1846 / 181 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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holzes 50,000 R. bezahlt u. \. w., überhaupt zur Verarbeitung von 72,720 Berkowez (1 Berkowez = 10 Pud) Rüben zu Sandzucer vom 1. August 1544 bis dahin 1845 455,786 R. A}. verausgabt. Dagegen sind auf der mit der Fabrik verbundenen Raffinerie zum Raffiniren der ganzen dort gewonnenen Quantität Sandzucers nicht mehr als nur etwa 100 Menschen erforderlich,

Frankreich.

Paris, 26. Juni. Der neue Papst soll bereits ein eigen- händiges Schreiben an König Ludwig Philipp gerichtet haben,

c 3 S iner beson- s S - : Da das Journal des Débats als Beweis einer beson- | und woblverdient, Auch den gewissenhasten Arbeiten der ihn umgebenden Beam-

deren Gunst, welche der neue Papst dem französischen Botschaf- |

ter bezeigt habe, den Empfang des Herrn Rossi bei der Segenspre- chung hervorgehoben hatte, so bemerkt der Commerce: „Was die Wichtigkeit dieses Vorfalls vermindert, ist, daß der Botschafter Frankf reis, als Repräsentant der ältesten Tochter der Kirche, ftets das Privilegium gehabt hat, als der Erste bei der Jutronisation zu er- scheinen. Allein wir müssen uns vielleiht darüber Glü>k wünschen, daß wir niht alle Prärogativen der Vergangenheit verloren haben.“

Das Journal des Débats bemerkt mit Hinsicht auf die be- vorstehenden Wahlen: „Noch ein Wort der dynastischen Opposition mit der legitimistishen Partei. Wir erkennen mit dem Constitu- tionnel zwei Klassen von Legitimisten, die wir keinesweges zu ver=- mischen geneigt sind. Es giebt Legitimisten, die si< das Vertrauen der konservativen Partei verdient haben, und es giebt deren, die von der dynastishen Opposition in Schuß genommen werden, zum großen Aergerniß der liberalen constitutionellen Meinung. Es giebt vernünf- tige, gewissenhafte, einsihtsvolle Legitimisten, die erst für die Ord-

nung und dann für die Partei sind, die ihre Zuneigung erst dem Lande und dann der gefallenen Dynastie zuwen- den, Diese ehrenhaften Männer mußten wohl eine Stelle

einnehmen in dem neuen Frankrei; sie konnten ihren Einfluß und ihre Mitwirkung einer Regierung nit versagen, die ihrem Sinn für Konservatismus und Stabilität Genüge leistet. Es is ihnen nicht als Verbrechen auszulegen, vielmehr als Ehre anzurehnen, taß sie ihre Privatvorliebe dem allgemeinen Jnteresse des Landes zum Opfer brahten. Wir haben ihnen freudig unsere Reihen geöffnet, so oft sie ohne Bedingung und ohne geheimen Vorbehalt zu uns gekommen sind, Die Regierung darf si< dieser Allianzen, dieser Erobe- rungen rühmenz sie hat sie niht dur< sträflihe Zugeständnisse erkauft; sie verdankt sie ihren festen Grundsäßen, ihrem wei- sen Verhalten, ihrer aufrihtigen Gesinnung. Es giebt aber auch unter den Legitimisten unruhige und händelsüchtige Köpfe, die in der Bezeichnung „mit der neuen Dynastie Versöhnte“/ éine Beleidigung sehen und in ihrem unversöhnlihen Haß gegen die Juli= Revolution und die Juli - Dynastie den Fanatismus oder, wenn man will, den lehten Geshma> so weit treiben, daß sie erklären, sie würden nie in persönlihe Berührung mit dem König treten, den die Revolution auf den Thron erhoben hat. Mit Legitimisten dieser Klasse haben die Herren Thiers und Duvergier de Hauranne einen Bund geschlossen. Es is eine Verleum- dung der Coalition von 1827, wenn man die Allianz zwischen der dynasti- \chen Opposition und den Ultra-Legitimisten mit ihr vergleiht, Die Coalition von 1827 hatte nur Einen Zwe>, den Sieg der nationa- len Meinung, oder vielmehr jene große Coalition war die Natiou selbs, Wer kann dies von der neuen Ligue sagen, die wir den Wäh- lern zu ihrer Erbauung signalisiren, von der Coalition zwischen allen Schattirungen der dynastishen Opposition und den destruktiven Par=- teien, den Republikanern und Legitimisten?“ Der Constitutionnel erwiedert darauf : „Müssen wir dem Journal des Débats wie- der ins Gedächtniß rufen, daß die Herren Guizot, Duchatel und alle ihre Freunde 1839 an der Gesellschast der „schlehten“ Legitimisten sehr viel Geshma> fanden und sie für sehr brave Leute hielten, ob- gleih sie keine Besuche im Schloß mahten? Müssen wir wieder- holen, daß feine Verschiedenheit zwishen der Uebereinstim- mung der heutigen verschiedenen Oppositionen zum Sturz eines bedauerlihen Ministeriums und derjenigen i|st, die si<h 1827 zwischen den doctrinairen, liberalen, imperialistishen und repu- blifanishen Oppositions - Parteien gebildet? Niemand hat besser als das Journal des Débats selbst bewiesen, wie rehtmäßig, noth- wéndig und dringend es is, daß alle Parteien fih in den Wahlen gegen ein s{le<tes Ministerium verbinden. Sein trefflicher Artikel vom 11, November 1827 beantwortet in bewundérungswürdiger Weise die Sophismen und Declamationen der ministeriellen Blätter jener Zeit, die in denselben Ausdrücken, welhe das Journal des Dé- bats heute zur Vertheidigung des Herrn Guizot anwendet, sih über die Coalition gegen Herrn von Villele entrüstet zeigten.“

Die Angabe, daß die Regierung die Erlaubniß zur Bildung eines Freihandels-Vereins verweigert habe, wird jeßt dahin bauhtigt, daß der Minister des Jnnern si< nur das Veto vorbehalten, falls die im Entstehen begriffene Gesellshaft die ihr von der Regierung gezogenen Gränzen überschreiten sollte.

Dem Courrier français zufolge, sind alle Zwistigkeiten des Marschall Bugeaud mit dem Ministerium beigelegt, und er würde mithin General-Gouverneur bleiben. Uebrigens sei ihm die Erhebung zum Pair ‘angeboten worden. Jm Fall seiner Annahme würdé sein Schwiegersohn für ihn in die Kammer treten.

Unter den Deputirten, welche in dén nächsten Tagen zur Pairs=- würde erhoben werden sollen, liest man die Namen Jacqueminot, Las Cazes, Lefebvre, Perier, Vigier; auch soll den Maires von Bor- deaux und von Ulle diese Auszeichnung vorbehalten sein.

Der Kardinal - Erzbischof von Lyon, Herr von Bonald, hat si am 22. Juni, ungeachtet der schon erfolgten Papstwahl, mit dem Kardinal=-Erzbischof von Mecheln, Herrn Ster>x, do<h noch in Mar- feille nah Rom eingeschi}t.

Dem Todtenamte, welches in der Kirche Notre- Dame für den verstorbenen Papst Gregor X VI. gefeiert worden, wohnte keiner der Minister bei. Der Ami de la Religion sagt, eine Etiketten= Schwierigkeit sei die Veranlassung dieser Abwesenheit gewesen.

Der franzüsishe Reisende Graf Castelnau, der eine Reise nach dem südlichen Amerika macht, hat von Lima aus geschrieben, daß er und seine Reisegefährten, sobald sie si< von den Strapazen der lehz- ten Reise erholt, na< Cuzco sih begeben würden, von wo gus sie vom Apurimac aus den Amazonenstrom zu erreichen hofften.

Herr Fruchart, ein naher Anverwandter des Herrn van Buren, Ex - Präsidenten der Vereinigten Staaten, ist vor einigen Tagen iu Paris angekommen. Er soll die Meinung geäußert haben, dèr Prä- sident Polk werde zuleßt die von England zur Beéilégung der Oregon-= Differenz angebotenen Bedingungen annehmen.

vi legitimistis<e Journal la Nation hat zu erscheinen auf- gehört.

Es soll die Rede davon sein, im ganzen Lande elektrishe Tele- graphen anzulegen, so daß die Nachrichten auch bei Nacht befördert werden fönknten.

>= Paris, 26. Juni. Die Pairs=Kainmer sehte heute die gestern hon angefangene Verhandlung des Kriegs - Budgets fort, Zuerst hielt jedo< der Präsident Boyer die Gedächtniß - Rede auf den verstdrbenen Pair Admiral Willaumay, Dann wurde zur Tages-= ordnung geschritten, ‘Der Marquis von Boiss9 richtet sowohl an dén Kriegs - Minister

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als an die Kommission verschiedene Juterpellationen in Betreff des Effek- tivstandes der Armee. Er klagt über Mißbräuche und Skandale, die in der Verwaltung vorkämen, und spricht die Hoffnung aus, daß der Kriegs- Minister darauf eine bestimmte Aniwort geben werde. Er fragt unter An- derem, ob es wahr sci, daß man die Absicht habe, einige Gränzfestungen zu entwaffnen, um die Befestigungen von París bewaffnen zu können, Graf Beugnot, als Mitglied der Kommission, antwortete in Betreff des Effek- tivstandes der Armee, die Kommission habe die Nothwendigkeit der Beibe- haltung desselben erkannt, nihtsdestoweniger aber dem Minister die strengste Wachsamkeit und gewissenhafteste Sparsamkeit anempfohlen, da sonst das Verwaltungsjahr 1847 mit einem betcächtlicheu Defizit schließen würde. Die Lobsprüche, welche die Kommission dem Kriegs-Minister ertheilt habe, scien gerecht

ten müsse ein glänzendes Ehrenzeugniß ertheilt werden. General Gour- gaud tadelt das für die Waffengattiung der Artillerie befolgte Svstem, Wenn man bei diesem System beharre, so werde die unausbleiblihe Folge sein, daß man in wenigen Jahren darin gar feinen General-Lieutenant mehr finden werde. Es sei daher zu wünschen, daß der Kriegs-Minister eine größere Zahl von Marechaux de Camp aus der Artillerie oder aus dem Genicwesen der Wahl Sr. Majestät des Königs zur Beförderung un- terstelle, Der Marquis von Cordoue macht Bemerkungen über die Art, wie der Transport der verwundeten Soldaten geschicht, Er drückt den Wunsch aus , daß Verbesserungen in diesem Dienst, der jeßt sehr fehler- haft organisirt sei, eingefuhrt werden möchten. Mit Vergnügen erkennt er übrigens an, daß dieser Dienst früher noch schlechter bestellt gewesen, und daß bereits namhafte Verbesserungen darin bewerkstelligt worden. Er wünscht, daß die verwundeten und kranken Soldaten in hängenden Wagen trans- portirt werden möchten, Nichts stehe der Einführung vieser Verbesserung entgegen, da sie au< für die Verurtheilten bereits cingeführt sci. Die jeßige Art dcr Transporte der Soldaten fönne unmöglih fortbestehen, und am allerwenigsten dürse man Sparsamleitsrüfüchten vorshüyen in_einer Sache, wo cs sich um das Leben und die Gesundhcit zahlreiher Söhne des Vaterlandes handle. Der Commissair des Königs ant- wortct, der Marquis von Ceordoue sei im Jrrthum befangen. ileberall, wo es hängende Wagen gebe, würden sie zur Verfügung der Militair-Convois gestellt, und über diesen Punkt habe der Kriegs - Mi- nister die genauesten und bestimmtesten Jnstructionen gegeben. Aber nicht überall finde man hängenve Wagen, Jn den meisten Fällen scien cs Bauern, die auf Requisition die Wagen für die Transporte stellten. Maß- regeln scien übrigens genommen worden, auf daß in Zukunft nur hängende Wagen für die Transporte verwendet und angeschafft würden. Der Mar- quis von Laplace bemerkt, daß die Wagen, über welche sich der Mar- quis von Cordoue beklage, fast nur für ermattete Soldaten angewendet würden, aber nicht sür eigentlich kranke oder gar verwundete. Diese hi>e man ins Spital, und man bediene si< dabei gar nicht der Wagen oder Karren. Herr von Castellane macht einige Bemcrkun- gen über die Art, wie die Beförderungen in der Armce vor sich gehen. Er bchauptet, es sei unmöglich, sich immer an die Negel des Ranges nach der Anciennetät zu halten ; wollte man dics thun, so würde man Gefahr lau- fen, oft nur höchst mittelmäßige Offiziere zu haben, Gencral Fabvier tadelt die fehlerhafte Organisation des Kricgs - Comités und verlangt die Errichtung eines obersten Rathes, in dessen Schooß auch die Prinzen des Königlichen Hauses aufgenommen würden, Der Kriegs-Ministér ant- wortet nun auf diese verschicdenen Bemerkungen, Jn Betreff dessen, was der Marquis von Boissy gesagt, bezieht er sih auf die Antwort, welche der Graf Beugnot demselben bercits gegeben. Ju Betreff der von dem Pair gerügten Unterschleise und Mißbräuche ertlärt er, die strengste Aufsicht werde geübt, und kämen, wie die Möglichkeit dazu immerhin vorhanden sei, sclimme Dinge vor, so könne man jedenfalls der obersten Verwaltung sie nicht zur Last legen, Marquis von Boissy bringt scine Einwürse von neuem vor, Er giebt zwar zu, daß Verbesserungen in der Art des Transports der Sol- daten schon angebracht worden seien, findet sie aber unzureihend und un- vollständig. Auch Klagen über \c{le<te Qualität des Brods seien vorge- fommen. Der Redner erklärt sih gegen den Anirag, die Königlichen Prin- zen in einen obersten Kriegs-Rath zuzulassen. Das wäre nicht constitutionell. Denn was man auch sagen möge, die Prinzen von Geblüt seien nicht so dem Kriegs-Minister untergeben, daß derselbe sich ihrem Einflusse entziehen könne. Mit dem Gefühle der tiessten Ehrfurcht vor dem Königthum bekämpfe er diescn Vorschlag. Der General Fabvier beruft sih dagegen auf das Zeugniß aller seiner Kollegen, die in Spezial-Comités gesessen, an dem die Prinzen Theil nahmen. Niemals habe irgendwer größere Kenntnisse gezeigt als sie und mehr Unterwürfigkeit unter die Regierung, So seien sie erzogen wor- den, so seien sic und so würden sie au in Zukunft sein. „Wie unter der alten Monarchie, so schen wir“, jagt der Redner, „auth jeyt noch gern unsere Prinzen in den Räthen des Landes sigen. Glücfllih das Volk, das, wie das unsrige, diese monarchischen Sitten hat.“

Der Vicomte Dubouchage hat das Wort in dem Augenbli>, wo dieser Bericht des Postschlusses wegen abgebrohen werden mußte.

Wir erhalten mit den Nachcihten aus Algier vom 20sten zugleih die nachstehende Proclamation, welhe der Marschall Gene= ral-Gouverneur, nachdem er von der Ermordung der französischen Gefangenen bei der Deirah Abd el Kader's genaue Kenntniß erhalten hatte, an alle Stämme der Eingeborenen des Landes sandte; sie lautet folgendermaßen :

„Araber und Kabylen! Jhr habt vielleicht den barbarischen Aft ver- nommen, der an dreihundert französishen Gefangenen durch den Sohn Maheddins, welchen ihr ehemals euren Sultan nanntet, vollzogen worden ist. Als er sah, daß diese Gefangenen vom Kaiser von Marokfo zurü>- verlangt wurden , daß sie durh unsere Armce befreit werden würden , oder auch endlich, daß sie unbequem zu ernähren und zu bewachen waren , hat er befohlen, sie niederzumeyeln, und sie sind niedergemegelt worden. Jeder gesunden Menschenverstand und Religion besigende Araber wird begreifen, daß dies ein Aft der Verzweiflung is, welcher beweist, daß déèr Sohn Maheddins von Gott und den Menschen verlassen is, Man wird auch begreifen, daß er eben so wenig menschli< is gegen die Musel- männer als gegen die Christeu, denn indem r die dreihundert Gefangenen von Dschemma Gasauat ermordete, gab er unserer Rache 4 5000 gefangene Araber preis, die sih in Frankrei oder in unseren Pläyen an den Küsten von Algerien befinden. Diese Besorgniß wenigstens, wenn auch nicht die Religion, hätte ihm Einhalt thun sollen; allein er is eben so grausam geworden, als die Löwen und Panther. Er wird die Früchte seines s{re>lihen Verfahrens ärndten ; der Kaiser Muley Abd el Rhaman wird ihm keine Theilnahme mehr bezeigen, und die Araber, die ihm noch anhänglih blicben, werden ihre Zuneigung demjenigen nicht be- wahren fönnen, der den Mord von dreihundert Gefangenen ohne alle Noth- wendigkeit begangen hat, Besorget nicht, daß wir seine Barbarei durch eine Rache erwiedern werden, welche zwanzigmal stärker sein könnte. Es wird den gefangenen Arabern durchaus nichts zu Leide geschehen, und sie werden wie zuvor behandelt werden. Jhr werdet daraus den ungeheuren Unter- \chied sehen, der zwischen unserer Menschlichkeit und dem Charakter Abd el Kade1's besteht, Jhr werdet gewiß bedauern , enre Habe und cure Perso- nen geopfert zu haben, um die Sache eines so fluhwürdigen Mannes zu vertheidigen.“

Ein Brief aus Bugia vom 15. Juni berichtet folgende That- sahen. Am 28, Mai hatten die Truppen der Garnison die Heu- Aerndte in der dortigen Ebene begonnen und bis zum 8. Juni im Ganzen ungestört arbeiten können; aber am 9. Juni ließen die Mez= zaais dem französishen Ober -= Kommandanten erklären, er müsse die Stellung auf der Höhe von Thizi räumen, deren Beseßung für den Schuß der Ebene unerläßlih is. Auf seine Weigerung beschlossen sie, wie es scheint, im Einverständnisse mit den anderen nächstgelegenen Stämmen, den heiligen Krieg gegen die Franzosen. Als am 10ten die Truppen wieder ausrü>kten, fanden sie alle Stellungen von den Kabylen beseßt. Troß ihrer Ueberlegenheit an der Zahl, wurden diese aber fräftig daraus vertrieben, Jndeß mußten den ganzen Tag hindur, so wie im Laufe des 11, Juni, die fortgeseßten Angriffe der Kabylen zurü>getviesen werden, Alle Stämme der Umgegend hattèn ihr Kontingent gestellt, so daß inan ohne Uebertreibung die Zahl der Versammelten, gegen welche die 3— 400 Mann Franzosen R Tage lang den Kawpf zu bestehen hatten, auf 3000 anschlagen

ani, Die Anordnungen wären von dem. französischen Ober-Kom-

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wel<he au< Menschenopfer darbringen soll, is eine Truppen=

mandanten, Rittmeister im Generalstabe von Wnigis, so gut getroffen, sur- * . in : daß seine Leute nur zwei leiht Verwundete hatten, während die Ka, Plbéheilung unter einem Hauptmann M'Pherson geshi>t worden, der

bylen viele Leute und mehrere Pferde verloren. Aus Wuth darüber qu bereits mit ihnen handgemein geworden ist, veran ien diese das wenige F E e Grzenn ps L UN Selgien. zurü>gelassen hatten. Als Repressalien schnitten nun dieje togleih" _ Lz 5 L @ auf S Hektaren angebauten Landes der Anbyien vas Babvai L S ed Get p tg eg: e en mrore my Mart at l i i di tadt bracht, er Het, den! , E . D E , B . F ae E R E TSen veenitite: S wurde. Anl g der vorgestrigen Kammer-Sißung war die Diskussion des Berichts 11ten Abends endlich zogen si< die Kabylen zurü> und verhielte, des Ministers e E ae weg Stre Duares 2 von E B der Ta- sih von da an ruhig. Man hat bei diesen Feindseligkeiten aufs neu # ay S 4 L rasche reg ate N N r 2E die Bemerkung gemacht, daß nur die zunächst bei Bugia wohnenden ® rüssel nah Gent verlangen. Die Repräsentanten von Mecheln un Kaby9len wirklich feindselig gesinnt sind. Jermonde sprachen si< dawider aus und wünschten vorher eine ge- 7 S pauere Prüfung dieses Planes, Der Minister hatte nichts gegen eine neue Großbritanien uud Irland. es s s E dpr Es e zur Gavtus London , 26. Juni, hre Majestät die Königin wird, de, lerfor|<t |ei. n Srwagung ver großen induprtefen un ommerziellen jeßigen Anorduungen rf F den 6. Juli die Jusel Wight ver. Bichtigfeit der Bahn und mit Rücksicht auf das Juteresse des Schaßes lassen und nah der Stadt zurü>fchren. Die Taufe der neugebore. Fpürf ge ns _— der Staat die Bahn ausfühyre. Sollte aber die nen Prinzessin soll in der dritten Woche des nächsten Monats statt ahn einer Gesellschaft übergeben werden, so müsse sih die Regie- finden Frung v den Betrieb und die Tarifbestimmungen vorbehalten. Man - j s , , b des Sj spra für und wider die Zwe>mäßigkeit der Bahn, worauf der Mi= Die Times erklärt die Nachricht von der Erhebung de E der öffentlichen Arbeiten die Sache damit s{loß, daß er die

Q C S S s dem Orunde me i S , t James Graham zum Baron von Preston son aus dem nde su flärung abgab , eine rashe und vollständige Untersuchung einleiten

| des Ministers von einer älteren Linie vor. "Er unwahr, weil Verwandte des Mini assen zu wollen.

anden sind, welche auf die früher in der Familie erblich gewesen * Ee S z E } m iee S Se Preston Anspruch haben. 7 Der König hat den kurfürstlih hessischen Ministern der auswär= Nah dem Globe wird Lord Hardinge binnen kurzem in Eng tigen Angelegenheiten und des Krieges, Baron von Doernberg und land erwartet, da er den Wunsch kundgegeben haben soll, seiner Stel General - Major Heinrich Schmidt, „Das, große Band des. Leopold= als General - Gouverneur von Jndien enthoben zu werden. Au E sken G E als O E bei a E S ‘‘court Talkland, kehrt in bsterreihishen Gesandtschaft angestellten Baron von Handel, zum

der Gouverneur von Neu - Schottland, Viscourt Falkland, kehrt in i 40 ATNERS SRCGGGTIE Selle c gea

August in die Heimat zurü, 2 L E S

ug E Bildung E ee Kabinets is die Frage, welche jebt ali Hofe, Grafen von Kielmansegge, zum Groß-Offizier und den Herrn Gemüther beschäftigt, nahdem es nicht mehr zweifelhaft if, daß di Juliuê Ss Niedhammer, Regts der ersten Kammer des Kömg= Entschiedenheit der gestrigen Niederlage der Minister im Unterhaus reichs Dayern, so wie den ö ragen Kammerherrn, Baron Sir R. Peel veranlaßt hat, seine Entlassung einzureichen, und Alexander von Vrints = Treuenfeld, zu Offizieren desselben Ordens

beginnen wieder einc Menge von Konjekturen und Vermuthung eman. | ; : a zu werden, welche dem fünftigen Ministerium theils ein günst:- Die vlämische Uteratur hat einen bedeutenden Verlust erlitten.

: “ns ; Am Dienstag starb zu Gent J. C. Willems, kaum 53 Jahre alt, in

ges, theils ungünstiges Prognostikon stellen. Ob Lord John Russe Am Vien]ta( E 14 n Ka der Marquis vou Lansdowne zur Königin beschieden werden n rei Tie E e e R e: ; s L ER A4 , ir in d ierigfeitez Diejeni vern, am } l L nic ney=- wird, welches Leßtere, bie Time s, meint, dirste t den SYP er grn inen, und die in ihm den Mann erblickten, der zum Aufblühen dieser

der Stellung eines Whig-Ministeriums überhaupt wenig ändern, den i S x es ist bia wie au d Partei der Whigs innerhalb wie außer Literatur am meisten unter seinen Zeitgenossen beigetragen, Durch

halb des Parlaments ist, und wie fruchtlos ihr Widerstand gegen di ti R Tod bleiben viele Arbeiten unvolleudet, die er beabsih- vereinte Macht der Tories und Konservativen in der gleichgirltigste«/ 9! de. ; s

Frage scin würde. Man glaubt daher mit Recht, daß, wenn die ehe, Die Jndé pendance bemerkt, daß die Sache der Herren de maligen Mitglieder des leßten Melbourneschen Kabinets, wie es doh! idder und Borguet in den bevorstehenden Assisen, und zwar son den Anschein hat, au jeyt die künftige Whig-Verwaltung bilden August, zur, Verhandlung kommen werde. Uebrigens heißt es, sollten, selbst bei einer neuen Parlaments-Wahl Sir R. Peel, de! das öffentliche Ministerium Opposition gegen die Verweisung des

E air geworden i, wieder az errn Borguet vor die Anklage - Kammer eingelegt habe, indem es A F O E st, Tauf Freilassung desselben angetragen, da es die demselben zur Last

Er scheint allein im Stande zu sein | á dur< eine Vereinigung der gemäßigten Fractionen des Unterhause Pélegten Dinge nicht als Bestehungs-Versuche betrachte, zu einer festen und starken Partei dem gegenwärtigen untergeordneten 5 Au H N Zustand, in welchem keine Partei für si<h etwas auszurichten verm, T Brüssel, 25, Juni, Die zur Erdffuung der Paris= ein Ende zu machen und die Leitung der Angelegenheiten sich E Ne AOLEE gea. E T s l O / D : L F Jußert ihre Bedenken upßerem anze es, was bisher in die er Art geleistet worden, eie lange DOT E E Me e R 1 ibertrafen, hatten zum Theil die öffentliche Aufmerksamkeit von dem

" N RE . , 9 0e , 9 B über den Ersolg eines Russellschen Ministeriums folgendermaßen Fi eralen Kongreß und seinen Beschlüssen abgelenkt, Cs bleibt aber

, e e [a Ç » hm  N E S A u ‘diese Zusammenkunft von 360 aus den bedeutendsten Notabilitäten jet nicht shwanken wird, die Wechselfälle Aa Kampfes zu vro\bestehenden Abgeordneten fast aller großen und kleinen Städte des J L E s il E h ird ‘in balb Landes ein zu wichtiges Ereigniß, als daß nicht weitere für die politische Ab T E b dees N elbiu L “ntver (A Fntwidelung des Landes bedeutende Folgen si<h daraus ergeben Ove vor N Voven, i De E U S O | ollten. Unverkennbar is zunächst, daß die liberalen Kräfte des Lan=

Allein die wichtigere Wahl seiner Kollegen kann nicht länger verso} Z na : Q ] ben werden. U provisorisches Kabinet fann länger die satale Noth-sf toe wenu auch keine Organisation, doch eine für den Kampf gegen wendigkeit seiner shließlichen Zusammensehßung fern halten. ¿die fatholishe Partei größere Concentration erhalten haben, Es

A , Á O Gl : , : „vird diese Macht noch dadurch verstärkt, daß der Zwiespalt, welcher die Klippe, an der Lord John schon einmal scheiterte und wahrschein ord dee l , b Ziviejpal, weier id wierer seltern mag, Er tritt auf mit einer entschiedenen MYYÎ i einigen großen Städten (hon pw sen der G e ur norität innerhalb wie außerhalb des Parlaments; wie T er seil Winé biplomatische Abfassung des: voni A onefe e Heer ohne die Verwendung neuer Führer vermehren Der S rogrammes L augen, * Me Goch für u S Stamm kann nur alte Anhänger ugen das Kabinet kann nur VWE ertuscht i, Fo ‘baß g Me du fatholischen Hu M Lage von 1841 wieder vorführen. in bloßes Wyig - Minister gengesegten Parteien unter derselben Fahne kämpfen, wenn

ü i [ ülflos i l in, als e , / | S würde hier aber so vereinzelt und hülflos in der Nation sein, als el e aud im Grunde vers@iedene Zwe>e verfolgen, In dem Kongresse

Ges fonservatives, könute man ein solhes zusammenbringt , | j 4 S Lord John Russel I E Kab inc der Sieg, wie selbst das Journal de Bruxelles, das katho- zu s<affen, und dazu muß er erst eine Partei schaff ische Hauptblatt, anerkennt, der gemäßigteren, liberalen Meinung ge=

/ ) »rte Plieben, und die radikale Partei hat si< mit einer unbedeutenden

Es fehlt nicht an Stimmen, welche die Bildung ciner solhen Park" für möglih halten, und zwar durch eine Verschmelzung der Wh mit den Radikalen, wozu Lord John Russell im Dezember v. J. dur das Herrn Cobden gemachte Anerbieten des Portefeuilles des Hat“ dels-Ministeriums den Weg bereits angebahnt zu haben scheint z abn es ist die Frage, ob eine solche Partei-Combination wirklich die öffen d

IN of : G 1 ; l e L liche C S O V4 A die Abschrift einer ni find bei jedem Vorfalle die Deputationen zusammenberufen kann. Die Preußen abgeschlossenen Verlagsreht-Convention niedergelegt, wel E freilich das Recht der freien Association garantirt z den 13. Mai zu Berlin unterzeichnet und deren Ratificationen den 1“ C H liberale Meinung hätte eine umsihtigere Politik ae Juni zu Berlin ausgewechselt worden sind. Der Art. 1 dersel j; U M iescs Rechtes in solhem Umfange verhüten sollen, Es sichert den Verfassern von Büchern, dramatischen Werken od nte zudem eine Zeit kommen, wo die gemäßigte liberale Partei

D A a A, yfa, Diesen Hebel, dessen sie sih jeßt bedient, gern wieder zerbrehen musikalischen Compositionen, wie den E1findern, Zeichnern, Kups" F ödhte oder ihn in den Händen einer mehr radikalen Partei lassen

onzession hinsichtli<h des Wahlgeseßes begnügen müssen. Allein essenungeachtet steht zu befürchten, daß, wenn nicht eine krästige and (und wir sehen bis jeyt diesclbe nirgends) diese neue Conföde=- ation in den vorgeste>ten Gränzen hält, die Früchte am Ende von er radifalen Partei geärndtet werden. Sehr bedenklich is es hon, eine solhe Association in der Central - Leitung permanent. bleibt

stehern u. \. w., dasselbe Verlagsrecht - Privilegium zu, u

solhen Verfassern und Künstlern in den eigenen aa ‘N / y ¡ H 5 ; ; ala d Nur Eines kann. im Allgemeinen bei diesen Kämpfen Beruhi-

zusteht, sammt den geseßlichen Schupmittein | gegen Nachor gung gewähren, daß im Lande, troß einer äußeren dem französischen

und unbefugte Wiederveröffentlichung. Um dieses Rechts av theilhaftig zu werden, muß jedes dazu berechtigte, in Prev ßen erschienene Buh in dem Register der Buchhändler - Corp ration zu London verzeichuet und jedes in England erscheingnde Bi

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‘harafter ähnlichen Beweglichkeit, im Grunde ein verständiger prak= scher Sinn herrscht, der, vor Allem auf die Bewahrung der mate= ellen Jnteressen gerichtet, jeder die wirklihe Ruhe - gefährdeuden

im preußischen Ministerium der Uuterrichts-Angelegenheiten eingezei ufregung zuwider ist, Man kann hier nicht die Revolution als Ge- net E Artikel 8 besagt, daß E des Zoll-Vereins da e anführen. Es wurde dieselbe, wie früher ähuliche Bor- Recht haben, dieser Convention beizutreten, welhe den 1. Septembt Ri us den Fanatiômus der katholischen Geistlichkeit hervorge- 1846 ins Leben treten und fünf Jahre vorläufig mit einjähriger Vor Ae ie sih in ihren Práätensionen VENNELAMAGE sah, Jeßt hat auófündigung dauern soll. i Miber de Aufregung einen rein liberalen Charafter, und der Der Globe enthält Mittheilungen über einen Amerikaner, de" Fern aliômus i seinen Prinzipien nah zu abstrakt, zu nüch= Kenntnisse und Fertigkeit in Sprachen staunenerregend sind. ar F i seinen Anháäng.rn nachaltigen Enthusiaëmus oder heißt Elihu Burrit, trat als sehszehnjähriger Jüngling zur Erl" Fem Bür ismus An, Nur weun der Radifalismus, der unter nung des Schmiede-Handwerks in dic Lehre und blieb au<h Han“ U ale le Rol tit: M devibliate, / j ! (E, 6 \ a z C p j ? ( grie,

werker, erlernte aber dabei dur< Fleiß und außerordentlihe Anlag!* bUrde die Ruhe des Landes ernstlih bedroht werden. Um dieser Befahr zu entgehen, verlangt es eine umsichtige Politik, die liberale

alle modernen und alten Sprachen sowohl, wie die wichtigsten ori talishen, so daß er bereits 1838 über funfzig Sprachen vollkom „einung in die Regierung zu verseßen, um dieselbe von den radikalen lementen zu trennen, die, wenn sie unter eigener Fahne zu kämpfen

verstand und sprach z; dabei is Burrit Schriftsteller, und die Sra ni i der werden so äßt, da in alle amerika M UAA t , : e ee tere ette M et Lit' e pru dalos sere os ringen sud, in ihrex tolieten Unbedenbeubheit eeinen werden, ht d P, ren. N ‘l dersé ine auffallende Beweguug is jeyt in den Flandern hervorge= denkt nicht daran, seinen Amboß zu verlassen. Nächstens will ders ufen worden, welche die Kammer mit Petitioncn um eine Zoll= erbindung mit Frankreih bestürmt haben. Als Veranlassung hat

England besuchen. land Nachricht indie ie fálli anb R ; : Neuere Naqrichten aus Ostindien, welche die fällige Ueber an einige Worte Guizot's genommen, der in der Deputirten- ammer bei der Diskussion der Handels = Convention erklärte, daß

post gebracht hat, die aus Bombay den 20. Mai abgegangen sügen den Nachrichten der lezten Post nichts Bedeutendes hinzu. » die Hindernisse, welche si cinem Zoll - Anschlusse entgegengeseßt, Waf belgisher Seite zu suchen seien. Guizot weiß zu wohl,

Eer KUan LOLE nach Ae es wid und u M di ort Kotekangra werde ohne wertstreih ergeben. ie Ran! ; E Ti j j j M N j

welhe an ben Folgen t gewaltsamen dio tige daniederlag, \f S ae Schwierigkeiten in einer Belgien weit überschreitenden in der Besserung sein. Jn der Präsidentschaft Bombay with! E re liegen, als daß man in der Erklärung mehr als eine parla- die Cholera in fo hohem Grade, daß ganze Dörfer entvölkert ut Prie , nur die halbe Wahrheit enthaltende Ausfluht sehen verlassen waren. Das 22ste Regiment eingeborner Jnfanterie han Éi um dem gewöhnlic en, von einer Seite gemachten Vorwurfe, in wenigen Wochen den vierten Theil seiner Mannschaft verloren. "Faufzuo R der europäischen Diplomatie das Interesse Frankreichs Gegen die Chuads, cine halbwilde Menschenrace im Bezirk von Gut pfern, zu entgehen, Die jeßige Bewegung, der man jedoch

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-_- 737 einen der höchsten wegen seiner Ansicht über die Räthlichkeit und Ausführbarkeit eines Zoll - Anschlusses an Frankreih wohlbekannten Staatsmänner der Provinz nicht fremd glaubt, wird keinen weiteren Erfolg haben; es ist mögli<, daß auch die flandrishen Provinzial= Stände, denen si vielleiht die vom Hennegau anschließen, bei ihrer Zusammenkunft im Juli eine Petition abfassen werden; allein die Angelegenheit wird dadurh um feinen Schritt weiter gebracht wer- den. Der nächste Zweck ist zudem blos, den Abschluß oder die Ra- tification der Zoll-Convention mit Holland zu vereiteln, da die flan- drische Viehzucht dur die Einsührung des holländischen Schlachtviebs beeinträchtigt werden würde. Allein den arbeitenden Klassen, die sich jeßt bei der Theuerung des Fleishes fast gänzlich dieser Nahrung enthalten müssen, würde dieser Vertrag wohlthätig sein, so wie der- selbe do<h ohne allen Zweifel, sobald er zu dem, wie man glaubt, nahe bevorstehenden Abschlusse gebracht ift, von den Kammern ange nommen werden wird.

Einen Kontrast mit dieser das materielle Jnteresse verfolgenden französishen Bewegung in den Flandern bilden die 300 flandrischen Sänger und Liberalen, welche si< zu dem germauisheu Sängerfest in Köln eingefunden und ihre Sympathie für Deutschland lebhaft ausgesprochen haben.

Die Central-Kommission der Kammer hat mit 5 gegen 2 Stim- men die Annahme des Handels-Vertrages mit Fraukreih beantragt.

Zal 4e U

Nom, 20. Juni. (N. K.) Der neu erwählte Papst hat seinen Regierungs - Antritt bereits dur< eine Reibe wichtiger und segens- reicher Verfügungen bezeihnet. Statt der bisherigen Einrichtung, zufolge welher ein Staats - Secretair au der Spibe der öffentlichen Angelegenheiten stand, sollen dieselben künstig nach der Verordnung Pius? IX. durch eine Congregation verwaltet werden.

Ueber die Ausführung der Eisenbahnen, welche Rom mit dem Norden und Süden in Verbindung bringen sollen, is, wie man aus siche rer Hand vernimmt, bereits der Beschluß vom Papste gefaßt, und man sieht der baldigen Bekanntmachung desselben entgegen.

Die sämmtlichen wegen politischer Vergehungen Verhafteten er- warten ihre bereits verfügte Entlassung aus der Haft in diesen Ta- gen. Zugleich werden die näheren Schritte zur Ausgleichung der id e Romagna herrschenden Unzusricdenheit in nächster Zeit ge-

ehen.

Morgen früh um 8 Uhr beginnt die Krönung des Papstes.

Durch einen öffentlichen Anschlag sind alle Armen hiesiger Stadt eingeladen, ih diesen Morgen um 11 Uhr auf dem Cortile del Bel- vedere im Vatikan zu einer allgemeinen Almosen - Vertheilung einzu- finden, wobei Jeder 1 Paolo (4 Sgr, 6 Pf.) empfängt.

Portugal.

Lissabon, 20. Juni. (Engl. Bl.) Der Zustand des Lan- des, welcher sich nah den leßten Nachrichten etwas gebessert zu ha- ben schien, i} jeßt drohender als jemals. Jn Folge fortwährender Aufreizung hat si< eine überaus gioße Erbitterung zwischen dem Volk und den Truppen erzeugt, welche am 1lten in Porto zu ernst» lihen Reibungen führte, die zwei Tage lang dauerten, Endlich sah si< der Gouverneur der Stadt genöthigt, das 16te Regiment, das sih besonders verhaßt gemacht hatte, nah Lissabon einshisseu zu lassen. Dort fam das Regiment am 16ten an uud zog klingenden Spieles in die Hauptstadt ein. Das Volk, si<h dadur verhöhnt wähnend, empfing die Soldaten mit Verwünschungen und Steinwürsenz der Graf das Antas, Gouverneur der Stadt, suchte das Volk zu beruhi= gen, aber vergebens, jedoch zerstreute si{< die Masse, als die Truppen Befehl zum Laden erhielten.

Den Nachrichten aus den südlihen Provinzen und Algarbien zufolge, ist das Militair überall zur Contre-Revolution bereit, und in Braganza (Tras os Montes) hat das 3te Jufanterie- Regiment be- reits den Versu<h gemacht, die Königin als absolute Monarchin zu proklamiren , ein Versuch, der an der Festigkeit der Einwohner scheiterte.

Am 19ten begab si< das Volk in Lissabon in großen Massen zum Herzoge vou Palmella, um die eudliche Erfüllung des Ver= sprehens der Wiedereinführung der National - Garde zu verlangen; die Haufen zerstreuten si< jedo<h bald, als Graf das Antas ver= siherte, das betreffende Dekret solle in zwei Tagen erscheinen.

S Lr. Le

Belgrad, 15. Juni. (A. Z.) Der Fürst Alexander is von seiner zur Begrüßung des Großherrn unternommenen Reise gestern hierher zurü>g kommen und hat unter dem Jubel einer unermeß= lichen Volksmenge, unter Glo>engeläute und Geschüßdonner seinen Einzug durch eine Triumphpforte gehalten. Nachdem er in der Kirche ein kurzes Dankgebet für die glücklihe Zurücklegung seiner Reise verrichtet hatte, empfing er im Palast die ihm dargebrachten zahlreihen Glücwünshe. Es dürfte niht ohne Juteresse sein, die furzen Anreden zu vernehmen, womit der Großherr die Verleihun- gen seines edelsteingeshmückten, nah Art eines Ordenssterns getra- genen Bildnisscs und eincs Ehrensäbels beglcitete, Als Reschid Pascha das Bildniß im Beisein des Großherrn an die lixke Brust des Fürsten heftete, sprah der Sultan: „Dieses Bild gebe Jch dem Fürsten Alexander zum Andenken an Unsere Zusammenkunft, und Jh wünsche, daß er sih derselben immer erinnern möge, wie sie au Mir unvergeßlih bleiben wird. Die ebenfalls von Reschid Pascha vor- genommene Umgürtung mit dem Ehrensäbel begleitete der Sultan mit den Worten: „Jh umgürte den Fürsten Alexander mit diesem Säbel als Sinnbild der Befestigung seiner fürstlihen Stärke und Macht.“

Tel,

Konstantinopel, 17. Juni. Der Sultan, welcher die Rü>=

reise von Varna zur See auf der Dampf=-Fregatte „Eßeri Díchedid“

angetreten hatte, is am 44ten d. M. Morgeus im Bosporus ange-

langt. Er stieg bei dem großherrlichen Köschk von Kalender, in der Nähe von Therapia, ans Land und wurde daselbst von der Sultanin Walide und von seinen Schwestern, der Sultanin Atie, Gemahlin Ahmed Fethi Pascha's, und der Sultanin Adile, Gemahlin Mehmed Ali Pascha’s, so wie von den Großwürdenträgern des Reichs, bewill= fommnet, worauf er unter dem Kanonendonner sämmtlicher Batterieen der Meerenge \si< na< dem Palaste von Tschiragan begab und im Vorüberfahren der Sultanin Xêma, einer Schwester Sultan Mah= muds, in Kurutschesme cinen Besuch abstattete, Wegen der Rückfehr des Sultans wurde die Hauptstadt und der Bosporus drei Nächte hindurch beleuchtet. Die Batterieen und die mit allen ihren Flaggen und Wimpeln geshmüd>ten Kriegsschiffe gaben fünfmal des Tages die üblichen Kanoncensalven.

Der zum ottomanischen Geschäftsträger in Wien ernannte Samiî Efendi ist am 15ten d. M. über Gallaß nah seiner Bestimmung ab= gegangen.

Der bekannte vormalige Statthalter von Trapezunt, Abdullah Pascha, is am 12ten d. M. hier gestorben,

Vom Schwarzen Meere, 2. Juni. (A. Z) Einem Sthreiben aus Erzerum zufolge, herrsht iu Kurdistan no< immer

der gleihe Zustand, die gleihe Verwirrung, wie im vergangevetit

Jahre. Mahmud Chan hält den Pascha von Wan eingesthlossen, und dieser getraut si, troß seiner Feld-Kanonen, die er von Erzerum erhalten, aus seinem Fels\s{hloß nicht heraus. Der mächtige Kurden= Häuptling zieht jeßt von all den armenischen und türkishen Ortschaf= ten am Wansee denselben Tribut, der vormals in die Kasse des Pascha geflossen ist. Von einer neuen Aushebung für den Nisam ist in jenen Gegenden feine Rede mehr. Jn ähnlicher Lage befindet si< der Pascha von Moff}sul, welher von Beder -Chan in Schach gehalten wird. Es i} no< ein Glü> für die Pforte, daß Beder -=Chan alt und ni<ht mehr von Ehrgeiz gestachelt is. Als der mäch= tigste Häuptling von ganz Kurdistan wäre es ihm bei der ge= genwärtigen Stimmung jener Bergvoölker niht \{hwer, die Herr= chaft über einen sehr großen Theil des türkishen Asiens an sih zu reißen. An Aufmunteruug hierzu von Seiten anderer mindermähti- ger Stammhäupter, wie Mahmud Chan, Zaiual-Beg, Nurullah-Beg, feblt es ihm nicht, Aber Beder-Chan hat si<h nuu einmal gewöhnt, der Pforte no<h einige äußerliche Zeichen seiner Unterwürsigkeit zu gönnen, und verneidet einen offenbaren Bruh, Auch thut der Pa= \ha von Mossul, dessen Autorität niht über die Mauern seiner Stadt hinausreiht, sein Möglichstes, den alten Kurdenfürsten bei friedlicher Laune zu erhalten, indem er ihm häufig Geschenke s{hi>t. Vor kur- zem ließ er ihm auf seinem festen Schloß in Buchdan emen pracht= vollen Nischan mit Diamanten zustellen, ein Ehrenzeichen, welches Beder= Chan nicht vershmähte, obwohl er als fanatisher Muselmann ein Todfeind aller Neuerungen is, die Rekrutirung für den Nisam auf seinem Ge= biet niemals duldete, auh vielen geflüchteten Janitscharen in seinen Bergen eine Zusfluchistätte gewährte. Jn Erzerum, wo man von dem Zustande Kurdistans genaue Kunde hat, steht selbst unter den europäischen Konsuln die Ansicht fes, daß nah Beder Chan's Tod eine gewaltige Bewegung im türkischen Asien loëbrehen wird. Die friegerischen Buhdan- Stämme werden dann wahrscheinlih den wil- den und unternehmenden Zaiual-Beg zu ihrem Oberhaupt wählen und allenthalben Einfälle in Mesopotamien mahen. Längst warten die Hakkary-Kurden, welche sich allein nicht stark genug sühlen, dem Pascha von Mossul die Spiye zu bieten, auf ein solches Ereigniß. Jhr Häuptling, Nurullah- Beg, derselbe wilde Räuber, welcher vor einigen Jahren das gräulihe Blutbad unter den christlihen Nestoria= nern im Dschulamerk-Gebirge anrichtete, wird si<h dann gern an den Chef der Buhdan-Kurden anschließen, der jeßt sein Rival ist. Brafilien

London, 26, Juni, Berichten aus Rio Janeiro bis zum 11, Mai zufo!ge, welhe mit dem Paketboot „Crane“’ in Falmouth angekommen sird, hat der Kaiser die sehste Sessiou der legislativen Kammer am 3, Mai mit einer Thron-Rede eröffnet, in deren Ein= gange er sagt, daß er die Provinzen S. Catharina, S. Pedro, Rio Grande und S. Paulo besucht und überall die fräftigsten Beweise von Unterthanentreue empfangen habe, auch bürge ihr Fortschreiten in Civilisation und Gewerbefleiß für die rashe Entwi>kelung ihrer Wohlfahrt. Friede herrsche jeßt in allen Provinzen, und dies werde die Ausführung der Maßregeln erleichtern, welhe die Kammer etwa zum Besten des Landes für nöthig oder angemessen erachte. Jn deu nörd= lihen Provinzen, besonders in Ceara, habe die Dürre viel Unheil ange- rihtet, und die Regierung sei bemüht gewesen, der dortigen Noth nach Kräften abzuhelsen; obgleih nun jüngst dort ein reicher Regen gefallen sei, so werde doh der Schaden, den die Tro>enheit verursacht habe, nicht sofort erseßt werdeu können und daher die Hülfe der Re= gierung jenen Provinzen auh noh ferner nothwendig sein. Jn Be- zug auf die auswärtige Politik sagt sodann die Thronrede: „Jh war bemüht, mit allen Regierungen Europa's und Amerika?s freundschaft= lihe Beziehungen zu pflegen. Der Ablauf der Uebereinkunft zwi= hen Brasilien und Großbritanien zur Unterdrü>ung des Sklaven- handels rourde dur<h Meine Regierung der britishen Regierung ge- bührend kundgemaht. Nachdem diese Kundmachung ergangen war, genehmigte das britishe Parlament eine Akte, welche brasilianische Schiffe, die man der Betheiligung am Sklavenhandel für verdächtig hält, der Gerichtsbarkeit britisher Tribunale unterwirft, Meine Re- gierung protestirte gegen diese Afte und machte alle fremden Mächte mit dieser Protestation bekannt, Treu den eingegangenen Verpsflich= tungen, dem Handel mit Afrikanern ein Ende zu machen, wird Meine Regierung dessenungeachtet nicht aufhören, die Vorrehte Meiner Krone und unsere Nationalrehte zu vertheidigen. Zur Erreichung so ge= re<ter Endzwe>e vertraue Jh auf Jhre ergebene und patriotijche Mitwirkung.“ Zum Schlusse spricht die Thron-Rede noch die Hoff- nung aus, daß in den Nachbarrepubliken am Platastrome der Friede bald hergestellt werden möge, und verspricht die Vorlegung des Bud= gets für das nächste Finanzjahr, aus welchem hervorgehe, wie sehr das Einkommen gestiegen und wie angestrengt die Regierung durch umsihtige Verkürzung der Ausgaben bemüht gewesen sei, ohne die Last neuer Auflagen das unerläßlihe Gleichgewicht zwischen den Ein= nahmen und Ausgaben des Staates zu Stande zu bringen.

Dasselbe Paketboot hat die Nachricht mitgebracht, daß das bra=- silianische Kabinet, an dessen Spiße Torres stand, abgetreten und ein neues Ministerium am 8. Mai gebildet worden war, welches gus sol= genden Mitgliedern bestand: Finanzen und Marine: Hollanda Caval= canti; auswärtige Angelegenheiten: Baron de Cayra (früher Bento de Silva Lisboa)z Juneres: Marcelino de Brito; Justiz: Moura Magalhaensz Krieg: Santos Barrete. Ob dieser Ministerwechsel eine Veränderung der auswärtigen Politik zur Folge haben wird, läßt sich noh nicht angeben,

Eisenbahnen, Berlin-Potsdamer Eisenbaln, In der Woche vom 23. bis incl. den 29. Juni c, sind auf der Ber- lin-Potsdamer Eiscnbabn 11,770 Personcn gefahren. Niecderschlesisch -Märkische Eiseubahn, Aufl der Niederschlesisch - Märkischene Eisenbahn sind vom 14. bis 90. Juni 1846 befördert worden:

a) zwischen Berlin und Frankfurt „eee 5596 Personen b) zwischen Breslau und Buntslau ...... «e. 5707 á Summa... 11,303 Personen.

Handels- und Börsen - UÜachrichten.

2p Anisterdam, 27. Juni, Die Course mehrerer holländischen Staatspapiere haben sich dieser Tage merklich fester gezeigt, wie zu Anfang der Woche zu erwarten warz allem Anschein nah gab der Wechsel in den Preisen von Actien der Handels - Maatschapp®9 und die sih nähernde Ent- scheidung, ob die Zoll - Veränderungen in England durchgebracht werden oder nicht, hierzu die Veranlassung, Die genannten Actien blieben ver- wihenen Sonnabend auf 1705 % stechen, hielten sich diess Woche einige Tage auf 171% %, doch stiegen sie bei anhaltender Frage zuleyt bis 1724 %;z Integrale wurden ebenfalls häufi umgeseßt und erreihten von 607 % gestern 6022: %z 3proz. wirkliche Schuld blieb 73 %z 4proz, dito 94; % und 32 proz. Spndifat - Obligationen 89%. Alte russishe Obligationen bei Hope sind nach der diesjährigen Ausloosung von 105% auf 106% % gestiegen; mit 4 proz, Certififaten bei demselben ging es etwas flauer, da

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