1845 / 207 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

halte ih für nöthig hinzuzufügen, daß, um allem Streit und Mißverständ-

niß zwischen Kornverkäufern und Käufern vorzubeugen, Raa die Herren Gutsbesizer ihrerseits 41) Lie 6

es schr gut

etraide-Transporte

von einem e roarepne V begleiten ließen, der, wenn sich beim Transport

ein Mangel fiädet, verpflichtet wäre, allein dafür vor der

Polizei Rede und

Antwort zu geben, ohne daß dadur der Transport selbst aufgehalien würde, und 2) daß sie ihren Bevollmächtigten einshärften, das behandelte Getraide nit eher in das Magazin abzuführen , als “nachdem der Käufer dasselbe auf den Fuhren besichtigt, über den Preis übereingekommen und ein hin- reihendes Handgeld oder einen Revers gegeben hat über die Menge und Art des gekauften Getraides, des bedungenen Preises, der Art, wie, und

der Zeit, wann das Getraide ins Magazin abgeliéfert werden Zahlungs-Termins.““

Frankreich. Paris , 23. Juli.

soll, und des

Vorgestern haben si< die Minister des

Krieges und der Finanzen“ vom Könige beurlaubt, ter nah Paris ge- kommen war, um den Vorsig in einem Kabinets - Rath zu führen.

“Marschall Soult

geht in Begleitung des Marquis de Dalmatie auf

sein Landgut Soultberg und dann nah Bagnères de Bigorre. Herr Lacave Laplagne begiebt si< na< den Bädern von Coutrexeville in

den Vogesen. : Der Herzog und die den Pyrenäei ab.

Herzögin von Nemours reisen heute nah Am 5. August werden sie in Bordeaux erwartet.

Der Herzog von Aumale wird erst nah der Feier der Julifeste Paris

verlassen, um. si< ins Lager von Bordeaux zu begeben. und die Prinzessin von Sachsen-Koburg sind gestern von Eu abgereist, Der König und die Königin werden

Der Prinz

Neuilly nah fich erst Anfangs

August nah dieser Residenz verfügen. Der Prinz und díe Prinzessin von Joinville werden niht vor Mitte des nächsten Monats von Ran-

dan zurüdkkehren. Der Moniteur algerien vom

13ten d. enthält, wie {hon

erwähnt, einen langen Artifel über die Affaire in der Dahara. Dies

Blatt, das offizielle Organ des âwar, den Lesern die furhtbaren _ es macht aber auch feinen Versuch

General - Gouverneurs, hütet sich Details jenes Vorgangs zu geben,

die Haupt - Thatsachen des vom Akh baar zuerst mitgetheilten Berichts darüber zu bestreiten ; dagegen -

bemüht es sich, dur eine Menge von Argumenten die Nothwendig- eiten solher- Maßregeln darzuthun, und S edigs überhaupt die

ganze Art der Kriegführung in Algier, „Sollte

berst Pelissier‘,

heißt es unter Anderem in dieser Apologie, nachdem auf die Weigerung der

Araber , die Vorschläge des Oberst wiesen worden, „sollte er si< in Folge dieser

Pelissier anzunehmen, hinge- Hartnädigkeit zurü>-

ziehen und den Kampf aufgeben? Hätte er dies gethan, so würden

Soldaten und Offiziere ihn ernstlich getadelt haben? Die

Folgen eines sol<hen Entschlusses würden sehr shlimm

politischen ewesen sein,

denn das Vertrauen der Araber auf die Sicherheit jener Höhlen

würde Zugenommen haben.

Sollte er sie aber mit seinen Truppen

angreifen? Das wäre fast unmöglich gewesen, und jedenfalls würde ein solher unterirdisher Krieg uns großen Verlust an Mannschaft verur4

sat und in menschlicher Hinsicht feine größere haben. _ Mit einer bloßen Blokade,

Befriedigung gewährt welche gegen vierzehn Tage hätte

dauern können, wäre Zeit vershwendet worden, die höchst kostbar war, insofern es si< um die Unterwerfung der Dahara handelte, und

es wäre daun niht möglih gewesen, St. Arnaud zu unterstüßen. Nach Erwägun

Rüfssichten entschloß sih Oberst Pelissier zur

die Bewegung des Oberst von dieser verschiedenen nwendung der Mittel,

welhe ihm der General-Gouverneur für den äußersten Nothfall an-

empfohlen hatte, Dieses trübt, nimmt durch seine aber ím Grunde ist es nicht barbarischer, als zu verschiedenen Zeiten in Europa geschehen, Schrei der Entrüstung erhob, weil man es als ansah. Krieg, Politik und selbst Menschlichkeit dung fast aller no< so energischer Mittel,

gräßlihe Ereigniß, welhes uns Alle be- Neuheit im Kriege unser Urtheil gefangen ; manches Andere, was und wogegen sih kein üunumgängliches Uebel erlauben die Anwen- wenn es gilt, ras<h zum

gewünschten Ziel zu gelangen, Es ist dies sogar im Junteresse der Philanthro-

pie, denn Kriege, zogen werden, richten die Völker Opfer,

welche dur< minder kräftige Maßregeln in die Länge ge- i | zu Grunde und kosten desto mehr Nath diesen -nnbesteitbaren Grundsäyen fragen wir, ob die

Belagerung der Höhlen grausamer is, als das Bombardement und

die Hungersnoth, stehen läßt, Und wird niht zur See seine Flagge streiht, so lange oder ín die Luft fliegt? Das mit seinen nothwendigen Folgen. Wenn die Scenen niht erleben mögen, sto is es ihre Regierungen dahin zu bringen, köunte hierauf zwar einwenden,

au<, wenu ein

Alles sind Parallelen;

welche man Städte und Einwohner in Europa be-

Schif nicht

auf dasselbe gefeuert, bis es untersinkt es ist der Krieg hilanthropen dergleichen ache, die Völker und die daß sie ewigen Frieden halten.“ Man

ob denn die Kabylen und ihr Land

von einer Nothwendigkeit dazu bestimmt sind, den Franzosen unter-

worfen zu werden, {o daß,

wenn sih dies nicht anders thun läßt,

als dur einen grausamen Vertilgungskrieg, ein jeder Akt cines sol

chen gere<tfertigt sei; aber diese

Frage lassen au< die Oppositions=

blätter, welhe den Oberst Pelissier und no<h mehr den Marschall

Bugeaud angreifen, beiseitliegen; sie nen Gränzen zu ziehen, in welhen die

müßten.

daß die Pfortè die Regentschaft Tunis von der Landseite fen zu lassen beabsichtige,

z halten si< blos an den einzel Fall, an die shreiende Fur{htbarkeit desselben und suchen die Mittel des Krieges si< bewegen

Das Journal des Débats äußert sih über das Gerücht,

aus anugrei=-

in einer Weise, die dasselbe eher zu bestätigen

als zu entfrästen sheint; es sagt, das Gerücht scheine übertrieben; aber

do< niht ohne Grund; die Pforte scheine

einen Gebietsstreit zwischen

* zwei Stämmen auf der Gränze von Tripolis und Tunis dazu R Urt

zu wollen, um einen Aft der

Intervention und gleichsam. eine

von Besibnahme auf dem Gebiet von Tunis zu vollziehen; zu sem Zwecke seien seit einiger Zeit zu wiederholtenmalen

lungen türkischer Truppen zu Tripolis gelandet worden; jedo nit, daß die Pforte wirkli< eine ernstliche D gegen-den Bey von Tunis selbst, wie jenes Ger

nehmen wolle; es sei inzwischen níht daran zu zösische Regierung es für geeignet gehalten hate in Konstantinopel genaue Instructionen über diese seuden und dem Divan alle nöthi

mant glaube emonstration <t behaupte, unter- zweifeln, daß die fran- ihrem Botschafter n Punkt zu über- en Vorstellungen zu machen z und

um für jedes Ereigniß bereit zu sein, seien mehrere Kriegsschiffe vor

Tripolis und zwei Linienschisse

Aus Algíer hat das Journal des Débats 16ten d. erhalten, wona< Abd sein und dort aufs neue seine Umtriebe und Jntri

vor Tunis geshi>t worden, ( Nachrichten vom el Kader nah Marokko zurü>gekehrt uen begonnen habén

soll, um die Stämme au zuregen; überallhin hätte er die Mittheilung

gesaudt, er werde in drei Wochen eine neue Bewe Osten machen und wieder einen Einfall mit großer Algerien unternehmen,

ung

na<h dem

treitmaht nah

Die Notabilitäten des Handelsstandes von Paris versammelten

fi< ‘vorgestern im Handels - Tribunal, feuer Richter zu bilden. eröffnete die Geschäfte des Tages mit einer Anrede, ín zugleich eine Uebersicht über 1, Juli 1844, bis zum#4, Zuli 1815, gab.

welche vor dies Tribunal ‘zur Entscheidung gebrg gegen das vorhergehende Jahr um 1

vermehrt; ihre

um ihre Büreaus zur Wahl Der Seine-Präfekt, Graf von Nambutega,

welcher er

e Vgg 25 des Gerichts vom ie Zahl der eie t wurden, hatte d

978

zahl war 44,339, Bankerotte fanden 721 statt, ungefähr eben so viel, wie im Jahre vorher. 7 Dann berichtete der Präfekt über die städtishen Einnahmen oon Paris. Diese haben, wie er bemerkte, seit einigen Jahren hin und her geshwankt, bald steigend, bald fallénd; in diesem Augenbli> aber übersteigt“ die Octroi- Ein- nahme die von demselben Tage im Juli’ 41844 um 1,380,000 Fr. Der Mehrbetrag kömmt hauptsächlih von größerem Verbrauch an Wein und Brennmaterial. Die Ausfuhr von Paris belief si in den ersten se<s Monaten dieses Jahres auf einen R von 71,822,108 Fr., 1,962,733 mehr als..in dem entsprechenden emester des vorigen Jahres. Jn die Sparbanken wurden vom 1, Januar bis 30. Juni d. J. 21,114,018 Fr. in 153,982 Einlagen, worunter 18,181 neue, deponirt; zurü>genommen wurden in derselben Zeit 24,454,000 Fr. 95,490,205 mehr als im gleihen Semester von 1844, gegen welches au der Betrag der Einlagen um 1,797,743 Fr. und die Zahl der= selben um 7005 zurüdstand. Der Präfekt hofft, daß diese Krisis nur von kurzer Dauer sein werde; er schreibt sie dem langen Winter zu, der den arbeitenden Klassen weniger Gelegenheit zu Broderwerb gab und mehr Ausgaben verursachte, fo daß sie ihre Ersparnisse angreifen mußten; nächstdem aber au den Eisenbahn-Speculationen, welche Viele verleiteten, kleine Kapitalien dazu zu yerwénden ; endlich der Arbeitsverweigerung der Zimmerleute, welche ín der lebten Zeit in verschiedenen eschästen Sto>ungen herbeigeführt hat; fo haben im Monat Juni allein die Rückforderungen in den Sparbanken ih auf 1 Million Fr. mehr belaufen, als die Einlagen. Andererseits führte der Präfekt an, daß die Geschäfte des Leibhauses sih im ver= flossenen Semester um ein Zwölftel gegen das entsprehende von 1844 vermindert, woraus er äuf eine gleiche Verminderung der Noth unter den arbeitenden Klassen s<loß. Zuleht spra<h Herr von Rambuteau von dem regen Leben, das sih in allen öffentlichen Arbeiten zeige, und von den vielfachen Verschönerungen der Hauptstadt.

Herr von Sainte-Aulaire, französischer Botschafter am londoner Hofe, is hier angekommen; er hat Urlaub auf drei Monate.

Oberst Jussuf, von den Spahis, is zum Range eines General- Majors befördert worden; do< behält er das Kommando über die eingeborenen Truppen in Algerien bei, i

Die französishen Renten behaupteten si< heute an der Börse nicht ohne Mühe auf ihrem Standpunkte, aus Anlaß der bevorstehen- den Abrehnung. Die günstige Stimmung in Eisenbahn-Actien währt fort. 5proz. 121 Fr. 85 C.; 3proz. 83 Fr. 50 C. ; 3proz. span, 3743 3proz. inl. 283, J pr. Ende Juli, 29 pr, Ende August.

Großbritanien und Irland.

„_ London, 22, Juli. Die Berichte aus Neu - Seeland haben die Regierung vermocht, an die Iun von Truppen zur Ver- Pana der in Australien garnisonirenden Deeres-Abtheilung zu den- en. Eine Artillerie - Compagnie soll soglei von Woolwich direft nah Neu - Seeland abgehen und die Stärke der Truppen in Neu- Holland und Neu- Seeland überhgupt schleunigst auf 4000 Mann gebracht werden,

Am Sqlusse der gestrigen Sipung des Unterhauses wurde die Bill wegen Befähigung der Juden zu Munizipal - Aemtern mit 44 gegen 11 Stimmen zum drittenmale verlesen und angenommen. Ju der Minorität votirte unter Anderen Oberst Sibthorp, der unter allgemeinem Gelächter erklärte, er habe Sir Robert Peel bisher im- mer no< für einen Christen gehalten, jeßt aber, nachdem derselbe sol< eine Bill eingebracht habe, könne er nichts mehr als einen Un- gläubigen in ihm sehen und werde si< über keine Maßregel mehr wundern, die ex einbringe. (

Der Lord-Lieutezant von Jrlánd hat eine CEOEANaNeY erlassen, na< welcher die“ Grafschaft Cavan und einige Theile von Leitrim in 0 em Zustande der Aufregung si< befinden, daß eine bedeutende

erstärkung der Polizei-Soldateu dort erforderlich gewesen ist. , Der „Cámbrian‘“ ‘ist mit 2 Millionen Dollars der chinesischen Kriegs-Contributièn Plymouth passirt.

Die Tory - Partéi hat in diesen Tagen eines ihrer bekannten Parlamentéglieder verloren. Lord Canterbury, seit 1835 Mitglied des Oterhauses. und. als Herr Manners Suttou 17 ahre lang Sprecher des Unterhauses, is plößlich am Schlagfluß U

In einer gestern stattgehabten Versammlung von Pflanzern; Kaufleuten und anderen quf Jamaika interessirten Personen. um über das Rathsame dex ferneren Beförderung der Einwanderun freièr Arbeiter dort zu: berathen, sind mehrere derselben günstige Refolutio- nen gefaßt, wordén. Ein von Jamaika so eben jurüdgefehrtet Gentle- man theilte über die. Arbeiter dort sehr Vor heilhaftes' mit. Die Statistik der: Bevölkerung zeige deren zwar eine große: Anzahl, aber vicle derselben wären selbst Eigenthümer von Grund- und oden, der thre meiste -Zeit und Arbeit in Anspru nehme, - Die Kuhlis \il= derte er gls ungemein brauhbar. Sie würden librigens so gut be- zahlt, daß ste mit se<8monatlicher Arbeit so. viel erwerben, um das übrige Jahr leben zu können, Sie erhalten ‘nämlich für neun Stun=- den täglich ‘4 Shilling, angemessene Wohnung und ein Stück Land zur Selbstnupung, Reis und andere Nahrungsmittel zum Kosten- preise, so wie ärztlihe Hülfe im Falle der Erkrankung. Arbeíten sie länger als neun Stunden des Tages, so tritt erhöhte Bezahlung ein.

Mit einem von Sydney kommenden englishen Schiffe find néun Mann des niederländischen Schiffes „John Henri>““ in Eng- land angefommen, das auf der Reise von Amsterdam nah Batavia in der Nähe des Aequators, an der Felsen = Jnsel Skt, Paul, am 29. Mai Schiffbruch gelitten hat. Von den 33 Personen am Bord retteten sich alle auf die Felsen, welche diese sogenannte Jusel bilden,

umts |

Zehn Tage verweilte der

und von denen der größte 250 Quadratfuß Oberfläche besißt, Ein paar Sceleute kamen rod bei dem naher gemachten Ver- su< um, in einem Boote undvorrath und andexe Bedürfnisse von dem Wra> zu holen, Ein kleines Fäßchen Butter, ein Fäßchen Mehl und etivas Zwieba>, nebst einem Fäßchen Branntwein, war Alles, was mit gerettet war. Die Schiffbrüchigen wurden am 2, Zuni von dem englischen Schiff entde>t, dessen Câpitaín si< über die Lage der St. Paul-Jnsel vergewissern wollte. Man sah dabei zuerst eine holländische Flagge an einem Piahle wehen, und das nah den Felsen abgeschi>te große Boot fand no< 20 Menschen in großer Erschöpfung dort, Es war nämli schon ein amerikanisches Schiff in die Nähe derselben gekommen, und um dessen Beistand sicherer als durch Zeichen zu erlangen, war ein Theil der Schiffbrüchigen in dem bis dahin verwahrten kleinen Boote abgegangen. Der Ämeri- kaner hatte jedo< seine Reise unverrüd>t fortgeseßt, und von den Leuten mit dem Boote war nichts mehr gehört und ge- sehen worden. Die Engländer nahmen sofort af, was ihr Boot mit Sicherheit tragen konnte, und kehrten damit unter Zusage \{leu- niger weiterer Hülfe na< ihrem zwei Meilen davon freuzenden Schiffe zurü>, von dem auch in möglich kürzester Zeit die Schaluppe und das Boot grie wurden, um die auf den Felsen zurüd>= gelassenen elf Personen zu holen, Allein unglü>licherweise erhob sich ein heftiger Wind, die See fiug an unruhig zu werden, und die beiden Fahrzeuge konnten troß fünfstündiger Anstrengung niht an die Felsen gelangen, ja, einmal waren sle ganz aus dem Gesichte des Schiffs, und der Capitain hielt fle {hon für verlo- ren. Sie kehrten jedo< mit Mühe und Noth zu demselben zurü>. Engländer hierauf no< in der Nähe der

Das

und {ühenden Kleidern, und da- sein

na< Euro

Gut fortseßen.

stt-Dampsschiff „Tweed““

in Southampton angekommen. vom 23. Juni und St. Thomas von politishèm Jnteresse sind. Jn dem shon so weit vorgerü>t war, da wird eröffnet werden können,

den Negern im besten Einverständniß.

sehr günstig. X London, 21. Juli, Der

das nicht mit

Triumphen der leßteren, Leiter der Whigpartei, für seine Partei möglich ins Kabinet getreten sein und hätte in

der Mauern der City,

Handels-Reformen Ansichten.

Reform durchbrach,

Schi>sal des Landes von

des Ministers abhing. Es war

gewesen, so hätte auh- Englaud seine der: Nation zu beherrshen, wie mals verlassen. Bewegung,

verkünden und festzuhalten. Grundlage seines Charakters,

niht ein Jota von jener Achtun ment der Stärke ausgeprägt, - zwar nicht thige Manieren, aber durhaus ohne wie der Abkunft bezeichnet seine anze Natur und daun in der Aufrichtigkeit ben und allein fähig, in einem Lande

diejenigen verehren, denen sie Genie, feine parlamentarishe

in seiner Würde, rein und entschlossen, denjenigen aristokratishen Jnstitutionen züge verdankte. :

GLelgi Brüssel , 23, Juli.

ligte Ausnahme für die Zulassun Kaffee und 180,000 Kilogramm

zum General-Lieutenant ernannt und lin, General-Major Willmar , aus der verseßt,

die See ruhiger werden; allein das geschah uicht. gewahrte er endli<h fein lebendes Wesen mehr, mußten wohl umgekommen sein bei dem euer Þr an Wa

St, Paul-Jnsel, in der Hoffnung, das Wetter ute | t u

weilen nit erlaubte, mußte das englische

freien Arbeitern (den Kuhlis) war man sehr

den können, den er so unaufhörlich:tadelte. Aber seine Stunde war no< niht gekommen, Indeß -die wachsende Kraft der Grunds der Staatsmänner des 49ten Jahrhunderts dur den allmäligen Fortschritt der Katholiken-Emancipation und geltend, sondern au< dur< die Bekehrung bi Mitglieder der Törÿ-Partei selbst zu gemäßigteren und vernüns Lord Grey nahm an dieser Bewegung, welche das gebniß Pa Len parlamentarischen Kampfe der, politischen Erzfehung in der Nation war, Anthéil, und als endli< das Volks - Element mit dem Geschrei wurde seinen Händen das Staatsruder auyertt ahr 1831 war einer vou jenen Zeitpunkten, der Weisheit und En#s<lossenb

daß die Y hen si< schwarze Luzernerinnen niht aufhalten, wenn der Haus-

Aber Lord Grey war wohlgeschi>t , zu bewahren. j Er wagte unter dem Aufruhr einer demokrati welche er selbst vorwärts leitete, seine Ordnung Eine wahre Patrizierwürde bildete! und während sein ganzes Leben!

größten Jnteressen des Volkes geweiht war,

verschiedenen Stände der Gesellschaft, des englishen Volkes ausmatht. Person waren die Vorzüge aristokratischer Regierungsweise ; ohne einige jener Mängel, welche sie gen| lih begleiten, wie z, B, ein rüdsichtêloses Benehmen und Ï

flugs von Niedrigkeit und Gemeinheit. hatte doppelte Wurzeln, einmal in dem gen, Er war über alle Versuchungen, gehorden, , i <harssinnigfeit; seine Reden mehr imponirend als überzeugend, und seine la

unversöhnliher als es klug sein mochte. Aber in walt war seine Stellung stets die cines erhabenen Mannes, det, |

den 3 er, D

Die

eigener Proviant länger

hiff endli die

ist mit einer sehr reichen V

an baarem Gelde und Edelsteinen am 20sten d, M. aus Wesi . Es bringt Nachrichten aus Jam

vom 1. Juli, die inde( Jamaika war man eifrig

au der ersten dort angelegten Eisenbahn beschäftigt, ß die Bahn am 4. Oktober Mit den aus Ostindien ingefÿ

usiedenz sie lebe

ie Pflanzer auf den f

zösischen Juseln Martinique und Guadeloupe gehen mit der um, sih ebenfalls ostindishe Arbeiter zu verschaffen, und habe halb bereits bei ihren Behörden petitionirt. Die Aerndteberigh . den britisch -westindishen Jnseln lauten im Allgemeinen nod j

Tod Lord Grey's, \o wm

leßte Zurü>gezogenheit dieses verehrten und gefeierten Staatz von dem bewegten Schauplaß englischer Politik, sind ein G tillshweigen übergangen werden kann. auch ohne Einfluß auf die Begebenheiten des Tages (mit Au der Erhebung seiues Sohues, Lord Howi>, zu einem Sib im h hause), erwe>t es Rückerinnerungen, welhe auf die größten ( in der Geschichte Englands sih beziehen, und mahut uns, daj mehr der Lebte der großen Staatsmänner aus dem Zeitalin| Georgs endlih au bei den Vätern versammelt i|, Von 1764, als Lord Grey geboren ward, und vom Jahre 1786 d zuerst ins Unterhaus und in das öffentliche Leben trat, bi Jahre 1845 eine wie unendliche Mannigfaltigkeit der Erej ein wie überwältigender Rü>eli>! Zwei Richtungen scheint dieser Periode vorzugsweise nah ernauder umfaßt

erste erstre>te si< auf einen leidenshaftlihen Pry gegen und die Erben seiner Regierungs - Grundsäge, in we

oft alle gesunden Zwe>e nationaler Politik der persönlichen Eise und dem Parteihaß geopfert und die Whigs, vom Volke gesürchtet, so weit es ging, von dem großen Kamÿs | geschlossen wurden, der das Stichal Englands bestimmte, Dit

Den

f

t zu haben, } hem 1 vom Hofe proshi

bezog sih auf einen seit dem Frieden beginnenden Kampf, în wh die Prinzipien der bürgerlichen und religiösen Freiheit, der Abs fung der Sflaverei, des freien Handels, der Versöhuung Jrlandé der Reform si< allmälig geltend machten, bis sie eine vollsti Herrschaft in dem britishen Kabinet erlangten und endlih dem0 selbs na< dem Sturze der Whig-Minister, eine Erbschaft for tender Verbesserung hinterließen, die sogar von ihren rüberen nern übernommen wurde. Lord Grey spielte in diesen beiden Ey eine wichtige Rolle, aber ganz besonderen Antheil hatte er an deu ach dem Tode von Fox wurde er der wahi| Im Jahre 1812 würde er, wenn es ij gewesen wäre, unter jeden Umständen

dieser Stellung den Krieg h es geschah nicht sein Feldlager noch außer

machte si<h nicht al

tigt

es und des Fortsdi einen höchst wid

in weldem |

nothwendig,

formbill durgeseßt wurde, aber es war auch - eben so nd wendig, daß der übermüthige revolutionaire Geist, welcher diese 4 derung der Aristokratie des Landes aufgedrungen, in Schranken L halten wurde. Lord Grey that Beides. Wäre er nur cin

Revolution hahen können, das allgemeine Vert Es hat ihn au

opferte er für altbegründete Rechte wel<he das ang Jun

Beimischung irgend einci Ein Adel des Char Laufbahn ; Fine Beständi

Stolz auf seine pers politischen Ueberzeu# selbst die der Gewalt, zu befehlen, wo die Mens Er besaß fein poliki

seiner

nge Opposition und außer der !

mit jeder Fiber seines W/# anhíng, welchen er seine®

en.

Die Regierung hat im Moniteur? Beschluß veröffentliht, welcher bis zum 34, Dezember d, J. die dl! das Geseg über die Differenzial - Zölle zu Gunsten Hollands bet von 7 Millionen Kilogramm Jt! abad> verlängert.

Der belgische Gesandte im Haag, Sat. ese K er ische I

aktiven Armee in die R

Schweden und Uorwégen.

Halmstad, 9. Juli, (A. M.) Am sten, um 2 Uhr Nach- ags, ist Halmstad von einem fürchterlichen Orkan in Be leitung n Öewétter und dergen heimgesuht worden. Ungefähr 20 Ge= ude wurden an verschiedenen Stellen in der Umgegend umgewor= , Bäume entwurzelt und: weit fortgeschleuderi und mehrere Men- beschädigt, Vor dem Orkan und während desselben äußerten “Thiere große Unruhe. Das Wasser trat mehrere Faden weit ¡der Küste zurü> und ward danu mit Gewalt wieder dahin ge- rset, Jn der bei Hulmstad auslaufenden Nisaa sank das Wasser hrend einiger Minuten 4 Fuß unter den gewöhnlihen Stand, stieg rauf und überströmte die ganze Strandfläche. Achuliche Erscheinungen Meere fanden längs der ganzen Küste statt. Man fonnte kaum gegen den nd aufkommen, mehrere Wagen wurden von demselben umgewor= Steine so groß wie Tauben-Eier wirbelten ín der Luft umher, e Dunkelheit wie bei starker Dämmerung hatte die ganze Gegend gehüllt , so lange das Unwetter anhielt. Nach und nah nahm es ind spät Nachmittags ward die Luft wieder klar, das Wetter \{ön. würde interessant sein, zu erfahren, wie weit der Orfan \i< aus- ehnt hat , und ob die Bewegungen im Meere nicht vielleiht mit m Vulkan - Ausbruch oder einem Erdbeben in Verbindung gestan- haben, wie im Jahre 1755, als Lissabon, und im Jahre 1783, Messina zerstört ward, wo man an unseren Küsten ähnliche Er- ingen wahrnahm.

S weiz.

Kanton Luzern. Die Staats=Zeitung enthält Näheres die Ermordung des Herrn Leu, dem wir Folgendes entnehmen ; Sonnabend gegen 10 Uhr Abends Wi sich Herr Leu zu Bett, um 12% Uhr hörte man in seinem S<hlafzimmer einen Schuß; bereitò shlafende Frau erwaht bestürzt, sieht die Bettdeke brennen, dhe sle löst, und ruft die Dienerschaft herbei, In einem Augen- war Alles im Zimmer, und Herr Leu that no< zwei Athemzüge starb, Der Mörder muß auf eine noch nicht ausgemittelte Art das Haus gedrungen sein, den Nachtriegel der Hausthür zurü>- hoben, die Gangthür in das Scblalgemad des Herrn Leu ge- let und mit auf den Leib gehaltenem ewehr denselben meuchlings hossen haben. Durch die nun vorher schon geöffnete Hausthür entfloh ruhlose Thäter. Die Legal-Section wies nah, daß der tödtliche uy nur zu wohl berehnet warz von der re<ten Unterleibshöhle dran fugel dur die Leber, Zwerhfell, Herzbeutel, Herz, oberen Theil ‘hinteren oberen Lungenflügels, zershmetterte die vierte hintere je Und drang am hinteren Theil des Squlterblattes heraus.

Herz wurde in der Richtung des reten Herzohres bis zum ei ganz aufgerissen und daher die Erklärung des {nellen Todes. Ihtersuhungs - Kommission erklärte die aufgefundene Kugel für Stugerkugel. Der Gemordete hinterläßt einen Knaben von b Jahren- und 4 Töchterchen, Die Familie, die Frau, die Mutter die zwei Schwestern, wie seine näheren Anverwandten und alles { von nah und fern, sind so gebeugt, daß nur Alles jammert und i. Aus allen Gegenden des Kantons strömt das Volk herbei. Offenbar ist der Meuchelmord an Rathsherr Leu planmäßig an= gt und ausgeführt worden. Wahrscheinlich hatten sih die Mör- während des Tages in das Haus, das beim Tage gewöhnlich of- stand, geschlichen, si< dort verste>t und um Mitternacht die Mord=

begangen. Die Thüren des Hauses, so wie die der Stuben des Schlafzimmers, waren verschlossen worden, nah dem meuhle- jen Schusse aber standen sie alle ofen, und die Mörder waren

h dieselben entflohen. Jn der an das Haus gränzenden lo>ern e hat man die Fußtritte zweier Flüchtigen bemerkt,

Das durchs ganze Land schnell verbreitete Gerücht, als sei der ere Leu von seinen eigenen Dienstboten oder gar durch seine Hand ordet worden, widerlegt die Staats-Zeitung, „um selbst die falen Gegner vom Gegentheil zu überweisen“, durch folgende Be- le von Augenzeugen: Schon am Freitag sand man neben dem Hause Leiter, und am Abend des nämlichen Tages erhielt Großrath Leu 1 anonymen Brief, worin ihm unter allen erdenklichen Drohungen geschliffenen Mörder-Dolchen gedroht wurde. Doch Leu's gutes vissen kehrte si< ni<t an solches, dessen war er ja gewohnt. Jn feinen Dorfschaft wird kein einziger Hund gehalten, deswegen

d nicht den Thäter verrathen, weil Herr Leu keinen besißt ; das i Thatsache, daß bei dem 5 Minuten entlegenen Bauernhof in nach Mitternacht der Haushund wie wüthend gelärmt hat.

Mörder is wahrscheinli< dur ein Fenster der hinteren Wohn-

t ind Haus gedrungen , hat {nell die Thür geöffnet und dann shwarze That vollbracht. Hinter der Scheune entde>te man her Stroh und andere leiht brennbare Stoffe, was zu der Ver- hung Anlaß giebt, es müssen zwei Thäter gewesen sein, der eine, den Mord zu begeben, der andere, um außerhalb zu warten und, è die That nicht gelungen wäre, sogleih Feuer anzulegen.

Die Cidgenössishe Zeitung enthält folgendes Schrei= aus Luzern: „Sthon wird die Kunde des gräßlihen Meuchel- ds, der an dem gefeierten Volfksmanue unseres Kantons, einem ider Beziehung edlen und biederen Bürger, begangen worden. ist, hem Briefe vorausgeeilt sein. Wehr- und hülflos ward unser

\éherr Le von Ebersol heute Nachts 20 Minuten nah 12 Uhr

seinem Bette gemordet, Schre>lich ist die Lage des Kautons.

Erbitterung ist eine gränzenlose. Unerhörte Exzesse stehen viel bevor, Das Volk in Ruswyl, Hochdorf, Hibkirh unterbrach Gottesdienst und wallfahrtete in Masse nach Ebersol zu Leu's e „Nieder mit den Freischaaren!“ so beginnt es bereits zu tô-

| Rache für unsern Vater Leu!““ das is jeht der Ruf des in

t Seele _ empörten Volkes des Kantons. Morgen werde i

nen vielleicht Schre>liches berichten müssen. Kas. Pfyffer ist aus

Stadt; ebenso mehrere andere Chefs der Radikalen, Die Wirth-

zum „Engel“ ist geschlossen. Mehrere , die si< \hadenfroh nen, sind verhaftet worden. Radikalismué! wohin wirst du uns,

hin das ganze Vaterland no<h führen ? ‘“ i Am 21sten findet die Beerdigung des Ermordeten statt, welcher

ationen des Großen Rathes, des Regierungs- und des Erzie-

-Rathes beiwohnen werden.

S panien.

ô Madrid, 16. Juli, Der Ausstand in Catalonien wird ues betrahtet, aber die näheren Nachrichten, die wir dur< tbriefe erhalten, sind betrübend. i General Concha mít den Truppen gegen Sabadell anrüdte, dort das Gerücht verbreitet, daß die Einwohner, welche in dem te vorgefunden werden würden, niedergemaht werden sollten. Die le Devölkerung flüchtete demna aufs Freie, si dort für gerettet tend, Allein die Kavallerie, an. deren Spiße der General Concha besand, sprengte dur< den Ort und hieb die auf dem Felde ver- melten wehrlosen Menschen, worunter Greise, Weiber und Kinder, T. Gegen hundert Leichname bede>ten die Umgegend. während "ha feinen Mann einbüßte, Jn San Andrés del Palomar er-

979

[essen die Truppen fünf Pesaugenc: Einige Tage darauf fand man ünf an einem Baum erhängte Geudarmeu vor, denen die Rebellen ein Papier mit der Aufschrift: „Für die fünf in San Andrés Er- shossenen“, auf die Bru geheftet hatten. Jn dem Fle>en Olesa dalua dem Berichte des Generals Concha ¿ufolge, die Truppen des

bersten Senespleda 42 Mann nieder, und allen Gefangenen steht Deportation bevor.

Die sunge Königin bemerkte bald bie außerordentlichen Maß- regeln, welhe in Barcelona selb getroffen wurden, so wie die in ihren eigenen Umgebungen herrscheude Bestürzung. Obgleich man ihr die blutigen Auftritte in der Umgegend von Barcelona zu ver- hehlen suchte und den dort erscheinenden Blättern untersagt war, ir= gend etwas darüber mitzutheilen, so versank die Königin doch in die tiefste Betrübniß und bat den Minister - Präsidenten unter bitteren Thränen, die Schuldigen mit Nachsicht zu behandeln, Gerade an dem Tage, an welhem in der Nähe des Königlichen Hoflagers Schuldige und Unschuldige von den Truppen der Regierung nieder= gemeßelt wurden, fam der Königin die Vorstellung des Justiz - Mi- nisters zu, in welcher dieser sie ersuchte, den hier zum Tode verur- theilten, verruhten Meuchelmörder zu be nadigen!- Ju Folge des Andringens der Königin sah endli der Minister - Präsident \si< ge- nöthigt, dur< den Gefe politico vou Barcelona am 10ten bekannt macheu zu lassen, daß die Theilnehmer an dem Aufstande, welche bin=- nen drei Tagen si< vor den Ortsbchörden stellen und ihre Waffen ausliefern würden, niht weiter zur Verantwortung gezogen werden follten. Dieses Mittel scheint eine günstige Wirkung hervorgebracht Und verhindert zu haben, daß die Bewegung nicht einen politischen Charakter annahm. An Rädelsführern , welhe bald Espartero, bald die Central- Junta, bald die Constitution von 1812 als Fahne auf- stellten, fehlte es niht. Am 1lten flühteten 300 dieser Rebellen von Jgualada nah dem Gebirge zu, Villafranca del Panadés wurde an demselben Tage von den Truppen beseßt, und am 12ten traf der General-Capitain Concha wieder in Barcelona ein, nahdem er einige Kolonnen zur Verfolgung der versprengten Rebellen an=- geordnet hatte.

Die Königin wurde darauf mit leichter Mühe überredet, sich dem Wunsche der Minister zu fügeu, nah der Hauptstadt zurü>zukehren. Die Abreise wird morgen zur See nach Valencia erfolgen, weil man unter den dermaligen Umständen weder die Straße über Taragona, no< die über Lerida nah Saragossa einzuschlagen wagt.

In Folge des neuen Preß - Dekrets erschienen die Blätter der progressistishen Partei gestern ohne leitende Artikel, Sie dru>ten nur am Eingange die Art. 2 und 12 der neuen Constitution ab und fügten hinzu: „Dessenungeachtet ist folgendes Dekret (das die Presse betreffende) erschienen. Die monarchis<=religiösen Blätter suchen dar= zuthun, daß eben dieses Preß-Dekret despotischere Versügungen ent= halte, als die Juli - Ordonnanzen Polignac's. Die eigentlichen Or gane des Ministeriums, Heraldo und Posdata, bemühen si<, das Dekret, als unumgänglih nothwendig und als dur< den groben Miß- hrauch, den die Parteien von der Preßfreiheit gemacht hätten, hervor=- gerufen, zu rechtfertigen. Der Globo mißbilligt dagegen das Benehmen der Minister auf das entschiedenste. Er befragt sie, warum sie den Cortes nicht einen- entsprehenden Geseß-Entwurf vorgelegt hätten, wenn die Nothwendigkeit wirklih so dringend gewesen wäre. Warum man nicht dem Schwurgericht eine neue zwe>mäßigere Einrichtung gegeben hätte ? Den bürgerlichen Gerichten die Beurtheilung und Entscheidung von Preßvergehen zu übertragen, wäre Unangemessener als selbs die Ein-= führung der vorläufigen Censur, deun die Gerichte würden nunmehr zu Werkzeugen einer Partei, nämlich der, welche gerade herrsche, und die Richter müßten egen ihre bessere Ueberzeugung stets im Sinne der Regierung entscheiden, da sle voi. dieser nah Gutdünken abgeseßt werden Ffönnen. Noch strenger beurtheilt der Tiempo das Preß = Dekret, Er thut dar, daß -das gegenwärtige Kabinet unter Umständen, die ihm die strengste Geseßmäßigkeit zur Pflicht machen und durchaus keine Abweichung von den so laut angekündigten Grund- säßen rechtfertigen, weit ärgere Willkürlichkeiten begeht, als selbst dem Ministerium Gonzalez Bravo vorgeworfen werden konnten, das doch einen ernstlihen Kampf mit der Revolution zu bestehen hatte. Ob denn die Regierung die Ruhe nicht aufrecht erhalten könnte bis zum Zusammentreten der nächsten Cortes, denen die gesebgebenden Be=- fugnisse zuständen? Der Tiempo sieht die Auflösung der Regierung voraus, falls sie niht auf der Stelle in die geseßmäßige Bahn wieder einlenke, „Die Diktatur des Sábels, die vor der Kraft der Gesebe unter= liegen sollte, zieht die administrative Diktatur mit sich fort, Dics ift niht der Weg, den liberalen Jnstitutionen Anhänger zu verschaffen, und mit ihuen eine stabile, die öffentlichen Rechte und Interessen des Staates s{hüßende Regierung zu gründen.“

Nachdem nun die Minister selbst aus der verfassungsmäßigen Preßfreiheit eine Waffe gemacht haben, deren Anwendung nur denen, die si ihrer bedienen, gefährlih werten kann, muß man um so mehr erstaunen, eine andere Regierungs - Maßregel, von der im strengsten Sinne das ruhige Fortbestehen des Staates abhängt, in den Blät- tern des Ministeriums selbst dem bittersten Tadel unterworfen zu sehen. Die Cortes haben die Budgets bewilligt und den Finanz-Minister er- mächtigt, ein neues Abgabensystem einzuführen, er hat demzufolge die Steuern vertheilt, und nun verkündigen sämmtliche Blätter der mo= derirten Partei, namentlich aber die unter dem Einflusse des Minister= Präsidenten stehenden, das Land könne diese Steuern nicht ershwin=

en und die Regierung niht wagen, sie auf die vorgeschriebene

cise beitreiben zu lassen. Das in Barcelona unter den Augen des General Narvaez erscheinende Blatt el Fomento sagt mit dürren Worten, die Grundeigenthümer von Aragonien hätten bereits erklärt, nicht bezahlen zu wollen, und der Regierung bleibe kein anderes Mittel als das, die Finanz-Dekrete des Ministers Mon unvollzogen zu lassen.

Die Redacteure der progressistishen Blätter hielten mit Zuzie- hung einiger der leitenden Personen ihrer Partei vorgestern eine Be= rathschlagung über die Vermählungsfrage. Als Ergebniß derselben erklären sie heute, für jeßt, da ihnen die e: forderliche Freiheit fehle, keine bestimmte Ansicht aussprehen zu können. Jhr Zwe> wäre nur, vermittelst der Vermählung der Königin, die dur< die Revolution geschaffenen Reformen sicher zu stellen. „Wie aber“, sagen sie, „fönnen wir ein Gutachten über die neueste, auf so befremdende Weise aufgestellte Kandidatur (die des Jufanten Don Enrique) ab= geben? Wenn wir bedenken, daß der neue von den Organen der Regierung in Antrag gebrachte Kandidat einer Familie angehört, die erst vor furzem dur eben diese Regierung mit Zurüseßung und Verachtung behandelt wurde, so sind wir berechtigt, die Aufrichtigkeit, mit der dieser Kandidat aufgestellt wurde, in Zweifel zu ziehen.“

Der Junfant Don Enrique lief am Iten mit seinem Kriegsschiff „„Manzanares“’ in den Hafen von Malaga ein und empfing an Bord den su<h der dortigen Behörden. Gestern war sein Namenstag, und- bei dieser Gelegenheit machten die hiesigen hohen Beamten, Granden, das ganze Offizier-Corps, kurz alle Personen von Rang, die bisher dem Jnsanten Don Francisco den Rüen zukehrten, die- sem in großer Gala ihre Aufwartung. Zugleich lief ein Schreiben des Generals Narvaez ein, in welchem er den Jnfanten beglü>- wünschte, sich eines Sohnes von so ausgezeichneten Eigenschaften und Verdiensten rühmen zu können, Gestern Abend brachte das Dffizier« Corps dem Jnfanten eine glänzende Serenade, und heute wird, dem

Infauten. Don Enrique zu Ehren, die ganze Besaßung von 16,000 Mann yor der Stadt in Parade aufgestlt lohn y

Na<hschrift. So eben trifft die amtlihe Nachricht ein, daß die Königl, Familie am 24sten hier einzutreffen denkt, D e Reisenden, die heute mit der Diligence von Barcelona aukamen, versichern, den Weg frei, jedo in der Gegend zwischen Cervera und alada von Truppen beseßt gefunden zu haben, die auf einen Angriff gefaßt wa- ren. Jn Barcelona waren diíe Straßen mit Truppen angefüllt, und viele Verhaftungen fanden statt, é

3proz, baar 29, auf Lieferung 291,

Griechenland.

28 Athen, 13. Juli, Die Opposition ruht und rastet uicht in ihren C MRIAUdeN das Kabinet uneinig zu machen, um es dana leichter stürzen zu können, doch haben die Minister ihre Augen ofen und vereiteln Schritt vor Schritt die Mahinationen der Verzweis feluden. Ein besonders starker Angriff wird bei der Erörterung des Geseß=Entwurfs über die definitive Feststellung der Synode und der firhlihen Angelegenheiten vorbereitet, wobei alle Streitkräfte der Opposition konzentrirt werden. Doch so lange das Kabinet einig bleibt, hat es nichts zu befürchten.

Bon der Vertagung der Kammern is gar niht die Rede, im Gegentheil, es liegen so viele Geschäfte vor, die zuerst erledigt wer- den müssen, daß anzunehmen is, die Kammern werden gar nicht vertagt und die diesjährige Sibung in die nächstsährige, welche im November anfängt, hinübergezogen werden. Es sind niht weniger als se<zehn Geseß - Entwürfe von den Ministern und mehrere An=- träge von einzelnen Deputirten zu verhandeln. Unter diesen ist au< das Budget, dessen Erörterung, obglei sehr nothwendig, doch ande= ren hat weihen müssen, *.

Wegen des Strandens eines türkischen Fahrzeuges an den Küsten von Negropont ist diese Jnsel aus Vorsicht auf neun Tage in Qua= rantaine geseht worden.

Es scheint beschlossen zu sein, daß die Wiederbeseßung der Kom=- . mandanturen der Gränz=-Corps nit erfolgen soll.

Herr Piscatory is dieser Tage nah Chalcis abgereist, um als Vermittler für Kolettis bei dem General Grisiottis aufzutreten, der in der leßten Zeit das Ministerium niht mehr \o unbedingt unter- stüht wie früher.

Vereinigte Staaten von Uord =- Amerika.

Die Washington Union schreibt über Louis M'Leane, der als außerordentliher Gesandter und bevollmächtigter Minister na< London gegangen i: „Wir wünschen dem Lande Glü zu dieser Ernennung, M'Leane i|st zu diesem öffentlichen Amte erwählt worden, ohne daß von seiner Seite irgend eine Bewerbung statt= efunden hat. Mehrere Jahre lebte er zurli>gezogen, wenn man Mine erfolgreihe Präsidentux der Baltimore und Ohio Eisen=« bahn=-Gesellshaft als eine müßige Zurü>gezogenheit betrachten fann. Zuerst hat er als Mitglied des Repräsentantenhauses, dann als Ge= sandter in England, dann als Secretair der Schaßkammer, dann als Staats= Secretair und wiederum als Gesandter in England einen Namen als Staatsmann und Patriot erlangt , auf welchen sein Vaterland mit Recht stolz sein darf. Er scheint ausgezeichnet befähigt, die gegenwärtige Krisis zwischen beiden Ländern wieder aus zugleichen, Dieser talent- und erfahrungsvolle Staatsmann liber=- nimmt den Gesandten - Posten an dem gewichtigsten Hof während einer der ereignißreihsten Krisen, welhe in den Verhältnissen zwi= schen den beiden Ländern stattfinden konnten, und von deren Aus= gang die bedeutendsten Junteressen seines Vaterlandes abhängen. Er nimmt mit sich an den Hof von St, James große Talente und ausgebreitete Erfahrungen, namentlih in Bezug auf den Hof, an dem er schon früher die Jnteressen der Vereinigten Staaten in so ausgezeihneter Weise vertrat. Klug, fest und umsichtig wird er die Rechte seines Vaterlandes befestigen und aufrecht erhalten, ohne der Rücksicht, welche er der britischen Regierung \<uldig is, Abbruch zu thun. Er is altgläubig in Betreff der großen Fragen, welche jeßt das Land theilen, vorzüglih aber was die wichtigen Fragen von Texas und Oregon anbelangt. “/ ;

Demselben Blatte u wollte Herr M'Leagne bereits am

15, Juli na< Englaud abgehen,

R

Loudon, 22. Juli, Nach Berichten aus Lima vom 20. Mai ist Castillo zum Präsidenten von Peru erwählt worden und steht îm besten Einvernehmen mit Elias und dessen Partei. Ein neues Mis= nisterium war noch nit ernannt, indeß war Castillo unter Beirath von Elias mit der Organisation desselben beschäftigt. Unter diesen Uniständen scheint die Ruhe in Peru wenigstens auf einige Zeit voll=- fommen geslhert.

Ostindien und China.

London, 22, Juli. (B. H.) Der Morning Herald vom heutigen Tage bringt Berichte der Kalkutta-Ueberlandpost, welche (we- gen des Monsuhns um zehn Tage vor der gewöhnlichen Zeit expedirt) Kalkutta am 3. Juni verlassen hat. Aus Ostindien selbs wird nichts von Belang berichtet, als die am 21, Maë in Kalkutta erfolgte Promulgation des bereits vor ein paar Monaten erwähnten Erla es, welcher die Einfuhrzölle für eine Anzahl von Artikeln und zwar zum Theil nicht unbedeutend erhöht. Dieser neue Tarif scheint im All- gemeinen nit sehr günstig aufgenommen worden zu sein,

Die Nachrichten aus dem Pendschab sind sehr beruhigender Na= tur. Sie liefern den Beweis, daß Gulab Singh nur ein Spielball in den Händen der Ranih, der Mutter des Maharadscha, gewesen is, denn von ihr aus Dshumbu unter allerlei Verspreh ungen nach Lahore gelo>t, ist ihm jet nihts Anderes übrig geblieben, als rubig wieder heimzukehren, nachdem die Ranih ihm den größten Theil seiner Schähße abgepreßt und endlich das esirat, den Zielpunkt seines Ehrgeizes, niht ihm, sondern ihrem Bruder Dshowadir b, sei- nem Nebenbuhler, ertheilt hatte. Mit dieser ee der Sachen, welche freilih Anfangs den dur< Gulah Singh's Freigiebigkeit ge= wonnenen Kalsa-Truppen wenig zu behagen s<ieu, in die fie st< aber später gefunden haben, (Bew auch die Lust zu S IeRg ien gegen die ostindisthe Regierung ge|<wunden zu sein, wenigstens glaubt mau, so lange Dschowahir am Ruder bleibt, der Friede nicht gestört wer- den wird. Nichtsdestoweniger will, nah Angaben des Agra Ufkfbbar, der General-Gouverneur unmittelbar nah Beendigung der Regenzeit ein Observationsheer in den Nordwest-Provinzen au ,

Aus Nepaul wird berichtet, daß der General, welcher am 10. Dezember v. J. den Maharadscha vom Thron stieß und seitdem die Zügel der Regierung im Namen des ältesten Sohnes geführt hat, am 17. Mai auf Befehl des entthronten Fürsten in dessen Ge= geuwart ermordet worden is, Der Maharadfha bestieg darauf wie- der den Thron, und sein Sohn ist in seine frühere Unbedeutsamkeit zurüdgesunken,