1846 / 199 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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keit der gemeinschastlihen Versammlungen beider Kollegien, 0 wie mit Rücfsicht f s zum $. 93 gefaßten Beschluß in Beziehung auf die städti- \chen Unterbedienten-Stellen, welche nach den bestehenden Anordnungen bisher Allerhöchst unmittelbar beseyt wurden, zur Allerhöchsten Genehmigung nicht geeignet befunden, Jm Uebrigen sind in Betreff der Beseyung der Un- terbedféntenstellen in den Städten mit wohlgedienten Unteroffizieren inzwi- schen die für zweckmäßig erachteten veränderten Bestimmungen durch das Patent vom 25. Juni d. F Hivossen worden, und wird der Stände-Ver- sammlung durch abermalige orlegung eines unter Berücksichtigung der bei den Stände-Versammlungen stattgefundenen Erörterungen thejlweise vexänder- ten Entwurfs zur Fassung fernerer Beschlüsse Beranlassung geen werden. 9) Jn Uebereinstimmung mit dem von Unserer getreuen tände-Versamm- lung ansgesprochenen Wunsche haben Wir die abermalige Vorlegung cines in mehrfacher Rücksicht modifizirten Entwurfes einer neuen Gewerbe- Ordnung beschlossen, und verweisen Wir die Stände - Versammlung auf díe ihr dabei mitzutheilenden Motive, 10) Auf das Gutachten über den Geseß-Entwurf, betreffend die Einführung allgemeiner Wehrpflicht, eröffnen Wir Unserer getreuen Stände-Versammlung, daß Wir Uns Aller- höchst bewogen gefunden haben, eine fernere Prüfung der Bestimmungen an- zuordnen, unter welchen diese Einrichtung am zweckmäßigsten ins Leben treten föónne. Nach Beendigung der zu dem Ende erforderlichen Arbeiten , deren möglichste Beschleunigung Wir Allerhöchst befohlen haben, wird dic Vorle- gung eines neuen Gesep-Entwurss über diese Angelegenheit gewärtigt wer- den fönnen. Dabei geben Wir Unserer getreuen Stände - Versammlung zu erfennen, daß ein den gegeowärtigen Zeit-Verhältnissen entsprechendes neues Militair-Straf- und Disziplinargeseß erlassen werden soll, bevor die allge- meine Wehrpfliht in Kraft tritt, Jn Ansehung des bei der vor- liegenden Veranlassung wiederholt ausgesprochenen Wunsches , daß zugleich Einrichtungen zur Ausbildung des Offizierstandes innerhalb der Herzogthümer getroffen werden mögen , verweisen Wir auf Un- sere Eröffnung vom 410. Oltobcr 1844, und geben Wir Unserer getreuen Stände-Versammlung zu erkennen, daß bei der Ausbildung der Offiziere auch in Zukunft darauf Rücksicht genommen werden wird, daß dieselben sich sowohl in der deutschen als in der dänishen Sprache eine genügende Fer- tigkeit erwerben. Jm Uebrigen behalten Wir Uns vor, in dicser Beziehung diejenigen näheren Veranstaltungen zu treffen, welche mit der Einheit Un- serer Armee vercinbar und in einem wirklichen Bedürsniß begründet sind, 46) Unsere getreuen Stände haben Uns in einer allcrunterthänigsten Vor- stellung vom 21. Dezember 1844, beireffend die Succession in die Herzogthümer Schleswig und Holstein im Fall der Erlöschung des Mannsstamms Unseres Königlichen Hauses, aus Anlaß der Verhandlung in der rocslilder Stände-Versammlung darüber, eine feierliche Verwahrung gegen jeden Eingriff in die staatsrechtliche Stellung des Landes unter der Behauptung vor- legen lassen, daß in den Herzogthümern allein der Mannsöstamm zur Erbfolge berufen ci, Beide, die Rechtsverwahrung und diese Behauptung, haben Unser gerechtes Befremden erregt. Wenn auch in Gemäßheit des allgemeinen Gesches vom 28, Mai 1831 durch díe abge- sonderte Stände - Versammlung so wenig im Socíalnexus der \schleswig- holsteinischen Nitterschast , als in den sonstigen Verhältnissen, welche die Herzogthümer Schleswig und Holstein verbinden, etwas verändert wird, so bilden doch, nah eben diesem Gesepe, die Provinzial- stände nur das geschmäßige Organ der verschiedenen Stände in jedem Herzogthum, woneben die ständische Kompetenz in Anschung von Bitten und Beschwerden durch die Beziehung beschränft ist, welche dieselben auf das spezielle Wohl und Jnteresse des ganzen Herzog- thums oder eines Theils desselben haben müssen, Demnach entscheidet chon der Grundsay, worauf die ständische Wirksamkeit beruht, gegen die Befugniß, eine Vorstellung vor Unseren Thron zu bringen, worin die Rechte beider Herzogthümer als Eines Landes vertreten werden. Zugleich i eine Einheit der Herzogthümer, wie sie in dieser allerunterthänigsten Vor- stellung unterstellt worden, so wenig in dem Socialnexus der \chleswig- holsteinischen Ritterschast, als in den sonstigen Verhältnissen, welche sie ver- binden, begründet, vielmehr durch die eigenthümlichen Verhältnisse eines jeden ausgeschlossen. Ein Ausspruch über die Erbfolge, wié solcher in der Behauptung wegen der alleinigen Berufung des Maunnsstammes zur Erb- folge in den Herzogthümern liegt, kann vollends keiner Provinzial-Stände- Versammlung zustchen. Wir verkennén indeß nicht die Einwirkung der Umstände, welche Unsere getreuen Stände zu diesem Schritt veranlaßt haben, und wollen an ihrer löyalen Gesinnung nicht zweifeln, vielmehr auf diese Gesinnung vertrauensvoll zählen, wenn Unsere Bemühungen unaus- geseht darauf gerichtet bleiben , die Integrität der Gesammtmonarchie auf festen Grundlagen sicher zu stellen. Inzwischen haben Wir es für erfor- derlich erachtet, Unseren Kommissarien bei den Provinzial-Stände-Versamm- lungen den Befehl beizulegen , daß von ihnen in dieser Angelegenheit ser- nerhin keine Petitionen oder Vorstellungen entgegengenommen werden dürfen.“

Rußland und Polen.

St. Petersburg, 12. Juli. Morgen früh um 8 Uhr wird dur fünf Kanonenschüsse verkündet werden, daß an diesem Tage die Vermählungs - Feier Jhrer Kaiserlichen Hoheit der Großfürstin Olga mit Sr. Königlichen Hoheit dem Kronprinzen von Württemberg statt= findet, Nach den erlassenen Anzeigen versammeln sich um 125 Uhr Morgens im Palaste zu Peterhof: die Mitglieder der dirigirenden Synode und die übrige hohe Geistlichkeit, die Mitglieder des Reichs- Rathes, die zum Hofe gehörigen und andere angesehenen Personen beiderlei Geschlechts, die auswärtigen Gesandten und Minister, die Generalität, die Stabs - Offiziere der Garde, der Armee und der Flotte, so wie alle hoffähigen Personen, Die Damen erschei- nen in russisher Traht, die Kavaliere in Parade - Uniform. Die Mitglieder der Synode und des Reichsraths, so wie die auswärti= gen Gesandten, begeben sich vor der Ankunft der Kaiserlichen Familie in die Kirhe. Wenn die Staatsdamen zum Ankleiden der hohen verlobten Braut berufen werden und, nah Beendigung dieser Cere- monie, die inneren Gemächer verlassen, benachrichtigt ein Ceremonien- meister hiervon den hohen Bräutigam und geleitet ihn in die inneren Zimmer. Die hohe Braut trägt an diesem Tage eine Krone auf

dem Haupte und über dem Kleide einen rothsammetnen, mit Herme- lin gefütterten Mantel mit langer Scleppe, die von vier Kammer= herren, die Spiye aber von dem stellvertretenden Stallmeister Jhrer Kaiserl. Hoheit getragen wird. Jhre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin und alle höchsten Personen der Kaiserlichen Familie begeben sich in folgender Ordnung aus den inneren Gemächern in die Hof=Kirche : 41) Die Hof- und Kammer-Fouriere des Kaiserlichen Hofes. 2) Der Ceremonienmeister und der Ober - Ceremonienmeister. 3) Die Kam- merjunker, die Kammerherren und die Hof- Kavaliere paarweisé, die jüngeren voran. 4) Die höchsten Hof - Chargen, paarweise, die jün- geren voran. 5) Der Hofmarschall mit dem Stabe. 6) Der Ober=

ammerherr und der stellvertretende Ober - Hofmarschall mit dem Stabe. 7) Jhre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin , gefolgt von einem General und einem Flügel - Adjutanten. 8) Jhre Kaiserl. Hoheiten der Großfürst Thronfolger, die Großfürstin Marie Alexandrowna und Se. Königl. Hoheit der Prinz von Preußen. 9) Die Großfürstin Olga mit ihrem hohen Bräutigam, dem Kron= prinzen von Württemberg, 410) Die Großfürsten Konstantin, Niko- laus und Michael, Söhne des Kaisers. 11) Der Großfürst Mi- chael Pawlowitsch. 12) Die Großfürstin Marie Nikolajewna und der Herzog Maximilian von Leuchtenberg. 13) Der Prinz Peter von Oldenburg und seine Gemahlin, der Prinz Osfar von Schweden und der Prinz Friedrich von Holstein- Sonderburg-Glüsburg, Darauf folgen paarweise, die älteren voran, die Staatsdamen, die Kammerfräulein Ihrer Haerl. Majestät, die Hoffräulein Ihrer Kaiserl. Hoheiten und die übrigen angesehenen Personen beiderlei Geshlechis. Beim Eintritt in die Kirche werden Zhre Majestäten von den Mitgliedern der Synode und der übrigen Hohen Geistlichkeit mit dem Kreuz und dem Weihwasser empfangen, Zu Anfang des Gottesdienstes führt Se. Majestät“ der Kaiser die hohen Verlobten an den für sie bereiteten Plaß, und zugleich nahen sich demselben von beiden Seiten diejenigen Personen, welche bestimmt

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858 sind, die Kronen über den Häuptern des hohen Brautpaares zu halten. Nun beginnt nach dem Ritus der orientalischen Kirche die Vermäh- lungsfeier. Nach Beendigung derselben bringen die hohen Neuver- mählten ihren Dank Jhren Kaiserlichen Majestäten dar und begeben sih alsdann an ihren Plat zurück. Darauf hält der Metropolit mit den Mitgliedern der Synode ein Dankgebet mit Kniebeugung, und sobgld das „Herr Gott, Dich loben wir“ angestimmt wird, werden hundert und ein Kanonenschüsse gelöst. Nach Baslziedung der ganzen kirchlichen Feier bringen die Mitglieder der Synode und die übrige hohe Geistlichkeit JFhren Majestäten und den hohen Neuvermählten ihre Glückwünsche dar. Aus der Kirche verfügen sich Jhre Mojestäten mit der ganzen Kaiserlichen Familie in derselben Ordnung in den Speisesaal, wo die Vermählungs - Feier nah dem Ritus der Konfession Sr. Kö-= niglihen Hoheit des Kronprinzen von Württemberg beginnt, und be- geben sih darauf in die inneren Gemächer zurück. An diesem Tage ist im großen weißen Saale Mittagstasfel für die Personen beiderlei Geschlehts der ersten drei Rangfklassen. Sobald die Tafel bereit is und die zu derselben geladenen Personen die ihnen angewiesenen Pläße eingenommen haben, wird dies Jhren Majestäten gemeldet, worauf die höchsten Personen unter Vortritt der Hof-Chargen sih dahin begeben. Die Toaste werden unter Fanfaren von Trompeten und Pauken aus= ebracht und zuglei Kanoneu-Salvey gelöst. Nach aufgehobener Ta= fel verfügen sich Jhre Majestäten mit der ganzen Kaiserlihen-Familie in derselben Ordnung in die inneren Gemächer zurück. Am Abende desselben Tages is im großen Saale des Palastes zu Peterhof Ball, zu welhem um 8 Uhr sich alle angeschenen Personen beiderlei Ge= \chlehts, die auswärtigen Gesandten, die hoffähigen Personen, die Generale, die Stabs-Offiziere der Garde, der Armce und der Flotte einzusinden haben. Vor Beendigung des Balles begeben sich der Thronfolger und die Großfürstin Maria Alexandrowna, um die hohen Neuvermählten zu empfangen, in deren Gemächer, wohin alédann, nah Beendigung des Balles, Jhre Majestäten, unter Vortritt des Hosstaats und gefolgt von den Staatôdamen, Kanmmer =- Fräu= lein und Hof = Fräulein, die hohen Neuvermählten geleiten. An diesem Tage wird in allen Kirchen ein Dankgebet gehalten, und an demselben sowohl, wie auch an den beiden folgenden Tagen, läu- ten die Glocken aller Kirchen; an allen drei Tagen Abends werden die Residenz und die Stadt Peterhof erleuhtet sein. Am dritten Tage, also am 15. Juli, finden die Glüdwünsche bei den hohen Neu- vermählten statt.

Der General-Major Fürst Jtalijski , Graf Suworoff-Rimuikski, ist zum General- Adjutanten und der Kornet vom Leibgarde - Regi= ment zu Pferde, Graf Orloff, zum Flügel-Adjutanten Sr. Majestät des Kaisers ernannt.

Frankreich.

Paris, 15. Juli, Der Herzog von Aumale ist am 11. Juli an Bord der Dampf-Korvette „,Titan‘/ von Bona zu Toulon ange= fommen. Man erfährt jeyt, daß die beiden Brüder, Prinz von Join- ville und Herzog von Aumale, doch in Tunis gewesen sind, wo ihnen zu Ehren dréiträgige Festlichkeiten stattgefunden haben. Das Uebungs= Geschwader, welches Prinz von Joinville befehligt, war von Tunis nach Tripolis abgegangen und wurde gegen Ende dieses Monats in Toulon zurück erwartet.

Der Bericht des Jugenieurs und Juspektors der ersten Abthei= lung der nördlihen Eisenbahnen, Herrn Frissard, über das Unglück auf der Nordbahn an den Minister der öffeutlihen Bauten, giebt an, daß der verunglückte Wagenzug aus zwei Lokomotiven und 28 Wagen mit 220 Reisenden bestand. Hinter den beiden Lokomotiven und ihren Tendern folgten zwei Packwagen, eine Diligence auf einem Trudck, sechs Personenwagen, vier Trucks mit Diligencen und dem Rei= sewagen des Generals Oudinot, sechs Personenwagen, cin Padckwagen, sechs Trucks mit Reisewagen und zwei Padwagen. Die zweite Loko= motive mit ihrem Tender und dem ersten Packwagen war von den Schienen gekommen, ohue sih jedoch seitwärts davon zu entfernen. Die Verbindung mit dem zweiten Packwagen scheint zuerst zerrissen zu sein, und dieser stürzte von dem 7 Metres hohen Damm in die am Fuße der Böschung desselben befindlihe, mit 4 Meter Wasser angesüllte Torsgrube. Die ihm folgenden vier Personenwagen und cin Truck mit der Diligence von Lille nahmen dieselbe Rich=

tung über die Böschung hinab, und in dieser Abtheilung sind daher die meisten Menschen verunglüdt, Hinter der

Diligence kam der Wagen des Generals Oudinot und fünf Been so wie zwei Padlwagen, die ebenfalls sämmtlich auf die

öshung geworfen und von denen drei zerbrochen wurden. Von den Reisenden in diesen is Niemand getödtet worden z nur Verwundungen famen vor. Der Wagen des Marschalls Oudinot wurde nicht zer= trümmert, wie früher gemeldet wordenz der Adjutant dessclben is nicht getödtet, auch nicht gesährlid verwundet. Der Rest des Zugs blieb auf den Schienen, und die Reisenden erhielten nur wenige ge- fährlihe Stöße. Jn Allem wurden 13 Wagen theils in das Was= ser, theils auf die Böschung geworfen. Der Zug war im Gan- zen mit gewöhnlicher Schnelligkeit gefahren und legte eben eine Stei- gung von 0,0054 zurück. Senkungen des Dammes und Veränderun= gen des Profils der Bahn sind nit vorhanden, taher der Bericht die Ausführung der Bahn von Schuld völlig freispriht; eben so wird an der Unterhaltung derselben scit dem 1. April nihts ausge= sept, Eine gebrochene Achse oder ein gebrohenes Rad hat man nicht entdeckt. Kurz vor dem Schauplaße des Unheils kam der Zug über

eine Senkung der Bahn von 0,0004, und der Bericht scheint ge=_

neigt, anzunehmen, daß diese mit bedeutender Geschwindigkeit zurück= gelegt worden, und daß diese Geschwindigkeit nebst irgend einem anderen Umstande dazu beigetragen habe, den halben Zug von den Sienen zu bringen.

Die Akademie der \{hönen Künste hat die durch den Tod des Herrn Vaudoyer erledigte Stelle in der Section der Architektur aus= gesüllt. Kandidaten waren die Herren Lesueur, Blouet, Hittorf, Nepveu, von Joly und Gilbert, Erst bei der 13ten Abstimmung wurde Herr Lesueur mit der absoluten Mehrheit von 19 Stimmen gewählt.

Aus Valenciennes schreibt man vom 10. Juli: Das Feiern der Kohlen-Arbeiter zu Saint-Vaast-les-Valenciennes und Anzin währt fort und dehnt si seit gestern über das ganze Kohlen - Bassin aus, welches 8 bis 10 Gemeinden und ein Terrain von 7 bis 8 Stunden umfaßt. Jn einer der Betriebs-Gruben von Saint-Vaast soll sogar ein Versuch zu Ruhestörungen gemacht worden sein. Seit dem 8ten d. befinden sih der Unter-Präsekt, der Königl. Prokurator und die Mi-= litair-Chefs in dem Schlosse der Regie von Anzin. Truppen der Gar= nison von Valenciennes sind bei 25 bis 30 Gruben Tag und Nacht aufgestellt. Da die militairischen Steitkräfte zum Schutze aller Gruben und Werkstätten, worin gewöhnlich 8 bis 10,000 Menschen arbei= ten, nit hinreichen, so hat der Unter-Präfekt Truppen im Hauptorte der. Militair-Division verlangt. Auf Befehl der gerichtlihen Behörde sind zahlreiche Verhaftungen vorgeuommen worden z eine derselben ward nur mit äußerster Mühe bewerkstelligt. Die Gendarmen, welche mit Steinwürfen angegrisfen und durch 3 300 Arbeiter gedrängt wurden, sind genöthigt gewesen, ihre Säbel zu ziehenz ein Unglück hat indeß nicht stattgehabt, was man dem Umstande verdankt , daß man si den Thoren von Valenciennes näherte, wo si ein Jnfanterie- Posten befand,

Graf Montholon erwartet in sich nah Aachen zu begeben.

Die Börse war heute sehr {wach; die Effekten neigten z

Rüdgang. x París , 14. Juli,

sind auf allen Seiten in vollem Gange,

rüsten sich zu dem bevorstehendem zu allen Waffen, wie schleht oder alle möglichen Triebsedern seht sie Wähler zu gewinnenz Persönlichkei das Mittel sonst heißen mag, es steckte Ziel zu erreichen. jeßige Coalition der verschiedenen

ist, elwas näher, so sehen wir Legitimisten, im Sinne der Gazei de France, welche allgemeines Stimmrecht verlangt, und Lgj misten der Quotidienne und der France, die im Gegentheile d

ses. Verlangen entweder als eine

Gefahr betrahten; Republifaner, welche von der Republik im Gry

weiter nichts wollen, als den Name

tischen Regiments der Kaiserzeit und Zurücführung der Erobermz friege , das sind die Männer des Na tional und seiner matten | dann wieder andere Republikaner , wel

drücke in den Provinzen; offen und unumwunden zu den G von 1793 sih bekennen, -gegen die

so grimmigen Haß tragen als gegen 3 el andere Republikaner, die im Ernste von der Möglichkeit einer Ry blif ohne Anarchie träumen, in der Einfalt ihres Gemüthes verge

daß die menschlichen Leidenschasten die Habgier, das unmäßige Streb

einer Republik nur erhöhten Reiz,

teren Spielraum finden, je wei die, über alle Einzelnen erhaben, ü Ganze shüßend, dazwischentritt. rieen von Republikanern,

an die Möglichkeit einer aberma

unglückten Versuchs ohne ernstlichen Widerstand von Seiten der u

gcheuren Majorität des Volkes g

ber Name des Königthums oder der Monarchie wie ein Mißklang die Ohren tönt, und die daher in ihrer blinden Abneigung dagej

das Vorhandensein eines Königs zwar sih für ten Augenblick ge) len lassen, aber dessen Macht und Einfluß auf die Leitung |

des Staats ren Streben daher

voa Méißtrauen gegen den fommen die Männer der Linken von deu vorhergenannten Kategori minder zerfallen und uncinig sind,

Geschicke auf N

Diesen am nächsten steht zuerst ein kleines Häuflein von Männe die, ohne daß sie gerade cinen Haß gegen das Königthum nähn

doch auch keine besondere Vorlieb

Theil über diesen Punkt vollkommen gleihgültig, zum Theil mit | selbst darüber niht im Klaren sind, hon etwas vorgerückter, als die der Constitutionellen von 17 ohne jedoch denen der Männer von 1791 bis 1793 sich ganz zi Sie siad entschiedene Gegner der älteren Linie der Bow bouen, ohne darum entschiedene Freunde der neuen Dynastie zu {i

neigen.

Der Esprit Public kann als Alle bisher genannten Bruchtheile mengenommen nur e:ne verhältniß sten Gruppen bilden die, welche

sammtnameu der dynastishen Opposition zusammensaßt, Zuerst ten sich hier diejenigen, welche, von den Grundsäßen von 1789 ih!

Ausgangspunkt nehmend, zum Z

Linken an dem festhalte, was die Opposition in den leßten Jaht

der Restauration, so wie in

verlangte. Das Bündniß, dem ehemaligen gemeinschaftlichen

Odilon Barrot, und dem Haup zu Stande gekommen, is ihn iu ihrem Haupt - Organ,

Kräften zu Felde ziehen. Jhre

regierende Dynastie suchen sie fast mit cinem gewissen Grade ! Affection zur Schau zu tragen, und wo es gilt, bekämpfen, da stehen sie gewiß immer in der ersten Reihe, ohne | sie es jedo ver schmähen, sih doch wieder vorkommendenfalls der Leg für ihre besonderen Zwecke zu bedienen S

misten als Werkzeuge

dann Hand in Haud mit ihnen zu gehen. Takt fehlen ihnen fast gänzlich, und um die Richtung, inneren und äußeren Politik gegeben wünschten, in ihrem wah! Werthe zu zeigen, darf man nur bedenken, was aus Franfreih, dem Frieden Europa?s geworden wäre, rung die in dem berüchtigten Compte-Rendu von 41831 niedei gele) Grundsäße zur Richtschnur ihrer Politik genommen hätte. Jeßt I der Theil der Linken, der mit Odilon Barrot an der Spipe ih! ‘ganz mit dem linfen Centrum unter der gemeinschaftlihen Fühn des Herrn Thiers vereinigt hat,

Fractionen der Opposition haben

auf ihren verschiedenen Fahnen eingeschrieben gesehen ; sind die Grundsäße der Fraction Thiers- Barrot? man solche in dem Programm, das sie an die Wähler fürzlich erla

hat, Es enthält nichts als des Herrn Thiers gegen Herrn G

gramm gewaltig über Corruption,

Wählern den größten Schimpf da

als der Bestechung zugänglich zu erklären. Ministerium fiele wirklih in Folge eines Sieges der Opposition | den Wahlen, wo wollte Herr Thiers, ohne den Beistand der Kons! vativen, die kein Zutrauen zu ihm haben, eine Mehrheit für durch ihn zu bildende Verwaltung hernehmeu ? Etwa von deu f

timisten, die er früher selbst als

dargestellt hat? oder von den Radikalen, die systematisch gegen |! Ministerium stimmen, wie auh der Mann heiße, der unter einer 5 narhishen Regierung an dessen Spihe stehe? Herr Thiers als ? nister will so wenig von beiden etwas wissen, als sie ihm jeyt G in Zukunst ihr Vertrauen schenken werden. ; seine bittere Nahwehen für die Finanzen des Staats sind übrig allenthalben noch in lebhafter Erinnerung, und diese Erinnerunÿ der gefährlichste Feind für die Hoffnungen und Berechnungen" *

Herrn Thiers.

Großbritanien und Irland.

London, 144. Juli, (B. H.) Das neue Ministerium / solches is gestern zuerst vor dem Parlamente aufgetreten und d?

definitiv in Function getreten, J

Die Vorbereitungen zu den Wah,

Betrachten wir die Elemente, aus denen

Diese beiden leptgenannten Kat die also unter sih schon, wie mit h Mäunern des National, im shroffen Gegensaße stehen, sind mi würdiger Weise in einem und demselben Organ, in der Refon vertreten, Daun haben wir Radikale, Repub!ik wollen, weil sie doch noch klägliche Ende derselben in zu frishem Andenken haben, als daj

immer durch Feindseligkeit Thron

das in der neuesten Zeit zwis

dem Courrier français,

der Stadt Ham seine Pässe, y :

die Parteien aller Fail Kampfe, Die Opposition gr wie verrostet sie au sein mög in Bewegung, die Stimmen ) ten, Spott, Verleumdung oder) wird angewendet, um das vor

Oppositionstheile zusammenges

wahre Utopie oder als eine gr

n mit Wiederherstellung des dey

rundsäßen der Schredlensherrshj Bourgeoisie einen mindestens h die Aristokratie; endlih y

immer wach bleiben, die Ehrsuj en nah Herrschaft und ECinflußz größere Nahrung und niger eine Macht vorhanden j berall mäßigend, zurühaltend, |

die zwar nicht geradezu h die blutigen Gräuel und i

ligen Anstellung des ersten y

lauben könnten; denen aber t

möchten, | und Audsi sich dharafterisirt. N , die {on eine gewaltige K een trennt, die aber unter \ih n als die Republikaner und Radikah

ull herabbringen

e zu demselben hinzieht, die j

Jhre politishen Grundsäye f

Ausdruck dieser Meinung gel der Opposition aber bilden zusa mäßig shwache Masse. Die stü man gewöhnlih unter dem 6

i Zuerst hi

iele haben, daß die Opposition |

den ersten Jahren nah 8 Führer der ganzen Link te des linken Centrums, Thi Grâäuel, gegen den | aus dl

aufrichtige Ergebenheit für die j

en ein

die Legitimisten

Praktische Klugheit 9 welche fi |

weun die französische Re)

Bei allea bisher besproht wir wenigstens gewisse Grund aber wel Vergeblich |!

den Ausdruck des Antagoniè! uizot. Man shreit in diesem? als ob man nicht den sämmili mit anthäte, sie so vor aller B Aber angenommen,

so gefährliche Feinde der Dw

Das Jahr 1840 !

"

m Unterhause wurde hauptsäd"

Gelb - Bewilligungen an die Regierung verhandelt, vorher aber sllgemeinen über die noch unerledigten, dem Hause vorliegenden 6regeln gesprochen, Sir James Graham erinnerte zunächst an rere, zum Ressort seines früheren Departements, des Ministeriums Junern, gehörende Maßnahmen, welche nohch nit erledigt sind, nter die Bill wegen besserer Begründung der Heimatsrechte der Ar= die sog. Poor Removal Bill, worauf Lord J. Russell (der, beiläufig erft, wie man geschen haben will, bei seinem Eintritt in das Haus, dem tectionisten, Lord George Bentindck, besonders freundlih die Hand vüttelt hatte) das Wort nahm, um zu erflären, daß die Regie=- 7 jene Bill von ihren Vorwesern zu übernehmen bereit sei und vor allen anderen Maßregeln zur Annahme zu bringen beabsih- zu welchem Behufe denn auch der Minister des Junern, Sir Hrey, schon übermorgen die Verweisung der Bill an das General- beantragen werde, Was die übrigen obshwebenden Maß- n betreffe, so wolle er (Lord J. R.) übermorgen eine Mittheilung

ber machen, welche Bills die Regierung weiter zu för= und welhe sie fallen zu lassen beabsichtige. Ebenfalls orgen werde er auch anzeigen, au welhem Tage er

definitiven Antrag der Regierung in Betreff der Zuderzölle ulegen gesonnen sei. Vorläufig werde es indeß nöthig sein, die hestehenden Zuderzölle noch auf eine kurze Zeit zu prolongiren, er definitive Antrag der Regierung aller Wahrscheinlichkeit nach ¿deutenden Diskussionen führen werde. Als das Haus sih dar= um Budget-Comité konstituiren sollte, brahte Lord Jugestre von m die Ersindung des Capitain Warner zur Sprache und bean- je einc Adresse an die Königin, um eine Untersuchung der Ei fin- y zu erbitten. Der Antragsteller behauptete, daß der Ersiader genügendsten Beweise von den ungeheuren Wirkungen seiner Er= ng gegeben habe und stellte es zugleich durchaus in Abrede, daß Capitain Warner sür die Aufdeckung seines Geheimnisses die über- ige Summe von 400,000 Pfd. St. verlangt worden sei. Nach em Hin- und Herreden erklärte Herr Wood, der Kanzler der ykammer, die Regierung sei bereit, unparteiische sahkundige Of- e zur Untersuhung der Erfindung zu ernennen, und Lord Ju- e, mit dieser Zusicherung zufrieden, uahm darauf scinen Antrag ck, Nun erhob si der bekannte Sparsamkeits-Kollege des Herrn he, Herr Williams, um sih lebhaft über die immer steigenden aben für Heer und Flotte zu beschweren, \o wie im Allgemei= über die Steigerung der Ausgaben, welche 1835, als Lord bourne ans Ruder gelangte, 48,780,000 Pfd. St. betragen ha- während sie sih jeßt auf 55,500,000 Psd. St. belaufen. Herr e verlangte die Einseßung einer Kommission zur Revidirung Beamtengehalte, so wie der sogenaunten Vermischten Ausgabeu, je hon Graf Grey versprochen habe, und Pr. Bowring eine irm des Staats-Rechnungswesens, Lord John Russell seinerseits e in der Kürze nachzuweisen, daß nicht allein die vor ciaiger drohenden Kriegs - Aussichten eine bedeutende Vermehrung des es und der Flotte nöthig gemacht haben, sondern daß eine solde regel, wie auch Sir R. Peel seiner Zeit genügend nachgewiesen durh die fortwährend sich mehrende Ausdehnung des Handels der Kolonialmacht erfordert werde; was die Vermishten Auëgaben ft, so sagte er die Verweisung derselben an ein Spezial-Comité hauses zu, Nach diesem Allen gelangte das Haus endlich dazu, sich zum get- Comité zu konstituiren, und es begann nun die Berathung Bermischten Ausgaben. Zu diesen Ausgaben gehört unter Ande- Ï eine Summe von 6000 Pfd. St. als Gehalt der General= z1- Commissaire, die sich neuerdings durch Mißbräuche der von Centralisations- Prinzip in ihre Hände gegebenen Gewalt, selbst Leuten, die niht zu den Gegnern des neuen Armengesebes jren, viele Feinde gemaht haben, Auffallen konnte es daher niht, als Herr Hume, einer der Anhänger des neuen Armen- es, den Antrag stellte, jenen Posten niht zu genehmigen, ein 4g, den er mit der Erklärung verband, daß er auf die Ab- g der Armen - Commissaire antragen werde , sobald die Un- hung über die Vorgänge in dem Armen - Bezirk von Andover, die Centralisation besonders nachtheilige Wirkungen geäußert hat, det sei, Es entstand eine längere Diskussion über die Sache, an Schluß sich dann endlich Herr Hume bereden ließ, dem Wunsche Minister gemäß, seinen Antrag zurückzunehmen. Es wurde darauf rine Reize anderer, zu den Vermischten Ausgaben gehörender Po- hne Abstimmung bewilligt. Unter Auderem für das nah dem rungs-System eingerichtete Mustergefänguiß zu Peutonville 19,934 eine Ausgabe, welche, als Herr Williams die großen Kosten h, pr, Woche für jeden Gefangenen hervorhob, von dem Premier- ster durch die Behauptung geretfsertigt wurde, daß das Jsolirungs- mbisjeßt, verhältnißmäßig zu anderen Systemen, günstige Resultate ert habe, und daß die Aussicht vorhanden sei, dasselbe volllommen ren zu sehen. Das Haus vertagte sich darauf. Das Ober- hielt gestern eine nur kurze Sipung. Als der Marquis von downe anzeigte, er werde die Bills wegen der Pensionen für die } Hardinge und Gough von neuem vorbringen und darauf an- n, daß dieselben ihre ursprüngliche Gestalt wieder erhalten (daß ih die von der ostindishen Compagnie bewilligten Pensionen in hnung gebraht werden), erklärte der Herzog von Richmond, sich solchen Ansinnen entschieden widerseßen zu wollen. Die Wiedererwählung der meisten Minister und höheren Beam- zu Unterhaus - Mitgliedern hat jebt stattgefunden, und nur in outh hat der ministerielle Kandidat bedeutende Opposition zu gen gehabt. Es stand hier nämlih dem Lord Ebrington ein jodist, Namens Vincent, entgegen, welcher die Sache bis zur Ab- ung trieb, aber mit 714 gegen 187 Stimmen durchfiel. Herr l i in Dungarvon ohne Opposition wiedcr gewählt worden. Aufmerksamkeit richtet sih jeßt zunächst auf die Wahl in Edin- wo Herr Macaulay sih, wie bekannt, gemeldet hat, und wo orbereitenden Versammlungen ihm bereits wiederholt Gelegenheit en haben, die Politik der Whigs mit seiner bekannten Beredt= P L vertheidigen. Sein ministerieller Mitbewerber ist Herr on Craig.

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Dänemark.

Kopenhagen , 15, Juli. Gleich nah Ankunft des schwedi- Königsôpaares stattete dasselbe einen Besuch bei der verwittweten gin ab, Hierauf war Mittagstafel beim Könige, nah deren digung sih die hohen Hcrrschasten ins Schauspiel begaben. Bei nft der Majestäten im Schauspielhause erhoben si die Zuschauer empfingen sie mit lauge anhaltendem Jubel, der sich nach digung des Stückes wiederholte. Der Weg vom Theater nach lienborg war mit einer zahlreihen Menschenmenge ange-= wehe die Königlihen Wagen mit Hurrahruf begrüßte. Gebäude unterweges waren theilweise erleuchtet, Nach Theater war Thee bei Sr. Majestät dem Könige. Heute wur= die Sehenswürdigkeiten der Stadt und unter anderen die Frauen- von den hohen Gästen in Augenschein genommen, wo der sprobst Tryde einige Worte an Se. Majestät den König von Pn richtete, der sie huldreichs| exwiederte, und hernach das nburger Schloß, wo die Leibjäger paradirten. Nach der Tafel eine Exkursion in der Umgebung der Stadt gemacht und der auf dem Bernstorffer Schlosse eingenommen, wo mehrere Ge-

ten wird.

Kanton Bern fahren,

Nom, 7. Juli.

Landes besißen.

len hat.

aus\chmüdcken lassen.

Lebenszeit eingeräumt

Staaten.)

leistet werden sollen.

seiner Unterzeichnung,

zu unterhandeln. Die Nachrichten

abgeschlossen worden,

Vasquez.

war.

hast

-Vereine ein Lied vortragen werden und Konsferenzrath H. C,

spanischen Flagge.

Oersted als Wortsührer eine Rede an die hohen Herrschaften hal-

Kanton Luzern. Zeitung is der Post - Conducteur Sigrist in Huttwil mißhandelt worden. Jm Wirthshause zu Huttwil, wohin ihn eine Menge Volk verfolgte, wurde er mit cinem äßenden Wasser überschüttet, wodur seine Kleider ganz durhbrannt wurden, ließt ihren Bericht mit folgender Anzeige : „Jn Folge der in Hutt- wil stattgehabten Mißhandlung an Post-Conducteur Sigrist wird die Post von Luzern einstweilen nicht writer als bis zur Gränze vom

rücht, der Kardinal Gizzi, bisheriger Legat in Forlì, sei zum Staats- Secretair der auswärtigen und Kardinal Amat zum Staats-Secretair der inneren Angelegenheiten ernannt. hiesigen Publikum, \hon seit der Papst auf den Thron gestiegen ist, als diejenigen bezeibnet, welhe niht nur die nöthigen Fähigkeiten, um diese Posten zu bekleiden, sondern auch das Vertrauen des ganzen n. Noch im Laufe der Woche ertwartet man ihre Er- nennung veröffentlicht zu sehen.

Der Papst hat verfügt, daß zur allmäligen Deckung der bedeu=- tenden Staatsschuldenlast außer vielen anderen, weiter zu erörternden Ersparnissen für die nächsten drei Jahre jeder Konvent im ganzen Kirchenstaate jährlich 10 Skudi und jeder Paroco 1 Skudi zu zah= Nach der bestehenden Einrichtung erlischt die Function und Persion aller derjenigen, welche der leßte Papst zu Monsignores er- rannt hat, mit des Leßteren Todez sie werden aber herkömmlicher-

weise stets vom neugewählten Papst in ihren Würden und Einkommen bestätigt. Ju Erwägung der zur Bezahlung der Staatsschulden nöthigen Gelder hat jedoch Pius IX. für nothwendig erachtet, blos denen deu Titel und Gehalt zu

lassen, welhe durch besondere Verdienste sich desscn würdig gezeigt, und cs sind daher über Hundert entlassen und die von ihnen bezoge- nen Gelder zu obigem Zwecke bestimmt worden. ) der frühere Tesoriere Gregor's X VI,, bewohnte bieher S. Michele und hatte die ihm bestimmten Zimmer mit gußerordentliher Pracht

Befehl erhalten, unverzüglich dieses Quartier zu räumen und seine frühere Wohnung zu beziehen, Gregor XVI. das Recht der Bewohnung von S. Michele für seine

ihn keinesweges binde und daß dasselbe dur seinen dermaligen Aus- spruch ein für alle Mal aufgehoben sei,

6 Madrid, 9. Juli, Am 30sten v. M. lief die spanische Kriegs=- brigg „„Deroe‘‘, von Montevideo kfommcnd, in den Hafen von Cadix ein. Dieses Schiff hatte die Fregatte „„Perla“’, welche den diesseiti- gen Geschäftsträger und General=Konsul bei der Republik des Uru- guay, Don Juan Creus, nah dem Rio de la Plata brachte, beglei=- tet und wurde jeßt mit dem zwischen dieser Republik und Spanien abgeschlossenen Traktate zurückbesördert.

Der Traktat selb} enthält zwanzig Artikel. Ju dem ersten entsagt die Königin von Spanien für sich und ihre Nachfolger ihren Rechten auf das Gebiet, welches gegenwärtig die Republik des Uruguay ein- nimmt. Ju dem zweiten wird eben diese Republik von der Königin von Spanien als freier und souverainer Staat auerkanut. genseitige Amnestie wird ausgesprochen und die Art und Weise fest- gesekt, auf welche Entschädigungen wegen Sequestrationen u. dgl. ge-

der Republik des Uruguay naturalisirt wurden, wird freigestellt, bin= nen Jahresfrist in das spanische Unterthanen-Verhältniß zurüzukeh- ren, Sie sollen vom Dienste in der Armee, der Flotte und Natio- nal-Garde in der Republik, so wie von Entrichtungen von Zwangs- Anleihen und außerordentlichen Steuern, besreit sein und die beidersei- tigen Unterthanen in den beiderseitigen Ländern der Rechte und Vortheile genießen, welche denen der begünstigtsten Mächte zugestanden sind oder fünstig- eingeräumt werden dürften. sobald wie möglich auf den Grundsäßen vortheilhaster Reziprozität einen Handelsvertrag abzuschließen. sollen in den gegenseitigen Häfen mit denselben Vorrechten zugelassen werden, deren die begünstigtsten Mächte sich erfreuen, den Mächte hat das Recht, der anderen zu ernennen.

ner ehemaligen Kolonie förmlich anerkennt, Staaten zu einander und ihrer dem anderen Lande geregelt und zugleich der Abschluß cines Handels- und Schifffahrts - Vertrags in Aussicht gestellt wird. mächtigten dazu waren von spanischer Seite Don Carlos Creus, General-Konsul zu Montevideo, von Seiten der orientalishen Repu- blik der Minister Staats - Secretair des Aeußern, Die französischen und englishen Berichte aus Montevideo haben faum vorübergehend dieser Thatsache erwähnt.

Mit den Details über das \chnelle Zustandekommen dieses Ver- trages erhalten wir jeßt auh zugleih sehr interessante nähere An- gaben über die Umstände, Rivera als Präsident der orientalishen Republik begleitet haben. Am 19, März langte im Hafen von Montevideo eine von Rio Janeiro fommende spanische Handels - Brigg an, mit dem General Fructuoso Rivera an Bord, der schon zweimal Präsident der Republik gewesen Er war von der orientalischen Regierung berufen worden, den Posten als Gesandter Noch ehe aber die spanische Handels - Brigg vor Montevideo Anker geworfen hatte, legte ein von di mirals abgesendetes Boot bei ihr ein, fam an Bord der d tätsgesebe, und ohne die auf dem Schiffe aufgesteckte spanische Flagge zu respektiren, bemächtigte man : einen Gefangenen an Bord des englischen Admiralschisses. blicklih erhob der spanishe General-Konsul zu Montevideo Reclama- tionen gegen dieses gewaltsame Verfahren und die Verleßung der

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S weiz. Nah der Katholishen Staats-

Die Staats=Zeitung

Italicn. (A. Z.) Seit gestern verbreitete sich das Ge-

Beide Männer wurden vom

Der Kardinal Tosti,

Er hat aber in diesen Tagen vom Papste den Auf seine Eatgegnung, daß ihm von sei, hat Pius IX. erklärt, daß jenes Reskript

S panicn.

(S. unten La Plata-=-

Eine ge=-

Den spanischen Unterthanen, welche im Gebiete

Beide Mächte kommen überein,

Die Handelsschiffe beider Länder

Jede der' bei- diplomatishe Agenten und Konsuln bei Der Vertrag soll binnen 18 Monaten nah oder früher, ratifizirt werden.

Die Republik Neu-Granada hat den Herrn Mosquera als ihren Bevollmäghtigten abgeschickt, um die Anerkennung von Seiten der spanischen Regierung zu erlangen und einen Handelsvertrag mit ihr

vou der portugiesischen Nordgränze bestätigen,

daß die miguelistishen Banden sich auflösten, sobald der Baron Lor- dello mit einigen Truppen gegen sie anrüdckte.

La Plata - Staaten.

ck Paris, 13. Juli, Am 26, März d. J. ist zwischen Spanien - und der orientalishen Republik des Uruguay ein Friedens - Vertrag

wodurch Spanien die Unabhängigkeit dieser sei- das Verhältniß beider Angehörigen in dem einen wie in

Die Bevoll-=

Don Santyago

welche die Wiederherstellung des General

bei der Republik Paraguay zu übernehmen.

der Fregatte des englischen Ad- die darin befindlihe Mann- Brigg mit Verleßung der Sani- sich Rivera?s und führte ihn wie Augen-

Die Engländer erkannten ihr Unreht an, und

Rivera durfte an Bord der spanishen Hanbdelsbrigg zurückehren, wiewohl man ihn scharf überwachte, um zu verhindern, daß er ans Land ginge, wo ein Aufstand sich vorbereitete, um ihn wieder zur Gewalt zu erheben. Rivera, sich dadurch beleidigt fühleud, gab nun den lebhaften Wunsch zu erkennen, unter dem Shuye der spanischen Flagge zu bleiben, und begab sich zu diesem Ende um 8 Uhr

Abends desselben Tages an Bord der spanischen Kriegs - Fre- gatte „Perla‘“‘. Der Kommandant dieser nahm ihn auf und gestattete ihm, zu bleiben, jedoch unter der Bedingung, welhe auf Verlangen der Minister von England und Frankreich dafür gestellt und ohne Schwierigkeit angenommen wurde, daß Rivera nicht ans Land gehen solle, doch mit der Erlaubniß sür ihn, die Besuche seiner Familie und seiner Freunde an Bord der „Perla‘“ zu empfangen. Inzwischen hatte die Bevölkerung von Montevideo sich zusammen- gerottet, und alle Anzeichen eines nahen Aufstandes zu Gunsten der Wiederherstellung Rivera's in der Präsidentschaft gaben sich kund. Um 10 Uhr Abends am 1. April brach der Aufstand los. Das 3te Neger = Bataillon begann denselben. Die Truppen der Regierung schlossen si \elb| dem Aufstande an, bis auf ein Bataillon Ausge- wanderter von Buenos - Ayres, welches der Regierung treu blieb, Von dem Augenblicke an, wo die Bewegung aus- bra, verlangten die Repräsentanten von England und Frankreich ohne Unterlaß von dem spanischen General-Konsul, Herrn Creus, daß er entweder den General Rivera ihnen ausliefern oder aus dem Lande wegführen lassen solle. Allein Herr Creus ging auf fkcine die- ser Forderungen ein, sondern entgegnete, die Schiffe Jhrer katholischen Majestät gehorhten nur den Befehlen ihrer Souverainin, und es wäre der Spanier unwürdig, Jemanden unter den Schuß ihrer Flagge aufzunehmen, nachher ihn aber gleih einem Gefangenen zu behan- deln. Indessen dauerte das Feuern in der Stadt fort. Die Aufge- standenen durchzogen sie unter den Rufen: „Es lebe Rivera! es lebe Spauien!“ Die englischen Truppen und die Mannschasten der engli- schen und französishea Schiffe, welche ans Land geseht worden waren, blieben als passive Zuschauer auf der äußeren Linie um die Stadt stehen. Unter diesen Umständen und ehe sie die Landung Rivera's gestatteten, erließen die Gesandten von England und Frankreich zwei Protestationen gegen das Verhalten des Repräsentanten von Spanien und des Kommandanten der spanischen Kriegsschiffe. Der Kommandant der „Perla‘‘’, Don Antonio Estrada, indeß, in Beautwortung der Dro- hungen, die mit drei Fregatten von je 50 Kanonen, einer von 46 und zwei Korvetten gemaht worden waren, entgegnete: „Die Schiffe Ihrer fatholishen Majestät seien niht gewohnt, ihre Flagge zu streichen vor so überlegenen Streitkräften, ohne vorher die Ehre der Waffen von Castilien gewahrt zu haben; er könne wohl im Kampfe unterliegen, aber er werde als Spanier und als Kavalier zu sterben wissen.“ Dieser energische Entschluß, die Besorgniß, ernstlihe Ver=-

wickelungen in Europa zu veranlassen, und der Zustand des öffentlihzen Geistes in Montevideo vermochten am Ende die Gesandten von England und Frankreich, sich in die Mat

der Umstände zu fügen. Am 6. April landete Rivera un- ter allgemeinem Jubel und dankerfüllt sür die freundlihe Aufnahme, die er bei den Spaniern gefunden hatte. Die Minister, mit denen sich der neue Präsident umgab, sind ergebene Anhänger, ja, man fann sagen, Geschöpfe Rivera's. Daher benußte der spanische General-= Konsul, Herr Creus, die günstige Gelegenheit zum Abschluß eines Frie- dens- und Freundschafts-Vertrages, dessen ih im Eingange Erwäh= nung that, und der nun der Ratification der Königin von Spanien vorliegt. Diese interessanten Einzelnheiten, die man in England und Frankrei bisher sorgfältig vershwiegen hatte, werden in Briefen, namentlih eines Spaniers vom Bord der Fregatte „Perla“ vom 26. April, berichtet. Spanien ärndtet also bereits die Früchte der Ab- sendung eines unterrihteten und gewandten Agenten und einiger Kriegsschiffe zu seiner Unterstüßung nah dem Rio de la Plata. Aus allen glaubwürdigen Mittheilungen aus den südamerikanischen Ländern, die ehemals \panishe Kolonicen waren, geht auf unzweideutige Weise hervor, daß die Verwandtschaft in Blut, Sprache, Sitten, Religion u. w., welche zwischen der Bevölkrrung von Süd - Amerika und jener des spanischen Mutterlandes besteht, noch immer und von neuem mit größerer Stärke ihre Macht übt, daß der spanische Name dort heute noh geliebt und geachtet ist, und daß es nur von Spanien selbst abhängen wird, daselbst wieder, wenn auch mit Anerkennung und Aufrechthaltung der Unabhängigkeit dieser S