1846 / 307 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

in dem Bericht, „es sei die Zurückziehung dieser Truppen von der äußersten Gränze deshalb geshehen, um den Zorn unserer empfindlichen Nach= barn nitt allzujehr zu reizen, Die genfer Truppen sind mit zwei Stü>en Geschüß bis Mcgrin vorgerü>t, um die Straße nah Lyon zu beobahten und nicht hinter Frankfreih zurü>zubleiben. Dies shme>t etwas nach einer Komödie. Auch die Artillerie von Waadt ist bis Nyon vorgerüd>t.““

Die provisor:she Regierung von Genf hat von dem Unter- |.

P: äfeften zu G.x Erklärungen über die dortige franzöjishe Truppen- Aufstellung verlangt und der Unter-Piäfekt die Beantwortung dieser Anirage dem Minyterium anheimgestellt.

Das heut ge Journal des Débats enthält nah längerem

Schweigen wieder einen Aitikel über die Heirath d.s Herzogs von |

Viontpensier, worin die schon von Seiten der französishen Regirrung vorgebrachten Argumente, um darzuthun, daß diese Verbindung nicht mit dem Vertrag von Utrecht in Widerspruch stehe, zum Theil wie- derholt werden. Besontecs sucht es von ueuem den Saß durch- zuführen: England sei zuerst von dem Grundsaße gemeinschaft- lihen Handelns beider Mächte zu Madrid abgegangen, und zwar gerade in dem Hauptpunkte der Vermählung der Königin Jsa- bella mit einem Bourbon z daher habe von jenem Augenbli> an Franfreih au von seinem Rechte Gebrau maten fönnen, in dem Nebenpunkte der Vermählung der Jnfantin für \i< allein zu han- dein, Daß Frankrei so verfahren werde, habe Herr Guizot schon vor zwei Jahren feierlich in der Kammer erklärt, England hätte also dies wohl vorhersehen fönnen und wissen sollen, ob eine Lossagung von der Gemeinschajt mit Frankreich zu seinen Gunsten oder zu Gunsten Frankreichs ausshlagen müsse. Der Ausgang habe es nun darüber belehrt. Das Journal des Débats verweist dabei auf die eigenen Aeußerun- gen der englis<hen Journale Times und Globe. Dasselbe Blatt hat die Entgegnung eines Portugiesen gegen seine neulich über die portugiesischen Ereignisse angestellten Bemerkungen aufgenom- men, will aber dessen Argumente nicht als Rechtfertigung für die Re- gierung in Portugal gelten lassen. Ob die Charte der Königin das Recht verleihe, die Preßfreiheit zu suspendiren, wisse es nicht genau, es habe diese Charte nit bei der Handz aber eine suspendirte Ver- fassung, dabei müsse es bleiben, sei so gut als eine vernichtete, denn Verfassungen hätten ja eben nur den Zwe>, willkürlihe Gewalt- Akte zu verhindern.

Der englische Konsul zu Bayonne hat beim Einzuge des Her- zogs und der Herzogin von Montpensier daselbst die englische Flagge Ln aufgeste>t, sondern Thüren und Fenster fest verschlossen ge- alten.

Der Commerce bemerkt, daß der britishe Gesandte am 26. Oktober eine lange Besprechung mit dem Könige gehabt, und daß in Folge deren dreierlei sih zugetragen habe, was die, Jahresfeier des 29. Oktober minder erfreulih gemacht haben dürste. Marschall Soult habe geradezu verweigert, seine Entlassung zu geben, Graf Rossi wolle niht Unterrichts-Minister werden, und vom Grafea Jarnac in London sei am 27, Oktober eine Depesche ei:gegangen, die Lord Normanby's Eröffnungen an den König bestätigt habe, daß nämlich Sir R. Peel mit seinen Freunden die Politik der Whigs in der spa- nischen Angelegenheit vollständig unterstüßen werde.

Die Gazette de France meldet heute den Tod des Mar- {all Bourmont, der auf seinem gleichnamigen Schloß in Anjou- im Alter von 73 Jahren gestorben ist, ;

Da der Wasserstand der Loire no< immer ein sehr hoher is, so verursacht der geringste Regen neue Schre>en. Es wird jeßt unter Leitung der Regierungs - Jngenieure eifrigst daran gearbeitet, die Durchbrüche an den Dämmen auszubessern. Die Gewalt des Was=- sers war so groß, daß einer dieser Durchbrüche, bei Sandillon, fas eine halbe Stunde breit ist, Man kaun si deuken, welhe Wasser- masse dur< eine sol<e Oeffnung über die Fluren hereindringen mußte. Das Journal des Débats rechtfertigt die Staats- Verwaltung gegen den Vorwurf, daß sie an den häufigen Ueber=- \s{wemmungen einen großen Theil der Schuld trage, weil sie für dauerhafte Eindämmung, Kanalisirung und Beherrshung der Flüsse,

Beholzung der Gebirge und dergleichen fast gar nichts thue. „Frank- |

rei‘, sagt das ministerielle Blatt, „zählt bei einer Gesammtober- fläche von 52 Millionen Hektaren 7,623,128 Hektaren Waldes, von denen 1,073,256 dem Staate, 1,823,833 den Gemeinden und öffent= lihen Anstalten, 106,929 der Krone und nur 5,619,110 Privoat- Eigenthümern gehören. Die Staats-Waldungen bringen durchschnitt- lih ungefähr Z2 Franken auf die Hektare einz die Gemeinde- und Partifal -Waldnngen dagegen nur 24 Franken.“ des Débats gesteht dann übrigens zu, daß ein großer Theil dieser Gesammt-Forsten neubepflanzt oder besser gehalten werden mü}e, und daß etwa 8 Millionen Hektaren Haiden und Steppen gar nicht be- pflanzt seien, ein Uebelstand, den der National besonders hervor gehoben hatte. Es heißt, das Ministerium bearbeite jeßt den Plan einer Kanalisirung. der Loire, welchen es den Kammern in nächster Session vorzulegen beabsihtige. Es sind in Paris bereits über 100,000 Franken zum Besten der Uebershwemmten ge= zeichnet worden. Auf den Antrag des Seine - Präfekten hat die Munizipal tät von Paris 50,000 Fr. für die Nothleidenden an der Loire und in den anderen übe: shwemmten Gegenden bewilligt. Auih hat der Präfekt den Maires aufgetragen, mildthätige Gaben an Äleidungostü>en und dergleichen zur Vertheilung unter die Unglück- lihen entgezenzunehmen. Wie es heißt, hätte der Minister =Rath auch beschlossen, daß die von der Loire überschwemmten Gegen- den auf eine Zeit lang steuerfrei sein sollten, Die Gescllschaft der Eisenbahn von Orleans nach Bordeaux hat einen Bericht über den der Bahn zugefügten Schaden veröffentliht. Auf der Bahn von Tours nah Blois brach das Wasser durh den Bahndamm gegen

200 Ellen breit einz da die Bahn niedriger liegt, als der Punkt, wo

das Wasser einbrab, so war die Station von Amboise ganz fort- geshwemmt und die Bahn zwishén Amboise und Vauvray 16 Kilos meter weit unter Wasser geseßt; die Gewässer rissen dann den Eins bru< noch tiefer ein, so daß die Bahn an einzelnen Punkten sehr beshädigt wmde. Die Station von Amboise ist ganz zu Grunde gerihtet. Die Waggons wurden weit fortgeshwemmt und die Dreh- \ceiben unbrauchbar gemacht. Die Brüd>e von Mont Louis hat der Gewalt der Wasser Widerstand geleistet, die Station zu Tours ist eben so verschont geblieben. Zwischen Blois und Lmeray haben die Fahrten wieder begonnen; von leßterem Orte aus gehen Dampf=- \hiffe nah Mont Louis, und von dort fahren die Passagiere mit der Bahn nach Tours.

Der Arbeiterlärm zu Elbeuf hatte folgenden Ursprung: Der Fabrifant Gombert hatte den Arbeitern, dié ein ganz fehlerfreies Stü> abliefertên, zehn Franken außer dem gewöhnlichen Arbeitslohn versprochen, als dieselben auf einmal erklärten, sie verlangten für je- des Stü>k zehn Franken über ihren Lohn, sons würden sie ihre Ar- beiten einstellen, Gegen 45 Arbeiter vollführten ihre Drohung und beschwerten si< bei dem Maire, indem sie ihre Forderung auf dié große Theuerung stüßten. Der Maire verwies sie vor das Gericht der Werkverständigen, welhes ihnen empfahl, ihre Arbeiten wieder zu beginnen ; dies thaten sie theilweise, wurden abér von den anderen Arbeitern mit Drohungen gezwungen, aufzuhören ; gegen 200 Atbei- ter der Fabrif verharrten in ihrer Widerspenstigkeit. Man fürchtete Unruhe, und es wurde Gendarmerie von Rouen hergeholt. Die Ar-

Das Journal |

und Triest sind bei dem

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beiter hatten sih größtentheils aus der Stadt nah einem Steinbruh zurü>gezogen. Es sind nun Verhaftsbefehle gegen 12 Rädelsführer ausgefertigt worden.

Jn Marseille wurde vorgestern der Marschall Bugeaud von sei- nem Landsize erwartet, um si<h auf dem „Chamäleon“/ nah Afrika einzuschiffen. i _

Lord Brougham is von Cannes wieder hier eingetroffen.

Jn Bezug auf die Nachriht, daß Sklaven zum Verkauf nah Algier gebraht worden, sagt der Messager, daß der Kriegs=- Minister alsbald si< Aufschlüsse über eine Thatsache erbeten habe, welche eine offenbare Verleßung des Geseßes sei. Strenge Strafe würde diejenigen treffen, welhe den Befehlen hierin zuwider gehan= delt hätten.

Troz aller Bemübungen der Behörden wird morgen ein aber=- maliges Steigen der Brodpreise für Paris erwartet, und es sind da- her jür heute und morgen in den volfreihen Vorstädten polizeiliche und militairishe Vorsihtsmaßregeln getroffen worden.

D.r französishe General =- Konsul zu Haiti hat ungeachtet sei-= nes Urlaubes die Jnsel no< nicht verlassen, da die getroffenen Ver- einbarungen no< nicht vollzogen waren.

Da der Kommandant der französischen Seemacht am La Plata, Contre-Admiral Trehouart, zurü>berufen ist, so glaubt man, daß auch die Feindseligkeiten daselbst zu Ende sein dürften.

x Paris, 31. Okt. Das regneris<he Wetter dauert noch immer fort und hindert im Verein mit den an den Eisenbahnen längs der Loire angerihteten Verheerungen und dem auch an den Straßen verursachten Schaden noch immer das rechtzeitige Eintreffen der Posten aus den mittäglihen Provinzen und dem in berselben Richtung lie- genden Auslande. Die Korrespondenzen und Zeitungen von dort, welche im regelmäßigen Zustande der Dinge des Morgens 9 Uhr vertheilt werden sollten, treffen selten vor 1 oder 2 Uhr Nachmittags hier ein und fommen daher oft ers nah 4 Uhr zur Vertheilung. Nur im Eipytreffen der Posten aus dem Norden herrsht jeßt große Regelmäßigkeit. , seit die besonderen Züge auf der Nordbahn sind hergestellt und, wie es scheint, au< auf belgischem Gebiete die nothwendigen Verbesserungen des Dienstes einze- treten. Die englischen , belgischen , holländishen und nord- deutshen Blätter, darunter auch die Blätter aus Berlin, sind jeßt regelmäßig hon des Morgens 9 Uhr vertheilt, und den allscitigen Klagen in dieser Beziehung is sonah abgeholfen. Ju dem Augen- blie, wo i<h Jhnen schreibe, Nachmittags 2 Uhr, treffen eben erst die Posten aus Lyon, Marseille und Saint - Etienne ein; wir dürfen also nicht hoffen, die vou dort kommenden Briefe und Zeitungen vor vier Uhr zu erhalten. Dabei ist der Himmel so ganz und gar von einem grauen Nebelkleide überzogen, daß man den ganzen Tag hin=- durch, selbst in. sonst ganz hellen Zimmern, Licht anbrennen muß, um arbeiten zu föanen. Von der See ber, vom Mittelländischen sowohl, als vom Atlantischen Meere, lauten die Nachrichten gleichfalls traurig. Das stürmische Wetter hat zahlreihen Schisfen den Untergang gebraht, und selbst der gewöhnlihe Korrespon- denz - Dienst zwishen Marseille und Algier, der dur<h Dampf- Schiffe von erprobter Güte und Stärke besorgt wird, war ia den leßten Wochen mit großen Schwierigkeiten verknüpft. Dem stürmi- \hen Wetter ist ohne Zweifel au<h das unerwartet lange Ausbleiben des Beys von Tunis beizumessen. Da derselbe am 18ten schon auf dem Dampfschiffe „Dante“' sih eingeschi}t hatte, müßte er längst in Toulon eingetrossen sein. Es {cheint ihn ein ernstliher Unfall auf der Ueberfahrt betroffen zu haben, der ihn wahrscheinli<h nöthigte, in einen Zwishenhafen von Korsika oder Sardinien einzulaufen und dort die Wiederkehr günstigeren Wetters abzuwarten.

Es hat allgemeines Aufsehen gemacht, daß das Journal des Débats, nachdem es längere Zeit die ganze Streitfrage zwischen

Frankreich und England in Betreff der spanischen Doppelheirath hatte

fallen lassen, die Polemik darüber ganz unerwartet heute wieder auf- genommen hat.

Es bestrebt si< darin auh unverkennbar, zu verstehen zu geben, daß és no< immer nicht an die herrschende Uebereinstimmung der Ansichten Sir Robert Peel's und Lord Aberdeen's auf der einen und Lord Palmerston's auf der anderen Seite glauben wolle, Die Ver- handlungen des englis<hen Parlaments, das wahrscheinlih in nicht ferner Zeit shon zusammenberufen wird, werden zeigen, ob das fran- zösishe Ministerial-Blatt sih nicht getäuscht hat.

Nicht minder fällt die Sprache des Journal d.es Débats in Betreff der Ereignisse in Portugal auf. Das sonst stets inner- halb der Gränzen einer gewissen Mäßigung sih haltende Blatt tritt gegen :die Königin Donna María und die Männer, welche sie in ih- rem do< unbestreitbar die Befestigung der Monarchie gegen den An- drang der sié bedrohénden revolutionairen Sturmwellen bezielenden Werke unterstüßen, mit einer fast leidenshaftlichen Heftigkeit auf, welche ihm bereits die aufrichtigen Glü>wünscbe des National ein- getragen hat. Jédermann sragt si, was diese Haltung zu bedeuten hat, namentli< wenn man damit jene der beiden anderen großen fon“ servativen Blätter, der Presse und der Epoque, vergleiht. Die Presse spricht sih mit großer Vorsicht aus, während die Epoque, die man als das Organ der persönlichen Meinung des Herrn Guizot zu betrachten gewohnt ist, unverzch!en u:d in schieden für die Sache der Königin gegen die der Revolution Partei ergreift. Die Frage, um die es sih handelt, ist ganz einfach diese: Hatte die Königin das Recht, einem thr gewaltsam aufgenöthigten Zustande ter Dinge, den

“hoch dazu seiñè eigenen Urheber selbst nicht einmal meyr aufrecht zu

halten vermochten, und der den Thron und das Land in den Ab- grund des Verderbens zu stürzen drohte, ein Ende zu machen und das durch ihren verstorbenen Vater eingesührte Staats - Grundgeseß der Monarchie wiederherzustellen? oder hatte die Königin dieses Recht niht? Es verneinen, heißt doch offenbar, der Monarchie das Gese

vorschreiben lassen durh die Revolution , diese allmächtig, jene zu

einem Schattendilde machen. Das scheint das Journal des Dé- bats nicht hinreichend bedacht zu haben, als es gegen die Königin Donna Maria seinen unbegreiflihen. Angriff richtete, der ihm die Lobsprüche der Organe der Revolution eingetragen hat.

Großbritanien Und Irland.

London ,„ 30, Oft, Gestern fand im auswärtigen Amte ein Kabinetsrath statt, wcicher zwei und eine halbe Stunte währte. Man war mit der Frage wegen der. Eröffnung des Parlaments beschäftigt. Morgen wird Jhré Majestät die Königin in Windsor eine Geheime Ratts-Sizung halten, in welher der Beshluß des Kabinets in Be- tre} der Parlaments-Eröffaung wahrscheinli<h die Königlihe Be- stätigung erhalten foll. : |

* Jhre Majestät die Königin wird am nächsten Dienstag ihre Reise nah Arundelcastle antreten, um den Herzog von Norfolk mit einem Besuch zu beéhren.

Die Wettfahrten der beiden indifhen . Posten über Marseille jüngsten Resultat wiédèr zu Gunsten der Routé über Marseille ausgefallen. Die heutigen Abend- blättet enthalten die Nachrichten der marseiller Post, welche Be- rihte aus Bombay vom 1, Oftober überbringt (s; unten), während

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die Depeschen des Lieutenant Waghorn erst morgen erwartet werd. Z Die lange Ueberfahrt des Leßteren von Alexandrien na 7, welche 55 Tage dauerte, hat die Verspätung verschuldet. ]

Die Times läßt si< aus Paris über die Einstellung aller Verherrlihung der Montpensiershen Heirath beabsichtigten Fes; keiten Folgendes schreiben: „Die Unglüdksfälle (die Uebershwemy gen) haben dem König Gelegenheit verschafft, si<h mit gutem stande aus einem Dilemma zu ziehen. Die Vorbereitungen zy | Festlichkeiten in Paris und Versailles zu Ehren der Vermäh des Herzogs von Montpensier sind auf Befehl. Sr. Maj eingestellt worden, in Folge der Leiden, welhe dur<h 1F s{wemmungen, wie die leßten 60 Jahre nicht ihres Gl) sahen, über einen großen Theil Frankreihs hereingebrochen sind, 78 durch ist man sowohl der Verlegenheit des britishen Gesandten, / zu diesen Festen hätte eingeladen werten müssen, wíe der Ul Philipp's, im Fall Se. Excellenz daran theilzunehmen abgelehnt h aus dem Wege gegangen. Bei Hofe gab es und vielleicht À mehr Grund als gewöhnli<h viel Gerede in Betreff des gänz# Gehlshlagens eines vom Könige gemgchten Versuches, Lord Norm zu besänstigen. Mit großer Spannung erwartete man eine # Note Lord Palmerston's an Herrn Guizot, die nä<sten Donn von London eintreffen follte. Da indeß eine sol<he Note nur weissührungen und feine andere Fakta, als die uny derte Stellung und Ansicht der englischen Regiernng enthalten hz wird, so dürfte si< \<werli< die ängstlihe Ungeduld verlohnn, j: der man ihrer Ankunft entgegensicht . …. . Herr Bacourt, ün ) ahtungswerthesten französischen Diplomaten, bereitete \si< zu « Mission nah London vor, wo er si< bemühen soll, die gewüß Aussöhnung zu Stande zu bringen, Die Hofnachrichten, aus t wir \{öpfen, und welche voller Wahrheit sein können, wollen nj daß Lord Normanby. gegen Herrn Bacourt, als Leßterer über Angelegenheit sprach, geäußert habe: wenn er (Herr Bacourt) Mission nicht mit dem Eingeständniß beginne, daß seine (die su sishe) Regierung im Unrecht sei, so möge er si< die Mühe ers und seine beabsichtigte Reise lieber unterlassen.“ :

Obgleich die leßten Berichte aus Jrland einigermaßen baf gend lauteten, so zeigt si< de< an manchen Orten die Noth f \hroffer Gestalt, daß Ausbrüche der Volksverzweiflung nur mit Y zurü>gehalten werden fönnen. Jn Cork z. B. zogen am f Morgens 300 mit Schaufeln und Spaten bewassnete Arbeiter mit Nachdru> Arbeit und Brod sorderndz-nur mit Mühe und y dem man die Troßzigsten verhaftet hatte, gelang es, die Menz zerstreuen. Vielfah wird über das Benehmen der Unterbeamten Regierung geklagt, welhe von der Dringlichkeit der Noth un Nothwendigkeit ernstliher Hülfe si<h niht überzeugen zu sheinen. O'Connell äußerte si< in dieser Beziehung fehr s in einer am 24sten in Fermoy gehaltenen Versammlung. Er erkl dem Ministerium die Stimmen der irländischen Mitglieder des laments entziehen zu wollen, wenn man nicht bald eine Bess der Verhältnisse hae. Der Agitator befindet sih_ jept auf Wege nah Dublin, um dem Grafen Besborough, dessen Tücti er indeß vollkommen anerkennt, seine Wünsche in Person vorzutn O'Connell verlangt die Vermehrung der Getraide-= und Mehl - pots, damit durch völlig unentgelilihe oder überaus wohlfeile ? rung dieser Lebensmittel an das Volk überall der andrängende | wudcher in seinen Schranken gehalten werden könne. Die Times schr heftig gegen O'’Connell und meint, daß ein Mann seinem Scharfsinn wohl das Trügerische der von ihm vorgebral Seingründe eingesehen haben müßte. Er hätte wissen müssen, | die Regierung nicht im Stande gewesen sei, einen hinreichend g Vorrath von Getraide zur billigen Ernährung des Volkes w hafen; daß schon der Versuch, den Sir Robert Peel in Jahre gemacht, wo der Mangel weit weniger drückend wesen, bereits alle Privat - Speculation aus dem Felde shlagen, und daß, hätte man ein gleihes Resultat in d Jahre zu erwarten gehabt, es bu<stäbli< unmöglih gewesen i für sieben Zehntel der Bevölkerung Nahrung zu verschaffen. Y bätte er müssen begreifen, daß die Regierung kein Maximum Lohn für Arbeiten hätte einseßen können, die dann nur unvollkon oder gar nicht unternommen worden wären; dann hättei Feldarbeiter für Privaten Arbeiten unternetmen müssen und wi noch unzufriedener gewesen als heute. Statt aber alles dies ei gestehe1, shüre cr noch die Unzufriedenheit und spreche in den? hinein, statt Rath und praktishen Beistand zu leisten.

London, 31. Okt. (B. H.) Amtlicher Anzeige zufolge!

das Parlament bis zum 12. Januar prorogirt worden

Nach einer Angabe der Morning Chronicle wird Obs Wylde si< nah Portugal begeben, um über die dortige Lag! Dinge der Regierung zu berichten. Auch soll die Flotte im verstärkt werden. j

Herrin Waglhorn's Depeschen der indishen Ucberlant post

Triest sind heute hicr eingetroffen. M

Uicderlande. :

Aus dem Haag, 29. Oft, Jn der gestrigen Abends! der zweiten Kammer wurde der Adreß-Entwurf als Antwort au| Thronrede mit 34 gegen 12 Stimmen angenommen. Die A wird auf die gebräuchliche Weise dcr ersten Kammer mitgetheilt wel

Heute Nachmittag wird sih die Kammer versammeln, um ben Geseß-Entwurf zur Begünstigung der Einsuhr von Lebensm! zu bérathen. Die Diskussionen werden beshleunigt werden, well Geseß vom 18. Dezember 1845, dessen Verlängerung beantragt ! mit dem 1. November außer Kraft tritt. : |

Der Javasche Courant vom 22, August enthält den der am 9, Juli mit dem Radschas von Bleling und Karam abge\chlossenen Friedensverträge. Die beiden Fürsten erklären | aufs neue, daß ihr Land zu Niederländis< - Jndien gehört un! aiso den König der Niederlande, repräsentirt dur< den Genf Gouverneur von Niederländis<=-Judien, als ihren Oberherrn ane nen, Sie geloben sodaun, ihre Reiche niemals an andere weiße? tionen abzutreten, no< mit Jemanden Bündnisse zum Nachtheil niederländishen Regierung zu schließen. Jn einem anderen Verl! erklärt der Fürst von Bleling, daß die niederländisch - indische R! rung dur< das Kriegsreht Herr und Meister scines Reiches Grundgebietes geworden, und daß er dieses allein dur< die E und Großmuth der niederländish - indishen Regierung zurükerh® habe. Der Fürst von Bleling macht si{< verbindlich, drei Viertel durch diese Expedition verursachten Kriegskosten zu zahlenz der von Karam Assam bezahlt ein Viertel.

Belgien.

Brüssel, 31, Okt, Die Kommission zur Regulirung Madasbettes dringt auf rasche Ausführung der von ihr empfobl Maßregeln, indem die Uebershwemmungen in Frankreich auf, Nothwendigkeit dringend hinweisen, zur rechten Zeit die nöth FSlußbauten vorzunehmen.

att Taf ie O a Sei” co O df: 27 E 2 R ORE n l E T R E L E N E T E R f ja E E

Es is hier die Bildung einer großen Actien - Gesellschaft im

rfe, die den atlantischen mit dem großen Ocean in Verbindung ill, y

"Nan beschwert sih darüber, daß die Restaurationen auf den

nbahn-Stationen noh niht den Meistbietenden in Pacht gegeben

, wie der Moniteur hon im Mai verheißen hatte.

S weiz.

Kanton Luzeru. Die Regierung hat sämmtlichen eidge= hen Ständen die Mittheilung gemacht, daß sie weder die aus Aufruhr vom 7. und 8, Oktober in Genf hervorgegangene, so= annte provisorishe Regierung, no< auch die Behörden anerkennen de, welhe aus den neuen dur die Revolutions - Behörde auf alem Wege veranstalteten Wahlen hervorgehen würden. Die Re- ing von Luzern schließt ihr Schreiben mit der zuversichtlichen hartung, daß alle ordnungsliebenden eidgenössishen Stände dasselbe werden.

Kanton Basel. Am 29, Oktober versammelte si< der Große sehr zahlreih (von 117 Mitgliedern waren 106 anwesend), um x die Petitionen wegen einer Verfassungs-Aenderung zu berathen. Debatten, welhe bis fünf Uhr Abends währten, wurden in ern- und ruhiger Weise gesührt und bei der Abstimmung die Nieder- 1ng einer Kommission zur Begutachtung der Frage mit 98 gegen Stimmen beschlossen. : Ein von der O. P. A. Ztg. mitgetheiltes Sehreiben aus sel vom 30. Oktober sagt über diesen Gegenstaud: „Der erste des Drama's der Verfassungs - Aeuderung ist geschlossen, der rige Tag ist ohne irgend eine Störung abgelaufen, obgleih manche üchte darauf hindeuteten. Das freiwillige Pompier- Corps (in Augen Vieler nicht gerade die geeignetste Sicherung) hatte ohne trag die Wache des Zeughauses übernommen, die Regierung hin- n jede militairishe Maßregel unterlassen. (S. das gestrige Blatt Allg, Preuß. Ztg.) Der Große Rath war sehr besucht, die hüne zum Erstiken angefüllt und mit Ausnahme einer Störung ein Mitglied das Bestreben nah éiner Verfassungs - Aenderung „Wühlern““ zuschrieb) ruhig; dem Vernehmen nah, waren die jestörer Ausländer. Die Diskussion, die uun in den beutigen ttern zu lesen ist, stellte die Versassungs - Veränderung als das tel dar, aus der Krise ohne Gefahr herauszukommen, keinesweges t, daß sie selbst wesentliher Verbesserung bedürse, nahdem man rend langer Jahre unter derselben glü>lih gelebt und in allem ten Fortshritte gemacht hatte, nahdem auch der Große Rath vor gen Jahren ein Bedürfniß zur Aeuderung nicht hatte finden kön- Nur wenige Stimmea haben si< gegen die Vornahme der arbeiten dur< eine Kommission ausgesprochen, aber man muß es then, dirse stüßten si auf die greisbarsten Gründe, während bei Anderen überall die Rü>ksichten der Zeit vorherrshten. Das ergebniß war mit großer Mehrheit, daß (na Vorschrift der jebi= Verfassung) eine eigene Kommission aus der Mitte des Großen hs ernannt wurde, welche die Frage, wie und dur< wen (man ÿ zum voraus, daß ein Verfassungs-Rath aufgestellt werden wird) Revision vorgenommen werden soll, damit dann der neue Entwurf Volke zur Genehmigung vorgelegt werde. Binnen acht Tagen, glaubt , wird die Kommission ihr Gutachten vorlegen können. Dieselbe ist ern in den Abendstunden und heute Vormittag mit 15 Mitglie- aufgestellt worden. Für denjenigen, der mit den hiesigen Ver- tnissen und Pecsönlichkeiten vertraut is, giebt die Wahl zu inter- nten Bemerkungen Anlaß; sie ist vorzugsweise auf die mehr Kon- ativen, sodann auf die Vermitteluden gefallen; sie ist präsioirt h den Herrn Amts-Bürgermeister, welcher hon im ersten Sfru- m die reichliche Mehrheit für ff< hatte. Nicht uninteressant i} Verwahrung eines der befanntesten hiesigen Radikalen, welcher in äfte seines Fabrikherin während 12 Tagen in Basellandschast , Und welhem nacgeredet wird, „er habe als Emissair für die gen Liberalen Anwerbungen gemacht‘; er nennt dieses Gerücht sham- und grundlose Verdächtigung und sagt, einen solchen ‘ten Aft, wie den: erwähnten, würde ihm Niemand zutrauen, der seiner Handlungsweise vertraut sei. Auch darf erwähnt werden, die jehige Zeit viel Geld kostet, denn die Wirthshäuser sind mehr E je befuht gut, daß das Geld im Lande: bleibt !“

F Kanton Genf. Der ersten Sißung des neuen Großen

hes, die leßten Montag abgehalten wurde, stand. Herr Fazy- Pa=-

als Alters-Präfident vor, Die Revue de Geneve sagt, es

en si die Großräthe fast sämmtlih auf die linke Seite begeben.

Büreau wurde nah Eröffnung der Sihung folgendermaßen be=

: Herr Fazy-Pasteur Präjident ; Herr Carteret erster Vice-Präsi- und Herr Pellier zweiter Vice-Präsident.

Das französishe Detaschement, welhes zu Ferney an der äußer-

Gränze si befand, is nah dem Fort de l’Ecluse zurückgezogen

.

Italien | Turin, 26. Oft. (A. Z.) Vor einigen Tagen hat in Mo- k der Abschluß des Ehevertrages zwischen dem Herzoge von Bor- x und der Prinzessin Therese von Modena, Schwester des regies ven Herzogs, stattgefunden. Die Vermählung - selbst wird son 30sten d, vollzogen werden.

Türkei.

Konstantinopel, 21. Okt, (Oes, Beob.) Se. Königl. eit der Prinz Luitpold von Baiern fährt fort, sih mit Befichti- g der Merkwürdigkeiten dieser Hauptstadt und ihrer Umgebungen deshästigen, und wird dabei vom herrlichsten Wetter begünstigt. lern wurde der Prinz zu einem glänzenden Bankette geladen, hes der Sultan seinem erlauchten Gaste zu Ehren in dem an Palast von Tschiragan anstoßenden neuen Kioske, Ferieh, veran- en ließ, uid welhem sämmtlihe Repräsentanten der fremden hte, so wie die ottomannischen Großwürdenträger, beiwohnten. P Tafel empfing der Sultan den Prinzen Luitpold, welchen

+ Jnternuntius hierbei zu begleiten die Ehre hatte, und mit , er si< dur< eine Weile über mannigfaltige Gegenstände un- ielt. Sodann wurde Se. Königl. Hoheit zur Tafel geführt, welcher der Groß = Wesir, Reshid Pasha, im Namen

ultans die Honneurs machte, und die für 70 Personen mit rhaft orientalishem Luxus gede> war. Der Prinz Luitpold Yte die Gesundheit des Sultans aus, und Reschid Pascha erwie-

e dieselbe mit einem Toast auf das Wohlfein des Prinzen. Wäh- -

* des Banketts führte eine großherrliche Musikbande Tonstüke aus f Opern mit staunenswerther Präzision aus. Der Prinz hatte bsicht, in diesen Tagen einen Ausflug nah Brussa zu unterneh- Und der Sultan hatte die freundliche Aufmerksamkeit ihm zu em Ende eines seiner Dampfboote anzubieten; do<h war es Sr. igl, Hoheit der Kürze der Zeit wegen niht möglich, dieses Vor- én auszuführen. Am 15ten d. M. hat die Einweihung der neuen Militairschule thalb Pera im Beisein des Sultans und der türkishen Würdeu-

ger mit großem Gepränge stattgefunden,

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Der zum Statthalter von Widdin ernannte Hussein Pascha ist gestern über Gallay nah seinem Posten abgegangen.

Her Odilon - Barrot ist am 14ten d. M. in dieser Hauptstadt Agen, von wo er eine Reise nah Aegypten zu unternehmen gedenkt.

Aus Smyrna wird gemeldet, daß am 14ten d. die türkische Flolte unter den Befehlen des Groß - Admirals Mehmed Ali Pascha vor Urlac vor Anker gegangen, jedoh zwei Tage darauf wieder ab=- gesegelt sei, um die Juseln Samos und Rhodus zu besuchen, von wo jie in ungefähr 14 Tagen in Smyrna zurü>erwartet wurde.

_ Berichten aus Trapezunt vom 13. Oktober zufolge, war de oft besprohene Rebell von Adschara, Kör Hussein, endli< gefangen genommen worden und sollte sofort daselbst eingebraht werden. Jn einem Schceiben aus Tebriz vom 30, September hieß cs, die Cbo- lera dauere in Teheran und anderen Orten Persiens no< immer fort, doch wird zuglei bemerft, daß wohl andere Ursachen der Sterblich- feit unter den ärmeren Klassen, die man wahrs<zeinli< auf Rechnung der Cholera sciebe, vorhanden sein dürften.

Pereinigte Staaten von Uord - Amerika.

London, 30. Oft. Das Dampfschiff „Hibernia“/ is gestern mit Nachrichten aus New-York vom 15. und Boston vom 16. Oktober in Liverpool angekommen, Der Krieg der Vereinigten Staaten gegen Mexiko geht seinem Ende entgegen, da Geueral Tay= lor den entscheidenden Schlag geführt und den Schlüssel zum Besiß der Hauptstadt, die Stadt Monterey, erobert hat. General Taylor langte am 19, September mit ungefähr 6000 Maun vor Monterey an, begann scinen Angriff auf dieselve am 22sten und ge=- langte erst nach dreitägigen lebhaften Gefechten und fraftvollem Wis derstande der Mexikaner, b?i welchem die Amerikaner 300 Todte und 200 Verwundete, die Mexikaner 500 Todte einbüßten, du Capita lation des General Ampudia, der die 7000 Mann starke Besaßung befehligte, in den Besiß der Stadt. Sogleich nachdem er vor Pon- terey erschienen war, wurde er no< während der Rekognoszirung von den Batterieen aus beschossen und {lug sodann ein Lager bei den Wellnuß-Quellen, drei englische Meilen vou der Stadt, auf. Am 20, September erhielt Beneral Worih Befehl, die Stadt rechts zu umgehen, um die Straße nah Saltillo einzunehmen und die Anhö- ben oberhalb des bischöflichen Palastes zu stürmen, welher Punft von dem Feinde auf unerklärlihe Weise vernachlässigt worden war. Er erreihte jedo<h erst am folgenden Tage scia Ziel, und nah einem Treffen mit einer starken Abtheiluag feindlicher Kavallerie, die durch die Artillerie von den Anhöhen unterstüßt wurde, waif er den Feind mit Veriust zurück und nahm eine verschanzt: Position in der Rich- tung von Santillo ein. Es zeigte sih jeto<h, daß außer dem Fort vom bischöflichen Palast noch zwei andere auf ausehnlihen Anhöhen der entgegengeseßten Seite des St. Juan-Flusses errichtet waren, wel<he beide erst mit Sturm genommen werden mußten. An dem- selben Morgen nahm die erfte Division regulairer Truppen und die Freiwilligen-Division unter General Butler eine Diversion zur Linken oor. In der Naht wor eine Batterie von zehnzölligen Mörsern und zwei Vierundzwanzigpfündern auf einer Ravine errih= tet worden, die am 21. September, Morgens 8 Uhr, von dem vier- ten Jufanterie-Regimente unterstüßt, ihr Feuer gegen das Fort der Kathedrale uet Um dieselbe Zeit waren zwei Regirzenter unter dem Obersten Garland abgeschi>t, um eine Rekognoszirung nach der äußersten Linken vorzunehmen. Nach einem heftigen Kampfe, wobei die feindlihe Batterie den Amerikanern vielen Schaden zusügte, ge= lang es lehteren, die feindliche Artillerie zu umzingeln und in die Stadt einzudringen. Da indessen der Feind sein Kanonenseuer und die Jnfanterie sogar von den Häusern der Skädt herab ihr Gewehr- feuer fortseßte, so begnügte man sih, gedachtes Fort einzunehmen, wo vier Geschüße nebst etwa. 30 Mann mit 3 Offizieren in die Hände der Amerikaner fielen, Die Regimenter von Mississippi, Ten- nessee und Odio hatten so stark gelitten, daß sie die Feind- seligkeiten einstellen mußten, zumal da ein heftiger Regenguß einge- treten war. Am 22, September, Morgens, nahm General Worth die Anhöhen, die den bishöflihen Palast dominiren. Hier wuden 4 Kanonen genommen und sogleih gegen die feindlihen Festungs- werke gerihtet. Am 23. September, früh Morgens, bemerkte Ge- neral Quitman, welcher mit Truppen aus Mississippi, Tennessee und Kentucky die genommenen Foits beseßt hielt, daß der Feind mehrere andere Forts verlassen hatte, und warf nun 4 Compagnieen in die Stadt, wo sie bald mit dem Feinde handgemein wurden. Nachdem ein Regiment von Scharfschüßen aus Teèxas hinzugekommen war, währte der Kampf den ganzen Tag hiadurh. Die Amerikaner drangen bis zum Hauptplaze, währeud der Feind von den BiuleeWebela und den Barrikaden aus ein heftiges Feuer nährte. Erst Nachmittzg nahm der Kampf eine günstigere Wendung für die Amerikaner, indem General Worth vom bischöflichen Palaste her die West'eite angriff und vom Kirhhofe aus mit einem großen Mörser auf den Hauptplaß donnerte, auf welchem der Feind jedoch sih die Nacht hindurh bieit. Am 24. September, früh Morgens, sandte der mexikanishe General Ampudia einen Parlamentair an Ge= neral Taylor, um eine Capitulation auzutragen. Bis 37 Uhr währte das Parlameutiren, da man sih uicht einigen fonute, Endlich ließ General Taylor dem Feinde e:ne Stunde Bedeukzeit, vor deren Ab- lauf jedo< die Capitulation zu Stande kam. Dieselbe is höchst ehrenvoll für die Mexifaner. Sie giebt ihnen sieben Tage zur Räu- mung der Stadt, während welcher Zeit die Amerikaner dieselbe nicht betreten dürfen, gestattet der Garnison den Abzug mit den Waffen in der Hand, instcsondere der Artillerie mit einer Batterie von ses Geschüßen und 21 Schüssen für jedes Stü>k. Nur die Citadelle sollte schon am 25sten geräumt werden, doh wurde den Mexikanern gestattet, ihre Flagge zu saluticen, ehe sie abgenommen würde. End- lich zieht die Capitulation eine Linie von dem Riconada - Paß durch Linares und San Fernando de Presas und bestimmt, daß vor Ab- lauf von aht Wochen oder bis ¿zum Eingange neuer Justructionen der beiderseitigen Regierungen diese Linie von keinem der beiden Truppen - Corps überschritten werden dürfe. Diese Bedingungen be=- weisen zur Genüge, daß die Mexikaner si schr tapfer gehalten und den Belagerern viel zu shaffen gcmaht haben. Die Stadt, fast ganz aus Stein gebaut, war stark befestigt; desgleichen die Höhen, welche sie beherrschen. Jn den Straßen waren Barrikaden errichtet und die Mauern der Häuser dur<bohrt zu Schießlöhern für das Muskfetenfeuer, Auch spriht General Taylor selbst in seinen De- peschen s< über die ganze Haltung der Mexikaner sehr anerkennend aus und leitet einen zweiten Grund für die nahgiebige Capitulation aus dem ihm unbekannten Zustande der Unterhantlungen der beiden frieg- führenden Mächte. Jn seiner Depesche an den Adjutaut-General heißt es: „Man wird ersehen, daß die der mexikanishen Garnison einge- räumten Bedingungen weniger hart sind, als es die zuerst aufgelegten waren. Die tapfere Vertheidigung der Stadt und der Umstand, daß in Mexiko kürzli< eine neue , den Jnteressen des Friedens, wie man glaubte, geneigte Regierung eingeseßt worden is, veranlaßten mich, mit der Kommission in diese Bedingungen einzuwilligen, welche, wie ih vertraue, die Billigung der Regierung erhalten werden. Die leß- tere Rü>siht hat auch zu der Uebereinkunft wegen vorläufiger Ein- stellung der Feindseligkeiten beigetragen, Obgleich meine Justructio=

nen darüber feine Bestimmungen enthalten, so- haben do< die Dings eine so veränderte Gestalt angenommen, daß ih diesen Weg dadur für gerechtfertigt halte. Jch ersuche um baldige Nachricht, ob ih den Absichten der Regierung in diesen Einzelnheiten entsprochen habe.“

_Jn Washington, wo diese Berihte den 12ten d. eintrafen, sheint man indeß mit diesem Arrangement nicht zufrieden zu sein, und Oberst Coton soll nah Monterey abgehen, ohne die Ratifi- cation der Uebereinkunft zu überbringen, vielmehr mit dem Befehl, geradeweges auf Mexifo loszugehen. Jedenfalls is der a<htwöchent- lihe Waffenstillstand nicht genehmigt. „Dieser Waffenstillstand“, sagt der New-York Enquirer, „kommt siherlih gerade jegt sehr un« gelegen, da wir vor Tampiko Streitkräfte versammeln, um diesen Ort anzugreifen und eine Verbindung mit General Taglor's Armee herzustellen; denn unter dem Schuße dieses Waffenstillsstandes kann nun General Ampudia seine Truppen vor Tampiko bringen.“

Aus den Vereinigten Staaten selb| wird nichts von politischem Interesse gemeldet. Kurz vor Abgang der „Hibernia“ hatten längs der Küste so heftige Stürme geweht, daß die Dampfschiffs - Verbin- dung Bostons mit dem Jnnern, so wie die Communication mittelst

| des eleftromagnetischen Telegraphen, 24 Stunden unterbrochen gewe-

fen war,

Ostindien und China.

Bombay, 1. Oft. (A. A. Z,) Die indischen Blätter nb diesmal noch leerer an Nachrichten als während der lebten drei over vter Monate. Zwar an Gerüchten war, wie immer, kein Mangel, aber sie entbehrten alles siheren Anhaltes. So sprah man namént- lich in Kuratshi, der Hafenstadt der Provinz Sind, von baldigen Trupen-Bewegungen nah dem Norden, einem neuen Marsh gen Bahawulpur und dergleichen, aber die Sage fand bei den Besserun- terrihteten feinen Glauben. Der Statthalter, Sir Charles Napier, war über das gegen ihn feindlihe Buh des Obersten Outram, über die Eroberung Sinds, höchst erzürnt, nachdem er jeßt gefunden, daß dasselbe in den administrativen und militairischen Kreisen des Mutterlandes doch mehr Anklang gefunden, als er erwartet. Jndessen der Herzog von Wellington und Graf Ellenborough haben si<h eutschieden für die Einverleibung dieser Provinz ausgesprochen und Napier's Ver- sahren allseitig gutgeheißen. Jn Britisch - Jndien selbst, namentlih bei der Armee, is dieses Gränzland mit feinen Seuchen brütenden Niederungen und Sümpfen auf das schlimmste verrufen ; die dahin beorderten Regimenter werden als verlorene Posten betrachtet, und die Letails über die diesjährigen Verhcerungen der Cholera unter den indo- britishen Truppen wie unter den Eingeborenen des Lan=- des sind wahrhaft s{hauerli< zu lesen. jugendfräftigsten Soldatcn, die Grenadiere der Frontlinien , starben weg wie die Fliegen. Indessen hatte die Seuche mit dem Eintritt der kühleren Jahreszeit aufgehört, und der Gesundheitszustand rar im Allgemeinen ein besserer geworden. Hingegen machte s< Man- gel an Lebensmitteln immer fühlbarer, und dieses Land, aus welchem seit den drei Jahren britisher Verwaltung die Nord - Provinzen des westlichen Judiens fast ausschließli< verpraviantirt wurden, kann jeßt seine eigenen Bewohner nicht mehr ernähren, denn das Getraide wird für die Besaßung aufgekauft, welhe mit dem Lager - Gefolge aus mehr denn 25,000 Mann besteht. Jn Safkkar waren in der leßten Zeit zahlreihe Diebstähle und Räubereien vorgefallen, und die Gebirgs-Beludschen der Gränze hatten neue Raubeinfälle versucht. Im Ganzen aber i} das Land ruhig.

Aus dem Pendschab is diesmal fast nichts zu berihten. Vom Abzug des britischen Occupationsheeres scheint es fürs erste ganz still gèworden zu sein. Der General-Statthalter, der si< no< zu Simla im Vorgebirge des Himalaya befand, war im Begriff, von dort aus die neuerworbenen Provinzen, namentli<h den s<óönen Dschallindir- Doab, zu besuhen. Das auch in England aufgenommene Gerücht von der Verlegung des Sigzes der General = Statthalterschaft von Kalkutta“ nah dem Nordwesten findet in der indischen Presse Beifall; Delhi wird als der dazu geeignetste Ort bezeichnet. Die frühere Nachriht, daß der Häuptling von Multau sich in Lahore gestellt, um mit dem Darbar des Maharad= shah seinen Frieden zu machen, wird widersprochen; sie beruhte auf einer Verwecselung mit einem minder bedeutenden Häuptling, Der Radschah Lall Singh und Hira Singh sind in offener Feindschaft, so daß sie neuli< im Staatsrath die Säbel gegen einander zu>ten. Die Ansit, daß England die ganze Ebene des Fünfstromlandes seinem indischen Reiche einverleiben müsse und werde, wird immer allgemeiner.

Gulab Singh in seinem Gebirgsland is mittlerweile au< nicht in ruhigem Besiß. Jn Kaschmir namentli soll unter dem Scheik Emam- ud- Din ein sehr gefährliher Aufstand ausgebrochen sein, der seine leßten Fäden -in Lahore hätte. Ein beträchtlicher Streithause Gulab Singh's, der gegen die Rebellen ausgeshi>t war, soll von ibnen jenseits von Punts< (Poonch) gänzlich geshlagen worden scin, so zwar, daß der Anführer ein Bericht nennt ihn Muttra Daz, ein anderer Lukfput Rae mit 400 Mann auf dem Plate blieb und sein ganzes Geschüß verlor. Jndessen war Gulab's Sohn mit ciner Verstärkung von 5000 Mann von Dshummu nah Kasch- mix aufgebrohen. Auch hieß es, ein englischer Offizier, Lieutenant Edwards, sei abgeschi>t worden, um jenen Häuptling zur Vernunst zu bringen. Kaschmir wurde bekanntlih von England durch den Frie- densvertrag mit den Seikhs dem Gulab Singh zugetheilt. m Nizam-Staat hat man nun wirklih angefangen , die gesindelhaf=- ten und unruhigen Miethstruppen , die Rohillas, auszutreiben. Sie wurden mit s{hwachen englischen Eskorten aus dem Lande transpor- tirt; aber was weiter mit ihnen anzufangen sei, wußte man nicht.

Bei Uebergabe der Jus:l Tschusan an die <inesishen Behörden wurde folgende Proclamation erlassen: „Die an den Kaiser von

China dem Vertrage gemäß zurügestellte Jnsel Tschusan is nicht *

länger als einer von den Häfen oder Pläßen, wit denen der Handel gestattet ist, zu betrahten. Britische Uuterthanen werden daher ge- warnt, daß nah dem auf den 22sten d. festgeseßten Abmarsche des I8sten Regiments alle Personen, die si< nah der Jusel oder einent dazu gedörigen Orte begeben sollten, den dur< Artikel 4 des Ergän= zungs-Vertrags bestimmten Strafen verfallen werden. Am Bord des Dampfbootes „„Vulture“‘, den 16. Juli 1846. J. F. Davis.“

Handels- und Börsen - achrichten.

2} Amsterdam, 31. Okt. Am hiesigen Fondsmarkte sind fast alle Course während dieser Woche neuerdings gewichen, weil si< bei minder stärker eingetretener Frage nah Geld ein steter Mangel an Kauflust spüren ließ, dagegen, vornchmlich von holländischen Staatspapieren, viele Partieen vom Auslande zur Realisirung hergclegt wurden z das erhebliche Fallen der portugiesishen und spanischen Fonds trug gleichfalls sehr dazu bei, den Markt zu drü>en. Von den holländischen Effekten sind Jntegrale von 59x bis 58% % heruntergegangenz 3proz, wirkliche Schuld von 715 auf 701 %; 4proz. dito von 92% auf 923 %z Actien der Handels - Maatschappy von 174% arf 1734 %z Iproz. russische Obligationen bei Hope u. Comp. von 105% auf 104% %; 4proz. Certififate bei denselben hielten sich etwas besser und holten 885 %. Ardoin - Obligationen wichen von 204 % allmälig bis 194 %. Portugiesische dito waren ers von 445 bis 43 % gesatlenz als aber gestern dic niedrige Notirung dieses Effelts von London hier bekannt wurde, drängten sich die Spekulanten zum Verkaufen und ließen zuleyt zu

Gerade die s{hönsten und

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