1846 / 294 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

„Heißt das aber, daß diese Entsagungen den Ausschluß jedes Bündnisses zwischen dem Hause der französishen und dem der spa= nischen Bourbons zur Folge haben könnte? Das wäre eine seltsame und ganz unzulässige Behauptung. ““

„Diese beiden dur< den Vertrag von Utrecht begründeten Zweige des Hauses Bourbon sind zu einander in der Lage europäi=- scher souverainer Häuser unter si< verblieben. Sie haben auf ihre gegenseitige Erbfolge verzichtet, aber nichts hindert sie, sih zu ver- binden, wenn nur der Grundsaß der Trennung beider Kronen un- versehrt bleibt. Jn dem hier vorliegenden Fall nun kann man wohl sagen, daß jede Besorgniß in dieser Hinsicht <himäris< wäre.“

„Der Herzog von Montpensier is ja gegenwärtig dur<h neun Prinzen, die sih des besten Wohlseins erfreuen, und deren zahlreiche Nachkommenschaft, allem Anschein nah, eine stärkere materielle Schei- dewand als jemals zwischen den beiden Linien in Franfrei<h und Spa- nien bilden wird, von der eventuellen Erbfolge auf den französischen Thron geschieden.“ i

„Zugleich is zu bemerken, daß, wenn die Jufantin Luisa Fer= dinanda dur< ihre Geburt je auf den spanishen Thron käme, der Herzog von Montpensier ni<ht König, sondern Gemahl der Königin sein würde; und was die aus seiner Heirath hervorgehen- den Kinder betrifft, so werden sie ihr Recht von ihrer Mutter, nicht von ihrem Vater her haben, was zu vollständiger Erfüllung des im Jahre 1713 von Seiten des Herzogs von Orleans geleisteten Ver- zichts hinreicht.““

„„Man hat zwar gesagt, ein Artikel der neuen spanishen Ver= fassung untersage dem Könige und seinem unmittelbaren Erben, sich mit einer dur< das Geseß von der Thronfolge ausgeschlossenen Per-= son zu verehelihen, und man nimmt an, daß dieser Artikel auf den Herzog von Montpensier anwendbar sei; aber dieses Argument ist eben so untristig wie das erste.

„Jedermann weiß, welhes Gesez und welhe Fürsten die Ver- fassung meint, und es is niht mögli, die Ausschließung auf aadere als die von diesem Geseß selbst bezeihneten auszudehnen; ein Ver= trag is kein Geseß, zumal wenn es s\{< von einem alten und in vielen seiner Theile außer Gewohnheit gekommenen Vertrage, wie der Vertrag von Utrecht, handelt.

„Die von uns in Hinsicht des Rechts widerlegten Einwendungen sind eben so wenig von der thatsächlihen Seite haltbar. Seit der Theilung des Hauses Bourbon in zwei Linien, eine französische und eine spanische, vermittelst des Vertrages von Utreht und seiner An- hängsel, sind dieselben darum niht minder unter si< Verbindungen eingegangen, zu denen ihre Verwandtschaft sie natürlih besonders hinleitete, und die ganz von derselben Art waren, wie die, welche sie mit anderen souverainen Häusern eingehen konnten. Diese zablreihen Verbindungen sind niemals irgend einem Hinderniß oder Widerspruch begegnet und in keinem Fall als eine Verlegung der Verträge ange- sehen worden.“

„So heirathete glei<h in den ersten Jahrèn nah dem Vertrage von Utrecht: 1) Ludwig 1, König von Spanien, ältester Sohn Phi- lipp's V., zu Lerma am 20. Januar 1721 Louise Elisabeth von Orleans, Mademoiselle von Montpensier, vierte Tochter .des Regen- ten, Herzogs von Orleans; 2) der Jufant Don Philipp, Herzog von Parma, Sohn Philipp's V., hzirathete am 25. August 1739 Louise Elisabeth von Frankreih, älteste Tochter Ludwig's XV,; 3) der Dauphin, Sohn Ludwigs XV., heirathete am ‘23, Februar 1745 Marie une Antoinette , Jufantin von Spanien , Tochter Phi- lípp's V.“ ä

„Dieses dritte Beispiel ist das bemerkenswertheste unter den dreien, indem hier der französis<he Thronerbe selbst eine der Erbinnen der spanishen Krone heirathet. Und man kann nicht behaupten, die von Philipp V. zur Veränderung der Erbfolge verkündete pragmati= he Sanction habe die Jnfantin Marie Therese ihrer eventuellen Rechte beraubt, denn bekanntlich is dieses Geseß Philipp's V._nur zur Hälfte ein salishes Geseß, indem es si<h darguf beschränkt, die weibliche Thronfolge erst zuzulassen, wenn feine mäunlihen Erben mehr vorhanden sind.“ ; '

„Den vorstehenden Beispielen kann noh hinzugesügt werden die Doppelheirath, welhe mittelst eines am 25. November 1721 zu Ma- drid unterzeihneten Vertrages zwishen Ludwig XV. ünd der Ju- fantin von Spanien, Tochter Philipp's V., Marie Annà Victorièë, nachher Königin von Portugal, einerseits und zwischen dem Jufauten Don Carlos, nahmals Karl [Ill,, und Mademoiselle vou... Beaujolais, Philippa Elisabeth von Orleans, Tochter des Regenten,. Herzogs von Orleans, andererseits beschlossen wurde. Diese Ehen kamen, nachdem sie zwischen beiden Höfen shon abgemacht waren, in Folge-von Um- ständen, die mit dem Vertrag von Utrecht durchaus - nichts, zu \<af- fen hatten, niht zur Vollziehung.“

„Jn unseren Tagen haben sh ähnliche Verbindungen erneuert. So heirathete 1) der Herzeg von Orleans, jeßige König der Fran-= zosen, am 25. November 1809 Marie Amalie, Enkelin Karl's Ill, und Urenkelin Philipp's V., die, als solhe, eventuelles Anrecht an die spanische Krone hatte; 2) der Herzog von Berry, zweiter Sohn König Karl's X., heirathete am 17, Juni 1816 Karoline Ferdinande Louise, Tochter Franz? 1., Königs beider Sicilien, und in gleicher Weise von Karl I1!. und Philipp V. abstammendz; 3) endlich hei- rathete der Herzog von Aumale, Sohn des Königs Ludwig Phi- lipp T, am 25. November 1844 Marie Karoline Auguste, Tochter des Prinzen von Salerno, Nichte Königs Franz l., und in gleicher Weise von Karl Ul, und Philipp V. abstammend.“

„Hieraus folgt, daß zu allen Zeiten das Blut der spauischen Bourbonen si< mit dem der französischen Bourbonen vermischt hat, ohne daß irgend Jemand an die Klauseln des Vertrages von Utrecht erinnert hätte und ohne daß der Grundsaß der Trennung beider Kronen in Gefahr schien.“ :

„Alle Kinder des Königs der Franzosen stammen durch ihre Mutter, die Königin Marie Amalie, von Philipp V. ab, und es hat Niemanden einfallen können, ihnen ihr Thronfolgereht in Frankreich unter dem Vorwande streitig zu machen, daß sie von Seiten ihrer Mutter her ein eventuelles Anreht an ‘die spanishe Krone haben fönnten. Es ist aber die Verzichtleistung König Philipp's V. auf die französishe Krone für si<h und seine“ Nachkommen in denselben Ausdrü>ken abgefaßt, wie die des Herzogs von Orleans auf die spa- nische Krone, und müßte also dieselben Sen haben.“‘ '

„„Aus der Che Ludwig's l., Königs ‘von Spanien, mit einer Prinzessin von Orleans, und aus der des Dauphin, Sohnes Lud- wig's XV,, mit ciner Tochter Philipps V. entsprossen keiue Kinder z wären ihnen aber Kinder geboren worden, und hätte man auf sie die unbedingte Ausschließung angewendet, welhe, wie man will, die Nachkommen des Herzogs von Montpensier treffen soll, so würden jene Prinzen in Folge des doppelten Verzichts ihrer Urheber, in jeder der beiden Linien, der väterlihen und mütterlichen, gleihzeitig zur Erbschaft jeder der beiden Kronen unbefähigt gewesen sein, Es ge- nügt, auf eine solhe Schlußfolge hinzuweisen, um ihre Abgeshma>t- heit darzuthun.“ i

„Am leßten Ende haben wir uns gar nicht darüber zu beklagen, daß man die Einwendungen gus dem Vertrag von Utrecht hergeholt hat, denn wir ließen daraus, daß man sonstwo keine stihhaltigeren und besser begründeten aufzufinden“ wußte.“ :

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Die Erhebung Reschid Páscha's, eines der Urheber des Hatti- \herifs von Gülhane, zum Großwesir wird vom Journal des Débats als ein für den Fortschritt freisinniger Jdeen im ottoma- nischen Reiche und für das Wohl desselben sehr erfreulihes Ereigniß begrüßt, als ein Beweis vou den hochherzigen und ‘aufgeklärten Ge» sinnungen ‘des jungen Sultans, als ein glänzendes Zeugniß für seine Anhänglichkeit an die väterlichen Ueberlieferungen und für seinen Willen, seine Völker aller Wohlthaten der abendländischen Civilisation theilhaftig zu machen.

Cabrera richtet in der Quotidienne ein Dankschreiben ohne Datum und Ort an Eduard Walsh, worin er diesem Pseudonymen sür die Wärme dankt, mit der er ihn gegen die Verleumdung der ministeriellen Presse in Schuß genommen. „Jh dächte niht‘“, heißt es darin, „daß man in dem edelen Frankreich so niedrig von einem Abwesenden schreiben würde. Befreie ih Spanien, dann werde ih diese Schmäher vor die Gerichte fordern. Sterbe ih,

| dann überlasse ih meine Rechtfertigung meinen Freunden, die mich

überleben. (gez.) Cabrera.“

Der Commerce bringt folgendes Gerücht: „Das Mißover- gnügen Englands in der Frage der spanischen Heirathen dürfte sich bald dur< einen Aft der Feindseligkeit kundgeben, welcher in den Jahrbüchern Greßbritaniens niht unerhört ist. Eine ausgezeichnete Person, die wir auf keine andere Weise bezeihnen fönnen und welche in diesen Tagen von London angekommen is, versichert uns, daß in gewissen politishen Salons stark von einem Plane Lord Palmerston's gegen die Jnsel Cuba die Rede sei.“ :

Capitain Lavaud ist nah Brest abgereist, um si<h nah Otaheiti einzuschissen.

Es hat si<h eine Gesellschaft zur Wahrnehmung der Junteressen der Arbeiter in der Freihaudels - Frage gebildet, die in den öffent- lihen Blättern eine Bittschrift an den Minister des Junern abdru>en läßt, von dem sie die Erlaubniß zu ihrer Konstituirung nachge=- ucht hat. "r } Aus Nancy wird der Selbstmord des Banquiers Ch. André ge- meldet, der in faufmännischen Kreisen viel Aufsehen macht; über die Veranlassung hatte man zur Zeit nur Vermuthungen.

Großbritanien und Irland.

London, 17. Okt. Wie es heißt, sollen von Kanada zwei Jufanterie - Regimenter nach dem Cap der guten Hoffnung geschid>t werden, wohin auch der neue Gouverneur, Sir Henry Pottinger, sih in den nächsten Tagen einschiffen wird.

Nach der Br itaunia ist der Gencral Sir Benjamin d’Urban zum Gouverneur der british-westindis<hen Juseln über und unter den Winden ernannt worden, Graf Cathcart wird uicht nur die Civil- Verwaltung von Kanada abgeben (bekauntlih is Graf Elgin zum General-Gouverneur der Provinz ernannt), sondern auch das Truppen- Kommandoz sein Nachfolger i} jedo<h no< niht ernannt. Unter Sir Henry Pottinger (der nur General in ostindishen Diensten is und daher ein unabhängiges Kommando über Königlihe Truppen nicht führen fann) wird Sir Alexander Woodford, wie es heißt, den Ober- befehl über die Truppen in der Cap-Kolonie übernehmen.

Der Stadtrath von Sheffield hat gleichfalls eine Denkschrift an Lord John Russell wegen sofortiger Freigebung der Getraide-Einfuhr beshlossen, und es scheint, als sei die nächste Veranlassung zu dieser, wie zu der Denkschrift der Handels-Kammer von Manchester die ge- drückte Lage, in welcher die dortigen Fabrik=Distrikte sih befinden. So erklärt die Handels-Kammer von Manchester, in ihrer Denkschrift

Folgendes: „Während die Preise des Rohmaterials steigen, nehmen

die Profite des Handels, ab und bedeutende Fabricationszweige werden nur no< mit Verlust fortgeführt. Die Vorräthe von Fabrikaten häufen si< an und es simd starke Gründe für die Besürchtung vorhanden, daß, no< ehe der Winter vor- über is, die Nachfrage na< Arbeit bedeutend abgenom=- men haben wid. Eine außerordentlihe Knappheit an Lebensmitteln ist unvermeidlih, und wenn au<h noch die Arbeit fehlt, so wird aus dieser Knappheit Hungersnoth.“ Uebereinstimmend hiermit wird auch dem Standard aus Manchester geschrieben: „Man kann ohne Uebertreibung sagen, daß der Zustand des Handels in Lancashire rie \{hlimmer war, als jeßt. Die Märkte sind flau, Vorräthe in Fülle vorhanden und der Preis des Rohmaterials im Steigen begriffen. Manchester sah selten, wenn überhaupt je, einen shle<teren Markt, ls gestern. Allgemein s{hi>t man si< hier an, uur kurze Zeit zu aibeiten. Mau sprach gestern an der Börse von nichts Anderem, be- souders in den Kreisen der stodporter Fabrikanten.“

Von Vandiemensland i} in diesen Tagen ein Schiff mit einer Ladung von 2848 Sä>ken Weizen von ausgezeichneter Qualität in Liverpool angekommen, der vorzugsweise zur Aussaat zu guten Prei- sen aufgekauft wurde. Es scheint, daß Weizen mit der Zeit ein be- deutender Ausfuhr= Artikel jener fern liegenden Kolonie werden wird. Die Kosten" der gegenwärtigen Ladung waren wie folgt: der Bushel zu 70 Psd. kostete in Vandiemenéland 3 Sh. Fracht, Zoll und Kom= missions-Gebühren betrugen resp. 2 Sh. 3 Pce., 14 Pce. und 6 Pce., also der Bushel zu 70 Pfd. im Ganzen 5 Sh, 107 Pce. Zu 9 Sh. 6 Pce. wurde derselbe hier verkauft, und der Einführer hat so= mit’ bei dem gegenwärtigen Stande des Marktes einen Reingewinn von 60 pCt. Eine größere Konkurrenz wird die Preise und den Gewiün wohl no< etwas ermäßigen, denn die liverpooler Kaufleute geheu damit um, größere Einfuhren aus der Kolonie zu bewirken.

(B, H) Die’ Morning Chronicle antwortet heute den pariser [ministeriellen Blättern, welche der hiesigen Presse den Vor= wurf gemacht hatten, ‘daß sie si< blos an den todten Buchstaben des utre<ter Traktates anflammern und den Geist dieses Vertrages ganz außer Acht lassen, der, ihrer Behauptung zufolge, dur die Heirath des Herzogs von Moutpensier in keiner Weise verleßt werde, wenn der Herzog auf seine Successionsrechte in Frankreich Verzicht leiste und auf diese Weise der durch den utrechter Vertrag verbotenen Vereini=- gung der Kronen Spaniens und Frankreichs auf einem Haupte vorbeuge. Die Chrowiticle bestreitet nun, daß diese Auffassung von dem Geiste des Vertrages die richtige sei, und sucht nahzuweisen, daß der utrehter Vertrag in seiner allgemeineren Anwendung nichts mehr und nichts weniger sei, als „ein feierliher Akt zwishen Europa und Fraukreih, des Juhalts, daß leßteres sich verpflihte, auf alle Pläne wegen Ausübung eines ungebührlichen Einflusses in Spanien zu verzihten uud die völlige Unabhängigkeit dieser Monarchie anzu- erfeunen.“ Dieser Verpflihtung aber, meint die Chronicle, werde niht nahgekommen, der Geist drs utreter Vertrags werde nicht berüd- si-htigt, wenn Frauükreih, mittelst eines Heiraths- Arrangements, einen jün- gerén Zweig der französischen Königsfamilie in derWeise inMadrid e:ablire, daß'es der König der Franzosen sei, der, wenn auch niht dem Namen uach, do în der That die Herrschaft über Spauien führe. Nachdem hierauf die Chronicle die pariser Presse, welhe die Whigs von 1713 mit den Whigs von 1846 als politische Parteien in eine und dieselbe Kategorie zu stellen versuht hat; wegen ihrer Unkenntniß der Ver= hältnisse \harf gegeißelt hat, erklärt das ministerielle Organ am Slusse seines Artikels, wie der Globe bekanntlich {hon vor eini=- gen Tagen auf das bestimmteste, daß Sir Robert Pee und Lord Aberdeen in der spanischen Heiraths-Frage durchaus derselben Ansicht seien, wie Lord Palmerston und die übrigen Mitglieder des jeßigen

Ministeriums,

Jn newyorker Blättern, welhe mit der „Cambria“/ einge sind, finden wir eine Notiz aus Mazatlan vom 17. August, der folge Commodore Sloat, nachdem er Californien für die Vere: Staaten in Besiß getiömmen hatte, am 14. August in Mazatlay' gekommen war, si< aber {on am 15ten nah Panama auf den® gema<ht hatte, um na< Hause zurü>zukehren. Capitain Stos übernahm an seiner Statt den Befehl über das amerikanishe ( \<hwader, und man glaubte in Mazatlan, daß derselbe im Sep Mazatlan und die übrigen mexikanishen Häfen an der Südse, Blokadezustand erklären werde, wozu der Befehl von Seiten der gierung der Vereinigten Staaten {hon im Juni in Mazatlan , langt sein soll, aber no< nit zur Ausführung gebracht worden da die betresenden Depeschen den Commodore Sloat verfehlt ba

Das Gerücht von dem Untergange eines der zwischen Ly, und Boston fahrenden großen Passagier-Dampfschiffe durch Feuer stätigt sich nicht; wenigstens kann, nah näherer Angabe der F das brennende Schiff, welches der Capitain des „Torrens“ ay; September gesehen hat, nicht die „Caledonia“/ gewesen sein, wi, anfangs annahm, da dies Schiff am 4ten d. M. ‘erst von Ly abgegangen is. Die „Hibernia“ dagegen, wêlhe am 19. Sey Liverpool verlassen hat, ist, den Nachrichten zufolge, welche die g, bria‘’ vor einigen Tagen mitgebraht hat, am 1. Oktober in ÿy glüÆlih angekommen. Ein anderes von den liverpooler Danmysshj war aber zur Zeit nicht in See.

S weiz

Kanton Zürich. Die provisorishe Regierung von Gz mit Zuschrift Lom 9, Oktober dem Vorort ihre Ernennung yj Uebernahme der Staats-Verwaltung mit dem Ersuchen angezeigt, ihrem Bestehen auh den fremden bei der Schweiz beglaubigte sandtschaften Kenntniß zu geben, damit die von der dortigen s ausgefertigten Akten unbeanstandet legalisirt werden. Zugleid der Vorort gebeten, dem Großraths - Beschlusse vom 3. Oktohy Bezug auf die Sonderbunds-Frage, keine Folge zu geben.

Kanton Luzern. Der Staats-Zeitunug zufolge, yy in der Sißung des Großen Rathes vom 13ten d. M. von rungs-Rathe für erwartete oder unerwartete politishe Bedürf y, bedingter Kredit verlangt.

Am 9, Oktober zeichnete ein fremder Reisender, Namens Ry, lis aus Preußen, auf einem Hügel zu Rußwyl die Gegend äb, Yy Landjäger arretirte ihn und führte ihn in die Stadt. Dort sh gegenwärtig (15. Oktober) no, und ihm wird der Prozeß gm „„\wegen argwöhnischen Zeichnens“‘. o

Kanton Waadt. Ueber die Haltung der Regierung dih Kantons während der genfer Revolut;on sprach sich Herr Dru | pen waadtländishen Truppen in Nyon unter Anderem solgenden

en aus:

„„Als Kanonendonner an den Ufern unseres Sees ertönte und uh Seelen so tief erschütterte, bereiteten sih die mit dem Volke Genss st pathisirenden Waadtländer, ihm zu Hülfe zu eilen, Sie fühlten, doj Patrioten Genss aus Liebe zur Schweiz cinen 0 muthigen Widesu leistitenz sie wünschten, Mehrere veilangten sogar, daß die waadiläntss Negieruug einschreite, Die Regierung des Kantons Waadt theilte Sympathie der Bürger z sie hätte gern einer Bevölkerung, die ihrer (| zur Schweiz wegen angegriffen wurde, cidgenössischen Beistand gelt Aber, Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten! es giebt Grundsäße, Pil und Rücfsichten, welche die Regierung nicht mißkennen konnte. Ju Schweiz is jeder Kanton souverain und demna<h Meister, seine inni Angelegenheiten nah Belieben zu ordnen, die anderen Kantone könnm Unruhen in einem Mitstande nur nah den Vorschristen des i desvertrages interveniren. Diese aber bestimmen, daß f a Mahnung einer Regierung intervenirt werden kann, Kesre Negt rung, fein fompetentes Organ des genfershen Volkswi\ud den Kanton Waadt um eidgenössische Unterstüßung gemahnt, di waadtländische Regierung anders intervenirt, als dies der Bund vorshril so würden die Feinde unserer Sache, die nur einen Vorwand suchen, 1 eine allgemeine Schilderhebung und wo möglich eine fremde Jutervetli zu veranlassen, nicht ermangelt haben, ihrerseits ebenfalls zu interveni und die Schweiz wäre in eruste Verwickelungen gestürzt worden z eine geheune Verantwortlichkeit würde auf dem Kanton Waadt gelastet ha Es mußte sih demnach die Regierung jeder unrege!mäßigen Handlung balten und, wie sie es gethaz hat, die Bürger, welche den insurzil Genfern zu Hülfe eilen wollten, zurückweisen und am Ueberschreiten Gränze verhindern, Waadt war durch den Repräsentanten des ges Regiments stark beleidigt wo1nden. Wir hätten diesen Anlaß zur benuyen fönnen. Wir haben uns aber zu beherrschen gewußt u! innerhalb der Schranken des eidgenössishen Rechtes geblieben,“ Eh lich sagte Herr Druev, daß, wenn jezt die Volkssahe in Genf von id einer Seite angegriffen werden sollte, das Waadtland, wie es im Ait 1838 zum Schuß der Freiheit und Unabhängigkeit der Schweiz geshht sei, wie Ein Mann sich gegen die Angreifer erheben würde,

Kanton Wallis. Laut der Simplon= Zeitung bej ten die Walliser laut ihr Bedauern, daß die Regierung von (i sie niht um Hülfe angesprochen hatte. „Jn diesem Fall‘“, sagt Simplon-Zeitung, „hätteu ihnen die Verträge die Thore voyens geöffnet, und die Eutfernung, die uns von Genf trennt, nl sehr kurz gewesen.“ Den Wallisern, welche ins Waadtland hint gegangen, um mit den Waadtländern den Sieg des Gensertll zu feiern, wird von demselben Blatte versihert, daß das Walt Volk dies nie vergessen werde. Die Simplon= Zeitung h!

sehr fkriegerisch.

Kanton Freiburg. Man will hier wissen, daß der # Murten im Beguiff sei, einen entscheidenden Schritt zu thn, # ein neues Begehren um Rü>tritt von dem Sonderbunde # Staalsrath ge|tellt werden solle, und zwar mit Ansehung eint mins, na< dessen Abfluß der Bezirk andere Maßregeln erg werde 2c. Dies Gerücht erhält eine Bestätigung in folgende! merkung des Nouv. Vaud, vom 14. Oktober: „Man weiß, große Unzufriedenheit niht blos im Bezirk Murten, sondern in h zen welshen Theil des Kantons Freiburg herrsht, und man c ersi uns, daß der Staatsrath zur Zeit bereits waffne und Truppen f Freiburg einberuse,“ Nach der freiburger Union is dies auh lih geschehen, indem der Staatsrath bereits am 10, Oktober 3 pagnieen Jufanterie und 1 Batterie Artillerie aufgeboten und | tige Juspection der ersten Landwehr, so wie weitere Vervoll ständ in der Organisation und Ausrüstung der Landwehr zweiter Klass geordnet hat.

Fürstenthum Neuenburg. Die Eid genös ise berichtigt ihre neulihe Mittheilung, daß si< der Gouverne! i Fürstenthums, der Königlich preußishe General der Infanterie L Pfuel, nah Genf begeben habe (\. Allg. Preuß. Zkg- Nr, - {i es war derselbe auf einer Reise nah Jtalien begriffen und j erst in Mailand die Katastrophe von Genf, worauf er, statt zukehren, unverzüglih nah Berlin eilte.

Kanton Basel. Die in Basel erscheinende Schweiz, \<he National-Zeitung, das Organ der liberalen Parte! idi Stadt, enthält in ihrem Blatte vom 17. Oktober eine merk Erklärung, in welcher sie verkündet, daß die genfer Creignisse

Begünstigen

e lebhafte Aufregung hervorgerufen, und daß die Bürger Ba- sähen, wie es an der Zeit sei, daß auch die Regierung dieses 4 den bisher betretenen Weg in eidgenössischen Fragen verlasse, der jésuitishen Umtriebe aufgebe und si<, ihrer gemäß, aufrichtig den Bestrebungen der freisinnigen Kan- Mi siche. Die liberale Partei Basels habe in dieser Bezie- ‘hon lange ihre Absichten öffentli<h und auf dem Wege der dem Großen Rathe dargelegt, allein dieser habe, jenem en entgegen, mit Ausnahme weniger ahtbarer Stimmen, bei- jlles gut geheißen, was in der Jnstruction enthalten, und das elle, gewerbreihe Basel sei in dem Heerlager der nltramon- Kantone geblieben. Eia großer Theil der Bürger Basels wäre ehr unzufrieden und sähe ein, daß es an der Zeit sei, von ¡her befolgten Richtung, die sie der ganzen liberalen Shweiz mehr entfremde„ abzugehen und. .die Sympathieen für - die erbündler aufzugeben. Mancherlei Gerüchte seien hierüber seit Tagen in Basel in Umlauf geseßt, und die Liberalen aller en hielten es daher für ihre Pflicht, in einem sol<en Momente ysammenzuhalten und frei und ehrlih darzuthun, was ihre ‘jen Bestrebungen gewesen und noch seien. Dieselben wollten, [h in eidgenössishen Dingen der Kanton Basel dahin ausspreche: * Aushebung des Sonderbundes, als mit der Bundes-Verfassung bderspruche und unverträglich; 2) für Ausweisung der Jesuiten, Jer Linie aus Luzern, als Vorort, und in zweiter aus der \ Schweiz; 3) für Annäherung und Aussöhnung mit den len Kantonen, wodur< Basel allein wieder in die ihm rende einflußreihe Stellung fommen werde. Dann folgen no< Vínsche în fantonaler Hinsicht in Bezug auf Erweiterung Fahlrhts 2c. Die National - Zeitung sügt hinzu, „daß ube, der größte Theil von Basels Bevölkerung werde diesen h theilen ; sie werde es für ihre Pflicht halten, Alles anzuwen- was auf geseblihem Wege zur Erreichung dicses Zieles führen und gebe si< dabei gern der Hoffnung hin, die Männer an / Regierung, welche bisher ausschließlih unser politishes Sy- veleitet, würden die Unhaltbarkeit ihrer nunmehrigen Stellung ln und, wenn sie es, ihren persönlichen Ansichten na, mit ih= [harakter und ihrer Ehre unvereinbar finden sollten, den vorge=- 1 Wünschen Rechnung zu tragen, eher zurüd>treten , als unsere stadt in eine bedauernswerthe Lage zu bringen 2c.“ Ju ei- weiteren Artikel sagt dieselbe Zeitung, die Angriffe auf die ige Politik der Regierung häusten si< nah dem Sturze der Regierung von allen Seiten; man hofe daher, daß sie der nung iu Basel selbst ein willigeres Gehör schenken werde, als dies ín vielen Dingen geschehen sei, und daß man die Sache nicht Yeußersten werde kommen lassen.

Kanton Zug. Auf den Antrag des Vice-Präsidenten Än- it von Baar wurde nah ziemlih lebhafter Diskussion, in wel- quf die Revolution in Genf als auf ein die \{weizerishe Eid- enschaft in ihren Grundfesten erschütterndes Ereigniß hingewie- jorden war, die Aufstellung einer Regierungs - Kommission von tgliedern mit den auegedehnten Vollmachten, wie sie seiner Zeit Standes - Kommission ertheilt worden waren, beschlossen. Hier-= verwahrte sih Herr Kanton-Richter Kaiser zu Protokoll.

Ita lieu.

Rom, 10, Okt, (A. Z) Das (gestern erwähnte) Umlauf- en an die Legaten und Delegaten der Provinzen lautet fol- maßen: Die Aeußerungen festliher Freude, dur<h welche die Einwohner irchenstaats unseres Allergnädigsten Fürsten Pius? IX. (Erhebung en Thron und sein öffentlihes Handeln seither feierten, sind ugende Beweise von der Höhe des über so glü>liche Ereignisse begeisternden Jubels, Die Freude, welhe mit dem Volke sein haupt und dessen Regierung theilen, hat den Hohenpriester rüh= bewegt, Sein Geist indessen, uur darauf bedacht, das wahre seiner Unterthanen eigener Verherrlihung vorzuziehen, betrübt etwas bei der Erwägung, daß jene Feste dur freiwllige Zusammenschüsse veranstaltet wurden. Er kann nicht zugeben, tine Unterthanen seiner Persou wegen dur niht unbedeutende when belästigt werden. Zudem sieht er mit Schmerz, daß viele massen, sol<hem Enthusiasmus sich hingebend, ihre häuslichen isigungen verabsäumen, welche ihnen in den verschiedenen ihhätigfeiten ihren Lebensguuterhalt gewähren. Sein väterliches frauert auf diese Weise doppelt über diesen zwiefahen Verlust, in Theil seiner vielgeliebten Unterthanen erleidet. Er will da- den dargelegten Gründen, daß diese kostspieligen Festlichkei- ushören und Jeder seiner gewohnten Berufsthätigkeit sich wieder ide, ruhig den Ausgang der die Regierung für das Beste des t beshôstigenden Berathungen erwartend. Ew. 2c. wollen in- Sorge tragen, daß diese Absichten des heiligen Vaters zu liher Kenntniß kommen, vorzüglich bei der Gelegenheit, wo /0n det Oemeinde-Behörden und anderen um Gestattung neuer hfeiten und Wanderzüge großer Volkshaufen von einem Ort anderen ersuht werden. Wären hier und da bereits Geld- lungen für eine ähnliche Feier vorgenommen und wäre es mögli, die Beiträge den Einzelnen zurü>zuerstatten, so könn- é zu Nuß und Frommen der Armen für den Winter mittelst her Arbeit am \{<önsten verwendet werden. Se. Heiligkeit Herr wird dann doppelt ersreut werden, theils dur<h die Be- 1 all’ seiner Wünsche seitens der Unterthanen, theils weil er vird, daß das eine Hülfe der drückenden Armuth würde, was 'erherrlihung seines Namens in einer Weise bereitet worden, glänzender vielleiht, aber ihm uicht so werthvoll und theuer in wäre, als ihm die Seguungen der Herzen sind. Jhrer dies- t Erwiederungen gewärtig u. \. w. Rom, den 8, Oktober 1846. Mdinal-Staats-Secretair G izzi.“ Türkei. Vamasfus , 24, Sept. Dem Seriasker Namik Pascha ist vistantinopel die Weisung zugegangen, in Gemäßheit des hier- vorgelegten Planes, die Ansiedelungen der zwei volkreihen Be- "Stämme Vuld - Ali und Rualla (welhe tur ihre in dieser Y] gegen einander häufig vorgefallenen blutigen Gefechte seit "erüchtigt waren) weit aus einander zu verlegen, damit die jlingen zu weiteren Anfeindungen aufhören. Der erstere, R Anführung des Heiths Mohamed - Duhis, soll nah dem is Paschaliks, nämlich nah den verlassenen Gegenden von Sd eu u, st, w,, der andere aber, welcher dem Scheifh pra 4 an anhängt, uach den nordwestlihen, an die Wüste von Panzenden Ebenen gewiesen werden. Es fragt sih übri- Va E Stämme die Mittel und den Willen haben werden, die- " zu verwirklichen.

Eisenbahnen.

h daris, 18, Oft, Seit der Betrieb der Nordbahn begon- (d Preises Stand der Actien derselben gewissermaßen dcr Regula- ses aller anderen französishen Eisenbahn-Papiere gewor-

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den, Diese theilen jeden günstigen oder ungünstigen Wesel im Course der Nordbahn-Actien. És isst daher von besonderem Junteresse, die“ Lage des großen Unternehmens der Nordbahn und die Art des Dieust- betriebes auf derselben genau zu kennen. Der Dienstbetrieb für die Personenfahrten hat bekanntlich am 21. Juni begonnen. Bis zum 1. September konnte die Gesellschaft auf der bedeutenden Stre>e von Amiens an bis zur belgishen Gränze nur über ein einfahes Geleise verfügen; au<h war itr no< ni<ht das für den voll\än- digen Dienst zureihende Material gel:efert worden, und darin shon liegt der natürlihe Grund, daß die Frequenz und also der Ertrag noch nicht vollkommen si< entwi>eln fonnten. Erst vom 1. September an konnten die Fahrten regelmäßig auf doppel- tem Geleise gemacht werden und wurden die Stationen in der Nähe von Paris, die regelmäßigen Verbindungen mit ihnen eröffnet. Jeßt

. gebt der Dienst der Personenfahrten auf der ausgedehnten Linie,

wozu ein äußerst zahlreiches Personal erst gebildet werden mußte, mit voller Regelmäßigkeit von statten. Jh habe {hon erwähnt, daß die Verzögerung in der Ankunft der englischen Briefpost zu Pa- ris niht Schuld der Nordbahn is. Dieselbe hatte oft drei Stunden lang und darüber die Ankunft des Wagenzugs von Brüssel zu Amiens erwarten müssen. Der genaue Sa@®verhalt war folgender : Auf das Verlangen der Postverwaltung war ihr von der Direction der Nordbahn vom 1. August an ein besonderer Zug für den Trans- port der englischen Briefpost ven Paris nah Amiens und von Amiens nah Paris bewilligt worden. Dieser Zug ging unmittelbar nach Ankunft der Briefpost von Amiens ab und traf zwischen vier und ünf Uhr Morgens zu Paris ein. Auf Veranlassung der Post-Ver- waltung wurde dieser besondere Zug vom 1, September an, als der Nachtdienst zwischen Brüssel und Paris begann, eingestellt. Von die- \sem Augenbli> an mußte die englishe Briespost zu Amiens die An= kunst des von Brüssel kommenden Zuges abwarten und hatte also mit zu leiden unter allen Verzögerungen, welhe aus der Unregel- mäßigkeit des Dienstes auf den belgisheu Eisenbahnen von Brüssel bis zur französishen Gränze entstehen, wozu no< der Aufenthalt fam, ven die Durchsuchung an der Zoll-Linie verursahte, welche manchmal eine Stunde und selbst anderthalb Stunden in Anspruch nimmt. Dieser lehtere Uebelstand hätte vermieden werden köunen, wenn die Post-Verwaltung mitder Zoll-Verwaltung sih dahin verständigt hätte, daß die besonderen Züge der Durchsuchung ins Einzelne an der Gränze überhoben worden wären, was möglih gewesen wäre, hätte man sie von Zollaufsehern begleiten lassen, welche die vorgeschriebene Durchsuchung an den verschiedenen Anhaltspunkten vornehmen konn- ten. Da nun vorzüglih von Seiten des Handelsstandes von allen Seiten Klagen einliesen, daß er scine Briefe aus England nicht mehr sogleih am Morgen, soudern erst im Laufe des Tages empfange, so sah sih die Post-Verwaltung veranlaßt, vom 15. Oftober den Extra- Zug von Amiens wieder ins Leben treten zu lassen. Dies is} ge- schehen, und in dieser Hinsicht is also wirkli<h auf die Klagen des Publikums Abhülfe erfolgt, denn die euglishen Journale und Briefe treffen jeßt wieder wie früher des Morgens an ihrer Bestimmung ein, Aber die verspätete Ankunft der ganzen Korrespondenz aus Belgien, Holland und Norddeutschland dauert fort, und es wäre sehr dringend zu wünschen, daß die frühere Vertheilung derselben gleihfalls möglih gemacht würde dur<h Maßregeln, die von Seiten der französishen Post-Verwaltung sowohl im Einverständnisse mit der belgishen Regierung, als mit der französischen Zoll - Verwaltung ge- troffen werden müßten. Man hat in der That die neuerlihe Anwe=- senheit des Herrn Mazui, Eeneral-Direktors der belgischen Eisenbah=- nen, hier benußt, um einige Verbesserungen und namentli<h Beseiti- gung des Uebelstandes zu erlangen, daß die Postzüge bisher an allen Zwischenstationen in Belgien anhielteu. Es bliebe also no< die Ver- ständigung mit der französischen Zoll - Verwaltung übrig, aber da i zu fürchten, daß man größere Schwierigkeiten machen wird. Einige Tage nah der definitiven Organisation der Personenfaßhrten auf der Nordbahn zu Aufang Septembers hat die Gesellschaft auf die dringenden Bitten des Handelsstandes der großen Städte des Nord = Departements au den Dienst der Waaren- Transporte, selbst mit den beshränkten Mitteln, die ihr dafür uur zu Gebote standen, beginnen lassen. Da ihr die Maschinen, welche für diesen Dienst be= stimmt sind, von den Maschinenbauern und namentli<h von Herrn Schneider von Creuzot no< nicht abgeliefert waren, obglei dies vertragsmäßig {hon vor mehreren Monaten hätte geschehen sollen, so ließ sie einstweilen einige der für die Personenfahrten bestimmten Lo= fomotiven sür einige Extra-Waaren-Transporte verwenden und mie=- thete namentlih Plattformen, welche die gewöhnlihen Fuhrwagen vollständig beladen aufnehmen. Da die Ablieserung jener besagten Maschinen uno< immer nicht erfolgt is, so konnten die Waaren-Trans= porte bis jeßt nur sehr beschränkt bleiben und werden ihre volle Aus=- dehnung erst erhalten, wenn die Gesellschast im Besiße des nöthigen Materials an Waggons und vorzüglih an Maschinen sein wird. Allem Anschein nah, wird die Gesellschast das Einschreiten der Gerichte in Anspruch nehmen müssen, um von den Eigenthümern der Maschinenbau = Werkstätten vo" Creuzot Erfüllung der einge- gangenen Verbindlichkeiten zu erlangen. Bis dahin is aber immerhin der Dienst der Waaren-Transporte auf der Nordbahn gehemmt und gewissermaßen unmöglih. Die Tarife für dieselben siud vollständig ausgearbeitet und werden bald zur Oeffentlichkeit kommen. Jch kann Ihnen aber jeßt schon sagen, daß die von der Gesellschaft gemachten Ansäße durchaus dem Handel und Verkehr schr günstig sind. Die vorzüglichsten Artikel, welhe daraus Vortheil ziehen werden, sind die Oele, Rohzu>ker und andere Erzeugnisse des Nordens, desgleichen die Weine, Hüisenfrüchte, Mehl und Getraide aller Art, und diese Be-= günstigungen verdienen um so mehr gere<te Anerkennung unter den gegenwärtigen Umständen, wo von anderen Seiten, namentlich von der Rhone her, über die Vertheuerung der Transporte des Getraides aus Marseille ins Junere auf diesem Flusse, vermittelst der Dampf= schiffe, häufige Klagen ertönen.

Jn der leßten Woche hat troß der Unvollständigkeit des Dien- stes auf der Nordbahn die Einnahme derselben gegen die beideu vo- rigen Wochen um etwa 20,000 Fr. zugenommen. Die Baissiers aber beuteten den Umstand, daß dieselben nicht no< viel höher ge- stiegen sud, aus, um den mit der Sachlage nicht Vertrauten Be-= sorgnisse über die Ertragsfähigkeit selbst einzuflößen, und- so gelang es ihnen, die Actien zu drü>en, worunter dann auch die aller anderen Bahnen litten. Auch die Revolution in Genf hat dazu mitgewirkt. Zahlreiche große Kapitalisten dort hatten starke Partieen franzbsischer Eisenbahnpapiere. Mehrere von ihnen, genöthigt, ihr Vaterland zu verlassen, gaben eine Weisung hierher, dieselben zu verkaufen. Außerdem hatte ein Banquier an seine Klienten beträchtlize Sum- men auf Eisenbahnpapiere geliehen. Als Leßtere nun durch die vorer- wähnten Ursachen auf den Stand zurü>gingeu, den er als Gränze der De>ung bezeichnet hatte, nöthigte er seine Klienten, diese Papiere zu verkaufen, um ihm sein dargeliehenes Geld zurü>zuzahlen, und so wurden denn durch alle diese Ursachen zusammen in den Tagen vom 42ten bis 16ten an Nordbahn-Actien allein für mehrere Millionen auf den Markt geworfen, und da au< noch die Liquidation des hal- ben Monats dazu kam, so konnte das Sinken der Actien niht aus- bleiben. Schon gestern übrigens zeigte sih an der Börse, daß der Wendepunkt eingetreten ist. Die Course der Eisenbahn-Papiere be- haupteten \si< wieder fester, und viele stiegen sogar wieder nicht un-

merklih. Die sranzös\she Rente hatte inmitten des Falles der Eisen- bahn- Actien und der besorglihen Gerüchte aller Art, die man aus- gesprengt hatte, einen ziemlih festen Stand behauptet.

Handels - und Börsen- Nachrichten.

Berlin, 21. Oft, Die Course haben si< heute etwas besser gestal- tet. Das Geschäft war sehr beschränkt und gewann nur im Lause der Börse durch mchrseitige Kündigungen einiges Leben. Berliner Börse.

Den 22. Oktober 1846.

f 2 lb | Pr. Cour. 6 i Pr. Cour. F ouds. | 7 | Brief. | Geld. Actien. E Brief. | Geld. | Gem. St. Schbold-Sch. 31 923 | 92% |Brl.Potsd.Magdb. 4 | 86; Prämien - Scheiue do. Obl. Lit.A.6.| 4 -— -- à 4non Ort M Lin Tia G4 |87 Kur- u. Neumärk. Med. Lpz. Eiseub.|— _— e Schuldverschr.|3:! 905 do. do. Prior.ObI./4| Berliner Stadt- Brl. Ank. abgest.|— 1115 | 1105 Obligationen |< é 923; 927 do. do. Prier.Obl.| 4 —_—_ Westpr. Pfandbr. 3 927 |[Dliss.Elb. Eisenb.|—| 105 Grossh. Pos. do.| 4 | 101% 101% do. do. Prior. Obl.| 4 a do. do. |35| 9115| 915A|Bbein. Kizenb. |—| 85 Ostpr. Pfandbr. 35 94x Ido. do. Prior. Obl.| 4 beg Pomm. do. 35 93% |do.v.Staat garant.|3¿| ew Kur- u.Neum. do./35| 93% JOb.-Scbles.R.L A| 4 Ee Schlesiscbe do. |35| 967 do. Prior.| 4 _— s do. v.Staatg.LtB.|32| _— do. Lt. B.\— B.-St.E.Lt.A.u.B.|—| 106 | 105 Magd.-Halbst.Eb.| 4 | 105 —_— Gold al marco. |— —_ |[Br.-Schw.-Frb.E.| 4 E ms Friedrichsd’or. |— 13% 13% de. do. Prior.Obl.| 4 —_ ie And.Gldm.à 5 Th.|—| 11 E 11 |Bonn-Kölner Esb.|5| S Disconto. 4 5 [Niedersch. Mk.v.s.| 4 87% 86% do. Priorität| 4 93% do. Priorität| 5 | 100% Nied.-Mrk. Zwgb.| 4 S e de. Priorität/45| 90% | Wilh.-B. (C.-0.)/4| i Berlin-Hamburger| 4 its 95; Pr. Cour. Wechsel - Cours. Thlr. zu 30 Sgr. Brief. | Geld. Amsterdam.. «ec co ooooooooo uo 250 Fi. Kurz ins 140 E aale Qee aats s ep eint 250 Fl. 2 Mi. [1295 L S 300 Mk. Kurz 150% | 150; do T o c I E 300 M1. 2 Mt 1495 | 1494 London A4 aher ec orie ese Ch 1 Lst. 3 Mt. _" 0 29 Pr e abd ost ctne opt da ob Er 300 Fr. 2 Me. 79% e Wien in ZO: Me, hes bee s e007 ia 150 FI. 2 Mt 1015 101% MUSSDUTE ¿ + « aaa od op taada ca es 150 FI. 2 Mt. 101% Dresll po o o cnc co Ei C ie Epins 100 Thlr. 2 Mi. 995 __— 7 Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss. 100 Thlr. | Z e ou Feraukfurt a. M. südd. W......... 100 Fl. 2 Mi 56 2056 16 Bêterdbnrge+ «oco doaeteeos es ies 100 SRb1. | 3 Woch. 107:

Auswärtige Börsen.

Amsterdam, 18. Okt. Niederl. wirkl. Sch. 5822. 5% Span. 191.

Antwerpen, 17. Okt. Zinsl. —. Neue Anl. 197.

Hambu rg, 20. Okt. Bank-Actien 1570 Br. Engl. Russ. 107 Ber.

Frankfurt a. M., 19. okt. 5% Met. 1087. X. Bank-Actien p. ult. 1867. 65. Bayr. Bank-Actien 657 Br. Hope $73 Ber. Stiegl. 86% Br. Tut. 57. i. Poln. 300 Fl. 965. Z: do. 500 Fl. 793. Le 7

Wien, 19. okt. 5% Met. 109. Actien 1565. Aul. de 1834 157%. Mail. 1087. Livorn. 1007.

4% ao. 100. de 1839 1265. Pest. 887.

3% do. 72. Nordb. 170. Budw. —.

Bank- Gloggn,. 1264.

Meteorologische Beobachtungen.

1848. Morgens Nachwittags Abends Nach einmaliger 21. Okt. 6 Uhr. 2 Ubr. 10 Ubr Beobachtung. Luftdruck... |333,88'’ Par. 333/29’ Par.'331 97’ Par. Quellwärme 7,8° R.

-+- 71,2°R. +12.3° R. + 9,0° R. 'Flusswärme 11,0? R.

Luftwärme...

Thaupunkt... .| + 6,6? R. —+ 7,3° R. + 7,s° R. Bodenwärme 10,8 R.

Dunstsättigung. 91 pi. 67 pct 91 pct. | Ausdünstung 0,008'’Rh. Fee. is neblig. trüb. trüb. ¡Niederschlag0,01 9'’Rh. Mind... W. | W. W. Wüärmewechsel+ 12, Wolkenzug ... | W. —_— | + S1.

Tagesmittel: 333,05’ Par... 9,5 R... 72° R... 83 pct. W.

Königliche Schauspiele.

Freitag, 23. Okt, Jm Opernhause, 120ste Abonnements- Vorstellung: Die Musketiere der Königin, Oper in 3 Abth. Musik von F. Halevy. Anfang halb 7 Uhr.

Zu dieser Vorstellung werden Billets zu den nachstehenden ge- wöhnlichen Opernhaus =- Preisen verkauft :

__ Ein Billet in den Logen des Prosceniums 1 Rthlr, 10 Sgr. ; ein Billet in den Logen des ersten Ranges, zum ersten Balkon und zur Tribüne 1 Rthlr. ; ein Billet im Parquet und im zweiten Range 20 Sgr. ; ein Billet in den Logen und im Balkon des dritten Ran- ges, so wie im Parterre, 15 Sgr.; ein Billet im Amphitheater 73 Sgr.; ein Billet in der &Sremden-Loge 2 Rthlr.

Jm Schauspielhause: La première représentation de: Gene- viève, ou: La Jalousie paternelle, vaudeville nouveau en 1 acte, du théâtre du Gymnase, par Mr. Scribe. Marie, ou: Trois époques, comédie en 3 actes, par Mr. Ancelot.

Das Abonnement zu den französischen Theater-Vorstellungen be- ginnt am 1. November und zwar zu folgenden Preisen :

Parquet und Parquet-Logen 13 Sgr. 4 Pf., erster Rang Lo- gen und Balkon 20 Sgr., zweiter Rang Logen, Balkon und Par- terre 10 Sgr.

Schristliche Meldungen dazu werden bis zum 28. Oktober im Büreau der Königlichen General - Jntendantur , Charlotten - Straße Nr. 55, angenommen.

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.

Im Selbstverlage der Erpedition.

Gedru>t in der De>ker schen Geheimen Ober - Hofbu<bdru>erei

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