1846 / 182 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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de vorläufig aber gestatte er ihnen, si provisoris<h zu ver= ammeln.

Das Kolonial-Conseil von Martinique ist am 12ten v. M. von dem Gouverneur Mathieu eröffnet wordenz die Antwort-Adresse ent= hält einen heftigen Protest gegen das Geseß vom 18. Juli v. J., welches den Ruin der Kolonie bezwe>e und nichts weiter sei, als eine verkappte Emancipation. Solle eine soziale Aenderung in der Kolo- nie eintreten, so müsse wenigstens eine hinlängliche Entschädigung stattfinden, uud wenn Frankreich, wie Herr Guizot vom maroffani- schen Kriege gesagt, rei<h genug sei, seinen eigenen Ruhm zu bezah- len, so dürfe es die Beraubung seiner Kinder nit gutheißen. Der Gouverneur versicherte darauf, die Regierung umfasse alle Franzosen diesseits und jenseits des Oceans mit gleicher Liebe.

Die Mitglieder der Regierungs-Kommission, welhe nah Aegypten gesandt wurde, um an Ort und Stelle die besten Mittel ausfindig zu machen, wie der Transport der indishen Post von Suez nah Marseille zu fördern sei, sind wieder in Marseille eingetroffen. “Troß vieler Widerwärtigkeiten auf dem Wege und des niedrigen Wasser- standes auf dem Nil und dem Kanal Mahmudi, legten sie den Weg von Suez nah Marseille in neun Tagen zurü>. Es heißt, daß die Regierung bedeutende Veränderungen in dem ganzen Paketbootdienst nah dem Orient beabsichtige, um dadur zu verhindern, daß derselbe von der Verbindung über Triest überflügelt werde.

Jn Dieppe hat man Nachrichten aus Neufundland vom 14ten v. M. erhalteu, wona< zwei französishe Schiffe aus St. Pierre, welche Häringe an der dortigen Küste hatten anfaufen wollen, von englischen Kreuzern konfiszirt vorden, weil die Ausfuhr von Häringen nur auf englischen Fahrzeugen gestattet ist, Die Journale von Saint= Pierre bei Neufundland berichten von einer merkwürdigen Natur= Erscheinung : sie versichern nämlich, daß die Jnsel sich allmälig immer mehr über den Meeresspiegel emporhebt, was die Einwohner natür= lih in große Unruhe verseßt, denn, wenn auch kein größeres Unglük erfolgen sollte, so werden doch die besten Häfen der Jnsel in kurzem unbrauchbar gemacht sein.

Nah dem Esprit public ist die Militair - Verwaltung damit beschäftigt, die Forts um Paris insgeheim bewaffnen zu lassen; ganz in Kürze würden sie mit Besaßungen versehen werden, zu diesem Zwede richte man bereits die Kasemattea einz Marschall Bugeaud würde das General - Gouvernement von Algerien mit dem General=- Kommando über die Fortificationen und das Heer von Paris ver- taushen und den General Lamoricière zum Unter - Kommandanten erhaltenz General Bedeau würde mit dem General - Gouvernement von Algerien beauftragt, dieses aber später in ein Vice- Königthum zu Gunsten des Herzogs von Aumale umgewandelt werden. Der Esprit Public berichtet ferner, die Munizipal -Garde werde mit großer Emsigkeit in den militairischen Manövern eingeübt, und selbs den Pompiers sei dur einen besonderen Tagesbefehl eröffnet wor=- den, daß sie fortan zur Garnison von Paris gehörten und si bereit halten müßten, mit dieser bei jedem Anlasse als militairisches Corps zu operiren.

Die in Nancy in Folge der hohen Brodpreise am 20sten aus- gebrochenen Unruhen waren am 23sten Abends noch nicht völlig ge- still. Man hoffte jedoh, daß das Kürgssier-Regiment, welches um Mitternacht zur Verstärkung der Garnison einrü>te, die Ruhe wieder herstellen werde, Der Tumult war uur dur< ein Mißverständniß hervorgerufen worden. -Der Maire der Stadt hatte nämli eine Proclamation erlassen, worin er den Einwohnern anzeigte, daß der Stadt-Rath in Verbindung mit dem Wohlthätigkeitê-Verein Maßre- geln getroffen habe, um ein weiteres Steigen des Brodtes zu ver=- hindern, indem er sie zuglei<h im Hinbli> auf die nahe und reiche Aerndte zu beruhigen suhte. Jn dieser Proclamation stand auch der Ausdru> „„hons des secours““, d. h. Anweisungen, auf welche jeder Arbeiter, der eine zahlreihe Familie hat oder arbeitslos ist, das Brod von 8 Kilogramm zu 2 Fr. 70 Cent. erhalten sollte, Dié Arbeiter \{lo}en hieraus, daß das wohlfcilere Brod nux an diejeni= gen Pee werden solle, welhe in den Armenlisten eingeschrie- ben seien.

Der Moniteur enthält eine Königl. Verordnung über Grün- dung einer wissenshaftlihen Fakultät zu Aix. Sie wird fünf Lehr=- stühle: für Philosophie, Geschichte, alte Literatur, französische Lite- ratur und fremde Literatur, erhalten , zu denen die ersten Ernennun- gen vom Unterrihts-Minister erfolgen.

Die Abwesenheit sämmtlicher Minister bei der Trauer-Feier für Gregor XVI. wird in figen Blättern folgendermaßen erklärt: Der Erzbischof von Paris habe, indem erx die Einlgdungen an die Mi- nister und vorzüglichsten öffentlihen Beamten gerichtet, deren feine an Herrn Guizot, Herrn Delessert und an die anderen protestanti- hen Beamten gesandt. Man habe anfangs bei dem Prälaten dar- auf gedrungen, daß er von dieser Ausschließung zurückkomme, später, daß er dieselbe in einem Schreiben an die Ausgeschlossenen motivire ; allein es scheine, daß man, als dieses Schreiben abgefaßt gewesen, vorgezogen habe, dasselbe nicht abzusenden. Auch seien blos an die der ka- tholishen Religion angehörenden Mitglieder des diplomatischen Corps Einladungen ergangen ; deshalb seien weder fatholishe no< prote= stantische Mitglieder dieses Corps bei der Feier erschienen. Eben so habe es si< mit den Verwaltungs - Beamten verhalten, so daß die sämmtlichen oed Eingeladenen der Feier nit beigewohnt. Was in der Notre-Dame-Kirche vorgegangen, habe sich Vitdeia in den Pfarrkirchen erneuert, wo man bei der Trauerfeier die gänzliche Ab- wesenheit des offiziellen Personals bemerkt habe. E

Der Courrier français macht darauf aufmerksam, daß Eng- land die einzige der großen Mächte sei, welhe zu Rom keinen Ge-

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sandten habe. Der einzige Repräsentant Englands in den Kirchen-

staaten sei sein Konsul zu Ancona. Geheime Unterhandlungen seien unter dem leßten Pontififat angeknüpft worden, um einer solchen Lage ein Ende zu machen, allein sie hätten zu keinem Resultat ge- führt, und man versichere, daß diese Unterhandlungen jeyt wieder aufgenommen werden sollten.

Das Journal des Débats fiudet die nächste Veranlassung zu dem Ausbruch des Krieges zwischen deu Vereinigten Staaten und Mexiko darin, daß die Nord- Amerifauer die Gränze von Texas bis an den Rio Grande ausdchnten und das Gebiet bis dahin beseßten, während die eigentlihe Gränze nur bis an den Fluß Nueces reiche. „Präsident Polk“, sagt es, „hat si< der Welt dargestellt, als handle er in re<tmäßiger Vertheidigung, Wahrscheinlih wird es aber fort- an feststehen, daß er im Gegentheil der Angreifende gewesen, und daß die Ceutral - Regierung von Mexiko si< bei dieser Gelegenheit | mit einer Mäßigung benommen, an welche die Vorgänger des Ge=- neral Paredes die Mächte, die mit ihnen zu unterhandeln hatten, niht gewöhnt. So lange die Soldaten der Union zu Corpus-Christi waren, befanden sie sih unter texianischen Kolonisten, und die Mexika- ner kehrten sich nicht daran. Allein General Taylor ertheilte den Be- fehl, das ganze Land bis zum Rio Grande zu beseßen, urd erst als er den Fluß erreicht, betrachteten sich die mexikanischen Generale als angegriffen und bereiteten si< zum Kampfe vor, nicht ohne an General Taylor Aufforderungen gerichtet zu haben. Also entspringt der Krieg daher, daß der Prásident der Vereinigtea Staaten es für angemessen gehal= ten, ih des Landes zwischen dem Nueces und Rio Grande zu be- mächtigen. Geschah dies mit Reht oder Unre<t? Präsident Polk sagt heute, daß er dabei nur die Rechte der Vereinigten Staatea aufre<t erhalten, und daß Texas, als integrirender Theil der Union, bis zum Rio Grande reichez dies i es aber gerade, was man sehr richtig bestreitet, und was mehrere Redner im Kongreß hart getadelt. Freilich batten die Texianer entschieden, daß Texas den Rio Grande als Gränze habez allein hierin hatten sie mit dem ihnen gewohnten Uebermuthe gehandelt, der sie au< bewogen, si< Eingrisse in alle benachbarten mexikanischen Provinzen zu erlauben. Nun halten sie das ganze Land zwischen dem Nueces und dem Rio Grande beseßt. Jm Osten, nah dem Nueces zu, hat das Land texianische Nieder= lassuugen, in der Nähe des Rio Grande aber wird Alles mexikanisch. Die Bevölkerungen des linken Ufers des Rio Grande sind eben so wie die des reten Ufers im mexikanischen Kougreß vertreten worden, ohne es je im texianishen Kongreß zu sein. Die wahre Gränze des unabhängigen Texas war und mußte die des alten mexikanischen De- partements dieses Namens sein, Weiter hinausgehen wollen, beson- ders ohne vorgängige Unterhandlungen mit den Mexikanern und dur< die bloße Waffengewalt der Union, is} eine ungerechte, auf bloße Ge=- walt gestüßte Anmaßung, es ist ejues Beraubung. Ja, Herr Polk fann nicht einmal den Versu<h zur Rechtfertigung machen, daß er etwa sagte, die Mexikaner hätten jedes Uebereinkommen in Betreff der Gebiets-Abtretung abgelehnt. Es geht selbst qus dem dem Kon- greß vorgelegten Aktenstücke hervor, daß die mexikanishe Regierung blos etwas Zeit verlangte, um die Gemüther zum friedlichen Ver= gleiche zu stimmen.“

Die Sentinelle von Bayonne berichtet in ihrer Nummer vom Asten d., daß am Abende zuvor die Offiziere der dortigen Garnison dem Jnfanten Don Enrique, wel<her am Morgen des 24sten von Bayonne abzureisen gedachte, insgesammt einen Abschieds - Besuch machten.

Am 41, Juli wird zu Marseille die Eröffnung des wissenschaft= lihen Kongresses in Frankreich statthaben. Das Organisations-Comité hat das Programm der bevorstehenden Arbeiten veröffentliht und ladet alle Personen, welhe an dem Fortschritte der Wissenschaften und Künste Theil nehmen, ein, si< den Arbeiten des Kongresses an=- zushließen. Die Akademieen und gelehrten r Frankrei<s werden gebeten, sih dabei repräsentiren zu lassen. Die Session wird 10 Tage dauern.

= Paris, 27. Juni, Jn der heutigen Siztung der Pair s-= Kammer hielt Graf-P or tal is zuerst die Gedächtniß-Rede auf das verstorbene Mitglied, Baron Portal. Nach Vorlegung verschiedener Berichte durch die betreffenden Berichterstatter der Kommissionen ver- langt Marquis von Boissy das Wort über die Tages - Ordnung. Er wünscht, der Geseß - Entwurf in Betres eines Kredits von 13,500,000 Fr. für Arbeiten an mehreren Handelshäfen u, #. w. möge fogleih nah dem Einnahine-Budget zur Verhandlung kommen. Die Tages-Ordnung sei schr überladen, die Kammer habe Eile, damit zu Ende zu kommen, und es sei nöthig, daß die dringendsten Ju= teressen des Landes Befriedigung fänden. Außerdem habe die Zeit gefehlt, um die vorgelegten Berichte zu studiren. Der Redner ent- widelt gusführlihe Betrachtungen über die Nothwendigkeit der Vertagung der Verhandlung und stüßt si< dabei guf einige Stellen des Berichts über den gengnnten Geseh - Entwurf selbst. Der Minister der öffentlihen Arbeiten bekämpft diese Vertagung z der betresende Geseb-Entwurf sei vou der höchsten Wichtigkeit, die dabei betheiligten Handels - Jnkeressen könnten feinen Aufschub ertragen. Jn dieser Beziehung sei allerdings die Kommis- sion mit der Regierung nicht in vollem Einklang, sie halte den Ge- seß- Entwurf nit für so dringend als diese, aber einige Aufklärun- gen würden wohl alle Skrupel und Zweifel beseitigen. Der Minister geht nun auf Einzelnheiten ein, aus denen fih ergiebt, daß nah dem Gutachten der Jngenieure die beabfichtigten Arbeiten eben so unbe= streitbar nüßlich sind, als ihre Vectagung unmöglih ohne Nachtheil geschehen könnte. Baron Tupinier erklärt sih gleichfalls energisch

« at 5 A“ f: E E Dtr B" E P ed i Mi E mi: L

für dieselbe. um die Zukunft und E Pairs - Kammer. Herr Victor s das Dringende der vorzunehmenden Arbeiten. zu welcher das vorliegende Geseß

habe. Das Meer sei ein zu reiße dem Lande immer mehr Boden ab,

die Existenz einer Stadt bedrohen. die Küste sei unablässig,

Phänomene ,

daß er niht von der Spezialfrage spreche ,

dung zu gelangen.

handle in diesem Augenbli> die allgemeine Frage wiederholter Ruf zur Abstimmung). Er bchaupte

Kanzler bemerkt dem Redner aufs der vorliegenden Frage.

Debatte. Dies

Ideen aus einander zu seben. Marquis vou Boissy wird verworfen. handlung bot kein allgemeines Jnteresse.

London, 27. Juni.

ausführlicher Erörterung gelangen könnte.

Krisis geben werden.

einer daraufvorgenommenen kleinerenBill. a len Bänke, leer und das Haus vertagte sich

versammelt hatte, wurde

Beifall aufgenommen, stätigung erhalten.

Bill vorgelegt und vertagte sih das Haus.

si< nah Osbornehouse auf der Jusel Wig

Zusammenseßung

reitenden Schritten abgelehnt.

genwärtigen chaotishen Zustande no< durchaus auf Vermuthung.

Verwendung

Dezember v. J. <grakterisirten,

ehr bald.

Königin die Entlassung des Ministeriums einzureichen. jesti wird, wie es heißt, übermorgen nah der Stadt kommen, damit di

gegen die Vertagungz aber Marquis von Boissy spricht aufs neu! Es handle sih um das Juteresse der zugleih um die Würde und das Ansehen der {Fes Hugo dagegen spricht kräftig für

Er wünscht,

einer allgemeinen Geseßgebung in diesem Betreff geschritten nur einen Theil bilde. Gese müsse in demselben Geiste abgefaßt werden, wie ihn das tref. lihe Wort des Herra Ministers der öffentlichen Arbeiten bezeichnet? fürhtender Feind für Frankrei, eiß und dagegen müsse F shleunig als möglih Vorsorge getroffen werden, Heute fresse es ein Landzunge auf, morgen greife es ein Dorf an, übermorgen fönne e Die Einwirkung des Meeres aus glei<h der der Luft auf die Der Redner entwidelt eine förmlihe Theorie der atmosph die zuleßt die Ungeduld der Kammer erregt wege ¡ihrer Länge und als nicht zur Sache gehörig. Der Kanzler sieht si endlih genöthigt, einzuschreiten und Herrn Victor Hugo zu bemerken 2 um die es sih handle, Was derselbe gesagt, sei sehr gut, aber auf solche Weise, mit solche Abschweifungen würde man mit der Verhandlung gar nicht zu Ende fommen. Man würde ganze Bände liefern, ohne ( Herr Victor Hugo behauptet, er sei : R p IERE (Rufe zur R Sn Frage hak wei Gesichtspunkte, einen allgemeinen und einen bejonderen. s j h b ae ; (Lärm, Unterbrechung, 1 seinen Gehülfen

t zuerst die Dringlichkei L aßregeln wählen, des Gesebesz Havre, der erste Hafen Frankreichs, sei bedroht ; Havre sei am Ocean, was Marseille am Mittelmeere für Frankreich. ; neue, er sprehe uiht va Herr vou Laplagce R ebenfalli s, ü ite die Gränzen de; deu! ; / j j G EN : v agr Pert S Gesebes selb Systems huldigt, denn nur die Aufnahme des radikalen Elements in und er (von Laplace) gedenke dann gleichfalls eine Jnterpellation u Tord den Minister der öffentlichen Arbeiten zu stellen. Für den Augenbli ¡aßen haltbaren Partei möglich machen. müsse man aber bei dem Punkt pen et r s a si err Victor Hugo: Wenn er sonach jeßt niht sprechen f E ; Tue er si d bei der Disfussion des Gesepes selbst alle sein “Herrn Higginson zum Gouverneur von Antigua, Montserrat u. \. w. 1 (Ruf: Ja! Ja!) Der Autrag def Die darauf folgende Ver]

Großbritanien uud Irland. Die allgemeine Aufmerksamkeit is ge- genwärtig zu sehr auf das Resultat der ministeriellen Bewegungen gerichtet, als daß im Parlamente irgend ein neuer Gegenstand zu

Man is} gespannt auf di Erklärungen der Minister in der Montags-Sißung des Unterhausei f da dann, wie man glaubt, Sir Robert Peel sowohl wie Lord Joh Russell die erwarteten Ausschlüsse über den Verlauf der ministeriellen Gestern erhielten im Oberhause die Korn- Bill und die Tarifbill nebst einer großen Anzahl anderer Bills durd eine Kommission die Königliche Bestätigung, und im Verlauf der dar- auf folgenden kurzen Diskussion wurden auf beiden Seiteu des Hai- ses einige Andeutungen über den precairen Zustand des Ministeriun laut. Der Graf von Ripon erklärte, daß er es unter den gege wärtigen Umständen, in denen sih die Regierung befinde, für nid angemessen halte, seine angekündigten Amendements zu dem Berichte übri die Pensionsbill für die Lords Hardinge und Gough dem Hause vorzulegen? und der Lordkanzler verhinderte aus demselben Gru

Von den ministeriellen Bewegungen weiß man no< nichts we- ter, als was die Times heute Morgen berichtet. ) daß Sir Robert Peel gestern nah Beendigung des Kabinets-Rath ht begcben hat, um de Jhre Maj

des neuen Kabinetd bequemer bewerkstelligt werda könne, vorher aber wohl no<h Lord: John Russell zu sich bescheida" F Der Marquis von Landôdowne hat, dem Vernehmen nach, seines W# ters und seiner Kränklichkeit wegen jede Betheiligung an den vorbe Uebrigens wird das jeßige Minis rium, damit die Geschäste niht ins Stv>en gerathen, bis zur Mili der nächsten Woche im Amte bleiben, obgleich die nöthigen Aufll“ rungen über den Verlauf der Dinge hon übermorgen exfolgen wi den. „Was für ein Kabinet“, schreibt die Times, „aus dem g hervorgehen wird, beruht bis j! Ein Gerücht deutet auf die W derherstellung des alten Whig - Kabinets und auf eine ausschließli) der ursprünglichen Elemente desselben nah strenger Grundsäßen, als wie sie den fehlgeschlagenen Bildungsversuch v ) Judeß die einfache Frage is : wf soll das Minisierium thun? und wie soll es vorwärts fommen? D

Steuerpflichtigen, *

zu eiuer Entschei:

önne, h John Harvey zum Vice-Gouverneur

nde den Fortgan ens waren die ministeric- s Im Früh ter- ause, wo si eine große Anzahl vou Mitgliedern hon frühzeiti vage, Fo VN ; die R des Sprechers mit lauten} daß er im Oberhause gewesen sei und doi gehört hgbe, die Korn-Bill und Tarif-Bill hätten die Königliche Be Nachdem hierauf der Bericht über die Zuder deren dritte Lesung auf Montag festgeseßt war

Es bestätigt

logenige, was wir zu sehen bekommen, mat die Dunkelheit noh \röóßer, Ein volksthümliches Kabinet, populaire Männer und Maß- Segeln sind verständlihe Dinge. Wir können uns wenigstens einen Ver-= Fin von Männern denken, welche neue Anhänger herbeiziehen, neue Sympg-= daß zulshieen gewinnen und den Kreis des Whig-Eiuflusses erweitern würden. Es werde giebt feinen anderen Fortschritt auf der Welt, als den, welher im- Dieses ner das Neue in tas Alte aufnimmt. Was nur auf sih beschränkt Hs und nur sein cigenes Wesen wieder zu erzeugen strebt, ist auf

em Wege zum Untergaug, Aber wenn wir glauben sollen, was wir „ernehmen, so is dies der Fall Lord J. Russell's, der vielmehr auf Bie eingeborene Vitglität seines politishen Systems oder auf den Thlogen Namen des Whiggismus sih stüßen will, als auf die ge- Ävöhnlihen Mittel, durh welhe Staatsmänner ihren Einfluß erweitern nd dauernd machen,“ Die Times seht aus einander, daß die Be- Folgung dieses Raths den Keim des Unterganges in das neue Mini- erium legen würde, denn die Whigs, als Partei in der Minorität, pürden sich nur durch die precaire Unterstüßung der anderen Par- eien halten können und daher jeden Augenbli> einer entscheidenden tiederlage gewärtig sein müssen. „Wir fürchten“, heißt es weiter, daß Lord John Russell’s Sache hoffnungslos ist, wenn er sich uicht ofort daran macht, seine Streitkräfte zu mehren. Das Haupt einer angen siegreichen Partei darf es wohl vergessen, seine Mannschaft y zählen. Sein Name allein ist eine Heershaar, Tauseude erheben bei de, M< auf seinen Ruf und saaren si< um sein Banner. Der Häupt- ing aber, der si< no< zur Macht hiudur<h zu fechten

at, darf den numerishen Verglei<h niht gering achten, Er auf halbem Wege entgegenkommen und welhe Mannschaft schaffen. Ohne Mann- chast geht er zu Grunde. Stimmen, Stimmen und wieder Da “Stimmen, das ist das Erste, was Lord John Russell sh vershafen muß, wenn er kann; dazu aber gehöreu ein volfsthümliches Kabinet, olfsthümlihe Männer und volksthümliche Maßnahmen.“ Die Times eutet damit unverhohlen an, daß sie der Herrschaft des radikalen

Berge, arischen

Er be-

A

je Whig-Partei kann Lord John Russell die Bildung einer einiger=-

handl,| Die Gazette meldet die Ernennung des General-Major Sir von Neu-Schottland und des Jn demselben Blatte findet sich die' Ernennung des großbritanischen [Gesandten am berliner Hose, Grafen von Westmoreland, zum Groß- “Freuz des Bath-Ordens.

Die nordbritishe Eisenbahn, welche si< von Edinburg bis Ber- "wid erstre>t und einen bedeutenden Theil der großen Bahn bildet, “die in wenigen Monaten die Hauptstädte Englands und Schottlands verbinden wird, wurde am vorigen Donnerstag eröffnet, Obgleich der Festzug aus 26 bis 28 Wagen bestand, welhe mit den 5 Loko- motiven und Tenders eine Weglänge von 6 700. Fuß einnahmen, Fo wurde doh die ganze Bahnstre>e von 59 englischen Meilen in

#9 Stunden und 3 Minuten zurüd>gelegt.

Zu Tremeirchion in der Grafschaft Denbigh soll in kurzem ein Ae\yiten-Kollegium erbaut werden. Bei der neulichen Conseeration des fatholishen Titular - Bishofo Dr. Ullathorue waren der Pater FLithgoe, Provinzial der Jesuiten in England, uud De. Barber, Gene=

‘ral-Abt der englishen Benediktiner, anwesend. Belgien,

Brüssel, 28. Juni, Graf de Bricy wird als Kandidat sür ‘den neu zu beseßenden belgischen Gesandtschafts - Posten in Rom be- zeihnet. Auch die Ernennung eines bevollmächtigten Ministers beim russischen Hofe soll nahe bevorstehen, Ferner soll mit Spanien eine Sengere Verbindung angeknüpst und zu diesem Zwe>ke ein ausgezeih- neter Diplomat nah Madrid gesandt werden.

Der dänishe Geschäftsträger Coopmans hat dem Könige die 1slgnien des Elephanteu-Ordens überreicht.

Der Commerce d'Anvers berichtet: „Wir erhalten fort=- während eine ungehevre Menge Getraide. Seit dem 2wsten d. sind in unserem Hafen 42 Ladungen Weizen und 26 Ladungen Roggen, nehrere Ladungen Gerste und eine Ladung Hafer angekommen. estern liefen 36 Schiffe, worunter mehrere Dreimaster, in unsere N ein, Diese Bassins -haben seiten so viel Schiffe enthalten, als jet.“

Herr H. de Broukere hat bei seinem Abtreten von der Verwal= tund dex- Provinz Lüttich ein Schreiben au àlle Verwaltungs-Behör= den derselben erlassen, worin er denselben seinen Dank für das ihm ewiesene Vertrauen und ihr krästige Unterstüßung ausspricht.

Vorgestern Abend wurde das kirhlihe Jubiläum zy Lüttich

feierlihs| geschlossen.

S m weiz. Kanton Bern. Der Verfassungs-Rath hat zwei Tage hin- durh, am 241sten und 25sten d. M., die Finanz-Reform-Frage be= zaihenz am 26sten sollte die Berathung fortgeseßt werden. Der An- träge sind so viele und verschiedenartige, daß man nicht recht absicht, velhe Wendung diese Frage nehmen wird,

“Kanton Basel. Die Basler Zeitung enthält folgenden Artikel in Betreff des Schuß-Vertrages der katholischen Stände :

„Das eben is der Fluch der bösen That, daß sic fortwährend Böses muß gebären!‘’ Das eben is das Unglück unserer ticfzerrütteten Zustände, daß jedes zur Heilung derselben versuchte Mittel das Uebel nur verschlim=- mern zu können scheint, Der Zweck des neuen Schug-Bertrags der fatho- lischen Stände is} , wir sind dessen überzeugt , derjenige erlaubtester Abwehr gegen bundeswidrige Angriffe, und doch müssen wir diesen Vertrag bei aller N Rechtmäßigkeit des Zweckes als einen gefährlichen und eben deshalh fürden allge- meinen Bund nachtheiligen ansehen. Wir möchten sagen, der Schug-Vertrag löse

Baches, die Reste cines Lavastromes bis nah Bertrich herab. Stellen- weise fließt der Bach noch jeßt über den Köpfen der Säulen fort, in welche die Lava abgesondert is, Der Bach hat daher sein Beit noch niht wieder überall so tief ausgehöhlt, als es beím Ergusse der Lava war. Durch Nachweis des Gefälles des Baches wurde versucht, diese Er- \heinung zu erklären. Jn zwei Nebenthäler, welche s< in den Uesbach ergießen, ist die Lava aus dem Hauptthale eingedrungen und hat dieselben bis zu einer gewissen Höhe erfüllt. Der Lavastrom im Thale beweist, daß die Oberfläche der Gegend zur Zeit des vulkanischen Ausbruches schon ziemlich ihre gegenwärtige Form gehabt hatz auf den 700 Fuß über der Thalsohle liegenden HoStbeneit fonnten daher keine großen Wasser-Samm- lungen sein, Die Schichten von Schla>ken- und Sgieferstücken, welche die vulkfanishen Hügel in ziemlih weitem Umkreise umgeben, können daher nicht auf Ablagerungen im Wasser zurü>geführt werden, sie fönnen nur einem Regen gleih beim Ausbruche niedergefallen sein, Merkwürdig is es, daß die vulkanishe Spalte sih auf der Hochebene in einer geringen Entfernung von dem zie} eingeschnittenen Thale öffnete, hier den viel größeren Dru überwand, und daß so geringe Massen als Erzeugniß einer so gewaltigen Kraft an die Oberfläche traten. Zu ganz ähnlichen Betrachtungen A viele der vulkanishen Ausbrüche der hohen Eifel, welche sich von Bertrich an auf eine Erstrefung von 65 Meilen bis zum Goldberge bei Ormund ge tun More s TOE in einer Richtung wie auf einer großen Spalte gus- ehnen. j aid

Hierauf zeigte der Geheime Bergrath und Professor Nöggerath meh- rere neue, merkwürdige Mineralien vor, au<h große, shöne Krÿstalle des \9- genannten Struvits (phosphorsaure Talferde-Ammontak-Wasser), welche das sud 2 einer seit dem großen Brande in Hamburg vershütteten Kloake

nd. Bekanntlich hatte der Fund dieser Krpstalle in dem Hamb. Korr e- ponveüten Kontroversen über die Frage; ob diese Substanz eine Mine-

S

ralspezies sei, wischen dem Herrn Ulex und dem Herrn Professor Wiebel hervorgerufen, în welchen Ersterer die Bejahung, der Zweite aber die Ber- neinung dieser Frage behauptet. Ju der Gesellschaft Ge man auch, ob- gleih der Fund so großer Krystalle dieser <hemishen Verbindung für inter- essant genug gehalten wurde, den sogenannten Struvit, guf den Grund sci- ner neueren Entstehungsweise aus organischen Ausscheidungen, nicht in das Gebiet der Minéralogie ausnehmen zu dürfen, Nöggerath hatte die Stru- ballen M unmittelbar von dem Herrn Professor Wiebel in Hamburg er- alten. | |

Professor Argelander hielt einen Vortrag über die eigenthümlichen Anomalieen der Bahn des Uranus, Nach der Entde>ung dicses Planeten am 13. März 1781 fand man nah und nach in den Beobachtungs -Re- gistern verschiedener älterer Astronomen zwanzig Beobachtungen auf, bei denen man denselben, da sein kleiner Durchmesser ihn in den älteren schlech- teren Fernröhren nicht von einem Fixsterne unterschied, sür einen- solchen ge- halten hatte, Diese Beobachtungen trugen nicht wenig zur genaueren De- stimmung der Elemente seiner Bahn bei. Als aber im Jahre 1821 der verstorbene vexdienstoolle seanzösishe Astronom Bouyard genauere Tafeln be- rechnete, fand er, daß solche, welche die sehr zahlreichen neuen Beobachtun- gen alle gut darstellten, von den älteren um Quantitäten abwichen, dic sich dur< Vebbachtungssehler allein nicht erklären licßen, Diese sonderbare Anómalie bewog den verewigten Bessel, zu untersuchen, ob eine Aenderung der bei der Berechnung angenommenen Saturnsmasse sie beseitige, Es zeigte sich, daß nian diese Masse etwa um ein Drittheil verändern müsse, um allen Beobachtungen Genüge zu leisten, eine Aenderung, welche mit den Wirkungen des Saturns auf andere Himmelskörper durhaus nicht in Uebereinstimmung zu ‘bringen st, Da nun auch andere Erscheinungen im Sonnensvstème vermuthen ließen, daß einzelne Himmelsförper nicht mit glei- cher Kraft auf jeden der übrigen wirkten, so untersuchie Bessel, ob eine Mo-

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suchung isst in den berliner Memoiren erschienen,

und Bessel fing jeyt an,

zu halten,

durh Andere hatte machen lassen, Vollendung dieser

rung hierüber erhalten haben. seit mehreren Jahren sih mit der Theorie des

entsernten Planeten erklären lasseu, l \cheinlichkeit der Ort angegeben werden könne, zu suchen sei.

geben hat,

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ten sih jene anderen Widersprüche, zum Theil durch Bessel" selbs, auf eine andere Weise auf. Mittlerweile waren auch die Bouvardsh V Uranustafeln von den neuesten Beobachtungen schon bedeutend abgewih! die Erklärung der Anomalie des Uranus du das Dasein eines no< unbekannten großen Hauptplaneteu außerhalb df Uranusbahn und die von ihm ausgeübten Störungen für wahr|chein H

Er beabsichtigte daher eine neue Bearbeitung der Urgn Theorie, zu der er Vorarbeiten zum Theil selbst schon gemacht, zum T Leider wurde er uns zu früh für d so wie viclér anderen wichtigen Arbeiten entrückt. so erfreulicher is -es, daß wir von einex anderen Seite eine Aust Herr Leverrier in Paris nämlich Uranus beschäftigt, diese mit großer Umsicht geführte Untersuchung hat ibm dgs merfwürdlh Resultat gewährt, nicht nur, daß die Anomalieen in der Uranusbahn dur die Annahme eiues etwa doppelt so weit als diese von der sondern daß guch mit großer Wah! wo dieser Himmelskör\ Wenn dieser also uur hell genug is, um ihn aus der 6

dification des Newtonschen Gesehes in diesem Sinne mit den übrigen Him Erscheinungen übereinstimmte, Nux der erste The

ßen Menge kleiner Sterne, denen er im Ausseheu gleichen muß, zu finden, so werden wir hoffentlih in kurzem eine höchs| wicht dedung am Himmel machen, zu welcher die Theorie uns den Fingerzeis S

il dieser wichtigen U Denn bald nachher klf s Bemühung

den eidgenössischen Bund nicht auf, aber er seße dessen Auflösung voraus, Der Bundesvertrag von 1815 enthält Bestimmungen über Bundeshülfe im Falle einer, sci es von auswärtigen Staaten, sei es im Juueren eines Kantons, drohenden Gefahr, er schweigt ganz von den Gefahren, welche eiwa einem Kanton von Seiten eines anderen Kantons drohen könnten, arum wohl? Doch offenbar darum, weil er derartige Angrisse als ganz unmöglich, als durch den Begrisf des Bundes selbst ausgeschlossen ansehen mußte. Jn der That, wo ein Stand foriwährend solchen Angriffen aus gesest ist, wie sie wirklich stattgefunden haben, da ist eben der Bund zerstört und aufgelöst, ier ist nun gerade der Widerspruch, hier der Knoten, der durch politische Tee elöst werden soll, Die von jenem Konfordate vorgusgescßte Thatsäche | leider nur zu wahr, aber die Eidgenossenschaft kann diese Vahrheit nicht anerkennen, Der Bund der zwölf Stände kann nicht seine cigene Auflösung voraussepen, er muß an scin Leben glauben, und selbsi wenn er nicht daran glaubt, muß er dafür sorgen, daß Andere daran glau- ben, “Und wenn das Recht zehnmal gebrochen und niedergetreten worden is, die Cidgenossenschast kann den Zustand der Rechtlosigkeit und Selbst-. ülfe nicht als ihren ordinairen anerkennen, sie muß an die sich selbst restau- lirende Kraft des Nechts glauben, sie daf die Hoffuuung nicht aufgeben, daß der Bruch wieder zuheile,

Nicht sowohl durch feine Bestimmungeu, als durch die Voraussehun- gen, von deuen er ausgeht, is also der Schußvertrág der sieben Stände von moralishem Nachtheile für die, Eidgenossenschaft, Dazu kommen dann

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den s dieser. Stände bereits so eifrig ausgebentet wird, die. Gefahr, ß diesem Bunde ein anderer en!gegengestellt werde, und daß über diesen f Fem eulginen Bestrebungen der L eittlafäime Bund zulegt ganz abhauden

ame,

Wenn wir dieses Alles nicht verkennen, so möchten wir an die betref-

die weiteren Folgen, das gesteigerte Mißtrauen ganz besonders, das von |

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senden Stände die dringende Bitte richten, no< einmal ruhig und umsichtig mit Uniterdrüefung mancher aus dem Hinbli> auf Geschchenes sih aufdrän- gepden bitieren Gefühle die Sache zu überlegen, dabei nicht blos von dem

tandpunkte gekränkter und bedrohter Einzelstände auszugehen, sondern den Blick auf das Allgemeine zu erheben und sih zu fragen, ob nicht der Pflicht der Selbsterhaltung gegen drohendeu Uebergang auch auf andere Weise, in anderer Form als dur< Errichtung neuer Bündnisse ein Genüge geschehen könne, ob nicht in der That der bestehende Bund fur diejenigen, welche treu und redlich an demselben zu halten entschlossen sind, die Mittel darbiete, dem Unrechte mit gemeinsamer Kraft zu widerstehen? Auch die Tagsaßung mag diese Erwartung aussprechen, sie soll es aber thun mit der ruhigen und gehaltenen Würde einer gerechten, auf die Zukunft ver- trauenden Behörde, nicht mit dem leidenschaftlichen Ungestüm ciner revoiu- tionairen Faction, sie soll sich nicht von der rahsüchtigen Ungeduld des Standes Aargau, diescs Haupt-Urhebers aller Frevcl am Bunde, hinreißen lassen. Die Eidgenosscnschaft darf am wenigsten vergessen, daß ihre bekla- genswerihe Ohnmacht es ist, welche die sieben Stände zu Eingehung jenes Schußzvertrags genöthigt hatz sie hat daher vor Allem diese Stände zu be- ruhigen über die ihnen drohendea Gefahren, sie darf nit gegen die Fried- brecher nur Geduld und Nachsicht, gegen die Gekränkten und Bedrohten nur Eifer und Zorn blien lassen, Tagsaßung, daß ihr Beschluß gegen die Freischaaren allerwärts und niht blos zum Scheine vollzogen worden sei, denn wenn sogar der Stand Aargau, von dem diese jedes Recht auslösende Anarchie ausge- gangen is, es eingesehen hat, daß man nicht gegen den Schug-Vertrag auftreten könne, so lange man das Freishaaren-Unwesen hegt, wie viel mehr muß die Tagsaßung solches erfennen! Wenn es aber Jahre gebraucht hat, um Aargau über das Wesen dieser barbarischen Anarchie zu belehren, so lasse man auf ähnliche Weise die Zeit auch bei den fatholishen Stän- den wirken z je mehr sich dieselben über die ibncn drohende Gefahr beruhigt sehen werden, um so leichter wird es sein, sie au< von der Gefährlichkeit des von ihnen ergriffenen Sch1: mittels zu überzeugen,

Was wir hier anrathen, is natürlich niht im Sinne der revolutionai- ren Faction. Sie, die den Bundes - Vertrag nah Belieben verböhnt und mit Füßen tritt, möchte hier polternd und drohend zu dessen Schutze auf- treten. Sie sagt es deutlich, dieser Sonderbund müsse die Jesuiten - Frage erscyen, sie hofft von neuem den Haß zur Flamme anzuschüren und den mühsam ausrechterhaltenen Frieden zu zerstiö:en, Sie will den Bund ge- waltsgm zerreißen, damit er sich nicht allmälig auflöse, sie will Oel ins Feuer gicßen, damit es nicht langsam fortglimme, Jahrelang hat das radifgle Sicbuer - Konkordat Bestand gehabt, es besteht vielleicht theilweise noch, es war dasselbe dem Bunde weit mehr zuwiderlgufend, als der katho- lishe Schup-Vertrag, es war weit weniger durch die Umstände abgenöthigt und gerechtfertigt; die Tagsazung hat dasselbe bestehen lassen, sie wird es sich um so mehr zur Pflicht machen müssen, auch die neuaufgeworfene Frage nicht nach den Diktatcn einer friedbrüchigen Faction zu behandeln,“

A440 1.1.8.4

Neapel, 18. Juni. (O. P. A. Z) Das Giornale del Regno delle due Sicilie enthält folgendes Königl, Dekret: „Gerdinand IlI. :c. Um den Handel Unseres Königreichs zu begünsti= gen, haben Wir beschlossen und beschließen, wie folgt: Art 1. Jn den Theilen Unseres Reiches diesseits des Faro wird der seitherige Zoll auf verarbeitete Tabacke jeder Art von 30 Ducati pr. {weren Centner (cantajo lordo) für die Zufunst auf 18 Ducati pr. cantajo lordo und der seitherige Zoll auf Blätter (rohen) Tabak jeder Art 15 Duecati pr, Centner auf 9 Ducati pr. cantajo lordo hberunter- gesebt, Virginigtaba> niht ausgenommen. Art, 2, Sowohl verar= eitete wie au< Taba>ke in Blättern werden im Depositorio der Douane von Palermo zugelassen. Gegeben am 17. Juni 1846.“

Ferner enthält dasselbe Blatt eine große Anzahl Ruhestands- Verseßungen alter Staatsdiener und dagegen eine lange Liste neuer Ernennungen z unter den Namen dieser Neuangestellten befinden si viele, von welchen si< das Land große Verbesserungen, besonders im Verwaltungs - und Justizfache, versprechen darf. Die Neapolitaner bedauern bei jedem neuen Regierungsakte ihres thätigen und weisen Königs, uicht hon früher solhe Monarchen gehabt zu haben. Wäre dies der Fall gewesen, und hätte sih dieses paradiesishe Königreich chon früher einer gleih väterlihen Regierung, wie die gegenwärtige, zu erfreuen gehabt, so würde es gewiß in keiner Hinsicht irgend einem Staate Europa's nachstehen.

Der Prinz Alexander von Hessen fährt fort, die interessanten und bezaubernden Punkte der hiesigen Umgegend zu besuchen. Prinz Alexander stattete der in Castellamare residirenden Prinzessin von Baden, vermählten Marguisin von Douglas, hon mehrere längere Besuche ab. Gestern Nacht bestiegen die hohen Gäste den sehr un- ruhigen Vesuv, und heute früh begeben sie si< na< Herkulanum und F Die Abreise der deutschen Fürsten ist auf den 23sten d. M, estgesept.

s Dieser Tage trafen von Paris aus 6 wundershöne Equipagen für Se. Majestät den König ein, Diese Musterbilder von Geschma> und Eleganz sollen den hiesigen Fabriken als Modelle d.euen.

Nou, 20. Juni, (A, Z.) Der General-Vikar Kardinal Pa= trizzi hat folgenden in dieser Form sons nur bei Gelegenheit eines Jubeljahrs gewöhnlichen Erlaß bekannt gemacht: „Das Krönungsfest Sr. Heiligkeit des Papstes Pius 1X, unseres Herrn, das am 21sten d. M. in der St. Peters=-Basilika mit üblicher Feier begangen wer= den soll , veranlaßt denselben, vollen Sünden - Ablaß zu bewilligen allen Gläubigen beiderlei Geschlehts, welche mit aufrichtig reuigem Herzen nah vorausgegangener Beichte und Kommunion frommen Sinns dieser Function beiwohnen oder für die Ertheilung seines Segens vor der großen Loggia des Vatikans sich einfinden und beim Besuche der Basilika den König des Himmels für den endlichen Sieg der Kirche, die Eintracht der christlichen Fürsten und die Ausrottung der Keytereien im Gebet angehen werden. ““

Unter dem Titel: „Außcerordentlicher Tagesbefehl‘, hat das Kriegs= Ministerium Folgendes an die Truppen gelangen lassen: „Nach we= nigen Tagen betrübender Verlasseuheit seßten die erhabenen Väter in nux zweitägiger Zurü>kgezogenheit mit selten einträchtigem, von den Völkern nie zu vergessendem Sinne den unter ihnen auf den Stuhl Petri, welcher dur. ausgezeichnete Talente, Lebensheiligkeit und an= dere glänzende Tugendeu der in der Kirche Gottes Ersehnte war. Jn der Freude seines Herzens erklärt das Kriegs - Ministerium allen Truppen, daß Kardinal Mastai das Oberhaupt is, welches die gött= lihe Vorsehung, nah seiner Annahme des bedeutungsvollen und be- zeihnenden Namens Pius IX,, der Kirhe und dem Staate geschenkt hat, Zu wohlbekannt sind dem Kriegs - Ministerium das Gefühl für Ehre und der treue Sinu aller päpstlichen Truppen, als daß es für nöthig erachteu sollte, sie in diesem wichtigen Augenbli> an die Er- füllung ihrer Pflichten befouders zu erinnern oder sie zu neuem Eifer zu ermuthigeu. Jn diesem Vertrauen wird das Kriegs - Ministerium stets bemüht sein, von jedem Aft der Huldigung und bewährter Treue der Truppen dem heiligen Vater, welcher hon jeßt zu außer= ordentlich, gnädigen Gesinnungen sür das Militair gencigt is, sogleich Kunde zu geben.“

Das den Stadtarmen jedes Geschle<hts und Alters, sogar den noch nicht geborenen Kindern, im großen Cortile des Vatikans am Krönungstage Sr. Heiligkeit nah altem Brauche zukommende päpst- liche Donativ ward. {on diesen Morgen verabreiht, Jeder der Kon=- furrenten erhielt uugesfähr 12 Kreuzer, die dann nach römischer Art ohne Aufschub in den Cauponen des Borgo verjubelt wurden. Mon- | fante Elemosiniere hatte gegen. vierzigtausend lärmende Köpfe zu

erußigen. estern Abend hatte der Papst zwölf Kardinäle zu einer Cou-

. gregation bei si< versammelt, Da bis zur Stunde kein Staats=

Secretair ernannt is, so verliert man \s{< in Muthmaßungen, und Gerüchte aller Art sind in Umlauf. Es heißt, der Papst wolle eineu Staats -Rath eruennen, an welhem se<s Kardinäle theilzunehmen hätten; die beiden Staats =- Sekretariate sollen, wie früher, wieder Einem Kardinal anvertraut werden; das erwartete Amnestie - Dekret sei bereits unter der Presse, no< andere Anordnungen seien im Werke. Dem bisherigen Staats -Secretair der auswärtigen Angelegenheiten, Kardinal Lambruéschini, soll ein Theil seiner früheren Verwaltung wieder angeboten worden sein, doch habe er, unter Berufung auf seine ges<hwächte Gesundheit, si<h es als eine Gnade erbeten, fürs erste sich von allen Geschäften und selbst von hier zurückziehen zu dürfen, Der einzige Kardinal, von dem man heute mit Bestimmt= heit sagt, er sei in seinem Posten bestätigt, ist der Prodatarius Kar-= dinal Spinola.

Heute früh empfing der Papst in seinen Gemächern auf dem Quirinal in einer Privat - Audienz Dom Miguel, der seit längerer Zeit sehr eingeschränkt und zurü>gezogen hier lebt, Unter den ver=

1 n | schiedenen Behörden, welche empfangen wurden, bemerkte man die Vor Allem überzeuge sich die |

Gencralität der päpstlihen Truppen in ihrer reihen Uniform; sie wurde vom Mons. Medici Spada als Presidente delle Armi vorge= stellt. Der Papst hat das löblihe Beispiel mehrerer seiuer Vorgän= ger treu befolgt und zweien seiner hier befindlichen Nepoten befohlen, sih von hier zu entfernen.

Der als erster Secretair bei der französishen Botschaft ernannte junge Fürst von Broglie i} vorgestern als Courier hier eingetrossen.

S paniecn.

3 Madrid, 22. Juni. Es stand zu erwarten, daß die von dem Privat - Secretair des Herzoges von Rianzares unterzeichnete, durch die hiesigen Blätter veröffentlichte Erklärung, welche die Ver= theidigung der Königin Christine gegen die von Herrn Thiers erho= bene Anschuldigung, daß sie in Neapel den künftigen Gemahl ihrer Tochter aufgesuht habe, bezwe>t (\. Allg. Preu p, Ztg. Nr. 168) eine Erwiederung des erwähnten französishen Staatêmannes zur Folge haben werde. Diese is allerdings erschienen, denn wir dücfen wohl einen von dem pariser Constitutionnel vor aht Tagen in Bezug auf diese Angelegenheit mitgetheilten Artikel als aus der Feder des Herrn Thiers geslossen betrachten. Derselbe hat hier um se größere Aufmerksamkeit erregt, als der Umstand, daß nicht die Königin Chri= stine, sondern ein fremdes Kabinet, das französische, die Kandidatur des Grafen von Trapani zuerst aufgestellt habe, in ihm als unleug= bare Thatsache anerkannt wird.

Es fann daher auh< kaum auffallen, wenn der aus dem verleß- ten Selbstgefühl der Spanier hervorgehende Unwille si< in bittere Klagen gegen das frembe Kabinet, dessen offizióse Vermittelung ihnen als selbstsühtige Anmaßung erscheint, und gegen die einheimi= {hen Minister, die eben jenem Kabinet als blinde Werkzeuge dienen dürften, ergießt, Wenn selbst die Mutter Jsabella?s viele ihrer cif- rigsten Anhänger sih entfremdete, weil sie für die Urheberin des be- sprochenen Heiratsplanes galt, so begreift man, daß der spanische Nationalstolz si< jener auswärtigen Bevormundung noch entschiedener widersebt. Alle hiesigen Blätter sind darüber einverstanden, daß der Hof der Tuilerieen der Königin von Spanien weder einen Gemahl aufdringen, no< auch einen sons geeigneten Prinzen von der Be-=- werbung um ihre Hand ausschließen dürfe.

„Das (französishe) Kabinet“, sagt der Español, „beschränkt < nicht darauf, seinen Kandidaten vorzustellen und ihn vermittelst stumpssinniger oder die Juteressen der Nation vernachlässigender Mi= nister aufdrängen zu wollen. Es {ließt au einige erlauhte Be- werber (pretendientes) um die Hand der Königin aus, erkühnt sich, ihrem souverainen Willen Schranken entgegenzustellen, und da nun einmal seine vortrefflihe Combination gescheitert ist, so sagt es un- serer angebeteten Jsabella: „„Wenn Du Den, welchen ih Dir vor= \hlage, nicht annimmst, so werde ih eben so wenig zugeben, daß Du Dich rait Demjenigen vermählt, welchen Du Dir vielleicht wünschest,‘‘‘/ Auf diese Weise wird eine Angelegenheit, die dur< Spanien und für Spanien betrieben werden sollte, einzig und allein durh und für Frankreich betrieben. Darum hatten wir Recht, als wir uns als eine sranzösishe Provinz betrachteten““, u. st., w.

Es scheint feinem Zweifel zu unterliegen, daß der französische Botschafter, vermuthlih im Auftrage seines Hofes, der Königin Jsa=- bella angerathen hat, den etwaigen Bewerbungen des Prinzen von Koburg kein Gehör zu schenken. Man spriht au< von sehr heftigen Drohungen, die der Botschafter gegen verschiedene Personen, die er für Parteigänger dieser Vermählungs-Combination hielt, ausgestoßen haben soll; es dürste indessen wohl kaum anzunehmen srin, daß ein so umsihtiger und erfahrener Diplomat, wie der Graf vou Bresson, auf vorlaute Weise seine gereizte Stimmung an den Tag legen sollte. Von leßterer soll au< der englishe Gesandte eine Probe erhalten, sich jedoh gegen seine Regierung so vollklommen gerechtfertigt haben, daß seine von dritter Seite her in Anregung gebrachte Abberufung entschieden zurü>gewiesen wurde, Man bemerkt überhaupt, daß das Verhältniß des französishen Botschafters zu den übrigen Mitgliedern des diplomatischen Corps mit jedem Tage gespannter wird. Sogar der Herzog von Rianzares, der den Grafen von Bresson gewiß nicht des Mangels an Zuvyorkommenheit beschuldigen kann, hat sich fast ganz aus dessen Gesellschaft zurü>gezogen und scheint vorzugsweise die des englischen Gesandten aufzusuchen.

Der bevollmächtigte Minister der Republik Venezuela, Don Fer= min Toro, überreichte am 19ten der Königin in feierliher Audienz sein Beglaubigungs -Schreiben. Darauf empfing die Königin den hier beglaubigten mexikanishen Gesandten, Herrn Valdivielso, der, dem Vernehmen nach, in gleicher Eigenschaft nah Paris verseßt wer= den wird.

Die Hie i} bereits auf 30° R, gestiegen und so unerträglich, daß manche Personen ihr unterliegen.

La Plata - Staaten. :

= Paris, 27. Juni. Durch das gestern in Havre einge- laufene französishe Handelsschiff „„Coriolan“/, Capitain Lamaud, ha- ben wir direkte Nachrihten aus Montevideo vom 8. Mai, die sonah um 18 Tage neuer sind, als die lebten, die uns über England zugekommen waren. Die Umwälzung, welche in der Regierung von Montevideo vor si< gegangen war, hatte einen ganz friedlichen Ver= lauf genommen. Nachdem der General Riveira wieder in den Be- sip der obersten Gewalt si geseßt hatte, war seine erste Sorge ge= wesen, die ihm nothwendig dünkenden Veränderungen im Personale der Verwaltung vorzunehmen, auch einige Anordnungen für diese zu tref= fen, worauf er die Stadt mit einem kleinen Corps von ungefähr 5—600 Mann wieder verlassen hat, fast durchaus Basken, die ihm angeblich frei= willig gefolgt sind. Die Zahl der Basken in der Stadt beträgt nicht we- niger als 12— 15,000, die aus Frankrei und Spanten dahin ausgewandert sind, um daselbst Arbeit und reichlicheren Erwerb zu suchen, als sie denselben in ihrem Vaterlande zu finden vermögen. General Riveira hat si mit ihnen eingeschifft und foll die Absicht haben, zu Colonia ans Land zu gehen, um seine Operationen mit denen der Armee von Corrientes zu verbinden. Dies dürfte Riveira aber wohl unterlassen, wenn die Nachrichten gegründet sind, die man andererseits von Buenos-Ayres erhält. Doct wurde allgemein versichert, die Cor= rientiner hätten si< von’ der Sache des Generals Paz losgesagt und diesen sogar aufgefordert , ihr Gebiet zu verlassen, Isk

Al E An ar S S