1845 / 276 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

mit der Frage über die den Geistlichen der Neu- Katholiken überhaupi zu

estattenden Amtshandlungen, zu behandeln. : , n Anlangend s den Sin Punkt, so bietet es sich hier von selbst als Ge-

enstand der Betrachtung dar, ob es wohl nothwendig oder doch wünschenswerth i, daß den Neukatholiken überhaupt gestattet werde, ihren Gottesdienst in ‘protestantischen Kirchen zu halten? oder (wie vielleicht die Frage schärfer zu fassen sein würde): ob den Protestanten zu gestatten sei, ihre Kirchen den Neukatholikfen zum gottesdienstlichen Gebrauche zu überlassen ? Allerdings giebt es nicht unerhebliche Gründe sowohl für die verneinende als sür die be- jahende Beantwortung dieser Frage. Wer sie verneinen will, kann für si anführen,- daß die Haltung des Gottesdienstes der Neukatholiken in einer Kirche wenigstens dann keine Sache der Nothwendigkeit sei, wenn blos die noch nirgends sehr zahlreichen Bekenner ihrer Konfession si< dabei einfinden, indem es an den Orten, wo sh dieselben befinden, allenthalben Säle und andere anständige Lokale gebe, geräumig genug, um Diejenigen zu fassen, für welche dieser Gottesdienst eigentlih bestimmt sei, daß übrigens , wenn dies auch nicht der Fall sein sollte, es nur ihre und nicht der evangelischen Kirhe Sache wäre, für Herstellung solcher Lokalitäten Sorge zu tragen und somit daf - behülflih zu sein, daß auch Protestanten der Uebung des neuen Kultus beiwohnen, wo dann der Reiz des Neuen, dessen Macht Niemand bezweifeln wird, leiht Manchen, ja vielleicht, wegen des noh< hinzukommenden Reizes der Nachahmung, Viele bestimmen könnte, die Kirche, in der sie ge- boren und erzogen sind, zu verlassen und zu der neuen Konfession überzu- treten, während doch der evangelischen Kirche von ihrem Standpurkt aus gewiß nicht zugemuthet werden könne, durch eine ohne alle re<tlihe Verbind- lihfeit erfolgende Ueberlassung des Mitgebrauchs ihrer Kirchen die Gclegen- heit selbst hierzu zu bieten; daß ferner für ein Interimistifum die Gestat- tung, in protestantischen Kirchen Gottesdienst zu halten, zu viel und gewisser- maßen für die künftige definitive Mranitng präjudizirlih sei, indem (wie das hohe Ministerium des Kultus in der Beilage zu dem Eingangs ange- zogenen Allerhöchsten Dekrete ausdrücklich bemerkt) „€in Gottesdienst in einer dem öffentlichen Kultus der evangelischen Konfession gewidmeten Kirche unbe- zweifelt den faktischen Charakter einer freien und öffentlichen Religions-Aus- übung beinahe vollständig annehme“, leihwohl aber einesolche zuzugestehen zur Zeit weder von der hohen Staats- egierung noch der unterzeichneten De- putation für rathsam erahtct würde, wobei noch M exwägen, daß es wahr- scheinlih manche Schwierigkeiten haben werde, fün tig, wenn etwa jene defini- tive Anordnung den Neukatholiken ungünstig sein sollte, ihnen den Mitgebrauch der Kirchen wiederum zu entziehenz daß endlich noch keine Garantie gegeben sei, auch nicht füglih gegeben werden fönne, da nicht die protestantische Kanzel von den neukatholiscen Geistlichen zu Mitt eilungen und Erörterungen be- nuyt werde, welche der Würde eines evangelischen Gotteshauses nicht an- gemessen wären, nicht zu gedenken, daß ein solhes Simultaneum leicht zu manchen doch möglich zu vermeidenden Reibungen und ( Perwnen zwischen dem bei der betreffenden Kirche angestellten Geistlihen und den Seelsorgern der Dissidenten führen könne; dag anderen , selbst anerkannten Religions-Gesellschasten, namentli den Katholiken und Reformirten, gleiche Vergünstigungen wohl nur in sehr seltenen Fällen eingeräumt , oft aber versagt worden scin dürsten, und daß aus dem Schoße der Zukunst her- vorgehende neue Sekten sih auf den hier fraglichen Vorgang der Ucber- lassung evangelischer Kirchen an eine no< nicht anerkannte Religions-Par- tei wenn er stattfinden sollte würden berufen können, wodurch cs um

so schwieriger werden dürste, der Verbreitung derselben vorzubeugen. (Schluß folg t.) In Freiberg hat si< ein Actien-Verein zu dem Zwede gebildet, um die Stadt mit Gaslicht zu versorgen.

Konuigreich Württemberg. Se. Majesiät der König ist am 28, September, nah mehrwöchentlichem Aufenthalt zu Meran und am Comersee, wieder in Stuttgart eingetroffen.

Fúürstenthum Lippe-Detmold. Die Geseß-Sammlung für das Fürstenthum Lippe veröffentlicht den zwischen der Regierung desselben und der fürstli<h Thurn- und Taxisschen General-Post-Di= rection durh Kommissarien abgeschlossenen und beiderseits mit höh- ster Ratification versehenen Postvertrag. Es werden dadur< sämmt- lche das Land berührende Posten unter eine Verwaltung gestellt. Der Vertrag ist auf 25 Jahre abgeschlossen und mit dem 1. Okto- ber d. J, in Kraft getreten. | Hiernah is dem Fürsten von Thurn und Taxis die Nuzung des Postregals und die Verwaltung sämmt- licher Posten im genannten Fürstenthum übertragen, jedo sind tem Fürsten zur Lippe alle aus dem Postregal fließenden hoheitlihen und Iandesherrlihen Rechte vorbehalten. Zum Zwe> der Ober - Aufsicht ist die fürstlih lippeshe Regierung, sowohl aus Anlaß erhobener Beschwerden, wie aus eigener Bewegung, befugt, alle ihr dieulich scheinenden Maßregeln zu treffen, namentli<h durch abzuordnende Com- missaire die Post-Büreaus zu untersuchen, alle auf die Posten Be- zug habende Urkunden und Akten si< zur Einsicht vorlegen nnd zur Ueberwachung. der Geschäftsthätigkeit sämmtlicher Post - Beamten im Lande die gutdünkenden Anordnungen ergehen zu lassen.

Freie Stadt Hamburg. Am 2. Oktober wurde in Ham- burg auf dem Plahe des alten Rathhauses unter großer Feierlichkeit der Grundstein zu dem Versammlungs - Gebäude der Hamburger

Patriotischen Gesellschast gelegt.

Rußland und Polen.

St. Petersburg, 26. Sept. Der Ober - Kammerherr, Wirklihe Geheime Rath Graf Jurij Golowkin, hat die Er- laubniß erhalten, ein Majorat zu stiften, welhes aus folgeuden ihm gehörigen Gütern bestehen soll: 41) dem Fle>en Konstan- tinowo im Gouvernement Poltawa, und 2) der Sloboda To-= marowka, im Gouvernement Kursk, mit allen dazu gehörigen Dörfern, Ländereien und Bauern, Die übrigen Güter des Grafen Golowkin werden ni<t zum Majorat geschlagen, sondern nah den allgemeinen Geseßen für diejenigen Erben bestimmt, welche, in gleich naher ver- wandtschaftliher Beziehung zum Majoratsherrn stehend, dur<h Er= rihtung des Majorats niht unmittelbaren Antheil an leßterem ha- ben können, Sowohl dem Stister des Majorats, als auch allen fol= genden Majoratsherren wird das Recht vorbehalten, die Bauern und Hofsleute, auf Grundlage der allgemeinen Geseße, ohne Land freizulassen. Da auf dem zum Majorate bestimmten Fle>en Konstantinowo und den dazu’ gehörigen Dörfern lauter Frohnhbauern ansässig, die Bauern der Sloboda Tomarowka aber auf Pachtzins geseht sind, - so is der Majoratsherr verpflichtet, in Betreff ersterer die allgemeinen Ver= ordnungen über herrs{haftlihe Frohnbauern zu beobachten, wobei es ihm jedo< unverwehrt bleibt, sie auf Pachtzins zu sehen, wenn ihr Wohlstand darunter nicht leidet und das Gut dadur nicht in Ver- fall geräth, von leßterem hingegen den Pachtzins nicht nah der See- lenzahl, sondern nah Maßgabe der ihnen zur Nugnießung überlasse- nen Ländereien zu erheben, Die übrigen Leistungen der Bauern müssen von dem Májoratsherrn, gem den überhaupt auf Zinspacht= Gütern beobahteten Regeln und Gewohnheiten, bestimmt wer- Nah dem Tode des Stifters des Majorats, Grafen Golowfkfin, gelangt sein ganzes Vermögen ohne Ausnahme an seine einzige Tochter, die Fürstin Natalie Saltykoff}, und nach dem Tode der Fürstin Saltykoff gehen die“ Majorats - Güter auf een einzigen Sohn, den Fürsten Alexei Saltykoff, und auf dessen - Nachkommen männlichen Geschlechts in direkter absteigender Linie, nach dem Rechte der A G über. Nach Er öscen des Manns- stammes des Fürsten Alexei Saltykoff geht das Majorat auf die Töch- ter der V Saltykof und ay deren Descendenz männlichen Ge- {lets in folgender Ordnung über: zuerst auf den Sohn ihrer l

den.

1260

ser männlichen Descendenz auf die zweite Tochter der Fürstin Salty= kof, die Fürstin Katharina Dolgorukij, und deren Descendenz männ= lihen Geshlehts, wenn von dieser keine männliche Nachkommen- haft mehr vorhanden is, gelangt das Majorat an die dritte Tochter der Fürstin Saltykof, die Gräfin Sophia Schuwaloff und deren Descendenz männlichen Geschlechts; endlih nah Erlöschen des Mannesstammes dieser Leßteren vererbt si< das Majorat auf die vierte Tochter der Fürstin Saltykoff, die Gräfin Maria Potozki, und auf deren männliche Nachkommenschaft, Jm Falle des Erlöschens der ganzen männlichen Nachkommenschaft der erwähnten Kinder der Fürstin Natalie Saltykoff geht das Majorat in derselben Ordnung auf ihre Nachkommenschaft weiblichen Geschlehts nah dem Rechte der Primogenitur über, Wenn aber die ganze mänulihe und weibliche Descendenz der Tochter des Grafen Golowkfin, Gürstin Natalie Salty- foff, ausgestorben is, so fallen die das Majorat bildenden Güter, welche vom Kaiser Peter l. den Vorfahren des Grafen Golowkin verliehen worden, an die Krone zurü>, mit den übrigen Gütern aber muß gemäß den allgemeinen Gesetzen verfahren werden. Da das Majorat nah dem Ableben der Fürstin Natalie Saltykoff ihrem Sohne, dem Fürsten Alexei Saltykoff zufällt, seine Schwestern und seiner verstor= benen Schwestern Nachkommen aber , statt der ihnen nah den Ge=- seßen in - der Erbschaft zukommenden 414ten Theile, die Slobode Pawlowka und das Kirchdorf Kasarinowo zum erblichen Besiß nah allgemeinen gutsherrlihen Rechten erhalten sollen, so dürfen diese Güter, welche zur Entschädigung der bezeichneten Erben bestimmt sind, bevor sie in ihren Besiß gelangen, weder veräußert, no< verpfändet werden. Alle Majoratsherren sind verpflichtet, zu ihrem Familien- Namen und Wappen, eine weiblihe Besißerin des Majorats aber, zu dem Familien-Namen und Wappen ihres Ehemannes, den Familien=- Namen und das Wappen der Grafen Golowkin mit Kaiserlicher Ge- nehmigung hinzuzufügen. Diejenigen, welche si dessen weigern, können das Majorat nicht erben,

Frankrei.

Paris, 29. Sept, Der Prinz und die Prinzessin von Salerno haben si<h vom Schloß Eu nah Paris begeben. Jn Eu wurde am 27, September die Taufe des jungen Prinzen von Sachsen - Koburg in der Schloßkapelle vollzogen. Jn Toulon sah man zum 3. Oktober der Ankunft des Herzogs von Monpensier mit dem „Gomer““ entgegen.

Im Moniteur liest man: „Wir haben im vorigen Monat zur Kenntniß gebracht, daß der Marine-Minister in Verbindung mit dem Minister der öffentlichen Arbeiten den zu ihrem Departement gehörenden Ingenieuren den Austrag gegeben hat, alle Mittel zu erschöpfen, um zum Bau eiserner Schiffe zu gelangen, wie in England , wo diese Bauart mit Erfolg angenommen i, Die von den Ingenieuren, welche die großen metallurgishen Anstalten des Landes besuchten, gelieferten Aufschlüsse lassen die Verwirklichung dieser Bauart als nahe betrah- ten. Alle der höheren Behörde übersandten Berichte versihern ein=- stimmig, daß in einer sehr kleinen Anzahl von Jahren die jeßt durch die Schienen und andere Lieferungen für die Eisenbahnen beschäftigten Eisenhütten fähig sein werden, die Bedürfnisse für den Bau von 2000 Schiffen von einem Gehalt von 200,000 Tonnen zu liefern.“

Ueber die Lage der Dinge auf Madagaskar bemerkt der C onsti= tutionnel: „Die Würde unserer Flagge is von den Hovas verleßt wordenz Gewaltthätigkeit und Raub wurden an unseren Nationalen verübt. Wir haben die Beleidigung zu rächen, Entschädigungen für den Raub zu fordern und eine Niederlage wieder gut zu machen. Es handelt si< zudem darum, ob wir für die Zukunst das von der Königin erlassene Geseß, welches unsere Nationalen von der Insel Madagaskar ausschließt, gelten lassen können. Die Engländer haben dieselben Beschwerden und dieselben Jnteressen, wie wir, Was wird nun die Regierung thun? Wird sie das bereits ohne Erfolg und ohne Resultat versuhte unwirksame Bombardement der Forts an der Küste wiederholen lassen? Die Königin wird in ihrem Palast von Emirne darüber la<hen, sie wird warten, bis die Kugeln zu pfeifen aufhören, und dann nichtsdestoweniger ihr Geseh aufre<ht erhalten. Wird das Ministerium eine Expedi= tion in das Junere des Landes unternehmen lassen? Es wäre dies cin hartes Stück, sowohl wegen des Widerstands, den unseren Trup- pen die Bevölkerungen und besouders das Klima von Madagaskar entgegenseben würden, als au< wegen des Widerstandes, dem man im Rath der Königin von England begegnen würde. Endlich , wird sich die Regierung darauf beschränken, zu protestiren, und wird sle in solcher Weise die uns zugefügte Beleidigung ungestrast, unsere Rechte miß- achtet, unsere Nationalen beraubt lassen ? ¡ese Schwierigkeiten, welche entsprungen sind aus unvollständigen Jnstructionen, die man gegeben, und aus dem Verfahren, welches man eingehalten , erwarten cine Lösung.“

s Nach dem Courrier français hätte der sardinische Konsul in Marseille si< geweigert, die Pässe von Don Carlos nah Genua zu rens und ihn damit an den sardinischen Gesandten nah Paris

ewiesen. G Herr Thiers wird von seiner Reise dur<h Spanien über Lissabon und London direkt zu seiner Familie nach Lille zurü>kehren.

Frankfreih hat am Kanal und an der dem Ocean zugewendeten Küste 123 Leuchtthürme und Feuer zur Richtschnur für die Schifffahrt und 30 am Mittelländischen Meere,

>x Paris, 29, Sept. Die für Frankreih und gauz Europa

so wichtige Quarantainen-Frage is, nachdem schon früher die Sanitäts= JIntendanz zu Marseille, dann die Munizipalität gegen die durch Ver- ordnung vom 20. Mai d. J. angeordneten Milderungen der Quaran- taine-Maßregeln für die aus Griechenland, den jonischen Jnseln, Tu=- nis und Marokko, dann aus den Antillen und den Staaten von Nord und Mittel - Amerika kommenden Schiffe, Reisenden und Waaren nachdrü>liche Vorstellungen an die Regierung hatten ergehen lassen, nun auch im General=-Conseil des Departements der Rhone-Mündungen, zu welchem die Stadt Marseille gehört, angeregt und in gleihem Sinne, wie von der Munizipalität von Marseille, aufgefaßt und entschieden worden, Auch dieses Gencral-Conseil, aus welches die Vertreter derStadt Marseille einen überwiegenden Einfluß üben, findet die Milderungen, die-jene Ver- ordnung gebracht hat, im höchsten Grade gefährlih und spricht sich für Wiederherstellung der früheren strengeren Maßregeln aus. Auch die Munizipalität von Toulon, welhe Stadt dem Departement des Var angehört, hat - einstimmig ganz gleihe Schritte gethan, wie die von C anerge, und zwar auf den Bericht einer eigens dafür nieder- geseßten Kommission, welche aus acht oder zehn niht blos der allge- meinsten ung genießenden, sondern au vollkommen sachverstän- digen Männern bestand. Diese Männer, meist Schiffsrheder, Marine- Aerzte, Capitaine, die dur< lange Beobachtungen und Erfahrungen, gesammelt auf vieljährigen , oft wiederholten Reisen nah den von der Pest oder -dem gelben Fieber gewöhnli heimgesuchten Ländern, vollfommen in der Stellung waren, ein jedenfalls auf Ueberzeugung egründetes und daher Beachtung verdienendes Urtheil abzugeben, rien si{< gleih der Munizipalität von Marseille einstimmig für

die Aufrechthaltung der Meygen Sygrainite aus, und die Munizi-

palität von Toulon erho e auf ein bestimmt motivirtes Gutachten gestüßten Anträge sofort einstimmig zum Beschlusse, Marseille und

London, 29. Sept, (H. B. H.) Heute fan Wahl hier statt. Sie traf mit abermaliger Umge Wood (dem man Ungerechtigkeiten in der Leitung sellschaft vorwirft) auf den Alderman Johnson.

teten Festmahle in Thurles wieder begonnen.

war, is in der Besserung. Belgien. Brüssel, 30. Sept.

Arbeiten eingesandt, ein großes Diner. Eine englische Gesellschaft will einen Dampf

Dampfschifffahrt, errichten.

heren und Middelburg unterhalten. einé Dampfschiff-Verbindung zwischen St. Petersb

begründen.

gestört werden. i L | alle Unruhen zu unterdrü>enz die Garnison ist

Soldaten haben Patronen erhalten. ) wachsam, und so hofft man, daß keine weitere stattfinden werde.

in Liverpool eingegangenen

Staaten und Mexiko. und aus Corpus Christi in Texas, wo die Truppen d

terey. Einem Gerüchte zufolge, sollte Lebterer Grande überschreiten, Arista, der bereits eine tion an seine Truppen erlassen hat, Der Staat Yukatan verweigerte no< immer j Kriege gegen die Vereinigten Staaten. Aus de wird vom 18, August wählt “worden ist und enheiten, Arroyo, Krieg, und Castillo, Finanzen) Die vom Kongreß autorisirte Anleihe von 10 M

friegerishe Operation unthunlich. La Plata - Staaten.

nos Ayres vom 22, Juli, welche derselben

riht über das

die der Kriegs - Minister sener Republik in eine 10. Juli bekannt macht, und die also lautet:

von der Regierung beauftragt, dem Kriegs-

dem Unterzeichneten nicht gestattet is, zutheilen, daß die Räumung des Gebietes vo

hat die Ehre 2c. Da die Nahricht von der Ueberreichung Angabe des vorstehenden Aktenstü>s \<on vo Regierung von Montevideo amtlih angezeigt w Uebergabe an den Diktator O nicht erst, über England eingegangenen Berichte wissen

obige À

am 22, Juli in Buenos =- Ayres eine Antwort

Pad>et (das Einige als ein Organ von Ro

Erfolge der Schritte des französischen verzweifeln. riht des Ministers des Jnnern von Uruguay

daß ‘die Gesandten der beiden verpflihtet hätten, die Unterthanen der

tenen Staaten von jeder ferneren Theilnahme hen Buenos-Ayres und Montevideo fern zu h zu sorgen, daß Rivera nicht wieder auf dem Der leßten Bedingung is in den englishen B

Partei bestehe.

vor, seßt indeß auseinander,

den Frage zu diesem Resu den Rechte von Buenos Ayres) geführt hat,

testen Tochter, der verstorbenen Fürstin Helena olizyn, Fürsten Juri Golizyn, und dessen männliche Descendenz, nah dem Aussterhen die-

das General-« Conseil der Rhone - Mündungen stehen also in ihrer Opposition nicht allein da,

geringsten Zweifel, ‘daß. die ‘guten Dienste der

Grossbritanien und Irland.

O'’Connell hat seine Agitation zu Gunsten der Repeal am 9 v. M. mit einer energischen Rede bei einem ihm zu Ehren ver } die Sahe no< mehr zu verwi>eln, jedenfalls

Graf Spencer, der an einer Gedärm-Entzündung heftig erhy

Marquis von Rumigny gab vorges den französischen Malern, die bei der hiesigen Kunst-Ausstellung

Dienst zwischen der unteren und oberen Schelde, so wie eine F

Es sollen Schiffe nah Gent und

werpen fahren und die täglihe Verbindung zwischen Seeland, g Dieselbe Gesellschaft wil

Der Messager de Gand von gestern berichtet, daß Ruhe Gent herrshe, und man erwarte, daß dieselbe au ferner nit w Es sind indeß Vorsichts - Maßregeln getroffen,

Vereinigte Staaten von Uord-=- Amerika.

London, 29, Sept, (H. B.) Die Nathrichten des gis Dawpfschiffes „Caledönia“/ aus N Jork vom 15, September beschränken si< auf einige Mittheilu über die gegenseitigen Kriegs - Rüstungen zwischen den Vere Aus Mexiko fehlen noch dende Nachrichten. Die Berichte reichen aus Tampiko bis zum M

ten stehen, bis zum 30, August. General Taylor hat nur 2— 3000 bei sich und hält sich, Justructionen erwartend, in der Defensive. Die kaner unter Arista stehen in gleicher Stärke bei Matamoras, einem kleineren Gerüdte cuba das aber verstärkt werden sollte, hi1

siegessichere Proch auf Corpus Christi marshi

emeldet, daß Herrera zum Präsidenta ein Ministerium (Pena, auswärtige A

früheren Berichte geben sie bekanntlich auf 15 Millionen an) noh nicht zu Stande gekommen, ohne die Anleihe aber wär

Die Hamburger Börsenhalle giebt Nachrichten aus Y

Barkschiff „Sirena“ zugegangen sind und den ersten amtlid% Ÿ von dem französischen und englishen Gesartn Diktator Rosas übergebene Ultimatum mittheilen. von dem Montevideo Nacional vom 12, Juli publizirten! theilung des Staats-Secretairs des Junnern von gn enthil

„Der Unterzeichne Minister anzuzeigen, d derselbe es der würdigen, die Hauptstadt vertheidigenden Armee kunt daß der glüd>lihe Zeitpunkt der Beendigung ihrer heroischen Anstre gen vor der Thür ist, Das Departement des Junern hat so ebe liche Mittheilungen von Jhren Excellenzen den bevollmächtigtei nistern von Frankreih und England in Buenos-Ayres ihm die Versicherung dieses glorreihen Endresultates geben, D sich über den Jnhalt | Mittheilungen weiter zu verbreiten, so beschränkt er sich darauf

argentinishen Truppen und die Entfernung der argentinischen macht aus dem Hafen von Montevideo verlangt worden sind, / Unterzeichnete beglü>wünsht den Minister ob dieses Ereignisse freut si<, daß derselbe berufen ist, es dem Heere mitzutheileh (unterz.) Santiago Vasquez.‘“

stattgefunden haben, und es ist daher die andere Version wahr licher, der zufolge sie schon am 2, Juli stattgefunden hat, M eig ur Frist, welche Rosas gegeben worden sein soll, sprif!

tenstü> ebenfalls nit, und es muß demnach vorläufig df gestellt bleiben, ob wirkli<h eine so kurze Frist ertheilt worbil So weit die Nahrichten reichen, is wenigstens so viel gewiß, |

Ultimatum anitlih noch nicht bekannt geworden war. : dem in Buenos-Ayres, unter der bekanntlich sehr wenig skrupl Beaufsichtigung der argentinischen Regierung, erscheinenden Bri!

: fas felbst haben beze! wollen) Gewicht beilegen, so hätte si< zwar das Ultimatum i Fassung, wie es eingereiht worden ist, keiner günstigen Aufnaht! erfreuen gehabt, aber es wäre noch Feineôweges an einem en und englischen Gesanudkt Das British Pa>et theilt nämli den obige

einigen Umschweifen die Richtigkeit desselben an, intervenirenden

auf einer ausdrüdlihen Anerkennung seiner Rechte ‘als krieg j Diesen Punkt hebt au das British Pat! daß diese Bedingung nothwendi damit die Jütervention als von vollkommen neutralen Mächte! gehend angesehen werden und die Ehre und Jnteressen der 04 an Republik nit denasas Mpiw:s Funke n aws inzu:- „Sobald die gehörige Erkenntniß des. Wesens er ven |

y 5 Îtate (der Anerkennung der friegfi Vie die Unabhä

mit Erfolg gekrönt werden R d die Lord-M isentanten der Vereinigten Staaten unterstügt hung des Ald,

einer Actien „g ns.

d von dieser angenommen worden

(welhe- bekanntli<h jeder

¿ den vorstehenden Aeußerungen abnehmen zu dürfen,

hedingt ablehnende Antwort auf qnfreihs noh nicht erfoigt ist, Nah Berichten aus Montevideo hatte Oribe di

er durh Nivera von der Präsidentur des S

aats-Angelegenheiten zu berathen.

London, 29. Sept. (H. B. H.) Das getroffene Dampfschi „Caledonia“’ hat über New aus Buenos-Ayres vom 26. Juli überbracht Unterhandlungen des französischen

{i - Schlepyf

urg und Autyesas gänzlich gescheitert sind. E, die beiden Gesandten haben darauf Bue

und Franzosen genommen und Oribe peremto iden, die Belagerung von Montevideo au fzubebe verstärkt, uh Wyertiser fügt aus Privatbriefen esen, daß bereits mit Oribe wegen der Ucberg

Störung der bereit den sel. Die Mittheilun

Ä

britische, so wie eine französische Fregatte zu

rine-Soldaten gelandet worden.

zumal da sie durh die des Re-

e der (epretabhen Regierung schon vor (quget Zeit angeboten

r: ees s ist diese Hinweisung -auf die Mitintervention der Vereinigten Stag- | Intervention europäischer Máthte in erifanishe Augelegenheiten entschieden abhold sind)

das Ultimatum Englands und

guay in der Zusammenseßung, wie sie im Jahre 1838 stattfand,

de, in die Nähe von Montevideo berufen, um über wichtige

gestern in Liverpool

und englishen Gesandten mit Rosas hat alle Vorschläge z ur ü >=

sen, die argentinishe Escadre vor Montevideo war vou den Eng-

| I Le j / | von Buenos - Ayres Die Polizei is ebensallz (Mu, Montevideo sei furz vor diesen Ereignissen so hart bedrängt

i des britishen Gesandten (die oben er= ut worden is) habe diese Unterhandlungen rü>gängig ga leh sei der Stadt Proviant und Munition zugeführt und resp. i i isch ihrem Schuß au

n Seiten der Halbinsel stationirt, au< ein Corps franzö

werden würden,

wohl möglich, nur deu Zwe> aber \heiut man daß eine e Legislatur von

taates vertrieben

- Jork Nachrich- , denen zufolge

nos-Ayres ver- rish aufgefordert n. Der Boston no<<

abe unterhandelt

immer endi

er Vereinigten 6 Ct Haben wir bis hierher nur von den Vorzügen

ohen, welche die englische Aristokratie besißt und Parebei

bei Bejar de Staate offenbart. England is groß geworden du j, sagten wir, und behaupten he Aristokratie st fritische Lage zu verseßen. Sie is es vor je hier die Entwi>elung eines gesunden us verhindert hat, indem sie den Besiß der höch ate S D pra von 1688 pru naÿm und England fo sehr au

alôò das spâter mit R S A d igthum änfétidé erhielt zu einer arhisher Form mate.

ede Theilnahme r Hauptstadt Y

bereits gebilde! illionen Dollars

Die Folge davon war,

bigen übrigen Elemente eines wohl orgauisirten Staates, ein star=

Kinigthum, ein starkes Bürgerthum und ein st ög) wurden und das dasür emporkommende aften Aristokratie wohl den Staat auf eine pt und des' Ansehens bringen konnte, umtwehlfahrt aller Unterthanen vernachlässigte. Es i n Beschränkung der Königsgewalt der vermittelnde jen fehlte, welher das Gleichgewicht der versch Staatskörpers erhält und die Fürsorge für das W ir eine herrshende Stand dagegen, wenn er n seine eigene Macht und Sicherheit niht angegr en ließ, was da geschehen wollte, und demnach strialiómus si<h der Erfindungsgabe fs unter günstigen Umständen bemeistern founte, \

mit dem hanbi

m Tagesbefehle

bte Geld - Aristokratie mit allen den selbstsüchtig erhalten, (i Eigenschafteu eines solchen Standes, ' finer mit ihm zuglei aufwachsenden besißlosen

twährendes Uebel erzog. n Uruguay du

ffratenstand geknüpft blieb und auh hier ) des Monarchen für die Land - Bevölkerung wiederum statt eines kräftigen Bauernstandes ose Arbeiterklass e, vas Elend der &abrikbevölkerung vermehrt.

des Ultimatuni Stellen wir deshalb den Sab auf,

r dem 410, Zul orden is, so fai wie einige der

wollen, am $, MWlidlich

ite Pflege des demokratishen Elements

? Ethaltung einer starken Aristokratie.

dung mit der leßteren Een das Volk geh assen, - aber nicht, wie in

! weil es aus freier Erkenntni

Stolz und sein Heil darin findet.

von Rosas af! Wn England hat die Verfassung der Grundeigent

Will mat

eu Einfluß der Demokratie unmöglich gemacht. um hinzuzufügen, daß wir unter dem Einfluß ine Pöbelherrshaft ‘oder,

s phâre des Staatslebens. Wenn man aber erbietet, so is es zur Ausübung irgend eines

mit und erk inzu gu von ihnen an vede Streitt alten und au? Schauplaße et erihten nit

! diesen Antheil jemals haben föunte. mt welchem die englishen Staats-Oeckonomet g die Civilisation sich L Besitz gründet, man muß die Debatten d

wel<en man si< selbst gegen den Gedanke

f zu bewilli

7, U begreifen, Patrizier und Proletarier, Zeflärtesten Geister in England das Jdeal

hegen wir l

beiden Bevollmî : : Stagtes, unmöglich machen muß,

Die Aristokratie Englands. (Schluß. Vergl, Allg. Pr. Ztg. Nr. 275.)

i so dürfen. wir au nicht unseren Bli>k vor ihrer Schatten eite hließen, welche si<, wie man viellcicht glauben ite } # persönlichen Eigenschaften, soudern in den Folgen ihrer Stellung

jeßt, daß auf der anderen auh dazu beigetragen hat, es ín

Staats - Orga=

ausshließli< für si< allein

Georg 11. vollends ohnmächtig gewordene aristokratishen Republik mit

le hohe Stufe der aber die Begründung der

und Energie des englischen telle cines kräftigen Bürgerthums eine auf Handel und Fabriken der als der geborene

uug, der Arbeiter, \ih fundgab und dem Staate damit ein Weil aber auf der anderen Seite der } des gesammten Grund - Eigenthums fest an den herrschenden

die, auf Tagelohn angewiesen, das Land bebaut

i daß es ohne cine starke fratie Feine gesunde Existenz eines Staates gebe, so lehrt uns jn wieder die sociale und politische Gestaltung Englands, daß tistokratie alleiù, und mag sie noch so stark sein, einen Staat machen kanu, daß vielmehr ein starkes Königthum und ge d eben so nothwendige Jungen sür die Gesundheit eines geordneten Staatslebens sind, Das Königthum soll in

ngland, weil es ohnmächtig muß, will, weil es seine Ehre, sei=

den politischen Charakter der Nation bestimmt und den wohl-

d wie man es zu nennen beliebt, „die \netät des Volkes“ verstehen, sondern vielmehr die freie Thä- * eines kräftigen Bürger- und Bauerknstandes in der ihm zukom-

gasäbig, und das Volk,-die Menge, hat in England nicht allein kei- eil am Grundbesiß, sondern man begreist auch niht einmal, Mau muß das Mitleid

auf die Theilung des Bodens und

C agearbeiter ein Stücfchen Land für seine persönlichen Be- wordenz dagegen haben sfe bemerklih gemacht, daß mee füh finen Anhänger dés ari U Od S E O a z d Gie Mai 1845), hören, wie er ausruft: „Die Wohlfahrt j Mit, des Landes fordern, daß die arbeitenden Klassen kein fel zu ihrem Unterhalt haben, als ihren Arbeitslohn““, das ‘ist e für

di der Gesellschaft, / diese enge Basis der sozialen Ordnung die Gesammtwohl= hewicht ngigkeit des Einzelnen, also au ‘das möglichste h in der Vertheilung politischen Einflusses über alle Glie= liegt auf der Hand, Aus

und Vortheilen dem Lande ge-

nicht in r< seine Aristo= Seite

eine allen Dingen, sten Gewalt im

ilhelm IIT. no

daß die noth=

arker Ländstand Regiment einer

Denn da - bei Geist des Mo-= iedenen Glieder ohl Aller trägt, ur des Reiches iffen fand, ge=

ein zügelloser

o erhob si< an en und despo-

Klasse der Be=

die sorgende fehlte, so er- eine gleichfalls

orchen und si

hums-Verhält=

Wir brauchen der Demokratie

dem Volke den Einflusses im

auf. die Länder

es Parlaments n erhebt, dem

1261 diesem Grunde ist denn au< das Hauptziel der j j land, die Charte und allgemeines Siiireke m NNLOs o mir gens die gegenwärtige Ordnung der Dinge um estürzt werden, das is Jeßt no< Unmögliche gesehen, daß die Aristokratie aufhört, au-= ¿uführen, und das Proletariat anfängt, zu besiben. Í Wie unmögli der Einfluß des demokratischen Elements in England ist, eigt am deutlihsten eine nähere Betrachtung der Fol= gen der Reform = Aft j 8 E e. Es war dies der erste umfassende Versuch um dort den Wahlen eine demokratische Grundlage zu geben, die Demokratie überhaupt in dem Staate die ihr zukommende Stelle ein= nehmen zu lassen, Aber was geschah? Mit Ausnabme der Schweiz, die nur Munizipal - Regierungen hat, und der Ver- einigten Staaten, welhe, so lange als sie das viele unbe= baute Land des Westens no< als einen Ableitungs- Kanal der Anarchie vor sih habeu, als ein fertiger Staat niht in Betracht kommen Fönnen, giebt es fein Land in der Welt, wo das Wahlrecht si weiter ausdehnt oder tiefer ins Volk herabsteigt als in England. Alle Pächter sind Wähler, deren Güter bei 60 Jahr Pachtzeit 10 Pfd., bei 20 Zahr 5 jährlihen reinen Ertrag ge , 40 Jahr 50 Pfd. jährlihen reinen Ertrag geben; jeder Einwohner în der Stadt fann sich auf die Wählerliste schreiben lassen, wenn er ein Haus oder den Theil eines Hauses von 10 Pfd. Ertrag inne hat, und es wird nach diesem Census ungefähr [mmer unter süuf erwadsenen Männern Einer zum Wählen zugelassen. Dennoch hat diese Maßregel, we 1 Urhebern ausdrüdlih zur Herstellung eines Gleihgewichts zwischen der Aristokratie und Demokratie durchgeseßt wurde, die leßtere um nichts gebessert, im il die Herrschaft der ersteren bedeutend verstärkt, Im Jahre urtheilte Lord John Russell dies Resultat no< folgender- maßen : „Die Reform- Akte“, sagte er, „hat Tausenden von Men= schen die politischen Rechte eingeräumt, welche sie vordem no< nicht besaßen; zu gleicher Zeit hat die Aufklärung si verbreitet, ein Ge= fühl der Unabhängigkeit die Geister dur<hdrungen, uud man hat mehr Antheil an den öffentlichen Angelegenheiten genommen. Aber auf der auderen Seite steht der Einfluß des Besibes, ein Einfluß, der zum Heil und Unheil der Massen oft mit Tyrannei ausgeübt wird. Ein Kampf hat sih sogleich zwischen den beiden Gewalten entspon- nen, der größte Theil der Wähler übt sein freies Ret und kümmert sih nicht um den Willen der Grundbesißer, während diese wie früher herrschen wollen und ihre Pächter nah ihren Wünschen stimmen zu lassen si< bemühen, Bald werden wir zu einem besseren Zustand der Dinge gelangen, in welchem der Einfluß des Grundbesibers nicht mehr mit dem Rechte der Wähler in Streit gerathen wird. Die öffentliche Meinung ist stark genug, um diesen Fortschritt zu bewirken.“ Dieser Gortschritt indeß, welchen Lord John Russell vorhersagte , ist bis jeßt noh< nicht gema<ht worden, und das Skandal der Wahlen von 1841 hat Alles übertroffen, was man bis dahin in dieser Art erlebt hatte. Herr Macaulay, das beredte Mitglied für Edinburg, war deshalb der Wahrheit näher, als er in derselben Debatte sagte : Die Refórm=Bill hat die alte Gewohnheit der direkten Ernennung (die verrotteten Fle>en) aufgehoben oder in enge Gränzen einge- {räukt, aber sie hat cinen neuen Anstoß der Anwendung von Ein=- shüchterungsmitteln gegeben, und zwar, in einem Augenbli>e, wo sie Tausenden von Wählern das Wahlreht verlieh. Wenn man auf das Geschrei ctwas giebt, welches si< niht etwa blos aus dem Schoße der einen oder anderen Partei, sondern auf Seiten der Tories so gut wie auf Sciten der Whigs und Radikalen in England, Schottland und Jrland erhebt, so siven viele Mitglieder in diesem Hause, welche ihre Erwählung den dur< Furcht entrissenen Stimmen verdanken, Jede Tyrannei ist verabsheuungswerth, aber die \hle<teste Tyrannei ist diejenige, welche sih mit dem Schein der Freiheit {müd>t. Unter der Herrschaft einer unvershleierten Oligarhie wird das Volk doch nur von denen regiert, welhe es nicht aeg hat, dagegen muß es bei dem Einschüchterungs - System der olfswahlen zusehen, wie es nit allein von denen regiert wird,- die es nicht gewählt hat, souderu wie ihm auch niht einmal die Greiheit der Wahl zusteht, welche die Geseße einräumen. Eine große Anzahl menschlicher Wesen wird auf diese Weise reine Maschine, vermittelst welher die großen Grund- besißer ihren Willen ausdrücken.“ Man sieht hieraus, daß die Reform - Akte die politischen Rechte viel weiter ausgedehnt hat, als es der. soziale Zustand Englands ver tragen kann. Das Parlament hat demokratishe Geseße flir ein Land gemacht, wo die Demokratie nicht existirt, und die einzige Folge da- von war, daß der aristokratische Einfluß seinen Charakter änderte, indem er heute, statt wie früher direkt die wenig zahlreie Wähler= schaft zu bestimmen, auf Umwegen -die zu politischen Rechten zuge- gelassene Menge nah seinem Willen lenkt. Die Unterdrückung, wenu ste stattfand, hat der Bestehung Plaß gemacht, und so würde sich au die Charte, das ewige Ziel der Radikalen, zum Vortheile der großen Grundbesißer und der Kapitalisten wenden, wenn ein Parla- ment jemals so wahnsinnig sein sollte, fle zu geben. Es mag dies genügen zum Beweise dessen, was wir oben gus- gesprochen haben, daß nämlich die Aristokratie Englands die Eutwi>e= lung eines gesunden Staats - Organismus verhindert hat, indem sie einerseits das Königthum ohnmähti machte und eben dadurch auf der anderen Seite das demokratische Element im Staate gänzlich vernachlässigte. Das Elend, welches wir heute in den unteren Klafsen Engländs verbreitet schen, hätte nicht diese Ausdehnung erlangen fönnen, wenn die Königsgewalt die leitende Macht geblieben wäre. So, wie es is, haben uicht alle Klassen der Nation- au dem Fort= s{hritt, den sie gemadht, Theil nehmen können, und das Anwachsen ihres Reichthums is uiht Jedem nah Verhältniß zu gut gekommen, Die Reichen sind reicher, die Armen ärmer geworden, so daß, wenn heute die englishe Gesellschaft, in Rücksicht auf die Anzahl ihrer Mitglieder, reiher und mächtiger als jemals und als irgend eine in der Welt ersheinen muß, ihre unteren Reihen dafür eine beispiellos niedrige Stufe dex Kultur einnehmen und vou einem bis dahin noch unerhörten Elend heimgesucht sind. Die Aristokratie selbs fängt an, sich über dies Mißverhältniß zwischen dem Haupte und den Gliedern des sozialen Körpers zu beunruhigen, Lord John Russell zeigte es im vorigen Jahre, als er im August den bekannten Antrag stellte, den Zustand des Landes in Betracht zu uehmen. „Die Unzufriedenheit, sowohl in den A>er= bau- als Fabrik-Distrikten“', sagte er, „ist fortan eine Thatsache, ‘die von Allen eingestanden wird. Judem man diese Frage betrachtet, ist es unmöglich, nicht zu erkennen, daß, sei es aus Mangel an Geseben oder troß aller Gesebe, die arbeitenden Klassen in diesem Lande nicht dieselben Fortschritte im Wohlsein gemaht haben, als die anderen Klassen der Nation. Wenn man bedenkt, was England heute ist und was es vor 100 Jahren, 1740, war, so muß man erkennen, daß die oberen Klassen sehr viel an Auswand und Pracht gewonnen haben, auch daß die Hülfsquellen der Mittelklasse (Geld-Äristokratie) für den Komfort und die Genüsse des Lebens bedeutend gewachsen sind; aber betrahtet man die Lage der arbeitenden Klassen und vergleicht die Menge der Lebens - Bedürfnisse, welche sie in der Mitte des vorigen Jahrhunderts \ih von ihrem Arbeits¡ohn verschaffen konnten, mit der= jenigen, welche ihnen ihr Arbeitslohn feht gewährt, so werden wir bald überzeugt sein, daß das Volk nicht in gleichem Grade mét den anderen lasen der Fclellsaft an dem Fortschritt der Civilisation und der Wissenschaft theilgenommen hat.“

d aE U G R über die ( rdige Geständniß ablegte: „Díe l „ein großes Land, wie das unsrige in ae enwärtiger Zei ist die Anhäufung des Eigenthums in Verbindun it der es denisichoi Ungleichheit, mit welcher es vertheilt ist.’ Jndeß der Lord ommt bald nah solhen für seine Zuhörer gewiß ni<t angenehmen Präwissen zu ohnmächtigen Shlußfolgerungen : ¡Wir haben den Beweis in den lebten Jahren gehabt“, sagte er, „daß die Steuern mit ihrem ganzen Gewicht auf denjenigen lasteten, welche sie am \<wersten aufbringen fonnten, während die reichsten Klassen niht nah dem Verhältniß threr Mittel besteuert wurden. Im Jahr 1840 brachte der damalige Schaß-Kanzler zur Wiederherstellung des Gleich= gewichts in den Finanzen einen Zuschlag von 5 pCt, anf alle Con= sumtions - Steuern und einen Zuschlag von 10 pCt. auf alle direkten Steuern in Borschlag. In dem ersten Fall war die Consumtion nicht im Stande, die Erhöhung der Steuer auszuhalten, und“ die Maß- regel bewirkte einen solchen Ausfall in der Einnahme, daß der Er= trag nur um 1 pCt. stieg; im zweiten Fall waren die Reichen fast allein die Besteuerten, und die Einnahme zeigte ohne Schwierigkeit eine Erhöhung von 10 pCt. Es war natürlih, daß wir die Ein= fommen-Steuer, welche wir auferlegten, für eine Steuer hielten, welche dem Volke zum Vortheile gereichen müßte, und obschon dieselbe die Reiben traf, welhe schon die direkten Steuerú aufbrachten, so ha= ben diese lebteren do<h keinen Ausfall , vielmehr einen beträdchtlihen Zuwachs ergeben.“ So glaubt Lord Stauley die Ungleichheit , mi welcher der Reichthum in England unter den verschiedenen Klassen falis e A S S aufzuheben, daß er die Aristo= des Landes auf eine Zeit das geringe O ißi Theils der Einnahme bringen läßt! Ee ce E Die Ungleichheit der Besteuerung is nur eine von den Formen, | 1 die politishe Gewalt in England, die Aristokratie, die Ungleichheit des Vermögens begünstigt, und wenn man jebt ernstlich eine wemger parteïishe Tendenz in die Gesebgebung ‘bringen wollte, so müßte man am Ende alle Gesébe, vom ersten bis zum lebten, ver= bessern. Man hat berechnet, ‘daß das Grund - Eigenthum, welches während der dreißig Jahre der Regierung Georg's 1. ein Sedstel, während der 33 ersten Jahre unter Georg 111, welche den amerifani= schen Krieg umfassen, ein Siebentel, und von 1793 bis 1816 nur cin Achtel und eiu Neunutel der Steuern des Landes aufgebracht hat, scit dem lebten Kriege bis zur Einrichtung der Einkommensteuer im Jahre 1842 nur mit dem 24sten- Theil jährlich an den Staatélasten

Lord Stanley geht no< weiterz er beschränkt i< nit blos

betbeiligt gewesen ist, und dabei ist wohl zu merken, daß während dieser leßten Periode der Werth der Grundstüde und der Ertrag sich fast verdoppelt haben. „Das Eigenthum, auf welchem die Einfom-= meusteuer lastet‘, sagte Lord Monteagle in derselben Debatte (4. April 1845), „batte im Jahre 1803 einen Werth von uicht über 74 Mill. Pfd. St., und in dieser Summe sînd noh die 18 Mill. mit einbegrif= fen, welche das Einkommen unter 150 Pfd repräsentiren, so daß der eigentliche Werth des jeßt der Einkommensteuer unterworfenen Eigen- thums damals nur auf 56 Mill. geshäßt werden kanu, Der gegen- wärtige Werth dieses Eigenthums beträgt aber 181 Mill. Pfd. Jch weiß allerdings, daß ein Theil dieses Zuwachses anderen Ursachen zugeschrieben werden muß, als der Ausnahme von der Besteuerung, aber es ist erwiesen, daß das Eigenthum des Landes niht in fo starkem Verhältniß aufgehäust wäre, wenn die Besteuerung förtge= aneon hätte, das Einfomuen, welches die Besißer zogen, zu be= asten.“

Wir wollen nicht eine trübe Zukunft ausmalen, welche \i als die Folge eines solhen Zustandes der Dinge dem fernen Dat auf= dringt; wir wollen vielmehr hoffen, daß England noch Kraft und gesunden Sinn genug besie, auf dem Wege allmäliger Reformen seine fraukfe soziale Lage und demzufolge seinen Staats-Organismus zu bessern, aber wir müssen auf den gegenwärtigen Zustand der Gesell= schaft als auf die Folge eines ausschließlich aristokratischen Regiments aufmerfsam machen, welhes im Anfange wohl fähig gewesen sein mag, seinen Beruf zu erfüllen, das indeß im Laufe der Jahre unter neuen we<selnden Verhältnissen auch bei dem besten Willen förmlih ge- zwungen worden ist, seinen Beruf zu vernachlässigen und demselben zuwider zu handeln. Es is das ein Beweis von der Unhaltbarkeit des ausschließlich aristokratishen Prinzips im Staate und von der Nothwendigkeit der Erhaltung eines starken Königthums, so wie der Gleichstellung der verschiedenen Glieder des Staats= förpers gegenüber dem Throne. Ju der englishen Gesell= schaft ist das Loós der unteren Klassen Ohnmacht und Skla- verei, das der höheren Allmaht. Das Volk bleibt ewig unmündig und unfrei; es kann nur seine Unzufriedenheit äußern, agitiren und revoltiren, und das thut es. Agitation unten, Besorgnisse oben, das ist der gegenwärtige Zustand Englands, Die Aristokratie ‘ist sou- verain, aber sie kaun nit ruhig schlafen; sie hat immer und ewig das traurige und shre>hafte Bild jener hungrigen Bevölkerung vor Au-= gen, die heute ihr Brod verzehrt und no<h nit weiß, wo sie es morgen heruehmen wird, jenes England, das, wie Carlyle (Chaëtism by 'T. CGarlyle) sagt, „danieder liegt, frank und unzufrieden, auf dem Lager ohnmächtig si á m das Fieber es gefesselt hält, und trübe und fast verzweifelnd in seinem Elend, seiner Nad>theit, seinem Stumpsfsinn, uud seinen Kummer verzehrend,“

Eisenbahnen.

X Zittau, 24. Sept. Heute fand hier die zweite General Versammlung der Löbau - Zittauer Eisenbahn - Gesellschaft statt; 37 Personen mit 1917 Actien vertraten 162 Stimmen. Die Gesammt-= Stimmenzahl, mit Jubegriff der dem Staate zuständigen Stimmen, belief si< aber auf 202, Nachdem der Vorsißende im Direktorium, Herr Ober=«Zoll-Jnspektor von Nostib aus Zittau, einen einleitenden Vortrag gehalten hatte, ward der Geschäfts - Bericht vom 31. Juli 1845, jedo vorbehaltlih der Entschließung über den Fortbetrieb des Braunkohlenwerkes am Kummersberge bei Zittau, dessen Acquisition dur die Umstände geboten gewesen, einstimmig genehmigt. Herr Regierungs - Referendar Milde erklärte, anlangend den Fünftigen Bahnbetrieb, daß das hohe Ministerium des Jnnern für jeßt nicht beabsichtige, von dem $. 10 der Konzessions - Bedingungen der hohen Staats -Regierung vorbehaltenen Rechte, ein Abkommen zwischen der Löbau-Zittauer und Sähsish-Shlesischen Eisenbahn-Gesellschaft we= gen Uebernahme des Betriebes auf der Löbau - Zittauer Eisenbahn Seitens der leßteren Gesellschaft dur< ihre Dazwischenkunft zu ver= mitteln, ‘Gebrauch zu machen, demnah aber dem Vorhaben des Di= reftoriums, den Betrieb für eigene Rechnung der Löbau - Zittauer Cisenbahn - Gesellshaft zu übernehmen, Seitens des hohen Mi- nisteriums zur Zeit ein Bedenken niht entgegen stehe. Der Herr Vorsißende des Direktoriums stattete einen Bericht über die in den Monaten Juli, August und September dieses Jahres geschehenen Fortschritte ab. Aus demselben ging unter Anderem her=- vor, daß die Expropriation auf der Linie Zittau-Bertelsdorf vollendet sei, bis Ende August 5075 Cllen Planie hergestellt und zu diesem Zritpunkte 1472 Mann und 20 Pferde beim Baue t) äftigt gewe=- sen, daß 772 Tons Schienen im Transport begriffen seien, der Bau der Restauration am zittauer Bahnhofe in der Hauptsache beendigt worden, der Angriff des Viadukts im Schülerthale ‘bei ethau, zweier Mandaubrüden bei Scheibe, einer interimistishen Werkstätte ,Z inglei=

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