1902 / 10 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

anze offizielle und private Korrespondenz der regiereuden Fürsten-

nier rei befördern, und es ist in dieser Hinsicht {hon früher auf

on keiten hingewiesen worden, die unter dieser Firma passieren. [le diese Umstände drüccken auf den Post-Etat; außerdem darf nicht

unbeachtet bleiben, daß die Krise eine Verkehrsverminderung mit ebraht hat, die ebenso im Yeichscisenbahn - Etat zum Aus-

E fommt. Die Wellenlinie, in welcher sich Prosyerität und

Krisen bewegen, ist eine Folge der fapitalistishen Gesesschafts- ordnung, mit der sie entstanden ist und mit der Le einst vershwinden wlrd. Die leßte Prosperitätsperiode hat auch die Kenner dieser wirtb\{aftlichen Vorgänae dur lhre Dauer und Ausdehnung über- rast, Entsprechend wird sih die ihr nahgefolgte Krise verhalten, und der Neichsbauk-Präsident Koch täuscht sih, wenn er den tiefsten Stand \schon überwunden glaubt. Ei heutige Produktionsfähigkeit ist der früheren weit überlegen. Die P EOTUon ist anarchi\{; es sind ungeheure Waarenmassen aufgehäuft, Die eingetretene Absayfähigkeit hat nichts zu thun mit yerminderter Komsumtions- kraft, sondern nur mit der verminderken Kauffähigkeit, Berminderte Kaufkräfte bedeuten vermehrte Arbeitslosigkeit, gesteigertes Elend der Arbeiter; von diesen aus werden die Kreise der Gewerbe- und Handelstretbenden von der Krise ergriffen, und diese zieht ihre Freise immer weiter, bis endlich der Tiefpunkt erreicht ist und dann langsam ein allmählihes Ausfsteigen eintritt. Die arge Nolle, welche in der Vershärfung der Krisis die Syndikate, besonders das Kohlen- und Koksfyndikat gespielt haben, läßt die Forderung nah AtaatliBling des Kohlenbergbaues mit verdoppeltem Nachdruck erheben. Nun spricht man von staatlichen Maßregeln zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Warum hat Graf Stolberg nicht erklärt, daß er und seine Freunde jeßt mit allen Mitteln die s{leunigste Jn- angriffnahme des Kanals betreiben würden? Sie (nach rechts) könnten getrost eine Milliarde auflegen, um staatlihe und öffentliche Arbeiten eiligst ausführen zu lassen, welhe längst bes{lossen oder nothwendig sind; daun brächten Sie Hunderttausende von Arbeitslosen von der Straße. Die Sozialreform is auf einem todten Punkt angelangt; alles, was in den leßten Jahren gegeben ist, war nur Stück: und Flickwerk. Schon vor Jahrzehnten haben konservative Sozialreformer auf einer Konferenz der ländlihen Arbeitgeber eine Normalarbeits- woche von 564 Stunden für Industrie und Landwirthschaft vorgeschlagen. Auf Anregung des Geheimen Raths Wagner wurde fogar ein Geseh: entwurf behufs Einführung des zehnstündigen Normalarbeitstags aus- gearbeitet, der Ueberstunden auss{hloß, der nur für den Sommer auf dem Lande eine elf. und zwölsstündige Arbeitszeit zuließ! Ich möchte meinen Freunden rathen, diesen Geseßentwurf mit den zeitgemäßen Abänderungen erneut dem Reichstage vorzulegen. Wir verlangen die Abschaffung der gewerblichen Kinderarbeit, die Abschaffung der Frauen- arbeit, die Einrichtung von Arxbeitskammern und eines Arbeits- aints für 13 Milliouen Arbeiter, damit diese endlich den 54 Millionen Unternehmern glei gestellt werden. Das Reichsamt des Innern hat die Erfüllung aller dieser Forderungen bisher nah Kräften hintangehalten. Die große Finanzfkunst ift die, die Steuecn so zu gestalten, daß sie auch gezablt werden können. Darin haben Sie besonders bei der Normierung der Börsensteuer gefehlt. Im Zentrum hat in den letten Jahren eine übermächtige Bewilligungslust geberrsht; wir haben unsererseits den Herren immer wieder vorgehalten, daß die fetten Jahre nicht ewig dauern. Wir baben glänzende ses Jahre gehabt und doch immer mehr Auéêgaben gemacht und {ließli unsere Schuldenlast enorm gesteigert. Da müssen denn doc auch einmal die Einnahmeu zurückbleiben. Wir haben seit 1888 über zwei Milliarden Schulden gemaht. Haben etwa die verbündeten Re- gierungen alles aufgeboten, um die Ausgaben aufs Nothwendigste zu beschräuken? Nein, man "treit aber den Einzelstaaten 35 Millionen, die durch Zuscbußauleiben aufgebradt werden follea. Und die Ausgaben, uamentlich für Militär- und Marine- zwecke, werden weiter gesteigert werden Herr Bachem macht die Nationalliberaleu verautwortlih dafür, daß uicht gespart werde im Reiche. Aber das Zentrum ist gerade verantwortlich für das Zustande- kommen der Flottenvorlage. Das Zentrum bat sich üunmer be- willigungslustig gezeigt. Man macht au die Regierungen in den Einzelstaaten verantwortlich. Das begreise ih nicht. Die Regierungen

wollen doch natürli ibre Macht stärken, aber der Reichstag it do nicht als Bewilligungömaschine bierber gescidckt worden, der Reichstag soll kontrolieren und kritisieren Die | Regierungen in Stuttgart, München c. vfeifen einfa na, was bier in Berlin vorgepfiffen wird. Neue Steuern werden allerdings für unsere Partei neuer Agitatiousstoff sein r im wir k n zarnidt Agitationsftof genua bekommen. Ez giedt beute kaum nech in Nahrungsmittel, das nicht besteuert (F ï xb, daß man Luft und Licht befi rt beurufe d Abg. Dr. Oertel.) Herr Oertel bewädrt sich als Finanunann nd will dic Klaviere besteuert wissen. Gewik, verlteuern S r die Klaviere ader um so weniger Klavier werden lauft werde Da Proletariat üt es, weles nicht uur die Soldaten stellt, sondern aud die menten Steuern zzublt. Die Reichen würd meisteu {reien weun Militär« und Marine Minister vou ibue iwas forderte d wenu uan eine Neichs-Ginkommeniteu ! die Reichen {1 Weld Opposition haben uicht die sächsischen Konservat T die Be mögeunsteuer im biibeu Landta iemacbt, î ü fie î dert Ä red Die T7000 N I ' e Drt k . uh heukt a d K D i Î I

% den dal þ dect 1 bte en Kriegs- Mt r fra t VON d tat 1g de! D F L wiederdolt gesagt, daß è f F id L cum n@ d 1 Q 4 1 L Y Forderungeu ï d N L ‘agt der K biand Î t f prt é : 1 Ï Y é I WCcQTU A 0a ? d D N If N E vet 4 d deutschen Politik geworden. Je mehr Deutschland Weltvolitik treibt umtomcdr Anulz! A Konliften Ce ‘d I h da die Koatrahentcn des Dreibund en N und vou Sorge! rat u D D L 4 c « Daund deim Keichskanzler d deu Muadiay wird, werd b ì br Ani 1 g werden Der T d M aller degründet worden Wenn man vet ÌÒ I F ztouen ci ADcA Z ; seine Mittel bt au Fri 120 Millionen im J D

h Toa Nach den Berech 4 j Potte iu Le Ä hg n : x Jahre 16300 Mll. Mork Bei solcben Kol Kric nchrere curcpaliche Staat don den 4 F ; Baakeir t naci § 4 I ina z - Ht §y -- oadein nimmt D verm x Di Va @& s d als cin Scdla a r gecigi, wie wir an deu L Q dna d in Transv den iche Miaiílter d Beetnacit hat ein ander ï r den Sinelchea Ti wie der Aba. Badem - zi agi, daß das Vêlkerttcckt mißt; wCCèCca t i dtead di F et A2 g Danzig sagte, dexr Fricte 1 : abr s geit bricht cin Milltér ia dex „Deutschen Welt“ dex Beil dee den Zeitung cin Wightiger Aricde fei f 1 gteßcs L er b " ved Die hinecsischen Unruhen sind felbst durch proveolatoriihe Handlungen der deulschen Wache in Peking, durch et- schiedene Handlungen der Behörden a n des VHertu vou Keiteler, de Erdilterang detvottusea muten deranlaut worden Der deuische Gesaadie hat sehr uallug gehandelt, zogen den Rath dec übrigen Gesandien sich dinausduwagen. Die Beichieiung der Ta?n-Forts veranlaßie die Chiacien, ihren Soldaten in detehien. alle . unt der iogemannie M rder unieres

A l ammen zuscdicten l Sesaudien. der Unteroffizier En-DHai, hat nar seine Pilichi gethan D rreaiiiden Mil itärbegrifîen ¿Is œ Dos «Fi CUDE Y Hor- gelegten auHührte. Der Untercffizier ist erichesen wotden. und man hat den Geshmack gehabt, seinen Kopf zah Berlin zu chien. Ach

bin neugierig, wie [h unsere Regierung dazu stellt. Es sind über- haupt in diesem Kr ege ganz wunderlihe Dinge passiert, nahdem von höchster Stelle die bekannte Mahnung an unsere Truppen ergangen war Nun, wir wissen, wie die Sache ausgegangen ist. Damals hieß es, unsere Soldaten müßten \o verfahren, daß man in tausend Jahren es niht wagen würde, einen Deutschen au nur eel anzusehen. Das Sühneprinzlein hat niht Kotau gemacht, man is mit dem Chinesen sehr freundlih umgegangen. Jum Kriege selbst aber hat man Tausende einfach niederge\chossen, gewiß niht zum Nuhme der Europäer, Der Krieg auf den Philippinen und in Transvaal ift ein Schandmal für unsere Zeit. Der Naub astronomischer Instrumente in Peking ist von Vorgeseßten offen zugegeben worden; dies sollte ge- \hehen, um die Kriegskosten zu decken. Ich frage, ob dieser Befehl von dem Grafen Waldersee ausgegangen ist. Das würde nach den 8&8 127 und 131 des Militär-Strafgeseßbuchs als eine Plünderung an- zusehen sein, die kriegsrechtlih zu bestrafen sein würde mit Gefängniß bis zu fünf Jahren und Verseßung in die zweite Soldatenklasse. Der General Lessel, der jenen Befehl gegeben haben soll, müßte fo bestraft werden Man hat nicht gehört, daß er oder ein anderer zur Berantwortung gezogen sei. Das Ende der Geschichte ist für uns be- shämend genug. Die chinesische Regierung hat gesagt: Ihr habt die Instrumente gestohlen, nun könnt ihr sie behalten. Daß Chamberlain jenen Ausspruch gethan hat, brauht niemand aufzuregen. Er hat nicht nur Deutschland, sondern au) Rußland, Oesterreih, Frankreich u. st. w. erwähnt; alle diese Staaten könntèn ebenso verleßt sein wie Deutschland. Sind im französischen Kriege, namentlich nah Sedan, auf deutscher Seite nicht au Gewaltakte vorgekommen? Damals bestand in Frankreih ein Volkskrieg, und die ¿Franktireurs, die ge- handelt hatten wie jeßt die Buren, wurden einfach niedergeschossen. In jedem Kriege kommen solhe Dinge vor. Glauben Sie, daß nit auch deutshe Truppen in einem Kriege, wie der süd- afrikanische, so verrohen und yerwildern würden? Wenn die englische Armee so zusammengeseßt ist, wie der Abg. von Liebermann behauptete, so möchte ih erinnern, daß der „Schwäbische Merkur“ eine Kolonial- truppe zu bilden empfohlen hatte, die aus Sträflingen zusammen- geseßt sein sollte. Es ist in China aber auch * geplündert worden. Notorisch haben sich die Missionare an dieser Plünderung belheiligt. Die „Berliner Politischen Nachrichten“ meinten, man solle die Sache nicht aufbaushen. Sie wissen doch, daß in Paris ein Zelt der Kaiserin von China ausgestellt i}; Kunstwerke nah Italien und Deutschland sind unterwegs; ein französischer Bischof hat cine Plünderungstruppe angeführt; an verschiedenen Orten tauchen Kanonen und Kunstgegen- stände auf, die offenbar geplündert worden sind. Auf einen aufsässigen Borer kamen 50 unschuldig ermordete Chinesen, auch Frauen, nach dem Ausspruch des französischen Generals Voyron. Wir haben alle Ursache, über die Vorgänge in China den Mantel der christlichen Liebe zu decken. Derselbe Bischof Anzer, auf dessen Urtheil Herr Bachem so großen Werth legt, hat zu Neujahr gesagt: „Kein Mensch weiß, was aus diesem chinesishen Chaos werden soll.“ Es sind auch jegt noch Keime zu neuen Schwierigkeiten vorhanden. Herr Bassermann meinte, es sei erwiesen, daß die „Hunnenbriefe“ gefälsht seien. Jh bin nicht getäus{t worden, auch kein Anderer, böchstens die Negierung. Jch halte alles aufrecht, was ih über die „Hunnen- briefe* gesagt habe, nicht troß, sondern wegen der Prozesse. Herr General Lessel hat behauptet, in Zürich seien Hunderte von „Hunnen-

briefen“ fabriziert worden, nur der Positstempel fehlte noch. Solche Briefe bätten doch nur einen Werth, wenn sie den chinesishen Poststempel zeigen. Höchstens könnte es sich um eine Fabrikation durch Spiel handeln. Vor Ge-

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+ riht ist der Beweis der Echtheit der Briefe gar nicht zugelassen worden; der Redakteur des „Vorwärts* ist gar nicht geladen worden ; man hat uur auf Grund formeller Beleidigung verurtheilt, und zwar in cinem Fall zu 6 Monaten! Der Kriezs-Minifter wollte die Re- dakteure anflagen lassen, die „Hunnenbriefe* gebraht baben; man bat ader uur fozialdemokratishe Redakteure angeklagt. Auch die nicht lozialdemokratische Presse bat das nicht gethan, was man der eng- lishen Presse vorwirft, daß sie näâmlich die barbarishe Art der englischen Kriegführung vertuschen wolle. Generalmajor Endres hat ih gegen meinen Fraktionsgenosen Südekum gewandt, der dem Hauptmann von Feiliy!ch Feigheit vorgeworfen batte. Dieser Vor- wurf war um so berechtigter, als der Abg. von Vollinar obne Wider- spruch des Kriegs-Ministers von Asch in der baverishen Kammer den

vol hs N ry B p » \ s V - » » ail ip S lden Vorwurf erboben hatte. Der Hauptmann von Feilißsch wurde n dio kor As A » he mtokos un t p e in die bayerische Armee nicht wieder aufgenomtm weil er ih M1 irm k 0dlu aen b «t. huld Formen ly Toy U LTLLLYUTINTR DaATIPLUNgen Valle zu SQuiten tommen l12Nen vas Un niht gut war, war în der preukisch{en »T 4 4 D 0A Foy D T A TDeie Veleidigung kur die daverif{ x G Z 12n Í p 7h Ÿ 4. A [ALATTI O 2% L A ° D A s U 47 L Und 0 « Cn A 4 rug das y L S , - ou ie Preußen i vurt R Í L E orkAdhlorr Zt - Iul le % Ls _— äs L e f y I] ch » . 4 ei L J ti T y v 12 14 L 4 .. @ K OVAaYeT1! i rem E G e Uge pa! D des nt)ierend wil Derr E must Di i (oda nf her. 11 Ÿ » Gs E E - y ° K f De s "\ F e T F » m Cn s î in H! und !? ? ! Ren 1d t für i miu 9 Er bh H p 0 ad V Ber dere ï ir i Vi + t 1 ee Stell i A ararf S 0 r t - R Y - z  De 1 y f d d 1 F an Þ f Ä D An 7 P P - . 4 Ï 2t dit “4 ° td Ss - nit T T Gei H 120% _. L s F ch4 L L H Thi - a. E E _ d N Ne Löbne G ret - = ¿ N Y G T4 - i ein The f x « v « Df 7 Ï Ea ul î j Q - L C i 1 M . P ( Ï 0 mw In Ä *% * Fs 134 e d 4 r Kater im r . pn S - s ‘s - N % nit würd 5 o « D 4 rc Fen F - K Ä ues D T - 1e ? - rciltfcm Í # p J 13 m C Dc? 1 o Zu 1 3 h afdoe an L - C U f ._—- ly D * é * b s e. D - Len et Zan!t f v 2 * &. +79 *. S infttgen è r D Í T i. - - VIC 7 et tiacn kas ü 44 7 z - vir werden auch ine ver- # n ¿ u 2 v 4 - mai d aden bei den Soualdemofraten Ce a e S - C q n Í ka H cine u Bi Ocimaths É H «b E D # Ä Ves - N S 2 P P - . 32. “ee Tie f nit r Den I - H, Ü P . S - «ck - A a - . ah dret Fictcs 2c den Sax e m S e * Ss i I n med 1 m Ï H h ¿2d L vet Sehe gui! redi 2 b

¡wischen ciner dernüaftigea Weltvolitikf und ciner Oeunatdstelitik beitet fein Genen 2h, wie h mir schon vor Zert eraumt b Due en

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day gerade der Herr Abg. Bebel,

der, ich will nicht sagen ein fanatisher, aber doch ein entschiedener Gegner der Weltpolitik ist, im Namen der Wesltpolitik gegen unsere Heimathspolitik polemisiert. Wenn das der Herr Abg. Rickert thun würde, den ih zu meiner Freude, wie ih glaube, heute wieder in diesem hohen Hause erblickt habe, so würde ich das bis zu einem gewissen Grade begreiflich finden. Wenn das der Herr Abg. Barth thäte, der diesem hohen Hause jeßt wieder angehört, so würde ich das allenfalls verstehen. Aber der Herr Abg. Bebel darf sich diesen Luxus nicht gestatten. (Heiterkeit.) Das Noß der Wesltpolitik darf er uns gegen- über nit tummeln, es sei denn, daß er vorher mindestens für drei Flottenvorlagen gestimmt hätte. (Große Heiterkeit.)

Nun, meine Herren, hat der Herr Abg. Bebel auch gesagt, daß bei unseren Dreibundverbündeten Mißtrauen gegen uns bestände. Jch möchte wirklich den Herrn Abg. Bebel bitten, mir zu sagen, worauf sih diese seine Ansi3 t gründet. Ich kann ihm versichern und ih \sprehe in diesem Augenblick durchaus nit als Diplomat in dem Sinne, wie der Diplomat dem Herrn Abg. Bebel wvorzu- {weben scheint, ih sprehe mit voller Offenheit, ih bin viel ehrlicher, als der Herr Abg. Bebel annimmt (Heiterkeit) alfo ih sage, daß bei unseren Verbündeten kein Mißtrauen gegen uns btesteht. Ich habe gestern die Freude gehabt, ein Telegramm aus Nom zu er- halten, in dem gesagt wurde, daß mein verehrter Freund, der italie- nische Minister des Aeußern Herr Prinetti, unserem Botschafter ge- sagt hätte, in der Nede, die ih hier vor einigen Tagen über aus- wärtige Fragen zu halten die Ehre hatte, wäre kein Wort, das er nicht untershriebe. (Hört, hört!) Und wenn der Herr Abg. Bebel einen Blick auf die Wiener Presse werfen will, so wird er si davou überzeugen, daß au) diesc meine damaligen Ausführungen ungefähr in derselben Weise beurtheilt. - Also ich kaun Herrn Bebel nur bitten, au in dieser Hinsicht, was unsere internationalen Be- ziehungen angeht, sich nicht allzu viele Bären aufbinden zu lassen. (Heiterkeit und Zurufe.)

Meine Herren, die Ausführungen des Herrn Abg. Bebel über unsere chinesische Politik waren mir wieder ein Beweis dafür, daß es in Deutschland im Gegensay zu anderen Lndern Politiker giebt, und hervorragende Politiker, und ganze Parteien giebt, die Fragen der auswärtigen Politik mehr vom Standpunkt ihrer subjektiven Empfindungen beurtheilen, mehr von ihrem Parteistandpunkt aus, vom Standpunkt ihrer mehr oder weniger, nach meiner Ansicht gar- nicht berechtigten Abneigung gegen die eigene Regierung als auf Grund des ruhig und klar erwogenen Staatsinteresses. Wenn der Herr Abg. Bebel im Sommer 1900 Minister des Aeußern gewefen wäre (Heiterkeit), so würde cr auch nicht geduldet haben, daß die Chinesen die Deutschen aus China vertreiben, daß sie uns ihre Häfen versperren, daß; sie die deuts{cn Waaren in China niht mehr zu- lassen wollten. Und cr würde als Minister namentlih niht geduldet haben, daß die Chinesen unseren Gesandten der, wie ih gegenüber der Kritik des Herrn Abg. Bebel hervorheben will, in muthiger, ritterlicher Weise gestorben ist wie ein Soldat auf dem Schlacht- felde (Bravo!) also der Herr Abg. Bebel würde als Minister die {mählihe Ermordung unseres Gesandten auch nicht rubig hin- genommen, er würde sie au nicht geduldet haben. Und wenn er sie geduldet bätte, so würde das- deutshe Volk ihn als Minister nicht lange geduldet haben. (Sehr gut! rechts und bei den National- liberalen.) Unscre Interessen in China waren und sind viel zu groß, als daß wir dieselben einfach als quantité négligeable bâätten be- trachten und bei der ersten auftauhenden Schwierigkeit kleinmüthbig preiâgeben können.

Die Darlegungen des Abg. Bebel waren ein reht \{lagender

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r wird im Himmel t daben. Alle authentischen ß unsere Trupven sich a3 ; haden durch Bravour Ind wenn der französische, der englische oder taltenitce Kriegs-Minister seit lange schon in ihren Parlamenten

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(Schluß ia der Zweiten Beilage.)

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A2. 10.

Zweite Beilage zum Deuischen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Montag, den 13. Januar

1902.

(Schluß aus der Ersten Beilage.)

Meine Herren, der Herr Abg. Bebel hat auch Bezug genommen auf ein Urtheil des Bischofs Anzer über die voraussichtlihe weitere Entwickelung der Verhältnisse in China. Ich habe eine ausgezeihnete Meinung von dem Herrn Bischof Anzer. Ih glaube aber doch, daß im vorliegenden Falle die Anschauung des von mir hochverehrten Bischofs Anzer, falls er sie wirkli in dieser Weise ausgedrückt Hat, ein wenig zu pessimistish war. Jedenfalls sind gegen die Wiederkehr solher Vorkommnisse, wie wir sie vor einem Jahr in China erlebt haben, von den Mächten so weit Vor- fehrungen getroffen worden, als dies möglih war im Hinblick auf die inneren inesischen Verhältnisse und auf die ungeheure Ausdehnung des hinesischen Neichs. Jch glaube auch, daß die Ereignisse der leßten anderthalb Jahre an den Chinesen, Negierung wie Volk, nicht spurlos vorübergegangen sind. Es ist den Chinesen in einer für sie recht empfindlihen Weise klar gemacht worden, daß sie sich niht ungestraft gegen Europäer vergehen. (Zurufe bei den Sozial- demokraten.) Es ist ihnen auch kein Zweifel darüber gelassen worden, daß, wenn es sich um die Bekämpfung der Barbarei handelt, die europäischen Mächte einig sind und einig bleiben werden. Gewiß werden die chinesischen Behörden in der nächsten Zeit noch manchen Kampf mit den Borerhorden auszufehten haben. Es wird speziell im Norden von China auch nicht an lokalen Unruhen fehlen. Die Ansicht unserer Vertreter in China geht aber doch überwiegend dahin, daß große und {were fremdenfeindlihe Bewegungen nah menshchlicher Voraussicht in China in absehbarer Zeit niht zu erwarten sind. Es is eine alte Erfahrung, daß, wenn orientalishe Reiche in Berührung treten mit der euro- päischen Zivilisation, dies zunächst zu sozialen und wirthschaftlichen Krisen führt. Sol@&e Krisen, meine Herren, müssen überrounden werden, wie man ein Gewitter oder cine Springfluth überwindet. Wir geben uns aber der Hoffnung hin, daß die Er- \{ließung von China für die ceuropäishe Kultur von jeßt an ohne Störung, ohne akute Zwischenfälle verlaufen wird. Und jedenfalls haben die Mächte in dieser Bezichung in vollem Einvernehmen unter einander alle diejenigen Vorkehrungen getroffen, die im Bereiche der Möglichkeit, im Bereiche der Ver- nunft lagen.

Was wir, meine Herren, in China erreihen wollten, darüber habe ich mich vor diesem hohen Hause wiederholt ausgesprochen, und das habe ich auch {hon bei Beginn unserer chinesishen Aktion in dem Rundschreiben dargelegt, welches ih damals an die Bundesregierungen rihtete. Jh habe damals gesagt, daß wir Genugthuung verlangen müßten für die Ermordung unseres Gesandten und für die sonstigen Verstöße der Chinesen gegen das Völkerreht. Ich habe aber gleich- zeitig betont, daß wir in China keinerlei Eroberungszwecke verfolgten, daß wir China nicht auftheilen wollten, daß unsere Interessen in ‘China wesentlich wirthshaftliher Natur wären. Ich habe ferner ge- sagt, daß wir angemessene Entschädigung verlangen müßten für unse-e Auéëlagen und Kosten und möglichste Sicherung gegen die Wiederkehr solher Vorkommnisse. Ich habe gesagt, daß wir nicht cinen Tag kürzer, aber auch niht cine Stunde länger mit dem Gros unseres Expeditionskorps in (China bleiben würden, als dies absolut geboten wäre. Und ih habe endlich gesagt, daß wir das Einvernehmen unter den Mächten, so viel an uns läge, aufrccht erhalten würden, daß wir, soweit es im Rahmen unserer Nehte und Interessen uns irgendwoie möglich wäre, gemeinsam mit den anderen Mächten vor- gehen wollten.

Wenn Sie si an dieses Programm erinnern wollen, so wer- den Sie billigerweise zugeben müssen, daß dasselbe in wesentlichen Punkten durchgeführt worden ist ih cine Stellung im Oft Weltmacht ge- sichert. Wir haben uns friedlih, maßvoll und besonnen gezeigt, aber auch fkeincn Zweifel darüber j Nechte achten, wir auch die unsrigen geachtet wissen wollen. L unsere Position ia Schautung behauptet und befestigt. Wir habe am Peiho und am Jangtse-kiang Gleichderehtigung gc D land geht aus den chinesis{hen Wirren mit ungeshwächten Kräften und in vellen Ehren hervor. (Bravo! rechts.)

Und nun, meine Herren, hat der Herr Abg noch Bezug genommen auf die Ha franzêsishen Kriege. Wir alle wissen, meine Herren, ein grausames Handwerk? ist, und daß cs nie cinen

allen Deutschland hat fernen Vsten als große

gelassen, daß

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Bebel endlich im deutih- daß der Krieg

f Ÿ nte eh ¿Uung unierct 2ruttcen

Krieg gegeben bat, in dem nicht beklagensroerthe Ausschreitungen vorgekommen sind Die Frage ist aber die, ob nicht auch im deutsh-französischen Kriege

unser Heer, was Menschlichkeit anlangt, in

a T e L. o Î d 4 uiereriier Linie geilanden

dat (sehr richtig! rechts), und diese Frage bejabe ih auf das aller- bestimmteste. (Bravo!) Weitcr werde ih auf diese Acußerungen des Herrn Aba. Bebel nicht eingehen. Wenn unser Heer tom Ausland

angegriffen wird, so halte ih es für meine Pilliht, dagegen Front zu

macben. Aber über die Angriffe, die von der Tribüne diescs hohen Hauses aus deutschem Munde gegen das Verhalten deutscher Krieger im Jahre 1870 gerichtet werden, überlaße ih tas Urtheil dem

deutschen Volke und der deutschen öffent Bravo!)

Kriegs-Minister, General der Jnsanterie von Goßler:

knüpfe an datjenige an, was der Herr Reichékanuler am Seblusse seiner Rede gesagt bat, und nehme für die an der chinesischen Expedition betheiligt gewesenen deutschen Trurven tasfelbe in Anspruch Wie im Jahre 1370 können wir auch hier stolz auf die Haltung unserer Trupven sein. Die gegenthciligen, vem Herrn Abg. Bebel uns untergeschodenen Vorgänge, Grausamkeiten und so weiter gehören in das Gebiet der Fabel. Im übrigen ift es cine gam unfrucblbare Ausgabe, dem Herrn Abg. Bebel den Charakter des Krieges verstänt- L maden zu wollen. Er hat die Verhältnisse in China so dar- gesiellt, als ob wir in vôlkerrehtörvidriger Weise eine robige, sanftmüthige Bevölkeruvg ohne Grund überfallen und gegen sie die größten Grau-

Meinuna. (Lebbaftes

E E E E T E E E E R.

samkeiten verübt hätten. Da möchte ih doch darauf hinweisen, daß man’ die- Zahl der durch die Boxer ermordeten chinesishen Christen auf mehr als 80 000 {chäßt. Das ist eine Zahl, die zum Himmel shreit. Vom Herrn Abg. Bebel ist auch bei der Schilderung der Thätigkeit der Missionare behauptet worden, sie und die chinesischen Christen taugten eigentlih gar nihts. Das ist, wie die jeßt vor- ligenden Angaben ergeben, ganz unzutreffend. Von den chinesischen Christen sind nur ungefähr 249% vom Christenthum abgefallen, der größte Theil derselben ist dagegen gern in einen martervollen Tod gegangen, um den angenommenen Glauben zu bewahren. (Hört hört! in der Mitte.) Was die Missionare anlangt und speziell die katho- lishen Bischöfe, so sind sie ein Muster in der Vertheidigung ihrer Gemeinden gewesen. (Hört, hört! in der Mitte.) Der Herr Abg, Bebel hat es wohl nit gelesen, daß im Tempel in Peking einige Tausend Christen, fast ohne Waffen, nur im Besi einiger Gewehre eingeschlossen waren, und daß es dem fkatholishen Bischof zu verdanken ist, wenn ihr Leben bis auf cinige Hundert, die der Be- lagerung zum Opfer gefallen sind, erhalten geblieben ist. Es ist fast während 3 Monate fortwährend bei Tag und bei Naht gekämpft worden. Minen wurden seitens der Angreifer gelegt, die Munition ging den Vertheidigern aus und als die Boxer \{ließlih eine Kanone auf den Tempel richteten, da machte der Bischof, das Kruzifix in der Hand, mit vier Christen, von denen zwei mit Gewehren und zwei mit Lanzen bewaffnet waren, einen Ausfall, nahm die Kanone und rettete so seine Gemeinde. Der Krieg in China ist denn doch etwas anders verlaufen, als es sich der Herr Abg. Bebel vorstellt. Es sind von den Missionaren und cchinesischen Christen geradezu Heldenthaten verübt worden, und daß wir diese Leute {chügten, war unsere Pfliht und Schuldigkeit. Ih habe mit dem Herrn Abg. Bebel über diese Dinge {hon wiederholt verhandelt. Er ist es ja selbst gewesen, der mir \. Zt. gerathen hat, die Angelegenheit mit den Hunnenbriefen vor Gericht zu bringen, und ih habe alles gethan, um nach jeder Richtung hin die Sache zu klären. Ich will dem Herrn Abgeordneten in Bezug hierauf seine eigene Aussage vorhalten. Er hat damals behauptet: „Giebt es etwas Scheußlicheres, Barbarischeres, Gemeineres als eine solhe Kriegsweise? Das kann nicht genug gebrandmarkt werden vor der ganzen Welt.“

Meine Herren, er hat \sich dann auf die Hunnenbriefe berufen und unter dem 19. November 1900 gesagt: „Die Namen der Schreiber stehen zur Verfügung“. Desgleihen am 23. November 1900: „Der Herr Kriegs-Minister ist dann im Laufe seiner Rede darauf gekommen, zu sagen, es sei ihm sehr erwünscht, die Verfasser der Hunnenbriefe kennen zu lernen; und er schien anzudeuten, daß er von mir erwartet, daß ih dieselben nenne. Dazu habe ih gar feinen Grund.“ und „Weiter, meine Herren, wird irgend cin deutscher Staatsanwalt oder der Herr Kriegs-Minister glauben, daß diese Briefe die Un- rwahrheit sagten, so würde der Herr Kriegs-Minister, wie er das jederzeit gegenüber der Presse und speziell dzr sozialdemokratischen Presse in anderen Fällen thut, die Staatsanwaltshaften ersuchen, die Veröffentliher dieser Hunnenbriefe zur Verantwortung zu ziehen. Von folhem Zurverantwortungziehen ist bis beute nichts verlautet.“ Am 15. Februar 1901 gab er mir direkt den Nath „Es widerstrebt mir, hier die Rolle des Staatsanwalts auf mi zu nehmen; soll ich dem Herrn Kriegs-Minister die Wege zeigen, die er früber selbst betreten hat, wenn Anklagen mit be- leidigenden, die Armee berabsetzexden Schilderungen in den Blättern erschienen waren ?*

Nun, ich habe diefen Weg mit vollem Bewuktsein, nachdem die Berichte aus China vorlagen und die Strafanträge gestellt waren beschritten, und nah diesen Aeußerungen des Herrn Abg. Bebel hatte ih geglaubt, er werde sehr geneigt und bereit sein, die Gerichte bei der Aufklärung der Thatsache zu unterstügen. (Zuruf links.) Der Herr Abgeordnete Bebel bat aber als Zeuge die Nennung des Namens des betreffenden Briefstellers verweigert. (Hört, bört!) Er hat angegeben, er hätte den Namen vergessen (Heiterkeit rets), und wenn er ihn wüßte, würde er ibn nit nennen. Das ist meines Wissens der Wortlaut sciner Aussage. (Widerspruch von den Sozialdemokraten.) Ich babe cine Aktennotiz in diesem Sinne. Ist der Wortlaut verschieden, fo wird ja der Herr Abgeordnete nicht ver- feblen, den richtigen Wortlaut mitzutbeilen.

Wenn der Herr Abgeordnete Bebel beute noch erklärt, ec glaube an die Echibeit des Inhalts der Hunnenbriefe, dann ist ibm nicht zu helfen. rets.) Auch niht der Schein Beweises ist bei den Gerichtsverhandlungen erbracht worten Inhalt der Briefe mit den Thatsachen übercinstimmt

Jh möchte dem Herra Abgeordneten Bebel nur außeinandersezen: „es giebt die in Europa fabriziert bon ori wieder

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noch einmal zwei Arten derartiger Briefe“. Briefe, nah China geit wurden untd famen, und

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nab Eurora Lügen, tie in China

fabriziert sind. Für beide Sorten von Briesen babe id Beweise DHler siad z. B. derartige Briefe, die in China mit Beschlag belegt “wordea sind Der Absender ißt „Jean BViitig pon realante Len 6, - a. F

In dem Bricfe findet \ch

die Adresse „Jean Bâttiz, Paris". Dieser Brief wurde in Luzern zur Post gegeben, dic Adrefaten waren Leute in Züri® und Basel Diese Adressen sind zu meinem Bedauern in China verloren gegangen

Wenn der Abg eine Per-

Bedel auch deute noch angedeutet hat

sônlihfeit, die in der S&welz lebt, würe viellcicht der Verfasser oder Vermittler dieser Hunnenbricte so habe ih ibn versteben müssen —, so würde ih ihm rathen. h doch mit dieser Persönlichkeit auscinander-

zusctien. Denn es sind Flugblätter in der Swe mit der Unter schrift: „Luzern, den 2. Dezember 1901. W. f. E. S&uaman

Mentier® verbreitet worden. (Lzden und Zurufe bei den temefkraten Glocke des Präsidenten.)

a e czial

Es ist mir sehr erfreulih, daß der Abg. Bebel felbst auf den Namen kommt. Diese Blätter sind überschrieben: „Bebel's Meinetd: und Hunnenbriefe“, und wenn Herrn Bebel daran gelegen ist (Wider- spruch bei den Sozialdemokraten), die Sache aufzuklären, dann kann ih ihm nur rathen, auf Grund dieses Flugblattes, das die größten Beschimpfungen der Person des Herrn Bebel enthält, vor Schweizer Gerichten klagbar zu werden. Jh will die näheren Einzelheiten hier nicht weiter darlegen; sie sind aber so gravierend, daß meines Erachtens der Abg. Bebel doch verpflichtet sein würde (Widerspruch bei den Sozialdemokraten), angesichts dieser Thatsache: gegen Herrn Schumann in der Schweiz vorzugehen.

Was dann die aus China hierher geschickten Lügen anbelangt, so ist es allerdings unbegreiflih, daß eine Anzahl von Leuten derartige Briefe nah Hause schreiben konnten. Die Verleumdungsfucht, die sich jeßt überall bemerkbar mat, ist wirklich eine Art Volkskrankheit ; man begreift einzelnes garniht. Ueber einen Brief, den der Herr Abg. Bebel st. Zt. hier au angeführt hat, und der in den Zeitungen mit dem Namen veröffentlicht war, kann ih hier nähere Auskunft geben. Ich könnte noch mehrere anführen, dieser ersheint aber ausreichend, weil er charakteristisch ist. Es liegt über denselben folgendes Protokoll vor:

„Es erscheint der Fahrer Pelzer von der zweiten Batterie des Ostasiatishen Bataillons s{hwerer Feldhaubitzen, von Beruf Artist, aus Aachen gebürtig, mehrfah von Zivilgerichten bestraft, und sagt zur Sache aus:

Ich habe Ende November vom Fort Paitang aus, wohin ich kommandiert war, einen Brief an meine Eltern (Franz Pelzer, Aachen, Nudolfstraße Nr. 9) geschrieben und in demselben sehr star gelogen. Ich habe noch keinen Chinesen todtgeschossen. Ueberhaupt hat noch niemand meiner Batterie einen Chinesen todtgeschlagen.

(Hört, hört !)

Die Angelegenheit mit dem Trinkwasserbringen seitens der Chinesen verhält \ich thatsählich ganz anders, als ih geschrieben habe. Jch kohte im Fort Peitang für meine Korporalschaft das Wasser zum Trinken und das Kohwasser brachten uns die Chinesen aus dem Dorfe Peitang. Ich nahm den Chinesen stets das ge- brate Wasser ab. Um mich zu vergewissern, daß das Wasser nicht verdorben oder gar vergiftet sei, ließ ih die Chinesen stets von dem gebrahten Wasser kosten. Als eines Tages die Chinesen nun von dem Wasser, welches sie gebracht hatten, niht trinken wollten, jagte ih die Chinesen mit dem gebrachten Wasser davon.“

Das ist der ganze Thatbestand (Heiterkeit). Der Mann hatte ge- logen, er habe mehrfach Chinesen, wenn sie fein Wasser brachten, einfa niedergeshossen.

Was nun den vom Abg. Bebel hier wieder erhobenen Vorwurf des Beutemachens betrifft, so hat er Sachen verlesen, die das Be- nehmen der Mannschaft bei der Einnahme von Peking brandmarken sollen. Jch kann erneut versichern, daß deutshe Truppen bei der Ein- nahme von Peking überbaupt nit betheiligt waren. (Hört! hört Im übrigen ist aber bei der Einschiffung der Mannschaft

stets revidiert worden, ob etwa irgendwelhe Beutestücke auf die Schiffe mitgenommen wären. Ueber einzelne Gegen-

stänte, die gefunden wurden, konnte der rechtmäßige Besi durch Vor» lage der Nehnungen wie durh Zeugen nachgewiesen werden. Jur allgemeinen wäre der Eindruck gewonnen, daß die Leute bei ihren Einkäufen tüchtig übervortheilt worden waren. (Heiterkeit.) Die Sachen wären hier in Berlin wesentlih billiger als in China w er- werben gewesen. Da, wo durch die Zeitungen wie auf andere Art darauf hingewiesen worden ist, daß Beutestücke bier im Lande kur- sierten, ist sofort Nachfrage gehalten worden. Der Herr Abgeordnete hat von einem Fall Ratibor gesprochen. Es bandelt si bierbei um einen Marinesoldaten, der drei Uhren in cinem Sommerlager bei Peking gefunden haben will, und die gerichtliche Untersuchung ist ein- geleitet. Die eine Uhr wurde in den Zeitungen als eine solche im Werth von 2 bis 3000 A geschäßt, dann aber festgestellt, daß ciu Liebhaber vielleicht 50 M dafür geben würde. Es ift cine mit Glas- deckdel und Verzierung versehene Uhr, die nicht geht. Die Beute wäre also jedenfalls gering gewesen

Bezüglih der astronomischen Jnstrumeate hat der Herr Abg. Bebel Paragraphen des Strafgeseßbuchs verlesen. Das verstehe ih denn es handelt sih hier niht um don cinem Einzeluen tür sich gemadte Beute, sondern um eine amtliche Beschlagnahme. Man kann ja zweifelhaft sein, oh dieses richtig war. Der Feld» marschall batte allgemein den Auftrag gegeben, um die Kriecgéskosten einigermaßen zu deckea, Staatbeigenthum mit Beschlag zu belegen. (Hört! hört! links.) So ist au »þ B. baares Geld mit Beschlag belegt, an die Kricgskasse abgeführt und mit demselben cin Theil der Unkosten gedeckt worden. Die Insiramente wären überbaupt unbe- rührt geblieben, wenn nicht von französischer Seite der Antrag gestellt wäre, diejenigen Instrumente, die angeblich aus Paris stammien, mit- zunehmen. Hierzu ist vom Feldmarschall die Genehmigung ertheilt worden, weil man sich dem nicht widerscyen wollte, und nur der Rest der abgebrochenen Inskrumente ist in Verwahrung genommen worden. Von Plünderung ist daher gar keine Nede. (Zuruse bei den Sozial- demokraten.) Sobald der Reichsregierung bekannt wurde, daß die Beschlagnahme erfolgt sci, wurde der chinesishen Regierung angeboten, die Instrumente wieter zu übernehmen. (Zutufe bei den Sozial- demokraten.) Die hinesische Regierung hat das abgelehat.

Ez hat sodann der Herr Abg. Bebel die Debatte dadurch interessanter zu machen versucht, daf er den Fall des Hauvimanns von Feiliysch bier vor versammeltem Hause nochmals vorgetragen hat. (Zurufe bei den Sozialdemokraten. GSlocke des Präsidenten.)

Die Vorrourfe, die gegen den Hauptmann von Feiliysh erheben worden find sowohl in Betreff seines persénliden Mulbes, wie ard bezüglich seiner Kriegétütdtigkeit, entbehren jeder Unterlage, wie der Herr bayerische Militätbevollmächtigte bereits gesagt hat. Es in eine positive Lúge, was über den Haupimann Freiherrn von Feilizsh ver- breitet worden isl. Die Sache verhält sich so: Hauptmann Freihere

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