1846 / 245 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

i ing rechnete der Kommission nach, ‘daß nach ihren eí- ini lele E 2 sondern über 3 Millionen Rbthlr, zur Entschädi- gung nöthig sein würden, während er zugleich aus der Kollegialti- dende ein Citai anführte, wonach die westindischen Effekten höchstens zu 800,000 Rbthlr. auszubringen wären. Der Antrag der Versammlung dürfe daher nur darauf gehen, daß die Regierung nach porgiéltiger Untersuhung den Stände-Versammlungen ihre Ansichten über -die Art und Weise vo1le- en möge, wie die Sllaven-Emancipation si bewerkstelligen lasse, welche

pfer dazu erforderlih seien und wie diese aufzubringen wären.

Probst Plesner, Mitglied der Kommission, gab einen Gedanken zum Besten, der ihm erst später gelommen sei, daß nämlih die Summen, die bisher an Marokko jährlih bezahlt worden seien, um vorzubeugen, daß Dänen in Sklaverei bei den Barbaren geriethen, re<t passend für die Emancipation der Neger zu verwenden sein möchten.

Portugal.

London, 28. Aug. (B. H.) Die mit dem „Royal Tar“ heute in Southampton eingetroffenen Lissaboner Berichte vom 20sten d. M. bestätigen die Naqhricht , daß die spanischen Truppen sih von der Gränze zurüdziehenz in Folge davon hat der englische Admiral Parker sein Verweilen im Tajo nicht länger für nöthig ge- halten und ‘ist mit dem Uebungs-Geschwader wieder in See gegangen, jedo hat er zwei Linienschiffe im Hafen zurü>gelassen. Der spani-=- \he Gesandte, Gonzalez Bravo, der si< durh seine Umtriebe zu Gunsten der Cabrals und sein Privatleben allgemein verhaßt gemacht hatte, ist endlih von seiner Regierung abberufenworden.

Auf Anlaß des am 13ten entde>ten kabralistischen Komplottes sind ungefähr 200 Offiziere aus Lissabon ausgewiejen und zwei Obersten in dem Fort St. Julian gefangen geseßt worden.

Das Diario do Governo vom -2sten enthält eine Königliche

Ordonnanz, dur< welhe Costa Cabral und sein Bruder ihrer Stellen

als Mitglieder des Staatsraths entlassen werden. Eine zweite Or- donnanz ernennt eine Militair - Kommission unter dem Vorsiße des Marschall Saldanha zur Reorganisirung, des Heeres. -— Um dem Verlangen der spanishen Regierung in etwas nachzukommen, hatte man den spanischen General Jriarte ausgewiesen; ‘er is nah Eng- land gegangen.

T V. R l

Konstantinopel, 19. Aug. (Oest. B.) Der Statthalter von Aegypten, Mehmed Ali, ist am 17ten d. M. mit ‘seinem Schwie= gersohne, Kiamil Pascha, und in Begleitung des d: id Käm- merers, Hamid Bei, an Bord des türkishen Dampfboots „Esserie Dschedid‘’ abgereist, um si< nah Cavalla, seinem Geburtsorte, ‘in Macedonien, zu begeben und von dort nah. Aegypten einzuschiffen.

Am 13ten d. M. hatte der Königl. französishe Botschafter, Baron

Bourqueney, die Ehre, den Admiral Turpin Sr. Hoheit im Palaste - von Tschiragan vorzustellen und. zugleich die Antwort des Königs der . Franzosen auf das Schreiben des Sultans aus Anlaß des von Lecomte

gegen Se. Majestät verübten Attentates zu überreichen. i E

Am 12, August begab sih der Sultan, von den Großwürden- trägern des Reichs und einem glänzenden Hofstaate begleitet, in die medizinishe Schule von Galata-Serai, um den Jahres - Prüfungen beizuwohnen. Das lebendige. Jnteresse für Volksbildung, das der Sultàän zu wiederholtenmalen ausgesprochen hat, wurde - vorzüglich durch die Fortschritte dieser Anstalt gewe>t, die er seit seiner Thron- besteigung jährli< besuht und deren segensreihes Wirken auf die Bildung der Jugend und die Gesundheits-Verhältnisse des Volkes in

so kurzer Zeit die s{hönsten Früchte getragen hat. © Das Gedeihen

dieser Anstalt hat den Monarchen ermuthigt, den wissenschaftlichen An= stalten in seinem Reiche eine größere Ausdehnung zu geben. Sein erstgeborener Sohn, Sultan Murad, ein schöner sehsjähriger Knabe, und der greise Mehmed Ali von Aegypten saßen im Prüfungssaale zu den Füßen desGroßherrlihen Thrones. Der Sultan folgte mit gespannter Aus= merksamkeit den Prüfungen der Zöglinge, an welche der Arzt Meh= med Ali's verschiedene Fragen zu rihten von ihm aufgefordert wurde. Am folgenden Tage ließ der Sultan seinen Leibarzt, Dr. Spiger, dirigirenden Professor der Anstalt, zu si bescheiden, gab seine Zu= friedenheit mit den Leistungen der Schule, deren Jahres-Bericht ihm Dr. Spiber überreiht hatte, zu erkennen und zeigte ihm an, daß ein prächtiges Terrain zur Bergung Her Se gestellt werden solle, um eine medizinis<-<irurgis<he Akademie zu errichten. Diese neue Anstalt soll auf Kosten des Sultans im s{önsten Style gebaut und mit wahrhaft Kaiserlicher Großmuth ausgestattet werden. Galata- Serai wird die Vorbereitungs\chule der neu zu errichtenden Afademie bilden. L E a .

Vercinigte Staaten von Nord - Amerika.

- London, 28. Aug. (B. H.) Heute hier eingegangene Nachrichten aus New - York vom 15ten d. M. melden, daß die Regierung der Vereinigten Staaten der Republik Mexiko Friedens - Anträge gemacht habe. - Eine Botschaft des Präsidenten Polk an den Senat, welche am 4. August in gehcimer Sizung mitgetheilt, aber später dur die Presse veröffentlicht worden ist, enthält das Nähere darüber. Die Botschaft spricht si< dahin aus, daß das Friedens - Anerbieten in Betracht der relativen Macht der beiden Länder und der glorreihen Ereignisse, welhe den Anfang des Krieges bezeihnet haben, ohne Beeinträchtigung der National - Ehre von Seiten der Vereinigten Staaten habe

1044

emaht werden können, Nehme Mexiko das Anerbieten an, so sollen sofort die Friedens -Unterhandlungen eröffnet werden, deren \hwierigster Punkt offenbar die Feststellung der Gränze sei, Die Gränze müsse in der Weise festgestellt werden, daß beiden Thei- len die Veranlassung genommen werde, sie zu verrü>en, und wenn Mexiko, um ns iel zu erreichen, si< bereit zoige, einen Th eil seines Gebietes zu cediren, so sei es niht mehr als ret und billig, daß die Vereinigten Staäten ihm dafür eine genügende Ent- s<hädigung in Geld geben, denn ein gerehter und ehrenhaf- ter Frieden, niht Eroberung, sei für sie der Zwe> des Krieges. Der Präsident fordert daher den Senat auf, der Regierung eine diesem Zwe>e entsprehende Summe Geldes zur Verfügung zu stellen, damit nöthigenfalls der mexikanischen Regierung unmittelbar na< der Ratification des Friendens - Vertrags von Seiten Meyxifo's ein Vorshuß auf die Entschädigungs - Summe ge- leistet werden fönne, da es derselben vielleicht unbequem sein fönnte, damit zu warten, bis der Senat der Vereinigten Staa- ten den Vertrag ratifizirt oder der Kongreß die nöthigen Maßregeln beschlossen habe, ihn zur Ausführuüg zu bringen. Diese Stelle der Botschaft scheint ziemlih klar darauf hinzudeuten, daß die Regierung- der Vercinigten Staaten in Mexiko selbst Unterstüßung für ihre Pläne zu finden hot, und es wäre wohl möglich, daß Anträge von einfluß- reichen Leuten in Mexiko selbst den Präßidenten plößlich so friedlih gestimmt haben, wie sehr allerdings auch die Umstände von selbs} zu

dem Versuche hindrängen mögen, durch direkten Kauf das an sich zu bringen, wofür die Vereinigten Staaten, wenn sie fortfüh-

ren, den Besiy von dem do<h immer uasicheren Kriegs- lde abhängig machen zu wollen, do<h jedenfalls in den hon jeyt enorm hohen Kriegskosten einen theuren Kauf- preis würden zahlen müssen. Am Schlusse seiner Botschaft beruft si< der Präsident zur Rechtfertigung seines Antrages auf Anteceden- tien aus den Jahren 1803 und 1806, als cs si< um die Cession von Lousiaua und Florida handelte, Der Botschast beigegeben is ein vom 27, Juli datirtes Schreiben Buchanan's an den. mexifani- hen Minister der auswärtigen Angelegenheiten und ein Schreiben des Herrn Buchanan an Commodore Connor von demselben Datum, in welchem er ihn beauftragt, jenes Schreiben an die Adresse zu befördern, und ihn zuglei<h dahin instruirt , auf das etwaige

Verlangen * der mexikanischen Regierung, daß während der Un-

terhandlungen über den Frieden ein Waffenstillstand eintrete, nicht einzugehen, weil. dadur die günstige Stellung, welche den

Vereinigten Staaten ihre Uebermacht zur See wie zu Lande verleihe, -

neutralisirt werden würde. ‘Das Schreiben Buchanan's an den mexi- kanischen Minister enthält uichts als den Friedens - Antrag und das Anerbieten, Behufs der Unterhandlungen entweder einen außerordent- lihén Gesandten nah Mexiko senden oder einen mexikanischen Ge- sandten in Washington empfangen zu wollen, Zugleich giebt Herr Buchanan die Versicherung, daß der Präsident stets die freundschaft- lichsten Gesinnungen sür Mexiko gehegt habe und nichts so sehr wünsche, als es mächtig und stark und in ewiger Freundschaft mit den Vercinigten Staaten zu sehen.

_ Nachdem diese Dokumente im Senate verlesen worden waren, wurden. sie an das Comité: der auswärtigen Angelegenheiten verwie- sen, das gleich am folgenden Tage zwei Resolutionen beantrazte, von denen die erste sh lebhaft zu Gunsten der Beendigung des Krieges und’ die zweite die Bewilligung der geforderten Geldsumme aussprach. Nah lebhafter Debatte würde am bten d. M. zur ‘Abstimmung ge- \hrittén und beide Resolutionen (die erste mit 43 gegen 2 Stimmen) angenommen." : R 2 ;

Vom. Kriegsschauplahe reichen die amtlichen Nachrichten bis zum 46. Juli. - Generál Taÿlor ‘stand damals“ no< mit 12,000 Mann in Matamoras und hatte 8000 ‘Mann bis Camargo vorgeschoben.

Handels- ünd Börsen -Üachrichten.

%x% Frankfurt a. M, 29: Aug. Die erste Woche unserer Messe geht heute vorüber. Das- Réijultat war im Großhandel bis jeyt kein gün- stiges, denn im Allgemeinen ‘zeigte sich träge Kauflust, und nur in einigen Artikcln. kann der Absay cin lebhafter. genannt werden. Einen genaucren und spezielleren Bericht müssen wir uns nach der nächsten Woche vorbehal- ten. Es sehlt niht an Fremden. Die Gasthäuser sind überfüllt, zum Theil mit Passanten, die sich kaum einen eintägigen Aufenthalt gönnen. Die Börse hat, béi sehr geringer Kauflust, eine schr flaue Stimmung, und die Course werden bei der am 31sten statifindenden Abrechnung wahrscheinlich no< mehr weihen. Besonders sind die Eisenbahn - Actien sehr gedrüd>t. Das baare. Geld i}|st knapp und der Diskonto kaum zu 5% zu machcu, Die Getraide -Preise neigen {h fortdauernd. zum Steigen, . weshalb auth

die Brodtaxe hier etwas höher gestellt wurde. Die Preise der übrigen Le-

bensmittiel sind werigstens. nicht höher gegangen.

21 Amsterdam, 29. Aug. Die Preis-Verbesserung, welche mehrere Staatspapiere verwichencn Sonnabend erfuhren, -hat nicht angehalten, da sich gleich zu Anfang dieser Woche wieder viele Verkäufer von Jntégralen und Actien der Handels-Maatschappy einfanden, wodur deren Preise zum Weichen kamen; gegen Schliß der Woche wurde indeß der Markt wieder merklih fester, und fand viel Umsay in Jutegralen sta:t; deren Cours war von 602; bis 6077 % gefallen, erholte sih ‘aber zulegt auf 607 %; Zproz. wirkliche Schuld ging von 725 bis 72% und blieb gestern 727%; Aproz, dito wurde nicht ausgeboten und bchauptete dadurh 945 a X %z; auch 3&proz, Syndikat - Obligationen famen wenig vor, weshalb Käufer etwas höher und bis 897 % anlegten.. Die Actien der Handels - Maatschappy schwankten zwischen 175 und 174% %z seit den beiden leßten Tagen stand der Cours wieder fest auf 1747 %. Von russischen Fonds haben alte

Brasilianische Obligationen hatten ih -vorig Bes US S 1% R und blieben 89 %z anhaltende Frage wd rend dieser Woche brachte dieselben zuleyt auf 89% %. Spanische Obligationen exreidhten 204 %3 wi erl e wog e E O Ä

. O, -Cour L : .

t T raivemartie blieb der Handel in Weizen und Rogg fürzl:< bedeutende Zufuhren, besonders von Archangel, eintrafen. Ges dar S rdutere Fra 3 e get: o>netem Roggen zur Verscbiffung, den folgende Preis

eler dito 220.221 Fl., 118pfd. rigaer dito 217 F!.; verzo ter 123p Fettiner Roggen holte 247 Fl., 422pfd. pommerscher 243 Fl., 4118p

bunter polnischer dito 315. 318. Fl. 131psd. pommerscher dito 320 F ¿und 167 F1. z 83psd. feiner Hafer zu 135 Fl.

Auswärtige Börsen.

3% do. —. Pass. —. Ausg. —. Zinsl, —. Preuss. Pr. Seb. —. Poln. 4% Russ. Hope 91. j Antwerpen, 28. Aug. Zinsl. —. Neue Anl. 20. y

Frankfurt a. M., 30. Aug. 5% Met. 1105 6 Bank-Actien L 1862 Br, Bayr. Bañk-Action —. Hope —. Stiegl —. nt 597. 69

I». 300 F1. 95% G. do. 600 Fl. 804. --. : + Hamburg, 2!l. Aug. Bank-Actien 1570 Br. Bosl. Russ. 108: Br.

London, 28. Aug. Cons. 3% 965. 96. Belg. 98, 97. Neue Anl. 265 Passive 57. 3. Ausg. Sch. 16%. 4. 25% Holl. 60. 59 Neve Port. —. Engl. Russ. . Chili 101. 99. Peru 40. 38

Neapl. —. 0% Span. Rente —. Paas, 55.

Livorn: 1055. Budw. —. Pest. 915.

Meteorologische Beobachtungen.

i Hope, nach abgelausener diesjähriger Loosung, sh.

bia Tos % gebesset: Ahrol Cectlfaié dei demselben e B eber > 95 %, a er auf dén er

Portugefide Bullgaionen sind és 45 bis 452 % gestiegen ; zuleyt kaust

Das Abonnement beträgt!

2 Kthlr. für £ Iahr. - 5 Iahr. - 1 Iahr. doin-Fin allen Theilen der Monarchie reis - Erhöhung. Insertions-Gebühr für den anm einer Seile des Allg.

Anzeigers 2 Sgr.

% billiger

immer schr belebt und die Preise äußerst ses, obgleich von leyterem Ko | und wur

Allgemeine

Alle Þost - Anstalten des In-

9 9 und Abelatas nehmen Bestellung 4 E auf dieses Slatt an, für Berlin die Expedition der Allg. Preuß, Zeitung: j + Fricdrihsstrafß e Ür. 72.

e bezahlt: für unverzollten 120pfd. odessaer Roggen F 225 Fl., 117 . 1418pfd. St. Petersburger dito 211. 214 Fl, 149pv arçhan-

¿ 245,

Gischér dito 236 Fl.z unverzollter me>lenburger 131pfd. Weizen gal D E A O MEN dito 302. 306 Fl, verzollter 127 . 128ps Inhalt.

Gerste und Hafer waren angenehm; 113. 114pfd, dänische Gerste zu 16 ier Theil.

Deutsche Bundesftaaten. Königreih Bavern. Das Uebungs- lager bei Augsburg. Königreih Sachsen. Nachträgliches über das Brandunglü> in Leipzig. Königreich Hannover. Ständisbe An- gelegenheiten. Herzogthum Holstein. Bestätigung der Nachricht von der Entlassung des Amtmanns von Neumünster. Gerichtliche Untersuchung gegen die Hauptthcilnehmer an der neumünstershen Ver- sammlung. Schreiben aus Frank furt a. M, (Der Königlich nie- derländische Minister der auswärtigen Angelegenheiten.)

Desterreichishe Monarchie. Wien. Die Kaiserin Mutter. Fürst von Metternich. Manöver, Triest, Der Verkehr mit Ost-

Der Hof und die Minister. Deputirten-

Amsterdam, 29. Aug. Niederl. wirkl. Sch. 602. 65% Span. 20;

indien. Warrington.

ankreich. 1 4% de. 944. 9 F Kammer. Gnadengesuh Henry's, Versammlung des Freihandels- 114. 113 Bras. 90. 88 Mex. 245. U? Vereins. Abd el Kader in Marokko. Vermischtes. Schreiben

aris, (Verhandlungen und Wahl-Akte ín der Deputirten-Kammer.) Ankunft der Frau Prin- Parlaments -Ses-

roßbritanien und Jrland. London. zessin von Prenßen. Die Tímes über die sion. Oeffentliche Einnahme und Ausgabe. Der Cobden-Tribut. Vermischtes.

iederlande. Ans dem Haag. Abreise der verwittweten Königin von England. ;

Brüssel. Abreise Nothomb's. Fragen an die Jury in

Hofnachriht.

Paris, 28. Aug. 5% Rente fin cour. 121 55. 3% do. üs cour. 83. zl

Wien, 30. Aus. Nordb. 178%. Gloggn. 130. Mail. 113;

dem Tunnel-Prozeß.

chweden und Norwegen. Gothenburg.

Christiania.

Eisenbahn - Projekt. dänemark.

Kopenhagen. Gesuch der Stände - Versammlung um

Freigebung des färöer Handels. Debatten über Aufhebung der Skla-

1846. Morgens | Nachmittags Abends Nach einmalger 1. Sept. 6 Ube. 2 Ube. 10 Ubr. Beobachtung. uftdruck. .. 337,14"'Par.| 236,90’ Par. |337,96'" Par. Quellwärme 7,9° R, Ga i She 12,0° R. |+ 19/,4° R. |+ 14,1° R. Flusswärme 17,1 R, Thaupunkt . : . |-+ 10,7° R. + 9,6° R. 410,6" R, |Bodenwärme 16,8 „B Danstsättigung -| 91 pet. 48 pCt. 76 pCct. [|Aasdünstung 0,009 Wetter ..... .- trüb. trüb. trübe. Niederschlag Wind .....«-- NNW. NNW. NNW. Würmewechzsel +204 Wolkenzug - - - —_— NNW. -+ 12,1’ R.

verei. Wehrpflichtigkeit. talien. Rom. Sparsystem. Eisenbahn-Kommission.

r Statistik der re<htgläubigen Kirche in Rußland.

isenbahnen. Eröffnung der Cöthen-Bernburger Eisenbahn. andels: und Börsen-Nachrichten. Berlin, Börse, Börsen- Nachricht aus Frankfurt a, M.

¡Was Martinsstift in Erfurt.

Tagesmittel: 337,33” Par... + 15,/2°R... + 10/3 R... 72 pCt. NNW, 4

Königliche Schauspiele.

nement: Die Nachtwandlerin, Oper in 3 Abth., frei nah dem Jt

rolle.) Anfang halb 7 Uhr. i

ten Opernhaus-Preisen verkauft : i t Cin ale in in Logen des Prosceniums 1 Rthlr. 10 Sg in deù Logen des ersten Ranges und erstén Balkons, so wie zur

in den Fremdenlogen 2 Rthlr.. i j

«Die zur Oper: Die Nachtwandlerin, bereits gekausten, n Sonntag bezeichneten Opeëyhaus - Billets bleiben zu Donnerstag g tigz au< werden die zu Dieser Oper noch zu verkaufenden ill ebenfalls mit Sonntag bezeichnet sein,

Vorher : Die Geschwister, Schauspiel in 1 Aufzug, von Göthe.

Königsstädtisches Theater.

Sebastian aus Ober-Oesterrei<, Posse mit Gesang in 2 Akten, n Fr. Kaiser. Hierauf: Paris in Pommern, oder: Dit seltsa Testaments-Klausel, Vaudeville - Posse in 1 Aft, von L, Angely.

Jm Seldstvenlage-der Expedition.

Verantwortlicher Nedacteur Dr. J. W. Zinkeisen,

Gedrud>t in der Deter schen Geheimen Ober-Hofbuchdru>erei.

———————————————— A —————————————————————

Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachungen. [741] Ediktal-Citation. bert und Eugen Jsidor Wendt, desglei lung und über das Vermögen der Ehefrau des Yriarte

Adalbert Wendt , Julie, geborenen Liebe>e, der Kon- kurs eröffnet ist, so haben wir einen Termin zur Liqui-

ren Richtigkeit durch Einreichung der darüber sprechen- | [701 b]

den Dokumente oder auf andere Art nachzuweisen. B li L 0e Wer sich ‘nicht meldet, wird mit allen scinen Forde- Ber in->)

7 H ; rungen an die Masse präkludirt und ihm deshalb ge- En

Da über das Vermögen der Kaufleute s gen die übrigen Kreditoren ein ewiges Stillschweigen

auferlegt werden. unter der Firma Wendt Gebrüder hier bestandene Hand- E den 16. August 1846. Königliches Land- und Stadtgericht.

N

solcher ein Unterkommen. ‘Ueber scine Fähigkeiten )

de iebt derselbe Refleltirenden, die ihre Briefe u mburger Eisenbahn. Lit, X. 175, an fes Königl. Zuielligenz - Comtoir i * Diejenigen, welche no< | langen lassen, befriedigende Ausfkunst.

Ds Actien der Ber'in-Ham- :

burger Eisenbahn - Ge- / sellschaft gegen Jnterims- | [702 b] : i Bescheinigungen zu er- | Jchhabe bisher armen Leuten umsonst gedient u. werde 0 heben haben, werden er- | darin fortsahren. Ramelow, Dr. d. Rechte, Spand.-L „sucht, den Umtausch cufs Sin?

dation der Forderungen der unbekannten Gläubiger auf : Ï R E A / R : ‘den 16: Dezember d, 3-- Vormitt, 11 Uhr, Berlin-Potsdam-Magdeburger | G Direction, Oranienbur: | | ¿Le p ; ; : Mie “ge Nr. 17, -Vor--| [687 b] Vórläusige Anzeige. Wir laden daher Alle, welche einen Anspruch an die | [703 b] Fifenbahn. y gerstraße E) 87 : ees voi det Na du, bitatan Lande Eisenbahn. unserer Bahn | N ursGen 4 "S t 06 4 D B ER, ¿Fan den Adel dutd geefrten Fer y ierdur< vor, in diesem Termine im hiesigen Land- ss ; 6 s f: É L ermit die ganz ergebene- Anzeige ih zum 45,8 und Stadtgerichte vor dem Deputirten, Land- und e R T n sür den der Berlin-Hamburger Eisenbahn-Gesellschaft. ; Las d. Penn Hanblund seiner erfurter M pl

Stadtgerichts - Rath Lipten, entweder persönlich oder dar zulässige, mit gehöriger Vollmacht und Jnforma- tion versehene Bevollmächtigte, wozu ihnen die hiesigen Zustiz-Komm ssarien Wagner, Müller und Dr. Zacha- ríae vorgeschlagen werden, zu erscheinen und ihre etwa- nigen Forderungen an die Masse anzumelden, auch de-

P T r E E i V T

Potsdam, den 4. September 1846,

p Das Direktorium |, ; e der Verlin-PotsdameMo deburger Eisen- [7007 Mas4tnern-F Mera es.

ahn-Gesellschaft,

UE A, S ani: B ic Bd E AER T E R,

„S

Ein Mann: geseht, Alters, der lange Jahre als-Diri ent |. Í Bütten- und Maschinen-Papier-Fabriken vorgestanden, - sucht in einer bedeutènden Maschiaen-Papierfgbrik als |

_| ren von der Werberstr, 5 nah meinem Hause, O8 deiostraße 12, veilege. Z.. H. Müllér aus Erfurk E veilege, I. H: owaaren-Fabritant.

Sia 1g P Leer ARO R E i S U D A G SRRBE E

Amtlicher Theil.

Se. Majestät der König haben Allergnädi Dem Gutsbesißer Gölln er zu Kleeho rg den Charakter als Oekonomie-Rath zu verleihen ; und Den bisherigen außerordentlichen Professor Dr. F. Haase in Bres- u zum ordentlihen Professor in der philosophischen Fakultät der rtigen Universität zu ernennen.

: Donnerstag, 3, Sept, Im Opernhause. Mit aufgehobenem Abtl a

| geruht :

lienishen, von Friederike Elmenreich. Musk von Bellini. (Fil, ‘vos i im Landkreise Königs=

Marra, K. K. Hof-Opernsängerin zu Wien: Amine, als leßte Gas ‘Zu dieser Vorstellung werden Billets zu den folgenden erhö

büne, 1 Rthlr. 10 Sgr.; im Parquet und in den Logen des zweit / Ranges 1 Rihlr. a den Logen und im Balkon des dritten Ra s ges, >so wie im Parterre, 20 Sgr.; im Amphitheater 40 Sgr)

Bekanntmach

Post-Dampfschifffa hrt zwishen Stettin und Kopenhagen.

Das Post-Dampsschiff „Geiser““ geht ab

Juni bis Ende August

aus Stettin: Mittwoh, Sonnabend, 12 Uhr Mittags, und

aus Kopenhagen: Montag, Donnerstag, 5 Uhr Nachmittag. Vom 41. September bis zum Schlusse der Fahrten

aus Stettin: Freitag, 12 Uhr Mittags, und

aus Kopenhagenz Dienstag, 3 Uhr Nachmittag. Das Passagegeld beträgt zwischen Stettin und Kopenhagen für

reitag, d. Sept. Jm Schauspielhause. 146ste Abonn] menbS Boréflurg: Er muß aufs Land, Lustspiel in 3 Abth. , [5 nah dem Französischen des Bayard und de Vailly, von W. Friedri

den 1sten Plaß 10 Rthlr,, für den 2ten Plaß 6 Rthlr., für den 3ten Plaß 3 Rthlr., zwishen Swinemünde und Kopenhagen resp. 85 Rthlr., 55 Rthlr. und 2$ Rthlr. preuß. Courant, Kinder und Familien genießen eine Moderation. Wagen und Pferde, so wie Güter und Contanten, werden gegen billige Fracht befördert. Berlin, den 7. Juli 1846. - General-Post-Amt.

Dem Fabrikanten Kasp. Died. Pie pensto> zu JZserlohn i unter dem 30. August 1846 ein Hue HENNIAEL: I SOISEIM: M auf ein dur< Beschreibung erläutertes Verfahren zur An- fertignng von Ringen, so weit dasselbe für neu und eigen- i thümlih erkannt worden, auf fünf Jahre, von jenem Tage an gerehnet, und für den Umfang des preußischen Staats ertheilt worden.

Angekommen: Der Wirklihe Geheime Ober-Finanzrath und General-Direktor der Steuern, Kühne, von Helgoland.

_ Abgereist: Se. Excellenz der Geheime Staats-Minister und Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal - Angelegenheiten, Dr. Eichhorn.

Der evangelishe Bischof und General-Superintendent der Pro-= vinz Pomwern, Dr. Rits\<l, nah Stettin.

Der evangelishe Bischof und General-Superintendent der Pro=- vinz Posen, Dr. Frey mark, nah Posen.

Uichtamtliher Theil.

Deutsche Bundesstaaten.

Königreich Bayern. Augsburg, 30. Aug. (N. K.) Heute Morgen halb 8 Uhr begann ter angeordnete Gottesdienst für die Truppen im Lager, zu welhem Zwe> vor der Mitte ciner jeden Division am Rande der Feldhöhe gegen Oberhausen ein katholisches und links des Rapportzeltes ein protestantishecs Kapellenzelt aufge=- shlagen war, Die Divisionen rü>ten in geschlossenen Bataillons=- Kolonnen die Anhöhe herab und stellten si< auf dem re<hten Flügel der Artillerie - Abtheilung, Front gegen das Kapellenzelt, auf. Die Generale jeder Konfession wohnten bei ihren Divisionen dem Gottes- dienst bei. Um halb 9 Uhr begann derselbe für die protestantischen Abtheilungen, welche ein offenes- Quarrée formirt hatten, in dessen leerer Flanke die geeigneten Vorkehrungen für die fungirenden Geist- lichen getroffen. waren- - An- den- katholischen Fetdkapellen spielten während der heiligen R die Regiments-Musiken - passende Stüd>e. Nachdem gestern Mittag ZJhre Königl. Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin von den Lager-Uebungen zurückgekommen waren, be- sahen dieselben die Merkwürdigkeiten der Stadt. Später besuchten Höchstdieselben das Lager, die Frau Kronprinzessin zu Wagen, be- gleitet von dem Prinzen Feldmarschall zu Pferde, der Kronprinz an der Seite des Prinzen Luitpold, der eben als General - Major den Lagerdiens hatte, zu Fuß. Unaufhörliches Vivatrufen ertönte. Jhre Königl. Hoheit die Prinzessin Luitpold hatte vorher zu Wagen die Lagerfront passirt, wobei sie von jeder der aufgestellten Abtheilungen mit einem dreimaligen Hoh empfangen wurde. Die beiden Prinzes- sinnen kehrten Abends nah München zurü>. Mehrere preußische und

russishe höhere Offiziere sind angekommen. Jn der Stadt bewegen

sih alle Hände, um zum festlichen Empfang der (aus Aschaffenburg

p E É E

Berlin, Freitag den 4eo September 1846.

heute erwarteten) Königlichen Majestäten die Verzierung der Häuser zu vollenden.

Königreich Sachsen. Seit dem 31. August Abends is die Zahl der dur den Brand in Leipzig herbeigeführten se<hs To- desfälle um zwei vermehrt worden, indem der Schneidergeselle Hennig und der Kellner Werner in Folge der erhaltenen Verlezungen starben. Man arbeitete mittlerweile thätig an dem Einreißen der Ruinen und begann mit dem Wegräumen des Schuttes. Am 1. September brachen noch hin und wieder Flammen hervor, und die Löschmann=- haften waren fortwährend in Thätigkeit, eben so wie die Kommunal=- Garde unausgeseßt den Dienst versah. Nach der Deutsch. Allg. Zt g. ward am 2. September mit Bestimmtheit no<h der Weinkellner aus dem Hotel de Pologne vermißt, und man befürchtete, daß nicht nur er, sondern au< andere, zur Zeit unbekannte Personen dur plößlih eingestürzte Wände oder De>en vershüttet und getödtet worden seien. Auch fürchtete man noh sür das Leben von mehreren der nah dem Hospital gebrachten Verunglü>kten. Am 2ten Morgens fand die gemeinsame Beiseßung der bei dem Brande getödteten oder in Folge der erhaltenen Verleßungen gestorbenen 8 Personen unter großen Feierlichkeiten stat. Sämmtliche Leichen wurden in der Rathsgruft beigeseßt, um sie später in die für sie bestimmten Gräber zu legen. j h

Königreich Hannover. (H. Z.) Das in diesen Tager ausgegebene dreizehnte und leßte Heft der Aktenstü>ke der Allgemeinen Stände - Versammlung des Königreichs enthält unter Anderem ein Schreiben des Königl. Kabinets vom 4. August, die Stellen der Ober-Steuerräthe und der General-D irektoren betresend, aus welchem wir Folgendes, welches si< auf die allgemeinen Grundsäße der Ver- waltung bezieht, hervorheben : z

„Die unter dem Zten v. M, eingegangene Erwiederung der löblichen Allgemcinen Stände-Versammlung vom 1sten v. M. auf das die Erhöhung der Besoldung zweier Ober-Steuer-Räthe betreffende Schreiben des König- lichen Kabinets vom 24. Februar d. J. is von der Königlichen Regierung in sofortige Erwägung gezogen worder. So unerwartet es der Königlichen Regierung hat sein müssen, daß die löblichen- Stände bei Bewilligung des Budgets für 1846—48 die Besoldung für die augenbli>lich unbeseßte Ober- Steuerraths - Stelle ohne Weiteres gestrichen haben, so wenig hat es den bestchenden Verhältnissen entsprechend erachtet werden können, daß die löb- lihen Stände, ohne irgend eine vorgängige Verhandlung mít der König- lichen Regierung, einen neuen Personal- und Besoldungs-Etat sür die Mit- glieder des seit fünf Jahren bestehenden Nen Ober - Steuer - Kolle- giums aufgestellt haben. Die Königliche Regierung kann nicht anstehen, ihr Bedenken gegen das eingeschlagene Verfahren den löblichen Ständen schon jeyt in Folgendem zu eröffnen. Während die Königliche Regierung auf der cinen Seite es nur anerkennt, daß die löblihen Stände Ersparun- gen an den Ausgaben der General - Steuer - Kasse, namentli<h auch mittelst

inziehung von Stellen und Verminderung der Gehalte, in Anregung brin- gen und die Königliche Regierung desfallsigen ständischen Anträgen alle- zeit dic sorgfältigste Erwägung widmen wird, \o muß auf der an- deren Seite dafür gehalten werden, daß die durh Anträge der Kö- niglihen Regierung nicht veranlaßte Aufstellung eines Personal- und Be- soldungs-Etats für Landes-Behörden nicht wohl Sache der löblichen Stände sei, solhe vielmehr verfassungsmäßig nur von der Königlichen Regierung ausgchen könne. Die Verpflichtung, für den regelmäßigen Gang der Ver=- waltung und des öffentlichen Dienstes zu sorgen, liegt der Königlichen Re- gierung ob. Diese is daher zunächst dazu berufen, über das zu diesem Zwecke erforderliche Personal, wie über dessen Besoldung, zu urtheilen und insoweit darunter solhe Veränderungen thunli<h und rathsam erscheinen, bei denen die Verwendung von Landesmitteln íîn Frage kommt, desfallsige Anträge an die löblichen Stände gelangen zu lassen. Den legteren steht

Das Martinsftift in Erfurt. E

Die Sorge für die verwilderte und verwahrloste Jugend is} in neue- eit lebendiger als je geworden und hat sich im Zusammentreten von reinen und in Errichtung von Anstalten zur Erziehung und Besserung \ Die Zeitschrift „Fliegende Blätter aus dem Rauhen Hause in Horn bei Hamburg“ hat sih die Besprechung dieser und wandter Bestrebungen zur besonderen Aufgabe gemacht, und es gewährt Menschenfreunde cine hohe Freude, darin zu lesen, welche reich gescg-

e Thätigkeit die christliche Liebe in vielen solchen Anstalten entfaltet. utshland zählt deren jeyt circa 50 (wovon die Hälfte allein auf Würt- nberg kommt); für mehrere derselben ist jenes „Rauhe Haus““, seit 1833 ehend, das Muster geworden, für no< mehrere hat es die Anregung

; Jn unserem Vaterlande aber hat cine solche Anstalt bereits ihr | und zwanzigjähriges Bestehen gefeiert und is gleichfalls die Anregung orden zur Begründung ähnlicher Anstalten, namentli<h in Schlesien, ihr deren sieben den Gedanken ihrer Entstchung verdanken. Es is dies 8 Martinsstift zu Erfurt, welhes Ref. kürzlich Gelegenheit hatte Jer fennen zu lernen, und das außer dem allgemeinen Jnteresse als Ret- gt-Anstalt auch durch besondere Eigenthümlichkeiten Aufmerksamkeit ver-

Dounerstag, 3. Sept. Stadt und Land, oder: Der O1 Eser Jugend reich bethätigt,

Das Martinsstist wurde 1820 in Erfurt von seinem jeßigen Vorste-

, Herrn Rektor Reinthaler, errichtet, nah dem Vorbilde des von hannes Falk in Weimar gestifteten Luthershofes, als eine Anstalt, „durch lhe die verwahrlosete Jugend merklich gebessert und das arme Volk Der Begründer begann nicht damit, daß zuerst nach cinem eigenen Hause oder anderem Grundvermögen getrachtet hätte,

dern brachte die Kinder zu einzelnen Pflegeältern, Lehrmeistern und

frauen, und konnte so alle Mittel auf die leibliche und geistliche Noth-

st der Kinder selbst| verwenden. Nach zwei Jahren aber wurde ihm vom

adtrathe die eine Hälfte des ehemaligen, durh Luther berühmt gewor-

en Augustiner- Klosters für die Anstalt eingeräumt, und seitdem erhielt

e den Namen „Marktkinsstift“, im Andenken sowohl an Martin

er, der eins in denselben Räumen seine geistlichen Anfechtungen durch-

bste, als au an den h. Martín, Bischof von Tours (+ 400), einst, [köheiliger Thüringens und noch jeyt in Erfurt in gutem Andenken, von n die Legende erzählt, daß er wegen einer That großer Barmyherzigkeit Herrn selbst aus dem Heidenthum bekehrt worden und zum Bischof usen sei, und nah dem auch Luther seinen Vornamen erhielt. Die An- lt gedieh in allmäliger Erweiterung zu immer größerem Segen. nen neuen Aufschwung in der Begeisterung des Vorstehers und in der heren Anerkennung und Unterstüßung nahm sie, als es jenem gelang, erader Linie und im 8ten Gliede von [testem Sohn abstammen, in Böhmen aufzufinden. Jhr: katholisch und in Armuth versunken, willigte aber auch des- ' daß seine heiden Knaben im Glauben ihres Stammoaters er- zen würden, Der ältere wuïde daher 1830 ins

lih erzogen werden soll.“

fünf Kinder, wel artin Luther's ä ia Se 4 ater war

artinsstift aufgenom-

men und 1834, nah dem Tode des Vaters, auf die Bitten der Mutter auch seine übrigen vier Geschwister, Seit 1830 hatte die Anstalt in Folge der Baufälligkeit der alten Kloster-Mauern. mit vielem Ungemach zu kämpfen, bis durh Königliche. Gnade mit einem Aufwande von 32,090 Rthlrn, die Gebäude: theils wieder hergestellt, theils ganz neu im gothischen Styl errichtet und dem Martinsstift eingeräumt wurden, Jhre Einweihung fand am 18. Februar d. J., also an Luther's Todesêtage, statt, Jn dieser

neuen Gestalt gewähren sie nun einen herrlichen und imposanten Anbli>,

ein schönes Denkmal Königlicher Hald, Sie enthalten die Wohnungen für den Vorsteher, den Hausvater und die Zöglinge des „Vaterhauses'“ (siehe unten), hohe und geräumige Unterrichtszimmer in hinreichender Anzahl, cinen großen Andachtssaal und umsÿließen Gärten und Höfe, in denen sich die Jugend herumtummeln kann, Schon diese Räume lohnen allein einen Besuch der Anstalt.

Gehen wir nun zu der inneren. Einrichtung über, Der Zwe> der An- stalt ist, wie oben schon angedeutet worden, Hülfe zu bringen den armen, Rettung den verwahrlosten Kindern. Den verschiedenen Bedürfnissen an-

epaßt, geschieht dies in verschiedenen, allmälig eingerichteten „Anstalten““. Bek armen Kindern wird Hülfe gebracht sowohl matrcriell, als durch. Unterricht. Einige erhalten eine bloße Unterstüßung mit Büchern und Kleidern; für eine große Schaar anderer bcsteht eine voll- ständige Wochenschule für beide Geschlechter; außer dieser noh eine Nachschule, in der versäumte Schulkenntnisse in täglih zwei Stunden -nach- geübt werden z für künstige Dienstmädchen eine Näh - und Stri>schule; für arme Schulmädchen cine Arbeitsschule, in der sie sich dur< Strifen, Nä- hen und Spinnen ihre Bekleidung verdienen; für die 100 ärmsten Schul- finder im Winter eine Speise - Anstalt, Da im Schul Unterricht die hier

selbstständig erfundene Methode des wechselseitigen Unterrichts befolgt wird,

so bekommen die talentvollereû Knaben Gelegenheit, ihr Talent zu zeigen und zu üben, Diese erhalten in der sogenannten Vorschule den vollständi- en Unterricht zur Vorbildung auf das Seminar. . Hieran schließt sih die Lilfsanstalt für arme Seminaristen, welche für die Unterstügung mit Büchern, Kost und Kleidung wieder beim Unterricht der Kinder helfen,

Was nun die Rettung verwahrlo ster Kinder betrisst, so begegnen wir hier einer eigenthümlichen Einrichtung. Andere Anstalten der Ait über- nehmen bei solhen Kindern nicht allein den Unterricht, sondern auch die völlige Erziehung, so daß alle zu bessernden Kinder in der Anstalt selbst wohnen. Dies hat zur Folge, daß sic viele Räumlichkeiten, viele beauf- sihtigende Kräfte und somit viel Geld haben müssen, Außerdem ges! dann für die Kinder das so wohlthätige Leben und Aufwachsen in der Familie verloren, während sie dur eine gewisse gleihmäßige Systematik in der Er- ziehung allzu sehr geschult werden, als daß si<h dic Jndividualität in ge- höriger Freiheit entfalten könnte. Das Martinsstist dagegen bringt scine

Zöglinge gegen ein sie nur Kostgeld in christlichen Familien unter und

wirft unmittelbar auf sie nur dur den Unterricht. Nur für die Ankömm-

_linge und solche, die in jener Familienzucht nicht gedeihen wollen, besteht

E E E r mer)

ein „Vaterhaus“ im Martinsstift selbst, um die Erziehung einleiten und kräfiig unterstüßen zu können. Die Zöglinge bestchen aus jüngeren und älteren Knaben und Mädchen; die älteren Knaben lernen bei wackeren Meistern ein Handwerk und erhalten ihren Unterricht in der Abend - und in der Sonntagsschule, an welcher leßteren au< andere Lehrburshen Theil nehmen. Die älteren Mädchen werden in guten bürgerlichen Haushaltun- gen zu Dienstmädchen herangebildetz die jüngeren Zöglinge erhalten ihren Unterricht în den oben genannten Schulen. Die „Sonntags- Andacht‘ vereinigt alle Zöglinge zum Gesang, Gebet und zur Erbauung, und es macht einen shönen Eindru>, so viele Kinder, ' die der bittersten Armuth und dem Verderben cntrissen sind, híer die großen Thaten Gottes preisen zu hören in der dem Martinsstifte eigenthümlichen Weise. Als Mittel zur Besserung dienen die Arbcit, der Unterricht und besonders die Erwe>ung des religiösen Gefühls, Auch der Gesang spielt eine große Rolle, und das Martinsstist folgt au< hier scinem Vorbilde M. Luther treuli<h nah. Man hört hier die {önsten Volkslieder und Melodieen, aber auch die alten firhli<hen Weisen, und zwar niht im shleppenden Gange unseres Kirchengesanges, sondern im kräftigen Rhythmus ihrer Zeit und Urheber. Um die Wiederbelebung dieses rhythmischen Kirchengesanges hat si< Herr Rektor Reinthaler als einer der e Du verdient gemacht, Auch eine nene Methode hat er gefunden, wie der Jnhalt der heiligen Schrift mittels der besten Lieder unserer Kirche den Kindern zu eigen gemacht wird. Jn ciner Neihe von „Andachten‘““ hat er nämlich die wichtigsten Abschnitte der heiligen Schrift, mit geeigneten Sprüchen und Liederversen durhwoben, unter bestimmte dogmatische Gesichtspunkte gebracht und dem Kirchenjahr angeschlossen. Die geschichtlihen Stellen werden von einzelnen Knaben vorgelesen , die Sprüde im Chor gesprochen, die Liederverse von Allen ge- sungen, So gewinnt die biblishe Geschichte eine dramatis<e Leben- digkeit, die von überrashender Wirkung is. Die leitenden Grundgedanken sind glü>lih gewählt, die Zusammenstellung des Ganzen mit viel Geist und großer Kenntniß der Bibel gemacht. Diese Andachten werden nächstens als „Liederbibel‘“/ im Dru> erscheinen.

Einige Zahlen mögen noch die bisherige. 25jährige Wirksamkeit der Anstalt veranschaulichen. Jn den 25 Jahren haben 4101 Kinder an den Wohlthaten der Anstalt Theil genommen z eigentliche Zöglinge 1017; Un- terstüßte 1324; Gespeiste (in 18 Wintern) 1760. Von den Zöglingen sind nur 73 ohne Rettung aufgegeben. Gesammt - Etnnahme in 25 Jahren: 68,720 Rthlr,; Ausgabe 68,270 Rihlr. Die Anstalt ist blos auf milde Beiträge angewiesen. Unter den Beitragenden is besonders anzuführen der Frauen- und Jungfrauen-Verein, dessen Hand- arbeiten sjährlih verloost und seit seinem 20jährigen Bestehen eine Einnahme von 6500 Rihlr, verschafft hat.

Das Martinsstist hat in seinem 25jährigen Bestehen die Erfahrung gemacht, daß es ein großes Kapital besigt in der Mildthätigkeit derex, die ein Herz haben für die Noth armer und verwahrloster Kinder. Möchte diese Skizze mit dazu beitragen, daß diesesK apital noch größer werde! s,

L FE A L L Ee D E T