?s haben nun zwar ergeben, daß jenes Gerücht eine Chimäre war, aber es zeigte sih do, daß auf einer Länge von ungefähr 5 geographischen Meilen die Gebirgskette si< in der That außerordentlih einsenkt, und daß mehrere Hügel auf dieser Stre>e sih niht mehr als 400 bis 930 Fuß über das Meer erheben. An allen anderen Stellen ist das Gebirge zehn bis zwanzig Mal höher. Nun dur schneiden aber mehrere franzósisde Kanäle viel beträchtlichere Höhen als olche von 4—500 Fuß; auch beträgt die Entfernung von einem Meere zum anderen zwischen dem Fort von Chagres und der Stadt Panama nur etwa 8 geogra- phische Meilen, Die Configuration des Bodens würde also dem Bau eines Kanals doxt kein Hinderniß entgegensehen. Eine zweite Frage war, wie diesem Kanal die nöthige asserfülle zu verschaffen sei, deren Bedarf mit der Zahl der zu bauenden Schleusen steigt. Der Rio Chagres schien jedo< Herrn Garella- hinreihendes Wasser zur Speisung des Kanals darzubieten, wenn man zwei Verbindungen zwi=- schen leßterem und. jenem Flusse anlegte, nur müßten no< einige Bassins in denselben gegraben werden, in denen sih während der Sa Wasser ansanimeln könnte. Um aber das Wasser des Chagres in den Kanal zu leiten, müßte der Durchgang desselben dur< den Gebirgszug

nit höher als 160 bis 200 zu liegen l'ommen, was überhaupt deshalb wünschenswerth er eint, a niht zu viel Schleusen auf beides Seiten bauen zu müssen, die für die Sáifffahrt ein Heommniß wären. Es fragt sich nun, ob man einen so tiefen Durchstih machen oder einen Tunnel anlegen soll. Ersteres würde, va das fester Fels ist, u eheure Kosten verursachen. Leßteres bietet au< bedeutende h<wierigfeiten, do< entscheidet a raa E den T tnn qus glaubt, daß be nit gar zu

pielig sein würde. Er will den Hügel von Ahogave u len, der si 460 Fuß über das Meer Srhebt. “Ter M E Herr von Garella für den Kanal in dem Tunnel annimmt, wäre 130 Juß über dem Meere, also 330 Fuß unter der Oberfläche z die Länge des Tunnels berechnet er auf ungefähr 16,000 Fuß, die Höhe über dem Wasser is auf 100 Fuß, die Tiefe des Kanals auf 22 Fuß und die Breite auf 65 Fuß angeseyt, damit die größten Handelsschiffe von 1200 Tonnen Last durhgehen fönnen. Schleusen würden dann, na< dem Bauplan Garella's, auf dem einen Abhang 18, auf dent anderen 16 erforderlich sein, Die ganzen Kosten des Baues nebst denen der dazu nöthigen Hafenbauten sind auf 130 Millionen Fr. veranschlagt; - mit einem Durchstich, statt des Tunnels, würden fie, nah Herrn Garella, 35 Millionen höher zu stehen kommen.

Die Gemahlin des Don Carlos befindet sih no< immer in einem Zustande, der den Aerzten ernstliche Besorgnisse verursacht.

Im Konservatorium sind neulih mehrere Fragmente aus Spontini's „Vestalin“ mit großem Beifall ausgeführt worden.

Wt Paris, 14. Mai. Jn der heutigen Sißung der Depu- tirten-Kammer verlas zuerst Herr Demesmay seinen Antrag wegen Herabseßung der Auflage auf das Salz um ein Drittheil des bisherigen Betrages für das Kilogramm; man beschloß, daß der Antragsteller diesen Vorschlag am 24. Mai entwi>deln solle, Die Tagesordnung führte zur Fortseßung der Berathungen über die Eifen=- bahn von Paris nah der belgischen Gränze.

Herr Dufaure beantragt eine Modification zu Art. 37 in Betreff der Fälle, wo die Gesellschaften ihrer Rechte verlustig erklärt würden wegen Nichtvollzugs der ihnen obliegenden Verpflichtungen im Fall der Unter- bre<hung des Weges, Herr Dufaure verlangt, die Verwaltung solle un- verzüglich Maßregeln ergreifen, um dem vorzubeugen, und daß, wenn im Verlaufe eines Monats die Gesellschaft sich nicht in Stand geseyt hat, ihre Verpflichtungen zu erfüllen und die Arbeiten oder den Betrieb fortzuseyzen, sie ihrer Rechte verlustig gehe. Herr Berryer bekämpft diese Verlu ig- erklärung von Rechts wegen im Namen der Kommission. Diese is der An- sicht, daß man der Gesellschaft eine Frist von drei Monaten gewähren müsse,

Diese Fassung wird von der Kammer angénommen, und man geht zu Art. 41 bezügli der Tarife über.

„Herr Beaumont verlangt einen mehr hervortretenden Differential- Preis zu Gunsten des A>erbaues. Herr Berryer, Namens der Kom- mission, bekämpst dieses Verlangen z die Kommission habe bereits eine Preis Herabscgung für den Transport von Dünger und Steinkohlen vorgeschla- gen, das sei Alles, was sie zu Gunsten der Industrie und des Aderbaues zu thun vermöge. Herr Dufaure verlangt Aufnahme des Schlammes, Herr von Beaumont die der Asche unter diese Ausnahmen, worauf die Kammer eingeht,

Die Verfügungen des Tarifs bezüglih des Transports der Wa= gen der Landwirthe und der mit Steinkohlen beladenen Wagen wer= den an die Komnission zurü>verwiesen. Mit Vorbehalt dieser Ver= fügungen und der Frist des Betriebs wird der Artikel votirt, die folgenden 42, 43, 44 und 45 ohne Diskussion angenommen. Art. 46 wird mit einer Modification, welche Herr Dufaure beantragt und zu welcher der Minister der öffentlichen Ärbeiten seine Zustimmung giebt,

Gegenstand längerer Debatte. Herr Dufaure bekämpst die Bestimmung, wodurch die Gesellschast

verpflichtet werden soll, binnen 24 Stunden die ihr anvertrauten Waaren zu befördern, und versichert, dies sei in vielen Fällen unausführbar. Das Eisenbahn - Polizei - Gesey enthalte hinreichende Strafbestimmungen im Fall verlängerter Verzögerung der Beförderung, (Die Sipung dauert noch fort.)

Großbritauien und Irland.

,_ London, 14. Mai. Während in England gegen die ministe- rielle Maßregel hinsihtlih einer Verbesserung des a ademischen Un- terrihts in Jrland von Seiten der Ultra - Tories, als deren Organ die Times austritt, ein entschiedener Widerstand sich erhebt, bildet sih in Jrland eine Opposition gegen dieselbe unter Leitung O'Con- nell's, der, im Widerspruche mit sich selbst, über diese Bill (o ungünstig urtheilt, wie er der Maynooth-Bill günstig gewesen ist, Beide Par- teien verwerfen die Bill aus religiösen Gründen, die ersteren, weil die Regierung nah ihren Ansichten e-gottlos‘’ handelt, wenn sie in einem Erziehungsplane den Religions - Unterricht nit in auss\<hließ=- lihem Sinne in die eigene Hand nimmt, der leßtere, weil die Re= ierung eine „Sünde“ begeht, wenn sie die Erziehung der irländi= fihen katholischen Jugend nicht den Priestern anvertrant. Daß O'Con= nell dur solhe Sprache, welche die Herstellung der Ascendenz der Fatholi- schen Kirche in Jrland vorausseßt, in Widerspruch wit sich selbst geräth, nachdem er unzählige Mal sein Streben nah dieser Oberherrlihkeit dex Kirche in Abrede gestellt hat, hindert ihn nicht, jeßt einen solhen Ton anzushlagen, wo es ihm darum zu thun is, seine geshwächte Popu- larität wieder zu befestigen. Die vorgestrige Versammlung des Repeal= Vereins in Dublin gab dem Agitator die erste Veranlassung, über die Universitäts- Bill ih in diesem Sinne auszusprechen. Ër erklärté geradezu, daß er in dieser Sache mit Sir R. Jnglis, dem ultra- torystishen Mitgliede für Oxford, übereinstimme und den Entwurf wie Jener für einen riesenhaften Plaa gottloser Erziehung“ halte, daß man no< niemals ein so absurdes und thörichtes Projekt in Vorschlag gebraht habe und er überzeugt sei, dasselbe werde beim irländishen Volke keinen Beifall finden. Es scheine, fügte er hinzu, als ob die englishe Regierung sich das System des Königs der Franzosen zum Beispiel nehme, wel= her erst die bürgerlichen Freiheiten seiner Unterthanen zerstört habe und nuu auch ihre Glaubensfreiheit vernihten wolle. O'Connell nahm besonders Anstoß daran, daß durchaus gar feine Vorkehrungen ge= troffen seien für die sittliche Leitung der Studirenden, welche vielmehr allen Gefahren unbeschränkter Steiheit, und no< dazu in einem Le- bensalter, wo diese Gefahren am größten seien, preisgegeben werden sollten. Seiner Ansicht nah hätte man eine Universität in Cork, eine zweite in Galway errichten, diese Jnstitute unter die Leitung der ka- tholishen Bischöfe stellen und diesen das aus\hließlihe Reht zur Er- nennung der Professoren ertheilen sollen. Uebrigens erklärte der Agi- tator, si jeden Gegenantrags enthalten zu wollen, so lange niht die Fe E Bischöfe ihre Ansichten über die ministerielle Bill kunb- gegeben haben.

Ein anderer bemerkenswerther Gegenstand, auf welhen O'Connell in derselben Versammlung näher einging, betraf den im Unterhause ge- stellten Antrag, dur den Sprecher die abwesenden irländischen Par- laments- Mitglieder zur Theilnahme an den Sißungen des Hauses nöthigen zu lassen. Der Agitator zeigte au< in dieser Sache die pzofonsegteui seiner politischen Reden und die prinzipienlose Haltung seiner Agitation. Er hat bis jeßt befauntli< den Beweis für die Rechtmäßigkeit der Repeal fast ausschließlich ‘auf die angeblich ge- seßwidrige Art und Weise gegründet, in welcher die Union zwischen England und Jrland zu Stande gebraht worden is, und sucht nun jene Rehtmäßigkeit aus der Unions - Akte selbst zu beweisen; er erklärte in Betreff jenes Antrags, die irländischen Mitglieder