1846 / 329 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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klagen, nahdem dieselben durch die Juli-Revolution und ihre Folgen einen so bedeutenden Riß erhalten. Die Pres se will dies nicht wahr haben: Frankreih habe 1830 nur seine inneren Angelegenhei=- ten umgestaltet, und Niemand habe ein Recht gehabt, si darein zu mischen; was aber Belgien betresse, so habe dieses das Werk der wiener Verträge, insofern sie auf dieses Land sich bezogen, mit Zu- stimmung aller Mächte umgestoßen, die bei diesen Verträgen mitge=- wirkt. Am Schluß ihrer Betrachtungen is die Presse übrigens der Meinung, daß, wenn eine Protestation gegen die“ Maßregel in Be- tre} Krakau's geschehen sollte, dieselbe niht blos von Frank- reih und England, sondern von den fünf Mächten zusammen ausge= hen müßte, die mit den drei Shußmächten Krakau?s zusammen das Comité der aht gebildet, von denen die Akte vom 9. Juni 1815 unterzeihnet worden. Der Constitutionnel dagegen will wissen, daß Lord Palmerston bereits für England allein protestirt habe.

Die Naqhriht von der Mission des Herrn Schwarzer, Redac- teurs der Blätter des österreihishen Lloyds, im Juteresse der Be- förderung der indishen Post, veranlaßt das Journal des Débats, welches sehr bemüht is, Frankreih diesen Transit zuzuwenden, zu folgenden Bemerkungen: „Wir begreifen vollkommen das Gewicht, welches Deutschland darauf legt, daß der Verkehr Englands mit Jndien dur dieses Land gehe; aber wir bleiben bei der Ueberzeugung, daß der Weg über Marseille der kürzeste is, selbst bei dem gegenwärtigen Stand der Dinge, nämlih ohne Hülfe der Eisenbahnen. Die leßte Reise hat dies hon bewiesen, und wir hoffen, die weiteren Versuche werden es unwiderlegbar darthun. Ganz ungewöhnliche Hindernisse auf dem französishen Wege, wie die Uebershwemmungen, haben den Courier von Marseille niht abgehalten, seinem triester Konkurrenten, der solhen Hindernissen in Tyrol, Steyermark und Bayern nicht be- gegnet ist, um Vieles zuvorzukommen. Um die Hindernisse des deut- schen Weges zu beurtheilen, muß man die \chlechte Jahreszeit in den Gebirgen abwarten.““

Der Marquis von Larochejacquelin hat sich wegen seines Lotte- rieplanes zum Besten der übershwemmten Departements von neuem an das Ministerium gewendet und denselben bis zur Uebereinstimmung mit dem Wortlaute der Geseße modifizir. Es sollen nämlich jeßt feine Geldgewinne , sondern dergleihen in Juwelen und anderen Sachen ausgeseßt werden, wobei die Verbindlichkeit der Zurücknahme zu den ihnen beigeseßten Werthen aufgestellt werden würde. Der Marquis glaubt, daß die bereits mehreren Verloosungen von Sachen im Wohlthätigkeits-Jnteresse gewährte Erlaubniß auch die für seinen Plan nah sih ziehen müsse.

Obgleich sih die Nachricht bestätigt, daß die Regierung einen Vertrag zu einer transatlantishen Verbindung zwischen Havre und New-York eingegangen, und daß dazu ein Dampfschiff von 450 Pferdekraft auf 10 Jahre bewilligt, ist die Eröffnung dieser Verbin= dung doch noch lange ausgeseßt, weil der Vertrag der Billigung der Kammer bedarf.

Der Kriegs-Minister hat dem Ober-Befehlshaber der 7ten Mi- litair=Division die Weisung ertheilt, 50 Bagagewagen und 200 Pferde nah Marseille abgehen zu lassen, um Getraide nah Lyon zu beför= dern, welches auf der Rhone des hohen Frachtpreises wegen nicht verladen werden fann.

Der englische Romandichter Dickens ist von einer Reise dur die Schweiz hier eingetroffen.

Die Akademie der \chönen Künste hat gestern Herrn Duchatel an die Stelle des Grafen von Simeon zu ihrem Mitgliede gewählt.

Vor einigen Tagen sind die sterblihen Ueberreste Cherubini's, welcke seit seinem Tode, den 15. März 1842, auf dem Friedhofe des Pere Lachaise vorläufig beigeseßt waren, in das ihm neu errichtete Grabmal neb2zn dem Abbé Delille, Fourcroy, Chenier, Gretry und Mehul gebracht worden.

Am 12. November haben 47 Bettler unter der Leitung eines der Jhrigen, den sie zum Haupmann ernannten, verschiedene Gemein- den des Bezirks Nogent -=le-Rotrou durchzogen, alle Meierhösfe, in welche sie mit Gewalt eindrangen, gebrandshaßt und den Eigen- thümern gedroht, nächstens in weit größerer Anzahl zurückzukommen. Vor aht Tagen erschienen sie, 80 an der Zahl, bei dem Maire der Gemeinde Montigngy und brachen ebenfalls in Drohungen aller Art aus. Meyrere Brigaden Gendarmerie wurden zu ihrer Versolgung abgesandt, A

Dieser Tage trugen mehrere Actionaire der Epoque und einige der Gläubiger derselben beim Civilgerihte auf Bestellung eînes ver- pflihteten Geschäftsführers für die Unternehmung an, weil der Käu- fer des Blattes, Herr Deville, zu dem anberaumten Termine die 262,500 Fr. Kaufpreis nicht gezahlt hatte. Es wurde ihm zuleßt eine Frist von 20 Tagen bewilligt.

= Paris, 22. Nov. Es wird jeßt gewaltig viel Dinte_ ver= go}sen und Druckerschwärze verbraucht, um alle die heldenmüthigen Artikel in tie Welt zu senden, welche die französischen Journale, de- nen nah der eingetretenen fast völligen Erschöpfung der Streitfrage

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über die \panishe Vermählungsfrage der Stoff bereits zu mangeln begann, tagtäglih ihren Lesern zum Besten geben in Betreff der Vereinigung Krakau's und seines Gebiets mit Oesterreih. Die voll- brachte Thatsache läßt sich dadurch freilich niht abändern, aber man gewinnt dabei doch wenigstens so viel, auf etwa 8 oder 14 Tage wieder einen Gegenstand zu haben, über welhen män seiner Jmagi- nation vollen freien Lauf lassen kann. Ob es klug gethan ist, wenn ein sons in der Regel so vorsichtiges und zurückhaltendes Blatt, als das Journal des Débats, wie 1840 nah- dem londoner Vertrage vom 15. Juli und neuerlich erst wieder bei eirigen Anlässen, nament- lich ten Ereignissen in Portugal, so auch jeßt den gewohnten Pfad ruhiger Mäßigung und leidenschaftloser Abwägung der Thatsachen verläßt, vielmehr in dieselben Extravaganzen verfällt, wie die ra- difalen und revolutionairen Blätter, kann man dem Urtheile jedes Uzxbefangenen anheimstellen. Durch Aufregung der Leidenschaften, zu welher das Journal des Débats jeßt vollauf mitzuwirken be- müht is, faun siher das große Juteresse des Friedens, in welhem auh die Krakau betreffende Maßregel von den drei Shußmäcten endlich gefaßt wurde und gefaßt werden mußte, nichts gewinnen, und diesen Frieden zu crhalten, liegt unzweifelhaft eben so sehr im Juteresse Frankreihs und vielleiht noch mehr, als in dem irgend einer anderen Macht. Nur die revolutionairen Parteien in Frankreih können den Krieg wollen, und wenn diese bei jeder Gelegenheit darauf hinarbei=- ten, das Feuer zu shüren, bis es einmal zu blutigen Flammen auf= shlage, in welhen sie die Morgenröthe für Verwirklichung aller ihrer Hoffnungen erblicken, so kann dies Niemanden befremden. Von ihrer Seite is es vollkommen Ernst, wenn sie stets von neuem auf dieses Thema zurüdckommen. Die Jnteressen, welhe das Journal des Débats vertritt, und welche sehr vielseitig sind , wären aber die ersten, welhe den Gegenschlag fühlen würden, gelänge je den Revo= lutionairen die Erreichung ihrer Zweckde. Darüber hat das Journal des Débats gewiß selber niht den geringsten Zweifel. Sicher wird si fein ruhiger Beobachter der Begebnisse durch die Sprache des Journal des Débats zu der Meinung verleiten lassen, als sei es ihm Ernst damit, wenn es sogar, mit den radikalen Blättern über= einstimmend, die Frage der Rheingränze wieder in Anregung bringt. Jn Frankreih mag es gutmüthige Seelen geben, die sih dadurch irre führen lassen, {chwerlich außerhalb Frankreihs. Daß im Grunde diese Jdee noch immer in sehr vielen, ja den meisten französischen Köpfen spukt und selbst durch die Begebaisse von 1840 nicht besei= tigt worden ist, ist allerdings denen, die Land und Volk Grankreichs genauer fennen , als durch oberflächlihe Anschauung , unzweifelhaft, und dieses Faktum sollte auf der anderen Seite des Rheins niemals vergessen werden ; aber niht weniger gewiß is auch, daß die Streier bis jeßt noch selbst nicht an die Möglichkeit der Realisirung ihrer Jdeen glauben. Nur wenn neue innere Stürme in Folge äußerer over innerer Aulässe über Frankreich je wieder hereinbrehen sollten, würde die friegslustige Partei auch versuhen, Hand ans Werf zu legen. Denu von ihr fann man mit vollem Rechte sagen: sie hat nichts ge- lernt und nichts vergessenz aber sie würde auch zu spät die Erfah= rung machen, daß die Zeiten vorüber sind, wo man auf den Zwie= spalt der Nachbarn seine Stärke baute. Ein bemerkenswerther Um- stand, der am besten zeigt, worauf sich das ganze Handeln der Kabi= nette von Paris und London in der. frakauer Angelegenheit beschrän- fen dürste, is die Haltung der englishen und der französishen Mini- sterialblätterz auf beiden Seiten des Kanals machen dieselben viel Lärm, aber auf beiden Seiten enthält man sich auch wohlweislih, ein bestimmtes Verlangen zu äußern, Das Jour= nal des Débats wartet ab, was die Morning Chronicle oder die Times sagen wird, und diese beiden befolgen wieder die- selbe abwartende Taktik; viel Declamation auf beiden Seiten, nir- gends bestimmte Anträge, gez enseitig ist vielmehr das Bestreben un- verkennbar, \sich die Juitiative darin zuzushieben. Man streitet sich darüber herum, ob England oder Frankreih dabei mehr interessirt, ob das Ministerium Guizot oder das des Lord Palmerston in grü-= gere Verlegenheit verseßt sei, und aus allem dem geht nur das Ein- zige als sicher hervor, daß man weder diesseits noch jenseits weiß, wie man sich am besten herausziehen solle, ohne sich alizu sehr bloßzustellen und das Unkluge der früher, namentlih von Lord Palmerston über die Vorgänge in Galizien geführten Sprache in allzu grellem Lichte erscheinen zu lassen. Darin liegt auch eine entshiedene Bürgschaft für die Zukunft, und dies wurde von denen, welche bei Ausrehthaltung des Staats-Kredits durch Bewahrung des allgemeinen Friedens zunächst betheiligt sind, mit rihtigem Blicke bald erfannt. Daher erklärt si, daß der augenblidlihe Schrecken an der Börse, welcher selbst die französishen Staatspapiere anfangs zum Weichen gebracht hatte, so \chnell vorübergingz gestern schon trat wieder Neigung zum Steigen ein. Die Spekulanten haben allerdings jenen Moment der ersten Bestürzung in ihrem Jnteresse auszubeuten

gewußt.

Großbritanien und Irland.

London, 21. Nov. Heute Mittag fand der gestern von - John Russell berufene Minister - Rath statt, welhem alle hier q, senden Kabinets-Mitglieder beiwohnten.

Die beabsichtigte Expedition des General Flores nah Ecyy zu welcher derselte in England und Jrland in ausgedehntem 9 Truppen warb, hat hier einen shlechten Erfolg gehabt. Vorg Abends begab si, wie die Times meldet, der Ober - Zollnäg Herr Forsgth, in Begleitung mehrerer Unterbeamten, an Bord vor Gravesend liegenden Schiffes „Glenelg““, welches zu der Ex, tion des Generals gehört, und fonfiszirte dasselbe im Namez Regierung wegen Verleßung der Geseße gegen Rekrutirung Ausrüstung für den Dienst des Auslandes. Cestern Morgen folgte dieselbe Prozedur mit den Dampfschissen „Monar“ „Neptun““, welhe ebenfalls zu der Ecuador - Expedition gehören in den ostindishen Docks bei Blackwall liegen. Kurz vor der schlagnahme des „Glenelg“ waren 250 geworbene Leute an Bord geh worden, die als Matrosen und Marine-Soldaten Dienst verrichten q Der „Glenelg“ i ein shönes. Schiff von 1200 Tons und y früher im ostindishen Handel verwendet; von den beiden Damysi fen, welhe bis vor furzem Eigerithum der General-Dampfschifff Gesellschaft waren, is früher tér „Monarch“ für die Fahrt Leith und der „Neptun““ für die Fahrt nah Hamburg benußt wg

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L Namen des Rechts und Prinzips zu Hülfe zu rufen, was, wie Epoque sogar no dazu bemerkt, Christenpflicht sei.

Wir kön- dem Journal des Débats versichern“, {ließt der Globe, wir recht gut wissen, was Recht ist, und daß unsere Regierung danach handeln wird. Aber wenn wir in unserem gerechten er die Waffen brauchen wollten, deren man sich gegen uns bech eine wie shrecklihe Rache könuten wir nehmen an der Dop- iafeit unserer Nachbarn und an ihrer Abweichung vom Prinzip.“

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Zur Befestigung von Guernsey und zur Verbesserung der dorti-

Hafenpläße sollen nah dem Guernsey Star 500,000 Pfd. St.

der Regierung bestimmt sein. s ; Die Times erklärt sich für Herabseßung der Theezölle, ein gu-

Omen für den neu gebildeten Verein, der es sih befanntlich zum le geseßt hat, diese Zoll-Ermäßigung zu erlangen,

Belgien.

Brüssel, 23. Nov. Folgendes is der Schluß der (gestern hrochenen) Adreß-Verhandlungen in der Repräsentanten-Kammer : Graf von Merode: Jeder genieße in Belgien der vollkommensßen eit, keine Freiheit werde durch die Regierung bedroht, da sie alle gleich ; allein die Meinung, die sih angeblich „die liberale“ nenne, sei es

qde, welche feine andere Freiheit gelten lasse, als die von ihr geübt werde, n mache der Regierung den Vorwurf, daß sie sich in die Vereinbarun-

der Bischöfe mit den Gemeinderäthen nicht mische; die Bischöfe ver- iein nur, wozu sie berechtigt seie, sie wollten den Jugend-Unterricht so

Es heißt, Herr Forsyth besiße so genaue Beweisstücke über di Pafen, daß er die Menschen zum Heil führe und jene religiösen Gefühle

stimmung der Schiffe, daß dieselben ohne Zweifel als der Kron fallen von den Gerihten werden verurtheilt werden. E

Die minijleriellen Whigblätter haben in der frakauer Ange}. heit noch niht das Wort genommen, und nur beiläufig finden in F sih einige Bemerkungen bei Gelegenheit der Aeußerungen der zösischen Blätter über das Faktum. So giebt der Globe j eine Zusammenstellung der Erklärungen des Journal des} bats und der Epoque, stellt aber dabei diese Blätter als D der französischen Regierung mit ihren eifrigen Protesten gege) Einverleibung Krakau?’s in die österreichishe Monarchie in | lächerlihes Licht, da sich, wie das englishe Blatt bea tet, dahinter nur das Bestreben Lerberge, das alte Lrhi niß mit England, welhes die Montpensier - Heirath unter habe, wiederherzustellen. „Daß Frankreih““, schreibt der O\ „mit den drei Mächten im geheimen Einverständniß hinsichtlih Besißnahme Krakau's gewesen i}, hat sich nicht bestätigt, wen dem offiziellen Artikel im Journal des Débats glaubten, ¡soi Preis eines solchen Bündnisses ist höher, als ihn Herr Guizot zahlen fann, und nahdem er erfannt hat, daß es ihm unmögli worden is, mit neuen Freunden auf derselben Stelle si nied lassen, so flopft er wieder an die Thür seines alten Gefährten begehrt Einlaß.“ Aber dieser Einlaß, giebt der Globe zu v hen, dürfte jeßt {wer zu erhalten sein, denn wenn das Journ des Débats gegen eine Verleßung des wiener Traktats deklui wenn es behauptet, die drei Mächte hätten zuerst England und, rei mit zu Rathe ziehen müssen, und es erwachse, da dies nit schehen, für Europa nicht so sehr aus dem Jucorporationsaklt |i als vielmehr aus der Behandlung der Prinzipienfrage, große Oest \o sei nur zu wünshen sagt der Globe das französische V hätte eine ebeu solhe Ansicht der Dinge auch bei der Gelegen) der Heirath des Herzogs von Montpensier an den Tag gel „Eines von den Argumenten““, heißt es, „welhe man damals ge uns erhob, bestand darin, daß wir so viel Geschrei um eine S1 machten, die keine ernstlihen Resultate haben könnte, aber nichts v lautete vom Prinzip. Nun aber i} mit einemmal das Prinziÿ Hauptsache, und das Journal des Débats fordert Lord Yal! ston auf, seine hinsihtlih der Unabhängigkeit Krakau?s übernomn Verbindlichkeiten zu erfüllen; das Recht, sagt das Journal Débats, dürfe nicht verleßt werden. Gewiß niht. Aber wenn Journal des Débats so bemüht um die Aufrechthaltung M

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Rechts ist, warum hat es denn die Verleßung des Vertrags i,

Utreht bei der Heirath des Herzogs von Montpensier 6 theidigt, selbst vorausgeseßt, die Folgen derselben wi wirklich nicht \o ernstlich, was wir indeß nicht zugebei! Auf die Behauptung der übrigen französishen Blätter, „die unif legte Politik Lord Palmerstou?s“’ sei Schuld, daß das Einvernehuß Frankreichs und Englands gestört und Krakau einverleibt n den wäre, erwiedert der Globe, gerade umgekehrt, „die unil! 4 legte Politik des Herrn Guizot“ habe dies bewirkt, und daß di richtig sei, beweise das Journal des Débats selbst, wenn 4 kläre, daß das Prinzip aufreht erhalten werden müsse. „Di su zösische Regierung befindet sih in einer ungereimten Lage z sie n zuerst das Prinzip in ihren Beziehungen zu England uicht respeltt und suchte bei auderen Mächten Beistand zu ihrem Widers Dieser Beistand wird verweigert oder vielleicht unter Bedingui zugesagt, welche der herrshenden Dynastie fatal sind, und jeßt la sie nun zu uns, nicht um ihren Jrrthum einzugestehen, sondern1

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logen das Luxemburgum Romanum von Alex. Wiltheim bezeichnet, dessen Unwissenheit sich in vielen Beispielen zeigt. Hierauf sieht sich der Verfasser genöthigt, den Streit über Gesonia und Geusen, den er selb| einen uner- quicklichen, unfruhtbaren genannt hat, um Herrn Dederich's willen noch einmal aufzunehmen, und fehlicht dann mit den von Janssen herausgegebe- nen römischen Älterthümern in Seeland. Auf Einzelnes, wie über den ge- lehrten Exfurs über Britones und Bistones (S. 67 ff.), können wir hier nicht eingehen , aber es sind fruchtbare Andeutungen in Menge vorhanden, Der Abdruck eines leidener Fragments, geographishen Jnhalts, dessen fünftige Erläuterung Lersch verspricht, macht den Schluß der ersten Ab- theilung.

\ Üer den Monumenten, deren Beschreibung und e. die zweite Abtheilung bilden, hat Chassot von Florancourt den Torso einer weiblihen Figur im Museam zu Trier als den Torso einer Amazone gedeutet und ein Reliefbild nah dem Vorgange Alex. Wiltheim's als das einer Diana unter den Buchen. Die erstere Erklärung dünkt uns etwas gewagt zu sein. Eine geshmackoolle Gelehrsamkeit aber bemerken wir in der Beschreibung eines Elfenbein - Reliefs im aahener Münster und einer Sandstein - Herme von Lechenich bei Bonn. Beide Aufsäye rühren wieder von Lerch her, der in dem ersten die Jsis und ihr heiliges Schiff, in der zweiten einen Jupiter Ammon erkannt hat, und erinnern an die glücklichen Auslegungen Böttiger's, der was von Herrn Lersh nit erwähnt ist über die Verehrung der Jsis in Rom und ihre Heiligthümer zuerst ín der Sabina (S. 159, 227, 232 ff. u. a. verschiedene Stellen des ersten Theils) und dann in der Urania vom Jahre 1823 S. 22-— 42 gesprochen hat. Für des Verfassers Ansicht über die Vorstellung des Jsisschiffes sprechen auch die christlich-katholishen Gebräuche zu Aachen im Jahre 1133, wo ein heiliges Schiff, auf Nädcrn ruhend, vom Cornelius -Münster nah Aachen und Mastricht von vorgespannten Menschen gezogen worden ist. Mit Glück hat Simrock an Seb. Brant's Narrenschif erinnert und Lersch diese Auszüge in Verbindung mit karnevalartigen Lustbarkeiten gebraht. Ob er aber auch mit dem phantasiereihen Herrn Müller in Carneval kein carne vale, sondern ein Carnaval oder char naval, ein Landschif, erfennen dürfte, lassen wir zur Zeit dahingestellt sein. Jn den folgenden Aufsäpßen ver- muthet Otto Jahn auf einem etruskishen Sarkfophage aus Mannheim eine Darstellung aus der Geschichte der Hypermnestra und des Lynkeus, und Urlichs erläutert bei Gelegenheit römischer Grabdenkmale in Bonn durch \shäybare Mittheilungen die Geschichte der einundzwanzigsten römischen Le- ion, woran sih die Angabe des neuesten Zuwachses, welchen das König- iche Museum in Bonn crhalten hat, anschließt, und die lebendige Be-

schreibung einer sehr zierlihen Bronze aus Köln, die einen Amor auf einer Weltkugel- darstellt. Alle diese Abschnitte sind mit guten Lithogra- phicen der besprochenen Gegenstände zum großen Vortheile der Leser aus- gestattet.

Ín der dritten Abtheilung : Literatur, beurtheilt Dünyer Steininger's Geschichte der Trevirer und Schneemann's Abhandlung de rebus Trevero- rum und bereichert beide mit sprachlihen und sachlihen Anmerkungen. Bei den ersteren crinnern wir noch, daß Dünzer und Schneemann die Form Treveri billigen, während Steininger das Volk Treviri nennt, wie ein in solhen Dingen höch genauer Philologe, C. E. Chr. Schneider, zu Caesar, de bell. Gallic. I. 37 auc geschrieben wissen will, da die hand- \hcifilihen Angaben bei Cäsar schr s{chwanken, Freilih hat er die Auto- rität der Jnschristen (m. \. Lersh Ceatral - Museum rhein. Juschriften 11. S, 2 f.) dabei nicht berücsichtigt, Eine zweite Abhandlung von J. Freu- denberg über einige Schristen zur Straßen- und Wegekunde der Römer in den Rhein - und Maingegendeu beleuchtet einzelne Stellen der Peutinger- hen Tafel mit jener Klarheit, welhe den Schristen dieses Philologen eigen zu sein pflegt. Zwei Antifritifen, Cäsar am Rhein gegen Herrm, Müller von Dederich und Gescuiacum von Osane gegen Dederich, müssen wir jeyt unerwähnt lassen, eben so die in der vierten Abtheilung gesammelten Miscellen.

Die fünfte und lepte Abtheilung betrifft die Chronik des Vereins, aus der wir mit Theilnahme die zunehmende Blüthe desselben und die gesteigerte Zahl der Mitglieder (jeyt 12 Ehrenmitglieder, 204 ordentliche, 5 außeror- dentliche) erschen, wie uns denu auch anderweitig bekannt geworden ist, daß durch gute Verwaltung die Geldmittel des Vereins zu allen nöthigen Aus- aben hinreihen, Es enthält aber diese Chronik am Schlusse die wichtige Nachricht, daß es dem Vorstande des Vereins jeyt niht mehr nothwendig erschiene, die Bestrebungen desselben auf ein engeres Gebiet zu beschränken. „Es is} vielmehr“‘, so fährt Herr Urlichs im Namen des Vorstandes fort, „Unsere Absicht, von jeyt an auch die Kunst-Denkmäler des Mittelalters in den Kreis unserer Forshungen aufzunehmen, Die Ufer des Rheins und seiner Nebenslüsse sind mit einem Kranze der herrlichsten Gebäude bedeckt ; von Werken der übrigen Kunstzweige sind viele in größeren Sammlungen zugänglih, manche noch in Privathäusern und Sat igeen Gegenden ver- borgen. Reich ist die Saat, und der kundigen Schnitter giebt es in unse- ren Landen nicht wenige. Sie Alle werden freundlih eingeladen, Hand an das Werk zu legen. Gleich das nächste Heft, dessen Druck wir noch in diesem Jahre zu bewerkstelligen hossen, wird neben den Denkmälern des Al-

n feine Garantie böten. j | fen hierin Vorschristen zu machen ; Leytere würden im Gegentheil gegen

en verdienten, es dadur ein exfklusives, weil die Nothwendigkeit es so geboten; die jorität habe ausschließlih die Regierung bilden müssen, weil die Mi- itit es niht anders gewollt, Ob die Liberalen, wie Herr Lebeau glaube,

neymlich aus der ( jôpfe alio seine Kraft niht aus sich selbs, sondern aus der an- lihen Schwäche seiner Gegner! vinden, sobald seine Gegner sich wieder verbänden? Uebrigens über- be man die Bedeutung einer Spaltung, welche die Kraft des Liberalis- s um nichts \{chwäche. Das Ministerium scheine den Saß Macchiavell's ußen zu wollen, „daß man, um besser zu regieren, Trennungen erzeu- müsse. ““ t die äußerste Linke mit tem linken Centrum Haud in Hand ? Die libe-

echt halte, welche zum Glück ihrer Väter gereicht, Weltliche Erziehung

er gelten, wenn die Vorsteher und Lehrer einer Anstalt religiöse Ueber-

zungen hätten, niht aber könne er ciner Anstalt Vertrauen schenken, wo ‘Lehrer nit diese Eigenschaft besäßen.

Mithin wären die Bischöfe in Rechte, ihre Mitwirkung solhen Anstalten zu entzichen, deren Lehrer Die Opposiition sei nicht berechtigt, den Bi-

Pflicht fehlen, schenkten sie Anstalten ihre Mitwikung, die kein Ver- Die Bildung des jeßigen Ministeriums anlangend, sto

ukunst siegen würden, werde sih zeigea, es freue ihn aber, mit Herrn

qu in cinem Punkte, nämlich in seinem Urtheil über Pius 1X,, über- timmen zu können.

Herr Verhaegen griff darauf sehr lebhaft das Ministerium an. st| \poitete er der Behauptungen des Finanz - Ministers Malou, gesagt hatte, die _jepige Stärke des Ministeriums entspringe

Spaltung der Liberalen, Das Ministerium

Diese Kraft würde also gleih wieder

Ginge aber in Frankreich bei Fragen allgemeinen Jnteresses

Partei habe gerade durch ihre Sonderung in zwei Parteien ihre Stel-

q gewahrt und dem Lande einen Dienst geleistet; werde die katholische iq es auh wagen, den ext:emen Forderungen der Jhrigen centgegenzu- n? Werde man wagen, den Uebergriffen des Episkopats Schranken zu n? Nein, dies werde man nicht, da man ein serviles Werkzeug des us sei. (Herr Garcia rust zur Ordnung: Es sei nicht zu dulden, } man die Majorität so angreife, die eben so unabhängig wie Herr Ver-

n sei.) Er wiederhole, die katholische Partei wage nicht, sih von ih-

lUltras zu trennen, man sehe die Spaltung im feindlihen Lager gernz

hoffe, daß die Radikalen sih mit den Katholiken gegen die Liberalen

binden würden, wie in England schon die Radikalen sih mit den To- zum Sturz der Whigs verbündet. A Wahlgesellshaft beruhe die Zukunft des Liberalismus; M, Drugge,

Aber man täusche (ih sehr, nicht

Cambray, Audenarde, Yvern selbst hätten ihre liberalen Gc- Gw, deren Wirksamkeit sih zeigen werde. Man glaube ferner durch shühterung auf die Beamten zu wirken, auch hierin werde man si hen, Schließlich müsse er die liberale Meinung vertheidigen; sie sci t mit jener der Encyklopädisten des vorigen Jahrhunderts zu verglei- sie ate das religiöse Gefühl des Volkes, doch wolle sie nicht den

fluß der Geistlichkeit auf weltlihe Dinge, da dieselbe sih blos mit ihren stlihen Obliegenheiten befassen müsse; hierin liege das ganze System

Uberalen, Beim Elementargeseß sei er dawider gewesen, daß der Kle- in den Gemeinde-Schulen eine Autorität übe, eben so wenig wolle er

d für den mittleren Unterricht, die Kinder der verschiedenen Konfessionen

ten in ihren betreffenden Kirchen ihren Religions - Unterricht erhalten.

Herr Malou (Finanz - Minister) meinte, gleih Herrn de Theux, die regung des Landes, die man dem Ministerium shuldgebe, sei eine ganz ürlihe, aus dem Spiel der liberalen Justitutionen einfah hervorgegan- ; diese Aufregung sei ein bloßes Zeichen politishen Lebens und unver- dlih, Man fönne indessen nicht sagen, daß diese Aufregung eine ge- drohende sei, denn das Land genieße wirklih der Ruhe, indem Regie-

g und Majorität die materiellen und moralischen Jutcressen des Landes

ledigt haben. Unbegründet sei der Vorwurf, den man der Regierung

he, die Civilgewalt hinzuopfern, denn es sei bereit, bei dem Unterrichts-

ehe das constitutionelle Prinzip durhaus vorwalten zu lassen. Das

nisterium sei an seinem Playe, weil es in der Kammer, in dem legalen ide die Majorität für sih habe, und es sei Täuschung, wolle man glau-

machen , die Aufregung des Landes wäre blos dem zuzuschreiben, daß Ministerium am Ruder sei, Es sei nicht zulässig, zu sagen, daß die

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Majorität des Landes gegen das Ministerium sei, während das legale Land ihm eine Majorität gegeben habe. So würden die Liberalen immer sprechen, so lange sie niht die Majorität in der Kammer hätten. So wenig wie das Ministerium, hätten die Jesuiten diese Aufregung verschuldet, die Herr Lebeau ihnen aufbürde. Habe dieser gegen die Jesuiten die Ansicht eines guten Katholiken angeführt, so könne er dagegen andere Gewährsmänner anführen Chateaubriand's Wort für sie. (Herr Rogier: Jsst es wahr, daß man in den Jesniten- Kollegien den E y itutionen feindliche Dinge lehrt? Herr Brabant lebhaft: Nein!) Auch er (Minister Malou) dürfe Herrn Rogier's Frage verneinen, er habe unter den Jesuiten studirt, und sie hätten ihm die innigste Vaterlandsliebe eingeflößt. Die Regierung sei in ihrem vollen Rechte, die Spaltung der Liberalen in die Diskussion hineinzuziehen; man frage sie, ob sie den Muth hätten, sich von ihrea Extremen zu trennen, E, Muth würde das Ministerium haben, wenn es dessen bedürfte. Bei redlichen Absichten vertraue die Negierung auf das Urtheil des Landes und appellire an die öffentlihe Meinung.

Herr Dedecker nahm sodann das Wort und griff aufs heftigste die Liberalen, insbesondere ihre politishen Führer, an. Er warf ihnen sogar den s{chwärzesten Undank gegen die Ultraliberalen vor, von denen sie sich getrennt hätten. (Reclamationen von der Linken.)

Herr Rogier wies mit Feuer die gegen ihn und seine Kollegen ge- richteten Angriffe zurück, und da Herr Dedecer ihm die Zerstücfelung des belgishen Gebiets vorwarf, entgegnete er, daß dicjenigen dafür vcrantwort- lih zu machen seien, die Belgiens Sache aufgegeben, nachdem sie das Velk dafür aufgeregt.

Herr Garcia stellte nun dem Amendement des Herrn Rogier ein anderes entgegen, welches folgendermaßen abgefaßt war: „Bei der Prüfung dieses Geseßentwurfs (über den mittleren Unterricht) werden wir uns angelegen sein lassen, den Familienvätern moralische und religiöse Bürgschasten zu geben, und die Wirksamkeit der Civilgewalt in Bezug auf die Ausübung ihrer Rehte und die Erfüllung ihrer Pflichten aufrehtzuerhalten.“’ Nachdem Herr Liedts, der Präsident der Kammer, erklärt hatte, daß er dieses Amendement zurückweisen würde, wenn das Ministerium in der Annahme desselben ein mittel= bares Vertrauens - Votum, eine Billigung seiner Politik, erblicken wollte, erwiederte Herr de Theux, daß das nicht die Absicht des Ministeriums sei. Das Amendement des Herrn Rogier wurde dar- auf, wie schon erwähnt, mit 52 gegen 34, also mit einer Majorität von 18 Stimmen verworfen. Mit Ausnahme des Herrn Eloy de Burdinne, welcher gegen dasselbe stimmte, und des Herrn Vandensteen, der abwesend war, stimnten alle Deputirte der Provinz Lüttich für das Amendement. Der Namens- Aufruf ergab, daß die Herren No- thomb, Savart, Troye, von Chimay, Defoere, Dehaerne, von Mue- lenaere, Manilius und Vandensteen bei der Abstimmung fehlten. Die Herren Liedts, Maertens, Biebuyck und Pirmez, die in der Ver- trauensfrage , welche kurz vor dem Verwaltungs - Antritt des jeßigen Ministeriums gestellt wurde, mit der Opposition gestimmt hatten, stimmten jeßt gegen Rogier’s Amendement,

Das Amendement des Herrn Garcia wurde von der Kammer angenommen, worauf dieselbe zur Diekussion der einzelnen Artikel überging und einige derselben nah den Vorschlägen einzelner Mit=- glieder und mit Zustimmung der Minister modifizirte. So wurde in dem Saß: „Es gereicht uns zur Genugthuung, zu sehen, wie die verschiedenen Quellen der öffentlihen Einkünfte zunehmend fortschrei= ten und das Gleichgewicht zwischen den Staats-Einnahmen und Aus=- gaben hergestellt ist, so daß der Steuerpflichtige vor neuen Lasten be= wahrt werden fann“/, auf Antrag des Herrn Delfosse statt: „Zu sehen“ geseßt: „die Versicherung zu erhalten“; ferner an der Stelle, wo von den zu befördernden öffentlihen Ar- beiten die Rede ist, auf Antrag der Herren Delfosse, Fleufsu, von Tornaco und Lesoinue eingeschaltet: „besonders diejenigen, welche zum Zweck haben, das System der Gewässer und Schissfahrtswege zu ver=- bessern und die verschiedenen Theile des Landes vor Uebershwemmun-

en zu {hüben““, jedoch, auf Verlangen der Minister, mit dem Zu- b: „in dem Maße, als der Zustand des Schaßes es gestatten wird’; und der Saß: „das Geseß über die Vermehrung der Volksvertretung wird Wünschen entsprehen, welhe der ru- hige Zustand des Landes zu befriedigen erlaubt“, auf An- trag des Herrn Delehaye folgendermaßen abgeändert: „wird Wünschen entsprechen, deren Befriedigung gerecht ist“; es kam dem Antragsteller hierbei besonders dacauf an, die Phrase von dem „ruhigen Zustande des Landes‘“/ ganz aus der Adresse zu entfernen, um so mehr, wie er bemerkte, als dieselbe sih au in der Adresse des Senats nicht befinde. Schließlich wurde dann die so modisizirte Adresse mit 73 gegen 5 Stimmen angenommenz diese 5 Gegner waren die Herren Castiau, Delfosse, von Tornaco, Lesoinne und Verhaegen.

Schweden und Uorwegen.

Stockholm, 17. Nov. Se. Majestät der König is vorgestern abermals auf dem Dampfschiffe „lAigle‘“’ nah Norrköping gereist; die von dort eingehenden Bülletins über das Befinden des Prinzen August lauten jedoch immer günstiger.

Die schwedishe Akademie hat um Tegnér auf einen Monat Trauer angelegt, auch seinen Namen unter die ausgezeihneten Män-= ner Schwedens aufgeführt, denen zu Ehren eine Denkmünze geprägt und an Feiertagen eine Rede gehalten wird. Daneben hat sie be-

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\{chlo}sen, sein Brustbild in Marmor ausführen zu lassen, um es zur Seite Kellgrén’s und Leopolds aufzustellen.

Der Winter hat endli vorgestern den Anfang bei uns gemaht, indem am Morgen alle Straßen mit Sthnee, wiewohl dünn, bedeckt waren, der sich auch noch hält. Noch dieser Tage vernahm man unter Anderem aus Lnköping und Calmar von solher Wärme, daß der Roggen nahe daran war, in Aehren zu schießen und man ihn aus Besorgniß zu schneiden anfing.

S weiz.

Kanton Luzern. (Köln. Ztg.) Jun einer der jüngsten Berathungen des Sonderbundes war man zu dem Beschlusse gekom- men, sich vollständig zu waffnen und eine Art Einberufung der Trup= pen zu verfügen, um den radikalen Kantonen gegenüber eine Kund= gebung der Stärke und Unerschrockenheit zu zeigen. Luzern ward übrigeus auf vertraulihem Wege von einigen auswärtigen Diploma- ten auf das Unkluge dieses Schrittes, der zu viel Herauéforderndes an sih gehabt hätte, aufmerksam gemacht, und so betreibt man nun wieder nah wie vor alle friegerishen Vorbereitungen im Stillen. pee viele reihe Familien, die sih hier niedergelassen hatten, zie=-

en fort.

Kanton Bern. Dem Verfassungsfreunde zufolge, ist im ganzen Lande die Polizeistunde von 11 Uhr auf 10 Uhr vorge=- rückt worden, was, wie natürlih, in der Stadt Bern am empfind=- lichsten gefühlt, ziemlihes Aufsehen mache und zu den wunderlihsten Versionen über die Gründe dieser Maßregel veranlasse, um \o mehr, als dieselbe niht blos auf die Cafés, Speisehäuser 2c., sondern auch, allerdings seltsamerweise, auf die Gasthöfe ausgedehnt wurde. Der Verfassungsfreund bespriht die Angelegenheit, die „nit bei den Reichen, wohl aber beim Bürgerstande, böses Blut zu erregen geeignet sei“, sehr weitläuftig und hofft, es werde niht von langer Dauer seinz den Grund davon giebt aber auch er nicht an.

Kanton Genf. Dem Großen Rathe wurde in der Sibung vom 16. November das Antwortschreiben der Regierung von Waadt auf die Anzeige der hiesigen provisorischen Regierung, daß der Große Rath sie in ihren Functionen bestätigt habe, mitgetheilt. Jn diesem Shhreiben der Regierung von Waadt heißt es am Schlusse: „Wir ergreifen diese Gelegenheit, um Euch zu versichern, daß wir die Ent- rüstung, welche die Protestation von Luzern gegen Eure Revolution vom 7. und 8. Oktober und gegen Eure jeßige Ordnung der Dinge, so wie dessen Schreiben an den Vorort, in Euch hervorrufen mußte, vollkommen theilen; wir haben es jedoch für unnöthig erachtet, auf lächerlihe Manifestationen, die eine ohnmächtige Wuth eingegeben hat, zu antworten.“ Hierauf wurde die Erwiederung der provisorishen Regierung verlesen, worin unter Anderem ge- sagt wird: „Jhr habt aber begriffen, daß eine Regierung, welche, durch besondere Gnade der Vorsehung und den guten Geist seiner Bürger, sehen fonnte, wie gleihsam durch Zauber die Ruhe auf den Sturm folgte, die Bürger sich vereinigten und die Feindseligkeiten aufhörten; daß eine Regierung, welche sich den Wahl=- spruch gewählt: Gerechtigkeit für Alle, Toleranz und Annäherung ; daß eine Regierung, deren erstes Wort gewesen ist: keine Rache, feine Bedrückung daß eine solche Regierung der Regierung von Luzern nicht antwortet, und daß sie sih bestrebt, den Blick abzuwen-= den von einem Schauplaß der Proscriptionen, der Rehtsverweige=- rungen und des Fanatismus, welcher der Schweiz zur Schmach ge- reihen würde, wenn sie als solidarisch für solhe Exzesse betrachtet werden fönnte.““

talt en.

Nom, 14. Nov. (O. P. A. Z) Der bekannte englische Reisende, Lieutenant Waghorn, traf dieser Tage hier ein und hatte {hon mehrere längere Besprehungen mit hiesigen hochgestellten Per= sonen über die baldmöglihste Ausführung der Eisenbahn von Brin= dist (Neapel 2c.) dur den Kirchenstaat nah dem Norden, weil er alsdann von Venedig aus die indishe Post durch Deutschland nah England befördert wissen möchte und durch die genannte Eisenbahn die Unsicherheit einer adriatischen Seefahrt in Zukunft umgangen werden soll. Der berühmte Reisende wurde hier eben so ausge= zeichnet aufgenommen, als dies vor kurzem vom Könige von Neapel geshele 1 war. -

Am 11lten versammelten sich mehrere Hundert Personen zu einem Festshmause zu Ehren des Papstes im Teatro Aliberti. Zugleich war es ein Versöhnungsmahl zwischen den Römern und Bolognesern, und Viele von den dur die Gnade Pius? IX, erst unlängst Befrei- ten nahmen daran Theil. Es i} fast überflüssig, beizufügen, daß die \{hönsten Toaste auf den edlen Herrscher ausgebraht und mit unend= lichem Enthusiasmus aufgenommen wurden. Reden so freisinniger Art wurden während dieses Festes gehalten, wie man sie hier nicht für möglich gehalten hätte. Mehr als 700 Personen fanden sich, theils als wirklihe Theilnehmer, theils als Zuschauer, in dem weiten Lokale ein. Erst am frühen Morgen ward das Haus und der Corso

terthums auch mittelalterlihe Gegenstände behandeln und von nun a! tife und christlihe Kunst gleihmäßig in unseren Jahrbüchern vertreten Fi

Wir geben uns gern mit dem Herrn Berichterstatter der Denn daß diese Erweiterung der Bestrebungen des Vereins für das Fortbe desselben von den ersprießlihsten Folgen sein werde. Denn im Allgem ist doch wohl der Sinn für die Kunst und Gelehrtheit des Mittelaltaî Rhein lebhaster, als der für die Denkmäler des Alterthums, weil das den Rheinländern näher liegt und viele Erinnerungen der Vorzeit, dit! Gesang, Dichtkunst und Malerei ihnen näher gebracht sind, ihres be den Eindruckes auf die gegenwärtige Generation nicht ermangeln | Und das großartige Beispiel, welches der Dombau in Köln der ganzer? : vinz darbietet, muß ebenfalls sür die Zwecke des Vereins lebhaste B} rung entzünden und jeden Einzelnen ermahnen, in seinem kleinen Krei F Achtung und Liebe die Denkmale zu hegen, welche die Zierde des vate F dischen Bodens gewesen sind, (

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2A)

Deutsche Kunst in Italien.

Rom , 30. Oft, (A. Z.) Zu den größeren monumentalen Wi welche aus den hiesigen Bildhauer - Werkstätten hervorgegangen sind, tie folossale Gruppe einer Victoria, welche einen Jüngling auf die heldenmüthiger Vaterlands - Vertheidiger hinweist und ihn dadurch zl Theilnahme an deu Freiheitsfämpsfen begeistert eine Arbeit, wel: F Bildhauer Emil Wolf für die berliner Zeughausbrücke im höchsten trage ausgeführt hat. Der Künstler hat die Aufgabe des Programn! durch gelöst, daß er die Namen großer Helden auf einen Schild * gezeichnet, welhen die Siegesgöttin ihrem Idaepolen Zögling edlem Stolz gleichsam wie cinen Spiegel der Vergangenheit hin und dabei die Thaten der Vorzeit erläutert. Die \charfsinnige geshickte Entwickelung des dargebotenen Gedankens is hon da als er die Skizze davon eingesandt, vielfah belobt worden. Bi

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Ein ebenfalls in kolossalen Dimensionen ausgeführtes Marmor-Stand- is Troschel’'s Perseus, welcher auf Befehl Jhrer Königlichen Hoheit Frau Prinzessin Albreht von Preußen in Marmor ausgeführt und für Villa Sommariva bestimmt ist. Der Nestor der deutschen Künstler, der Maler Neinhard, hat unlängst Delgemälde vollendet, welches von einer Sicherheit und Stetigkeit der d zeugt, um die ihn junge wackere Künstler beneiden. Die Composition in jene hönen Zeiten origineller Begeisterung, iu welchen er so manche artige Natur - Anschauung jenen unvergleichlichen Zeichnungen anver- at, die seinen Vortrag besonders glänzend erscheinen lassen. Der enstand is die anmuthige Erzählung, welche die Erfindung des korinthi- j Kayitäls auf eine so sinnige Weise vergegenwäriigt. Durch solche oden weiß der Meister den Beschauer in die Stimmung zu verseßen,

Welcher die landschaftliche Schilderung unternommen worden is, Weit

ernt , daß

dergleihen mythishes Beiwerk das Interesse theile,

en solche Figuren der Haupt - Vorstellung im Gegentheil einen den Reiz, wie jene Sinnsprüche und Epigramme, welche den histori- n Compositionen der älteren Gricchen einverleibt waren. Hier erfahren

durch die dargestellte Handlung sofort, daß wir uns in der Umgegend

orinth befinden, und dieser Wink gewährt eine nicht zu verahtende zum Verständniß eines so bedeutsamen Schauplayes menschlicher ße und Herrlichkeit, der in einem ganz anderen Sinn aufgefaßt seia als Orrilichkeiten, die wir mit slichtigem Fuß betreten und, mit den

jen gemeinen Daseins umlleidet, unserem Gedächtniß eingeprägt, auch

durch pifante Veduten gesichert haben. Wenn große Männer in hohen fen sonst wohl Werke ins Leben riefen, die von jugendlicher Lebens- ein redendes Zeugniß ablegten , so pflegte die ganze Nation stolz zu „auf solhe Aeußerungen unverwüstlicher Krast und Willensfestigkeit. Uns sollte es freuen, daß nicht blos Göthe in späten Jahren so un-

Dleichlich süße Melodieen gegriffen, sondern daß auch auf diesem {hönen

Marmor-Ausführung scheint er besonders auf die Bestimmung dieses “MEtfe Reinhard's das fünfundachtzigste Lebensjahr von dem Meister mit

fes Rücksicht genommen zu haben, welches für eine Aufstellung in t Tageslicht, vor dem die Umrisse so leicht zusammenschwinden, berent! mußte. Die Wirkung dieses künstlerischen Kalküls wird sich freilich (f Oit und Stelle beurtheilen lassen; daß er- in Erreichung derselben 4 nicht weniger glücflich gewesen sein werde, als bei mehreren seiner bf in Wiederholungen verbreiteten Kabinetsstücke, läßt die Ecfahrung eint denkenden und virtuosen Künstlers mit Zuversicht hoffen,

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er Genugthuung rana worden ist, ur eine hübsche Konjunktur trifft es sh, daß eben auch von Rhoden

l La mit so wunderbarem Fleiß durchgeführten Oelgemälde beendigt

e uns in eine ganz andere, aber niht weniger eigenthümliche ? Während toir dort mit Reinhard einen Blick thun in die stolzen srohen Tage des Jünglingsalters der Menschheit,

werden wir hier in eine der griechishen Weltanshauung diametral entge- gengeseßte Gemüthswelt verseyt, Ein friedliches Thal mit einer üppigen südlichen Vegetation vergegenwärtigt uns die stille Zurückgezogenheit, welche ein Theil der ersten Chrifen - Gesellschast mit jener gott- begeisterten Leidenschaft aufsuhte, von der wir uns heutzutage faum einen leibhaftigen Begriff zu verschaffen im Stande sind. Zu Füßen eines mächtigen Felsens, dessen Hövlen und Schluchten den Aufenthalt jener Anachoreten bezeichnen, ruht Paulus, der exste Eremit, welchem der Legende zufolge ein Rabe täglih ein halbes Brod zutrug. Als er den Besuch eines anderen Heiligen empfing, überbrachte ihm jener Nah- rungsbote die doppelte Portion. Diese Sage sehen wir hier geschildert, und durch die Darstellung derselben wird uns der Sinn erschlossen, welchen der Künstler seinem landschaftlichen Vortrage zu Grunde gelegt hat.

Scbießbaumwolle.

Dorpat. (Rig, Z.) Der Professor der Chemie an der hiesigen Universität , Fricdem. Göbel, theilt in der Dorpatschen Zeitung mit, daß er bereits vor der Veröffentlibung der Ottoschen Entdeckung cin auf- blipyngsfähiges Baumwollen-Präparat bereitet habe, das sich erst bei 200° Celsius entzündete und das Schlagen mit dem Hammer dergestalt vertrug, daß es erst nah einer Reihe von Schlägen, dadurch gewissermaßen pulver- förmig geworden, explodirte. Ein solhes Baumwollen-Kügelchen puffte mit starkem Knalle los, verbrannte aber nicht, sondern wurde, \{chwach verkohlt, fortgeshleuder. Nach Bekanntmachung der Ottoschen Entdeckung stellte Göbel dessen Baumwolle dar, überzeugte sih aber bald von vielen ihrer Mängel, ihrer Kostspieligkeit und von der Ungleichartigkeit und Unsicherheit ihrer Triebkrast bei Schießversuhen, Schon am 25. Oktober gelangte Pro- fessor Göbel zu einer Methode, die nah seiner Versicherung jeßt zu einer Vollkommenheit gediehen i, daß sie niht nur wohlfeiler als die Ottosche ist, sondern auch ein Präparat von gleiher (wahrscheinlih nicht der Ottoschen gleicher, sondern bei den einzelnen Anwendungsfällen sich stets

leichbleibender) Krastäußerung liefer. Er will als Staats - Beamter jedoch das Verfahren nicht mittheilen, um Mißbrauch zu verhü- ten, vermuthet aber, wie er sagt, gewiß nicht mit Unrecht, daß sie mit der von Schönbein und Böttcher geheim gehaltenen ein und dieselbe

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ist, Von den mit der Göbelschen Erplosions - Baumwolle durch Versuche gefundenen Resultaten sind ure die bedeutendsten; Aus einem gezogenen Gewehr wurde mit 12 Gran Baumwolle eine Kugel auf 100 Schritt Ent- fernung durch ein einzölliges Brett und 35 Zoll in den hinter dem Brett stehenden Fichtenkloy getrieben, 375 Gran englisches Jagdpulver tricben die Kugel auf 50 Schritt nur 25 Zoll tief in den Kloy, mit 43 Gran Schieß- pulver drang das Blei aus einem runden Laufe auf 100 Schritt 27 Zoll tief in den Kloß, aus dem gezogenen Lauf 25 Zoll tief. Eine erprobte Büchse von größerem Kaliber, deren Kugeln etwas mehr als noch cinmal so schwer, wie die genannten waren, trug die Kugel durch 12 Gran Baumtwvolle auf 50 Schritt dur das einzöllige Brett und 27 Zoll tief in den Kloy. Bei einer Ladung mit 15 Gran Baumwolle zersprang das Gewehr, dessen Wände über 5 Zoll dick, über der Patentshraube. Das Gewehr war auf solhe Weise gehalten worden, daß der Schießende nicht verleßt werden fonnte, Vier Schüsse aus einer doppelläufigen gezogenen Pistole mit vier Gran Baumwollen - Ladung trieben auf 20 Schritt Entfernung die Kugel viermal vollkommen gleiehförmig durh das Brett und 15 Zoll in den Klog, Bei einem sechsten Schusse zersprang ebenfalls ein Lauf, und zwar gleich- falls über der Patentschraube, obgleih aus derselben Pistole mit 6 Gran Ottoscher Baumwolle ohne Stoß mehrmals geschossen worden war. Von english:m Jagdpulver erforderte die Pistole 24 Gran Ladung, also das Sechs- sache vou dem Baumwollengewicht. Diese Experimente zeigen zur Genüge, welch? eine surchtbare Krast in dem chemischen Präparate liegt (sie übertrifft die des englischen Jagdpulvers um mehrt als das Vierfache) sie geben aber auch Beweis für die gleichförmige Wirkung desselben. Nichtsdestoweniger muß dennoch noch Manches bei der Anwendung der Baumwolle und bei der noch unbekannten Natur dieses neuen Präparats näher erforsht und durch ge- naue Versuche festgestellt werden, wie z. B. die Art der Ladung, ob stark oder s{chwach ausgeseyzt werden muß, ob der elastishe Filzpfropf oder der festere Papierpfropf 2c. anzuwenden is, denn alles dieses wird die Wirkung modifiziren. Professor Göbel schließt mit Folgendem : „Daß mit meiner explosiven Baumwolle Hasen, Feldhühner 2c. bei 8—10 Gran Ladung auf 40 bis 80 Schritt Entfernung geschossen worden sind, is hier wohl fast allgemein bekannt, und wenn eine Kugel auf 100 Schritt Entfernung 44 Zoll tief in einen Holzkloy einschlägt, so tödtet sie siherlih auch den Sper- ling und den Wolff.“

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