1902 / 22 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

#%

i einer Unte alt Polite, Mit ecleueter ‘Ensubt batte Sie eil cent taten

\ftgewerbe für Wohlstand und Gesittung der Nation bedeuten will und was dem preußischen Kunstgewerbe oth pat, Durch alle __ Phasen seiner Entwie ung hat Sie diesem Institut Ihre buldvolle ürsorge und thatkräftige Unterstüßung bewahrt, von jenen bescheidenen nfängen der Stallstraße an bis zum Einzug in diesen hochragenden Bau, von der Gründung eines mit den Schwierigkeiten des Tages mühsam ringenden Privatvereins bis zum Uebergang der Samm- lungen und der Unterrichtsanstalt in die Staatsverwaltung. Und nie werden wir vergessen, wie Sie no< bis in die leßte, {were Leidenszeit hinein die Sicherung der künftigen Entwickelung dieser Anstalt auf dem Herzen getragen hat, eine Sicherung, wie fle durch Eurer Majestät gnädige Fürsorge mit der bereits begonnenen ulichen ‘Erweiterung für alle Zeit gewonnen ist. /

Unvergeßlih wird Allen, die gegenwärtig waren, der 21. No- vember des Jahres 1881 sein, als, an dem Geburtstage Seiner Er- lauhten Gemahlin, Seine Majestät der Kaiser Friedrih an der Seite Allerhöchstderselben und umgeben von den rinzen und Prinzessinnen Seines Hauses, im Namen und luftrag Allerhöchstseines Ken Vaters diesem eben fertig-

estellten Hause die [Eren ersten Keimen an das regste Interesse eines hochsinnigen Freundes der Kunst und darüber hinaus jede Förderung geschenkt, zu der Er“ Gelegenheit fand, zumal als sie wenige Jahre darauf in die Reihe der Seinem Protektorat unterstellten Museen eingegliedert wurde. Was Er diesen Museen allen- als ihr rig durch se<zehn Jahre hindur< gewesen ift, vermögen furze Worte nicht zu erzählen und werden ganz wohl nur diejenigen er- messen, die Sein Wirken in der Nähe haben verfolgen können. Denn weit s{<werer als alles, was in die Oeffentlichkeit hinaustrat, fällt die unablässig anregende und ermuthigende Fürsorge, die bei feiner Schwierigkeit versagende Hilfe und Förderung ins Ge- wicht, die aller Oeffentlichkeit \ich entzog. Früchte Seines Wirkens gereift. Vor wenigen Wochen erst haben sich die Thore der Stätte geöffnet, die Eure Majestät den perga- menishen Schäten bereitet haben, die bei ihrer Entde>kung Niemand mit hellerer Fre und höherer Genugthuung begrüßt hat als der Er- laute Protektor unserer Museen. Und wenn einst der s{öne Bau, den Eure Majestät dem Andenken Seiner Majestät des Kaisers Friedrich bestimmt haben, vollendet dastehen wird, so wird au damit ein Lieblingsgedanke des Hohen Kaiserlichen Paares verwirklicht sein, dessen ganzes Herz an der Schönheit hing und das in Kunstsamm- lungen au< zunä<hst und vor Allem der Kunst und der Schönheit gedient wissen wollte.

Im leuchtenden Glanze folcher Erinnerungen steht das Grlauchte

aar vor dem inneren Auge derer, die das Glück gehabt haben, ev en Seines Lebens und Thuns zu sein und Ihm dienen zu dürfen. o möge es aus diesem von Eurer Majestät gestifteten Bilde auch zu kommenden Geschlehtern sprechen, vor Allem zu der Jugend, die an dieser Stelle sih für den Dienst der Kunst und des Vater- landes heranbildet. ;

Unfäglih \<were Zeiten des Leidens haben na< Gottes uner- forshlihem Natbhschluß über diese nah menshli<hen Gedanfen nur zu fonnigem und beglü>kendem Wirken berufenen Gestalten hereinbrechen sollen. Noch ist die Erinnerung daran zu lebendig, noch ist die Trauer um die Heimgegangenen zu fris und tief, als daß es uns nicht auch in dieser Stunde drängte, ihr Ausdru> zu geben.

Aber wir wissen und vertrauen, daß der hohe und reine Sinn, von dem Ihr Wirken geleitet war, nicht mit Ihnen ins Grab gesunken ist: Er lebt und foll fort und fort für alle Z-iten in diesen Hallen walten. Wir alle, das darf ih im Namen von Alt und Jung aus-

. sprechen, wir alle geloben, diesem hohen und reinen Sinne treu zu

bleiben, in unverbrüchlicher Hingabe an die idealen Güter unseres Volkes, in deifer Liebe zu deutscher Art und Kunst und in un- ershütterlihem ben an ihre \ittigende und l dah wi Macht.

Und dabei getrösten wir uns der Gewißheit, da

nd machtvolle _jedes ehrliche

| (r bag s Bg E rege, t Dirfore iter Ziele e Fb untethg i goden Verantwortu P faeedlovollen Vegcen We- un n e 0 - einigen wir uns zu dem alten Rufe der Treué: Seine Majestät imsér

i i Allergnädigster Kaiser und König lebe ho<! hoh! hoch!

Hierauf nahmen Seine Majestät der Kaiser und König das Wort zu nachstehender Ansprache:

Eurer Excellenz \sprehe I< Meinen herzlihsten und tiefgefüblten Dank aus für die erhebenden Worte, mit denen Sie soeben des Wirkens Meiner verewigten Eltern gedacht haben.

Mit der Enthüllung des Gedenkfensters haben die Anstalten, die Meinen Eltern ihre Existenz verdanken, einmal ihren Dank ab- getragen und zum andern sih ein ewiges Vorbild geschaffen. Unser Aller Herzenswunsch hätte es gewiß entsprohen, wenn wir beute um die beiden Stifter und Förderer dieses Hauses versammelt gewesen wären, um ihnen diese Gäbe als einen Gruß entgegenzutragen.

Aus dem idealen, hoben und reinen Sinne Meiner Eltern ent- sprossen, muß die Anstalt au< in diesem Sinne weiter geleitet werden.

Was die {weren Prüfungsjahre, die in den leßten Jahrhunderten über unser Volk und Vaterland dabingestürmt sind, zerstört und unserem Volke genommen haben, das sollte diese Anstalt wieder in das Volk hbineintragen. Die köstlicben Sammlungen, die bier auf- geflellt sind, zeugen von der Kunst und der Liebe zur Kunst und von tem Verständniß für dieselbe bei unseren Vorvâtern, und Ih meine, daß die Aufgabe dieser Anstalten nie besser im Sinne Meiner Eltern dur<getührt werden kann, als wenn dieses Gefühl für die Kunst in dem Volke wieder lebhaft angeregt wird, so war, daß kein Gegenstand in Gebrauch genommen wird, der nit einer künstlerien Form si er- freut, und daß die fünstlerishe Form \ih stets wieder anlchnt an das bewährte Schöne, was uns aus früberen Jahrbunderten überliefert ist. Denn das liegt in dem Gefühl und in dem Wesen cines jeden Menschen: was der Mensch einmal Schönes geschaffen hat, das bleibt für alle Jahrtausende \{ön, und wir, die wir na<folgen, haben nur das Schône festzuhalten und es unseren Lebensbedürfnissen anzupassen. Und das mögen sih au die Schüler dieser Anstalt stets wieder vor Augen halten.

Von einer idealen Figur wie der Meines Vaters, an der Seite Meiner seligen Mutter, seiner Gattin, getragen von der Liebe seines Volkes, ist der Segen herabgeslrömt; eine berrliche Gestalt, der der Staub der Straße nicht einmal an den Saum des Gewankdes reichte. Uad ebenso das herrliche, verklärte Bild Meiner Mutter diese sorgende Frau, deren jeder Gedanke Kunst war, und bei der Alles, sei & noch so cinfah, das fúr das Leben gestaltet werden sollte, von Schönkeit turhweht war. Ein Hauch der Poesie umgab sie. Deren beider Sohn steht vor Ihnen als ihr Erbe und Vollzieher. Und so, wie Ih e schon früher ‘ausgesprochen habe, so sehe Jch es «uh als Meine Aufgabe an, im Sinne Meiner Eltern die Hand über Meinem deutschen Volke, sciner heranwo2<senden Generation zu halten, d8 Schöne in ihm zu pflegen, die Kunst in ihm zu entwi>eln, aber nur in feslten Bahnen und in fest gezogenen Grenzen, die in dem Gefühl für Schönheit und Harmonie im Menschen liegen.

Und so spreche Ih von ganzem Herzen den Wunsch für dieses hochragende Haus und für seine Anstalten aus, daß aus ibm cin

wir auf Eurer

eihè gab. Auch Er hat dieser Anstalt von

Langsam sind die .

Und Fülle über unser Volk strömen möge, daß des Volkes“ Geschma>, sein Vergnügen und seine, Freude am Schönen von hi 18 gepflegt und angeregt werden, damit jeßt, wo wir wieder so weit gelangt sind, daß unser Volk mehr für die Kunst zu thun vermag, als in früheren, trüben Zeiten ge- schehen konnte, wir au wieder auf die Stufe uns erheben, auf der unsere Väter vor Jahrhunderten standen. Das ist von Herzen Mein Wunsch! O i

Nach dem Schluß dieser Rede, welche die Versammlung tief bewegte, traten zwei Gruppen von Schülern und Schüle-

rinnen des Museums vor, welhe vor den Bildern Kränze niederlegten. :

Nach einer am 90. d. . hier eingegangenen telegraphi- hen Meldung aus Lome {t der Kaiserliche Gouverneur von Togo Augs st Köhler am Herzschlag verstorben.

Am 830. September 1858 in Eltville als D des Königlich preußischen Domänenraths Köhler geboren, besuchte er die Realschule in Langenshwalbah und das Gymnasium zu Weilburg a. L., das er Ostern 1878 mit dem Reife- zeugniß verließ, um in Bonn und Leipzig si<h dem Studium der Rechts- und Staatswissenschaften zu widmen. Nach bestandenem Referendar-Examen 1882 trat er zur Ver- waltung über und bestand 1889 die große Staatsprüfung. Als Regierungs-Assessor wurde er im Februar 1891 zur Vor- bercitung für den Kolonialdienst in die Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amts einberufen und bereits im Juni des- selben Jahres dem RKaiserlihen Kommissar des südwest- afrikanischen Schußgebiets von François als Nichter und Stellvertreter in den Verwaltungsgeschäften zugetheilt. 1894 nah Deutschland beurlaubt, wurde er nach abermaliger Be- schäftigung im Auswärtigen Amt im Februar 1895 mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Landeshauptmanns von Togo betraut. Da er f “in dieser Stellung in gleicher Weise wie bisher bewährte, fo wurde er im November 1895 zum Landes- hauptmann ernannt.

__ Während eines Urlaubs im Jahre 1897 wurde er als einer der Kommissare zu der deutsh-französishen Konferen; über die Abgrenzung der Koloniecn Togo und Dahomch rad Paris entsandt, ‘deren günstiges Ergebniß wesentlih auf seine Theilnahme zurü>zuführen ist. , Wieder in das Schußgebict zurü>gekehrt, unternahm der inzwischen zum Gouverneur Ernannte eine mehrmonatliche nspektionsreise, die ihn dur alle Theile des Schußzgebietes führte. Ende 1899 begab si< Köhler zu einer längeren Ver- tretung des Gouverneurs von Puttkamer nah Kamerun. Während seines leßten Urlaubs im vergangenen Jahre brachte er als erster Kommissar die Grenzverhand ungen mit Frank- reih zum definitiven Abschluß. Inzwischen mit: dem 9 othen Adler-Orden dritter Klasse mit der Schleife und dem Offizier- kreuz der q Mrenleginn ausgezeihnet, nahm er Anfang De- euen v. J. die Leitung des Schußgebietes wieder auf, von er M ein plößlicher Tod jeßt abberufen hat.

hon diese äußeren Daten lassen die vielseitige koloniale Erfahrung: und Wirksamkeit Köhler's erkennen, und in der That isst mit ‘ihm unserer ältesten und verdientesten Kolonialbeamten gangen. rührt dur< Anfein- dungen, nicht nah ôußéren Ehren trachtend, M er besonnen und energish den Weg, den er mit seinem prafktishen Sinn und hervorragenden Verwaltungstalent als den re<ten erkannt hatte. Der Erfolg ist seinem Wirken nicht versagt geblieben. Der Aufshwung, den Togo in ungestörter Entwi>kelung nah außen und innen genommen hat, ist in erster Linie seiner segensreihen Wirksamkeit zu danken. Sein Tod im besten Mannesalter - bedeutet für die Kolonialverwaltung einen shweren, kaum zu erseßenden Verlust.

Jn der Heimath und der Kolonie trauern zahlreiche Freunde, die er sih durch sein anspruchsloses Wesen in allen Kreisen erworben hatte. Sein Andenken wird stets in hohen Ehren gehalten werden.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Hohen- zollern“, Kommandant: Kontre-Admiral GrafvonBaudissin, am 23. Januar in Gibraltar angekommen und an demselben Tage nah St. Vincent in See gegangen.

_ —_

S. M. S. „Hertha“, Kommandant: Kapitän zur Sce Derzewski, ist mit dem Chef des Kreuzer - Geschwaders, Vize - Admiral Bendemann an Bord am 48. Januar in Batavia eingetroffen, wo am gleihen Tage au< S. M. S „Bussard“, Kommandant: Korvetten-Kapitän von Basse- wiß, angekommen ist.

Württemberg.

Die Kammer der Abgeordneten begann gestern, wie „W. T. B.“ meldet, die Verhandlungen über die Einheits marke. Der Abg Liesching (Volkspartei) trat in uvei- »tündiger Rede für den Antrag der Mehrheit der Kommission ein, welcher dahin geht, die durch den Vertrag veranlaßten Abweichungen nicht zu beanstanden. Der Vize-Präsident von Kiene empfahl aus politischen, staatsrechtlichen und finanziellen Gründen dic Ablehnung von Einheitsmarken, da durch leßtere das württembergishe Reservatre<ht gefährdet werde. Die Weiterberathung wurde dann auf heute vertagt

Oesterreich-Ungarn.

Der „Pester Lloyd“ meldet, daß die in leßter Zeit unter tem Vorsize des Kaisers abgehaltenen militärischen Konferenzen vornehmlih der Geshüßfrage und der Frage der Neuorganisation der Feld-Artilerie é: golten hätten. Ein erster Theilbetrag für neue Geschüße werde wahrscheinli<h in den Heeresvoranschla für 1908 «cin: gestellt werden ; der Eg Is mit der Beschaffung von Gecirgsgeschüzen gemacht . Auth In sollten errichtet und die Gebirgs-Artillerie solle weiter aus-

gestaltet werden.

i Budgetausshuß des öôösterreihishen Ab- geordnetenhauses sehte gestern, wie „W. T. B“ meldet, fort, a des Budgets Mo Justi Ums ort, Berathung kündig Justiz-Min Freherr Spens von Boden für die verschiedenen Gebiee:

Rechtspfl theils fertiggestellte, theils vorbereitete

und des Preßgeseßes, deren baldige Beendigun erhoffen sei. Bezüglih der Sprachenfrage erklärte Minister, daß hinsihtlih der Handhabung der geltenden Sprachenverordnungen der cseßlihe Weg vorgeschrieben sei. Wo er auf bösen Willen fok, unterlasse er es nit, dem entgegenzutreten. Den Erlaß von halte er nicht für nothwendig. Be E der Beseßung von Beamtenstellen richte er si<h nur nah dem Gese, welches ihn verpflichte, die verdienstvollsten und vertrauenswürdigsten Per- sonen zu berü>sihtigen, welche die erforderlichen Kenntnisse aufwiesen, wozu au die Sprachenkenntniß gehöre.

Großbritannien und Jrland.

Der Prinz von Wales hat gestern Abend kurz vor 8 E wie „W. T. B.“ meldet, die Reise nach Berlin an: getreten.

Jn der gestrigen Sißung des Unterhauses fragte O'Kelly an, ob die Politik der britishen Regierung die Aufrechthaltung des status quo in Asien mit Einschluß der Manödschurei ver- folge, und ob die Politik dec Regierung hinsichtlich Persiens mit der Velehung eines Seehafens im Persischen Golf Pa der Russen vereinbar sei. Der Unter - Staatgs- efretär des Auswärtigen Lord Cranborne erwiderte, es sei wiederholt darauf hingewiesen worden, daß eines der Ziele der Politik der Regierung im äußersten Orient die

Aufrechterhaltung des status quo in China sei, wie er ver:

tragsmäki ete worden sei. Die Beseßung eines Hafens im Persishen Golf seitens irgend einer Macht würde mit der Aufrechthaltung des status quo, welche die Politik der Ne- gierung anstrebe, unvereinbar sein. Auf eine Anfrage be- züglich ciner an die fremden rung der Annexion Transvaals erwiderte Lord Cr anborne, es sei in Großbritannien niht üblih, den fremden Mächten eine Annexion zu notifizieren, und wenn nit ein besonderer Grund vorliege, werde keine Noti ierung stattfinden. Boland fragte an, ob der Brauch, deutsche amt- liche Briefe, die nach Deutsch-Südwestafrika gesandt würden, zu öffnen, in Kapstadt weiter geübt werde und ob die deutsche Regierung Vorstellung erhoben habe. Lord Cranborne er- widerte, soweic die Negierung wisse, existiere kein solcher Brauch, auch habe die deutshe Regierung hierüber keine Vorstellungen erhoben. Der Staatssekretär des Kriegsamts Brodri> erklärte, einzelne fremde Mächte hätten von Zeit zu Zeit durh das Auswärtige Amt Vorstellungen erhoben bezüglich ihrer Staats- angehörigen, die zu Kriegsgefangenen gemacht worden seien. Diese Vorstellungen seien meistens auf O Wege er- hoben worden, und diese Schreiben hätten sich auf die Freilassung der Gefangenen auf Ehrenwort bezogen. Alle Gefangenen würden, was die Haft betreffe, na<h gleichen Grund}äßen behandelt, ohne RNücksiht auf ihre Nationalität. Der Staatssekretär für Indien Lord Hamilton bemerkte, der Emir von Afghanistan habe dem Vize-König von Jndien versichert, er werde den Fußtapfen seines Vaters folgen und der Freund seiner reunde sein. Er (der Emir) habe erfahren, so habe derselbe hinzugefügt, daß die britische Regierung gleich- falls sein Freund sein und die freundschaftlihen Bande wischen den beiden egierungen aufrechterhalten und weiter ses en werde. Labouchère fragte, ob seit den Ver- andlungen zwischen Botha und Lord Kitchener von irgend Jemandem, der von den Burenführern dazu ermächtigt worden sei, Friedensvorshläge gemacht worden seien. Der Erste Lord des Schaßamts Balfour verneinte dies. Hierauf wurde die Berathung über die Adresse wiederauf- genommen und das Amendement John Redmond's (f. die gestrige Nr. d. Bl.) mit 237 gegen 134 Stimmen abgelehnt. Bei dergestrigen Wahl zum Unterhause für Hampstead siegte Milvain (kons.) mit 3843 Stimmen gegen RNowe (lideral), welher 2118 Stimmen erhielt. Milvain tritt an dic Stelle Brodie Horae's, welcher sein Mandat niedergelegt hatte. Die in Birmingham erscheinende „Daily Mail“ meldet, die Führer der liberalen Jmperialisten hätten Lord Rojsebery formell aufgefordert, die Führerschaft der lezteren zu übernehmen. Lord Rosecbe:y habe sich bereit erklärt, wenn er der Unterstüßung sicher sei. Jnfolge dessen würden vertraucnswürdige Agenten in die verschiedeven Wahlkreise gesandt werden, um festzustellen, welhe Aufnahme eine von Lord RNosebery geleitete Partci finden würde. Diese Nachforshungen würden einige Monate dauern.

Frankreich.

Jn dem gestern abgehalteyen Ministerrath wurden, dem „W. T. B.“ zufolge, zwei von dem Finanz-Minister Caillaurx vorgelegte Dekrete unterzeihnet. Durch das erste wird eine Kommission eingeseßt, welhe die an französische Staatsangehörige anläßlih der Wirren in China zu zahlenden Entschädigungen festiseyen soll, während das zweite den Gang des Verfahrens regelt und die der Kom- mission vorzulegenden Beweisstü>e aufführt. Der Präsident Loubet unterzeichnete ferner eine Gesezvorlage, dur< welche die für die Mannschaften der Handelsmarine geltenden Strafbestimmungen abgeändert werden.

Jn der Deputirtenkammer interpellierte der Deputirte Chambon über die Unfälle, welche kürzlih Alpentruppen bei Modane zugestoßen sind. Er machte den Militärbehörden den Vorwurf, gefährliche Manöver angeordnet zu haben. Der Kriegs-Minister, General André bedouerte, daß die Unfälle sih ereignet hätten, indessen seien die Manöver nüßlich gewesen. Der Minister gab jedo zu, daß einige Grenzposten beseitigt werden könnten. Derselbe erklärte sich mit der einfachen Tages- ordnung einversianden, welhe sodann mit 452 gegen 88 Stimmen von der Kammer angenommen wurde.

Die Wahlen zur Deputirtenkammer werden, dem „Temps“ zufolge, am 13. oder 20. April stattfinden.

Schweden und Norwegen.

Wie dem „W. T. B.“ aus Christiania berichtet wird, haben die dem Friedensverein angehörenden Mitglieder des norwegischen Storthing im Hause den Antrag eine gebracht, einen Ausschuß Roden, um die Frage dauernder

eutralität Shweden-Norwegens A erwägen und eventuell dem Lônig einen entsprechenden Vorschlag zu unier-

breiten. m s{<wedis<hen Neichstag isi von dem Abg. Hedin ein ähnlicher Antrag der Liberalen eingebraht worden. Amerika. T Der Vertrag, betrefsend die Abtretung der dänis{- westindishen Jnseln an die Vereininten Staaten von Amerika, if wie „W. T. B.“ meldet, in

Neformvarsläge an, darunter Revisionen des Strafgesezes J

geheimen Verfügungen

ächte zu richtenden Notifizie-

ington unterzeichnet worden und wird unverzügli Bal E zur Vitiz:erung zugehen. züglich

Asien.

Aus Peking vom 23. d. M. berichtet das „Neuter'sche Bureau“, daß die Kaisetin-Wittwe und ihre Berathte ernst die Frage der Anstellung fremdländischex Rath- geber zwe>s Reorganisation der Verwaltung erörterten. Der Vize-König von Petschili Yuanschikai, der an der Spige diejer Bewegung stehe, empfehle die Anstellung von acht

remden von ausgezeichneter Befähigung in den verschiedenen weigen der Regierung, und zwar im Völkerrecht, in den Finanzen, in Militär- und Marine-Fragen, parlamentarischen Angelegenheiten und der inneren Verwaltung. Afrika.

Nach einer Meldung des „Reuter’shen Bureaus“ aus Pretoria vom 23. d. M. hat der Oberst Kekewich be- richtet, daß am 21. d. M. eine aus zwölf Mann Yeomanry bestehende Patrouille unter Leutnant Woodhouse von 150 Buren umzingelt worden sei. Die Patrouille habe ge-

fämpft, bis vier Buren getödtet und se<s verwundet gewesen seien, jih dann aber ergeben müssen.

Parlamentarische Nachrichten.

Die Berichte über die gestrige Sizung des Neichstages und über die vorgestrige und die gestrige Sigzung des Hauses der Abgeordneten befinden sih in der Ersten und Zweiten Beilage.

Statiftik und Volkswirthschaft.

Die Auswanderung über Hamburg im Jahre 1901.

Nach den „Hamb. Beiträgen“ gingen im Jahre 1901 über amburg 92 692 Auswanderer und andere MNeisende seewärts. Die Auswanderungsbewegung war in den leßten Wintermonaten O Eer allen voraufgegangenen Jahren eine auffallend starke. Im Dezember betrug die Zahl der Reisenden 6676 gegenüber 2626 im Dezember 1900, und zwar entfällt die ganz überwiegende Mehrzahl dieser 6676 Personen auf die fremdländishen Auswanderer, "die im Zwischende> na< New Vork befördert werden. s

Durch die starke Auswanderung in den leßten Monaten über- flügelt die Gesammtzahl der Reisenden dieses Jahres weit den Durch- schnitt des leßten Jahrzehnts, und man muß, abgesehen vom Jahre 1900, schon bis zum Jahre 1892 zurü>gehen, um eine gleichstarke Zahl zu erhalten (1901: 92 692, 1900: 100568, 1899: 73 664, 1898 : 43 385, 1897: 35049, 1896: 52748, 1895: 55097, 1894: 38 827, 1893: 58 876, 1892: 108 820). :

Aber während 1892 no<h 28 144 Deutsche si unter den Reisenden befanden. waren es 1901 nur 13354 (1900: 12264), und au von diesen ist nur ein Theil als Auswanderer anzuspre<hen ; denn in der Gesammtzahl befinden sih außer einem beträchtlichen Theil von Ver- gnügungs- und Geschäftsreisenden (1901: 5259) auch viele SEN die in die deutshen Kolonien (1901: 771) oter die auf unbestimmte Zeit zur beruflihen Ausbildung oder zu Erwerbszwe>en ins Ausland ehen mit der festen und auch ganz überwiegend durchgeführten Absicht, spâter in die Heimath zurü>zukehren. Unter den ausländischen Rei- senden wurden 1901 14175 Nichtauswanderer ermittelt, meistens zurü>reisende Amerikaner Von dem Rest gilt sicherli< ein Theil au< nur mangels unterscheidender statistischer Merkmale als „Aus- wanderer“. enn in der leyten Zeit mehrfa< betont wurde, von 1900 zu 1901 habe die Auswanderung über Hamburg zugenommen, so ist der Irrthum dadurch entstanden, daß zwischen Auswanderern und Reisenden niht genügend unterschieden wurde. Der Antheil der Reisenden, die ni<ht Auêwanderer sind, nimmt ständig zu. 1898 wurden 3503, 1899 9450, 1900 13 415, 1901 {on 20205 gezählt, und auch die leßtere Zahl dürfte no< nit vollständig sein.

Interessant ist au<h die Zusammenstellung der Ozeanreisenden nah Geschl e<t, Alter, Herkunftsland und Ziel. Unter den deutschen Reisenden des leßten Jahres waren 8341 männliche und 5013 weib- lie Personen, unter den Ausländern 61 333 männliche und 31 359 weiblihe. Unter den Reisenden waien 11 063 Familien mit 32724 Personen, außerdem 46 464 männliche und 13 904 weiblihe Einzel- personen. 9465 Passagiere waren Kinder von 1 bis 10 Jahren, dazu 2035 Säuglinge unter 1 Jahr. j 7 s

Dem Herkunftsland nach sind 3b 961 Nussen, 27 972 Oester- reiber und Ungarn, 13 354 Deutsche und 14 405 andere Landéleute (meist reisende Amerikaner) unterschieden. Bunter fällt die Karte der Bestimmungslän der aus. Allerdings geht wie immer der Hauptstrom mit 74 349 Personen na< den Vereinigten Staaten von Amerika. Wenn man von den übrigen no< die 9855 Reisenden von Hamburg nah England (hauptsähli< Russen) abzieht, bleiben für die anderen Zander nur fleinere Zahlen. Canada bat 2845 Reisende (2650 Oester- reicher und Ungarn) an si gezogen, Brasilien 1630 (769 Deutsche), Argentinien 1338 (422 Deutsche), Afrika 1738 (1143 Deutsche), Asien 169 (127 Deutsche).

Beginn, Dauer, Veranlassung undErgebniß der Arbelts- einstellungen in Frankreih im Jahre 1900.

(Stat. Korr.) Der vor kurzem gegebenen Darstellung der Aus- standsbewegung in Frankreich *) seien heute nöch einige Mittheilungen über den Verlauf der Arbeitseinstellungen und sonstige für deren Be urtheilung wichtige Umstände binzugefügt.

Ihrem Beginne nach fielen

in den Jahren 1897—99 Arbeits- mit ; ;z auf das eine strikfendten | ein- strikenden stellungen Arbeitern stellungen Arbeitern Zabl v. H. Zabl v. H. | Zahl v. H. Zabl v. H. Vierteljabr 298 20,37 29 7c3 9,07 | 226 25.06 48428 21,74 è 366 25,02 89V16 27,37 | 249 27,61 48 386 21,73 d: 431 29,46 94 690 28,92 | 249 27,61 66 093 29,68 4 Z 368 25,15 113 357 34,63 | 178 19,73 59 807 26,85.

Hiernach hat cs den Anschein, als ob in Frankreich keiner be- stimmten Jahreszeit ein wesentlicher Einfluß auf den Beginn der AcdeitEcinftele beizumessen ist, da im Berichtsjahre die Antheils- verhältnisse der einzelnen Vierteljahre sowobl hinfichtlich der begonnenen Auéstände wie der dábei strikenden Arbeiter niht sehr von einander ¿bwichen, während allerdings im VOCANICIANZENEN dreijährigen Zeit- raume im ersten Vierteljahre eine namentlich gegen das leyte auffallend {wache Arbeiterbetheiligung hervortritt.

rten A in den Jahren 1897—99 | im Jahre 1900

vom Hundert mit Hundert- | vom Hundert mit Hundert- aller Arbeits- theilen aller | aller Arbeits- theilen aller einstellungen Ausständigen Gu ungen Ausständigen

bis 1 x sf M R e

Ï 3 12,03 23802 | 13,08 | 35,71

3 7 32,60 33,15 ,

3— 15 16,88 156,96 I 23,80

16— 30 8,82 21,94 | 10,42 23,73

31— 100 7,45 22,94 7,10 15,

über 100 0,68 1,14 0,89

*) Siebe Nr. 253 des „Reichs- und Staats-Anzeigers" vom 24. Oktober v. J.

im Jahre 1900 Arbeits- mit

einem Drittel aller strikenden Arbeiter währten also

dauerten.

in Ausstände !) E L orderung von Lohnerhöhung. 52,94 ,30 Lobnberafsepung ; 9,43 7,32 sonstigen Lohnstreitigkeiten (Löh- nungsweise e). .„. 9,91 6,32 erga fützerer A 10,66 11,09 reitigkeiten, betr. die Arbeits- otba j 7,86 4,66 Streitigkeiten, betr. die Werk- | stättenordnung 9,26 4,66 En der Sa ee ihteinführung von Stük- N 2,94 288 Forderung der Aufhebung oder Verminderung von Geld- strafen 2,80 4,10

Forderung der Wiederauf-

nahme entlassener Arbeiter,

Werkmeister oder Betriebs-

leiter 8,07 Forderung der Entlassung von

Arbeitern, Werkmeistern oder i a N s - 10,94 11,53

zügen für Versicherung un S

Dn 7,31 4,32 sonstigen Gründen 3,83 9,21

die hon in den früheren Jahren 1 1900 an Zahl und Arbeiterbetheiligung noch beträ während die dur Lohnherabsezun und sonstige Lo ursachten Ausstände seltener geworden sind. Öffenb

sammen. Insbesondere die Arbeiterbetheiligung ist

Es endeten i in den Jahren 1897—992)| im

stellungen Arbeitern || über- v. H im v. H über- haupt “** Ganzen “**

mit Erfolg . . 323 22,09

ohne Erfolg . 613 41,93

Arbeitseinstellungen is hierna<h im Beri dur< Vergleich beendigten Ausstände eingetreten.

blieben.

Die Bevölkerung der Shwe Nach dem vor kurzem in einer Botschaft

Bundesraths an die Bundesversammlung veröffe

an dem genannten Tage eine ortsanwesende

vertheilten : L Kantone C g“ "128 431 637 590 914 146 912 Appenze Uri 19 732 rhoden) 55 451 St. Gallen 15 270 Graubünden

Kantone

rhoden

Unterwalden o. d. W. . Unterwalden n. d. W., 183017 Aargau Glarus 32273 Thurgau

S Tessin Freiburg 128 209 Waadt Solothurn 100 806 Wallis Basel (Stadt). . . , 112885 Neuenburg Basel (Land) 68 661

Schaffhausen 41 609

Die Bevölkerung Dänemarks na<h dem 1. Februar 190L

Nah einer Mittheilung der „Nachrichten

Industrie“ hatte Dänemark am 1

Die Einwohnerzahl hat also in diesem Zeitraum zugenommen. i E Auf die ländlichen Distrikte kommen [1

s<hen Inseln entfällt. Í Die Hauptstadt Kopenhagen zählt städten inégesammt 491 340 Seelen, und Odense mit 40 104 Seelen. © mit mehr als 10000 Einwohnern

Zur Arbeiterbewegung.

die „Voss. Ztg“ mittheilt, in ihrer le

Die lokalorganisierten

der Lohntarif nicht innegehalten wird, oder wo

Vorstand zu unterbreiten. Vom

der Sperre, sollen die betroffenen mit 2 „M tägli< (für jedes Kind 1 4 wöchenil stützt werden.

bei jeder in

ungen zx an ungtart worden. ) Ein im übrigen berü>sichtigter Strike des dierbei nicht in Betracht, weil die betréfsende der Arbeitôniederlegung durch Feuer zerstört k

Die Berliner Bä>er-Innung „Conco b MegNaltenen Quartals-

haf der Senntagskündigungen E afen eee cie öpfer Berlins (vere, Nr. 20/1901 d. Bl.) beschlossen, der „Deutschen Warte“ zufolge, überall dort. wo

Annähernd zwei Drittel gipumiliger Ausstände mit mehr als

niht länger als

eine Woche, wogegen nur etwa 8 v. H. der Strikes über einen Monat

i Arbeitseinstellung bestand : Die Veranlassung zur für Hunderttkheile aller

Ausständigen ")

1897—99 1900

67,24 80,31 3,4 9,90

18,47 9,24 12,66 395,25

6,64 17,92 332 416

1,30

3,80

7,94 11,14

11/80 “6,39

6,45 6,46 24,57 10,49.

Die durch. Forderung höherer Löhne allein oder in Ver- bindung mit anderen Forderungen veranlaßten Arbeitseinstellungen, sehr häufig waren, haben somit

tlih zugenommen, nstreitigkeiten ver- ar hängt die starke

Vermehrung der zwe>s Durchsezung einer Lohnerhöhung geführten Strikes mit dem seiner Zeit angesichts der französishen Welt-Aus- stellung erfolgten Steigen der Me ien Konjunkturen zu-

bei den die Ver-

kfürzung der Arbeitsdauer, die Arbeitsordnung sowie die Beseitigung von Skükarbeit betreffenden Arbeitsstreitigkeiten sehr erheblich gewachsen.

Jahre 1900

Arbeitsein- mit strikenden |Arbeitsein- mit \trikenden stellungen

Arbeitern

im haupt H. Ganzen Ô. 51 563 15,75 | 205 22,73 durch Vergleich 526 35,98 185 680 56,73 | 360 39,91 90 069 27,52 | 337 37,36 Eine einigermaßen bedeutende Ber N tg des Ergebnisses der

ihtsjahre nur zu Gunsten der

24216 10,87 140 358 63,02 98 140 26,11

Insbesondere von

den eine Lohnerhöhung bezwe>enden Strikes waren im Jahre 1900 113 erfolgreih, 249 wurden dur< Verglei erledigt, hatten also für die strikenden Arbeiter einen Theilerfolg, während 218 erfolglos

Bei 53 Ausständen fanden im Berichtsjahre zuhtpolizeiliche Ver- folgungen statt, die zu 422 Verurtheilungen führten.

iz.

des s{weizerischen ntlihten geprüften

Ergebniß der Volkszählung vom 1. Dezember 1900 hatte die Schweiz

Bevölkerung von

3 325 023 Seelen, die ih auf die einzelnen Kantone, wie folgt,

Einwohner- zahl

55 380

Appenzell (Außer-

(Inner-

105 065 206 659 113 480

Stande vom

für Handel und

Februar 1901 eine Bevölkerung von 2 447 441 Seelen gegen 2 172 380 Seelen am 1. Februar 1890

um 275 061 Köpfe

511 324, auf die

Städte 936 117 Einwohner; die Halbinsel Jütland hat 1 061 904 Einwohner, während der Rest (1 385 537 Einwohner) auf die däni-

enwärtig mit den Vor- hierauf folgen Arb us mit 51 968 incmark hat insgesammt

13 Städte

rdia“ desblok, wie

aßregelungen statt-

finden, f it niederzulegen und demnächst den Vorfall dem nden, sofort die Arbeit niederzu y p S, 9 na E bie zum am s d t r< den leuteren, bezw. bis zur Verhängung a g - u À - Ärbeiter dis zu 2 Wochen Dauer

Zuschuß) unter-

Y lände und Ausständige, dei denen cine Mehrheit von Ver- Ausstän u ndige

kommenden Ver-

es 1899 fommt drei Tage nah

Kunst und Wissenschaft.

In der Generalversammlung ‘des Vereins für deutsches Kunstgewerbe wurden gewählt: zum Doe: Geheimer Bau- rath P. Kieshke, zu dessen“ Stellvertretern: Direktor Dr. P. Jessen und Goldschmied Louis Schluttig; zum. Schahmeister: Sn Gustav NRading; zum Schriftführer: Ernst Flemming, zu dessen Stell- vertretern : Heinrich Kayser und Maler Richard Böhland Ä zu Aus\huß- mitgliedern: Bildhauer Famaer, Professor Max Koch, Architekt Arno Koernig, Fabrikant A. Müller, Fabrikant Paul Schirmer und Maler Ludwig Sütterlin.

Bei der diesjährigen Generalversammlung der Goethe- Gesellschaft in Weimar soll, wie die „Nat. Ztg." meldet, Goethe's „Triumph der Empfindsamkeit* zur Aufführung gelangen. Der General-Musikdirektor Dr. Eduard Larsen schreibt die Musik dazu. Außerdem wird ein gemeinsamer Ausflug auf den „Kielhahn eplant, jenen Berg bei Ilmenau, auf dessen Höhe Goethe seine berühmten Verse „Ueber allen Gipfeln ist Ruh!“ dichtete.

Der Geologe Iwan Muschketow, der si namentli<h um die geologische EriorfSuna Kaukasiens und Zentral-Asiens vertient emacht hat, ift, laut Meldung des „W. T. B.“ aus St. Peters- Big gestorben.

Theater und Musik.

Im Königlichen Opernhause wird morgen Abend Ambroife Thomas? Ober Manon mit Fräulein Destinn in der Titelrolle gegeben. Morgen Nachmittag findet eine Kinder-Vorstellung statt. Zur Aufführung gelangen R UEN Märchenspiel „Hänsel und Gretel“ und das Ballet „Die Puppenfee". Am Montag findet eine Aufführung von Mozart's Oper „Die Entführung aus dem Serail“ statt. A i E,

Im Königlichen Schauspielhause wird morgen Felix Philippi’'s Schauspiel „Das große Licht“ gegeben. Am Montag gelangt Ernst von Wildenbruch's vaterländishes Drama „Die Quißow's“ zur Aufführung. /

Im Neuen Königlihen Opern-Theater wird morgen zu ermäßigten Preisen „Cin Sommernachtstraum“ von Shakespeare in der Uebersetuna, von Schlegel aufgeführt. Die Musik von Felix Mendelsfohn-Bartholdy wird unter Mitwirkung der Königlichen Kapelle und Leitung des Musik-Direktors Wegener zu Gehör gebracht.

Das Deutsche Theater hat für nächste Woche folgenden Spielplan aufgestellt: morgen Abend, am Dienstag, Mittwoch und Freitag: „Lebendige Stunden“ ; Montag: „Die Weber“; Donnerstag: „Die versunkene Glo>e“. Am Sonnabend geht Hermann _Suder- mann’s neues Drama „Es lebe das Leben“ zum ersten Mal in Scene und wird am darauffolgenden Sonntag Abend wiederholt. Als Nach- mittagsvorstellung ist für morgen „Der Biberpelz“, für nächst- folgenden Sonntag „Rosenmontag“ angesetzt.

Im Berliner Theater wird „Alt-Heidelberg“ am Montag, Mitt- woch, Donnerstag, Freitag und nächsten Sonntag, „Die rothe Robe morgen und am Sonnabend gegeben werden. Am Dienstag gelangt „Ueber unsere Kraft* (11. Theil) zur Aufführung. Am Sonnabend Nachmittag findet die erste Sondervorstellung statt. Zur Darstellung aelangen drei Satiren Lucian’'s. Mor en Nachmittag wird „Wilhelm Tell“, nä<hsten Sonntag Nachmittag „Minna von Barnhelm“ gegeben.

Im Schiller-Theater wird morgen Nachmittag und am Dienstag Hirschfeld's Schauspiel „Die Mütter“, morgen Abend und am Donnerstag Gerhart Hauptmann's Drama „Einsame Menschen gegeben. Die Gesangsposse „Der Jongleur“ wird am Montag, Mittwoch, Freitag und Sonnabend wiederholt. Am Sonntag, den Wi Fevas, wird Nachmittags „Wilhelm Tell“, Abends „Heimath aufgeführt.

Im Theater des Westens wird morgen Nachmittag zu balben Preisen Lorßing's Oper „Zar und Zimmermann“ gegeben, welhe am Sonnabend als Vorstellung zu ermäßigten Preisen wiederholt wird. Morgen Abend, sowieam Dienstag und Donnerstag finden Wiederholungen der Strauß'schen Operette „Wiener Blut“ statt. Am Montag geht zur Feier des Geburtstags Seiner Majestät des Kaisers und Königs bei festlih erleu<htetem Hause „Der Freishüt" in Scene. Am Mitt- woch wird die „Fledermaus“ wiederholt und am Freitag, neu eins studiert, Tschaïkowséky's Oper „Eugen Onégin“ zu Aufführung gebracht.

Im Neuen Theater geht morgen Nachmittag als Matinée der „Lessing-Gesellschaft*“ die Tragödie „Die todte Stadt“ von Gabriele d'Äkiaunzic in Scene. Morgen Abend und an allen folgenden Tagen der nähsten Woche wird der Schwank „Coralie und Co.“ wiederholt.

Im Lessing-Theater wird morgen und am Freitag Blumen- thal’s Lustspiel „Die Fee Caprice“ geueben ; für Montag und Mittwoch sind Wiederholungen des „Molière- Abends“ („Ampbitryon“ und „Der ecingebildete Kranke“ in der Uebersezung von Ludwig Fulda1, für Dienstag ist Otto Ernst's Komödie „Flachèmann als Erzieber“, für Dornerêtag Skowronnek's Schauspiel „Das s<warze Schäflein* an- gesezgt Am Sonnabend beginnt Frau Agnes Sorma ihr Gastspiel als Giuditta in Fulda's Lustspiel „Die Zwillingss{hwester“, und am nächsten Sonntag tritt die Künsilerin als Marikke in Sudermann's Schauspiel „Jobannisfeuer“ auf.

em

Im Residenz-Theater beherrs{t die Novität „Die javanisWe Vase“ („M'’amour“), mit Frau Reisenbofer und Herrn Alexander in den Hauptrollen auch in der nächsten Woche den Svielvlan. Die Meibe der Aufführungen des S<{wanks erfährt ine einmalige _Unter- bre<ung dur die auf Freitag, den 31 festgeseute Sonder- Vorstellung, in welcher das Schaustuüel .*

dit” i „Amourseuse”) von Georges Porto-Niches, deuts von ersimalig in Scene gcht

Das Friedrih-Wilbelmstädtise Theater {lickit seine Operettensaison am 1. April d. I. um n Ensemble-Gaitspiel in Cêln, Düsseldorf u. #. w. wu abïolvieren Da fTontraktliche Ver- dflihtungen Herrn Direktor Fritziche binden, neuerworbene Operetten- Novitäten no< in dieser Spielzeit am Frictrich-Wülbelmslädtischen Theater zur Aufführung zu bringen, so findet morgen die leute Sonntags - Aufführun von Victor Holländer's ingträstger Operette „Der rothe Kosak* flatt. Am Donnerstag, den 30 d. M. gebt mit neuer Ausstattung zum ersten Mal: „Die drei Wünsche“, Orerette in drci Akten von Krenn und Ändau, Musik von C. M. Ziehrer in Scene. Morgen Nachmitt2g findet cine cinmalige Auf- führung von Zeller's Operette „Dec Vogelbäntler* statt.

Im Thalia-Theater geht in der nätsten Woche die Aus» stattung@wosse „Seine Kleine“ jeden Abend in Scene.

Im Central-Theater wird morgen, zwr Vorfeier des Geburtss tages Seiner Majestät des Kaisers und Königs, die Nachmittags» Voritellung wie au die Abend-Vorstellung durch die „Judels Ouvertüre“ von Carl Maria: von Weber und durch cinen gesprochen von Fräulein Seiy, eingeleitet weiden. Morgen Nad» mittag gelangt „Die Geisha” zur Auftübrung Morgen Adend, wie aud die folgende Woche hindurh biciht „Das süße Müdei* auf dem Repertoire. Am 3. Februar deginat Frau Yvette Guilbert ihr Gastspiel. Der Vorverkauf der CEintrittékarten zu demsclben findet täglich ftatt

Jm Belle Uiavae-Theâter wind, in dee mos Lid crmásngten jen staitfindendea Veritcllurg ded ländi Charatterbildes erbi „Die Grille" ven R uns : Ser ry Betty Worms, die T des defannten Kegzißenrs in der Kolle der dedâtieren Fräulein Worms, ewe Schulen der Frau Direktor , betritt in dicier Kolle üderbaupt zum ertca

Male tie Bühne. Abends 74 Uhr geht, nue biubez, der Schwank

G LH:

E ESA

p es S

C

S algG a T R L

A L S,

SEAEEMERT T E, “R

M

p d E a L E f

G Ea E

I id