1846 / 266 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

Kekanntmachungen.

[639] Nothwendiger Verkauf.

Land- und Stadtgerict zu Marienwerder. olgende drei nahe der Stadt belegene Grundsiücke der Kaufmann Heinrich August Bienkoschen Eheleuie, nämlich :

a) Groß Marienau Nr. 68, bestchend aus 1 Hufe 14 Morgen 255 Ruthen 15 Fuß fulmischen Maßes, wovon 20 Morgen 120 C]Ruthen fulmisch / zur A>erbestellung benuyt werden, der übrige Theil da- gegen in Parzellen verschiedenen Umfanges in Erb- pachi ausgethan ist, abgeschägt auf 5563 Thlr. 5 Sgr. 10 Pf.,

Groß Marienau Nr. 70, welches zu Erbpachts- rechten besessen wird und wovon das Eigenthum zur Dotirung der Domkirche zu Marienwerder ge- hört, bestehend in 2 Morgea kulmischen Maßes, einem massiven Wohnhause, einer Scheune, einer Wagenremise und cincm Stalle, abgeschäyt auf 2406 Thlr. 1 Sgr., l Maresee Nr. 19, unter dem Namen Bürgerbleiche bekannt, welches zu Erbpachtsrechten besessen wird, das Eigenthum dagegen der Stadt Marienwerder zusteht, bestehend in 9 Morgen fulmischen Maßes, wovon circa die Hälfte als Wiesen benugt wird, abgeschäßt au} 1759 Thlr. 21 Sgr. 8 Pf, zufolge der nebs Hypothekenschein und Bedingungen in dem Geschäft?-Büreau 11. einzusehenden Taxen, sollen am 10, Februar 1847, Vormittags 10 Uhr und Nachmittags 4 Uhr, an ordentlicher Gerichtsstelle subhastirt werden.

Alle unbekannte Realyrätendenten der ad b und c genannten Grundstü Gr. Marienau Nr. 70 und Ma- resce Nr. 19 werden aufgefordert , sich bei Vermeidung der Präklusion spätestens in diesem Termine zu melden.

[445] Subhastations-Patent. Das hierselb| in der Gubener Vorstadt, Fischerstraße, belegene, zu dem Nachlasse der Schiffer Lindemannschen Eheleute gehörige, Vol. Il. No. 23. im Hypotbekenbuche verzeichnete Wohnhaus nebst Nebengebäuden, Garten und Weidegerechtigkeit, abgeschäßt auf 5194 Thlr. 24 Sgr., zufolge der nebst Hypothekenschein in der Regi- ftratur dnzusehenden Taxe, soll am 28. November cr., Vormitt. 11 Uhr, an Gerichtsstelle Theilungs halber subhastirt werden. Frankfurt a. O., den 7, Mai 1846. (L. $.) Königl, Land- und Stadtgericht.

Ader - Verpachtung auf dem Schöneberg- [780] Tempelhofschen Felde.

Montag, den 28|ten d. sollen im Schlage l. des militair-fisfalischen Grundbesiges theils im Schöneberg- chen, theils im daran stoßenden Tempelhofschei Felde belegene Ländereien auf fünf Jahre, einschließlich zweier Brachjahre, nämlich zu Kartoffeln, Brache, Winter- Roggen, Brache, Sommer - Halmenfrüchten, öffentlich verpachtet werden, und wollen sich Pachtlustige Morgens 7> Uhr bei dem Wäthterhaguse an der Berlin-Anhalti- hen Eisenbahn unterhalb des Kreuzberges einfinden.

Berlin, den 14. September 1846. '

Königliche Administration. [749 b] (C .. . . D. Thüringische Eis e P Die Jnhaber folgen- D der Quittungsbogen:

Nr. 2494—503. 410 St.

6157—217. 61 »

6228— 55, 28 »

6523— 25,

6536— 38, 3 »

6690— 94.

U 19) Se

38919— 21. 3 »

46161— 63.

Sa. 119 St. haben der zweimaligen Bekanntmachung ungeachtet den

von uns eingeforderten Siebenten (Ein- {uß von 10 Prozent nicht ge-

leiste i und sind deshalb nach Borschrist des $. 16.

unseres Statuts in eine Conventionalstrase von Zwei Thalern für jeden Quittungsbogen verfallen.

J ir di iermi öffentlichen Kenntniß bringen, erlassen wir zugleich eíne nochmalige Aufforde- rung an die Betheiligten, binnen endlichéèn 4 Wochen und spätestens bis zum 31. Oktober dieses Jahres die Zahlung der rüständigen Rate und der Strafe um so gewisser zu bewirken, als fie sonst gewärtig sein müssen, daß die Quittungsbogen für ungültig erklärt werden.

Erfurt, den 18. September 1846.

Die Direction der Thüringischen Eisenbahn-Gesellschaft.

[747 b] A Oberschlesische Eisenbahn.

Gemäß des $. 49. des Geseyes vom 9. November 1843 (Gesey -Sammlung M g. S. 345) bringen wir hierdurch zur öf- C ER fentlichen Kenntniß, daß das Direktorium

L S U unserer Gesellschaft aus folgenden Pcr- u S—=\onen besteht :

A. den Direktoren 4) Königl, Geheimen Regierungsrath, Präsident Dr.

Abe gg, Königliches Dircctions-Mitglied,

2) Königl, Geheimen Kommerzienrath v. Löbbece, als Vorsitzenden,

3) Königl. Kommerzienrath Schiller, als stellver- tretenden Vorsizenden,

4) Banquier M. Eichborn,

5) Königl. Kommerzienrath Krad>er,

6) Königl, Regierungsrath Kuh,

7) Kausmann Th. Reimann,

8) Grafen Gustav» v. Saurma,

9) Kausmanu R. Weiß.

B. den Stellvertretern

4) Stadtrath Callinich,

2) Banquier H. Friedlaender,

3) Glo d>

» [) , 4) Gymnasßal-Lehrer John, 5) Stadtältesten Meyer, 6) Dr. Schweiger, G Kaufmann E: La er, » ugust Speichert, ) » H. W. e nta Breslau, den 16. September 1846, Das Direktorium,

piere

1128 Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung:

[730]

Bergisch-Märkische Eis enbahn. D D i Unter Bezugnahme auf E E I TOLR tic in unserem Geschäfts-

Statut $$- 11. bis 15.

enthaltenen B: stimmun-

gen fordern wir die Ac-

tionaire hierdur< auf, die

a Vierte Ratenzahlung von Zehn Pro-

zent auf die resp. Actien bis zum 1. November c,

nah Wahl der Actionaire bei folgenden Bankhäusern, welche die Zahlungen vom 1. September c. ab in den Vormittagsstunden in Empfang nehmcn werden, zu leisten, in Berlin » Elberfeld »

De

L R D 1 Ae

bei Herren Gebrüder Schidler,

oon der Heydt Kersten & Söhne, |

J. WichelhausPet. Sohn und

» Barmen » Gebrüder Fischer.

(Fs sind bci dieser Einzahlung die über die früheren Einzahlungen von d:eißig Prozent sprechenden Quit- tungsbogen mit einem doppelten Verzeichnisse, auf wel- hem außer den Nummern der Quittungsbogen auch der gesammte Betrag der mit denselben cingehenden Zah- lungen zu vermerken ist, bei einem der vorbenannten Bankhäaser einzureichen. Eines von dicsen Verzeich- nissen wird, mit der Empfangs-Bescheiniguug des Bank- hauses versehen, als Jnterims-Quittung dem Actionair sofort zurückgegeben. Die Rükzabe der Quittungsbo- gen selbst, nachdem auf jedem derselben über die neue Einzahlung quittirt scin wird, erfolgt gegen Retradition der Jnterims-Quittung.

Dic auf die bisher gezahlten 30 Prozent fallenden Zinsen scit dem legten Einzahlungôtage, dem 15, Mai c,, werden gemäß $. 18. des Statuts. zu 4 Prozent mit 46 Sgr. 6 Pf. bei jedem Quittungsbogen in Auf- re<nung gebraht, Die Verzinsung der gegenwärtigen Einzahlung beginnt vom 1. November d. J. ab.

Elbcrfeld, den 18. August 1846.

Die Direction der Bergisch - Märkischen Eisenbahn- Gesellschast.

pr 9 B De Sächsisch - Schlesische e S rw Eiseubahnu. i Bci der ach- S ten Einzahlung auf die Sächsisch- Schlesischen Ei- senbahn - Actien sind bis mit Ab- lauf des Schluß- termins (den 1sten . d. M.) auf die nachbenannten L I = Nummern der bei Se: E E Ez der 7ten Einzah- lung ausgegebenen Jnterims-Actien: S

Nr. 3976 bis mit 3983, 5202 bis mit 5213. 5963

bis mit 5988. 6167. 6267. 6268, 7351 bis mit

7354. 7949 bis mit 7952. 7993 bis mit 7995.

9296. 11686. 11687, 11859. 11901 bis mit’ 11910,

413314. 419481 bis mit 19491. 19631 bis mit 19650.

91405. 21411 bis mit 21415. 22394 bis mit 22397.

93092, 23093. 23133 bis mit 23137. 23414. 23415.

95361. 26332, 26338. 26339. 28741 bis mit 28746.

98772. 30971. 30972. 26187. 38772 bis mit 38781,

38901 bis mit. 38960. 39125 bis mit 39132. die Einzahlungen nicht geleistet worden, und in Ge- mäßheit $. 18 dex Gesellschasts-Statuten werden deren Jnhaber , welche die Zahlung nicht bereits nachträglich geleistet haben, hiermit aufgefordert, die leßtere: unter Zuschlagung der nah $. 17 erwähnter Statuten ver- wiriten Conventionalstrafe au 10% (1 Thlr. für die Actie) längstens bis zum

30. September l. J. bei dem unterzeichneten Direktorium zu leisten.

Die Unterlassung der Einzahlung innerhalb dieser Frist macht den Actien - Jnhaber aller ihm als solcben zustehenden Rechte verlustig. \

Dresden, den 40. August 1846.

Das Direktorium ter Sächsisch - Schlesischen Eisenbahn - Gescllschaft, C. L. Schill. Franz Net e,

» » »

Aa gt M I-T E ESTY,

Citerarishe Anzeigen. So cben isst erschienen und dur alle Buchhandlun-

cen, in Berlin durh Alexander Dunker, Königl. Hosbuchhändler, Franz. Str, 21, zu beziehen:

ad Bericht

über die erste deutsche Schriftsteller-Ver- sammlung, gehalten zu Leipzig am 27., 28. und 29. April 1845, ï r. 8. bros<h. Preis 5 Sgr. Leipzig, den 15, September 1846. Wilhelm Sre».

[806] So eben erschien in der unterzeichneten Buch- und Kunsthandlung in 2er Auflage:

Reise-Agenda für Deutschland.

Zusammengestellt von

ford F. Jagor, Besiger des Hotel de Russic in Berlin. Preis mit 2 Stahlstiben und einer Karte 5 Sgr. “H, Schroeder's Buch- und Kunsthandlung, Unter den Linden 23,

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[809] ; ; So chen ist erschienen und durch alle solide Musik- und Buchhandlungen zu beziehen :

Schleswi1g - Holstein meerumschlungen.

Grosser Marsch:nach der National-Melodie für Piano u. zu 4 Händen à 9 Sgr. Das Arrang,

. jst von Graz iani, dem rühmlichst bekannten Kom- ponisten des beliebten Corsomarsches und des Marsches und der Quadrille aus den Musketieren von Halevy, f. Orch. 2 Thlr. Dito und Deutschlands Antwort för 4 Män- nerslimmen 5 Sgr., für cine Singstimme mit Piano 5 Sgr, einzeln nur à 25 Sgr.

34 Linden. SchlesINger:>e Buch- und Musikhandlung.

oie Vlumen-, Früchte- und Ge-

745 b 4 ©

75%] qüse- Ausstellung

der Gesellschaft der Gartenfreunde Berlins, Unter den Linden Nr. 8, bei Herrn Fuchs, is den 24sten, 25sten, 26sten und 27sten d. M. gegen 5 Sgr. Eintrittsgeld geëffnct, Kinder unter 10 Jah- ren zahlen die Hälfte,

748 b]

i Kunst-Auctioa ín Leipzig. Vernzcichniß der Kupsfer- stih-Sammlung des verstorb. Hrn. J. É. Böge hold zu Dresden. 3ie Abthlg. enthaltend: die ni.derländ, Schule, Nebst einem Anhange von Kupferstichen, Ra- tirungeu, Handzeichnungen, Kunstbüchern u. st. w. aus dem Nachlasse des Hrn. Freiherrn A. J. von Beust und anderer Kunstfreunde, die den 5, Oktober verstci- gert wird.

Zu erhalten bei Rud, Weigel in Leipzig.

Auswanderungen. [808] Rechtfertigung

des Hauses Carl Delrue & Co.

in Dünkirchen, f Beirefs der gegen dasselbe seither in den deutschen Zeitungen erschienenen unbegründeten Verläumdungen.

Diese Rechtfertigung ist gefrästizt durch ein von Sciten des Kaiserlich brasilianiscben General - Konsuls in Paris an den Königlich französischen General-Pro- furator in Dünkirchen amtlich gerichteten Auftrage Ak- tes, bezüglich der gegen das Haus C. Delrue & Co. in den deutichen Zeitungen aufgenommenen Beschuldi- gungen und der daraufyin durch den besagten König- lich französischen Staats-Profkuarator erfolgten amtlichen Widerlegung und Niederschlagung aller dieser falschen Beschuldigungen. Das Haus Delrue & Co. ach- tet es sciner Ehre und seinem nirgends je angetasteten guten Rufe \{uldig, durch Veröffentlichung diescr ge- seplichen offiziellen Aktenstücke ganz Deutschland wo man auf alle mögliche unerlaubte Weise gesucht hat, es zu verdächtigen eines Besseren zu belehren,

Ausfertigung

Heute, den 5. September 1846 ,' is vor Wilhelm Seyler, Großh. Hess. Notar der Provinz Rheinhessen, im Amtssige zu Mainz, in Gegenwart der “am Ende genannten Zeugen erschienen : i

Herr Heinrich Beauco urt, Theilhaber des Hauses Charles Delrue & Co., Handelsleute und Schifffs- cigenthümer in Paris und Dünkirchen , dermalen in

ainz sih aufhaltend.

Derselbe übergab dem Notar die durch das Mini- sterium der auswärtigen Angelegenheiten zu Paris am 28. August 1846 und durch den Königl, Preußischen Gesandten daselbst am 31, nämlichen Monats beglau- bigte Abschrift von i

1) einem von dem General-Konsul des Kaiserreichs Brasilien in Frankreich an den Herrn Camescasse, Königlich Französischen Prokurator in Dünkirchen, ge- richteten Schreiben de dato Paris, den 22, August 41846, und

2) einem von dem genannten Königlich Französischen Profurator an den gedachten Generalkonsul Herrn J. Maciel da RNocha hicrauf ergangenen Antwortschrei- ben de dato Dünkirchen den 24. August 1846, von welchen“ bciden “in sranzösisher Sprache abgefaßten Schreiben die Originalien in dem Archive des Kaiser- li< Brasilianischen Konsulates in Paris hinterlegt sind.

Der Herr Komparent ersuchte den Notar, das ihm übergebene vorbescbriebene Aftenstü mit dem Originale der gegenwärtigen Uikunde in seinem Amtsarchive auf- zubewahren und Jedem, der es verlanzen sollte, au- thentische Kopieen davon zu ertheilen.

Der Notar, diesem Gesuch willfahrend, nahm das ihm übergebenc Altenstü> zu Handen und bog dasselbe der Urschrist des Gegcnwärtigen, womit es registrirt werden wird, als Anlage bei, nachdem dasselbe von dem Herrn Komparenten im Bcisein des Notars und der Zeugen ne varietur paraphirt worden war.

Der Juhalt des hinterlegten fraglihen Aktenstüks lautet, ins Deutsche überseyt, wörtlich also:

Abschrift. General-Konsulat des Brasilianischen Kai- serreihs in Frankreich.

Paris, den 22. August 1846.

Mein Herr! Jch habe in Erfahrung gebracht, daß das Haus Ch. Delrue & Comp. áus Jhrer Stadt, dessen Chef Viccfonsul meiner allerhöchsten Regicrung ist, von verschiedenen Zeitungen, bezüglich der Auswan- derungs-Bcsörderung nach Brasilien, womit es sih be- schäftigt, ist verläumdet wordcn. Jch habe auch ge- tußt, daß auf Jhr amtliches Einschreiten der Urheber dieser Veröffentlichungen aufgefordert worden ist, die Beweisstüke vorzulegen, welche er zur Begründung sci- ner Beschuldigungen darbringen fónne, daß das Haus C. Delrue & Comy., in Betrcff dieser Angelegenheit seine Korrespondenz Ihnen vorgelegt hat, und daß schließlich cine öffentlihe Widerlegung zu Gunsten die- ses Hauses stattgehabt hat. Jnzwischen wurde diese vorstehende Bes uldigung in mchreren europäischen und namcntlih deutschen Zeitungen wiederholt und, obwohl sie meine Regierung nur mittelbar dabei betheiligt, so ist es dennoch meine Pflicht, ‘in Anbetracht der Stel- lung des Herrn Ch. Delrue, als Brasilianischen Vice- fonsuls, mi< auf das Genaueste von dem zu unter- richten, was si zugetragen hat. an Sie zu wenden, _und würde Jhnen ' unendlich ver- bundep sein, wenn Sie die besondere Güte haben woll- ten, mir über jenen Gegenstand einen, ausführlichen Bericht, den ih nach Brasilien zu senden beabsichtige, zukommen zu lassen. Jch bitte Sie, mein Herr, die Versicherung meiner vollfommensten und ausgezeichnetsten Verehrung entge- gen zu nehmen, mit welcher ih dje Ehre habe ‘zu sein

Jch bin so frei, mich -

Herr Camescasse, Prokurator des Königs zu Df kirchen, : Jhr ergebener Diener Gezeichnet: J. Maciel da No ha General-Konsul von Brasilien in Frank Nr. 10, Kastellan-Straße, in Paris,

Dünkirchen, den 24, August 184, Herr General-Konsul!

Angezoge1 welche im verflosscnen Jahre mehrere Hundert J Landèleute zu Dünkirchen gefunden hatten, sind vit fünfhundert Deutsche in der Absicht daselbst ange men, si< nah Brasilien zu begeben ; aber sie h deshalb feine freie Ucberfahrt gefunden, weil die dem Kaiser von Brasilien und dem Hause Delruy Dünkirchen abgeschlossenen Verträge, nach wel vorigen Auswanderungen stattfanden, seit dem My Oktober 1845 abgelaufen waren. Da der größte? dieser Deutschen von Hülfsmitteln entblößt war, nahm derselbe zur öffentlichen allgemeinen Mildthi feit scine Zuslucht, welche turch cinen deutschen Ey lehrer in Dünkirchen, Henn Hohagen, Preuß, gercgt war, der einc edelmüthige Ergebenheit für f Landsleute entwidelte. Unglülicherweise ließ nj verleiten, auf unzuvcrlässige Nachrichten hin einen in ciner Zeitung zu veröfsentlichen, in welchem « Hause Ch. Delrue und dessen Lg nen 23 Las! alle jene Deutsche nach Dünkirchen mit der Hof auf eine freie Ueberfahrt verlo>t zu haben, de j später verweigert worden wäre.

So in seiner Ehre gekränkt , veranlaßte das f Delrue eine Anklage gegen Herrn Hohagen t Verleumdung, und hier war cs, wo mcin diensl Einschreiten angerufen wurde, um wo mögli i günstigen Beschluß in Betre} des chrenwerthen Chi ters der Personen, welche eben im Sireite waren y beizuführen. 5 f

Einige Zusammenkünste haben bei mir stattgesuz und nah Untersuchung dex Korrespondenzbüdr Hauses Delrue, dcr Bricfe, die das Haus Vil von seinen Agenten aus Deutschland erhalten hi und die von Herrn Hohagen überseßt wurden, undi den Erklärur gen, welche von den betreffenden Pei gegeben wurden, geht sowehl fär die Peisonen, nul zu dicsen Zusammenkünsten berusen ware, als für die feste Neberzeugung hercor, daß das Haus Del an der Ankunft jener Deutschen i1 Düntirchen unst dig ist, daß es feinem derselben eine freie Nebriji versprochen , im Gegentheil , daß cs allen denjeni welche ih mittelbar oder unmittelbar a. dasselbt wandt hatten, den Rath gegeben hatte, ihre Reist dahin zu verschieben, wo cin neuer Vertrag mit Brasilianischen Reiche würde abgeschlossen sein, dan seiner Zrit die Auswanderungs - Bedingungen blu mach:n würde ; cndlicd, was die früheren Agen Hauses Delrue in Deutschland betrifst, so haben weder Beweise noch ernstliche Anzeigen irgend einn gefunden, die gecignet gewesen wären, die Austwatd zu verleiten (hinters Licht zu führen), was übzigent so wemger möglich war, da alle Auswanderer ded 11 flossenen Jahres aus ihrer Heimath mit gedru>ten l wanderungs - Kontraften des Hauses Delrue vei waren, welche die gegenseitigen Verbindlichkeiten \ Hauses Delrue und der Auswanderer enthielten, 1 rend in diesem Jahre jene auch nicht den cu\ern! Titel der Art in Händrn halten, Auch blieb s einbart, daß Herr Hohagen der Publizität cinen V übergeben werde, mit wel<hem er scine irrigen Ansid widerrufen werde, unter Schonung seiner Eigenli In Folge der Veröffentlichung dieses Schreibens 1 gestüyt anf die gerechte Achiung seiner Mitbürger, | das Haus Delrue dem begonnenen correctioni

rozesse keine Folge gegeben. : i Por, mein Herr General - Konsul, die Ausfsli

welche Sie von mir nit Jhrem Briefe vom 22st

ses Monats verlangen.

Jch würde mich glücklich \hägen, berufen zu Fi

Jhre Meinung über das Haus Delrue, wenn 9 darüber im Jrrthum hätten scin sollen, zu beridli und bitte Sie, Herr General - Konsul, die Versiche

meiner Hochachtung z1u genehmigen, mit der ich dieV

habe zu scin Ihr ganz ergebener Diener Gezeichnet: Camecscafsst,

neten General-Konsulats hinterlegt sind. Paris, den 28. August 1846. (L S.) Gezeichnet + J. Maciel da Noha,

da Rochha. Paris, den 98. August 1846.

Ermächtigung des Ministers, der Kanzlei- Büreaus :

(L. S.) Gezeichnet: Seneuze. : Zur Beglaubigung vo1 stehender Unterschrift des?! STneuze, Beamten im Französischen Ministerium

auswärtigen Angelegenheiten,

Paris, den 31. August 1846. : Der Königlich Preußiscbe Gesandi! (L. S.) Gezeichnct+ Arnim. / Worüber Urkunde. So geschehen am obigen Taj Mainz in der Amtsstube des Notars 11 Gegen" der Zeugen Jehann Thomas, Schuh matek, | Friedrich Adam Schmitt, Privaimann, beide haft in Mainz, welche mit dem Komparenten und

Notar nah Vorlesung unterzeichnet haben.

Unterzeichnet auf der Ur\christ:

Beaucourt, Johann Ihomas, F. A. Schmitt und Seyler.

Nro. 5644. Einregistrirt zu Mainz, den * & tember 1846. Fol. 386, V. E- 5. Empfangen zig acht Kreuzer. Unterz.: Closmann. R Für richtige Ausfertigut# (L. S.) Seyler. 6!

Dic Echtheit vorstehender Unterschrisi des Hrn, ler, Großh. Notar dahier, wird andurch amili glaubizt. :

Mainz, deu 5, September 1846, au Der Prásident der Ferien - Secfion des Großh.

gerichts (L. S,): J, Görz d

Vorstehende Unterschrist des Präsidenten der F Section, Hrn. Richter Görz am Großh. Kreis dahier, wird andurch beglaubigt.

Iainz, den 5. September 41846. ¡ Großh. Hess. Kreisrath des Stadtkreises Maid Jn dessen Verhinderung: - Müller,

L. S. H : E Großherzogl. Kreissecreta!

Dieser Brief gin E ín die deutschen Zeitungen über, $

General-Konsul von Brasilien in Fran] jüj

Der Minister der auswärtigen Angelegenheit 1 scheinigt die Echtheit anderseitiger Unterschrift det "F

Das Abonne men tk beträg!

9 fithlr. für 5 Iahr. | 4Rhlr. - 5 r. 8 Kthlr. -

1e 266.

Die vierteljährliche T rpedition \clb| (Friedrihs-Straße Nr. 72) gemadht ,

ánumeration dieser Zeitung beträgt 2 Rthlr. Preuß. Cour. für

Allgemeine

: 1 Jähr. 9 9 n Theilen der Monarchie reis - Erhöhung. usertions-Gebühr sür dew | ( ( | UN ner Zeile des s as ‘Anzeigers 2 Sgr. ° dd

dur< die Ueberfahrts - Begünstiguu|

—_——_———_——

Berlin, Freitag den 25sen Septemöver

An die Leser.

E Ä Ä I rer

l das Jnlaud. und seder innerhalb der Ringmauer der Stadt wol ai ä dur die S

: z E Z S hnende Pränumcrant erhält das Blatt dur die S

n angegebenen Datum, frei ins Haus gesandt. Auswärtige, des In- oder Auslandes , bewirken en Bestellungen dur die Stadtposi, son den Abend v un nicht mil Gewißheit die Nummern erwarten, die vor der hier cingegangenen Meldung erschienen find.

Alle Poft - Anstalten des In- und Auslandes nehmen Beftellung auf dieses Slatt an, für Serlin die Expedition der Allg. Preuf. : Zeitung: SFriedri<sslraß e Ür, 72,

1846.

Bestellungen für Berlím werden in der

rechtzeitig bei den resp. Post-Aemtern, wer dies versäumt,

Für cinzelne Nummern des Blattes ift der Preis 2% Sgr.

Uebrigens is die Einrichtung getroffen, daß Inserate, deren Aufnahme in den Allgemeinen Anzeiger dicscr Zeitung gewünscht wird, an den Wochentagen von Morgens

uhr ab bis Nachmittags 4 Uhr in unserem Expeditions - Lokale ,

per Zeile 2 Sgr. ¡hungen der Königl. Behörden ,

literarischen und Kunft - Anzeigen ,

Friedrichs - Straße Ir. 75,

au<h Familien : Nachri

den, Auswärtige haben ihre Inserate unter der Adresse der Expedition in frankirten Bricfen einzusenden.

Inhalt

mtliher Theil»

nland. Provinz Schlesien. Se. Majestät ín Oppeln, Breslau und gFamenz, Schreiben aus Herrnstadt. (Anfunft Jhrer Majestäten dasclbst.) Berlin, Die neuen Banknoten. Die augebliche Er- richtung eines Nonnenklosters auf der Jusel Nonnenwerth. Provinz Westphal en. Truppen-Uebung.

eutshe Bundesstaaten. Königreich Bayern. Kirchen-Kollekte, Das Donau - Dampsfschleppschiff „Stadt Ulm“, Großherzog- jhum Hesscn und bei Rhein. Einstweilige zollsreie Mehl-Einfuhr. Herzogthum Holstein. Neffript der \<leswig - holsteinischen Re- gierung an die Polizei - Behörden. Ernennungen. Freie Stadt Hamburg. _ Geschenk Sr. Majestät des Königs von Preußen für die hamburger Stadt - Bibliothek. Juspection der Militair - Vorräthe des hamburger Bundes - Kontingents.

esterreichische Monarchie. Wien. Ernennung. Klausen- hurg, Eröffnung des Landtags von Siebenbürgen.

O und Polen. St. Petersburg. Nachrichten aus dem Rautajus.

ankrcich. Paris. Die Flucht des Grafen von Montemolin und des General Cabrera. Das Journal des Débats über diese Fluch, Heirathsgut der Jnfantin Maria Luisa, Nachrichten aus Algier, Vermischtes, Schreiben aus Paris. (Die Flucht des Gra- en Montemolin.)

oßbritanien und JFrland. London. Indische Ucberlandpost durch Deutschland. Fondsmarkt. Vermischtes.

lgien. Brüssel, Die Errichtung einer Statue des Königs durch je Offiziere, Mangel an Militair-Aerzten, Springen eines Dampf- esselsô. alien. Bl ishtes. panien. Sthreiben aus Madrid. (Näheres über die Sipung des MRongresses vom 14. September; Bittschrift gegen die Vermählung der B nfantin Donna Luisa ; Vermischtes.)

udels- und Börsen-Nachrichten. Berlin, Börse.

Rom. Abberufung des Delegaten von Ancona. Ver-

u Versammlung deutscher Land- und Forstwirthe. Die Naturforscher- ersammlung in Kiel.

Amtlicher Theil.

e. Majestät der König haben Allergnädigst geruht :

Dem Sornsteinfeger - Gehülfen, Unterossizier Jeitner in bshü und dem Einlieger Franz Richter in Leisniß, Kreises bshüs, die Rettungs - edaille am Bande zu verleihen; und Den bisherigen Direktor des Land- und Stadtgerichts zu Brom- h, Ober-Laudesgerichts-Rath Horn, in derselben Diensteigenschast

U das Land- und Stadtgericht zu Naumburg a. S. zu verseßen.

Saats-Profkurator in Dünlirtet Z

Die vorstehende Abschrist is gleichlauten® mit F Originalbriesen , welche in tem Archive des unte

Se. Königl. Hoheit der Prinz Friedrich is von Düsseldorf angekommen.

} Der Undgerichtös-Referendarius Franz Jakob Göß zu Köln

auf den Grund der bestandenen dritten Prüfung zum Advokaten Trat des Königlichen Appellations - Gerichtshofes zu Köln er- nt worden.

———

_ Angekommen :- Der Ober-Berg-Hauptmann und Direktor im Finanz - Ministerium für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen, Graf von Beust, aus der Rhein-Provinz.

Uichtamtlicher Theil. Inland.

Provinz Schlesien. Breslau, 22. Sept. (Bresl. Ztg.) Heute Mittag 12 Uhr traf Se. Majestät der Köuig auf dem hiesigen oberschlesischen Eisenbahnhofe ein. Eine mit Kränzen ge=- \{müd>te Lokomotive führte den Zug. Am Eingange des Bahnhoses, auf dessen Gebäuden Fahnen in den preußischen und schlesischen Far- ben flaggten, hatten sih die in den verschiedenen Werkstätten beshüä}= tigten Ouvriers, über 900 an der Zahl, mit Fahnen aufgestellt, um Se. Majestät mit einem dreimaligen Hurrah zu begrüßen. Der Per- ron war mit Oraugerie und Guirlanden rei< verziert; hier harrten der Ankunst des Monarchen der General-Lieutenant und Kommandant von Breslau von Zollikofer , der Polizei - Präsident, Geheime Ober- Regierungs-Rath Hein>e, und der Landrath Graf Königsdorff. Jm Gefolge Sr. Majestät befand sich der Ober -.Präsident der Provinz von Wedell. Se. Majestät nahmen ein Dejeuner ein, geruhten meh- rere Anwesende auf das huldvollste anzureden und traten nach %stün- digem Aufenthalte die Reise nah Herrnstadt an. Die Chaussee \o= wohl als die Straßen, welche die Wagen passirten, waren von einer dicht gedrängten Menge beseßt. i

Oppeln, 21. Sept. (Bresl. Zt g.) Heute war der festliche Tag, an welchem Se. Majestät ter König Oppeln seit der Thronbe- steigung zum erstenmal mit seinem e Besuche beglüd>te. Der Rathhaus-Saal und die zu ihm führende Treppe, so wie die zwei daranstoßenden Zimmer, waren schon am frühen Morgen aufs glänzendste dekorirt zu dem Festball, der von den Landständen, sieben umliegenden Kreisen und der Kommune Oppeln veranstaltet worden war. An der Jahrhundertbrücke war eine sür den Abend mit Flag- gen in den Nationalfarben und auf andere Weise ges<hmüd>te Ehren- pforte errichtet. Um 40 Uhr postirten sich die sämmtlichen Schulzen des oppelner Kreises , alle mit neuen Stö>en, Binden am Arm und Kokarden am Hut, in zwei Gliedern auf der nah Falkenberg führen- den Straße. Gegen 11 Uhr versammelten \i< die einzelnen Gewerke in festliher Kleidun mit ihren Fahnen und Ge- werks - Jusignien vor dem Po -Gebäude, von wo sie nah dem Oderthor marschirten und von hier ab Spalier bildeten. Unter den- selben zeichneten sich namentli< die Zimmerleute und die Tischler dur< sehr gelungene, zur Schau getragene Arbeiten aus. Gegen 12 Uhr begab ih der Magistrat und ein Theil der Stadtverordne- ten, mit silbernen Ketten geshmüd>t, zum Empfange des Königs nach der Ehrenpforte, wo \ih mittlerweile 40 Jungfrauen zu demselben Zwecke versammelt hatten. Von der Ehrenpforte bis zur fleinen OÖderbrü>e standen die Veteranen aus den Jahren 1813 bis 1815, an welche sich die Kaufmannschaft anschloß und das Spalier bis zu den Gewerken hin vervollständigte. An die Gewerke s<hlos- sen sih die Subaltern - Beamten der Regierungz um den Plaß vor dem Regierungs - Gebäude vom Volke rei zu halten, hatte si< vor leßterem die Schütengilde in Parade als Ehrenwache

j : i / in Empfang genommen werden. Um wiederholten Anfragen zu begegnen, wird zuglcih bemerkt, daß in dem Anzeiger der Allg. Preuß. Zeitung, außer gerichtlihen und anderen öffentlichen Bekannt- ten jeder Art, so wie Industrie und Handel betreffende Anzeigen , stets Aufnahme

Der Preis der Insertion beträgt für den Raum

aufgestellt. Se. Majestät wurden nah der um 4 Uhr Nachmittags erfolgten Ankunft an der Ehrenpforte von dem Bürgermeister Gosebky mit einer von Sr, Majestät Allerhuldvollst beantworteten Rede empfangen. Eine Dame überreihte hiernach den Oelzweig, eine an=- dere den Ehrentrunk. Unter Glod>engeläute fuhren Se. Majestät nach dem Regierungs-Gebäude, wo Allerhöchstdieselben den Magistrat, die Stadtverordneten, die Behörden 2c. Sich vorstellen ließen. Die Schügen, der Krieger-Verein, die Dorfschulzen und Innungen hatten sich mittlerweile durch den Aufmarsh in Kolonne formirt und defilir= ten vor dem Regierungs - Gebäude vorbei, wo Se. Majestät vom Fenster aus Jhr Allerhöchstes Wohlgefallen zu erkennen gaben. Hier= auf fand Königliche Tafel statt, wobei der hiesige Singverein einige Gesänge vortrug. Nach 9 Uhr begaben Sich Se. Majestät zum Balle und verweilten daselbst über eine Stunde. Abends war die Stadt festlich erleuchtet.

Kamenz, 20. Sept. (Allg. Od.-Zt g.) Heute Nachmittag um 25 Uhr trafen Se. Majestät der König, über Frankenstein fom=- mend, hier ein, stiegen sogleich aus dem Wagen und begaben sih zu= nächst, begleitet von dem hiesigen Pfarrer Neumann, in die nahe Kirche, besahen den s{hönen Hochaltar und die Stelle, wo Friedrich der Große von Kaiserlicher Gefangenschaft im 7jährigen Kriege, as Cisterzienser verkleidet, gerettet wurde. Dann fuhren Se. Majestät auf den Schloßberg, um dieses imposante Bauwerk genauer in Augen- schein zu nehmen, verweilten hier etwa 14 Stunde und seßten dann die Reise über Patschkau nach Neisse weiter sort.

X Herrunstadt, 22. Sept. Se. Majestät der König sind heute Abend 6 Uhr aus Oppeln und Jhre Majestät die Königin eine Stunde später aus Erdmannsdorf glü>lih hier eingetrossen. Auch Se. Königl. Hoheit der Prinz Karl von Bayern ist gegen Abend angelangt, und Se. Königl. Hoheit der Prinz von Preußen wird no< erwartet. Dagegen ist Se. Kaiserl. Hoheit der Erz- herzog Johann durch Krankheit verhindert, hierher zu kommen.

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Verlin , 24, Sept. Se. Majestät der Kaiser von Rußland haben dem Korrespondenz - Secretair des Prinzen von Preußen Königl. Hoheit, Bor >, den St. Stanislaus - Orden dritter Klasse zu verleiben geruht.

Berlin, 24. Sept. Die Augsburger Allgemeine Zei- tung theilt in Nr. 254 aus Berlin vom 1. September die Nach- riht mit, daß die Emittirung der neuen Banknoten auf das nächste Jahr verschoben sei. Wir können aus siherer Quelle versichern, daß der Drud> derselben bereits begonnen hat und deren Ausgabe jeden- falls im laufenden Jahre erfolgen wird.

Berlin, 20, Sept. Oeffentliche Blätter erwähnen, wie einer Thatsache, daß auf der Jnsel Nonnenwerth die Einrichtung und Er= öffnung eines förmlichen Nonnenklosters unter Zulassung der Regie- rung stattgefunden habe. Wir haben Gelegenheit gehabt, uns über diese Angelegenheit auf zuverlässigem Wege zu unterrichten, und sind zu der Versicherung in den Stand geseßt, daß zwar bei den Behör=- den Anträge eingegangen sind, welche die Errichtung einer barmher- zigen Schwestern anzuvertrguenden Kranken-Anstalt auf der gedachten Jnsel zum Zwe> haben, daß indeß über diese Anträge noch kein Beschluß gefaßt, mithin au die Erzählung, daß die Regierung die Umwand=-

thute Versammlung deutscher Land- und Forst- wirthe. Grat, 18. Sept. (Grab. Ztg.) Jn der allgemeinen E vom n wurden die Vorträge über die Errichtung von Sparkassen und dit-Anstalten sür die ad>erbautreibende Klasse unter lebhaster, mit- 1 sehr geistreicher Kontroverse geschlossen. Kam auch eine Einigung Ansichten für jeyt niht zu Stande, so dürfte doch des Freiherrn von sen gewichtiges Wort Beherzigun verdienen, der dem Einwurfe, Kredit- alten beförderten Leichtsinn und Schuldenmachen, die einer vieljährigen ¡id entnommene tressende Bemerkung entgegensepte, daß, abgesehen von Schuße gegen Wucher, die Bereitwilligkeit der Landleute, si< in Noth- n wechsel\seitig zu billigen Bedingungen Hülfe zu leisten, durch das handensein solcher Anstalten sehr gesteigert werde, weil man wisse, daß Mod dem Schuloner die Erstaitung des Entlehuten zu jeder Zeit mög- Die Versammlung ging über zu der großen Zeitfrage der scit dem ïe 1845 so vieles Unheil stistenden Karto ffel-Krankheitz über sie fun der sürstlih Metternihshe Güter - Direktor Ranzoni, Freiherr von ŸYshausen, Hossmann, der Reichsgraf Hieronymus von Herberstein, der praftisher Oekonom die Wahl möglich leichten Bodens zum Anbau zur Vermeidung des dieser Frucht sich schädlich erweisenden Düngers elwirthschast empfahl. Bei der Voraussicht, daß dieser in allen Blät- ereits so vielfa verhandelte Gegenstand cine lange Reihe von Vor- en veranlassen werde , konnte die energische Motion des Professors vek, daß nur jene Redner auftreten sollen, die statt Theoricen und Hy- fien Thatsachen und vollbegründete Erfahrungen zu berichten haben, ais als mit dem größten Beifalle aufgenommen werden. L. er Landeshauptmann Jgnaz Graf von Attems kündigte der Ver- e sa an, daß die Stände der Steiermark zum Andenken an den dem me 0 hocherfreulichen Besuch der deutschen Land - und Forstwirthe eine e Leden ließen, welhe jedem Mitgliede als Festgeschenk dargeboten Ae 3 diese Medaille von ausgezeichneter Schönheit, ein Werk C. Lange's

in Wien, zeigt das Landhaus zu Gray mit dem. Wappen der Steiermark, der Revers cnthält in einem trefflich gearbeiteten Laub - und Fruchtkranze die Widmung.

Nachmittags fanden auf der Realität des Landwirthschafts- Mitgliedes R i it mehrerlei Gattungen von Pflügen und Ex- stirpatoren statt, auch stellte Leo Wolf aus Wien seine amerikanisch - excen- irische Universalmühle, für jede Gattung von Triebkraft verwendbar, zur Schau, und in den Sälen des Universitäts-Gebäudcs fand eine Ausstellung von Obst und Früchten statt.

Das am gestrigen Tage im Namen Sr. Majestät des Kaisers von dem Landes-Gouverneur, Grafen von Wickenburg, veranstaltete Fest über- traf noch jenes bei Anwesenheit der deutschen Naturforscher und Aerzte im September 1843, Aus den glänzend erleuchteten Sálen und Appartements der Burg, wo man sich um 7 Uhr Abends versammelte, wogte dichtgedrängt eine Zahl von mehr als 3000 Gästen nach dem Garten-Parterre, wo rechts ein Baldachin sür die Gesellschast, links ein zeltartiger Bau, jedoch von riesigem Umfange und der Höhe von fast 7 Klastern, mit Fahnen und Wim- peln, die Farben sämmtlicher deutscher Bundesstaaten tragend, sich der Haupt- fronte der Burg anschlossen, Se. K, Hohcit, der durchlauchtigste Präses der Versammlung, war leider dur<h die no< anhaltende Unpäßlichkeit ver- hindert, dem Feste a A Nach der Ankunft Jhrer Königl. Hoheit der Frau Herzogin von Berry tru der erst kürzlich hier gebildete und bereits in scinen Leistungen ausgezeichnete änner-Gesangverein, ein Kompler von mchr als 160 größtenthcils schönen jugendfiischen Stimmen, das „deutsche Lied“ von Kalliwoda vor; 1hm folgte ein Festmarsh von Leonhardt, von drei vollzähligen, im Zelte aufgestellten Regiments-Musikbanden, unter der mei- sterhasten Leitung des Tonsehßers ausgeführt, Dic Vokal- und Justrumen- tal-Chöre wechselten nun, tee unter Direction der dur das „Nadhtla- ger von Granada‘’ und andere gediegene Werke rühmlichs|t bekannten Ka- pellmeister Herrn Konradin Kreuzer, und Herrn Johann Paulasek mit der gemüth- und wirkungsreichen Tondichtung des Ersteren: „Frühlingsnahen““, “Wer ist unser Mann“, von Zöllner, einen Vokal - Walzer von Storch, und dem „deutschen Vaterland“, Leyterer mit der kräftigen Ouvertüre aus

„Titus“ und einem trefflich

arrangirten Potpoucri österreichischer Na- tionaltänze, besonders sprach der herzerhebende Chor vom „deutschen Vaterlande“ an, und die einfache, aber \sinnig gewählte steiermärkishe Weise, durch ein kanstreiches Crescendo, die Pracht des Tutti, das allmálig in den sanfien Tönen einer Alpenmelodie verklingt, zur höchsten Wirkung gesteigert. Beide Nummern mußten auf stürmishes Verlangen des Publilums tvieder- holt werden, Zum Schlusse vereinigten sh die Vokal - und Junftrumental- Chöre zur Aufführung einer Fest - Cantate, gedichtet von Karl Ritter von Leitner, in Musik geseßt und elcitet von Konradin Kreuyer, in der beide gefeierte Meister in der Auffassung deutscher Gemüthlichkeit und Würde aufs Glänzendste wetteifertenz das Festlicd sammt der Composition, in Dru ge- legt, wurde als werthvolles Andenken an die Zuhörer vertheilt. Wie durch Zaubersch!ag erhob sich, als die leyten Tóne erklangen, hoch über dem Zelie eine Feuerwerkssronte mit dem Gruße: „Herzlich willkommen“, in riesen- hasten Lettern, und als man zur Rüdkchr na< den Sälen Anstalt machte, war, so weit das Auge reichte, Festplay, Garten und Gesellschaft durch dic Wirkung des Hydrogengases in einem Hohlspiegel von mächtigem Umfange wie beim glänzendsten Sonnenlichte erhellt.

Wohl hätte die Feier jeder Anforderung vollkommen genügt, und den- noch sollte sie heute noch überboten werden. Am südlichen Flügel der Burg erschien, als die Gallerie des Wintergartens sich öffnete, ein gewaltiger An- bau, cigens für das Fest emporgezaubert , dessen Schauplaß si hierdurch bis zum südöstlichen Maueru-Umsfange der Stadt um mehr als 400 Schritte verlängerte, eine 4 Klaster breite Treppe in drei regelmäßigen Absäten, je zu 12 Stufen, mit Teppichen bespannt, geschmückt mit Statuen und den Ansichten der Städte, in welchen die zehn bisherigen Versammlungen deut- scher Land - und Forstwirthe stattfanden, als: Dresden, Karlôruhe, Pots- dam, Brünn, Doberan, Stuttgart, Altenburg, München, Breslau und Graß, in mehr als 6 Fuß breiten Bildern, von der eübten Hand des Landschafters Joseph Kuwassegg ausgeführt, führte hinab zur Terrasse zwi- schen der Burg und der Bastei nächst dem Franzensthore, do< war der

anze bis 100 Klafter lange Raum geschlo}sen durch zwei Gallericen, und n ihrer Mitte ein 30 Klaster langer, 12 Klaster breiter und 5 Klaster ho-

P Z G M G E P S E E A R E B I E E“ Nt R E S C REE N