1845 / 310 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

arbeiten für alle unter 18 Jahren nohmals verbot. Zugleich wurde ein Ry zweistündiger, Eee Schulbesuch für alle Kinder unter 14 Jahren eingeführt und der Fabrikant für straffällig erklärt, wenn er Kinder ohne Alters= Certififat vom Fabrik - Arzte oder ohne Schulbesuchs- Certififkat vom Lehrer beschäftigte. Außerdem wurden Fabrik-Aerzte. oder Jnspektoren ernannt, welche zu jeder Zeit in die Fabrik gehen, die Arbeiter eidlih verhören durften und auf die Be- achtung des Geseßes dur< Klage bei dem Friedensgeriht zu halten hatten. Jn Folge dieser Anordnungen vershwanden einige der shrei- endstey Uebel fast gänzlih; Verkrüppelungen kamen nur noh bei sehr {wachen Personen vor, die Wirkung der Arbeit trat S auf- fallend an das Tageslicht. Jndeß haben die späteren Fabrik- erichte noh< ate genug E daß die gelinderen Uebel, Anschwel- lungen der Fußgelerke, Schwäche und Schmerzen in Beinen, Hüften und Rügrat, varikose Adern, Geshwüre an den unteren Extremitä= ten, allgemeine Schwäche, besonders Schwächung des Unterleibes, Neigung zum Erbrechen, Mangel an Appetit abwechselnd mit Heiß- hunger, \{le<te Verdauung, Sevsibohrie 2c. den Fabrik - Arbeitern noh bis jeßt eigen bleiben. Theilweise wurde auh von den Fabri Fanten das Geseß umgangen, Unter den Arbeitern war daher hon 1839 die „Zehnstunden-Agitation““ im Gange, und seit 1844 wandte auch die jeßige Tory-Regierung ihre Aufmerksamkeit den Fabrik-Ge- sehen wieder zu. Aber die Bourgeoisie selbst, welhe an der Gewalt im Staate fast überwiegend betheiligt is, hinderte mit firhlihen Vor- urtheilen die freie Bewegung der Regierung. Sir James Graham's Bill von 1843, welche besonders auch das Schulwesen ernstlich verbessern sollte, fiel, weil [ih die Fabrikanten-Partei, die Whigs, mit den auf den Einfluß der Staatskirhe eifersühtigen Dissenters verbanden und eine fird- lihe Agitation im Lande anregten. Am 19, März 1844 seßte zwar Lord Afhley die Zehnstunden-Klausel dur, als aber die Minister mit ihrem Rücktritt drohten, ließ das Haus seinen Beschluß wieder fallen, Bei den Arbeitern soll seitdem, wie der Verfasser sagt, eine gesteigerte Abneigung gegen das bestehende Repräsentations-System herrschen. Ès würde uns zu weit führen, wollten wir noch die übrigen Arbeitszweige in derselben Weise näher betrahten und nah dieser Schrift das Elexd der Strumpfwirker, Spiben-Fabrikanten, Kattun= dru>er, Sammetscheerer, Seidenweber, Metallwaaren- Arbeiter, Ma= shinen- und Glas-Fabrikanten, der Handwerker und endlich der lon- doner Pubmatherinnen und Náhterinnen erörtern. Man muß das Nähere darüber beim Verfasser nahlesen, der, nachdem er dies ge- schildert und noh- auf zwei Haupt-Uebelstände, als Ursache des Elends und der Unzufriedenheit der Arbeiter, auf das sogenannte Trud>- System, das Bezahlen der Arbeiter mit Waaren, und das Cottage- System, welches die Arbeiter in den Häusern der Fabrikherren zu 4 ey zwingt, aufmerksam gemacht hat, zu den Bewegungen der Arbeiterklassen übergeht. Diefe, so wie die folgenden Abschnitte über das Bergwerks-Proletariat, das Aderbau-Proletariat und die Stel- lung der Bourgeoisie zum Proletariat überhaupt, sind vom Verfasser weniger gründlih behandelt und durch seine besonderen, individuellen, \ozialistischen Ansichten zu sehr getrübt, als daß sie ein allgemeineres Znteresse gewähren könnten, Wir übergehen sie deshalb mit Still- \{<weigen und wollen zum Schluß nur noh auf eine interessante, der Wahrheit niht zuwiderlaufende (wenn man von der persönlichen Animosität des Verfassers gegen die Bourgeoisie absieht) Parallele hindeuten, welche der Verfasser zwischen dem heutigen Proletarier in England und dem englischen Leibeigenen vom Jahr 1145 zieht : „Vergleichen wir do< einmáäl“/, sagt Herr Engels, „dic Lage des freien Engländers von 1845 mit der des leibeigenen Sachsen un- ter der Geißel des normannischen Barons von 14145, Der Leib= eigene war glebae adscriptus, an die Scholle gefesselt; der freie Arbeiter ist es au, dur das Cottage - Systemz der Leibeigene shuldete dem Brodherrn das jus primae noctis, das Recht der ersten Jèacht, der freie Arbeiter \{<uldel seinem Herrn nicht nur das, ‘onbern das Recht jeder Naht. Der Leibeigene konnte fein Eigen- thum erwerben, Alles, was er erwarb, konnte ihm der Grundherr neh-- men, der freie Arbeiter hat ebenfalls kein Eigenthum, kann keines er- werben wegen des Drud>es der Konkurrenz, und was selbst der Nor= manne nicht that, das thut der Fabrikant ; dur das Trucksystem maßt er si< tägli< die Verwaltung dessen an, wovon der Arbeiter seinen unmittelbaren Lebensunterhalt hat. Das Verhältniß des Leib- eigenen zum Grundherrn war durch Gesebe geregelt, die befolgt wur=- den, weil sie den Sitten entsprachen, so wie au dur die Sitten sélbst ; des freien Arbeiters Verhältniß zu seinem Herrn is durch Ge- sebe geregelt, die nicht befolgt werden, weil sle weder den Sitten, no< dem Juteresse des Herrn entsprehenz der Grundherr konnte den Leibeigenen niht von der Scholle losreißen, ihn niht ohne sie und, da fast Alles Majorat und nirgends Kapital war, ihn überhaupt nicht verkaufen; die moderne Bourgeoisie zwingt den Arbeiter, si< selbst zu verkaufen. Der Leibeigene war Sklave des Grundstü>s, auf dem er geboren ward, der Arbeiter ist Sklave der nothwendigsten Lebens= Bedürfnisse und des Geldes, mit dem er sie zu kaufen hat Beide sind Sklaven der Sahe. Der Leibeigene hat eine Garantie für seine Existenz an der feudalen Gesellschafts - Ordnung, in der Jeder seine Stelle hat; der freie Arbeiter hat gar keine Garantie, weil er nur dann eine Stelle in der Gesellschaft hat, wenn die Bourgeoisie ihn brauht sonst wird er ignorirt, als gar nit vorhanden betrachtet. Der Leibeigene opfert sih seinem Herrn im Kriege, der Arbeiter im Frieden, Der Herr des Leibeigenen war ein Barbar und betrachtete seinen Knecht wie ein Stü Viehz der Herr des Arbeiters ist civili- sirt und betrachtet ihn als eine Maschine. Kurz, die Beiden stehen si< in Allem so ziemlich gleih; und wenn auf einer Seite Nach=- theil is, so ist es auf der des freien Arbeiters. Sflaven sind sie

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Bekanntmachungen. Bekanntmachung, :

Nothwendiger Verkauf. Siadtgericht zu Berlin, den 10. Oktober 1845, Das chemals den Gebrüdern Jsidor und Julius Gold- berg, icht der verehelihten Gutsbesißer Ernst zugehörige, Alexandrestraße Nr. 29 belegene Grundstü>, gerichtlich abgeschäyt zu 9132 Thlr. 1 Sgr, 3 Pf., soll

Frau Kaufmann nen, aufgefordert

[1095] / zeitigen

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Allgemei

ren Adoptiomutter,

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ud, geb. Hasenclever, nachweisen kön- , si dieserhalb bei uns oder dem der- ollator der mann hier, zu melden,

Landeshut, den 29, Oktober 1845, Der Magistrat.

1402

Beide, nur daß die Knehtschaft des Einen un eheuchelt, ofen, ehrlih ist und die “es Anderen heuleris<, verheimlicht vor ihm selbst und allen Anderen, Die humanen Tories hatten Recht, als sie den Fa- brifarbeitern den Namen white slaves (weiße Sklaven) gaben.“

andels- und Börsen - Nachrichten. ede Nov. Das Geschäft v heute in allen Eisenbahn-Actien sehr bedeutend, und deren Course erfahren eine ansehnliche Steigerung.

rankfurt a. M., 3, Nov. Die Börse erholt sich seit der günsti Ls am verflossenen Freitag tägli< mehr. Das Geld is weit abundanter geworden, und die Course verfolgen lebhaft cine steigende Tendenz, Dadurch wird die Speculation niht wenig angeregt. Zu be- rücfsichtigen is sehr die trübe Aussicht, welche sich dur< das anhaltende Steigen der Getraidepreise für Winter und Frühjahr estaltet. Man be- hauptet hier, es seien daran ledigli die starken Auffäuse fürs Ausland schuld. Jnwieweit die Klagen über die Kartoffel - Kalamität gegründet sind, is bei den sich stets f e int Berichten zweifelhaft, Ein Man- gel an Kartoffeln is bei uns nit vorhanden, ;

2} Amsterdam, 1. Nov. Am verwichenen Sonnabend zeigte sich am hiesigen Fonds-Markte eine merklich günstigere Stimmung für fast allerlei Staatspapiere, und nahmen mehrere Course einen besseren Stand einz als aber die nächste englische Post Bericht von abermaligem Zurückweichen des Marktes zu London brachte, dabei das Bedürfniß an Kapital hier auf dem

lage sehr dringend blieb, drängte man ih vorigen Montag von allen

eiten zum Verkaufen, wodur die Course wieder bedeutend fielen, Jm Laufe der Woche zeigte nun die diesseitige Re ierung eine anderweite Ab- lösung von circa 3 Millionen Gulden der alten yndikat-Obligationen gegen die Hälfte dieses Monats an, und die Handelsmaaischappy erflärte sich zur Annahme solcher Obligationen ohne Diskonto, als Zahlun 8mittel für die fälligen bedeutenden Posten, bereit, wodurch cíne größere Flüssigkeit am Geld- markte und eine allmälige Verbesserung der Fonds-Course veranlaßt worden ist, Der Umsay war im Ganzen nicht von Belang, doch gestern wegen des heutigen Abrechnungs - Termins für Zeitgeschäfte, dem man e der seitherigen Preis - Differenzen nicht ohne Besorgniß entgegensah, be onders in Integralen sehr lebhaft. Jntegrale hatten Sonnabend 592}: % erreicht, blieben Montag 59 und stellten sich allmälig steigend auf 5922 %; Aproz. wiírklibde Schuld ist von 94/7 % auf 952 %; neue Syndikat -Obliga- tionen- von 89; auf 90! % ¿Festlegen. Die Course der Actien von der Handelsmaatschappy erlitten Montag einen bedeuteúden Fall, und zwar von 1585 % bis 155% %;z dicselben erholten sich nachher wieder auf 156% %, do< während der beiden leßten Tage konnte man nur 41565 % bedingen, Von fremden Staatspapieren blieben alte russishe Obligationen bei Hope ziemlich preishaltendz 4p:oz. Certififäte bei demselben gingen von 914 bis 905 % herunter, gestern zeigte si< dafür eifriges Begehren, weshalb man bis 917% bewilligt hat; Ardoins-Obligationen gingen Anfangs etwas besser, zuleht aber konnte man zu 217% anfommen; portugiesische, zwischen 58 uud 595 % wechselnd, holten gestern 584 %. Das Geschäft in Eisenbahn-Actien beschränkte sich auf etwas Umsay in Utreht-Arnheimer Actien, die wegen gestern entstande- nen Gerüchts, daß der Anschluß von preußischer Seite nach Köln nunmehr ent- schieden sei, von 1164 auf 1172 % gestiegen sind; wenige neue rheinische Actien sind vor und nach zu 123 % vergeben. Der Geld-Cours is etwas flauer und wird zu 45 a 5 und 6 pCt. bei Anleihen und Prolongations- Anleihen angeboten. i ;

Am Getraidemarkte erhielt sich bei neuerdings etwas höheren Preisen An- fangs dieser Woche erheblicher Umsay in Roggen, Weizen und Gerste. Gestern war es aber merklih stiller, obgleich die Preise \< hielten. Von unverzolltem Weizen tourde blos 129pfd, helsteinischer j 342 Fl. abgenommen; man zahlte ferner für verzollten 126pfd. polnischen bunten Weizen 365 und 368 Fl., für 119, 120pfd. stettiner Roggen 259, 262 Fl., 120pfd. rígaer Noggen 270 Fl. 113pfd. dänische Gerste holte 205 Fl. Hafer war an- enchmer, und galt 92pfd. di>er 160 Fl, Der Getraide-Zoll für den lau- féubes Monat isst für Weizen cingehend auf 75 Fl. und ausgehend auf 15 Fl. pr. Last gesept, von ungeschältem Spelz von 30 auf 9 Fl. pr. Last ermäßigt, übrigens aber unverändert,

Alexandrien, 20. Okt. “Jm Ein- und Ausfuhrhandel geht es jeyt lebhafter zu als früher. Besonders veranlassen Cerealien aller Art bedeu- tende Geschäfte zu viel höheren Preiscn als in der verflossenen Woche, Diese Bewegung ist vornehmlich den Berichten über den shle<ten Ausfall der Aerndte in England zuzuschreiben, für welches die Abschlüsse, nament- lich von Bohnen, meistens erfolgen. Die österreichische Flagge weht nun auh in den cinesishen Gewässern; \o eben hören wir, daß der triester Kauffahrer „Tirone‘’ bei Whampoa vor Anker liegt, wohin er glü>liche Frachtgeschäfte gemacht hat. Ein anderessSchiff nahm cben seine Ladung in Bombay nah Triest ein, f

Berliner ses Den 6. November 1845.

Pr. Cour. Brief. | Geld,

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Wechsel - Cours.

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Kurz

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2 Mi. 3 2 Mi. 2 Me. 2 M. 2 Mi. 8 Tage 2 Mt. 2 Mit. 3 Woch.

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100 SRb1l.

Auswärtige Börsen.

Amsterdam, 2. Nov. Niederl. wirkl, Sch. 60%. 5% Span.

Frankfurta. M., 3. Nov. 5% Met. [125 G. Bank - Actien Þ 1936, Bair. Bank - Actien 737 Br. Hope 907 Br. Stiegl. 88% Br. Ini Poln. 300 Fl. 99 G. do. 500 FL 822 G.

Hamb Ur g; 4. Nov. Bank-Actien 1620. Engl. Rnss. 108.

Wien, 2. Nov. Nordb. 188. Gloggn, 1274. Mail. 1143. Liv. 1 Pesth. 1065. Budw. —.

Stockholm. Die hiesige Königliche Akademie der Künste ha} Professor der Königlichen Akademie der Künste Fre und Hofmala Majestät des Königs von Preußen, Herrn W. Wach, zu ihrem ordeni| auswärtigen Mitglicde ernannt,

Königliche Schauspiele.

Freitag, 7. Nov. Jm Schauspielhause, 184ste Abonnem Vorstellung: Das Urbild des Tartüffe. i é Sonnabend, 8. Nov. Jm Schauspielhause. 185stte Abonnem Vorstellung: Die seltsame Wette. Hierauf: Der reisende Studt Sonntag, 9. Nov. Jm Opernhause. 130ste Abonnem Vorstellung : Norma. (Dlle. Jenny Lind : Norma, als erste 0 rolle.) Anfang halb 7 Uhr. ; i Unter Abgabe der Billet-Anweisungen zu dieser Vorstellung 1 den vom Billet - Verkaufs - Büreau im Schauspielhause die Billet den erhöhten Preisen bis Sonnabend, den Sten d. M., Mittags 121 verabfolgt. Nach dieser Zeit wird über die sodann nicht abgeho Billets, die reservirten Billets mit einbegriffen, anderweit dispo Jn demselben Büreau sind zur Oper ¡¿Norma“’ au Parterre- Amphitheater-Billets zu den erhöhten Preisen zu haben, Wegen der gegebenen Anweisungen zur zweiten Opernhaus-Y stellung der Dlle. Lind soll das Nähere später angezeigt werden, Im Schauspielhause, 186ste Abonnements-Vorstellung : Die Y quise von Villette. E W/H | Y Um den mannigfahen Mängeln der bisherigen Billet - Verk Büreaus im Schauspiel - wie im Opernhause abzuhelfen und um Billet - Verkauf für beide Häuser nicht zu trennen, is folgende L nung eingetreten : T: Der Verkauf der Billets für das Opernhaus und für die d shen und französischen Vorstellungen des Schauspielhauses wid einer neu ‘errihteten Kasse im Schauspielhause dur< zwei Bean von 9 Uhr Morgens bis 2 Uhr Nachmittags in der Woche und 11 bis 2 Uhr Sonntags, bewerkstelligt. Der Zugang dazu f von der Seite der Jägerstraße, der .Abgang nah der Taubenstr Der Billet-Verkauf findet, wie {on bekannt gemacht, nur die bereits öffentlich angezeigten Vorstellungen statt. estellunge Billets, welcher Art sie Tis seien, werden weder von der Gen 3ntendantur, no< von dem Billet - Verkaufs - Büreau angenom Zu diesem Zwede sollen in einzelnen Fällen, was besonders v bekannt gemacht wird, Bestellungs-Büreaus eintreten, in welchen Schauspielhause von dem Haus-Polizei-Jnspektor Harke und im Opt hause von dem Haus=-Polizei-Jnspektor Tak Bestellungen angen men werden. : i f Der Zugang zur neuen Kasse im Schauspielhause gewährt Vortheil, daß die Billetkäufer, bis sie an die Kasse gelangen, im schlossenen Raume gegen Wind und Wetter gesichert sind; desgleil wird Abends bei den Vorstellungen im Opernhause der Eintritt den dortigen Kassenflur dem Publikum eine Stunde vor der 0 nung der Kasse gestattet sein, damit dasselbe bis zu dieser Zeit, | nerhalb des Hauses in den Queues befindlich, gleihfalls dem L und Wetter nicht ausgeseßt is. :

Königsstädtisches Theater.

Freitag, 7. Nov. Der ewige Jude, dramatisches Geri in 5 Abtheilungen, von Karlschmidt.

Sonnabend, 8. Nov. (Jtalienische Opern - Vorstellung.) erstenmale in dieser Saison: Lucia di Lammermoor. Ope 3 Akten. Musik von Donizetti.

Anfang halb 7 Uhr. i

Sonntag, 9. Nov. Der ewige Jude.

Pr. Cour. Nrief. | Geld | Gem.

Fonds. Aclien. K

Hr. Potsd. Eisenb. ‘Ido. do. Prior.Obl. Mad. Lpe. Euseub. de, do. Prior. Obl. Brl. Anh. abgest. do, do. Prior.Ubl. Düäss. Elb. Eisenb. do. do. Prior.Obl. L [Rhein. Bisenb.

do. do. Prier.ObI. do.v.Staat garant. Ob.-Schles.B.L.A do. Prior. do. Lt. B. B.-St.E.Lt. A. o.B. Magd.-Halbst. Eb. Br.-Schw.-Frb.R. do. do. Prior. Obl. Boun-Köluer Esb. Niedersch.ML.v.e. do. Priorität

&t. Schuld-Sck. Prämien - Scheine d. Seeh. à BO T. Kuer- u. Neumärk. Schuldrerschr.| Berliner Stadi- Obligationen Daus. do. in Th. Westpr. Pfandbr. Grossh. Pos. do. do. do. Ostpr. Pfandbr. Pomm. do. Kur- u, Neum. do. Schlesische do. do.v.Staat g.Lt. B.

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Verantwortlicher Redacteur Dr. J, W, Zinkcisen.

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Gedruckt in der De>ershen Geheimen Ober - Hofbuchdru>erei.

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Nr. 1702. 2124 bis mit 2143, 2441 bis mit 2460. 2481 bis mit 2488. 2654 bis mit 2679, 2937 bis mit 2941, 2957 bis mit 2981. 3764, 5496 bis ¿ mit 5500, 6141, 8101 bis mit 8113. 8466 bis In der v. Rohden schen Buchhandlung in U mit 8485, 8496 bis mit 8500. 8700. 8794 bis mit ist so eben erschienen und dur< alle Buchhandlul 8799, 9971 bis mit 9990, 10579 bis mit 10598. zu beziehen, in Berlin vorräthig ia der E" die elcistet worden. linshen Buchhandlg. (F. Geetkhaar), Br!

In Gemäßheit $. 16. der Gesellschafts-Statuten wer- Straße Nr. 23:

den daher deren Junhaber hiermit aufgefordert, die un- Stalisltik von Schweden

Citerarishe Anzeigen.

der zu Landeshut früher verstorbenen

[1092] Stiftung, Herrn Kaufmann Herr-

Einzahlungen nicht

am 10, Juni 1846, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hy-

? z 83 pothekenschein sind in der Registratur einzusehen. O N

[1093] Bekanntmachung,

Die am 15, Oktober 1838 verstorbene verwikttwcte Frau Flügel - Hasenclever , geb, Stüber, hat in ihrem hinterlassenen Testamente ein Kapital von 4000 Îhlr, mit der Bestimmung legirt, daß die Zinsen davon zwei auf preußischen Universitäten immatrikulirten hülfsbe- dürftigen Studirenden aus ihrer Verwandtschaft als ein Stipendium gegeben werden sollen, Frau Testatrix gemäß werden Anverwandte, welche ihr Berwandischafts - Verhältniß nit derselben oder mit- de-

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terims-Actien ;

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Jnanaggnanom

Loebau- Zittauer

Dem Willen der I T >

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Eisenbahn.

Bei der dritten Ein- zahlung auf die Loe- bau-Zittauer Eisenbahn- Actien sind bis zum Schluß - Termine , den M 2sicn_ dieses Monats, auf- “T2, die nachbemerkicn Nuin-

e mern der bei der zwei- / ten Einzahlun ausge- gebenen 197 Stü Jus j

terlassene Einzahlung unter Zuschlag -der nah $. 15, erwähnter Statuten verwirkten 10 Proz. (1 Thaler nach öffentlichen Dokumenten von

für die Actie ), mithin mit 10 Thaler 24 N gr. für das Stück, längstens bis zum Carl af Forsell. ; Ueberseht von A. G. F. Freese. Neue mit den

15. Novbr. l J. Abends I Uhr, säßen und Nachträgen der vierten Auflage vern

im Büreau des unterzeichneten Directorii in Zittau nach- Ausgabe. Mit einer Karte. geh. 4% Thlr, träglih zu leisten, s h

as Unterlassen dieser Zahlung innerhalb der bezeich- neten Frist macht den Actien - nhaber aller ihm als solchem zustehenden Rechte verlustig.

Zittau, am 2, Oktober 1845, Cas Das Direktorium der Loebau- Zittauer Eisenbahn - Gesellschaft, 9, Nostiy, V, Helfft,

Die Aufführung des Oratoriums

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findet am 8, November, Abends se <s Uhr (1 7 Uhr), bestimmt statt. Der Saal wird um ° geöfsnet,

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Das Abonnement beträgt: 2 Kthlr. für 7 Iahr. 4 Rie - L Jahr. s Kthlr. - 1 Iahr. c allen Theilen der Monarchie ohne Preiserhöhung. sertions- Gebühr für den im ciner Zeile des Allg. Anzeigers 2 Sgr.

Preuß

Allgemeine

ische Zeitung.

Alle Post-Anstalten des In- und land, n

Aus Beste auf dieses Slatf an, se Gens die Expedition dér Alg Preuß.

Friedrihsstraße Ur. 72.

Berlin, Sonnabend den Sao November

tlicher Theil.

land, Rhein-Provinz, Bekanntmachung in Betreff der neuen Ge- einde-Ordnung. Eröffnung des neuen Justizjahres.

utsche Bundesstaaten. Königreih Sachsen. Landtags-Ver- andlungen. Königreich Hannover. Befreiung der hannoverschen chiffe von den Differenzial - Abgaben in russischen Häfen, Groß- erzogthum Baden. Badefrequenz in Baden.

sterreichische Monarchie. Wien. Ankunft der Großfürstin He- ne. Die Vermáhlung des Erbprinzen von Lucça, Vermischtes. ßland und Polen. St. Petersburg. Geschichte der russischen arde, Stipendien. Auszeichnung des Geologen Murchison, derzog von Leuchtenberg in Nischnij - Nowgorod. Feuersbrunst, Jetraidemangel in Kurland. Rückkehr Uwaroff's,

ankreich. Paris. Die Kabinets - Gerüchte. Bugeaud, Lamori- ière und Abd el Kader, Die algierischen Zustände. Konflikte mit n Eingeborenen auf Otaheiti. Befestigungen am Senegal. Rus- he. Niederlassung zu Esterabad. Der Jahrestag des Ministeriums. Permischtes, Schreiben aus París. (Neuere Nachrichten aus der provinz Oran z die Truppensendungen nach Algier.)

oßbritanien und Jrland. London. Die wahrscheinlichen Resul- te des legten Kabinets-Naths. Der Standard über die neue Straße er indischen Ueberlandpost, Die angeblihe Erwerbung der Insel shusan dur dic Franzosen, weden und Norwegen. Stockholm. Ratifizirung des Ver- ags mit Marokko. Diplomatisches.

jweiz. Kanton Luzern. Der Mörder Leu's entde>t,

rfei. Konstantinopel, Der Sultan. Reschid Pascha zum Mi- ister der auswärtigen Angelegenheiten ernannt. Erdbeben auf Meteliuo. eten. Kahîra. Der Nildamm, Osman Pascha, Die hci- gen a [5 . enbahnen. Schreiben aus Frankfurt a, M, (Vermischtes.) “M und Börsen-Nachrichten. Berlin, Börsen- und Markt-

entliche Aufführüngen. (Jehann Strauß; Giustinianiz Víoier.) derlin, Kommissions-Rath Cerf 4+, Rom. Geschichte Amcrika's in ligiöser Hinsicht, von Baluffi. Aegyptische Gesellschaft zu Kahira.

Amtlicher Theil.

Bei. der heute fortgeseßten Ziehung der Aten Klasse 92er igl. Klassen - Lotterie fiel ein Haupt - Gewinn von 20,000 Rthlr. Nr. 37,778 nach Landsberg bei Borchardt ; 4 Gewinne zu 2000 Ir, fielen auf Nr. 224. 13,738. 20,478 und 82,246 in Berlin Burg, bei Moser und bei Seeger und nah Sagan bei Wiesen- ; 48 Gewinne zu 1000 Rtblr. auf Nr. 162. 41071. 6784. 4, 9734. 15,572, 17,205. 19,981. 20,032, 23,657. 23,769, O1, 26,679. 27 626. 28,042, 34,313. 34,913, 35,171. 35,918, 190, 37,444, 39,036. 39,070. 39,687. 40,309, 43,071, 45,842. (07. 55,803, 56,052. 56,891. 97,426. 58,746. 58,966. 64,495, 03. 66,244. 69,174. 71,197. 71,470. 74,694. 75,366. 75,842. 590, 77,948. 79,525. 82,125 und 84/215 in Berlin il bei Alevin, bei Baller, 3mal bei Burg, bei Faure, Mabdorf , - bei Moser und 7mal bei Seeger, nah Bres= 2mal bei Holshau und 3mal bei Schreiber, Brieg bei jm, Cöln bei Krauß und Z3mal bei Reimbold , Danzig bei Meyer bei Roßoll , Düsseldorf bei Spaß, Halle bei Lehmann, Jserlohn Hellmann , Jüterbog bei Apponius, Königsberg in Pr. bei Bor- dt, 2mal bei Friedmann und bei Samter, Krakau bei Rehbefeld, deburg bei Brauns und Zmal bei Roch, Merseburg bei Kiesel ), Minden bei Wolfers, Mühlhausen bei Blachstein, Reichen= ) bei Scharf, Stettin bei Wilsnach, Trier bei Gall und ) Weißenfels bei Hommel; 49 Gewinne zu 500 Rthlr. auf 1823, 3496, 4837. 5378. 6479. 9382. 11,258. 12,427.

fenen Jahre

14,018. 15,987, 16,776. 18,676. 23,981, 25,510, 25,737, 27 298, ) 36,137. 38,718. 45,575. 46,083. 47,983. 47,764. 47,7741. 48,745. 49,099, 49,377, 90,224. 53,766. 53,989, 59,305, 61,825. 62,333, 65,105, 69,721. 71,523. 73,679. 79,933. 78,283. 81,626 und 83,508 in Berlin bei Borchardt, bei Masbdorf, bei Mendheim und mal bei Seeger, nah Breslau bei Bethke, Zmal bei Holschau und 5mal bei Schreiber, Bunzlau bei Appun, Cöln bei Krauß und bei Reimbold, Danzig bei Roßoll, Düsseldorf bei Simon, Glogau bei Levysohn, Halberstadt bei Sußmann, Halle bei Lehmann, Jser= lohn bei Hellmann, Königsberg in Pr. bei Borchardt, Langensalze bei Belz, Liegniß bei Leitgebel, Magdeburg bei Büchting, 2mal bei Brauns und bei Roch, Marienwerder bei Bestvater, Münster bei Lohn, Naum- burg 3mal bei Vogel, Neisse bei Jae>el, Ostrowo bei Wehlau, Ra- tibor bei Samoje, Sagan 2mal bei Wiesenthal, Schweidniß bei Scholz, Stettin 2mal bei Rolin und 2mal bei Wilsnah und nach Tilsit bei Löwenberg; 48 Gewinne zu 200 Rthlr, auf Nr. 358. 1640. 3059. 4513. 4693. 6115. 6381. 6449, 7136. 9937. 13,268, 13,667. 17,629, 18,243. 19,403. 22,054, 22,235, 295,131. 25,173. 26,992. 27,722. 30,741. 31,494, 33,081. 35,414. 35,664. 36,667. 38,542. 40,245, 40,248. 47,022, 47,325. 52,664. 53,705. 94,662. 55,169. 99,965, 56,712, 61,951. 62,420. 63,141. 69,210, 70,587. 73,098. 77,187, 78,239. 81,904 und 82,403. Berlin, den 7. November 1845. Königl, General=-Lotterie=Direction.

19,042, 19,930. 29,379. 31,266.

9 . 21,788, ars

39,969,

Angekommen: Se. Excellenz der General - Lieutenant und Commandeur der 2ten Division, von Grabow, von Plessow.

Uichtamtlicher Theil.

Inland.

Nhein -: Provinz. Die Königliche Regierung zu Köln hat unter dein 26, Oktober folgende Bekanntmathung erlassen: „Mit Einführung der neuen Gemeinde-Ordnung wird gegenwärtig, nah Eingang der von dem Königlichen Ministerium des Junern erlassenen Instruction, unverzüglich vorgeschritten. Zu Einführungs-Kommissa= rien sind für die Städte Köln und Born dex Geheime Regierungs= Rath, Sreißgrr von Münch =- Bellinghausen , für sämmtliche übrige Gemeinden Me betreffenden Landräthe ernannt worden.“ Am 3. November wurde in Köln von dem General - Prokurator Berg-= haus das nèue Justiz-Jahr im Beisein des gesammten Richter = und Advokatenstandes feierli eröffnet. Nachdem derselbe auf die stcts stcigende Bevölkerung des jeßt etwa 25 Millionen Einwohner um-= fassenden Amtsbezirks hingewiesgn und bemerkt hatte, daß man hieraus füglih auf eine Vermehrung Fr Prozesse zu sließen berechtigt sei, erklärte er, daß sich dessenungehtet die Berufungen in dem abgelau= um ein Neuntel vermindert hätten, indem im vorleßten Jahre am Appellationshofe 972, im verflossenen Jahre aber nur $867 neue Prozeduren vorgebraht worden wären, von denen nur 83 uner- ledigt geblieben seien, die jedoch voraussihtli< in ni<ht mehr als einem Monat abgemacht sein würden. Auch bei den Landgerichten habe keine Vermehrung der Rechtsfälle stattgefunden, indem dort im vorleßten Jahr deren 12,538, in dem abgelaufenen Jahr (bis zum 20. Oktober) hingegen nur 12,027 vorgekommen wären, welche bis auf 764 erledigt seien. Bei den ses Handelsgerihten wurden in dem vorhergehen-= den Jahr 10,403, in dem abgelaufenen 9663 Prozesse anhängig gemacht, von denen 345 no<h s{<weben. An den Griedensgerihten hingegen habe sih deren Zahl etwas vermehrt, obgleih {on im vorleßten Jahre die Zahl der vor diese Gerichte gebrachten Civil - und Polizeisachen

respektive 119,000 und 108,000 betragen. Die Zwed>mäßigfkeit der :

| festsebte, daß unter den Mannschaften für

1845

Fabrikengerichte sei au< díesinal hervorgetreten, indem drei Viertel der vorgekommenen Gegenstände im Wege des Vergleichs beseitigt worden. Bei den Zucht-Polizei-Kammern seien 12,000 Gegenstände verhandelt und diese bis auf ein Zwölftel sämmtlich erledigt worden; die Assisenhöfe- haben über 402 Anklagen zu entscheiden gehabt. Als besonders wohlthätig für den roreit Gang der Reehtspflege hob der General - Prokurator die höchste Kabinets- Ordre vom 11. Mai 1843 hervor, wona< die Kompetenz der Friédens- gerichte erweitert und ihnen die früher nur den Landgerichten zu- stehenden Entscheidungen über Räumungsklagen der Vermiether und Einsprüche gegen ausgesprochene Executionen übertragen sei, ein Vor= theil, welcher besonders in großen volkreichen Städten hervortrete, und dergleichen Gegenstände, die früher Wochen oder Monate ge- {webt hätten, nun schon in wenigen Tagén zur Erledigung gelan=- gen lasse, Auh ward auf den Umstand hingewiesen, daß eine Ab= nahme der Ehescheidungsklagen von Jahr zu Jahr sichtbar werde ; so seieu im verflossenen Justizjahr bei den Landgerichten - zu Koblenz und Saarbrücken nur eine und zu Köln, Aachen und Düsseldorf nur zwei Ehescheidungen auêgesprohen worden,

Deutsche Bundesstaaten.

Königreich Sachsen. Die erste Kammer der Stände= ammlung hatte für ihre Sißung vom 5. November die Berathung l on über ein Dekret, die Erlafsung eines Geseßes wegen Abänderung einiger Bestimmungen in dem Ge- seße über Erfüllung der Militairpfliht vom 26, Oktober 1834 betreffend, auf die Tagesordnung gebracht. Der Geseß=-Entwurf hat den doppelten Zwe>: a) durch eine der Kriegs - Reserve zu gebende festere Einrichtung den Anforderungen der Bundes-Kriegsverfassung und des Bundes-Beschlusses vom 24. Juni 1844 vollständig Genüge zu leisten und b) bei der hierdurch nothwendig werdenden Abänderung einiger Be= stimmungen des Geseßes vom 26. Oktober 1834 zugleich mehrere Zweifel zu entfernen, welche sich bei praftischer Durchführung des Gesetzes gezeigt, so wie dasselbe überhaupt mit den jeßigen Verhältnissen und organischen Einrichtungen mehr in Einklang zu bringen. Der erstere Punkt, die Kriegs-Reserve betreffend, ist der wesentlichste Gegenstand der Gesez- Vorlage und daher au derjenige, über den si die Deputation in ihrem Bericht am ausführlihsten ausgesprochen hat. Das gewöhn- liche Kontingent des Königreichs Sachsen beträgt nah dem hundert=- sten Theile ius Bevölkerung 12,000 Mann, und die Kriegs-Reserve zur allenfalls nöthigen Verstärkung dieses Kontingents und des Bun-= desheeres soll den 300sten Theil der Bevölkerung, mithin für Sadhsen 4000 Manu, betragen, für welche nah $. 33 der Bundes - Kriegs= Verfassung schon in Friedenszeiten Cadres von Offizieren , Unteroffi= zieren und Spielleuten nebst dem nöthigen Material vorhanden sein sollen, so zwar, daß zehn Wochen nah gefaßtem Bundesbeschlusse vollständig geübte und ausgerüstete Regimenter s<lagfertig aufgestellt werden können, Die Verpflichtung zur Gestellung dieser Reserve wurde dur< Bundesbeshluß vom 13. September 1832 ausgespro- <en; no< weiter ausgeführt wurden diese Bestimmungen durch den Bundesbeshluß vom 24, Juni 1841, welcher unter Anderem auch die Reserve nur solche zu die ihre Ausbildung \{on vorher erhalten haben, und Leute, die, ohne vorher exerzirt zu sein, nur in den Listen aufgeführt werden, kein Material für die Reserve abgeben fönnen, Diese Anzahl eingeübter Mannschaften soll im Frieden dadurch bereit gehalten werden, daß entweder die Kopfzahl des Kon- tingents um ein Drittel erhöht, oder daß die Reserve aus Leuten zusammengeseßt wird, welche ihrer Militairpflicht in den gewöhnlichen Kontingenten bereits genügt haben, in wel< leßterem Fall es zur Pflicht gemacht is, diese ausgedienten Leute in einen bestimmten mili= tairishen Verband zu bringen, stets evident zu halten und während einer kurzen Zeit im Jahre in gemeinshaftlihen Uebungen zu ver= einen. Diese Bestimmungen auf verfassungsmäßigem Wege in Aus- führung zu bringen, is der Hauptzwe> der Geseßvorlage, in welcher

Vers

verstehen seien,

s

Deffeatliche Aufführungen. Johann Strauß. Giustiniani. Vivier.

Schon bei einer früheren Gelegenheit (Allg. Pr. Z. 1843, Nr. 100) # wir darauf hingewiesen, daß ein so vertraulicher Tanz, wie der her, nur bei einem so sittlichen Volke, wie das deutsche is, entsprungen löônne, Die Gräfin Genlis hat den Walzer mit folgenden Worten dlterisirt ; „Une jeune personne, legèrement drapée, se Jetant dans ras d’un jeune homme qui la presse contre son sein, et qui l’en- Wec une telle impétuosité, que bientôt elle éprouve un violent ent de coecur, et qu’éperdue la têéte Ini tourne voilà ce que quune Valse!“ Der Walzer ift gewissermaßen das Duo -der Tanz- fn; er wird ausgeführt von einem Paare, das ín den Formen der f den Vertrag eingeht, sih dem Zuge wiegender Rhythmen einige Mi- l lang Hand in Hand zu überlassen. Wie jeder Tanz ein lebendiger aa des Volksvergnügens, so repräsentirt au der Walzer die deutsche nee deiterfeitz bei Kirchweihfesten wird er zur Begleitung cines Dorf- ‘listen mit gleichem Behagen getanzt wie in den feinsten Salons un- qu, kauschenden Accompagnement eines Orchesters,

e alt der Walzer als germanischer Volkôtanz sei, wer mag dies na auigfeit ermitteln wollen? Man weiß nur, daß dieser Tanz ur- ih den Oesterreichern und Böhmen angehört, daß er anfangs Länd- V: „Oder do aus diesem hervorgegangen ist, und daß das Tempo

fändler ein weit bemesseneres war, als jenes unserer heutigen Wal- e Jangsameren Walzer. (die sogenannten „Deuts hen“) hatten freift Sröhlichkeit und Ausathmung von Lebenslust etwas Gravirätisches, li 4 ên gewissermaßen in die Menueit über, welche leßtere das höfisch dabe so sehr kundgiebt, daß man sie noch jeyt kaum hören kann, ohne E sogleich den Hof Ludwigs XIV. vorzustellen.“ B hes legten Hälfte des vorigen Jahrhunderts verbreitete si<h det l L dem heiteren und levenslustigen Oesterreich aus über ganz den exo Und fing auch bei den aud9réärtigen Völkern, den nordischen, n südlichen ‘und westlichen, ein beliebter Tanz zu werden an. Jn bais ie aber, als die Walzer - Liebhaberei - zu Avfang.- dieses HEEN ben n Deutschland zunahm, blieb die Walzermusik im Träben. ír j ¡ivar auch licbliche Tanzmusikf von Haydn, Mozart, Hummel 2c.; ‘willen diese Heroen der Tonkunst zu feiern, ist inzwischen Njemgnden

beigefallen, Diejenigen unter uns, welche sih jeyt in der Mitte ihres Le- bens befinden, werden sich noch der trostlosen Beschaffenheit erinnern, worin sih die Tanzmusif in ihrer Jugend befunden, Der Walzer bestand damals nur aus zwei wiederkehrenden Theilen, die sich, gewöhnlich nach einer wenig erquilichen Weise, in ewigem Einerlei wiederholten.

Johann Strauß, 1804 zu Wien geboren, nimmt das unbestreit- bare Verdienst in Anspruch, der deutschen Tanzmusik ein ehrenwerther Ver- besserer gewesen zu sein. Er hat die alten Formen abgestreift, Schwung in derartige Musif zu bringen gewußt, die Walzer durchkomponirt und ver- schiedene Walzer - Melodieen zu einem musikalischen Ganzen verknüpft, mit einem Wort, Strauß ‘hat die Dreivierteltakt - Komponisten zu Ehren ge- bracht, Durch ihn wurde die Tanzmusik eben so sehr in das Große ge- trieben, als er das Juteresse nicht nur der vergnügungssüchtigen Jugend, sondern auch jeues aller gebildeten und heiteren Menschen dafur zu gewin- nen verstand, Die Compositionen von Strauß haben dabei bleibenden musikalischen Werth, den selbst fritische Rigoristen denselben zu verfümmern nicht gewagt haben. Es is in der That schwieriger, ein großartiges Epos oder Trauerspiel zu dichten, als cin heiteres Liedz deshalb den Verfasser des legteren geringer zu schäßen, als den Epik:r und Tragöden, wäre jedoch cine fritishe Sünde. Eben so kann man ein Walzer - Komponist sein und als solcher die Achtung und Liebe der Zeit mit demsclben Recht bean- spruchen, als hätte man durch eine großc Oper Glü gemacht, Wer wird auf das Veilchen vcrachtend nicderbli>en, weil es keine Aloe ist ? y

Die Walzer und sonstigen Kompositionen von Strauß fanden in allen Ländern olchen Anklang, daß er, wie Adalbert von Chamisso weiland von den Bewohnern einer Südsce-Jnsel, von den Tanzlustigen zum Könige in partibus ausgerufen ward. Sein Vorbild, wie: jenes von Lanner, erwe>te eine Menge Naqheiferer, Lanner übertrisft Strauß an Jahren (jener wärd am 11. April 1802 zu Wien geboren) und legt in scinen Com- positionen einen größeren Reichthum an originellen Jdeen und phantasie- reihen Combinationen an Tag, als die meisten übrigen Tanz-Komponisten Wiens. Man hat zwischen Beidgenannten mitunter eine fritishe Parallele in der Absicht gezogen, den Einen auf Kosten des Anderen hier zu erheben, dort herabzusetzen. Solche Demoustrationea wollen aber in der Regel nichts bedeuten, da Bridc, {m Allgemeinen genommen, reih an gewinnen- den Eigenthümlichkeiten und Vorzügen sind ‘und es also zunächst darguf

‘anfommt, djese bei Jedem der Genannien in ihrem Rechte zu lassen,

reer Pdeneen t t ————— Ee mer

Nachdem die Tanzmusik dur<h Lanner und Strauß auf so beifall- wüdige Weise gehoben war, fing die Zahl derer, welche in ihre Fußstapfen traten und gleichem Ziele bald mit Glü>, bald erfolglos nachjagten, Legion zu werden an, Neben dem Walzer wurden auch die übrigen Tanzformen gleihmäßig fultivirt, und nicht nur Ländler, Quadrillen, Cotillons u. s. w. crlebten eine wahre Verjüngung, sondern man suchte auch neue Tanzweisen, theils aus National-Tänzen, theils aus dem Schacht der Phantasie hervor, um sie in der Gesellschast einzubürgern. So wurde die Galoppade, ein ganz moderner Tanz, von Musard in Paris, wenn auch vielleicht nicht efunden, doch in jener Art ausgebildet, wie wir diesen den Brustbesorg- lichen eincn besonderen Anstoß gewährenden Tanz jeyt besißen, und Auber nahm eine solhe Galoppade sogleich in seine Over „„Gustav“’, oder: „Der Maskenball“ auf,

Das Einweben von Volks- und Gesellschafts - Tänzen in Opern, ab-

eschen von dem eigentlichen Ballet, war hon vordem verschiedenemal ver- Fucht wordeu, mit besonderem Glück von Mozart (Menuett in „Don Juan“), und Karl Maria von Weber (Walzer im „Freischüz““). Ueberaus reizend ist auch, um noch ein Beispiel anzuführen, die Menueit im fünften Aft ber „Hugenotten“ von Meyerbeer. L

In neuester Zeit sind die Tanzformen von begabten Komponisten auch zu poetischen Gebilden benußt worden, ohne daß sie dabei den Zweck des Tanzens berüsichtigt hätten, z. B, von K, M. vo#x Weber in der „Auf- forderung zum Tanze““, von Chopin in dessen Mazureks, von Litolff in dem Anna- und Antolka-Mazuref, von Döhler in der Brillant-Polka, von Franz Lißt in dem Galop chromatique und Bravourwalzer, von Kullak im „Elfenreigen“ u, . w. e Q

Der beliebteste Modetanz der neuesten Zeit, die Polka, ihrem Ursprunge nah allerdings aus den slawischen Ländern zu uns gedrungen, ist indessen, ihrer jezigen Ausbildung nah, zunächst eine Variante der Menuett gewor- den. Sic stammt, wic der Walzer aus Böhmen, und zwar, wie man sagt, zunächst aus der Umgegend von Gitschin, Den Namen gen erhielt der Tanz wegen des in ihm waltenden Halbschritis (Pulka heißt auf b hmisch : die Hälfte). Von Gitschin kam die Polka vor etwa elf Jahren nah E In Wien ward sie zuerst im Jahre 1839 durch eíne Abtheilung des Musif=« Corps des prager Scharfschüßen-Corps unter Leitung des Herrn Pergler bekannt, und eine dortige Musikhandlung gab sogleich die „Pergler-Polka‘‘ heraus, Jm Jahre 1840 tanzte Herr Ragb, ständischer Tanzleh1er zu