1845 / 188 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

vor dem Schlusse der Session. Jn der gestrigen Sißung wurde das Einatio Babe für 1846 mit 240 Stimmen gegen 20 genehmigt. Der Univers, das Organ der Bischöfe, bringt nähere Nach- rihten über die G TIGa ges Frankreihs mit der päpstlihen Kurie aus Rom vom 20. Juni. ordentlichen Angelegenheiten der Kirhe war zusammengetreten, um über die ernsten Fragen zu Rathe zu gehen, wel<he dur< die Juter= pellationen des Herrn Thiers in Anregung gekommen sind, und um sich über die dem französishen Gesandten, Herrn Rossi, auf die ge- machten Eröff#tungen zu ertheilende Antwort zu verständigen. Die Kardinäle, welthe diese Congregation bilden, haben in ihrer Sibung vom 12. Junt einstimmig bes<hlo}sen: „Der heilige Stuhl fönne und dürse niht Theil nehmen an Maßregeln, die constitutionellen Rechte frauzösis<er Bürger betreffend.“ Jn dem Sthreiben aus Rom, das diese Nachricht bringt, heißt es: „Das Votum vom 3. Mai war niht nur tine Beleidigung für den heiligen Stuhl, sondern es war auh ein wahres Ultimatum, no< weit ernster und bedeutender, als jenes srühere der Mächte, die bei dem- Papst Clemens XIV. die Auf- hebung“ oder vielmehr die Unterdrü>ung des Jesuiten - Ordens nah- suhten; Die Mission des Herrn Rossi is nun beendigt. Man hat ein Gerücht in Umlauf geseßt, als ferde der heilige Stuhl eine außerordentlihe Spezial-Kommisfion zur Un französis Angelegenheitkn niederseßen. Dieses Gerücht, ausgebreitet in einer leiht zu-Etrathenden Absicht, hat nie den geringsten Grund gehabt.“ Das Journal-des Débats. bemerkt zu dieser Mittheilung: „Wir wissen nicht, wie es mit dêx Genauigkeit dieser Nachricht steht. Aber angenommen anuch,„„die Congregation’ der außerordentlichen kirchlichen Angelegenheiten hab# in der That den Antworts- Entwurf abgefaßt, den ihr der Kürrespyubent des Univers unterschiebt, so begreifen wir do< nid dey welche die Freunde dér Jesuiten an den Tag legen. Wáäswlrde* eine solhe Antwort bedeuten? Daß der heilige Stuhl desu Angelegenheit als eine Sf rein welt= licher Art betrachte, welche in jedem Lande nah dem ö fentlihen und constitutionellen Rechte entschieden werden müsse, und aus diesem Grunde es ablehne, sih damit zu befassen. Jn Frankreich bliebe also nichts wei- ter übrig, als die französishen Geseße in Vollzug zu bringen. Es wäre das, wie wenn der“ heilige Stuhl‘Feantwortet hätte: „,,, 6 haudelt sich hær nicht um eine religióse und Glaubensfrage; Euch steht die Ent- scheidung zu, ob Jhr die Jesuiten zulassen oder nicht zulassea wollt ; wenn Jhr Geseße habt, welche den französischen Bürgern nicht ge- statten, ‘sich ‘einem religiösen Ordèn anzuschließen oder einen solchen zu bilden, ohné die Staatsgenchmigung dazu erhalten zu haben, so bringt Eure Geseße in Vollzugz der heilige Stuhl hat nichts dabei zu hafen; Euren Kammern, Eurer Regierung, Euren Tribunalen steht die Entscheidung der Frage zu.“ Was uns anbetrifft, so ge- stehen wir, daß eine solhe Antwort uns ganz vernünftig schiene. Weun si< eine neue Congregation bilden will, so wendet sie si<, um fkirhlihe Gültigkeit zu haben, an den heiligen Stuhl, der ihr seine Geuehmigung bewilligt oder verweigert. Was die weltlihe Ordnung aber anbelangt, #o bleibt ‘den Staaten immerhin das Recht, die Congregation anzuerkennen oder nit, selbst na< der Genehmigung des Papstes. Ein Papst hatte die Jesuitengesellshaft aufgelöst, ein anderer Papst stellte sie wie=- der her. Der eine wie der andere war berechtigt dazu. Die Bulle Clemens XIV. wurde ín gesepliher Weise wieder aufgehoben dur< das Breve Pius VIl. Das war Sache der kirchlichen Ordnung. Bei uns jedo< wurden die Gesehe, welche der Wiedereinführung des Jesuiten-Ordens im Lande entgegenstehen, niemals wieder aufgehoben ; die Jesuiten können demna nicht in Frankrei bestehen, so lange die Geseße, welche ihnen entgegen sind, niht durch andere Geseße aufgehoben worden. Dies is Sache der weltlihen Ordnung. Es ist sehr wahrschein- lich, daß in Rom unsere Gesetze über die kirhlihen Orden nicht ct lt gen Augen betrachtet werden; man liebt dort eben so wenig unsere eseße über die Freiheit der Kulten und über die Preßfreiheit; aber der heilige Stuhl sieht ein, daß wir in unserem Rechte sind, wenn wir über diese Materien denjenigen Grundsaß annehmen, den wir für den besten erachten, und mehr fann man von ihm nicht verlangen. Die Antwort der Congregation der außerordentlichen kirhlichen ta genheiten, wie se in der Korrespondenz des Univers angesührt wird, schiene uns demnach befriedigendz sie schiebt die kirchliche Frage bei Seite, die einzige, welche in der That eine Einmischung des hei- ligen Stuhls hätte motiviren können ; sie läßt nur die Frage des öffent- lichen und constitutionellen Rechts übrig, also die rein weltliche Frage, in welche si< der römische Hof nicht einzumischen hatz eine große Lehre für die, welche hier die beiden Fragen unter einander zu mengen suchen.“ Die Gazette de France äußert über ‘diese Bemerkungen des ministe- riellen Blattes: „Ganz gut; aber wozu habt ihr denn Herrn Rossi na< Rom geshi>t? Jhr habt ihn geschi>t, um die Abberufung ter Jesuiten aus Frankrei zu fordern, gerade wie ihr Herrn Caillard nah Rom geschi>t habt, um den Papst Pius VIII, zu vermögen, den Eid der Bischöfe zu autorisiren, Es ist klar, ihr habt euch 1845 die Lection zu Rom geholt, die ihr- 1831 hättet erhalten sollen. Jhr wart also iín diesem Punkt ultramontaner als der Papst selbst. Der Constitutionnel is niht so zufrieden wie das Journal des

ie Congregation zur Prüfung der außer- .

ersuhung der französishen |

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Débats mit der von Rom gekommenen Antwort, Er agt: „Die Entscheidung der Congregation von Kardinälen trägt den Stempel der Politik, welhe gewöhnli<h in den Beschlüssen der Kurie vor- herrsht. Die kurze Phrase, welhe als Antwort auf die Anträge des Herrn Rossi dienen- soll, enthält in zwei Zeilen den Stoff zu einer langen Rede. Man findet darin? 1) die förmliche Weigerung, dem Verlangen unserer Regierung, die Ausweisuug der Jesuiten betreffend, zu entsprehenz £2) ein Epigramm auf Kosten eben dieser Regierung, insofern sie den römischen Hof als kompetent erkanut hat, die Frage : Ob die französischen Geseße dem Bestehen der Gesellschaft Jesu im Jn- nern des Königreichs entgegen sind? zu entscheiden ; der heilige Vater giebt gauz naiv zu, er sei niht fompetent, einen Ausspruch über die constitutionellen Rechte der Franzosen zu fällen; 3) eine Wiederholung der absurden Behauptung, man sei befugt, die Charte den Staatsge- seßen entgegen zu stellen. Es darf nicht auffallen, daß die Congregation der Kardinäle zu solcherlei Ausflüchten greift. Was aber für uns Gegenstand eines neuen Erstaunens wird, is, daß die Minister der despotischsten Regierung auf der Erde, einer Regierung, die den Frei- heitshaß so weit treibt, daß sie ihn auf Sachen des Gewissens aus- dehnt, von constitutionellen Rechten \spre<en, die französische Charte zu Rom anrufen und bei uns für ihre Leute das Recht, Alles zu thun, ansprehen, während sie zu Haus über die eigenen Unterthanen den äußersten Dru> üben.“ Der National begnügt sich mit der einfahen Anzeige: „Herrn Rossi?s Mission bei dem Papst hat kfei- nen Erfolg gehabt. Die Thatsache is jet niht länger zu bezwei- feln. Wir erwarteten sie niht anders. Sehen wir nun zu, was die Regierung thun wird,“ Herr Rossi wird um die Mitte dieses Mo- nats von Rom zurückerwartet.

Es is die Nachricht eingetroffen, daß Muley Abd el Rhaman den französishen R: präsentanten in Marokko endlich benachrichtigt hat, er werde den am 18. März zu Lalla - Magrnia abgeschlossenen Ver= trag no< vor Ablauf der für die Auswechselung der Ratification bestimmten Frist ratifiziren. i

Die Abgesandten von Haiti, welhe na< Frankrei gekommen waren, um eine neue Fristbewilligung für die Zahlung der rüd>stän- digen Semester der Entschädigungs - Summe zu erwirken, haben eine günstige Antwort von Seiten der französischen Regierung erhalten. Doch wird diese keine definitive Entscheidung ertheilen, bis neue De- peschen des französshen General-Konsuls, Herrn Levasseur, über die zwischen ihm und dem Präsidenten Pierrot eingetretene Differenz Auf- flärung gegeben haben. ;

Hieronymus Bonaparte hat die Erlaubniß erhalten, seinen Auf- enthalt in Paris no<h zu verlängern. /

Graf Bresson wird demnächst von Barcelona nah Paris kom- men und statt seiner der Herzog vou Glü>ksberg am Hoflager der Königin Jhabella in Barcelona erscheinen. ;

Die Börse hatte heute cine ungünstige Haltung. Besonders die Renten und die Eisenbahn - Actien erlitten einen starken Rüdkgang. Für spanische Fonds is der Markt fast wie abgestorben. 5 proz. 120 ör. 75 Cent.; 3 proz. 83 Fr. 5 Cent. ; 3 proz. inl. 295 au compt. 29% pr. Ende Juli.

H Paris, 3. Juli. Jn der heutigen Sißzung der Depu- tirten-Kammer wurde die Diskussion des Einnahme-Budgets für 1846 fortgeseßt.

Herr Blin de Bourdon spriht gegen die fehlerhaste Vertheilung der Thür - und Fenstersteuer. Herr Delespaul macht Bemerkungen über den Stempel, Herr Clappier s{lägt vor, die Stempel-Abgabe ven Blät- tern, die nur einen Umfang von 30 Centimetern ins Gevierte habcn, zu vermindern. Der Finanz-Minister: Dieser Antrag würde ein wahres Monopol in der Presse shaffen ünd' das Korollar z1 der Umwantlung bil- den, die in diesem Augenbli> vor sih gehe. Eine große Zehl der bestehen- den Journale würde dadurch“ cingehen müssen. Er bitte die Kammer, den Antrag zu verwerfen. Herr Emil von Girardin: Es scheine, der Herr Minister wisse den Journalen, welche ihre Pteise herabgesegt, wenig Dank dafür. (Murren.) - Er bemerke, daß diese Blätter dur ihre größere Ver- breitung die Einnahme des Scazes erhöht haben, Möge das Amende- ment angenommen oder veiworfen wérden, ein Theil der Presse werde im- mer bedrü>t bleiben, Ungleichheit stets fortbestchen, Das Argument des Ministers könne also niht Stich halten. Er habe bewiesen, daß, finanziell genommen, keine Opfer vom Schahe verlangt werden. Er unterstüßt das Amendement. Herr Lherbette erhcbt sih dagegen, daß man unvorherge- sehene Ainendements auf die Tribüne bringe, welche die Kammer nicht zu studiren vermocht; jede Partei bringe Ziffern vor, die man nicht näher prü- fen könne. Nichtsdestoweniger habe ihm ein Argument des Ministers auf- gefallen, nämlich die Perspektive des Monopols ‘der großen Journale. Offen- bar würden dur< Annähme des Amendements die jeßigen Journale ver- nitet, ‘die nur eine kleine Abonuentenzahl haben. Die Vergrößerung {hres Formates würde ihnen keine Ankündigungen herbeiziehen, welhe doch die gegenwärtige Grundlage der Tagespresse seien. Herr von Vuiítry, Be- richterstatter, weist Namens der Kommission das Amendement zurü>. Er legt eine kurze Uebersicht der Finanzen dar, die Ausgaben für 1846 werden über 1300 Milliouen betragen, ob man da die Einnahmen vermindern dürfe ? 1846 würde, die Ergänzungs - Kredite für Algerien mit inbegriffen, im Budget eín Defizit von nahe au 30 Millionen bestehen. Diese jährlichen Defizits würden zum Normal - Zustand, sie häuften sich, die s{webende Schuld wachse dur< die Vervielfahung der öffent-

lihen Arbeiten außerordentliher Art. Ob man da die Einnahme mindern dürfe? (Ruf zur Abstimmung.) Das Amendement wird ver fen, das Kapitel des Budgets ín der ursprünglichen Fassung angenom, Herr Franz Delessext schlägt bei dem Ertrag der Reisepässe als A dement vor, daß der sür Reisepässe ins Ausland: durch ein Kaiserliches Fret vom 41,-Juli 1810 auf 10 Fr. festgeseßte Preis auf 2 Fr. herabaz weiden solle, Der Finanz - Minister bekämpft das Amendement, verworfen wird. Das Kapitel über die Reisepässe wird votirt. Herr My de Bort macht Bemerkungen über die Herabsegzung der Auflagen auf Sálz. Der A>erbau"bedürfc dieser Substanz dringend für die Kultur s

als die Mästung des Viehs. Man versichere, es gebe ein Entstellungsn welches die landwirthschaftlihe Anwendung des Salzes erlaube, ohne der das Speisesalz gelegten Auflage zu schaden. Der Finanz-M inister klärt, in der That habe cine von ihm ernannte Kommission gefunden, daj ein Mittel gebe, die, wenn nicht cine vouständige Abschaffun , do Hej sezung der Salz - Auflage um 5 erlaube. Eine Königliche erordnun diesem Sinne sci im Finanz-Ministerium bereit und werde in der Zwi zeit bis zur nächsten Session dem Staatsrathe zur Prüfung vorgelegt den. (Beifall.) Das Kapitel wird angenommen. Herr Delespaul

Bemerkungen zu Gunsten der landwirtbschaftlichen Destillationen. Man ihnen Hcmmnisse in den Weg, überlaste sie mit Abgaben. Der Wohl des Landwirths beruhe hauptsächlich in der Viehzucht, und diese vorzü sei interessirt bei dieser Judustcie. Die Abfálle der Destillationen seien wichtiges Fütierungs- oder Düngmittel und sür den Wohlstand der Land

daher sehr wichtig. Die Herren B eaumont von der Somme und S < nei von Aut»n sprechen noh. (Rufe zur Abstimmung.) Das Kapitel,” die indi Steuern betreffend, wird angenommen. Die Post-Erträgnisse komma die Reihe. (Aufregung.)- Herr von S t. Priest hat cin Amendement geschlagen, nach welhem die Taxe jedes cinfachen Briefes im Jahre der höchstens $0 Kilometre zu durchlaufen hat im-Junern;: auf 40 times herabgeseßt werden soll, während die Bestimmungen der beiden

Zonen, die das Gesey von 1827 aufstellt, aufre<t erhalten bleiben \ Bricfe von Unteroffizieren und Soldaten an ihre Aeltern sollen nur 25 times zahlen, für Geldversendungen aber die bisherige Abgabe von 5 auf 2 pCt. herabgeseyt' werden. Herr von St. Priest entwidelt das An ment, das er aber nach einiger Debatte wieder zurückzieht, Die &

dauert noch fort.

>= Paris, 2. Juli. Wir haben heute aus Algier 24. Juni auch neue Nachrichten über den Stand der Dinge im V Die Obersten Pelissier, de St. Arnaud und l’Amirault, wel mals in dem Dahrah, nördlih von Orleansville , operirten, h gleichzeitig zahlreihe und bedeutende Razzias gema der Ef gegen die Beni-Zebtis, der Zweite gegen die Beni - Yunes und| Dritte gegen die Beni-Hidscha. Alle diese Stämme sollen die auferlegte Quantität Waffen geliefert haben. Der Oberst Pl hatte es au<h mit den Ulad=-Dria zu thun, die sih in Höhlen f teten, wo ein Angriff auf sie dur<aus unmöglich \war+ da m aber blofirt hielt, so wollten sie endli unter der Bedingung Fapitul daß das französische Lager entfernt würde. Der Oberst verweigerte auch die Uled - Dria beharrten bei ihrer Weigerungz um sie zur bedingten Unterwerfung zu_ zwingen, zündete man große Feu Eingange ihrer Höhlen. an, und der Rauch zwang die Widerspen) sih zu ergeben. Jn-der Provinz Oran hat der General Cavii den mächtigen Stamm der“ Beni - Senus vollständig geschlagen eine sehr beträchtlihe Razzia ausgeführt. Jn Folge davon hi alle Dschema (Vorgeseßten) dieser Kabylen nah Tlemsen und eil ten ihrè unbedingte Unterwerfung. Abd el Kader soll si< noch ir im Süden von Stitten befinden, ohne daß man genau wußte, wi Richtung er einschlagen wollte. Doch sollen alle seine Beweg sorgfältig überwacht werden. E i

Ein Brief aus Tenes vom 22, Juni spricht von einem besi tetén Augrif der Araäberstämme der Umgegend auf diesen Plahy zwei wegen Raub und. Mord zum Tode verurtheilte Häuptling befreien. Diese Stämme hatten si{< in den Felsen zusammengeidl! und es wäre niht unmöglich, daß ihnen ein Handstreich gelänge, die Garnison von Tenes nur sehr \{<wa< is. i ;

Briefe aus Oran neuesten Datums sprechen die Besorgniß daß auch die jeßigen Unterhandlungen mit Marokko zu „nichts fi werden. Der Kaiser scheine abermals mit Frankreich sein Spiel | ben zu wollen, am 13, Juni wenigstens war zu Tanger no<h 1 entschièden. t i

Die Kolonne des Generals Marey hat auf ihrem Zuge nüht beträchtlichen Verlust erlitten. Dieselbe war mit Abmähen und nihtung des Getraides der Kabylen beschäftigt, als sie plöglid einer großen Masse dieser Gebirgs = Bewohner wüthend angejl wurde, die sih bis dahin hinter mit Gesträuh bewachsenen d höhen verste>t gehalten hatten. Das Gefeht wurde mit jedem ll bli> hißiger, ais der Capitain Piot mit seiner Escadron Spal von einigen Zuaven unterstüßt einen Chok gegen die Kabylen n Diese wurden zurü>getrieben und eine große Anzahl niederge) allein au die Franzosen erlitten starken Verlust, der Capitain selbst fiel, zwei andere Offiziere der Spahis wurden verwundet eine ni<t unbeträchtlihe Zahl von*Spahis und Zuaven fande! Tod oder s{<hwere Verwundungen.

MRZZAONDCKZ T ACHICCL (L, "P M M I O S: M M I L O d: M I T D

Wmann's von Siebeneichen, der in der Burg zu Susa, wo Fried-

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“ri 1. auf der Flucht rasten will, als er von den italienischen Burg- hérren verrathen wird, si< in das Königliche Bett legt und sich für den Gebieter ermorden läßt, während diesem, in den Mantel des Dieners ver- üllt, die Rettung gelingt. Der treue Hartmann legt sich gegen des Kaisers Willen ins Bett, de>t \si< mit dem Purpurmantel und stößt den Gebieter sanft zurü>, welher von anderen Dienern rasch bekleidet und zu einem Fenster zur Flucht gezogen wird. Der Gesang is durch die Rheínfahrt Philipp's von Schwaben dargestellt. Der LEE Herrscher und scin hold- seliges Gemahl befahren in einer Gondel den Rheinz hinter ihrem Thron- himmel is ein Gefolge von s{hönen Dienerinnen, Hofleuten und Schiffern bemerkbar, während vor ihnen die zeitgenössishen Sänger stchen. Wolfram von Eschenbach spricht so eben ein Gedicht, und die Fürstin hält den Kranz für ihn bereit, Hartmann von der Aue, Bittwolf, Gottfried von Straßburg, Walter von- der Vogelweide sind n herrlihen Gestalten wiedergegeben ; selb der spukhaäfte Klingsohr nit vergessen, dessen Bild in dem s<hönen Gänzen von trefender Wirkung ist. Die noch leeren Felder sollen die Dar- stellung der Gerechtigkeit und der Beharrlichkeit enthalten. Das Schloß Stolzenfels wird “allein schon der Heldenhalle wegen ein besuchtes Héíiligthum deutschen Völkes bleiben. |

wie

Aufruf zur Beförderung - einer Stiftung zu Pestalozzi’'s Gedächtniß, in seinem Geiste, nah dem Bedürfnisse der Zeit.

Der 12. Januar des Jahres 1846 ruft díe Erinnerung an denselben Tag vor hundert Jahren wach; es i der Geburtstag Heinrich Pesta- 1043's, des Mannes, dur< welchen die Volksschule und das, was sie er- strebt, Volks - Erziehung und Voiës - Bildung, im höchsten Maße gefördert wsrden sind. Was Er für sie, für die Ln Güter der Menschheit ge- wirkt, was Ex für die nachhaltigste Verbesserung des Looses der Armen, der Unglü>lichen, der Waisen bis zum höchsten Greísenalter erstrebt hat, solches hier zu schildern, wäre üunnüße Arbeitz das Andenken daran lebt in Aller Gedächtniß. Nur von ‘der Pflicht der Dankbarkeit soll hier die Rede \cin, und. von ihrer Bethätigung dur eine Stiftung, zu des edlen

Mannes bleibendem Gedächtniß in s:inem Geiste, nach seinen Absichten und Grundsäßen errichtet und darin fortgeführt. Nach den Zeugnissen seines Lebens und seiner Werke lag ihm nichts mehr am Herzen, als ein- fah-naturgemäße, sittlih-edle, dur< die Kraft des Hauses und der Schule verstärkte, den Verhältnissen ihres Lebens entsprehende Erziehung ve!lassener Kinder. Ein Zusammenfluß ungünstiger Umstände hat das dauernde Ge- deihen der in dieser Bezichung von ihm beabsichtigten und oft versuchten Waisen - Erziehungsanstalt oder Armenschule verhindert. Darum is unter seinen Verehrern und Freunden an mehreren Orten zugleich der Gedanke entstanden, solhe Anstalten, vorerst eine derselben, als Pestalozzische Stif- tung ins Leben zu rufen, und die Unterzeichneten haben sich, nachdem die Staatsbehörde die Erlaubniß dazu ertheilt,“ vereinigt, um die Errichtung einer solhen Anstalt, als Zeichen der Dankbarkeit des gesammten deutschen Vaterlandes gegen den edlen Mann, vorzubereiten. Die gegenwärtigen Worte haben den Zweck, das Publikum mit ihrer Absicht bekannt zu machen ufid zu thätiger Theilnahme wie zu “Geldbeiträgen aufzufordern.

Die Pestalozzische Stiftung hat die Bestimmung, Armenkindern und Waisen einc ih:en Verhältnissen entspre<ende Erziehung im Geiste und nach den eigentlihen Absichten Pestalozzi's zu geben. Darum :

1) follen die diesclbe erstrebenden Anstalten auf dem Lande eingerichtet werden, wo, näch der Unterzeichneten Ueberzeugung, Waisen-Erziehung nur gedeihen kann ; ;

2) die Psleglinge sollen neben der geistigen, sit!lihen und religiösen Er- ziehung von Anfang an zu häuslicher , landwirthschaftliher und ge- werblicher Thätigkeit und Fertigkeit angeleitet werden ; L,

3) díe Hausväter und Hausmütter, welchen die Psleglinge zur Familien- Erziehung übergeben werden, sollen im Sinne der erke: „Lienhard und Gertrud“/ und „Wie Gertrud ihre Kinder lehrt“’ wirken, und die Vorsteher und Leiter der Unternehmung sollen die „ZJdee der Elementar- Bildung“’ nichi nur zu verwirklichen, sondern au< wciter auszubil- den und fortzupflanzen suchen. : 5

Durch die Aufstellung und Festhaltung dieser Grundsäge glauben die Unterzeihneten in einer den großen Mann ehrenden Weise zu wirken und Anstalten begründet zu sehen, welche, so Gott will, als Muster - Anstalten für Waisen-Erziehung angesehen werden können und dadur< dem dringen- den Zeitbedürfniß, welches sich überall im Vaterlande in Betreff einer ver- änderten Waisen - und einer veredelten Volks - Erziehung herausstellt, ent- \spréhen werden,

Nach ihrer Absicht und în Hoffnung* auf den Ségen der göttlichen

sehung, wic im Vertrauen auf die thatkräftige Unterstüßung ihrer Zeitgeß soll dieser Plan innerhalb der Gränzen Deutschlands ins Leben tret

welcher Gegend des Vaterlandes -zuerst und zunächst diescs soll va Ergebniß ihrer Bemühungen und von sich darbietenden Gelegenheilt hängen. Nur die Rücksicht auf den passendsten, gelegensten Ort, nid urtheil für die engere Heimat, soll den Ausschlag geben. Unter g Umständen wird, wo möglich, die Mitte des Vaterlandes- gewählt we

So ergeht denn hiermit an Alle, welche si< Heinrich Pestaloi Dank verpflich.et fühlen; „an Alle, deren Herz für Armen - und Wai der schlägt; an Alle, welche von der Erneuerung und Fortbildung dei stes Pestalozzi's, den die Unterzeichneten noch heute für den Geist det! ren Pädagogik halten, ‘heilsame Folgen für die häusliche und Sch ziehung erwarten ; also an_ alle Volts -. und Vaterlandsfreunde hicrmil trauensvoll die Aufforderung, dieses zu dankbarer Erinnerung an t ßen Maun beabsichtigte, einem dringenden Bedürfniß der Gegenwal sprechende Unternehmen thatkrästig zu fördern!

Veber alle Mittel, welche den Unterzeichneten (Jeder von ihnen dankbarem Empfange erbötig) behändigt werden *), wird Buch und nung geführt und öffentlich Nechenschast mit Namhastmachung der ( und der Geber abgelegt werden, Sie leben des frohen Vertrauen?, der erste Bericht, den sie über das hiermit begonnene Werk, am Ta Säfkularfeier der Geburt Heinrich Pestalozzi!s, am 12, Januar 1846 diesen segensreih gewordenen Tag nicht blos dur< Worte, wie diet sondein durch cine That zu- feiern), abzustatten gesonnen sind, die ( heit des Segens Gottes und der Theilnahme vieler Vaterlandssreu Jn- und Auslande auf das exrfreulichste verauschaulichen werde **), P e, den 12, Januar 1845, am hundertsten Geburtstage Hei

estalozzi’s, i : Diesterweg. Kalisch. Maßmann, C. Ritter.

*) Das Handelshaus „Mendels\ohn und Comp.‘ in Berl! die einstweilige Verwaltung der Gelder übernommen. ; **) Die verehrlichen Redactionen anderer Zeitungen werden y gebeten, obigen „Aufruf“ in ihre Blätter gefälligst aufnehmen zu wo?

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E Ei t 7. af D R E o A G S O S R 1 S E C R R R E E A E P

A

Großbritanien und Irland.

Se. Majestät der Köni ern im Bu>ingham-Palast ein diplomatisches Die Parlaments-Verhandlun iges von allgemeinem Jntere terhaus nur mit Comité-Berath ls, wie die Feldgarten- Hauptgeschäft gleichfalls im Comité di haadelt, nachdem eine neue Prioilegien-Fr Ein ehemaliges Mitglied d er jeßigen Eigenschaft als Grafschafts - ¿-Comité über die mit dem de ärztlihe Unterstüßungs - Bi dritte Person zum Gegenst und wogegen dieser nun den Schuß des he wurde bis zum Montage ausgesetzt. Verwerfung der B nachtheilig als förderli< halte. längerer Diskussion und nach de1 76 gegen 33 Stimmen verworfen

ht. Im Oberhause brachte welhe dur< die Aufkündi Brasilien von Seiten dies Die Bill ist dazu best jon ‘mit Brasilien zur Unterdrückun ng zu bringen, und verfüg ng der des Sklavenhandels verd Seiten der englischen Kreuzer. Di Weiteres genehmigt und die seßt. Lord Denman?'s Bill zur Ver tspflege erhielt darauf die zweite Le

London, 4. Juli, g der Belgier híelt gen der beidenTeßten-Tage enthalten Vorgestern beschäftigte si< das ungen über verschiedene kleinere Bills, und gestern wurde e shottishe Armen -= Bill age zur Sprache gebracht es Hauses hat nämlich in Beamter vor dem Unter= Armengeset in Zusammenhang ste= (l ein Zeugniß abgegeben, welches age gegen ihn gemacht Hauses nahsuht. Die Ehe die schottishe Ar= geheu konnte, beantragte darauf Herr Oswald ill, weil er sie den Jntere

und J-rrenhaus -

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ssen Schottland's eher Das Amendement ward indeß Einspru<h Sir J. Graham's und die Bill ins Comité ge-

gestern Lord Aberdeen cine Bill suhungsrehts-Vertrags er leßten Macht hervorgerufen worden hr Worttext lautet, die Con- g des Sklavenhandels ‘in Aus- so die eigenmächtige Durch- <tigen brasilianischen Schiffe e erste Lesung der Bill wurde f den nächsten Montag besserung der Kriminal=- sung, worauf si< das

ndishen Grafschaft Cavan in und namentlih der Ermordung des geateten Herrn Booth, hat <feit und die Gentry der dorti- tadt Cavan zu einer großen Ver- an über gecignete Maßre= Mörders des Herrn Booth Grafschaft überhaupt wieder lung unter dem Vorsig des arquis von Headford, Katholiken und Eintracht und sehte die Vereinigung zwischen den Gegen 5000 Per-=

gung des Durch immt, wie i

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zweite au

Der beunruhigte Zustand der irlä e der stattgefundenen Excesse, Orangisten- Partci angehörige Adel, die Behörden, die Geist!i Gegend veranlaßt, in der S lung zusammenzukommen , wo sich berieth, wie die Entde>ung ‘des ndig gemacht und die Ruhe in der estellt werden könne, - Sheriffs und unter Theilnahme Lords Farnham, Enniskillen und vieler ein {óönes Bild der ganz besonders ‘zum Zwe>, iedenen Religions- P

Die Versamm

arteien herbeizuführen.

903

Der Herzog von Richelieu is mit Gefolge , -von Brüssel kom- mend und auf einer Reise nah Ztalien begriffen, hier angelangt. : Dies Cunin-Gridaine, der französishe Handels-Mini er, ift jeßt in Ostende.

Ti Brúfssel, 4. Juli. Die jüngsten Wahl-Ereignisse in Bel= gien , der dana<h erfolgende Austritt des Herrn Nothomb aus dem Ministerium und die unvermeidlich bevorstehende Bildung eines neuen Kabinets haben diesmal in der ausländischen Presse eine mehr als gewöhnliche Aufmerksamkeit hervorgerufen, so wie au einige Kor= re\pondenzen derselben, wie sie deren namentli< das Journal. des Débats und die Morning Chronicle enthielten, wennglei< aud einem verschiedenen Gesichtspunkte abgefaßt, offfenbar von der Hans oder unter der Jnspiration von namhaften belgishen Staatêmännern geschrieben waren. Das Juteresse, welches das Ausland an den hiesigen Ereignissen genommen, is wohl auch taraus erklärlih, daß es si dies- mal mehr als je um eine Aenderung des Systems handelt und bei der Weselwirkung , die zum Theil immer zwischen der inneren und äußeren Politik eines Landes stattfindet, auh das Ausland dabei mitbetheiligt ist, Die religiösen Fragen, das Verhältniß von Staat und Kirche, das Bestehen des Jesuiten-Ordens, sind neu auftauchende Lebensfragen in fast allen Staaten geworden, und Belgien, welces der am weitesten nah “Norden vorgeschobene und stark befestigte Posten des Ultramontanismus ist und von den hiesigen Katho= lifen oft als der in neuer Zeit am s<hönsten glänzende Juwel in der päpstlichen Krone bezeichnet wurde, durhgeht jeßt eine Schule der Erfahrung, die au< im Auslande alle Berücksichtigung verdient. Der gegenwärtige Augenbli> is kritisch, das bisher befolgte System isst unhaltbar, Alles hängt jeßt davon ab, wie der Uebergang vermittelt wird.

Das bisherige System ist nothwendigerweise mit Herrn Nothomb gefallen; wäre dasselbe dur die msoralishe und po- litische Situation geboten und gehalten gewesen, so hätte dasselbe bei der anerkannten Gewandtheit und geistigen Ueberlegenheit dieses Misz nisters deu Sieg davontragen müssen ; das System litt aber, nah un= serer Ueberzeugung, an einem Grundgebrechen, an dem Uebersehen des Widerspruchs, der zwischen der durch die hiesige Constitution herbeige- geführten gänzlichen Trennung und Unabhängigkeit der Kirche vom Staate und den in das Staatsgebiet übergreifenden Ansprüchen der Geistlichkeit besteht. Die Geistlichkeit, obwohl sih no< die Besoldung vom Staate gefallen lassend, hat si< dur die Constitution von 1831 eine durh- aus unabhängige Stellung verschafft ; da jedoch kein Königliches Placet für die Ernenuung der Bischöfe oder eines anderen Geistlichen stattfindet, so herrsht hier die Hierarchie vollfommen , und bei der zuglei fest- gestellten Associations- und Unterrichts-Freiheit hat sie si< die Mittel gesichert, geistlihe Orden in jeder Art und in immer größerer Zahl, Schulen, allein von Geistlichen oder geistlihen Orden gelei tct, zu gründen, Allein hiermit nicht zufrieden, verlangt sie auh einen politishen Einfluß auszuüben und an der Regie=

n mohten der Versam Hrafsschast Cork in ein jrt worden. Bei Gele leinen Pächter in Streit hen die Anderen mit Gewalt wied Haufe auf “das-Haus“ anstürmte; tet hatten, gaben die Leßteren Feuer, tentheils Unschuldige, <t im Standard l Polizei = Beamten zur Last, ten hätten. Ungeachtet der von Seiten der Magistrats - nungen sind die“ Orangisten im Norden von Jahrgedächtniß der Schlacht an der otstration dürfte leiht verdrießliche Rei atholiken zur Folge haben. Juli gaben die Direktoren der orientali Anlaß der Eröffnung der direkt g mit China ‘dem früheren dortigen Bevollmäch= ottinger, das angekündigte Bankett, zu dem die Di- dischen Compagnie und viele andere ar 1, worunter auh der bekannte Babovo Dwarkanauth varen. Herr Pottinger besprach die seit dem # mit China eingetretene rasche Zunahme des je und wies auf die ungeheure del noh fähig sei und die er sicher e. Schon jebht betrage die Seiden = Schanghai sv viel, als vor dem Ver )rt ward; niht minder sei au< der H hen Verkehr geöffneten H

mlung beigewohnt haben. em Dorfe: die Ruhe ‘auf eine heit eines Jahrmarkts ger z die Polizei arretirte ei

Dagegen is in traurige’ Wcise iethen mehrere nen der Leute, er befreien wollten, und als <es“die Beamten si ge-

tödteten se<s Personen, und verwundeten eine große Anzahl. Der <feit für “diesen Exzeß da dieselben ihre Befugnisse über-

egt die Verantwortli

Behörden erlassenen Jrland entschlossen, Boyne zu feiern. bungen zwischen den Pro-

hen Dampischifffahrts=

en monatlichen Dampf=

nten und K

[lshaft aus fahrts-Verbi , Sir H. P ren der ostin esehene Per- agore, gela- Abschlusse des Ver-= Handels mit diesem Ausdehnung- hin, welcher dieser en nächsten Jahren erlangen Ausfuhr aus dem einzigen ge aus ganz China aus= andel in den anderen dem zu hoffen ge- edlihkeit, wo- n Artikel des

äfen beträtliher, als er Herr Pottinger belobte insbesondere die R sische Regierung und ihre Behörden jede Von der jeßt eröffneten neuen und ra- China dürfe si< England mit Recht ungeheure

he Kirhe in Woolwich Sprengels, Dr. Griífiths, zahlreih. Der Böden, ist ein Geschenk der Kroue. dem geistlihen Bedürfuisse der -Arbeiter abzuhelfen.

ags treu erfüllt hätten. Verbindung mit heile versprechen. Am 29. Juni wurde die neue katholi den apostolischen Vikar des londoner l. Die Versammlung war äußerst f diese Kirche erbaut worden, Jauptsächlih dazu bestimmt sein,

lischen Garnisou und der Arsenal

Helgien.

Der König wird in a Se. Majestät hat in London die Liste einer gro- r-Armee unterzeichnet. rungen wird, daß bald ein Kabinet so hat es do< durchaus nit den Anschein, daß vor ammlung der Kammer, in drei Monaten, dazu ge-

ht Tagen von Eng-

Brüssel, 4. Juli.

zurü> erwartet. nzahl Beförderu

| Obgleich von Seite lebhaft darauf ged

ngen in de

Polít ique gut unterrichtet is, so wäre das Gerücht gen Tägen \o große Bestürzung unter andes und unter den Gasthofsbcsigern von soll nie davon die Rede gewesen sein, daß ssel kommenden Eisenbahnzug, der um 84 Uhr ff}t, fünstig bis Verviers wolle gehen lassen. vom Ministerium der öffentlichen Arbeiten beab daß den jeßt von Lüttih nah Verviers }en Abgangszeit 7 Uhr

welches seit eini 1 Theil des Handels Q verursachte. den lezten von Brü ds in Lüttich eintri

Ung ‘wird bezeichnet, Zügen ‘noch “ein leßter Zug, de hinzugefügt werden solle, was natürlih von Lüt- von Verviers mit Dank aufgenommen- wird.

sih eine liberale Wahl - Association, nah

uh in Namur hat Antwerpen und Gent bestehen-

¿zu Brüssel, Lüttich,

\spondant, ein politisches Blatt, welches seit eini- < erschien, is aus Mangel an Abonne in flamändisher Sprache geschriebe lgen, welhes aus den Händen der efommen, zeigt an, daß es ent- eiht no< zweimal wöchentlih erschei-

Der Corre Veit in Lütti nten einge- ne Journal d liberalen in er Flerifalishen

r gar niht mehr oder vie werde 9 )

rung des Staates Antheil zu nehmen. Wie aller Vortheil auf Seiten der Hierarchie ist, leuhtet ein; unabhängig vom Staate, kann sie ih frei in allen ihren Gliedern, ohne. alle Beaufsichtigung oder Begränzung, bewegen und diese Stellung fort- während benußen, um bei jeder günstigen Gelegenheit einen Ansaß zu nehmen, wo der Staat bei den ihm gegebenen Mitteln, namentlich wenn er selbs nicht frei ist, dem Andringen shwer widerstehen fann. Die Hierarchie hat die verflossenen 14 Jahre, troß der immer wächsenden Opposition, aber bei dem vorwaltenden politisch = katho= lischen Systeme, reihlih benußt, um alle möglichen Positionen ein- zunehmen; 450 Klöster sind jeßt in dem Lande von 4 Millionen Einwohnern, fast alle Gymnasien, mit Ausnahme einiger großstädti= schen Kollegien, in ihre Hände gekonimén; die Regierung hat rubhíg zugesehen, ja bisweilen sogar die Hände dazu geboten, und noch vor einigen Monaten is eines der größten Gymnasien des Landes (in Tournay) in die bischöflichen Hände durch die ministerielle Judifferenz oder Kon- nivenz übergegangen: Wie is} nun bei einem solchen Zustande an ein System des Gleichgewichts zu denken?

Die liberale Meinung, die seit 10 Jahren gegen diese Uebergrifse aukämpft Und dem Staate erst seine Rechte wie- der vindiziren muß, fann jeßt, da sh nah so großen Anstrengungen endli< der Sieg auf ihre Seite neigt, fein System des Gleichgewichts oder der Vermittelung annehmen, das zum Zwe> hat, den gegenwärtigen Zustand, der durch dié fast ausschließliche Wirkung des kätholishen Prinzips hervorgebracht ist, aufre<t zu erhalten. Wir begreifen ein System der Vermittelung, wenn es sih um Ausgleichung und gleich gere<hte Befriedigung gleihwihtiger Juteressen handelt, wie der Juteressen der Jntelligenz, des Acerbaues, des Handels, der Industrie u. s. w.; allein da, wo ein wesentliches gesellschaftliches Interesse, wie die Religion an si, vollkommen befriedigt wird und nur die Prätensionen einer die Religion verweltlihenden Macht ab- zuhalten sind, is keine Ausgleichung möglich, weil eine Vermittelung fontradiftorisher Gegensäße undenkbar ist. So lange nicht die Geist- lichkeit si< vom politischen Gebiete in die Kirche zurü>gezogen ‘hat, wird auch der politische Kampf gegen fie fortdauern. Herr Nothomb hatte das von ihm befolgte politishe System mit dem von Guizot verglihen und no< lieber Robert Peel zum Beispiel gènommen. Es liegt aber diesem Vergleiche, nah unserer Ueberzeugung, ein wesentliher Jrrthum zum Grunde; in Frankreih und in England stehen si in den Kammern Parteien gegenüber, die in Staate ihren Haltepunkt haben, Konservative, Uberale oder Radikale, Whigs oder Tories sind; denn die Agitation, die sih außerhalb in der fatholishen Geistlichkeit fund giebt, bildet eine Partei in den Kammernz hier steht aber die Geistlichkeit dur< die Constitution außerhalb des Staates und benußt diese freie, dur< mäh- tige Mittel unterstüßte Stellung, um den Staat an s< zu ziehen. In Bezug auf diese Prätensionen is keine Transaction möglich. Das neue System, um mit Erfolg dur<führbar zu sein, muß ein System, nicht des Gleichgewichts oder einér in demselben Sinne ver- standenen Vermittelung , sondern des Uebergaugs oder der allmäligen Ueberleitung sein. Ein Ministerium muß daher von dem gegebenen Zustande ausgehen, die Elcmente, die einmal vorliegen, so verworren sie sein mögen, beachten und das re<te Verhältniß herzustellen suchen. Jede andere Politik wird mißlingen. Nur aus diesem prinzipiellen Gesichts- punkt kann aúh die gegenwärtige Situation und der ganze Kampf rih- tig beurtheilt werden, Wir haben denselben in unserer seit 4 Jahren geführten Korrespondenz nie aus den Augen verloren, und wir dürfen hinzuseßen, daß unsere Auffassung der Verhältnisse fortwährend durch die eintretenden Thatsachen bestätigt worden ist.

Unsere Korrespondenz, welhe die fortwährende Schwächung der politisch - katholischen Partei konstatirt hat, is häufig von den “hiesigen Haupt = Journalen derselben angefochten worden und hat au<h bei der gegenwärtigen Krise dasselbe Schi>sal

ehabt; allein ohne alle persönlihen Rücksichten und den Per- Lai Gerechtigkeit widerfahren lassend, haben wir uns stets auf Prin= zipien gestüßt, und die Thatsachen sind stets zum Beweise gekommen. Es is leicht, auf der Oberfläche der Verhältnisse Allerlei zusammen- zulesen, es is aber eine Spreu, die durch eine einzige \{lagende Thatsache verweht wird. Die politish-katholische Partei hat immer als ein besonderes Jnteresse verfolgt, in der öffentlichen Meinung in Deutschland als stark, ja unüberwindli< angesehen zu werden,

und jeßt lassen es si< deren Korre ondenten angelegen sein den Sieg der constitutionell - liberalen Meinen über T e tramontanismus entweder als einen Sieg des Radifalismus über die gemäßigte liberale Partei, oder gar als einen Sieg der franzósi= schen über - die germanischen nteressen darzustellen. Wir haben díe erste Meinung {on in ihrer Nichtigkeit dargestellt und werden die zweite Ansicht noh näher untersuchen, bemerken jedo, daß, wenn es sich wirkflih um französische oder germanishe Juteressen handelte, was bei dieser Frage nit der Fall ist, es eine Partei giebt, die im Grunde so wenig sih nah Deutschland als nach Frankreich neigt und für welche diese nationalen Rücksichten nur Mittel zu einem anderen Zwede sind, weil sie vor Allem ultramontan ist.

Der König wird erst in 10 Tagen aus London zurü>erwartet, und da jeßt allgemein die Unhaltbarkeit des hauptlosen Kabinets bis zur Eröffung der Kammern im Oktober anerkannt ist, so sollen neue Unterhandlungen beginnen.

S < w e iz.

Kanton Luzern. Am 23. Juni wurden 110 Kanton-Bür= ger, welche bei dem leßten Freischaarenzuge in Gefangenschaft gerie=-. then, von dem Kriminalgerichte zu 10, 12 und 15monatlicher Zucht- hausstrafe verurtheilt, *- L.

Kanton Graubúündten. Der Marktfle>en Thusis, an der Straße von Chur nah dem Splügen- gelegen und nah Chur die gewerbreiste und wohlhabendste Ortschaft des Kantons, ist am 29, Juni dur eine Feuersbrunst verheert wordenz- von 112 Häusern blieben nur vier verschont.

Italien" E

Nom, 26. Juni. Auf das von dex “frätzs\ishen Regierun

dur< Herrn Rossi an den heiligen Stuhl elte Gesuch, bie in Frankreich lebenden Jesuiten zu entfernen, is nun eine’ Antwort er= folgt, wie man sie erwarten konnte. Der Papst, als Oberhaupt der Kirche , heißt es in der von dem Kardinal-Staats-Secretair darüber ausgefertigten Note, könne keinen solhen Befehl erlassen und eben so wenig einen Rath in dieser#Angelegenheit ertheilen. So weit ist die Mittheilun offiziell; das Gerücht fügt indeß no< hinzu, der Ge- neral der Sesuiten werde aus anderweitigen Rücksichten den Befehl erlassen, daß in Zukunft keine Kollegien oder Noviziate in Frankreich mehr bestehen und die Mitglieder der Gesellschaft Jesu blos als Welt- geistliche höchstens zwei in einem Hause zusammen leben sollen. Außer Herrn Rossi's dringenden Vorstellungen und den verschiedenen Reden in den Kammern soll ein eigenhändiger Brief vom König Ludwig Philipp an den Papst diese Maßregel zuwege gebracht haben. Der Kardinal Gizzi, Legat von Forli, is vor einigen Tagen nach dieser Stadt zurü>gekehrt, nachdem er vorher, wie man behauptet, in dieser Angelegenheit seine Ansicht ausgesprochen und obigen Ausweg ange- rathen, wodurh- die Aufregung der Gemüther in Franfreih bes<wi<h= tigt und ein entschiedenes Einschreiten der dortigen Regierung ver= hindert werden soll.

Eisenbahnen.

Berlin-Potsdamer Eisenbahn.

In der VVoche vom 1. bis ind. den 7. Juli c. sind aus der Berlin-Potsdamer Eisenbahn 11,303 Personen gefahren.

Im Monat Juni c. sind auf der Berlin - Potsdamer Eisenbahn 46,548 Personen gefahren und betrug die Einnahme 19,365 Rihlr, 15 Sgr. 3 Pf.

Handels- und Börsen-Nachrichten.

Marktpreise vom Getraide.

Berlin, den 7. Juli 1845.

Zu Lande: Weizen 1 Rthlr, 20 Sgr. 5 Pf. z Roggen 1 Rihlr. 13 Sgr, 2 Pf., au< 1 Rihir, 11 Sgr. 5 Pf. z große Gerste 1 Rthlr. 2 Sgr. 9 Pf.; Hafer 1 Rhlr., auch 27 Sgr.

Zu Wasser: Weizen (weißer) 2 Rthlr., auh 1 Rthlr. 24 Sgr. und 1 Rihlr. 14 Sgr. 7 Pf.; Roggen 1 Rihlr. 12 Sgr., auch 1 Rthlr, 9 Sgr, 7 Pf.; Hafer 26 Sgr. 6 Pf., au 25 Sgr. 5 Pf.

Sonnabend, den 5. Juli 1845.

Das Scho> Stroh 9 Rthlr. 20 Sgr., au< 8 Rihlr. 7 Sgr. 6 Pf.

Der Centner Heu 1 Rthlr, 5 Sgr., auch 25 Sgr.

B erliner B örgee. Den S. Juli 1845.

Pr. Cour. Rrief. | Geld. | Gem. 2022 | 2012 181 ——— 10353 1452 | 1025 | 101% 1015 | 100 99: | 971 _— 995 971 116 _— 108

127 126 [1105 114

Fonds. |sg E R Actien. [B Brief. | Geld.

8St. Sekuld-Sch. |35| 106% | 992 [Bri Poud.Bisenb. Pränyeu - Scheine do. do. Prior. Obl. d. Seeb. à H T. 883 Med. Lpz. Bisenb. Kur- u, Neumärk. de. da. Prior. Obl. Sechbuldverscbr. 3, 99 987 Bel, Anb. Eiseub. Berliner Stadi- do. do. Prior-.Obl. Obligatioven |3;| 100 99; [Hüss.Elb. Biseub. Dauz. do. iu Th 48 jdo. do. Prior.ObI. Westpr. Plaudbr. 3: 98% | 973 [Rbein. Bisenb. Grossh. Pos. do. —_ 103% ao. do. Preier.Obl. do. do. |37 97% 977 do.v.Staat garant. Ostpe. Pfaudbe. |3? —_— 982 Jok.-Schles.E L.A Powm. do. 35| 997 987 do. Lt. B, Kur- u. Neum. do. |: 160 B.-St.R.Lt.A. o.B. Schleszisebe do. |3- 997 Magd.-Halbst.Eb. do.v.Staat g.Lt. B.| 98% —_— [Br.-Schw.-Frb.E. do. do. Prior.Obl. Gold al warco. —_ [JBoun-Köluer Esb. Friedrichs d’or. 133 13% |Niedersch.Mk.v.e. And.Gldw. à 5 Thb: 1172| 112} do. Priorit Diseonte, 35 4;

ana | [Ra DR j [B

1005

Pr. Cour.

Wechsel - Cours. Thlr. zu 30 Sgr. Brief. | Geld.

Kurz 1407 2 m. 1395 Kurz 1514 2 Mt.

3 Mt.

Y 2 Mit. Mle: ls E R iaadiniauaus 2A 150 FIl. 2 Mé. Augsburg s 2 M Breslau k 2 Met.

8 Tage 2 Mt. Frankfurt a. M. südd. W h 2 Mt. Petersburg e 3 Woch.

Auswärtige Börsen. Amsterdam, 4, Juli. Niederl. wirkl. Sch. 64%. 6% do. —. 5% Span. 245 3% do. 405. Auss. —. Pass. Tie. Zinsl, —. Preuss, Pr,

Sch. —, Pol. —. Oesterr, —, 4% Russ. Hope 94%