1846 / 220 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

denz erstreckt der Verein seine Fürsorge auf Kinder jeden Al- , ) ae gr Iedem ep ohne Unterschied der Religion, und nicht blos auf für dereu physische und moralische aus was immer für Ursachen, nicht sorgen seine Obsorge ausgenommene Kinder wobei jene der Hauptstadt und deren Vorstädte vorzüglich berücksichtigt wer- nah den Umständen ih chen Familien in der Stadt oder auf dem die er in Hinsicht auf körperliches, dann Auregung zu

ters und Ges ; älternlose, sondern überhaupt auf solche, Erzichung ihre Angehörigen, wollen oder können. Solche in

den übergiebt der Verein, gegen angemessene, richtende Kostgelder, bewährt redl

Lande zur Verpslegung und Erziehung, intelleftuelles und sitilih - religióses Gedeihen, nüyliher Thätigkeit , auf geeignete Weise durch Vereins - Mitglieder, die eben so, dem Glaubensbekenntnisse des Pfleglings besteht aus in der Regel einen Jahres-Beitrag von 5

Aeltern, dann möglichst billige Geschäfte werden

und dessen den gebildet werden.

Man sieht auf den ersten Anblick, wie wesentlich verschieden die Orga- nisation dieses Hülss-Justituts von den württembergischen und den den dor- tigen nachgebildeten Anstalten für ähnliche Zwee is, wo bisher die Kinder in einem eigenen Gebäude untergebracht wurden. Schon der Ankauf und

eines solchen Hauses ersor- dern in der Regel bedeutende Geldmittel, die besonders in nicht sehr großen Gemeinden die meisten Kräste solcher Vereine in Anspruch nehmen, und auch die Fortsührung der Anstalt Fonds voraus, dessen Bildung oft eine lange Reihe von Jahren erfordert. Ausseher und Diencrschast, fällt bei der Unterbringung der Pfleglinge in Privatfamilien fo1t, wo neben dem Vortheile: Kindern ohne Ünterschied der Religion die nöthige morali- fónnen was in einem geschlosse- e sehr große Schwierigkeiten hätte noch andere, für

die, wenn auch noch so bescheidene Einrichtung

nicht gar übersteigen,

Alles dieses, so wie die Besoldung für Lehrer,

\che und physische Flege gewähren zu

nen Erziehungshau

das fünstige Leben der Pfleglinge höchst wichtige Absichten Sie lernen in den Familien das bewegte Leben der Außenwelt mit seinen Sorgen und Mühen praktisch kennen, schen ost Noth und Man- Welt und Menschen fügen. erth der Arbeit und Sparsamkeit kennen, sehen, daß diese die Lebens - Existenz bedingen , und daß bei Unwirthschaft der Broderwerb und das Leben ver- Diese wichtigen ‘Lehren werden aber bei weitem nicht so eindringlich durch die eigene Erfahrung unterstügt in einem von sämmtli- hen Pfleglingen bewohnten, geschlossenen Jnstitute, wo immer für das Nö- thige gesorgt ist, die Eßglocke regelmäßig zu Tische ruft, den Bedürfnissen stets genügt, der Mangel von den Kindern nie gefühlt wird und sie sh leiht an den Glauben gewöhnen, daß es auch außerhalb des Hau- aus dem Justitute wird es ihnen um o \hwerer, si in dic ungewohnten Verhältnisse zu fügen, und sie veifallen aus Mangel an Bekanntschaft mit der Wirklichkeit um so leichter in Miß- Diese Bildung und Eignung der Kinder für die Au- und - Anhaltung zum Be- ehranstalten erhält auch die Thätigkeit aller Vereins-Mitglieder stets lebendig und beseelt . das Interesse des Ob- Pslegling . mehr, als wenn dieser in einer Anstalt wo Ulles den bezahlten Lehrern und Aussehern über- Jn der nach dieser neuen Organisation gestalteten Wirksam- do. do. feit, wo die einzelnen Mitglieder selbst den Entwickelungsgang des Schüpß-

ben und physischen Erstarkung mit treuer Wach- erscheint der Verein gleichsam als Nachbildung wo die Direction und die zahlenden Mitglieder gewissermaßen den organischen Körper bilden und für das pby-

werden.

gel ertragen und gewöhnen sich frühzeitig in Sie lernen an ihren Pflege-Aeltern den

Arbeitsscheue oder fümmert werden.

ses stets so sein und bleiben müsse, Wenn sie dann,

entlassen , in die Lehre oder einen Dienst treten,

muth und Fehler. ßenwelt durch Unterbringung in Familien suche der allgemeinen

sorgerò für seinen untergebracht wäre, lassen bleibt,

lings bis zu seiner morali \amfeit zu verfolgen haben, eines lebendigen beseelten Körpers, sische Leben des Vereins sorgen, Verwaltungs - Rath als Seele und leiten, um die Gesammtzwecke zu erreichen.

Daß die Wirklichkeit diesen Vorausseßungen entspricht, herige Erfolg der prager Anstalt auf höchst erfreulihe Weise, der auch in dem lehten Jahresberichte des Vereins die gehegten Erwartungen weit über- is nach selbem die Anzahl der Mitglieder von 518 auf 575 und die Jahres - Einnahme des unantastbaren Fonds von 6577 Fl. 2 Kr. auf 11,782 Fl. 2 Kr., jene des verwendbaren aber von 4882 Fl. 48 Kr. auf 6506 Fl. 56 Kr. gestiegen, und es war möglich, 88 Kindern verschiedenen \

steigt. Es

Bekanntmachungen.

[599] Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 22. Juni 41846.

Das in der Köpnickerstraße Nr. 428 bclegene und im Hypothekenbuche der Louisenstadt Vol. 14 No. 930 ver- zeichnete Ließmannsche Grundstü, gerichtlich abgeschäyt zu 14687 Thlr, 6 Pf., soll

am 3. Februar 1847, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hy- pothekenschein sind in der Registratur einzusehen,

[200] Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 19, Februar 1846.

Das Köthener - Straße Nr. 34 belegene, Vol. 29, Nr. 1832 des stadtgerichtlihen Hypothekenbuchs von den Unzgebungen Berlins verzeichnete Maurerpolier Carl Wilhelm Ludwig Winkelsche Grundstück, gericht- lich abgeschäpgt zu 14,679 Thlr. 2 Sgr., soll

am 7. Oktober 1846, Dage 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hy- pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.

[642 b]

Berlin - Anhaltische Eisenbahn. Es ust Da die größtentheils A sehr pünktlih eingegan-

genen Einzahlungen auf die Acticu B. der Ber- lin - Anhaltischen Eisen- bahn - Gesellschaft nicht

) nur die Kosten der Vor-

A E ANRCZA SLETTTISA V A0 arbeiten zu der Jüterbog-

T A Niesaer Zweigbahn und

a die in Beziehung auf dieselbe eingegangenen Verpflichtungen vollständi decken, sondern auch außerdem zu den auf der Bahn felbst in

Wun Jahre noch aussührbaren Arbeit-n ausreichende

Mittel gewähren, \o a die Ae Dirxcction,

mit Zußimmung des Verwaltungs - Raths der Gesell-

\cast, beschlossen, im Laufe dieses Jahres cine scrnere

Einzahlung auf diese Actien NÎChT einzusordern,

Der in Folge früheren Beschlusses auf den seit längerer Zeit gedruckten Exemplaren der über die dritte Einzah- lung ertheilten Quittungen zugleih für die vierte Ein- zahlung auf den 15. Oktober bis 4, November d, J. estimmte Termin wird demnach hiermit aufgehoben und der statt dessen fe st zuseßende anderweitige Termin der fünftigen Veröffentlichung vorbehalten.

Berlin, den 6. August 1846.

Díe Direction, v, Cronstein, Vorsißender.

2 4 H

L I Mj 04

fortwährend wie die Pflege - Aeltern, angehören, Fl. zahlenden, dann auch wirkenden Mitgliedern, die keinen Geldbeitrag lcisten, dafür aber ver bunden sind, für die Gesammtzwecke durh Aufsuchung geeigneter Pflcge- und gute Unterbringung der Psfleglinge zu wirken, die Erziehung der Leßteren in allen Richtungen als Obsorger zu leiten und den Verein stets in genauer Kenntniß hierüber zu erhalten. Die unter Leitung des Vorstandes von einem Verwaltungë- Nathe besorgt, in dessen Versammlungen alle Mitglieder erscheinen können, Beschlüsse durch relative Stimmenmehrheit sämmtlicher Anwesen-

während die wirkenden Mitglieder und der die Kräste des physischen Körpers benüßen

944

Geschlehtes und Glaubensb während selbe im vorh

Bee u gewähren, L n. Durch eisrige Verwendung lihe Verpflegsgebühr von 50 Fl.

überwacht,

Vercin

Dex handlung nöthig war.

der Verein den Grundsaß befolgt:

waist, beiden Bezichungen bald gebessert ,

durch den Tod entrisscn, sie fein gewaltsames Einmenzen

geprüft

elenninisses die Fürsorge des Vereins ergehenden Jahre nur 64 Kinder ge- er Mitglieder wurde die höchste jähr- nirgends überschritten und der größte Theil der Kinder sogar zu einer geringeren Gebühr untergebracht, bei sonst volllommener Entsprechung aller Vorsichten sür deren Gedeihen. i förperliche und geistige Verwah: losung bei Uebernahme derselben zu einer so gcringen Verpflegsgebühr und die Sorgfalt beweist es am besten, daß Empfänglichkeit sür die Unterstüßun es ist cine niht minder erfreuliche W nur bei zweien ein Wechsel der Pfle Bei der Wa

denselben desscn::ngeahtet gewährte auch ín den nicderen Hütten viele

ahrnchmung, da ge-Aelte:n wegen unzweckmäßiger Be- hl der aufzunehmenden Kinder hatte seine Hülse vor Allem da zu gewähren, wo die Gefahr des sittlihen Verderbens am größten ; dic meisten Pfleglinge hatten vor ihrer Aufnahme keinen ande rríd sen, leitung zum Betteln oder gar zutn Stchlen bei vielen, die nicht ganz ver- war der verderbliche Einfluß ihrer früheren Umgcbung an ihrem kör-

ren Unterricht genossen, als die An-

perlihen und geistigen Zustandz unverke

alle gesundeten an Leib und Seele, von

den Fiuieden der Familie, die sie aufge Asyl gewährte. Mögen diese Erfolge auh anderer Orten versucht und und durch deren Bekanntmachung

nommen und ihnen ein freundliches

werden; die Wirkung solcher Justitute, w : l wabrer Nächstenliebe erbaut, wird aber überall eine segensvolle sein.

Wechsel - Cours.

Die oft

der Vereinszwecke herrshe, und j von den 88 Kindern

Breslau

Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss.

Frankfurt a. M. südd. W. ...-..-.+

Petersburge . «ch+« eco oco o e ooo ees 100 SRbl.

250 Fl. 250 FIl. 300 L. 300 Mk. 1 Lst. 300 Fr. 150 Fi. 150 Fl. 100 Thlr.

100 Thlr. 100 Fl.

Kurz

2 Mi. Kurz

2 Mt. 3 Mt. 2 Me. 2 Mé. 2 Mi. 2 Mi. 8 Tage 2 Mi. 2 Me. 3 Woch.

nnbar, und dennoch wurde dieser in es der Kinder wuide dem Vereine

Meteorologische Beobachtungen.

Aeltern oder Verwandten störte

1846. |

7. Aug.

Morgens 6 Ubr.

Nach ei Besbacktwy

Nachmittags

2 Ubr.

Abends 10 Ubr.

aufgemuntert

Lußtdruek en Fundament |

Luftwärme .

zur Nachahmun wenn sie auf dem fel

wenn sept einen

Amsterdam, 4. Aug. 3% do. 38. Pass. 6. Ausg. —. 4% Russ. Hope 91,

1866. 64

leichter erreicht Polu. 300 Fl. 957 G.

Paris, 3. Aug. Neapl. —.

Pr. Cour.

Fonds. Brief. | Geld.

Handels- und Börsen -Uachrichten. Berlin, 8. Aug. Die Börse geschäftslos und die Course flau,

Auswärtige Börsen. Niederl, wirkl. Scb. G0Z, Ziusl, 0

Antwerpen, 3. Aug. Ziusl. —. Frankfurt a. M., 6. Aug. 5% Met. 11!. Bayr. Bank-Actien 690 Br. Hope 89 Br. Stiegl. 875 Br. lu 5917, M, dv. 500 Fl. 805. 80.

Hamburg, G. Aug. Bauk-Actiev 1570 Br. % Reute tin cour. 122 5. 5% Spau. Reute 34. Paas. —.

Wien, 4. Aus. 5% Met. 111fŸ.

Actien 15625. Anl. de 1834 1565. do. 1839 124%, Nordb. 183. Gloggu. 133% Mail. 115, Livorno. 1084, Pest. 94,

B eriiner Börse. Den S. August 1846.

Actien. |&

Dunstsättigung . Wetter .

Wind ........ Wolkenzug - «.« 5% Span. 20. Preuss. Pr. Sch. —. Polu. —. Neue Aul. 19Z-.

110%. Bank-Actien p. uk

Fr. Lachner.

Eugl. Russ. 10875. L 3% do. fin cour. 83, 50.

4% do. 1605. 3% 74. Bauk-

Budw. 86.

Pr. Cour. Brief. | Geld. | Gew.

Montag,

S1. Sebuld-Seb. 95%: Prämieu- Sebeiue d.Seeh. à dU'T. Kur- u. Neumärk, Sebuldverschr. |: Berliner Stadt- Obligationen Westpr. Pfandbr. Grossb. Pos. do.

woe do

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Ostpr. Pfandbr. Pomm. do. Kur- u.Neum. do. Seblesiscbe do. da. v. Staal &, Le B,

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G S S Da \ ag B

Gold al marco. Friedrichsd'’or. And.Gldm.à 5 Th. Disconto.

zeigt der bis-

[641 b] Verlin

ZLRD)

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L

amburger Eisenbahn. Le Nachdem der Ter- P min zur 10ten Einzah- lung auf die Actien der Berlin-Hamburger Eisen- bahn - Gesellshaft am 1sten d. Mtis, abgelaufen u - M ist, werden diejenigen Ti S S A F Snhaber von Quit- a 2

Z tungsbogen, welhemMit der 10ten Einzahlung im Nück- stande sind , darauf áufuiirisam gemad)t, daß in Gemäßheit der S. 14 und 15 des Statuts noch

bis zum 15ten d. Mts. eine Na-

zahlung nebst 10 Thlr, Strafe pro Actie und den vom {sten d. M, an aufgelaufenen Zinsen auge- nommen wird, nah diesem Termin aber diejenigen Actien, für welche vorgedachte Zahlungen nicht geleistet worden, annullirt werden müssen.

Berlin uud Hamburg, den 4, August 1846.

Die Direction der Berlin-Hamburger Eisenbahn-

Gesellschaft.

L) —'

Literarische Anzeigen.

Im Vrelage der Nicolaischen Buch- handlung in Berlin erscheint in einigen

Tagen: t Die Lehre von den Rechts-

[681] mitteln

Preußischen Civil- ey Krimíinal-Prozesse, ‘nah den

gescblihen Vorschristen* nebst deren Erläuterungen durch

Miristerial-Reskripte und Aussprüche des höchsten Gerichtshofes, s

systematisch bearbeitet

von einem 0 rar e ns es ae en- 33 Bogen in groß Oktav, auf Maschinenpapier , geh.

Se [pa Magdeb.

Med. Lpz. Eiseub, do. do. Prior. Obl. Brl. Aub. abgest. du. do. Prior.Obl. Düss. Elb. Eiseub. do. do. Prior. Obl. Rhein. Bisenb. do. do. Prior.Obl. “do.v.Staat garaut. Ob.-Scbles.E.L A do. Prior. do. Lt. B. B.-St.E.Lt.A.u.B. Magd.-Halbat.Eb. Br.-Schw.-Frb.E. de. do. Prior.ObI. Boun-Kölner Esb, iedersch, ML.v.e. do. Priorität do. Priorität Nied.-Mrk, Zwgb. do. Priorität Wilb.-B. (C.-O.)

98x 96

Vorstellung :

Obl. Lit. A.

1124 974

111 96 92; 96:

1092 1014

o L EREASIT E! do\=

Basel =[e[=s

Strobel.)

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vas u u do

Sonntag, 9. Aug. stellung : Catharina Cornaro, Ballets von P. Taglioni. i

Zu dieser Vorstellung werden Billets zu den gewöhnlihend haus-Preisen verkauft. i

Jm K. Schloßtheater zu Charlottenburg: Zwei Tage ai Leben eines Fürsten, i Die Mäntel, oder : frei nah Scribe, :

Billets zu dieser Vorstellung sind bis Sonntag, Mittag im Billet-Verfauss-Büreau des Schauspielhauses zu Berlin und im Schloßtheater 10. Aug. Jm Schauspielhause. Die Geschwister , Schauspiel in 1 Aufzug, von (Dlle. Bertha Unzelmann: brunn , Lusispiel in 3 Akten, von C. Blum. mann : Hedwig von der Gilden.)

Sonntag, 9. Aug. 1 Akt, von Joseph Mendelssohn. Î Original-Lusispiel in 4 Akten, von R. Benedix.

335,19'’’Par.|334/11’"’Par.|334,04’"Par.| Quellwärme 7j ..|+ 18,3° R. |4 24,9° R. |+ 20,1° R. Thaupunkt .…..|+ 11,2" R. + 15,3° R. + 14,1" R. 71 pct.

Flusswärme 2], Bodeuwärme Y Aasdünstung 0, Niederschlag, 0), Wärmewechxzel

-+ 18,0 n

3) pCt. 70 pCt Gewitter. gewitterig. 0. SSO. S0.

v SO. _

Tagesmittel: 334,45 ’’ Par... + 21/1°R.…. + 13,5 R... 57 p

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Jm Opernhause. 91}se Abonnemenli große Oper in 4 Abth. Mis Anfang 6 Uhr.

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zu Charlottenburg an der Kasse zu haben, 132ste Abonn

Mariane.) Hierauf: Der Ball zu (Dlle. Berthal

Königsstädtisches Theater.

Ueberall Jesuiten, Original - Sw Hierauf: Das bemooste ÿ (Herr LA

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W- Zinkeisen,

Jm Selbstverlage der Expedition.

ESH L:

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t ——————

Allgemeiner Auzeiger.

[689]

Eben erschien und is in allen Buchhandlungen des Ju- und Auslandes vorräthig, in Berlin bei E. S. Mittler (Stechbahn 3), Posen und Bromberg:

Kruse, Prof. Dr. Fried r., Ritter 2c, Urgeschichte des Esthnischen Volksstammes u. der Kaiserl. Russ. Ostseeprovinzen Liv-, Esth- u, Curland überhaupt, bis zur Einführung der christl. Religion. Neb| 1 Karte u. 2 Bl. Lithograph. br. 4 Thlr.

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Zum Kursus z. einjähr. Militair- Pri und in der Mathem. sür Feldmesser, Mechaniker 1,1 noch einige Theilnehmer unter aunehml. Beding. l eintreten. Mühlendamm 19 v, 12 bis 2 Uhr das ü

[643 b] : Meine Rheumatismus-Ablck

genannt Orientalische Rheumatismus- Amull!

à Stüdck 10 Sgr., stärkere à 15 S gli welche nit nur in den Residenzstätten Pieujt beste und vielseitigste Anerkennung gefunden habet, dern man sich \chon j: ht in beinahe allen pre Städten und Ortschaften gern und fleißig bedietl die si sogar in sämmtlichen anderen deutschen ul angränzenden Staaten guten Ruf erwarben, si

züglih anwendbar gegen chronishe und akle Z

matismen und Nervenleiden aller Art, als: Ge\ Kopf-, Zahn-, Ohren-, Rücken- und denweh, Gliederr eißen, sv wie auh Ha" rigkeitz ziehen. bei Tragung am Körper la brauchs - Anweisung das Uebermaß | des jenen * zum Grunde liegenden elektrischen Fluidums sn an sich und heben das Uebel. Sie sind medi) chemisch geprüft, und die demnächst vor 15 Zahre folgte Genehmigung Seitens der Königl. fischen hohen Behörde hat seitdem in d zah:reihen Anerkenuungen mündlich und \criftlid gethan, daß das Mittel probat is und folgli f derung und Stillung körperlicher Schmerzen vie ad zutragen vermag. i

Hiervon habe. ih die Hau pt-N iederlage" Berlin nur einzig und allein übergeben den Ÿ

H. W. Warendorf, eini

Nr, 66, und

C. W. Eßlinger, Spandauer

Nr. 9 (nahe der Post

), dur welche die Ableiter echt und von gu ter B

\enheit zu beziehen sind.

Eduard Groß in Bres

Das Abonnement beträgt: 2 Kthlr. sür 4 Jahr. 4 Rihlr. - $ Iahr. 8 Rthlr. - 1 Zahr.

————-

Inhalt.

mtlicher Theil. : | nland. T Pre an Der König der Niederlande und der Prinz Friedrich von Preußen in Koblenz,

eutsche Bundesstaaten. Königreich Hannover. Die Stände- Kersammlung vertagt, Herzogthum Holstein, Die Abgeordneten der Stadt Kicl heimgekehrt. -— Das Allerhöchste Neskript, die Demon- strationen wider den offenen Brief betrefsend, Freie Stadt Ham- hurg. Beschlüsse der Bürgerschaft.

esterreichische Monarchie. Wien. Handels- und Sthifsfahits- Bang si Großfürst Michael, Schreiben aus Wien, (Blinden- Unterricht.

land und Polen. St. Petersburg. Ernennungen.

ankreih. Paris. Wahlen- Ergebniß. Glückwunsch-Adressen. Der Attentats-Prozeß. Nachrichten aus Algier, Brandsiistungen. Vermischtes. Eine Wahlscene. Schreiben aus Paris, (Die ahlen der Hauptstadt und der Provinzen.) i oßbritanien und Irland. London, Petition Lord Dundonald's n Oberhause. Unterhaus. Truppensendung nach dem Cap. Die Kanal-Flotte. Unwetter in London. Vermischtes. Parla- ents-Verhandlungen, Schreiben aus Helgoland. (Badeleben und Temperatur.)

l ati Brü sel, Hofnachriht, Scnats - Einberusung. Ver- nischtes. ifemark. Kopenhagen. Abreise des Königs nah Flensburg. jarole- Befehl, Militairstrasen betreffend. Einseßung - eines Comité's er roes!ilder Stände - Versammlung zur Untersuchung des Entwurfs in Yetref der Hewerbe- Ordnüng, Ankunft der preußischen Korvette. lernd‘e-Be1icht.

hweiz. Kanton Bern, Die Verfassungs-Annahme. Kanton Freiburg. Verwersurg eines Arrestations- Vorschlags. Kanton essin. Jnstruciion über den Sonderbund.

lien. Rom. Päpsiliche Allocution. Kardinal Gizzi, Ver- es. Maßregeln hinsichtlih der Schweizer-Truppen und der huden.

anien. Madrid, Jbrahim Pascha in Lissabon. Ausgegebene mnestie, Schreiben aus Madrid, (Eine Erklärung O:ozaga's von ondon aus in Betreff der Vermählungs-Frage.) -

rfei. Konstantinopel. Mehmed Ali's Popularität.

ndels: und Börsen-Nachrichten. Berlin, Börsen- und Marikt- richt, Börsenbericht aus Frankfurt a, M,

Amtlicher Theil.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht :

Dem Groß =Komthur der deutshen Ordens -Balley Utrecht, merherrn Freiherrn von Bodelshwingh-Plettenberg auf is bei Wiesbaden, den Stern zum Rothen Adler-Orden zweiter ez dem Justiz - Amtmann von Sachsendorf, Wollup und Frie- jôgue und Stadtrichter u Seelow, Justizrath Güßlaff in rin, deu Rothen Avler-Orden vierter Klasse; so wie dem Sie- der Heinrih Pennekamp zu Dortmund das Allgeineine nzeichen; und

Dem Steuerempfänger Junckermann zu Bielefeld den Titel Kommissions-Rath zu verleihen.

Die Ernennung des Kammergerichts - Assessors Wolff zu Neu- n zum Justiz - Kommissarius in Quedlinburg und Notar 4m De- nent des Königlichen Ober-Landesgerichts zu Halberstadt is auf n Antrag wieder zurückgenommen.

Das 25ste Stück der Geseß-Sammlung, welches heute ausgege- wird, enthält : unter 2734, Die Convention zwischen Preußen und Dänemark wegen Erneuerung des Handels=-Vertrages vom 17. Juni 1818, E U am 26, Mai und ratifizirt am 6. Juli . J. ; un 2735, Das Privilegium sür die Ausstellung auf den Juhaber lautender demminer Kreis - Obligationen zum weiteren Betrage von 50,000 Rthlr.; vom 26. Juni d. J. Berlin, den 10, August 1846, Geseß-Sammlungs-Debits-Comtoir.

Angekommen: Se. Excellenz der Wirklihe Geheime Rath, ordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister bei der deutschen

des - Ve l f 6 Hunt nom ung, Kammerherr Graf von Dönhoff, von

Uichtamtlicher Theil. Inland.

Rhein - Provinz. Der Prinz Friedrih von Preußen traf + August in Koblenz ein, wo am folgenden Tage auch der J der Niederlande, auf der Durchreise nah Luxemburg, erwartet

Deutsche Bundesstaaten.

Königreich Hannover. Die Allgemeine Stände - Ver- Ung des Königreichs is am 7. August, nah einer mehr als

\onatlihen Session, bis zum 1. November dieses Jahres ver- worden,

& erzogthum Holstein. (Alt. Merk.) Die Abgeord- gu Stadt Kiel, Bürgermeister Dr. Balemann und Senator Kar- ehrien am 6, August von Jyhehoe zurück, und der Stände-

Allgemeine

i P P : Theilen der M i alen “Preis - I anes | nsertions-Sebühe fe don r e des L 4 “Anzeigers 2 Sgr. s d

Berlin, Montag den 10e August

Präsident, Etatsrath Wiese, wurde am nämlichen Abend in Kiel er- wartet. Das unterm 27. Juli an die shleswig-holstein-lauenbur- gische Kanzlei gerichtete und das Verbot aller Demonstrationen wider den „offenen Bries“ betreffende Allerhöchste Resfript lautet vollständig wie folgt: „Es is zu Unserer Kunde gelangt, daß in einer am 2). d. M, ab- gehaltenen öffentlichen Versammlung zu Neumünster in Beziehung auf Unseren offenen Brief vom 8Bten d. M,, betreffend die Erbfolge in den Herzogthümern Schleéwig, Holstein und Lauenburg, und auf die staatsrechtlichen Verhältnisse der Herzogthümer Schleswig und Hol= stein Erörterungen stattgefunden haben und Beschlüsse gefaßt sind, welchen die Absicht zum Grunde liegt, dem, was von Uns in dieser Beziehung ausgesprochen worden ist, entgegenzuwirken. Mit Rü- siht hierauf haben Wir Uns ungern in die Nothwendigkeit verseßt gesehen, auf Maßregeln Bedacht zu nehmen, durch welche ähnlichen unzulässigen Schritten für die Zukunft vorgebeugt wird. Es is da- her Unser Wille, daß den Polizei-Behöden des Herzogthums Hol- stein aufgegeben werde, keine Versammlungen zu gestatten, welche es sich zur Aufgabe machen, die gedachten Verhältnisse in den Kreis ihrer Berathung zu ziehen oder durh- Abfassung und Ein- reihung von Petitionen auf dieselben einzuwirken, daher auch feine Ankündigungen solher Versammlungen in öffentliben Blät= tern zuzulassen und Versammlungen, in welchen solches gleihwohl geschehen sollte, sofort aufzuheben. Gleichfalls ist das Zirkuliren von Petitionen, welche diese Gegenstände betreffen, und. das Sammeln von Unterschriften zu denselben, auch wo keine Versammlungen statt- gefunden haben, nicht zu gestatten. Unsere Kanzelei hat hiernah teu betreffenden Behörden des Herzogthums Holstein das Nöthige bekannt zu machen und aufzugeben.“ Das Kieler Korrespondenzblatt äußert bei Mittheilung dieses Resfripts unter Anderem: Es sei be-= merfenswerth, daß die Maßregel auf das Herzogthum Holstein sich beshränfe, indem des Herzogthums Schleswig in dieser Beziehung weiter niht gedacht werde.

Freie Stadt Hamburg. Die erbgesessene Bürgerschast hat die die Aufhebung der bisherigen Preis - Disserenz des in der Bank ein- und ausgehenden Silbers und die Verwendung der Ueber=- schüsse früherer Jahre zur Deckung des diesjährigen Desizits betref- fenden Anträge des Senats (\. ge\tr. Allg. Preuß. Ztg.) geneh=- migt, dagegen mit dem Antrage, wegen Vermehrung des Beitrages der Staatskasse zu den Kosten des Johanneums, sich abermals nicht einverstanden erklärt. Li

Oesterreicsche Monarchie.

Wien, 1. Aug. (A. ZF Dem Vernehmen nach, haben sich naträglih über den Sinn und? Jnhalt des von Oesterreich mit Nea=- pel eben abgeschlossenen Handelsvertrags einige Zweifel erhoben, so daß die Ratification desselben noch einige Zeit auf sih warten lassen dürste. Der österreihish-russishe Schifffahrtsvertrag is vorgestern unterzeihnet worden und ist vom 20. Juli datirt, Die Klausel in Betreff der von den Sanitäts-Behörden und den Konsuln auszustel- lenden Gesundheits-Certififate ist aus dem Vertrag vorläufig gestrichen worden. Es soll in dieser Hinsicht ein besonderes Uebereinkommen getroffen werden.

Der Fürst Edmund von Schwarzenberg ist von Sr. Majestät dem Kaiser zum Begleiter Sr. Kaiserl. Hoheit des Großfürsten Michael, der ín diesen Tagen von St. Petersburg hier erwartet wird, bestimmt worden.

O Wien, 2. Aug. Eine Kaiserliche Entschließung enthält wehrere Anordnungen wegen Verbreitung des Unterrichts der Blin- den. Es soll dafür gesorgt werden, daß blinde Kinder, wenn sie kei- nen Privat-Unterricht genießen, die öffentlichen Schulen so viel als thunlich besuchen und wenigstens cines angemessenen Religions-Unter- rihts niht entbehren, Damit die Schullehrer zur Ertheilung des Unterrichts an blinde Kinder mehr aufgemuntert werden, sind densel= ben nach Maßgabe der dabei erzielten günstigen Erfolge besondere Belobungen und Belohnungen verheißen. Den Seasongern und Lehramts - Kandidaten, welche sich zur Unterweisung blinder Kinder auh in solchen Lehrgegenständen geeignet machen wollen, wozu es besonderer künstlicher Vorrichtungen und Geschidlichkeiten bedarf, soll an den bestehenden Blinden - Erziehungs - Justituten die Gelegenheit dazu geboten werden, Da zu diesem Zwecke aber au schon eine theoretishe Anleitung viel nügt, so hat die Studienhof-Kommission für die unentgeltlihe Verbreitung einer solchen das Nöthige veran= staltet. Auch sind die Sihul-Distrikts- Aufseher angewiesen worden, in ibren Visitatious + Berichten über die Zahl, Bildungssähigkeit und wirkliche Bildung der Blinden genaue Auskunst zu erstatten.

Rußland und Polen.

St. Petersburg, 2. Aug. Die Mitglieder des Reichsrathes Geheimen Räthe Buturlin und Kotschubei, sind zu Wirklichen Geheimen Räthen, der russishe außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister am württembergischen Hose, Wirkliche Staatsrath Fürst Gortschakoff, zum Geheimen Rathe, der Kammerherr und Wirkliche Staatsrath Bibiko} und der Wirkliche Staatsrath Posniak zu Geheimen Räthen, der russishe Botschastsrath in Berlin, Staatsrath Fonton, zum Wirklichen Staatsrath, der ältere Secretair der russischen Ge= sandtschaft in Paris, Kollegienrath Fürst Kurakin, zum Staatsrath und der jüngere Secretair derselben Gesandtschast, Hofrath Balabin, zum Kollegienrath, so wie der esthländische Adels-Marschall , verab: \hiedete Garde-Rittmeister von Cssen, zum Staatsrath ernannt. Srankreid.

Paris, 5. Aug. Bis heute Vormittag waren 446 Deputirten- Wahlen bekannt. 244 gehören der fonservativen Partei und 172 der Opposition, Nur 11 Wahlen sind noch nicht bekannt.

Bereits fangen aus allen Gegenden Frankreichs Beglüdwün- \hungs\hreiben an den König aus nlaß des Attentats. vom 29sten Juli einzutreffen an.

Es wird, wie es heißt, eine aus mehreren Aerzten bestehende Kommission gebildet werden, um eine Untersuchun über den Zustand

der Geisteskräfte Henry's anzustellen, Der Vice- räsident der Pairs-

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Alle Post - Anstalten des In- und Auslandes nehmen Bestellung auf dieses Slatt an, für Berlin __ die Expedition der Allg. Preuß, : Zeitung: Friedrichsstraße Ur. 72.

1846.

Kammer, Herr Barthe, wird das Präsidium des Pairshofes während der Debatten des Henryschen Prozesses übernehmen.

L Das tboot „Ville de Bordeaux ‘’, welches von Algier am 27, Juli Nachmittags abgegangen war, lief am eudes in den Hafen von Marseille ein, Am 27sten Morgens war der Minister des öffent- lihen Unterrichts, Herr von Salvandy, an Bord des „Montezuma“/ von Philippeville zu Algier wieder eingetroffen, seßte aber shon am E Md seine Fahrt nah der Provinz Oran weiter fort. Jn Algier trafen alltäglih große Züge von Pilgern ein, die sich nah Mekka begeben wollen. Die Zahl der Eingebornen, welche in diesem Jahre die heilige Reise zu machen si anshickden, war am 27sten be- reits auf etwa dreitausend angewachsen. Da és einer ganzen Flotte bedürste, um diesen Zug weiter zu befördern, so hat die algierische Verwaltung beschlossen, nur etwa vierzig Häuptlinge nebst ihrem Ge- folge auf dem Dampfboote, ‘welches d nah Alexandrien begeben wird, ausnehmen zu lassen. Die Uebrigen haben sih auf ihre eigenen Kosten auf Kauffahrern einzuschiffen. Aus Oran schreibt man vom 25. Juli, es herrshe in diesem Theile von Algerien eine so furcht- bare Hiße, daß bereits eive Anzahl Soldaten erlegen sei.

Seit etwa einem Monate wird das Yonne - Departement dur Brandstiftungen heimgesucht; son siebzig Dorfschaften sollen in die- sem kurzen Zeitraume dort eingeäschert worden sein. Die Einwohner haben allenthalben ihre bewegliche Habe in den Kellern geborgen, sie haben Wachen organisirt, die Tag und Nacht umherstreifen; noch aber is es niht gelungen, au nur eines der Ruthlosen habhaft zu werden, welche in teuflischer Bosheit niht müde werden, Wohnungen und Aerndten der unglücklihen Bewohner jener Gegenden den Flam- men preiszugeben.

Das Journal des Débats berichtet: „Am Soüiütag Abend hatten zu Toulouse einige Zusammenrottungeèn statt, Man rief: „Es lebe Heinrich V.“ in dem Hose des Hauses, wo der Abbé Gencsude (ein Legitimist, welcher dort zum Deputirten gewählt worden) wohni. Es wurden auf der Stelle einige Verhaftungen bewerkstelligt. Diese Art Demonstrationen hatten keine weitere Folgen.“ Auch in Mont- pellier fanden am Sonntag einige Unruhen statt. Konservative

Wähler wurden, als sie aus dem Wahlsaale kamen, ausgepfiffen und verhöhnt, einige Steine wurden nah der Wache Linie, und ein Volkshaufen, der vor die Präfektur zog, schrie: „Nieder mit dem Präfekten.’ Bald aber und mit leichter Mühe gelang es den Trup- pen, die Ruhestörer zu zerstreuen und einige der Tumultuanten zur Hast zu bringen.

Der Direktor der Amortisationskässe von Madrid, welcher in Paris eingetroffen, soll von seiner Regierung beauftragt sein, mit den Jnhabern der aktiven Rente Spaniens über ein Arrangement in BVe- R Le rückständigen Coupons und der passiven Schuld zu unter-

andeln.

Zwei Mitglieder der Akademie sollen nah London gehen, um die dortigen Cholerafälle zu beobachten.

Man is jeßt mit dem Bau einer Militairstraße beschäftigt, die alle detaschirten Forts des linken Seine-Users um Paris in Berbin- dung bringen soll.

Der General - Konsul der Republik Uraguay hat ein Schreiben an mehrere Journale gerichtet, worin er sagt, es sei ihm die offizielle Mittheilung seitens Herrn Guizot's geworden, daß die Mission des Herrn Hood an Rosas rein privatlicher Natur sei, man sei nämlich der Meinung, daß derselbe in Folge seiner srüheren Beziehungen zu Rosas im Stande sein möchte, ihn zum Nachgeben zu vermögen. Der Versicherung des Herrn Guizot nah, hätte die Potitik der fran- zösischen Regierung in dieser Frage durchaus keine Veränderung er- itten.

Die französishen Renten waren heute an der Börse abermals fest und neigten zum Steigen, Jn Eisenbahn - Actien war lebhafter Umsay zu höheren Preisen.

Tie Frankf. Ob. P. A. Ztg. theilt eine Probe von einer pariser Wahlscene mit, worin unter Anderem folgende Gesinnungs- Aeußerungen zwischen Wählern und Kandidaten ausgetauscht wurden: Jm vierten Wahlbezirk von Paris hatten sich Ganneron und Quis net als Kandidaten gemeldet, der Eine ein Geschäftsmann, dem 150 Commis gehorchen, der Andere ein Professor, dem unlängst der Mi- nister des öffentlichen Unterrichts untersagt hat, Vorlesungen zu hal- ten. Ganneron ftellte sich zum Verhör ein, Quinet lief sagen, er habe verreisen müssen, worüber viele Wähler zürnten ; inzwischen batte er einen der Anwesenden ermächtigt, für ihn zu sprehen. Der Präsident der Versammlung zeigte an, Herr Quinet sei nach Mezieres abgegangen, wo er ebenfalls als Kandidat auftrete, Ein Wähler bemerkte darauf: „Er macht auf zwei Hasen zugleih Jagd und wird feinen fangen,“ Der Präsident giebt dem Banquier Ganneron das Wort, der sein politisches Glaubensbekenntniß ablegt und auf die Juterpellationen der Wähler antwortet. Ein Wähler verlangte, Ganneron solle sich aussprechen über die GJrei- heit des Unterrichts, die Revision der Septembergeseße und die Do- tationen. Der Kandidat erklärte: „Was die Frage vom Unterricht angeht, so theile ih die Ansichten der Herren Thiers und Dupin. Jn Bezug auf die Septembergeseße gedachte ich in der leßten Session der Kammer einen Antrag zu stellen zur Definition des Atteutats. Jh muß aber gestehen, daß mich die neuerdings wieder- holten Versuche, dem König nah dem Leben zu streben, bedenklich gemacht haben. Was die Dotationen betrifst, so is diese Frage, wie so viele andere, eine politische Frage. Wenn wir eine Regierung hätten, die freisinnig voranginge, und man verlangte eine Dotation, so würde ih sie bewilligen. Aber so lange die gegenwärtige Verwal- tung an der Gewalt ist, werde ih sie nit geben." Eine Stimme: „Also dem Herrn Thiers würdet ihr die Dotation gewäh- ren? Da sieht man, wohin es mit eurer Opposition hin- aus will.‘ Ein anderer Wähler, Herr Grisier , verlangte bestimmtere Auskunft; er sagte: „Herr Gauneron will Do- tationen votiren, wenn ihm das Ministerium zusagt; ih bitte ihn, zu erflären: unter welhen Umständen er Dotationen zugestehen würde? Wenn Herr Thiers, Herr Barrot oder Herr Lherbette eine Dotation in Antrag stellten, wem von den dreien würde er sle be- willigen?“ Ganneron: „Herr Grisier theilt meine Malen nicht, ich. kenne ihn als einen Radikalen.’ Viele Stimmen: „, eht do! Was kümmern euch die Meinungen eines Wählers?-/ Ganneron :