1846 / 318 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

| |

e

Nacehtrágliches über die diesjährige Aerndte.

Der ursprünglich für die Voltsschrist Der Säemann bestimmte Aerudiebericht des Unterzeichneten hat mehr Beachtung gefunden, als er er- warten fonnte. Die meisten meiner Gönner und Freunde haben sich ein- verstanden mit den darin vorgetragenen Ansichten ertlärt, Einige dagegen haben mir Thatsachen über den Ausfall der Kartoffel - Aerndte mitgetheilt, die mir bis dahin no< nicht bekannt geworden waren, und welche allerdings für einzelne Distiikte besorgnißerregend sind. Aus der Provinz Preußen wird mir gemeldet, daß dort in einigen Gegenden höchstens ein Drittheil, häufig nur ein Viertheil und no<h weniger an Kartoffeln ciner gewöhn- lichen Aerndte gewonnen worden sci. Diese Behauptung wird von Sach- kennern und Wahrheit liebenden Männern dur< Angaben von einzelnen in guter Kultur stchenden Gütern so bestätigt, daß sie als unzweifelhaft gelten fann. Ueberhaupt scheint die Küste der Ostsce von Meieuburg bis Ostpreußen in Betreff der Kartoffel-Aerndte vorzugsweise gelitten zu haben. Jn meinem Bericht vom 4. Okfiober hob ih hon he1vor, daß wegen des descnderen Witterungslaufes im nördlichen Deutschland seibst in evgen Be- zi:fen die größten Abweichungen vorliegen. Mir sind Fälle bckannt, wo alle Früchte eine reie Aerndte gegeben haben, und namentlich is dies bei den Kartoffeln der Fall. Ein Korrespondenz - Artifel in den Börsen- Nachrichten der Ostsee in Nr. 85 dritte Beil. aus Königsberg vom 19. Oktober theilt über die Kartoffel - Aerndte in Preußen dasselbe mit und hebt hervor, daß sie dort im Durchschnüit ziemlich gut, in Masuren sehr gut 1nd „zum Theil ungewöbnlich reichlih ausgefallen sei. Da ich bei der Veröffentlihung des erwähnten Aerndteber'hts keinen anderen Zweck hatte, als meine Beobachtungen und Ansichten mitzutheilcn, so würde ich von den mir privatim zugegangenen Mittheilungen zur Vervollständigung meines Berichts keinen Gebrauch für die Presse gemacht haben, wenn sivg nicht in den Börsen-Nachrichten der Ostsee ein Opponent gefunden hâtte, der mehr oder weniger gegen die aus meinem Berichte möglicherweise zu ziehenden Folgerungen auftritt, Die unter der Aufschrift : „Die Lebens- mittel - Frage“ in cinem leidenschaftêlosen, freundlichen und wohlwollenden Tone geschriebenen Aufsäyße veranlassen mich, auf einige darin enthaltere Behauptungen zu antworten. Zunächst muß ih mich dagegen erflärcn, daß mein Aerndteberiht die Provinzial - und Ortsvorstände abhalten könnte, Vorkehrungen gegen Mangel an Lebensmitteln zu rechter Zeit zu treffen oder die Arbeiter zu beschäftigen. Eine so geringe Meinung von den Fä- higkeiten der mit so wichtigen Aem'ern betrauten Männer kann ich in mir nicht auffommen lassen, daß sie sih durch einen allgemeinen Bericht über die Aerndte an Nahrungsmitteln abhalten lassen sollien, in die Verhältnisse ihrer nächsten Umgebung einzudringen. Jch selbst aber kann nicht wobl auf die Besorgniß fommen, es möge an Verdienst für die ländlichen Arbci- ter fehlen, weil mir in mehreren Provinzen, wo ih unmittelbare Einsicht von Guts-Verwaltungen nehmen kann, nur Mangel an arbeitenden Hän- den, nirgends aber Mangel an gewinnreicher Arbeit bekannt geworden if. Auch an vermögenden Unternehmern fehlt es in den Gegenden nicht, wohin mein Beruf mich führt, welhe Lust und guten Willen haben, Kapitalicn anzulegen und Arbeiten ausführen zu lassen, Es fehlt vielmehr noch häufig an genügsamen, willigen und geschi>ten Arbeitern. Es is für das wahre Wohl der von Handarbeit lebenden Menschen viel wichtiger, sie heran- zubilden , daß sie ihre Zeit und Kräfte besser benupen lernen, als andere Vorsorge für den Unterhalt gesunder und arbcitsfähiger Leute zu treffen. Den Alten, Kranken, Gebrechlichen und sons zum Verdienst Unfähigen gebe man reichli< Alles, was sie bedürfen, damit sie ihre hülflose Lage vergessen, Allen Anderen dagegen gebe man nur Gelegenheit zum Vrr- dienst und dringe darauf, daß in Zeiten dcs Mangels dic Verschwendung aufhöre, die bei allen unseren Handarbeitern angetroffen wird, Jst es nicht Vershwendung, wenn ein solcher täglih / Quart und mehr Branntwein

genießt und den ganzen Tag Taba> rauht? Würde es ihm nicht zuträg- |

licher sein, ja, wüide nicht sogar der Genuß selbst erhöht werden, wenn der Branntwein-Genuß bís auf !z oder & Quart ermäßigt und auch das Ta- ba>rauchen eingeschränkt würde? Gewiß ist, daß durch solche Beschränkung das Wohlbcfinden der Betheiligten an sich nur gewinnen würde, und die Ersparniß würde in dcn ärmsten Haushaltungen mehr als die ganzen Staats-, Kommunal- und Abgaben für Schule und Kirche betragen, die ein Hausvoater dieser Art zu entrichten hat, Ju dieser Beschränkung über- flüssiger Genüsse, wel<he nur Folge der Gewohnheit sind, müssen die Wohl- habenden mit gutem Beispiele vorangehen. Das dadur< Ersparte muß verwendet werden, um dem willigen Ärbciter so reichlichen Verdienst zuzu- weisen, daß er die Seinigen mit dem Nothwendigen versorgen kann. Kreis- und Gemeinde-Vorsteher mögen ihre Wege und Straßen bauen lassen. Grundbesißer mögen dasselbe thun. Auch wird es in Nor ddeutsch- land an wüsten Grundstü>en, die urbar zu machen sind, nicht fehlen, oder es werden Gräben zu ziehen und Holzpslanzungen vorzunehm:n scin, Die Mittel dazu werden theils durch die hohen Preise für alle verkäuflichen Ar- tifel, theils durh die Ersparniß an Ausgaben für aasländishe Weine und andere entbehrlihe Dinae zu erlangen sein. Eine so allgemein: Noth, wie die durch Naturereignisse herbeigeführte, muß von allen Klassen der Gesellschaft freudig und willig getragen werden. Dann gehen sie ohne erhebliche Nachtheile vorüber, und wenn alle Theile ihre Pflicht erfüllen, sich in gleichgültigen oder gar überflüssigen Genüssen beschränken, wenn die Wohlhabenden, so wie Kreis- und Gemeindevorsteher , darauf sinnen , den auf Arbeitsverdienst angewiesenen Mitbürgein diesen zu aller Zeit zu verschaffen, so bin ih überzeugt, daß im Bereich unscres Vaterlandes Niemand sein Nachtlager hungrig cinzu- nehmen brauht. Eben so wenig kann ih dem Verfasser der erwähnten Aufsäge in seiner Ansicht in Betreff der Zukunft beistimmen, nach we!cher er eine öftere Wiederfchr des Mangels an Lebensmitteln deshalb besorgt, weil die Regierungen die Fabrifen-Jndustrie mehr als die der Boden Pro- duction begünstigen sellen. Nach meiner Meinung macht sih der Grund- say immer mehr Bahn , daß im Gewerbeleben die größte Freiheit herrschen und die Staats-Regierung nur die Hindernisse entfernen müsse, welche ihre

bringen wollen, um im Frübjahre Saatkartoffeln für alle diejenigen Fami-

1346

Angchörigen in der freien Benugzung des Bodens, der Kapitalien und Ar- Antwerpen, 9. Nov.

beit stóren. Das preußische Gouvernement hat seit langer Zeit dies Ziel Frankfurt a. M., 10. Nor. 5% Met. 1085 6.

verfolgt. Die wohlthätigen Folgen sür die Bodenbenupung sind überall | 1866. 64.* Baye. Bank-Actien G54 Br. Hope 87ÿ Br. Stiegl. 865 Br. do. 500 Fl. —.

sichtbar, wo die Agrargeseßgebung den Boden entfesselt hat, Der Landwirth | Poln. 300 Fl- 971. 97. bemerft im Bereich des preußischen Staates das Gegentheil von dem, was Hamburg, 12. Nov. Bank-Actien 1570 Br. der Verfasser der Aufsäye über die Lebensmittel - Frage beobachtet haben Wien, 11. Nov.

Gräben versehen, tro>ene zur Bewässerung vorrichten, andere mit Mergel und Moder befahren. Die Vermehrung der Gebäude auf den- Landgütern

Neue Anl. 2LZ.

Engl. Russ. | 5% Met. 108%. 4% do. 995. will. Jn allen Provinzen unsercs Landes, wo die Kulturgeseße zur Aus- | Actien 1562. Anl. de 1834 157. de 1839 126%. Nordb. 1687.

führung gekommen sind, ficht man wüste Ländereien umbrechen, nasse mit | Mail. 106%. Livornu. 97. Pest. 86%. Budw. —.

Beriiner Börse. Den 14. November 1846.

und Gründung ganz neuer Höfe könnten cher zu der Sorge berechtigen, es werde zu viel produzirt werden. Vor einigen Jahren, als sanguinische : Landwirthe sh dem Glauben hingaben, die Chemiker hätten die Bereitung Fonds.

- Pr. Cour.

Pr. Cour! S; Brief. | Geld. T

Brief. | Geld, S

des Düngers erfunden, sprach man schon von der Umkehrung aller besehen-

den Verhältnisse, wenn man Weizen fo beliebig vermehren könnte, wie die | 5, Schuld-Sch. |:

Ziegel und andere aus irdischen Urstoffen bestehende Gegenstände. Jeßt ist eid L dies wicder vergessen, und nun taucht die Besorgniß auf, das 1ichtige Ver- E häitniß zwischen Production und Consumtion sei gestört, und die Jahre des S Kea

Mangels würden nan öfter wiederkehren. Diesen Ns kann man S E aldeeenohe: (2

füglich zurufen: „Jhr Kleinmüthigen! habt ihr die Verheißung der Schrift: : S daß, so lange die Erde steht, nicht aufhören werden Sonnenschein und (sem

Regen“ ‘“‘, vergessen? Wißt ihr nit, daß schon zu Joscph's Zeit magcre | westpr. Pfandbr.)

und fette Jahre mit einander abwechselten? Die Wintersaaten stehen jeßt | @rossb. Pos. d in cincm weiten Umkreise vortreflih. Es hat ihnen bei der warmcn und a g L

tro>cnecn Sommerwitterung die beste Vorbereitung gegeben werden lönr en. | g*@z„tpr. Pfandbr. |3:

Es is daher sehr wohl mögli, daß sie im fünftigen Jahre den doppelien | pomm. do.

Ertrag geben. Dann strömt der Aerndtesegen in Menge den Märkten zU, | jur. u.Neuw. do. /3: und ein unverhältnißmäßiges Sinken der Getraidepreise wird die nothwen- | gehlesische do. |: i dige Folge sein, Hält ein solcher Zustand des Ucberflusses nur zwei Jahre | z,. v.Staatg.LtB./3!

an, so wird man in allen Zeitungcn die Redensarten lesen, daß wir im Mee A E müssen, und dos die P E Bus abe, für Absay zu sorgen, wie man jept von i r velangt, daß die Lebens-

ae M i eia sollea, Seit Abfassung meines ersten Berichts habe ih | xaodickedon Gelegenheit gehabt, auh in die Zustände einiger Wirthschastcn in Ober- | 4u4.G1dm.à 5 Th Schlesien einzudringen, und habe allerdings die Ueberzeugung gewonnen, daß | Disconto. : do1t der Geiraide-Ertrag sehr dü:ftig ausgefallen is. Dagegen fand ich die Kartoffeln theilweise schr gut gerathen, leider! aber ist der Bau diejer so wie anderer Wurzelgewächje dort nur in eiazelnen Wir1hschasten so aus- gedehnt, als es nöthig i, um gegen Mangel und Noth zu allen Zeiten gesicbert zu sein. Mir liegen die irthschaftoverhältnisse von zehn großen

Brl.Potsd. Magdb. de, Obl. Lit.A.B.

Mad. Lpz. Bisenb. do. do. Prior. Obl. Brl. Anb. abgest. do. do. FPrior.ObI. Püss.Elb. Eisecnb. do. do. Prior. Obl. Rhein. KBisenb.

do. do. Prior. Ob!. do.v.Staat garant. Ob.-Schles.E.L A

ju

Sd d S

S Í

A

B.-St.E.Lt.A.u.B. Magd.-fHalbst.Eb. Br.-Schw.-Frb.E. de. do. Prior.Obl. Bonu-Kölner Esb, Niedersch. Mk.v.s.

Man; sische

I

Nied.-Mrk. Zwgb.

Wilhk.-B. (C.-0.)

Gütern zur genauesten Kenntnißnahme vor, die 20, 30 bis 70 Meilen nach

apa Rar | (rae meme

Berlin-Hamburger

verschiedenen Himmelsgegenden von einander liegen, aus dcnen aber de Anbau von Wurzelgewächsen seit längercr Zeit in großer Ausdehnung be-

Cours.

steht. Diesc Güter haben eben so abweichenden Boden , als sie der wech- I echsels=

selnden Witterung des vergangenen Sommers und den Einflüssen derselben

unterworfen waren. Aber alle diese Güter sind nicht nur in der Lage, daß | amsterdam

sie ihre A1beiter g" versorgen können, sondern selbs die dürstigsten und am S E 250 Fl. meisten von der Lc enheit berührten sind vermögend, zur Versorgung aus- | mamburg e e erun i

wärtiger Menschen Lebensmittel abgeben zu fönnen. Auf einzelnen ist die A. Aerntte an Getraide sogar schr reihlih ausgefallen. Meiner Mittheilung | 1,ondon

lien Mangel in den Gegenden, wo der Bedarf nicht geärndtet ist, vorge- | Augsburg

aus einer Gegend in andere gebracht werde, wo Mangel ist , und daß alle

wahre Patrioten der Regierung cntgegen kommen und mit derselben für | Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss. 100 Thlr,

Beschäftigung solcher Leute Sorge tragen, die ohne außergewöhnlichen Ver- | Frankfurt a. M. südd. W......... dienst si nicht mit den nöthigen Nahrungsmitteln versorgen können, D} Beet ene iadibs

diesem Sinne haben si, wie ih zu meincr Freude vcrnommcn habe, die

eo oooooooo aao eo ooooooooo ooooo.

über den Ausfall der Aerndte liegen also Thatsachen zum Grunde, und ih | par... eere < gebe mich der sihercn Hoffnung hin, daß mit vereintea Kräften dem wirk- | wien w 20 K...

beugt werden kann. Es wird nur darauf ankommen, O C

WNNASNNNNG

Stände des virsißer Kreises bethätigt, welche eine bedeutende Summe auf-

lienväter bereit zu halten, welche si jene nicht selbst anschaffen können.

Zwei Herrschastsbesizer in Hinterpommern und Ober - Schlesien halten zu Sonntag, 15. Nov. Jm Opernhause. Tleichem Zwe> große Quantitäten Kartoffeln für das Frühjahr bereit, | Vorstellung : Der Freishüß, Oper in 3 Abth. DRn! a 8 Dn Ben a Himmel cinen O Ur von Weber. Un halb 7 Uhr.

er viele Erdarbeiten erlaubt; dann werden wir das magere Jahre über- u dieser Vorstellun d i G hnli | stehen und können uns glü>klich preisen, daß wir nicht én ss großes Unglück S L ellung werden Billets zu den gewöhnlichen L} Im Saguspielhause.

erlebt haben, als die Bewohner der Loire-Ufer.

| Meteorologische Beobachtungen. Montag, 16. Nov, 1845. Morgens Nachmitiags Y E ) 13. Nov. G6 Ubr. - 2 Uber. 10 Ubr Beohbachtuug. in 1 Aft, vom Königl, Balletmeister Hoguet. Anfang halb 7 Uhr. Luftdruck... « 341,51’ Par.|/340,74’" Par.1338,55'"! Par.|Quellwärme 7,8° R.

Thau. R 1,9° R. | + 2,9) R. [Bodenwärme 1,0 R. , Dosilidieura, 96 pCt. 70 pCt. 86 pCt. Ausdünstung 0,005''Rb. Im San Welte trüb, trüb. trüb. |Niederscblag O. reprêésentation de: d NW. NW. NW. |Würmewechse! + 6,3° | du théâtre Royal de Wölkenzug - «- NW.

Tagesmittel: 340,27’ Par... + 3,0 R... +0,8° R... 84 pCt. NW. en 1 acte, par M, Dumanoir.

Yandels- und Vörsen-Üachrichten.

Königlichc Schauspiele. 130\te Abonnem Musik von C,

K Mit aufgehobenem Abonnemen- oppe, von Oesterreih, JIntriguenstü>k in 5 Abth., und einem Nod frei nah dem Roman des A. Dumas, von Ch. Birch-Pfeife] Jm Opernhause. 1 Vorstellung: Der alte Magister, Schauspiel in 3 Abth. Abends | Nach eininaliger Hierauf : Der geprellte Alkade, oder: Der Mutter Namenstag, d

131ste Abonnen

Musik von H, Stu

Luftwärme . <..| 2,0°:R. -+ 62° R. + 4,8° R. |Flusswärme 28° R. G s Bn Billets gu en gep En se. 5te Abonnements-Vorstellung. La sec énue à la cour, comédie en déon, par M. Enpis.

+ 4,0° représentation de: Le code des femmes, vaudeville nov M

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.

Auswärtige Börsen.

Jm Selbstverlage der Expedition.

Amsterdam, 10. Nov. Niederl. wirkl. Sch. 581. 5% Span. 21%.

3% do. 373. Pass. —. Ausg. —. Zins], 525, Preuss. Pr. Sch. —«. Poln. —. Gedruc>t in der Deckerschen Geheimen Ober - Hofbuchdrucertl E

4% Russ. Hope 885.

Sckannimachungen.

[980] Bekanntmachung.

Am 419. Februar d. J. is die verwittwete Hauptmann Anna Louise Schwalbe, geborene Herrmann, hierselbst verstorben,

zufolge der nebst

muthmaßlihen Erben Johann Carl Herrmann, welcer

Allgemeiner Anzeiger.

gelegene, Vol. IV. No. 139 b Fol. 285 des Hypothe- , an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Tare und Hy- kenbuchs verzeichnete, dem Schlossermeister Johann Gott- pethekenschein sind in der Registratur einzusehen.

lieb Spaeth gehörige Wohnhaus nebs Zubehör, welches dem Hypothefkenschrine in der Registra- tr einzusehenden Taxe auf 10,212 Thlr, 23 Sgr. 5 Pf. abgeshägt worden, soll o E

: , am 3, März /

Da von dem jcpigen Aufenthalte ihres Bruders und subhastirt werden,

Álle unbekannten Realprätendent:n werden ausgebo-

Literarische Anzeigen.

1979] Literarisches,

vor dem Jahre 1806 in Warschau als Polizei - Secre- ten, sih bei Vermeidung der Präklusion spätestens in Charafkterzüge und historische

tair angestellt war und vor etwa 14 Jagren in Span-

diesem Termine zu melden.

dau sich aufgehalien haben soll, keine Nachricht zu er- Frankfurt a. O., den 23, Juni 1846. ¡ ra mente

langen gewejen ist, werden dcr genannte Johann Carl (L: S.) Königl, Preuß. Land- und Stadtgericht,

Herrmann und dessen nächste Verwandten hierdurch öf- fentlih aufgefordert, sich bei dem unterzeichncten Ober-

aus dem Leben des Königs von Preußen

Friedri<h Wilhelms 11.

Landesgericht zu melden und ihre Gerechtsame in Bc- [522] Nothwendiger Verkauf. tref des Nachlasses der verwittweten Hauptmann Schwalbe Stadtgericht zu Berlin, den 2, Juni 1846. Gesammelt und nah eigenen Beobachtungen und selbst- wahrzunehmen. Das hierselbst| in der Weberstraße sub No. 5 bele- gemachten Erfahrungen herausgegeben

Königsberg, den 4. November 1846. Königl. Preuß. Ober-Landesgericht,

gene, auf den Namen des Tuchfabrikanten Carl August von Colell und dessen 7 minorennen Kindern im Hypothe- R. F. fenbuhe von der Königsstadt, Königsviertels Vol. 35 | der Philosophie und Theologie Doktor, evangelishem

Eylert,

[521] Nothwendiger Verkauf. No. 1665 a pag. 41, cingetragene Grundstü>, gericht- Bischof 2c. 2c. Land- und Stadtgericht zu Havelberg. lih abgeshägt zu 5946 : hlr. 24 Sgr. 5 Pf., sol Dritten Theils erste und zweite Abtheilung. gr, 8. Das Wohnhaus Polizei Nr. 26, s Don Havelberg eg a A diohd bin ui Ba 11 Ta Magdeburg, Heinrihshofen. 1846, belegen, frühcr das zum ehemaligen Domstiste Havel- an der Werl elle subhastirt werden. Lare und Py- e Ui S bera t v4 Amd A rf g D pothekenschein sind in der Registratur einzuschen, Mit diesem legten Bande ist ein wahres National- fenbuche Vol. 11. pag. 518 Nr. 33 verzeichnet, den wert vollendet, N dessen Spiegel wir die edle Persôn- Geschwistern von ‘tievai gehörig, abgeschägt auf 5800 l lichfeit Friedri<h Wilhelm's 111. nach (hrer stillen Größe Thir, zufolae der ned| Ht othefenschein Zun Badiltattte [978] Nothwendiger Verkauf. und ihrer durch reinste Menschlichkeit dem deutschen Her- M s R Ri 9p benben Taxe, soll g Stadtgericht zu Berlin, den 30. Oktober 1846, zen nahe gebrachten Majestät mit Liebe und Dank wie- g er Registratur einzule Le, Das dem Farben - Fabrikanten Carl Louis Theodor | der erkennen; ein Werk, das, aus innerem Lebenskern

am 2, Januar 1847,

Riefenstahl zugehörige, in der Chausseestraße Nr. 46 a be- | und Trieb erwachsen, dur< die Junigkeit und Anmuth

bett dir, Uhr, an ordentlicher Gerichtsstelle sub- | legene und im stadtgerichtlichen Hypothekenbuche Vol. | seiner Darstellung, wie durch die Fülle des Stoffes, ge- ° IV b. No. 131. pag. 241 verzeichnete Grundstü nebst wöhnliche Leistungen bruchstü>weiser Skizzen weit bi -

[619] Subhastations-Patent. é Pf, soll

Zubehör, gerichtlih abgeshägt zu 9051 Thlr, 27 Sgr. | ten läßt und uns als schönes, in sich abgerundetes

Ganzes entgegentritt, nah der Weise Herodots einen

Das in der Dammvorstadt an der Crossener Straße am 18, Juni 1847, Vormittags 11 Uhr, seltenen Reichthum des Juteressanten und Nüplichen in

eingeflochtenen Episoden darbietend, vurch welch! Schilderung der Hauptperson als rother Faden b An Bedeutsamkeit des ZJnhalts steht die\ Band insbesondere keinem der früheren nach. « sers Erwariung, welche hon dur die Ucberl der Haupt-Abschnitte: Die moralische Rest tion der Armee, die Liturgie f die Kirhliche Union, des Königs zwell! mählung, die NeigungdesKönigszum ter, einzelne Charafterzüge aus dem: des Königs Friedrih Wilhelms 111. F spannt wird, findet reichlihe Befriedig U Möge das Werk, welches bereits ei der öffentlihen Gunst eingenommen zu einem allgemein verbreiteten V Die wad>ere Veilagshandlung wird sicherlich d Veranstaltnng einer eigenen, wohlseileren Bea die Hand bieten, Dem hohwürdigen Herrn aber wünschen wir, um eine solche in seinem vollenden zu können , no< lange ungeschwäh!! und die Dauer dieser aus der vorliegenden df sehr ansprehenden Geistesfrische. Brandenburg.

Borräthig in Berlin bei DUmmller, Lin

olfsbuche V

Mit dem 1. Januar 1847 beginnt wie g lich der hiesige Stähr-Verkauf. circa 300 Muttern zum Verkauf gestellt

Simmenau, den 15, November 1846.

Rudolph Freiherr von L

po

Auch werden

5 Abonnemeul veträgtk : 9 Klhlr. sür Iayÿr.

Sz Ce hw Zun A

In halt.

utsche Bundesstaaten. Großherzogthum Baden. sches. Großherzogthum Hesscn und bei Rhein. Großherzogthum Me>lenburg-Schwerin. Aushebung 3 Schuygeldes der Juden, Schreiben aus Frankfurt a. M. (x Herzog von Nassau; der Bundes-Präsidial-Gesandte; Schießbaum-

olle; geschgebendc Bersammlung.)

¿land uud Polen. St, Peterdburg. hauplay im Faufajus. Ernennung. Ordens-Verleihung. —- Bau-

estimmung, Graf Sobolewsfi +.

nkreich. Paris, Die neuen diplomailishen Ernennungen, Der Gesandte bei den Vereinigten Staaten. Lord Normanby's udienz nud Unterredung mit Guizot, Die Vermählungsfrage. bd el Kader's Aufenthalt, Ucbershwemmung in Algerien. D citráge für die Ueberschwemmten. Gerichtlicbe Versiegelung bci Mar- all Lourmont. Bestattung Duperré's, Louis Napoleon, Die

stände der Schweiz. Vermischtes.

britanien und Jrlanud. London. ? ayors-Tag. Lord Brougham in der spanischen Frage. Jrländi- e Zustände, Entde>ungen in Ausiral:en, :

gien. Brüssel, Thronrede, Besorgliche Gerüchte. Unter- igung sür die arbeitenden Klassen, Die neue liberalc Association.

leschlagnahme eines Blattes.

nemark. S<leswig. Stände-Verhandlungen.

lieu. Rom, Vorbereitungen zu dem großen Kirchenfcste. Peti- onen aus Belogna. Der politische Zustand im Kirchenstaate. .— on der italienischen Gränze. Befinden der Prinzessin Louise on Prenßen. Vorsichts - Maßregeln von Sciten Sardiniens gegen e Schweiz, Unterhandlungen zwischen Neapel und Hannover. lorenz, Abrcise der Prinzessin Albrecht von Preußen na< Rom.

ebershwemmungen,

anien. Bricf aus Madrid. (Das Ministerium; Herr Monz der anzösische Botschafter und der Tiempoz tugal, Schreiben aus Lissabon. (T llung der absoluten Gewalt ; Schreiben der ¿ Antasz Proclamation des Königs an die Truppen.)

fei, Konstantinopel, Neue Bedrohungen der Christen in Kur-

san, idels- und Börsen-Nachrichten. Berlin. Börsen- und Markt- ericht. Börsenbericht aus Frankfurt a. M.

fithlr. - 4 Jahr. 4 Kitte. - 1 Iahr. 9 llen Theilen der Monarchie ohne Preis - Erhöhung. ertions-Gebühr sür den m ciner Zeile des Allg. Anzeigers 2 Sgr.

Nachrichten vom Kriegs-

Hofnachricht, Lord-

Nachrichten aus Portugal.) cfret der Königin über Her- nigin an den Grafen

igôstädtisches Theater, (Jtalienische Opern-Vorstellung.)

dirk Breslau, zu ernennen.

——_——_—

Berlin, den 10, November 1846.

‘Direktorium und Senat der Königlichen Akademie der Künste. 0 (gez.) Dr. G. Schadow, Direktor.

en wird, enthält : unter

Nr, 2765, Die Allerhöchste Kabinets - Ordre vom 6. November d. J., wegen Anwendung der in Betreff des Schießpul- vers geltenden Polizei - Vorschriften auf Schießbaum- wolle und ähnliche Präparate.

Berlin, den 16. November 1846.

Geseß-Sammlungs-Debits-Comtoir.

Abgereist: Der außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte vister am Königlich bayerischen Hofe, Kammerherr Graf von

rustorff, nah München.

Amtlicher Theil.

Be, Majestät der König haben Allergnädigst geruht :

Den bisherigen ersten Kriminalgerihts-Direktor, von Schröt- hierselb, zum Gehcimen Justiz-Rath und Ober=Landesgerichts= eftor bei dem Ober-Landesgericht in Köslin ; und

Deu Ritterguts - Besißer und Kreis - Deputirten Bürde auf sniontau zum Landrath des Kreises Groß-Strehliß, im Regierungs-

: A nzeige.

Ÿ Die Kunst- Ausstellung wird am Sonntag den 15ten d. M. um Ahr Nachmittags geschlossen. Die ausgestellten Gegenstände können von Mittwoch den 18ten d. M. an wieder abgeholt werden,

Das 37ste Stück der Geseß - Sammlung, welches heute ausge-

Allgemeine

fichtamtlicher Theil. Deutsche Bundesflaaten.

Großherzogthum Baden. Nach dem neuesten Adreß- buche für Karlsruhe beträgt die Bevölkerung der Stadt, mit Ein- chluß des Militairs, 24,950 Einwohner.

Großherzogthum Hessen und bei Nhein. In der Sipung der zweiten Kammer der Stände vom 10, November wurde die Berathung über den Entwurf der I. Abtheilung des bür- gerlihen Gesebbuchs für das Großherzogthum fortgeseßt. Der Abg. Glaubre< sprach sih in einem langen Vortrage sür unver- änderte Beibehaltung der jeßigen Geseßgebung in Rheinhessen und deren Uebertragung auf die diesseitigen Provinzen aus. Jhm ent= gegnete der Abg. Weyland und bezeichnete die wahre Lage der Sache. Die Abg. Kilian, Wernher und Brun> redeten zu Gunsten der rheinhessishen Geseße, Der Gr. Regierungs- Commissair, M. R. Dr. Breidenbach, sih ausführliche Er- wiederungen bei Erörterung der speziellen Fragen voibehaltend, be- merkte nur Einiges im Allgemeinen. Er fand cs nicht angemessen, daß man mit allen Gaben der Rhetorif und Dialektik eine präoffu= pirte Meinung gegen einen ganzen Gesch- Catwurf hervorzurufen \nche, an dem man doch nur drei Punkte auszuseßen wisse die Führung der Civilstands-Register, die Form des Abschlusses der Ehen, die Stellung des Familienraths Punkte, über die man bei Bera- thung der einzelnen Artikel spreben und sie dann beanstanden könne. Die Kammer weide prüfen und entscheiden in ihrer Unparteilichkeit. Nachdem noch verschiedene Abgeordnete das Wort genommen hatten, Elen der Präsident die allgemeine Berathung und die öffentliche ißung.

__ Großherzogthum Meklenburg-Schwerin. (H. N. Z.) An den Vorstand der israclitishen Gemeinde zu Schwerin ist unter dem 9, November folgendes Großherzogliches Reskript erlassen worden: „Wir geben dem Vorstande der israelitischen Gemeinde hierselb|, auf dessen Vorstellung und Bitte vom 25, März d. J., hiermit zum Bescheide, daß Wir auf die zur Verbesserung der Ver- hältnisse jüdisher Glaubensgenossen dienenden Maßregeln, wie bisher, so au ferner gnädigst gern bedacht sein und dazu allerdings auch die Mitwirkung Unserer Landstände in Anspru<h nehmen werden. Wie sehr Uns die Wohlfahrt auch Unserer jüdischen Unterthanen am Herzen liegt, wird dem Vorstande auch die in Abschrist hierbeige=- schlossene Verfügung darthun, wona<h Wir die jährlihe Schußgeld- Zahlung von Johannis 1847 an aufzuheben geruht haben. GVege- den u. \, w./ Die an“ das Steuer= und Zoll - Depar- têment erlassene Verfügung lautet: „Wir eröffnen euch hiermit, daß Wir gnädigst beschlossen haben, die Juden von der jähr= lichen Schupßgeldzahlung an Unsere Renterei nah Ablauf des Etats- jahres allgemein und gänzlich zu befreien, dergestalt, daß die in ter- mino Johannis 1847 praenumerando fällig werdende Zahlung des- selben niht mehr zu erheben ist. Jhr werdet hiernach zu seiner Zeit die Steuerstuben mit Anweisung zu versehen haben. Von dem ge- nannten Zeitpunkte an werden aber die Juden, wie solches theilweise auch bisher hon geschehen, die Kosten der Unterhaltung solcher Cen- tral - Justitute, welhe dur< das privative Bedürfniß der jüdischen Glaubensgenossen veranlaßt werden, namentlich des Landes-Rabbinats und eines zu errichtenden Scullehrer - Seminars, dur< Beiträge, wel<e auf die einzelnen Gemeinden zu repartiren , vollständig auszu- bringen haben, worüber die weiteren Anordnungen vorbehalten blei= ben. Gegeben dur< Unsere Regierung, Schwerin am 9, November 1846. An das Steuer=- und Zoll-Departement hierselbst.“

XX Frankfurt a. M., 12. Nov. Se. Hoheit der Her= zog von Nassau is seit kurzem von Wien zurü> und stattete auf der Rü>reise dem hohen neuvermählten Paare in Stuttgart einen Besuch ab.

Der Bundes - Präsidial - Gesandte, Herr Staats - Minister Graf von Münch-Bellinghausen, reist in der nächsten Woche nah Wien ab und wird dort wiederum mehrere Monate verbleiben. Der Königlich preußische Bundestags-Gesandte, Herr Graf von Dönhoff, wird als= bald von seiner Urlaubsreise zurü>kerwartet, der Kurfürstlih hessische Bundestags-Gesandte, Herr Ries von Scheuernschloß, is seit weni= gen Tagen hier wieder anwesend, Jm Allgemeinen sind, troß der Ferien, nur wenige der Herren Bundestags-Gesandten von hier ab-

Alle post - Anstalten des In- und Auslandes uchmen Sestellung

9 auf dieses Siatt an, sür Serlin die Expedition der Aug. Preuß. Zeitung: i Fricdri<sslrafß e Ur. 72. (A

Berlin, Montag den 16» November 1846.

der Erfindung der Professoren Schönbein und Böttger hat ein günsti- ges Resultat geliesert. Niemand durste ihr beiwohnen, der nit dazu berufen war, doch erfährt man aus guter Quelle, daß die Bedienung des groben Geschüßes mit Schieß-Baumwolle nicht ohne Gefahr ist. Da es keiner Frage unterliegt, daß den Professoren Schönbein und Böttger die ihnen von hoher Bundes - Versammlung ausgesehte Na- tional-Belohnung zu Theil wird, so wird seiner Zeit gewiß auch der Bericht dcr betrefendeu Kommission zur Publizität gelangen.

Wie schon öfters, so wurde au diesmal gleich Anfangs der ordentlichen Session unserer geseßgebenden Versammlung der Antrag auf Oeffentlichkeit ‘der Verhandlungen der geseßgebenden Versammlung gestellt, Bisher erhielt dieser Antrag nie die Majorität.

Rußland und Polen.

__St. Petersburg, 8. Nov. Vom Kriegsshauplaß im Kau- fasus hat man wieder folgende Nachrichten erhalten : „Auf dem rechten Flügel der kaukasischen Linie scütc am 15. Septem- ber ein 200 Mann starker Räuberhaufen, unter Ansührung des bekannten Räubers Aslan - Bek Besrukof zwischen den Posten von Achmetos und Schalachoff über die Laba, in der Absicht, das von den Kosaken eingeärnd- tcte Heu in Brand zu ste>en. Ein Theil der Besagung des schalacheffschen Forts machte, von dem Lieutenant Woropajew und dem Fähnrich Owischin- nifoff geführt, einen Ausfall und warf den Feind nach einem stürmischen Angriff zurü>. Gleichzeitig sandte der Militair-Chef des ahmetofschen Forts, Stabs-Capitain Gruschezki, eine Abtheilung Infanterie und Kosaken aus, den Wald bei der Furt über die Lava zu beseyen. Der Feind ges als er sah, daß ihm der Rücfzug abgeschnitten war, dicscs Kommando mít Wuth an, er fand jedoch tapferen Widerstand und stürzte sich darauf in eiliger Flucht in die Laba, 4 Leichen auf dem Playe zurü>lassend. Der Anführer des Hausfcns, Aßlan- Bek Besrufkoff, wurde dur< den Sturz seines zum Tode verwundeten Pfer- des {wer verlegt und starb an demselben Tage. Unsererseits wurden ein Mann getödtet und 5 Gemeine, so wie der Fähnrih Owtschinnikoff, ver- wundet. Am 19, Sepiember seyte eine Reiterschaar von 300 Mann, aus dcm Stamme der Tejuschebsen, von Kali-Girei-Charzyschew geführt, gleich- falls über die Laba und überfiel die Landleute in der Nähe der tengins- fischen Stani:a, die gerade mit Feldarbeiten beshästigt waren. Auf die Signalschüsse ter Pikets eilten 45 Sotnia Kosaken aus der Staniza herzu und trieben, unterstüßt von einer Korporalschaft des stawropolschen Jäger- Regiments, der ein Geschüy folgte , den Feind in die Flucht. Gleichzeitig beseyte eine andere Korporalschaft desselben Regiments, längs der Laba hinzichend, die Furt und beschoß die flichenden Berg- bewohner , die dadurch bedeutenden Verlust erlitten und von un- scren Truppen noh jenseits der Laba verfolgt wurden. Der Feind verlor allein an Todten 418 Mann, darunter 12 Aeclteste, Unsererseits wur- den 2 Maun getödtet und 4 verwundet, Diese Niederlage machte auf die Tejuschebsen cinen so tiefen Eindruck, daß der gesammte Stamm derselben mit uns in friedliche Beziehung zu treten wünschte und die Temirgojewzen um deren Vermittelung bat. An der Ostküste des Schwarzen Mecres ver- suchten kleine Räubertrupps wiederholt unseren Garnisonen Schaden zuzu- fügen, ohne daß es ihnen jedoch gelang. Der Stamm der Dschigeten, der während der lchten zwei Jahre, in Folge von Mißwachs, sich ruhig ver- halten 1nd sogar in unseren Befestigungen für Geld oder Brod gearbeitet hatte, schien in diescm Jahre sein Verhalten ändern zu wollen, Die Aeltcsten des Stammes unterfingen \sih, einige mit der von ihnen ausgesprohenen Unterwürfigkcits - Erklärung unvereinbare Forderungen an den General - Adjutanten Budberg zu richten. Als sie aber eine ent- schieden abschlägige Antwort erhielten, erschienen sie in Unterwürsigkeit zu Anfang Septembers in der Heiligengeist- Festung vor diesem General und baten wegen ihrer unbedachten Dreistigkeit um Verzeihung. : Der Ober- Befehlshaber verweilt bei dem t\chetschenzischen Detaschement, im Lager beim Fort Atschoi, das schon lange im Vertheidigungszustande sich befindet, und wo gegenwärtig die Winterquartiere für die Garnison beendet werden. Die Beziehungen zu den umwohnenden Eingeborenen sind höchst friedlicher Art, und obgleich sie aus Furcht vor Schamil noch nicht wagen, sih offen zu unterwerfen, st-hen sie doch fortwährend mit unseren Truppen in Verbin- dung und versehen dieselben mit Lebensmiticln, Schamil, der den Tsche- tschenzen immer versprochen hatte, die Russen zu verhindern, in diesem Ge- biete festen Fuß zu fassen, sagt sih gegenwärtig davon los, unter dem Vor- wande, als riefen ihn Geschäfte und Unternehmungen besonderer Art nah Da- estan. Er hat den Oberbefehl über die Tschetschna seinem vertrauten Naib Nur-Ali übertragen, mit dem strengen Befehle, die Bewohner dersel- ben von ciner Unterwerfung unter russishe Botmäßigkeit abzuhalten und Kavallcric - Streiscorps in die Sunscha und in die Umgebung des Forts Grosnaja auszuscndén. Einige Streifscorps haben sich auch schon in die- sen Tagen gezeigt; als sie aber sahen, daß wir zu ihrem Empfange bereit seien, verzichteten sie auf weitere Unternehmungen. Jm nördlichen und süd- lien Dagestan und auf der fumykfishen Ebene, so wie an der lesgischen Linie, is Alles ruhig, und die an mehreren Orten begonnenen Arbeiten schreiten überall ras vor.“ i: E L /

Der ältere Dragoman beim russischen General - Konsulat in der Walachei und Moldau , Kollegien - Rath Kotoff, is zum Staatsrath befördert.

Der Kaiser hat dem römischen Architekten und Archäologen Ca-

E E wesend. F | i Die in der verflossenen Woche vor der ernannten Kommission nina zum Zeichen seines Wohlwollens den Skt. Stanislaus - Orden in Mainz stattgehabte Prüfung der explodirenden Baumwolle nah | 3ter Klasse verlichen. —— D S n T

vartungen getäuscht woiden, daß wir a treten der (

en scheinen.

Beide Sänger zeichnen sich dur fris<e Stimmen von seltenem

Königsstädtisches Theater.

alienishe Opern - Vorstellung. dor. Sga, Fodor: Lucia, Sgr. Labocetta: Edgardo, als Antrittsrollen.

(Den 14. November.)

| Wir betraten tas Haus heute in ziemlich gedrückter Stimmung. Jn ge mancher ungenügender Engagements eines mit den hiesigen Kunst- ‘erungen nicht vertrauten Jmpressario, hatte die italienische Oper der dies- ligen Saison bisher so selten Erfreuliches zu Tage gefördert, waren wir dem jedesmaligen Erscheinen cines neuen Sängers so oft in unseren uh den vor dem öffentlichen Î Sga. Fodor und des Sgr. Labocetta laut gewordenen stigen Urtheilen feinen Glauben schenken zu dürfen uns für vollkommen ‘tigt hielten. Doch unsere aua waren diesmal nicht gegründet und ¡den dur< die braven Leistungen der

ir lernten in der neuen Primadonna Sga. Fodor und in dem Tenor i Labocetta Sänger kennen, die niht nur den Ansprüchen eines mu- isch-gebildeten Publikums, sondern auch ciner strengen musikalischen Kri- u genügen vermögen und ihre Fächer als erste Sänger mit bedeu- em Erfolge auszufüllen durch viele jhnen inwohnende Vorzüge be-

Lucia di Lammer-

Genannten völlig beseitigt.

Wohlklange wortheilhaft aus z in demselben Maße durch treff- lihe Gesangsbildung und funstmäßigen, seelenvollen Vor- trag, Eigenschaften, mit denen sich ein _ im Ganzen ret wirksames Spiel verbindet. Daß sich die beiderseitigen Leistungen unter solchen Uniständen allgemeiner Anerkennung erfreuten, bedarf eigentlich feiner Erwähnung; daß der Beifall aber sogar oft einen enthusiastishen Charakter annehmen fonnte, während eine Künstlerin, wie die geniale Garcia, noch auf deyselben Brettern ihre begeisternden Schöpfungen vorführt, spricht mit uns für die neue Acquisition. : E

Sgra. Fodor führte die Partie der Lucia musikalischerseits u der That mit an Vollendung streifender Sicherheit und Kunstfertigkeit aus ; durch die Licblichkeit und ebenmäßige Schönheit ihres Organs und die edle Verwendung desse!ben gewann die Leistung ein eben so wohl1huendes als eigenthümlicbes Kolorit, wenngleih die Aufgabe in dramatischer Hinsicht cine weniger genügende Lösung erfuhr und die Sängerin \i<, was Feuer und Leidenschastlichkeit des Ausdru>s betrifst, einigermaßen ihrer Zndivi- dualität zu entäußern hätte. :

Die schöne, weiche Bruststimme des Sgr. Labocetta fand in der ge- tragenen Partie des Edgardo Gelegenheit, sich in ihrem ganzen Schmelz und Reiz zu entfalten. Der Sänger, der beiläufig in der äußeren Erschei- nung und Gesangsweise lebhaft an unseren trefflichen Mantius erinnert, entwi>elt cine musterhaste Oekonomie des Athmens, ein wundervolles Por-

Junneiste erwärmt. Dabei is sein Spiel durchdacht, steis edel und unter- ftügt die Wirkung des Gesanges ganz angemessen, So gelang ihm die Scene im Finale des zweiten Aktes, Lucia gegenüber, sehr wohl; es ver- dient besondere Anerkennung, daß er sich hier durch den Ausbruch des Zor- nes nicht, wie es ost Darstellern der Rolle begegnet, zu einem unritterlichen Umherrasen auf der Bühne verleiten ließ und im Gegentheil bei ihm eíne edle Mäßigung , bei einer dennoch effeftvollen Darstellung, die Oberhand behielt. Auch die Sterbescene befriedigte , vorzugsweise in musikalischer Hinsicht. :

B errang si< das neue Sängerpaar verdientermaßen reichliche künst- lerische Kronen, die ihm in üblicher Weise durch Dacapo- und Hervorrufen überrciht wurden; das Publifum verließ das Haus, da auch von Seiten der übrigen Mitwirkenden das Mögliche geschah, die 1 zu einer gelungenen zu machen , in besriedigter Stimmung. Jedenfalls läßt sh jeyt der italienischen Oper nach der neuen Errungenschaft eine bes- sere Zukunst prophezeien, Sgra. Fodor, Sgr. Labocetta, Sgr. P ignoli und der Buffo Sgr. Galli sind wohl gecignct. die Hauptstügen derselben zu bilden, 60,

tamento und eine Seelenhaftigkeit des Ausdrucks im getragenen

Gesang, die wirklich ihres gleichen sucht und das Herz des Hôrers bis ins

aaf E E E E 4 B

S E E V R R E ORER M “T g U“ Pn men

5:6.