1845 / 205 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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Preßfreiheit, öfentli< - mündlihes Gerichts - Verfahren und um ein freieres Wahlgeseß angetragen. Der Stadtrath hielt solches für

überflüssig und gab eine ablehnende Antwort, welche namentli da--

mít motivirt wär, daß die Regierung bereits mit der hierunter herr- {henden öffentlihen Meinung völlig vertraut sei. Die Stadtyerord- neten faßten hierauf, nah dem Antrage eines füngen Advokatén, den auffallenden Beschluß, das Antwortschreiben des Stadtraths in extenso zu veröffentlihet, Und dieser Beshluß wurde im Dresdener Anzeiger bekannt gemaht und vollführt, ohne denselben nur mit einem Worte zu motiviren. Was damit ausgesprochen sein soll und was die Absicht dieses Verfahrens sei, scheint allerdings ganz unzweifelhaft.

X&X Von der Ober-Elbe, 22. Juli, Auf der sogenann- ten Bastei in der sächsishen Schweiz soll den 13, August d. J: ein Gésangfe s stattfiaten, welhes vön dem äus den Männer-Ge angs= Vereinen der umliegenden Städte bestehenden Hochlands-Vereine ver= anstaltet wird.

Trob der großen Hiße, die wir bis zum 9ten d. M. zu erdul- den hatten, stehen die Feldfrüchte im oberen Elbthale re<t gut, und die bereits seit 8 Tagen begonnene Aerndte sheint sehr reihli< auszufallen,

Rußland und Polen.

St. Petersburg, 19. Juli. Fürst Kotschubei ist zum Ce- remonienmeister des Kaiserlihen Hofes ernannt worden. ree 2s der Geheime Rath Mussin = Puschkin, Kurator des Uni= versitäts - Bezirks von Kasan, kürzlih sein Dienst - Jubiläum

feierte, Wreinigfêw si< die Professoren und Beamten bieser Universität, 50 an der Zahl, von freien Stü>en, um ihrem

ehemaligen Chef ein Zeugniß ihrer Dankbarkeit und Achtung zu ge- ben, und beschlossen, mittelst Abzugs von 2 pCt, ihrer Gehalte und Emolumente na< und. nah ein Kapitäl von 4000 Silber - Rubel zu

* bildên, welches, sobald es vollständig is, bei einer ber Reichs-Kredit= Anstalten als unveräußerlih deponirt und von dessen Zinsén ein aus

den Beamtensöhnen des genannten Bezirks auszuwählender Studiren- der an der Universität Kasan unter dem Titel ,„Mussin - Puschkin= Penffonair““ erhalten werden soll. Dieser Beshluß hat \o ében die Kaiserlihe Genehmigung erhalten.

Nachdew in der Jahres=Sißung der Reichs - Kredit « Anstalten vier Mitglieder zur genaueren Revision der Rechnungen für das Jahr 1844 gewählt worden waren, {ritt das Conseil in voller Versamm- lung seiner Mitglieder und aller Deputirten der Kaufmannschaft, wie au<h im Beisein des Kommandanten der Peter - Pauls - Festung, zur Revísion des in das Vorrathsgewölbe der Peter-Pauls-Festung über= geführten Fonds der Reichs=-Kredit-Billets, 6,180,000 Rub. in Gold und“ 6,000,000 Rub. in Silber, im Ganzen 12,180,000 Rub. betra gend, wobei sie sich davon überzeugten, daß die ganze Summe der erwähnten Münze vollständig und unverkürzt vorhanden is. Zur Beglaubigung dessen ward auf der Stelle darüber ein Protokoll auf= genommen und dasselbe von allen Gegenwärtigen unterschrieben.

Srankreiq.

Paris, 21. Juli, Ueber Zwe> und Geist des College de France in seiner jeßigen Einrichtung giebt ein früherer Bericht des Grafen Montalivet an den König näheren Aufschluß. Es heißt darin : ¿Dieses Jnstitut, im Schoß der Hauptstadt und gleichsam im Mit= telpunkt des öffentlichen Unterrichts befindli, scheint zu seinen Vor- lesungen mehr diejenigen einzuladen, die sih freiwillig und aus Nei- gung allgemeinen und spekulativen Forshungen widmen, dies jenigen, welhe niht das Praktische, sondern das Theorez tishe der Wissenschaften, nicht die stofflihe Kenntniß der geschiht- lihen Thatsachen, sondern deren geistiges Verständniß, nicht die mechanische Fertigkeit in den Volks\prachen, sondern die Anwendung der verschiedenen Jdiome auf die fritishe Untersuchung der religiösen und philosophischen Doktrinen s< aneignen wollen. Wenn dies uicht der Zwe> bei der ersten Begründung des College de France war, wenn einige der jeßt bestehenden Lehrstühle niht im Sinne dieser Absichten gestiftet wurden, 0 werden wir zum wenigsten jeßt durch die gegenwärtige Bewegung in den Studien und dur< den neuen Zustand der Wissenschaften und der Literatur hierauf geführt. Alles, was és Festes, Ausgemachtes in den menschli<hen Kenntnissen giebt, ist für die Bildung der Jugend unerläßli<h geworden; dies ist Sache des den Universitäts-Schulen übertragenen Unterrihts. Alles Allgemeine, Unbestimmte aber, Alles, was Kritik, Untersuchung, allgez meine Philosophie ist, Alles, was den jungen Leuten zu lernen freis steht, ohne daß sie es gerade wissen müßten, kann im Königlichen College de France gelehrt werden. So wird das System des Na- tional-Unterrichts sich vollständig abschließen.“ Der National hatte auf dieses Programm sich berufen, um gegen die Gränzen zu protestiren, in welche die Regierung die Vorträge der Professoren Quinet und Miche- let zurücgewiesen sehen wollte. Das Journal des Débats theilt nun jenen Auszug ebenfalls mit und fragt, ob darin eine Berechtigung für den Lehrer der Physik liege, Literaturgeshihte vorzutragen , und für den Professor der Literatur, si< kopfüber in die Geschichte der französischen Revolution und der hundert Tage zu stürzen. Das mi- nisterielle Blatt hat es in dieser Frage namentli mit zweierlei Arten von Gegnern zu thun. Die Einen, an ihrer Spibe der Univers, verlängen mit Hypokrisie allgemeine Unterrichtsfreiheit, in - der Hoffnung, dann die Herrschaft auf den Lehrstühlen an si zu“ reißen; die Anderen, von der Richtung des National, geben sih niht die Mühe, diesen Umweg zu nehmen; sie wollen, ohne daraus erst ein Héhl zu machen, Freiheit für die Verfechter ihrer Meinungen und Unterdrü>ung für Alles, was ihnen entgegensteht. Auf beiden Seiten ‘ist Unfreiheit das Ziel, nur daß man dort die Miene der Toleranz annimmt, wenn man dies gerade in seinem Vortheil findet, hier die geistige Tyrannei ofen zur Schau trägt. Das Journal des Débats, von den Prinzipien der wahren ge- seglihen Freiheit ausgehend, hat solchen Wédersachern gegen- über feinen sehr {weren Stand und wird in den Grund- säßen, die es vertheidigt, bei allen Unbefangenen und Wohlgesinnten völlige Zustimmung finden; ungetrübter no< würde der Eindru sei- ner Auseinandersegungen über Lehrfreiheit und Gränzen, freier die Stellung sein, welche es dabei eintimmt, wenn es das von ihm vertretene Regierungs - System ganz von dem Vorwurf rein wüßte, niemals der Leidenshaft den Zügel lo>erêèr gelassen zu haben, wenn sih dies mit einem augenbli>lichen Jüteresse zu vertragen schien, So wird es im vorliegenden Falle die Frage {wer beant- worten können, warum man lange Zeit die Extravaganzen und Unge=- bührlihkeiten in senen Lehrvorträgen ruhig habé durhgehen lassen, während der Streit zwischen Universität und Klerus die Gemüther in ‘bedenklichèr Aufregung erhielt, und ers jeßt, nahdem man Zuge- ständnisse in der Jesuitenfrage erhaltén, die ihre Schranken überschrei- tenden Professoren auf ihr Programm verweist.

Der König der Franzosen hat die offizielle Anzeige erhalten, daß die Königin Victoria diefes Jahr nicht gum Besurh nach Frankrei fommen werde, ;

ihre nothwendigen

970

Der Herzog von. Nemours- reist, am- 22. Juli mit seiner Ge- mahlin nah dem südlihen Frankreich ab... - - LE

Die Session der Kammern is heute dur< Königliche Verord- nung für ges{<lö}êñ erflärt worden. Jn der Deputirten «Kammer verlas Herr Dumon, Minister der öffentlihen Bauten, interimistisch

- mit dem Portefeuille des Junern beauftragt, die betréffende Procla-

mation. Die Kammer trennte si untet dem Rüf : Es lebe der König! Untér den weñigen Deputirten, welche si< no< eingefunden hatten, war gestern Hauptgegenstand der Unterhaltung das Gerücht, das Mi- nisterium habe beschlossen, die Kammer, welche jeßt drei Sessionen gehabt hat, alsbald aufzulösen und die Wahl-Kollegien für den näch- sten September einzuberufen. Bekanntlich läßt man schon seit langer Zeit feiner Legislatur ihre geseßli< äußerste Dauer von fünf Jahren, sondern schreitet vor Ablauf dieser Periode zur Auflösung, sobald die Berichte der Präfekten über die Stimmun des Landes dem bestehenden Ministerium günstig zu sein scheinen, un dies, sagt man, sei jeßt der Fall; es herrsche große politishe Ruhe, und die Opposition werde, troß ihrer Manifeste, nihts ausrihten. Sobald Herr Duchatel zurü>kömmt, den man zum 26, Juli erwartet, soll die wihtige Frage im Minister-Rath entschieden werden.

Der Moniteur publizirt unter mehréren von den Kammern votirten Geseßen auch das über die Nord-Eisenbahn von Paris an die belgishe Gränze mit Verz reigung von Lille nah Calais und Dünkirchèn. Die Konzession dieser Bahn soll am 5. September statt= finden. 7 Durch Verordnung vom 6. Juli werden mehrere Araber ín den Provinzen Coustantine und Oran zu Offizieren der Ehrenlegion erz nannt.

Oberst Caisller, Adjutant des Marschall Soult, ist von. seiner Mission nah Algier zurü> hier angekommen und bereits gestern vom Kriegs-Minister empfangen worden.

Es is die Nachricht eingetroffen, daß dér französische Gesandte, Baron Deffaudis, am 27. Mai im La-Plata-Strome angelangt war. Es verlautet indeß no< nichts in Bezug auf die Unterhandlungen, die er zur Schlichtung dér Differenzen zwischen Buences-Ayres und Montevideo einleiten sollte. :

Für den französishen Botschäfterposten in Rom ist, dem Verneh= men na<, Herr von Barante bestimmt.

Herr Thiers, den seine Familie nah dem Bade Vichy begleitet hat, wird in etwa se<s Wochen von dort ín Paris wieder eintreffen und sih hierauf auf einige Zeit nah Lille verfügen.

Die französischen Renten waren heute an -der Börse sehr gesucht, besonders am S(hlusse ; eben so die Eisenbahn-Actien; 5proz. 121 Fr. 85 C. ; 3proz. 83 Fr. 50 C. ; 3proz.- inl. 284 pr. Ende Juli, 283 pr. Ende August,

x Paris, 20. Juli. Eiù Privoatbrief aus Barcelona vom 1Aten giebt über die Ereignisse, déren Schauplaß \o eben Catalonien war, interessante Details, welche neues Licht auf diese Begebenheiten zu werfen geeignet sind; ih theile deshalb nachstehenden Auszug aus diesem Briéfe mit :

„In dem Angriffe vom 6ten gegen die zu San Andres del Pa=- lomar verschanzten Jusurgenten zählten diese 5 Todte und mehrere Verwuridete, außerdem fielen an 50 als Gefangene in die Hände der Truppen. Der Brigadier Fulgosio. ließ augenbli>li< ein Kriegs- gericht zusammentreten, welches nah kurzem Verhör zwei von ihnen zum Tode“ und drei zur Galeerenstrafe verurtheilte. Die zwei Erst= genannten wurden am folgenden -Tage ershossen, und alle Anderen, so wie. die 18 jungen Soldaten, wel<è die Gemeinde San Andres del Palomar zu stellen hatte, an Bord des im Hafen von Barcelona vor Anker - liegenden Linienschiffes „Soverano gebra<ht. Für alle diejenigen, welhe den Charakter der Catalonier kennen, war es offen- bar, daß das zu San Andres vergossene Blut, weit entfernt, die Jn- surgenten zu entmuthigen, nur zum Ergebniß haben konnte, ihren Wider- stand noch hartnä>kiger zu machen, da die Anstifter des Aufruhrs außerdem no< dás Gerücht in Umlauf geseßt hatten, alle Gefangene würden gleichfalls ershossen oder wenigstens nah ten westindishen Kolonieen deportirt. So erklärt sih die großé Zusammenrottung zu Sabadell, welhe' hon ain 7ten Abends aus mehr als 1200 jungen Leuten be- stand und am Abende des Sten durch den General-Capitain ausein- andergetricben wurde, der ‘an demselben Tage mit vier Bataillons, zwei Escadrons und 12 Geschüßen von Barcelona auêgezogen war. Während General“ Concha. die am linken Ufer des Llobregat gelege= nen Gemeinden dur<zog und ohne einen Schuß zu thun in Tarasa einrü>te, erhob sih die Bevölkerung der Orte am rechten Ufer von Molins del. Ney bis Jgualada im offenen Aufstand. Von Mattorell breitete si< der Aufstand weiter aus gegen das Panades zu, einem reihen Landstrihe der Provinz Tarragona, dessen Be= wohner si< durch “ihren kriegerischen Geist auszeihnen. Aber bei Annäherung der gegen sie geschi>ten kléiínen .Kölonnen des Ge= neral- Capitains entflohen diejenigen Jusurgenten, welhe si am meisten kompromittirt glaubten, nah. den Gebirgen, und - die Ordnung wurde \<nell ín allen diesen Lokalitäten hergestellt. Die Verbindungen auf der. Straße von Barcelona nah Saragossa wur- den wieder gesihert dur eine Kolonne, wel<he Jgualada am 11ten beseßte, und si mit eiter anderen, von Larida nach Cervera geschi>ten, in Berührung. geseßt hatte. Es sind also nur die Jusurgenten übrig geblieben, . wel<e si< in das Gebirgsländ geflüchtet hatten. Es scheint, daß einige alte Chefs, die dem leßten Centralisten=Auf- stande angehört, sih an die Spiße der Jnsurgenten gestellt haben z wahrscheinli dürften sie versuchen, eine politische Fahne aufzupflanzen, aber es i #\twerlih zu glauben, daß sie in Gegenden, wo die Mei- nung im. Allgemeinen der fkarlistishen Partei günstig ist, Anklang finden werden.

Großbritanien und Irland.

London, 19. Juli, Vorgestern Abend is der Graf Grey auf! seinem Landsibe Howi>-Hall_ in Northumberland im 82sten Jahre seines Alters gestorben. Der Verstorbene i békannt als Urheber der Reform-Bill und sein Name in der parlamentarischen Geschichte Eng- länds vou Bedeutung. Er begann seine politische Laufbahn im Jahre 1786, {loß si<h damals {hon den Whigs an und is seitdem dieser Partei immer treu geblieben. Lord Howid>, sein einziger Sohn, suc-

cedirt ihm in: Titel und Besißthum.

(B. HZ Bei einer Untersuchung, wel<he das Unterhaus dur ein besonderes Comité hat anstellen lassen, hat sih ergeben, däß si ein D AN S Capitain Boldero, und zwei estellte beim Feldzeugamt, Bonham und Hignett, haben bestehen lassen, um ein Eisenbahn-Projekt, um dessen Genehmigüng man eingekommen war, zu unterstüßen. Da die projektirte Bahn Woolwich berührt , so mußten günstige Gutachten des Feldzeugamts beigebraht werdenz. diese wur- den dur< Spendung “einer Anzahl Promessen und Actien erlangt, Der gatze Handel kommt nun vor das Parlament. Boldero muß nothwendig resigniren, und die beiden Angestellten haben Abseßung zu gewärtigen, unbeschadet der. Strafverfügungen. Sie werden insefern beklagt, als nah dem Geständniß der Times Eisenbahn - Bestehung (railroad - corruption) die Sünde des Tages ist, die von Leuten jedes Rangs und aller Klassen began“

gen wird und in hundert Formen existirt, von der andalösestey vershämtheit an bis zur durhtriebensten Schlauheit. Alle, j Eisenbahn - Projekten zu thun haben, sind fompromitirt : die y Rolle wird dabei von den Direktoren der Bahnen gespielt, ti, Bestechung guögezen und die passive, von Gründeigenthümern, 1 lamentsgliedern, Angestellten kurz von Allen, bei denen di Mühe werth is, daß man sie bestehe. Herr Bonham, der y mögend ist, hat 300 Pfd. erhalten; eine gleiche Sümme is, Anzeige in der Tîmes zufolge, diesér Tage anongm in den S} haß eingezahlt worden.

X London, 19. Juli. Das in meinem lebten Brief haltene, etwas strenge Urtheil über die Zurü>weisung dés auf ( des utrechter Vertrages erhobenen spanischen Anspruchs, in ÿ der Zulassung des Sklavenzu>ers und der Kolonial - Produk haupt, muß ih jeßt zum Theil zurü>nehmen, nahdem Herin ( stone's Rede die britis<he Regierung von dem Vorwurfe eines Treubruhs in dieser Angelegenheit durchaus gereinigt hat. Zwe> auch immer diese Verträge gehabt haben mögen, so stell doch niemals die Beziehungen Engländs zu Spanien auf d der meistbegünstigten Nationen. Sowohl England als & räumten dur den &amilien - Kompaft von 1761 und dur Vertrag von 1786 Frankrei<h Rechte ein, welche bei weitem waren, als die sie si< selbs gegenseitig zugestanden hatten, uy Schlinimste, was man bei der gegenwärtigen Gelegenheit dey lishen Regierung nachsagen kann, besteht darin, däß \iè einen ten Präcedenzfall von neuem sanctionirt hat. ; j

Ih wende mich nun zu den Angelegenheiten Neu - S welche ein hohes Juteresse gewonnen haben, Die Zeitungh öffentlihen nunmehr sämmtliche amtliche Details der jüngst surrectión, und Jhre Leser werden bereits wissen, daß die (E Kororarika in der Juselbai die älteste, wenn auch nit die Niederlassung auf Neu - Seeland , auf der nördlichen Spite dn ßeren Jnsel gelegen \<hon seit mehreren Wochen von dem f ling der aufrührerishen Eingeborenen, John Heki, mit einem bedroht war. Der Flaggensto>, das Symbol der britischen | Hoheit, wurde zu wiederholten Malen niédergehauen und cin! haus, welches in der Nähe der Statt die Gegend beherrsdl einem jungen Fähnrih von zweijähriger Dienstzeit mit 20 My 9hsten Jnfatterie-Regiments anvertraut war, von vier Kolo Eingeborenen, jede 500 Mann stark, mit Büchsen wohl bey angegriffen. Während der junge Offizier mit einer dieser lungen ins Handgemenge gerieth und von seinem Posten abi wurde, erstieg eine andere auf der entgegengeseßten Seite den d und nahm davon Besiß. Man machte keinen Versuch, (hu wied erobern, da wegen der geringen militairischen Vorkehrungèn die / Niederlassung in Gefahr s{<webte, geopfert zu werden. Glüdl weise sind in solher Lage die Engländer nicht lässig, für ihr: ! theidigung zu sorgen. Herr Be>ham der Polizeibeamte des d legte eine große Energie an den Tag und ließ zwei Geschüße fahren, während Capitain Robertson, von dér in der Bai liegt Sloop „Hazard““, mit einer Abtheilung Matrosen und Seest

landete. Die Leute kämpften wie Löwen gegen die furchtbare ll macht; sie hielten mehr als 1000 Wilde im Schah und get

Zeit, bis die ganze Bevölkerung der Kolonie eingeshi}ff}t war, fromme und ausgezeichnete Bischof von Neu - Seeland bewies n auf diesem Schauplaße des Kampfes und Blutvergießens den edi Muth; wiederholt dem Feuer ausgeseßt, suchte er die Verwun) zu retten und den Sterbenden seine geistlichen Tröstungen zu «t len, “bis endlih die Weißen auf ihre Schiffe getrieben wurden die Eingeborenen die Stadt beseßten und bis zu den leßten Hi an der See niederbrannten. Heki ließ keinen Aft der Unmens(l

eschehen, um seinen Sieg nicht- zu verunstaltenz er \<id>te ei Fiadies englishes Weib unverlebt unter einer Waffenstillstandis wieder zurü>, und wenn er sona gegen die Königin Victoria erhoben hat, hat er diesen wenigstens wie ein civilisirtes Ober begonnen.

Bald darauf langten die Verstärkungen von Neu-Süd-Lal Au>land, dem Sih des Gouvernements, an, und die britisde Sti macht umfaßt nun dort ungefähr 500 Mann, das Stif „Nor Star‘/ von 26 Kanonen, „Hazard““ von 18 Kanoüûen und einen Sih ner, Außer diesen kann noh eine Streitmacht von 800 bie Mann Miliz-Soldaten aufgebraht werden. Aber sehr gering is Anzahl im Verhältniß zu den ihr gegenüb@xstehenden 100,000 | den, welche mit ziemli<h guter Disziplin und. geschi>ter Handhi der Feuerwasfen die wilde Tapferkeit ihrer Kriegführung verl Ohne Zweifel wird Au>land gleichfalls angegriffen werden und ut lange vor dem dortigen Eintreffen von Hülfstruppen aus | land wahrscheinli son die Nachricht von einer zweiten Sl zugehen ; vielleicht werden unsere Kolonisten, wel<he in H ihrer Subsistenz von den Eingeborenen abhängen, auch 1 hungert. Inzwischen wird hier im Unterhause der politische $ ausgekämpft und strenge Rechenschaft von Lord Stanley und d gierung für diese vorhergesehenen und unvermeidlihen Ergebnis blinden, tadelhaften Politik gefordert werden. Der Versuch, ! heber- des Blutbades von Waitangi im vorigen Jahre zu ves anstatt zu bestrafen, wurde von den Eingeborenen für ein Zeit Schwäche ausgelegt. Die Miliz der Kolonisten wurde damal gelöst; einige Beamte, welche streng verfuhren, wurden abgesehh der Einfluß des Kolonial - Amtes auf Neu = Seeland is von fl bis zu Ende ein übel berathener gewesen und hat nothwendig von gefährlihen Folgen begleitet sein müssen.

Belgien.

Brüssel, 21, Juli. Die Rü>kehr des Königs wird, 1 Zndependance wissen will, die ministerielle Frage zu rast! sheidung bringen und dem jeßigen gespannten Zustande eit machen. „Am meisten Glauben“, bemerkt dies Blatt, „findl Meinung, daß si{h Alles auf ‘neue Beseßung der Stellen des? Nothomb und des Grafen Goblet beschränken werde. Leßterer s sich nämli um jeden Preis aus dem Ministerium zurüdzieh wollen, und man sagt, daß das Portefeuille der auswärtige legenheiten so eben dem Fürsten von Chimay angeboten wordt! für das Junere nennt man abwechselnd die Herren Dechampt, lacoste und d’Anethan. Nachrichten aus London zufolge, wärt Vandeweyer seht entfernt davou, in irgend ein Ministerium ei zu wollen, und käme nur nah Belgien, um seine Gemahlin ' Bäder von Spa oder Aachen zu begleiten.“

Der württeinbergische Finanz + Minister, Baron von Mass d und der Kammerherr des Königs von Württemberg, Baron ® von Massenbah, nebst Familie, sind auf der Reise nah Ostend angekommen. ;

Die Milchverfälschung is fortwährend ein Gegenstand der merkfsamsten Ueberwähung ‘von Seiten der belgishen Polizei, * lih fanden wieder eine große Anzahl von Beschlagnahmen statt) Verkäuferinnen waren mit reinér - und guter Milch in die © Lüttich hereingekommen, weil an den Thoren die Aufsicht sehr ist; aber sie versammeltén s{< dann in einem Wirthshaust,

Mil mit Wasser versehtenz hier wurden herrasht und in Strafe genommen,

Sweden und Uorwegen.

Jn Westinanland sind die Aussichten auf die Aerndte so be= bend, daß der Königliche Statthalter sih mit dêm Gesuche an die gierung gewendet hat: sie möge aus öffentlichen Mitteln 20,000 hlr, Bco. als zinsfreie Anleihe für ein Jahr zur Unterstüßung der ferbauer bewilligen.

Auf Befehl des Königs reiste der erste Landmesser in Malmö'slän, rr Falfmann, ain 2ten d. nah Kopenhagen, um dort die im Königl. eheimen Archiv aufbewahrten Urkunden über Halland, Schonen und eing einzusehen und zu beschreiben. Diese Urkunden, welche mit n Ende des 11ten Jahrhunderts beginnen und bis 1650 reichen, reffen besonders die kameralistishen Verhältnisse der genanuten ovinzen und sollten {hon im Jahre 1660 na< dem damals ge- lossenen Friedens-Vertrage an Schweden ausgeliefert werden.

Das projektirte National-Museum soll nun nah den Bestimmun=-

der Behörde auf dem Plage Karl X11]. aufgeführt werden.

Der berühmte \{wedishe Bildhauer Fogelberg befindet si< na< gjähriger Abwesenheit wieder in Sto>holm, und man wüns<t all= jein, daß ihm zur Feier seines Besuches der Auftrag, ein Modell der Statue Birger Jarl’s zu fertigen, libertragen werde,

S <mweiz.

Kanton Bern. Zum Direktor des Fellenbergschen Jnstituts ofwyl L der Direktor der Gewerbshule ín Nücnberg, Dr. Mönnich, annt worden,

sie von der Polizei

Kanton Luzern. In der Raht vom 19. auf den 20. Juli der Groß- und Erziehungs - Rath Joseph Leu von Ebersol durch n Pistolenshuß ermordet worden. Die Polizei-Direction hat für Entde>ung des Thäters eine Belohnung von 2000 Schweizer-

nen zugesichert.

Kanton Waadt. Der Große Rath hat am 16. Juli die Verfassungs-Entwurf vorgeschlagene Einführung des Geschwornen- <ts in Kriminalsachen bestätigt, das mündliche Verfahren und nur Jnstanz nebst einem gemeinschaftlihen Cassations- und Revisions- ht für bürgerliche Rehtsstreitigkeiten und Straffälle angenommen. der folgenden Sißung wurde die Frage erörtert, ob das Geshwor- gericht au< für bürgerliche Rectsstreitigkeiten eingeführt werden t, wogegen Petitionen von 5288 Bürgern eingegangen waren, jreend sih 5466 Bürger dafür ausgesprochen hatten. Man be- 06, den Gegenstand als fafultativ der Geseßgebung vorzubehalten, de a Geschworneugeriht auch auf polizeirihterlihe Fälle aus- uen könne.

Der Staats=Rath hat Herrn Druey wieder zu seinem Präsiden- und Herrn Blanchenäy zum Vice - Präsidenten gewählt, obgleich Geseb die sofortige Wiederwahl ausdrüd>li< untersagt,

Italien.

Nom , 12. Juli. Jn der Nacht zum 11ten starb- hier Carlo dido, geboren am 7. Oktober 1762 in Lucero im Königreich beider ilien, Er trat in seinem 25sten Jahre in den Malteser - Orden, h vom Ritter an dur alle Grade desselben und wurde von dem ges Papst im Jahre 1834 zum unums<hränkten Statthalter ogotenente) des Ordens ernannt. Wegen seiner sehr ershütter- Gesundheit seßte der Papst im vorigen Jahre ein Consilium von reren Kommenthuren nah den Vorschriften des Ordens ein, an nSpibe jedo Candido blieb. Mit ihm stirbt wahrscheinli au Plan, die Jnsel Ponza für die Ritter zu erwerben.

Das Staats- Handbuch für 1845 ist so eben erschienen; es er- t sich daraus, daß das Kollegium der Kardinäle gegenwärtig 55 tglieder zählt, vou denen 2 von Pius VIL., 7 von Leo XI. und von dem gegenwärtigen Papst ernannt wurden; 6 Kardinäle sind petto bestimmt und 9 Stellen vakant. Der älteste Kardinal, ini, zählt fast 87 Jahre, und der jüngste, der Kardinal von warzenberg, 36 Jahre. Unter der Regierung Gregor?'s X VI. bis jeßt 62. Kardinäle gestorben. Die Einwohnerzahl der Stadt H beträgt, ohne die Juden, 175,789 Seelen,

S panien.

è Madrid, 14. Juli, Ein gestern ershienenes, auf den ag sämmtlicher Minister von der Königin in Barcelona am bten rzeiGnetes Dekret giebt der über die Preßfreiheit bestehenden Ge- ebung eine neue Gestalt (s. das gestrige Blatt der A. Pr. Z.). diesem Dekrete werden für hohverrätheris< erklärt: „Die dshriften, welche gegen die în der Constitution des Staates auf- ten Regierungs-Prinzipien und Formen gerihtet sind, wenn sie Umsturz oder die Aenderung der Regierungsform bezwe>den, Fer- diejenigen, welche Aeußerungen der Anhänglichkeit (adhesion) an andere verschiedenartige Regierungsform enthalten, sei es, indem 'gend einer Person, die niht die Königin Jsabella 1I. ist, und ihr anderen, als den dur die Constitution des Staates beru-= 1 Personen und Linien Rechte an die Krone zuschreiben, sei es / irgend eine Darlegung des Wunsches, der Hoffaung oder der ung, die constitutionelle Monarchie und die re<htmäßige Gewalt êngin umgestürzt zu sehen.“ Die wichtigste Bestimmung dieses Dekrets, das man hier die «Vrdonnanz nennen hört, besteht aber in der Aufhebung des vurgerihts für Preßvergehen. Der Art, 4 schreibt nämlih vor: „Die Entscheidung über die Maffenheit (la calificacion) der Preßvergehen und die Anwendung Strafe wird in Zukunft dur ein aus fünf Richtern erster Jn-= P und einem Appellations-Richter als Präsidenten zusammengesetz- ribunal geschehen.“ Ein sol<hes Tribunal wird si< in jeder "nzial - Hauptstadt, wo si ein Appellationsgericht befindet, ver- eln und über die Fälle erkennen, die in dem Bezirke des leh , vorfommen, Die Anklage geschieht, wie bisher, vor dem Un- ter der Provinzial - Hauptstadt. Damit auf schuldig erkannt ven fönne, müssen vier von den se<s Stimmen dafür entscheidéèn. - jn den Ausspruch i keine andere Berusung, als die der Nullität ¿n beiden dur das Dekret vom 10, April 1844 Art, 85 fest- pfen Fällen zulässig, „—% die Minister verfassungêmäßig befugt sind, aus eigener Macht- eommenheit und oyne Mitwirkung der Cortes eine gesebgeberische regel aufzustellen, dur welhe, wie der Español (ein durchaus frirtes Blatt) heute sagt, die wesentlihsten Prinzipien der Re- „form, um deren Befiß die liberale Partei seit einem halben ‘hundert kämpft, verleßt werden, diese Frage beantworten zu n, würde eine müßige Speculation sein, Der Art. 12 der néues gedru>tén Constitution Spaniens lautet : „Die Macht, Gesetze

wien, steht den Cortes mit dem Köuige zu,“ Bei der Abfassung

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dieser Constitution erklärten die Minister ausdrü>li<, ¡hre Ab t sei den politischen Institutionen größere Biegsamkeit R, (e mg stellen sie aufs neue einen Versuch an, wie weit ihr Fabrifat si bie- gen lasse, ohne zu zerbre<hen, Die Blätter der revolutionairen Par= tei werden nunmehr verstummen müssen, und bereuen, dur< unge- bührlihe Angriffe die persönliche Eitelkeit dieser oder jener hohge- stellten Person verleßt und deren Rü>wirkung hervorgerufen zu ha- ben. Ers morgen werden wir sehen, welchen Empfang die verschie- e Organe der öffentlichen Meinung dem Dekrete widerfahren afen.

Au das Geseg über die Einrichtung und di f Staatsraths E ands Real) ift Ey bidiver: L Rath wird aus den Ministern, dreißig von der Krone zu ernennenden ordentlihen und einer unbestimmten Anzahl außerordentlicher Staats- räthe bestehen. Das Gehalt eines ordentlichen Staatsraths besteht in 50,000 Realen (2500 Piastern). Ein besonderer Artikel bestimmt dals ate, iber die der Staats-Rath zu Rathe gezogen- werden muy. Vahin gehört namentlih das Exequatur für vêévßl;

Breven und Reskripte, Y 4 pt pntie Bullen, Die von der Regierung vor kurzem niedergeseßte Kommission für die Dotirung der Geistlichkeit und des Kultus, die aus sehr gemäßigt denkéndeu Mäunern bestebt, hat an das Ministerium eine Eingabe gerichtet, in der sie in den dringendsten Ausdrü>en aüf vie ungesäumte Zurü>gabe der unverkfauften Kirchengüter an die Geistlichkeit besteht.

Unsere Nachrichten aus Barcelona gehen bis zum 40ten. Auch dort war eine Militair - Kommission mit den ausgedehntesten Befug- nissen als Kriegsgericht niedergeseßt worden. Die Aushebung war beendigt, aber das Ayuntamiento verkündigte, daß die ausgehobene Mannschast vom Militairdienst befreit bleiben und durch erkaufte Stell- vertreter erseßt werden würde. Der Kriegs-Minister verordnete, daß die Ortschaften, in deaen die Aushebung niht vorgenommen war, 500 Piaster Strafe für jeden zu stellenden Mann, und die- Jemigen, in denen die Aushebung stattgefunden hatte, eben so viel für jeden Ausgehobenen, der desertiren würde, ent- ri<ten sollten. Das Unienshif „Soberano“, auf welchem erst vor wenigen Tagen die junge Königin mit den glänzendsten Festlih= leiten empfañgen worden war, hatte nun die traurige Bestimmung erhalten, mehrere Hunderte -von Gefangenen für ein hartes Schifsal aufzubewahren. Der General-Capitain Concha, der am Sten Barce« lona mit 4 Bataillonen, 2 Schwadronen und 12 Geschüßen verließ, drang am selben Tage mit der Kavallerie in Sabadell ein, wo er 25 der Aufrührer niedersäbeln ließ. Die Uebrigen suchten nah dem Ge- birge zu entkfommen. Die Kavallerie, die den Auftrag hatte, keine Schonung zu bewilligen, hieb deren, den Berichten Concha?s zufolge, no< 79 auf freiem Felde nieder. Am 9ten rü>te Concha in Tarrasa ein, ließ dort die Aushebung vornehmen, schi>te die Artillerie nach

Barcelona zurü> und theilte die übrige Mannschaft in 4 Kolonnen, die nah verschiedenen Richtungen hin operiren sollten, Er selbst wollte am 10ten in Martorell eintreffen. Jgualada, wo man sich ebenfalls der Aushebung widerseßt hatte, wurde am 10ften von Trup= pen beseßt. (S. Allg. Pr. Z. Nr. 202.)

3proc. baar 28, auf Lieferung 284. 5proc. auf Lieferung 203,

Türkei.

, Konstantinopel, 9. Juli. Se. Kaíserl, Hoheit der Groß- fürst Konstantin von Rußland ist am 3ten, nach einer Abschieds- Audienz bei dem Sultan, auf dem Kriegs - Dampfboote „„Bessarabia‘“’ nach Nicomedien abgereist, um si< von da nach Brussa zu begeben. Nach Besichtigung der dortigen Gegend will der Prinz nah Nicomedien zurü>fehren und einen Ausflug nah den Dardanellen und der Ebene von Troja machen und sodann am Bord einer russischen Kriegs-Kor= vette Smyrna und einige Jnseln des Arcipels besuhen. Der Kaiserl, russishe Gesandte bei der Pforte, Herr von Titow, begleitet den Großfürsten nah Brussa.

Der französishe Botschafter, Herr von Bourqueney, seiner leßten Konferenz -mit ‘dem Minister der auswärtigen Angele= genheiten darauf, ‘daß die den Maroniten von der Pforte verspro= hene Kriegs-Entshädigung von 10,000 Beuteln denselben verabfolgt werde, da sie sih durch die von den Druseñ verübten Räubereien und Verwüstungen in der traurigsten Lage befänden- und wohl eine aber= malige Entschädigung beanspruchen könnten. Es sei” daher niht mehr als billig, ihnen wenigstens das früher Versprohene zukommen zu lassen, wodurch sie zuglei die Ueberzeugung erlangen würden, daß die Pforte die mit den fremden Mächten - in Betreff des Libanons eingegangenen Verpflichtungen erfülle. Außerdem verlangte er Ent-= schädigung fü? die während des leßten Kampfes von den Drusen zer- störten katholishen Klöster und forderte die strenge Bestrafung der Mörder eines französischen Priesters.

Die Nahhrichten vom Libanon gehen bis zum 24, Juni. Der Waffenstillstand wurde zwar im Allgemeinen beobachtet , doch hatten sih die Drusen wieder Mißhandlungen der Maroniten erlaubt und sogar einige derselben ermordet, weshalb eine mit vielen Untersrif- ten der Maroniten versehene Bittschrist an den französishen Korsul in Beirut gerihtet worden war.

Die Franzosen in Beirut ‘haben zu Gunsten der {wer heimge= suchten hristlihen Bevölkerung des Libanon ein Hülfs-Comité ge= bildet, an dessen Spiye der Vicomte Emanuel de Lemont steht und dem auh der nur zeitweilig in Syrien anwesende Reisende Dr. I. Plichon sich angeschlossen hat. Das Comité hat einen Aufruf an ‘seine Religions - Genossen in Europa erlassen, worin gesagt wird, daß in den Bezirken von Meten, Dschourd, Arkub, Squf, Dgzesin, westlih von der Bekaa, und im Sahel über 150 Dörfer durch Mord, Brand und Raub verheert, Kirchen und Klöster zerstört, die Aerndten vernichtet wordeh seyen, Jn Beirut habe man die geweihten Tempel = Gefäße von denselben türkishèn Solda- ten faufen können, die sie hatten {ügen sollen. Zwéitausend Christen, meist Frauen, Priester und viele Kinder seien umgebra<ht worden. Die L der verwüsteten Ortschaften, an 22,000 Menschen, irre- nun ohne Nahrung und Kleidung in den Gebirgen umher, oder habe si< na< Seida, Zaklé und Deir el Kamar geflüchtet, An die- sen Orten werde zwar des Guten viel sür sie gethan, allein die redte Nothwendigkeit der Hülfe werde erst mit dem Winter eintreten, und auf Frankreich, als Shußmacht des Orients, wären um so mehr Aller

Hoffnungen gerichtet.

drang in

Smyrna, 5. Juli, Jn der Naht vom 3ten auf den 4ten d. M. is ein großer Theil der Stadt Smyrna durch eine der hef= tigsten Feuersbrünste, deren man si seit Menschengedenken erinnert, zerstört worden, Der Brand vom 29, Juli 1841 umfaßte ein wei- teres Feld der Verheerung, aber der gestrige hat reichere und dichter bewohnte Stadttheile betroffen. Das Feuer bra bei einem Sthenk- wirth in der Nähe des Han's von Jmam=Oglu aus, verbreitete sih shnell über das Quartier der großen Tavernen und machte, von ‘dem ‘Nordwinde und der eit mehreren Monaten herr- schenden Dürre begünstigt, rasche Fortschritte im Mittelpunkte der Stadt, wo die meisten Häuser von Holz und die Straßen sehr eng sind. Fast das ganze fränkishe Viertel, das ar- menische bis auf wenige Häuser, das Viertel von Kenurio - Mahala,

von griehishen Kaufleuten und Kat Handelsleute, E die lange Y werker wohnen, dann ein Theil des von 15 Stunden ein Raub der Flammen geworden,

den Brand zerstörten Gebäuden befinden sid die Niederlande und von Toscana, das ehemalige österreii

Hotel, die

türfishen Viert

Anton und ein Theil des griechischen Kasino.

und das Kloster der Franzisfaner, die Kloster der Lazaristen, die Kirche der Die Shiffsmannsh und der französishen Br

ten gerettet werden. Korvette „Adria“

fran Kapuzin

bei diesem traurigen Aulasse dur Eifer und

Die Verluste des Handelsstandes und der B In der Stadt her

nen sind sehr bedeutend,

9 j sche französischen Klöster der Kapuziner und n Schwestern, die armenishe Kirche, das österrei

holifen, in Diensten dex fremden eranio-Straße, wo viele Hand= els, sind in Zeit Unter den dur

Konsulate der

Konsulats= artmherzigen

his<e Spital zum heil.

Die österreichische Kirche zösische Kirche und das er und die Bazars konn=- aften der österreichischen 1gg „„Volage“/ haben si Thätigkeit ausgezeichnet. ervölferung im Allgemei= rs{<t die größte Ruhe,

Handels- und Börsen- Nachrichten.

Marktpreise vom Getraide, Berlin, den 24. Juli 1845,

Zu Lande:

Eingegangen sind 45 Wispel.

Zu Wasser: Weizen (weißer) 2 Rihlr.

und 1 Rtblr, 24 Sgr.; Roggen 1 Rihlr, 13 gr. 8 jn

13 Sgr. 2 Pf.z; Hafer 27 (schle<te Sorte) 1 Riblr, 16 Sgr, 10

Eingegangen sind 495 Wispel 14 Scheffel,

E Mittwoch, den 23. Juli 1845. Das Scho> Siroh 8 Nthlr. 15 Sgr., auch 7 Rthlr, Centner Heu + Rthlr, 5 Sgr., auh 22 Sgr. 6 Pf.

Kartoffel - Preise,

Der Scheffel 17 Sgr, 6 Pf., au 15 Sgr,

Weizen 1 Rthlr, 24 Sgr. ; Roggen 1

7 Pf., au 1 Rthlr. 10 Sgr. 10 Pf, ; Hafer 28 Sgr. 10 Pf.,

Nthlr. 15 Sgr,

au 27 Sgr.

4 Sgr. 10 Pf, auf Rihir,

Branntwein - Preise.

am 22, Juli 165 Rthlr.

ins Haus geliefert) pr. 200 Quart à 54%

Korn - Spiritus: ohne Geschäft, Berlin, den 24. Juli 1845.

Die Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin.

Preise der vier Haupt -Getraide-Arten Monarchie

in den für die Preußische

Marktstädten im Monat Juni 1845

li<hen Dur<schnitte in

L R von Kartoffel-Spiritus waren am 19, Zuli 16$— und am. 24, Juli d,

Sgr, 10 Pf, auch 1 , auch 23 Sgr, 1 F f. und 1 Rihlr. 14 Sgr. 5 Pf,

Rthblr,

15 Sgr, Der j

163 Rthlr.,

I. 16; Rthlr. (frei

Scheffeln angegeben,

oder 10,800 % nah Tralles,

bedeutendften , nah einem monat= preußischen Silbergroschen und

1A N ari Cer pes

Namen der Städte. Weizen | Roggen | Gerste | Hafer X. No T G 79 98177 | 932; | 412- | 3022 2 M T e I S 725 | 55È | 432 | 292 3. Lt N V 70 60 44€ | 332 4. ARETE ae E E 60 58 5 30 De MONLUbUr F“. ¿x0 Ub cite C As 89 70 90 5 fe Fiwuburg « A tage ces 737 | 60 41-è- | 29 A O E eere eor l 575 | 46 36 30 : s. Elbing L e) e A D G 57 |82 39 27 O, E I 1E 562 | 414 | 302 10, Graudenz t l o C DSNBETEE D 57 1915 3617 302 e U oed oroee irc c eee ci 52.2- | 47 9-7 | 34 L U s id Ait Lee A 9375 | 442- | 40 282 La Pen L E E D: 447 | 407 | 3322 T 265 e Wroberg a S 0 91-15 | 4572 | 295 | 26€ 3 Srádstadé E L E 534 | 392 | 325 | 25% C S E 525 | 425 | 312 | 2918 T M a an 48 4277 | 357 | 31 L S 3E 132 [335 [20 F, Braudeuhurd e aide ins 492 | 432 | 332 | 2611 E e N 6815 | 385 | 342 | 25.5 Go Mrantsurt a, bd, O. ees 497 | 412 | 322- 25-2 95. Landsberg a. d. W.....…..... 9275 | 4377 | 30 2128 E Stat L a E iss 2 Ne P A 8, Roda. .(, poneotorp: ros e AE [1E P E [050 T Ea e I 3817 | 947 | 47-5 34 1- 4 Uo 2: R 4 492- | 424 397; | 30" 2. Grünberg... 545 | 405 | 33" | 259 O A A B 4677 | 375 | 312- 262 4: Db 1 A 497 | 39% | 32L | 272 R 60 | 414 | 3311 | 298 0. MUDDPEA l, entl de s dvarbeamin K 66 4977 -| 38,7 |- 232 1: E 5042 | 4315 | 332 | 2712 S 533 | 4518 1 372 | 28 dle L N 62. 100.430. „1 330 10, Leo shüb eee | 562 | 022. | 422 | Z4L A4 Madr s le mer i ae ofvié pte 97-75 | 9075 | 422 382- 1. Magdebura 14 N 2 9217 | 4517 | 3212 270 2. Sl teten e eere aaren 515 125 3247 | 25 2 + L NTAOE 1, ep eber Fee C 9457 | 532 | 35 262 4. Borden eaen, 571 49% | 3247 | 2311 6. Mühlhausen [via bid o | 02 | 295 A A D 00000000 E T1 VD&Tz7 T “X 7. L A A O 5515 Ui | 05 25 E © 6 00000000000 eee VUD T; T2 T7 “O73 1. Münster... m Gi A veoeece { 042- | 69 50 332 2. Minden R a4 s 767 | 632 | 474 | 35 3, Bortthom L 75a F 47 4 M Wi O ae aon oos 82-7 | 085 | 45 4277 A E ls Eo Ca eda e ou edr 67x | 62-7 | 43-5- 33F7- R E 80% | 715 | 56" | 41° S E i an ie 685 | 622 | 46 (34 4. Kret Sett de T 75-5 62, 4 33.2 C T15 | 622 | 45 352- b. Mee i gu oar oaerer tone enes 807 585 424 | 304 è T L s eo eee 000 0 S T - T5 7 R. iei U E R R R be G A 685 | 585 | 53 | 267 B, I «oie ¿p04 ab ote vas Zs TLis | 39915 425 28 T O ak E E a T T 62 92s | 9817 | 302- ; =- D 2 N «eve ree S 595 | 3857 | 297 aa 695; | 562- | 39 30

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