1845 / 244 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

Einige Läden wurden sogar dur< Polizei - Soldaten

mit Beilen gewaltsam geöffnet. Daneben dauern die fkrie- geris<hen Ma wt] in den Straßen fort. Alle Hauptpläße sind mit Truppen angefüllt, die Kavallerie neben den Pferden stehend, die Zügel am Arm. Nicht ohne sih vielfachen Unannehmlichkeiten auszuseßen, kann man einen Gang über die Straße machen, indem überall Posten aufgestellt sind, die einen Jeden, der etwa stehen bleibt oder den Kopf umwendet, mit dem Bajonnet oder Kolben eine Be- lehrung ertheilen. Entladet si< nun zufällig das Gewehr einer Schild- wache, was bisweilen geschieht, so feuern alle in der Nähe befindlichen Posten gleichfalls ihre Flinten ab und sehen das Leben der ihren Ge- \s<häften nahgehenden Personen in Gefahr. So wäre der ehemalige tarlistishe Chef el Royo, derselbe, welher den alten Zurbano einfing, vorgestern um ein Haar erschossen worden. Schon aus diesem Grunde fann man es den Jnhabern von Läden, die der Puerta del Sol zunächst belegen sind, wohl eben nit verdenken, wenn sie sih scheuen, diese zu öffnen und den Kugeln der Soldaten oder den vor ihnen Schuß suchenden hineindringenden Volkshaufen auszuseßen. Ueber- haupt kann der gegenwärtige gewaltsame Zustand unmöglih noh lange ertragen werden, wenngleih jeßt, nahdem die Bürger zu ge- seßwidrigen Mitteln griffen, die Regierung si<h auf keine dem Rechte widersprehende Zugeständnisse einlassen darf. Da die ganze Besaz- zung, so zahlreih sie au< is, Tag und Nacht unter den Waffen steht, B sind no< einige Bataillone aus der Umgegend heute hier eingerüdt. :

Während so die Hauptstadt des Reiches einen höchst düsteren Anbli> gewährt und Bürger und Soldaten einander gegenseitig ver- wünschen, genießt die jugendlihe Königin in den s< ihrer Gegen- wart erfreuenden Provinzen des ihr bisher unbekannt gebliebenen Glüdes, an dem ungeheuchelten Ausdru>e der reinsten, uneigennübig=- sten Liebe einer dem Throne mit Andacht ergebenen Bevölkerung ihr unbefangenes Gemüth zu laben. Die \{<mud>loseste Darstellung der Huldigungen , welhe der Königin in Guipuzcoa zu Theil werden, ist geeignet, erhabenere Empfindungen zu erregen, als manches für die Sruht der Begeisterung geltende Gediht. Sogar der Gene- ral Narvaez wurde endli<h von dem Schauspiel, welches die vom Anbli> ihrer Königin entzü>te Menge gewährte, hin- gerissen und rief aus: „Jeßt sehe ih, daß es zwei Spa- nien giebt!“ Und man bedenke, daß in den Gegenden, die der Guß der Königin jeßt betritt, kaum eine Familie anzutreffen is, die niht mehrere der Jhrigen im Kampfe gegen die Truppen der Köni- gin verloren hätte. Diese Erinnerungen vers{<winden vor der Erschei- nung der shuldlosen Jugend, und manche gere<hten Wünsche, welche die Bevölkerung im Herzen trägt, überschreiten niht die Lippen; damit die Huldigungen der Liebe und Ergebenheit niht für Berehnungen des Eigennußes gelten mögen. Als die Königin si< am 16ten von S. Sebastian nah Mondragon begab, wurde sie in Ormaistegui, dem Geburtsorte Zumalacarregui's, von dessen Bruder, dem Orts-Pfarrer, mit einer herzlihen Anrede begrüßt. Vorzüglih dur< ihre uner- heuchelte Frömmigkeit hat die junge Königin die Herzen der Basken gewonnen, die sie und ihre Mutter mit dem Rufe: vivan las reynas catolicas! begrüßen.

Den Behörden von Pampelona is amtlih angezeigt worden, daß die Königin ihre erlauchten Verwandten, den Herzog und die Herzo=-

in von Nemours, so wie den Herzog von Aumale, am 4. Septem- er dort empfangen würde. Der General Narvaez hat zwei vortreff- lihe Toledoklingen mit reihen goldnen Griffen versehen lassen und den französischen Prinzen zum Geschenk bestimmt.

Der General Don Manuel de la Concha isst als General Capitain von Catalonien dur< den General Breton, der dieselbe Würde in Aragonien bekleidet, und dieser dur den bisherigen Ge- neral-Capitain von Alt-Castilien, Manso, erseßt worden.

Der portugiesishe Gesandte am hiesigen Hofe, Herr Lima, is nah einer s{hmerzhasten Krankheit am 17ten in Bilbao, wohin er sih auf den Rath seiner Aezte begeben hatte, mit Tode abgegangen. Seit länger als zwanzig Jahren war er fast unausgeseßt bei der diesseitigen Regierung beglaubigt, Der Legations -Secretair, Herr Soares Leal, steht einstweilen der Gesandtschaft vor.

Der Jnfant Don Enrique soll mit seinem Kriegsshiffe von Palma E n segeln, wo si< auch das spanische Linienschiff „Soberano““

efindet. Nachschrift. Diesen Nahmittag wurden alle in den Straßen au p Truppen zurückgezogen, und selbs auf der Puerta del Sol stehen nur no< die gewöhnlihen Schildwachen. Eine bedeu- tende Anzahl Läden wurde wenigstens zur Hälfte geöffnet.

Ein Schneiderbursche, der einen Dachziegel nah dem Gefe poli- tico geworfen hatte, wurde von dem Kriegsgeriht zum Tode verur- theilt und, aller Gegenvorstellungen des Gefe politico selbst ungeachtet, diesen Mittag erschossen.

Türkei.

Konstantinopel, 14, Aug. Die Bewegung in Wan, zu deren Unterdrü>ung bekanntli<h Kiamil Pascha abgesandt wurde, hat einen sehr drohenden Charakter angenommen, den Charakter nämlich einer fanatishen Reaction gegen alle Reformen, die uns die Neuzeit

dern.

1128

gebraht hat. Als das beunruhigendste Symptom dürfte die Errich- tung eines Janitsharen-Corps anzusehen sein, welhem alle no< vor- handenen Ueberreste des alten Janitscharenthums und alle Elemente, die der asiatishe Fanatismus bietet, in Fülle zuströmen. Die Schaar hat si bereits organisirt und einen Aga ernannt. Daß es solcher- gestalt zu äußerst blutigen Konflifkten kommen muß, wobei der neue Janitsharen-Aga wohl die Rolle des Feldherrn der Empörer über- nehmen wird, is kaum zu bezweifeln. Die meisten und mächtigsten furdischen Begs haben sih an diese Bewegung angeschlossen, die weit hinab gegen Süden bis jenseits Mosul in das Gebiet von Bagdad sich erstre>. Hier haben die Araber ihrerseits auch die Fahne des Aufruhrs aufgepflanzt. Von Arabien aus wird aber au< unverzüg- lih Syrien bedroht, wo die Stimmung der muselmännishen Bevöl- ferung nicht geeignet is, der Regierung Beruhigung zu verschaffen.

Persien.

Teheran , 1. Juli. (Journ. des Déb.) Nach dem Tode Abbas Mirza's, des präsumtiven Thronerben von Persien, wählte bekanntlih Feth Ali seinen Enkel Mohammed, als den fähigsten unter den Prinzen, zum Nachfolger. Die befreundeten Mächte billigten den weisen Entschluß. Nah Feth Ali’'s Tod wurde Mohammed von den Unterthanen freudig als Herrscher begrüßt; die fremden Regierungen zögerten nicht, ihn anzuerkennen. Absoluter Schach von Persien, be- durfte Mohammed zur Leitung der Geschäfte eines weisen Ministers ; er fand ihn in der Person des Wesirs Hadschi Agassi, der ihm früher Lehrer gewesen und heute sein unbedingtes Vertrauen genießt. Hierauf trat der Schach eine Reise an, um selbstthätig die Ruhe seiner Staaten zu sichern. Er besuchte das Gebiet am Kaspischen Meer, Chorassan und die noh ferner liegenden Provinzen, wo seine Gegenwart bald allen Un- ordnungen steuerte. Es begann für Persien eine lang entbehrte Zeit der Ruhe und des Glücks, Städte wurden befestigt, Gränzorte in Vertheidigungsstand gesebt, der öffentliche Dienst geregelt, die Finanz=- Verwaltung geordnet, der A>erbau kam zur Blüthe dur< Anwen- dung neuer Bewässerungs-Methoden ; die vorhandenen Verbindungswege wurden verbessert, neue angelegt ; so groß ist jeßt allenthalben die Sicher=- heit der Straßen, daß man das Königreich von einem Ende zum anderen ohne Gefahr durchreisen fann. Der Schach hat si< dann auch aufs thä- tigste mit der Organisation seiner Heere beschäftigt, Jn der Armee ist

annszucht eingeführt worden; der Sold der Truppen wird regelmäßig bezahlt; man hat Zeughäuser angelegt und mit Geschüßen aller Art versehen. Die persis<he Armee is jeßt 120,000 Maun Linien-Trup- pen stark; daneben stehen der Regierung ansehnliche Streitkräfte an unregelmäßiger Mannschaft zu Gebote; die drei Provinzen Fars, Lor und Feyli können allein 300,000 Mann stellen. Seit Nadir Schah war Persien niht mächtiger und geachteter, als es heute is. Herat, Kandahar, Kabulistan beeifern <, die Oberhoheit des Schachs an- zuerkennen ; Turkistan, so lange im Krieg mit Persien, sucht gegenwärtig Schuß bei Mohammed Schach z unlängst sind alle persishe Untertha- nen, die no< zu Buchara in Gefangenschaft waren, frei zurü>geschi>t worden. Während das beste Einvernehmen zwishen Persien und den Gränzstaaten besteht, fährt der Schach, von seinem getreuen Wesir Hadschi Agassi unterstüßt, fort, die Verwaltung des Reiches in allen Zweigen des öffentlihen Dienstes zu vervollkommnen. Er hat in seinem Palast eine Schule! zur Erlernung der französischen Sprache einrihten lassen; hier werden Dolmetscher und Ueberseßer gebildet. Diese Anstalt knüpft ein neues Band zwischen Persien und dem ge- bildeten Europaz sie wird mit der Zeit eine Musterschule für wissen- shaftlihe Gegenstände werden. Schon sind mehrere Zög- linge bestimmt, eine“ Reihe von Vorträgen über Anatomie, Medizin und Chirurgie zu hören, die der Leibarzt des Schachs, ein französisher Professor, Mirza Labat Chan, hält. Die Zöglinge, welche sih auszeichnen, sollen auf Kosten der Regierung zur Vollen- dung ihrer Studien nah Europa geschi>t werden. (Mehrere dieser jungen Perser, den ersten Familien des Landes angehörig, sind be- reits zu Paris angekommen, wo sie fünf Jahre bleiben werden.) Mohammed Schach, obgleih von geregelter Lebensweise und großer Máßigkeit, litt do<h seit mehreren Jahren an öfteren und s{<merz= haften Gicht-Anfällen, die ihn in der Sorge für die öffentlihen An=- gelegenheiten hinderten. Dank der Behandlung Labat Chan's is die Krankheit gewihen und der Schach vollkommen hergestellt.“

Eisenbahnen.

Die K. hannoversche Regierung läßt gegenwärtig dur Offiziere, unter ‘tehnisher Leitung des Jngenieurs, Capitains Dammert, deu Weg zu einer Eisenbahn-Verbindung der hannoverschen Süd= und der Thüringishen Bahn vermitteln, worüber die betressenden Regierungen

vorgängig si vereinigt haben.

Handels- und Börsen - achrichten. Berlin, 1. Sept. Die Börse war heute sehr animirt und sämmt-

Berliuer

Berliner Börse. Den 1. September 1845.

Fonds.

Pr. Cour.

Pr. Cour. Brief. | Geld | g

i

Actien. |5

| Geld.

Sit. SchulJ4-Sch.

Prämien - Scheine d. Seeh.à S0 T. Kur- u. Neumärk. Schuldverscbr. [c Sitadt- Obligationen

Pauz. do. in Th. Westpr. Pfaudbr. Grossb. Pos. do.

do. do. {< Ostpr. Pfaudbr. É Pomm. do. e Kur- u. Neum. do. Seblezische do. do.v.Staat g.Lt. B.|:

| | S8ESES| |

Gold al marco. Friedrichsd’or. Aud.Gldm. à 5 Th. Discouto.

Amsterdam, 3% do. —. 4% Russ. Hope 933. Antwerpen, Frankfurta. 1978. Bair. Bank-Acti Pola. 300 Fl. 1003 Br.

Neapl. —. 5% Span.

Actien 1619.

13% 12

Ausg. —.

Hamburg, 39. Aug. Paris, 27. Aug. 5% Rente fin cour. 121. 65. 3% do. fin cour. 84,

Wien, 28. Aug. Anl. de 1834 1597. Mail. 133%. Liv. 1234.

Brl.Poisd.Eiseub. 202

do. do. Prior. Obl. Mgd. Lpz. Kisenb. do. do. Prior.ObI. IBerl. Aub. Eiseub.|- do. do. Prior.Obl. Düss.Elb. Eiseub. do. do. Prior.Obl. Rhein. Eiseub.

do. do. Prior.ObI. 4 [do.v.Staat garant. Ob.-Schles.E.L.A do. Lt. B. B.-S1.E.Lt.A. u.B. Magd.-Halbst.Eb. Br.-Schw.-Ferb.E. do. do. Prior. Obl. Bonuu-Köluer Esb. 1/7 INiedersch.Mk.v.e. do. Priorität

144

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Auswärtige Börsen.

5% Span. 1

28. Aug. Niederl. wirkl. Sch. 6377. Pol,

Pass. —. Zins]. 74. Preuss. Pr. Sch. —. 27. Aug. ZinsIl. —. Neue Anl. 223. M. , 29. Aug. 5% Met. 1147. Bank-A ctien p, en 749 Br. Hope 92% Br. Stiegl. 90; G. Int. (1 do. 500 Fl. 85%. Bank - Actien 1655. Engl. Russ. 1135. Rente 365. Pass. —. - 5% Met. 1125. 4% do. 1017. 3% do. 775. B de 1839 129%. Noedb. 2134. Gloggu.|

Pesth. 1147. Budw. 93.

1845. 31. August.

Luftdruck

91

Dunstsättigung . Wetter

Wolkenzug ...

Morgens 6 Ubr.

338/19'Par. 337/43’’’Par. 338/04’"Par. Luftwärme .…..|+ 11,3° R.'+ 14,9° R.—+ 10,8 R. Thaupunkt .…..|-+ 10,1° R.|+- 11/,4° R.'-+- trüb.

Meteorologische Beobachtungen.

Nach einmalige

Nachmittags Beobachtung.

2 Uhr.

Abends 10 Ubr.

Quellwärme 7,7°

Flusswärmwme 16,5° Bodenwärme 17, Ausdünstung 0,009 Niederschlag 0/05! Wärmewechsel +1

—+ 7,5° R.

7/3° R. 75 pCt. heiter.

NO.

76 . pCt. trüb. NNW. NNW.

pCt.

Tagesmittel: 337,89" Par... +12,1° R... +9,6° R... 81 pci: Nx

Dienstag, 2.

Genre-Bilder.

Gastrolle.)

Dienstag, 2. Mittwoch, 3. Oper in 3 Akten.

liche Eisenbahnen erfuhren heute eine merklihe Besserung.

Allgemeiner Auzeiger.

[731]

BSeckanntmachungen.

[426] P

Alle diejenigen , welche aus dem Geschäfts - Verkehr der Königlichen Haupt-Bank und deren Provinzial-Com- toirs von ihrer Gründung im Jahre 1765 bis zum Ablaufe des Jahres 1810, insbesondere aus den in diesem Zeitraum ausgestellten Bank-Obligationen, Jn- terimsscheinen, Pfandscheinen, Banknoten, Bank-Kassen- scheinen und ähnlichen Papieren, Ansprüche zu haben vermeinen, werden hiermit aufgefordert, ih innerhalb se<s Monaten, spätestens aber in dem auf

den 9, Dezember cr., Vorm. 11 Uhr,

vor dem Kammergerichts - Referendarius Luckwald im Kammergerichte angèseßten Termine zu melden, Wenn bis zum Ablauf dieses Termins die schrift ihe Anmel- dung weder bei dem Kammergericht, noch bei dem Kö- niglichen Haupt - Bank - Direktorium hierselb, noch bei dem Königlichen Bank - Direktorium zu Breslau, no<h bei einem der. Königlichen Bank - Comtoire zu Königs- berg in r! zu Danzig, zu Stettin, zu Magdeburg, zu Münster oder zu Köln erfolgt, so sollen alle nicht Es Ansprüche aus dem oben bezeichneten Ge- {äfts - Verkehr mit der Königlichen Bank gänzlich er- loschen sein, und zwar ohne Unterschied, ob die Anmel- dung schon. früher irgend wo erfolgt war, oder nicht,

Berlín, den 7. April 1845, Königliches preußisches Kammergericht.

0 Q. Am _a.

Ediktal-Citation.

Der hierselbst am 3, Januar 1794 geborene Büchsen- \shäfter Johann Gottlieb Daniel Voigt, welcher mit seinem Vater, dem in Lissabon verstorbenen Gewehr- fabrikanten Voigt, im Jahre 1807 dorthin ausgewan- dert und im Jahre 1824 nah Potsdam ist, hiernächst aber im Frühjahr 1825 den verlassen hat, um si, seiner Angabe zufolge, nach Bra- silicn zu begeben, und dessen Thlr. ausstehenden Forderungen besteht, wird hierdurch, so wie die unbekannten Erben und Erbnehmer desselben,

auf den 5.

vor den Herrn Stadtgerichtsrath Sie>e im Stadtge- rihts- Gebäude vorgeladen, mit der Aufforderung, sich entweder persönlich oder dur einen gehörig legitimirten Mandatarius, wozu ihnen der Justizrath Tollin oder Dortu, so wie der Justiz-Kommissarius Sello, in Vor- schlag gebracht werden, im gedachten Termine gehörig zu melden , widrigenfalls die Todes - Erklärnng des 2c. Voigt dur Erkenntniß erfolgen und sein Vermögen den bekannten Erben, in deren Ermangelung aber dem Fiskus zugesprochen und verabfolgt werden wird,

Potsdam, den 23. Juni 1845, Königl. Stadtgericht hiesiger Residenz.

Bei

urüd>gefchrt biesigen Ort

Dr. Albert C.

ermögen in circa 800

Mai 1846, Vorm. 11 Uhr, vvell

und die

Citerarische Anzeigen.

Alexander Dunf>er, Königl, Hofbuchhändler in Berlin, Franz. Str. 21, [868] erscheint so eben :

Die Riesenthiere der Ur-

oder das neuentdeckte MISSOURIUM THERISTOCAULODON

(Sichelzahn aus Missouri)

MASTODONTOIDEN

im Allgemeinen und Besonderen, nebst Beweisen, dass viele, nur durch ihre Ueberreste bckannt ge- wordenen Thiere nicht praeadamitisch, sondern Zeit- genossen des Menschengeschlechts waren. Mit 8 'Ta- feln Abbildungen. gr. 8. geheftet:

Koch,

1 Thlr.

[872] Steinhausen. riger Dienstzeit, der Chef - Präsident des hiesigen Landesgerichts

Am 27sten d. Mis. verschied nah längerem Leiden, im fast vollendeten 62sten Lebensjahre und nach 43jäh-

Königlichen Ober-

Ca I E M E SE A e A E a A E i y 9 B D D S R R E I I E R N

Vorstellung : Alessandro Stradella. Zu dieser Verstellung werden Billets zu den gewöhnlichen Oh haus-Preisen verkauft. Mittwoch, 3. Sept. Jm Schauspielhause. 141ste Abonnem: Vorstellung: Das Portrait der Geliebten. Hof=Theater zu München: Jakob von Unstern.)

Königliche Schauspiele.

Sept. Jm Opernhause. 4103te Abonnem Anfang halb 7 Uhr.

(Herr Lang, vom Hierauf :

Donnerstag, 4. Sept. Jm Schauspielhause. 142}te Abonnem Vorstellung: Der Fabrikant. Gastrolle.) Hierauf: Die Mäntel. (Herr Lang: Franziskus, als

(Dlle. Spengler : Eugenie, als |

Königsstädtisches Theater.

Sept. Der Weltumsegler wider Willen, (

teuerlihe Posse mit Gesang in 4 Bildern, von Räder.

Sept. (FJtalienishe Opern - Vorstellung.)

erstenmale wiederholt in dieser Saison: Otello il Moro di Ven

Musik von Rossini.

Verantwortlicher Redacteur Dr. J, W, Zinkeisen.

Gedru>t in der De >ershen Geheimen Ober - Hofbuchdru>erei,

Herr Johann Heinrich Wilhelm Oswald, !

Va Ae Adler-Ordens Zweiter Klasse ml enlaub.

Ausgezeichnet durch reihe Gaben des Geistes und

wissenschaftlihe Bildung war er seinem Könige

dem Staate ein treuer Diener von unermüdeter Y

erfüllung, den Seinigen der treueste Gatte und Ÿ

seinen Untergebenen ein gere<hter und wohlwol y

Vorgesegter. Sein Andenken wird bei uns stets in treuer ehrung fortleben.

Groß-Glogau, den 30, August 1845,

Vice - Präsident, Räthe und Assessoren des Köniß Ober - Landesgerichts.

[731 b] |

Ein Allodial-Rittergut nebst 2 Vorwerken im 8 rungs - Bezirk Marienwerder wünscht der Besiyer zu verkaufen. Das Areal liegt in der Nähe einer C! und beträgt inclusive Wald circa 6000 M. M Der Boden und das Wiesenverhältniß sind gut, werden Brennerei, Brauerei und Ziegelei, so wit rere andere Branchen dabei betrieben, Die baa! zahlung ist auf circa 30,000 Thlr. festgestellt.

usfunft im Königl, Jntelligenz- Comtoir zu

woselbst auch Adressen sub O. 37. angenommen "

Se, Majestät der König haben Allergnädigst geruht :

iesen Beträgen isst die Bekösti gung mit Ausnahme des Weines

4W rheínl, an Gepä> frei mit si< führen.

À zu entrichten. Das Gepä> der Mien bestehen. Waaren müssen besonders verpa>t und als Fradht-

Das Abonnement beträgt : 2 Kthlr. für £ Iahr. 4 Üthlr. - 5 Iahr. 8 Rthlr. - 1 Idghr. n allen Theilen der Monarchie ohne Preiscrhöhung. nscrlions- Gebühr für den aum ciner Zeile des Alg. Anzeigers 2 Sgr.

B

Inhalt.

mtlicher Theil. nland. Nhein-Provínz, he B dess jentsche Bundesstaaten. Königreich Bayern. Kön NIAS Fette ai De arge Kommunal-Garde, h chrei- en urt a. M. er taats- ¿ele Dum u Fürst Staats-Kanzler von Metternich ; esterreichische onarchie. Prag. Grundsteinlegung zu dem Denkmale Kaiser Franz 1. Schreib Ö j i Bebinbangen.) Franz reiben aus Böhmen. (Die Arbeiter- aukreich. París. Bugeaud's Ansiedelungsplan Algier. Be- vorstehende Urlaubsreise Bugeaud's und ldertaie waù Rabplenstánc- en, Das diplomatische Corps, Die neuen Pairs - Ernennungen, Eisenbahn - Frequenz, Schiffsbrand zu Lyon. Vermischtes. Schreiben aus Paris. (Die Verschmelzung der Eisenbahn-Compaguieen.) ‘oßbritanien und Jrland. London, Die Times über die 9 E Me S g ne Doseobautén in Jrland, Aerndte- G ten, richlen vom . Si «Schottland, a Plata Tumult der Arbeiter ín elgien.“ Brüssel. Ertrag der Neue Dampsschiff- ahris-Verbindung mit England, - retung as Texas. / G ERPFINAN s weiz, Kanton Waadt, Der Sieg der radikalen tei, anton Solothurn. Erweiterung v theolo heit Sie Projelt einer Zoll-Vereinigung zwischen Bern und olothurn. n: "emar S E hoher Herrschasten. rxel, Aonstantinopel, Ankunft des Herzogs von N Eubohnen, Börsergguer Didedeta 2 E ndels- und Börsen-Nachrichten. Berlin. Börsen- - eriht, Schreiben aus Frankfurt a. M, (Börse) N V

reicd

Eisenbahnen. Vermischtes,

Amllicher Theil.

Dem Kaiserlich österreihishen Hauptmann vom Genie - Corps,

Rzykowski, dem Großherzogli hessischen Steuer - Rath thy, Staats - Prokurator Dr. Kny n und Rittmeister unv Bri= ler der Gendarmerie, Wetterhähn, sämmtli in Mainz, den hen Adler-Orden dritter Klasse; so wie dem Waffen - Fabrikanten ilipp Joseph Malherbe in Lüttich den Rothen Adler-Orden t ae g verleihen;

ie Wa des bisherigen Ober - Landesgerichts = Raths von ugwibß auf Brieg zum General-Landschafte Revratert dn von der-Schlesien für den sehsjährigen Zeitraum von Johaunis 1845 dahin 1851 zu bestätigen; und

Der Sängerin Leopoldine Tu czek das Prädikat einer Kammer-= gerin zu verleihen.

Se, Königl. Hoheit der Prinz von Preu en i -

h iu Ri E, : E Sao Gie hre Königl. Hoheiten der Prinz und die Prinzessin Karl,

pie Höchstderen Tochter, die Prinzessin Anna Königl, Hoheit, von Weimar kommend, hier wieder eingetroffen.

_… Bekanntmachung. Jn Gemäßheit einer Uebereinkunst mit der Kaiserlich russischen t-Pest-Behörde wird noch in diesem Jahre die regelmäßige Post- o ael en, Un und Kronstadt (St. r g) erössnet werden. Dieselbe wird dur< zwei gr i ‘Dampfs: \ < zwei große eiserne „Preußischer Adler“ und „Wladimir“ ft, von denen jedes mit Maschinen von 310 Pferdekraft versehen m e von 150 Passagieren und 450 Tons Güter ein- (1) it. Bs Abfertigung erfolgt aus beiden Häfen wöchentli< einmal s Stettin : Sonnabend Mittags, Ankunft des ersten Eisenbahnzuges von Berlin, 18 Kronstadt: Sonntag 2—4 Uhr früh, wird bei günstiger Fahrt die Ankunft Kronstadt : Dienstag Abends, Stettin : Mittwoch Mittags haben, on Stettin wird den 13, September der „Preußische Adler“ d u, Kronstadt den 14. September s A) der „Wla- ir“ erstenmale abgefertigt werden. Das Passagiergeld für die Reise von t, Petersburg beträgt auf dem ersten Plaße pr. Person 62 Rthlr, » » Zweiten » » » 40 » dritten » » V Dn

Stettin oder Swinemünde

» »

egriffen. Kinder unter 12 Jahre zahlen die Hälfte. Eheleute und Fami- titub welche zusammen auf ein und denselben Paß reisen, genie fine Moderation von 5 Rthlr. 10 Sgr. auf dem ersten und de Pre! und von 3 Rihlr. 6 Sgr, auf dem drítten Plabe n.

Jeder Passagier auf dem ersten Plaße kann 16 Kubikfu

. , a

¿weiten Plaße 12 Kubikfuß und auf dem dritten Plabe L d Kinder, welche die Passagegeldes zahlen, haben nur die Hälfte dieses Ge- frei, Für das d ber D 1 12 Sar. pr. Kubikfuß assagiere darf nur aus Reise-

et des aßes

Preuß

Nikolaus Beer +, Der kölner Dom-

Allgemeine

erlin, Mittwoch den Ztun Septem

Der Tarif für Wagen and Pferde tanten, ingleihen die Fahrt - Orduun "de Schi i öffentlich aushängenden Ankündigungen zu iee Tutar n e Berlin, den 25. August 1845. General =- Post - Amt.

so wie für Güter und Kon-

Bekfanntmahun

Das zur Verbindung zwischen Stettin und Kron S , i ( adt (St. Pe- Ln bestimmte Post-Dawpfschiff „Wladimir“ hat a dei Sitae iw Ls Liverpool nah Kronstadt an der Dampf =- Maschine eine daeA igung erlitten und wird dadurch ín der Ueberfunft na< Kron= es Po yaen. In Folge dieses Ereignisses wird, in den angefündig= L mäßigen Fahrten zwischen Stettin und Kronstadt (St. Pe= “a S9 es Dampfschiffs „Wladimir“, die Fahrt am Sonntage den N eptember von Kronstadt nah Stettin und am Sonnabend den

-0). September von Stettin nah Kronstadt ausfallen.

Weitere Bekanntmachung wird vorbehalten.

Berlin, den 2, September 1845, General-Post-Amt.

4132 Bekanntmachung, go L des N von Io nach Öitibudr Bekauntmachung ! 1. + Je zur Ausloo i d- Brindiv iris S sung bestimmten 9000 Seehandlungs und an den darauf fol am Tae e n darauf folgenden Tagen von 8 Uhr Vormittags ab i dem großen Konferenz - Saale des Seehandlungs - Gebäudes. mít

uziehüun j / ; , j 7 ues von zwei Notarien und zwei vereideteu Protokollführern,

Das betheiligte Publikum

; seßen wir hiervon mit dem Bemer enntniß, daß wir nah h Bemerken

geschehener Ziehung die gezogenen Num= mern und Prämien durch die bi E I 1A Ma U DOE, < die hiesigen öffentlichen Blätter bekannt

Berlin, den 26. August 1845. General- Direction der Seehandlungs - Sozietät. Kayser. Wenzel,

Angekommen: Se Excellenz der Königlich däni ; S T: + A glih dänishe Geheime Staats - Minister und Chef des Departements der E

i „der a ! e att: Graf von Reventlow =- Crimináil, von Kopen=

Uichtamtlicher Theil. Inland.

Províuz. Der Dichter des Rheinliedes Nikolaus r, der schon seit längerer Zeit gekränkelt hatte, ist am 28, Au- gut, in Hunshoven bei Geilenkirhen gestorben. Nach dem neuesten erihte des Central-Dombau-Vereins zu Köln sind in dem Zeitraum vom 21, Juli bis 26. August d. J. im Ganzen etwas über 6082 Rthlr. als Geschenke für den Fortbau des dortigen Domes eingegan- gen, darunter die shon erwähnten 3500 Rthlr. vou Seiten Ihrer britischen Majestät, so wie die resp. 2000 und 1000 6l. von Seiten Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs von Baden und Sr. Majestät s Bai d, Latnober, Ae: verschiedene Jahres = Beiträge eins-Zttgliedern und Hülfs=Verein s

Gefübr B68 Rhe Qulf einen zum Belaufe von un

Nhein- Beer,

Deutsche Bundesstaaten.

Königreich Bayern. Se. Majestät ter König traf am

29, August Abends in Aschaffenburg ein und begab ih Rie

Tages nah Darmstadt, zu einem Besuche am Großherzoglichen Hofe,

wo der Geburtstag Jhrer Königlichen Hoheit der Erbgroßherzogin

Guta ti gelei ward. Abends kehrte Se. Majestät nach Aschaffen- urüd.,

Königreich Sachsen. Der Kommandant der leipziger Ko- munalgarden hat unterm 1. September folgenden Tagesbefehl an sie erlassen: „Von greitag den 5. September an tritt die Waliste wie= der in Kraft, Die Wache wird daher von den betreffenden Com- pagnieen zur gewöhnlichen Stunde, mit der gewöhnlichen Mannschasts- zahl und mit Spiel bezogen. Auch findet die Retraîte wiederum zur üblichen Zeit statt.“

,__XX Frankfurt a. M., 30. Aug. ürst und die Fürstin von Metternich best üreug ou e Stadt und nahmen preup. Konsul, Herrn Moriß von Bethmann. Nach dem Theater gab der Kaiserl. österreihishe General - Konsul, or Baris Anselm von Rothschild, den hohen Gästen zu Ehren eine Soiree, die über- aus brillant war. Nach der Besichtigun einiger Merkwürdigkeiten der Stadt fehrten der Fürst und die ir in heute Nachmittag auf der Taunus - Eisenbahn auf den Johannisberg zurü>. Der Herr Gürst Staató-Kanzler wird noch einige Zeit am Rhein verbleiben und dann über Böhmen nah Wien zurü>gehen.

Jenny Lind sang gestern zum erstenmale auf unserer Bühne, und zwar die Norma. Troß der doppelten Eintritts-Preise war das Haus überfüllt, der Erfolg ein glänzender.

Die schöne Witterung, die Beendigung der Bade - Saison und die Messe führen unserer Stadt eine große Zahl Fremder zu. Die Meßgeshäfte {einen sih günstig gestalten zu wollen, und außer den Luxus- und Modewaaren, die immer sehr begehrt sind, sind nament- lich die deutschen Baumwollen-Waaren zu steigenden Preisen gesucht. Die englischen Waaren haben feine Nachfrage. |

Oesterreichische Monarchie.

Jhre Durchlauchten der uten gestern vom Johan- das Diner bei dem Königl.

Aufgeliefert werden.

Prag, 23. Aug. Gestern fand die feierliche Grundsteinlegung

ische Zeitung.

Alle Post-Anstalten des In- und Auslandes nehmen Bestellung auf dieses Blatt an, sür Serlin die Erpedikion der Allg. Preuß, ) Zeikung : Friedrichsstraße Ür. 72, .

ber

1845.

nen Kaiser Franz T. am Franzens-Quai errichten wollen re Kai

i Fran h ; iserl. Doy eiten die Erzherzoge Franz Karl, Karl Ferdinand, Res E in und Stephan wohnten der Feier bei und wurden unter Musik und Kanonen-Donner von den Ständen in die mit den Landesfarben STdieres Bauhütte geführt, wo das Modell des Monuments aufge- ent ist. Hier richtete der Oberst-Landhofmeister, Robert Altgraf zu A folgende Rede an Se. Kaiserl. Hoheit den Erzherzog Franz

mam A gunershütterliche Treue mit : un That und durch jedes Opfer zu bewähren, stets das er i O) Böhmens zu ihrem geliebten Monarchen A is und ia Las und sich dem lebenden Herrscher gegenüber ausspricht; so ist diesem Gefühle ein nícht minder lebhaftes verschwistert , jenes der Dankbarkeit und fromm- erfenntlicher Erinnerung an den verewigten Herrscher, an dessen glorreiche eieiseg 2: Meglerung, an die unzählbaren Wohlthaten , die er dem Lande , an die Richtung zum Guten, tvel i ilbri Wi der Zukunst als Laiieritan Stempel aufgedrücti pa AINDASTNNEA ANMENE ,_ Das Denkmal, welches Böhmens Stände dem Andenken an den ver- ewigten Kaiser und König Franz den Ersten hicr in der Mitte seiner ge- trenen Stadt Prag, auf dem mit seinem Namen ges<hmü>ten Quai zu er- richten unternehmen, soll diese Gefühle auf die späteste Nachwelt tragen soll, iu Verbindung mit der Geschichte, den Enkeln erzählen, wie schr Böh- men seinen mit allen Tugenden gezierten Landesvater beweinte, wie ho<- gesciert MAEE ezen, a Erinnerung lebt, wie tief dieselben erkennen er Hingeschledene ihnen war, was sie sei j önigê- mat sud 44 j sie seiner Vaterliebe und Königs _/„Vom innigsten Danke beseelt sind Böhmens Stände zu Sr. Majestät Enian t O u dessen ihuen ertheilte Allergnädigste, Erlaubniß p / ung dieses Mom aiserl. Hoheit gefall sollte, den Ausdru> dieses Gesühls zu den Stufen des Théones Jes n habenen Bruders zu bringen, so geruhen Höchstdieselben , auch den tiesge- [Eten Dauk für Sie selbst, gnädigster Herr, hinzunehmen, daß Sie, den ne der getreuen Stände Gehör schenkend, die feierlihe Legung des Grundsteins Höchsteigenhändig übernehmen und so die Empfindungen der E, RNy dankbaren Ae der ade zu Höchstihrem verewigten Vater Zhren eigenen verschmelzen wollten, welhe im H ürdi Sohnes eines solchen Vaters wohnen,“ : 992 VERIOY, weS s

Hierauf erwiederte der Erzherzog Franz Karl:

(J danke Zhnen für den Beweis der ietät, wel Si j böchstseligen Vater hiermit geben; mit Fugen Enculedimna, e Alter hd a0 Nemmas M are B Treue, welches Sie bier seinem

en weihen, und dies um so mehr, als i ie Versi Ey Fs lede Er Sa geliebt hat.“ als ich Zhuen die Versicherung

„„ Pierauf wurde dur einen ständischen Beamten die auf den feter- liden Aft bezügliche" Urkunde verlesen, von Jhren Kaiserl, vf vin den Erzherzogen Franz Karl, Karl Ferdinand, Joseph Palatin und Stephan „Und dem gesammten Landes - Ausschusse unterzeihnet und der feierliche Akt der Grundsteinlegung selbst vorgenommen, wobei der Gürst= Erzbischof von Prag, Joseph Aloys Greiherr von Schrenk, unter zahlreiher Assistenz die Einsegnung vornahm.

Þ Aus Böhmen,

der Bereitwilligkeit , dieselbe durch

Lu im Aug. Nah einer von dem Gubern{ allen Kreisämtern kürzlich gemachten Mittheilung, is bei der “vie-ties ten Untersuchung der Arbeiter-Unruhen, welhe im vorigen Jahre bei uns stattfanden, sichergestellt worden, daß unter den Fabrik-Arbeitern unerlaubte Geldsammlungen geschehen sind, daß die gesammelten Gel= der, darunter der so {wer verdiente Arbeitslohn der Fabrik-Arbeiter von Einzelnen willkürli< und zu unerlaubten Zwed>en verwendet wor- den sind, feruer daß in den meisten Fabriken unter den Arbeitern die sogenannten Kassen-Vereine bestehen, welche zwar eine menschenfreund=- liche Absicht, nämlich die Unterstüßung ihrer Mitglieder ín Krankheits- fällen und bei eintretender Erwerbs - Unfähigkeit, zum Grunde haben deren Bestand jedo zu gesebwidrigen Vor ängen mißbraucht wird, deren Verfassung niht geregelt und deren Einkommen der willfürli- chen Verwendung Einzelner ganz preisgegeben wird, welche zur Ver= waltung solcher Baarschaften gar nicht geeignet sind. Ueberdies seien diese Vereine mit der Genehmigung der Regierung niht versehen weêwegen {on in dieser Beziehung ihr Bestehen gesebwidrig is. Der Unfug, welcher sowohl durch die unerlaubten Geldsammlungen als auch dur den ungeregelten. Bestand der gedachten Kassen- Vereine in der jüngsten Zeit hervorgerufen wurde, hat daher das Gubernium bewogen, in den Fabriken bekannt machen zu lassen:

1) Daß Geldsammlungen ohne Bewilligung der Behörden verboten sind, daß daher jede solhe Sammlung, welche ohne ausdrüd>lihe Genehmigung der Behörden, zu welhen Zwe>en immer, unter den Sabrifarbeitern vorgenommen wird, streng bestraft werden würde ; 2) daß die Regierung die in den Fabriken unbefugt bestehenden Kas- senvereine der &abifarbeiter nur aus Rü>sicht des ihnen zum Grunde liegenden wohlthätigen Zwe>es nicht sogleich behebe, daß jedo, weil fein Verein ohne amtlihe Bewilligung bestehen soll, sämmtliche Kas= sen-Vereine sogleich unter die Aufsicht der Ortsbehörden zu stellen sind, mit der Weisung, binnen 3 Monaten niht nur die Statuten des Vereins \<riftli< zu verfassen und zur Bestätigung vorzu= legen, sondern au binnen dieser Frist geeignete Judividuen zur Gührung der Kassen zu wählen und der Ortêbehörte zur Genehmi= gung anzuzeigen, Nach fruchtlosem Verlaufe dieser Frist sind die al= lenfalls noch bestehenden Vereine als aufgehoben und geseßwidrig zu erklären und diejenigen, die hieran denno theilnehmen sollten der geseßlichen Bestrafung zu unterziehen. Die Ortsbehörden seien aber an e=- wiesen, den Fabrik-Arbeitern bei der Verfassung der Statuten auf ihr Ansuchen an die Hand zu gehen, damit diese dem Zwelke entspre<hend entworsen werden. Bei dem ferneren geseßlichen Bestande jener Ver= eine sei es aber nothwendig, daß die Kassenführer alljährlich bei einer Versammlung der Mitglieder in Gegenwart eines obrigkeitlihen Com- missairs die Kassenrehnung legen, welhe dann gehörig zu prüfen und dabei besonders darauf zu ehen is, daß keine gesebli<h verbotene Einnahme oder Ausgabe darin vorkomme oder sonstige Unfuge statt= finden. Nach Verlauf der anberaumten und genau zu überwachenden dreimonatlihen Frist sei dem Guberníum anzuzeigen, welhe von den bestehenden Kassen-Vereinen die Statuten vorgelegt haben. Von dieser Verfügung sind auch die Fabrik-Besiter mit der Aufforderung in Kenntniß gesebt worden, die genaue Vollziehung dieser Anordnung mit überwachen Me, n ca Baiietne “iee a Vorgänge der Fahrik=

rbeiter in diejer Beziehung oder \onstige Bed Ä

Ortsbehörde antizeige f n E M

zu dem Denkmale statt, welhes die Stände Böhmens dem verstorbe-