1846 / 333 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

unterzeihnet war, und als der Regent mit England in gewiß eben \o engem Bündniß stand, als sein Königlicher Nahkomme Ludwig Philipp. An einen Protest ward damals nicht gedacht, und wie unangenehm und gefährlih auch eine solhe Vermählung sein mochte, namentlich zu einer Zeit, als der Plan, die Kronen Frankreihs und Spaniens zu ver- einigen, noch keinesweges aufgegeben war, so wurde sie doch später aus ganz anderen Gründen wieder aufgelö|. Es is merkwürdig, daß Herr Guizot in seiner Antwort auf die englishe Depesche vom 22, September sih nit auf diescn Fall berufen hat.

Die englische Regierung erwartet jeßt mit Spannung den Ein- gang der zweiten Depesche des Herrn Guizot, die ohne Zweifel eine Ablehnung der verlangten Entsagungen enthalten wird. Ein solcher Aft müßte auc in der That, wenn er rechtlich zulässig wäre, nicht in Paris, sondern in Madrid vor sih gehen.

Es geht hieraus hervor, daß Lord Palmerston eine sehr shwie- rige Sache gegen die französishe Regierung zu führen hat, sowohl in Betracht ihrer Doppelzüngigkeit und Verschlossenheit als ihrer Ver= suche, in Spanien einen übermäßigen Einfluß zu erlangen, aber au, daß dieser Fall niht wahrscheinlih eine wirklihe Vertrags-Verlezung oder einen Casus belli in sich s{hließt.

Jn Spanien selbst wird wahrscheinlich die nächste Bewegung voi Narvaez ausgehen. Derselbe is durch und durch Spanier und hat eben so viel von den Tugenden als Fehlern dieser Nation. Er blickt mit Abscheu auf die Jutriguen der Königin Mutter und des franzö- sischen Botschafters, er verachtet das Ministerium und hat keine Liebe für den Hof. Sein nächster Schritt wird deshalb wohl in ganz an- derer Richtung gethan werden, als diejenige war, welche ihn an die Spitze der Angelegenheiten in Spanien stellte, und er dürste bei dem nächsten coup d’état, der in jenem zerrissenen Lande versucht werden möchte, entweder der Held oder das Opfer sein,

ÜUicderlande.

Aus dem Haag, 25. Nov. Die heutige Staats-Cous- rant veröffentliht laut eines Königlichen Beschlusses vom 18ten d, den Text des am 1. (13.) September d. J. zwischen Holland und Rußland in St, Petersburg abgeschlossenen Handels- und Schifffahrts-= Vertrages.

Belgien

Brüssel, 27. Nov. Das Budget der öffentlihen Schuld is von der Repräsentanten - Kammer fast ohne Erörterung angenommen worden, Nur gelegentlich der zur Zahlung der 600,000 Fr. als Zinsen der \{hwebenden Schuld nöthigen Verwilligung wurde von den Herren Broucckere und Osy auf die Unzweckmäßigkeit hinge- wiesen, diese Schuld allmälig sich steigern zu lassen. Man dürfe die Ausgabe von Schaßkammer - Billets nicht zu sehr vergrößern, weil dies in \hwierigen Verhältnissen große Verlegenheiten erzeugen könne. Eine lebhafte Debatte erhob sich bei Gelegenheit des Budgets sür den Rechnungshof über die Prärogative der Krone, indem der Re-

gierung das Recht bestritten wurde, den in Ruhestand verseßten

Rath des Rechnungshofes, Marbaix de Gratiy, den Titel eines Titularrathes am Rechnungshofe zu verleihen, Baron Osy erklärte diese Ernennung für eine wahrhafte Verleßung der Constitution, denn da fkraft derselben der Kammer die Ernennung der Mitglieder des Rechnungshofes zustehe, so habe die. Regierung eben so wenig das Recht, Titularräthe für diesen Hof zu bestellen. So wie von den Provinzial-Räthen die Mitglieder der permanenten Deputationen er=- uannt würden und der Regierung nicht das Recht zustehe, Ehrenmitglie= der dieser Deputationen zu ernennen, sei der gleiche Fall beim Reh= nungshof anzunehmen, Die Herren Dumortier und Verhaegen er- Flärten sich au dahin, daß der Fiaanz-Minister verfassungswidrig gehandelt, indem er sich ein Reht angemaßt, wozu ihm verfassungs- mäßig die Befugniß fehle, Der Finanz-Minister Malou suchte sich dadur zu rechtfertigen, daß er insbesondere den Unterschied zwishen einem wirflihen Mitgliede und einem Ehren-Mitgliede her- vorhob und zugleich der Regierung das Recht zuspra, Ehrentitel für alle Fälle zu verleihen, selbst für die permanenten Deputationen ; der Rechnungshof selbst hätte sih in ähnlicher Weise ausgesprochen. Herr Osy beantragte, in das Budget das Amendement einzuschalten, „daß die Regierung einem austretenden Mitgliede des Rechnungs- hofes nicht den Titel eines Titular - Raths verleihen könne.“ Das Ministerium wurde darauf, selbs von seinen Anhängern, stark deshalb angegriffen, daß es so vershwenderish mit Ehrentiteln sei. Verschie- dene Vorschläge zur Modification des Amendements des Herrn Osy folgten, die sämmtlih einer besonderen Kommission zur Prüfung überwiesen wurden. Das Finanz - Budget wurde vorgestern mit 5l gegen 4 Stimmen genehmigt. Gestern hat die Kammer die Dis- fussion des Budgets sür die auswärtigen Angelegenheiten begonnen und die Artikel des ersten Kapitels angenommen.

Die Prinzessin Karoline von Hessen - Kassel ist von London in Ostende angekommen und von dort nah Antwerpen weiter gereist.

Der französishe Gesandte, Marquis von Rumigny, is na Paris abgereist. Diese Reise soll mit der Versöhnung zwischen der Herzo= gin von Montpensier und dem Jnfanten Don Enrique in Verbindung sehen, welcher hon eingewilligt haben soll, seine Protestation gegen die Heirath seines Bruders mit der Königin von Spanien zurück- zanehmen.

Der Gemeinde - Rath von Brüssel hat in seiner vorgestrigen Sipung noch einige Maßregeln mit Hinsicht auf die herrschende Noth beschlossen. Dic Gemeinde-Verwaltung soll alle nöthigen Mittel an-= wenden, um den Preis der Kartoffeln an den hiesigen Märkten auf einem mäßigen Preise zu erhaltenz sollte sie es für erforderlih hal- ten, eine Quantität Kartoffeln anzukaufen, so bietet ihr der Gemeinde-= Rath“ vermittelst besonderer Ausgabe von Kommunalscheinen einen Vorshuß von 50,000 Fr. an, wenn er von der Regierung die Er- laubniß erlangen könne, die zweite Zahlung von 50,000 Fr. auf die Summen, welche die Stadt ihr schuldig zu sein anerkannt hat, bis 41848 aufzuschieben. Auch soll die Kommunal-Verwaltung mit Kauf= leuten oder Mäklern Kontrakte über billige Steinkohlen - Lieferungen abschließen, damit den Bedürftigen gegen Karten, die ihnen von den Wobhlthätigkeits- Comités oder von der Kommunal-Verwaltung aus- zustellen wären, unter gehöriger Kontrolle wohlfeiles Feuerungêmate- rial verabreiht werden fönne.

Aus Antwerpen schreibt man: „Jn Folge der vielen Zufuhren, die wir seit einiger Zeit erhalten haben, reihen die jeßigen Räume des Entrepots für die Bedürfnisse des Handels nicht mehr aus, und die Zoll-Behörde sieht sih tagtäglih genöthigt, Waaren zurückzuwei= sen. Um diesem einerseits erfreulihen Uebelstande abzuhelfen, hat man die oberen Stocwerke des südlichen Pavillons der neuen Ge- bäude zur Aufbewahrung der Cerealien eingeräumt. Es is dies wohl der beste Beweis für die dermalige Blüthe von Antwerpen.“

Die Gesammt - Einnahme der Eisenbahnen betrug im Monat Oktober 1,295,666 Fr., was um 161,000 Fr. die Einnahme dessel- ben Monats 1845 übersteigt.

Die Verfolgungen gegen die Karikaturen und Pamphlete wird zwei abgesonderte Prozesse zur Folge haben, da gegen die Karikatu- ren und gegen die Artifel des Mephistopheles und des Argus

1418

besonders instruirt wird. Der General-Prokurator von Bavay wird selbst das Wort nehmen, wenn die Sache vor die Jury kömmt.

Der Maler Gallait hat so eben ein reizendes kleines Kabinets= stück vollendet, welhes die Königin von England bei ihm bestellt hatte, Jeßt arbeitet er an einem vom König Ludwig Philipp ihm für Versailles aufgetragenen großen Werke, welches die Krönung des Kaisers Balduin von Konstantinopel darstellen soll.

Dänemark.

Schleswig, 26. Nov. Jn dänischen Blättern wird die Nach- rihi von einer anderweitigen Organisation der s{leswig =- holstein- lauenburgishen Kanzlei, dergestalt, daß diese mit der dänifthen Kanz- lei in dem Grafen Karl Moltcke einen gemeinsamen Chef erhalten solle, die Departements aber getheilt würden, wiederholt mitgetheilt. Für die dänishen Sachen sollten die Etatsräthe Holm und Ussing bleiben und der jeßige Commissair bei der jütishen Stände-Versamm- lung, Etatsrath Bang, jeyt Mitglied der Rente-Kammer, hinzutreten. Für die schleswig - holjstein - lauenburgishen Sachen würden der Kon= ferenz-Rath Dumreicher und die Etatsräthe Baron Lilienkron und Rathgen bleiben. Der Minister von Stemann und der Geheime Konferenz-Rath Oersted würden Mitglieder des Staatêraths bleiben, während sie aus der dänischen Kanzlei austreten. Als Nachfolger von Bang in der Rente- Kammer wird der fkonstituirte Amtmann Tetens in Kopenhagen genannt.

S mchweiz.

Kanton St. Gallen. Um die noch waltenden Anstände in Betreff der bisthümlichen Angelegenheiten so schnell als möglich aus dem Wege zu räumen, hat das katholishe Großraths-Kollegium dem Administrations - Rathe die erforderlichen Aufträge ertheilt und ihm sogar Kredit eröffnet, um eine neue Deputation nah Rom ab= ordnen zu können, Wie man nun vernimmt, hat der Administrations- Rath eines seiner Mitglieder, Herrn L, Gmür, mit einer abermali- gen Mission nah Rom beauftragt. Die Herren Landammann Näf und Staatsschreiber Gonzenbah werden ihre Mission nah München und Karlsruhe nächsten Sonnabend wieder antreten.

Die Regierungen von Züri, Glarus und Appenzell A. Rh. haben an den hiesigen Kleinen Rath das Ansuchen gerichtet, die von ihnen oder von ihren Gemeinden und Corporationen im Auélande bewerkstelligten Fruhtankäufe dahin zu begünstigen, daß das Getraide aller Art von dem St. Gallishen Ein - und Durchfuhrzoll befreit werde, Der Kleine Rath von St. Gallen hat, wie man sagt, in Betracht der gegenwärtigen drückenden Zeitverhältnisse, diesem An- suchen bereitwillig entsprochen.

Italien

Nom, 16. Nov. (O. P. A. Z.) Der Papst hat, wie man aus ganz zuverlässiger Quelle erfährt , bei seinen Reform-Bestrebun- gen sein vornehmstes Augenmerk auf eine Finanz - Verbesserung des Kirchenstaates gerichtet ; veraltete Geseße in der Administration sollen baldmöglichst zum Vortheile des allgemeinen Besten bedeutend modi- fizirt oder gänzlih abgeschafft werden. Die Lokal - Verwaltung der Provinzen unterliegt namentlih großen Veränderungen, und Pius IX. will so viel als möglich die jährlihen Staats - Einnahmen mit den Ausgaben gleichgestellt wissen, Es sollen zu dem Ende die verhaßte Taxe des „„Macinato” und ebenfalls die Salzsteuer und ähnliche La- sten aufgehoben und dagegen cine Eigenthumssteuer, wovon selbs die geistlihen Güter nicht befreit sein sollen, eingeführt werden. Daß natürlich von den bei dem alteu Steuer-Systeme Betheiligten große Schwierigkeiten und noch größeres Geschrei erhoben werden wird, steht zu erwarten, aber man wird die ersteren überwinden und das leßtere überhören. Res

Das jüngste Festessen der Männer im teatro Aliberti soll dem- nächst von den römischen Frauen der Bürgerklasse wiederholt werden, und diese Festlichkeit dürste wohl einen höchst originellen Charakter erhalten.

Nom , 19. Nov. (N. K.) Die Nathriht, daß der Kardinal Lambruschini mit der Leitung der Unterhandlungen mit Rußland be- auftragt sei, ist ungegründet; derselbe ist vielmehr aller diplomatischen Functionen enthoben. Auch i nah den gegenwärtig geltenden Prin- zipien zu leßteren niht mehr der Rang eines Kardinais erforderli, und es kaun jeder Monsignore mit dergleichen Geschäften beauftragt werden.

ten Bülletin, betreffend die Bestätigung der Cisenbahnen, war der Zweigbahn von Rom unmittelbar nah Toscana nicht gedacht. Wie man so eben vernimmt, soll jedoch der Antrag auf Errichtung einer solchen nachträglich vom Comité in Vorschlag gebracht und auch be- reits genehmigt worden sein, Der Senator Guidotti ist aus Bo- logna hier eingetroffen, um wegen endlicher Beseitigung des dort noch immer fortdauernden unruhigen Zustandes mit den höchsten Be- hörden zu fkonferiren,

Bisher durften die Studirenden auf der hier mit weltgeistlihen Professoren beseßten Universität Apollinaria die Vorträge nur in der geistlihen Kleidung der Abktaten besuhen, Pius IX. erfannte, daß diese nur eine unwesentlihe Form enthaltende Einrichtung wohl Manchen vom Besuche jener ausgezeichneten Anstalt abhalten möchte, und in der That fanden sich auch Viele dadurch genöthigt, die Vor- lesungen der Jesuiten aw Collegium Romanum zu besuchen, wo man in weltliher Tracht erscheinen durfte; er hob daher vor kurzem jenes Geseß auf und bewirkte so, daß eine ungemeine Anzahl junger Leute sofort das Collegium Romanum verließ, um sich bei der Apollinaria inskribiren zu lassen. Der Zudrang war so stark, daß man eine bedeutende Anzahl Kandidaten wegen Mangels an Raum dem aber in den nächsten Ferien durch einen Bau abgeholfen werden wird vor der Haud noch zurückweisen mußte.

TÜürkel.

Cattaro, 16. Nov. Nachdem vor kurzem einige Hundert Montenegriner zum Pascha von Skutari übergegangen waren und sih unter die Herrschaft der Pforte gestellt hatten, sind am 5ten d. M. neuerdings 130 Montenegriner aus der siebèuten an die Herzegowina gränzenden Bahia Rovatséfa-Moraksfa in Skutari angelangt, mit der Erklärung, daß sie sich vom Vladika lossagen und unter die Unter- thanen der Pforte aufgenommen zu werden wünshten. Wenn nicht der Vladika von Seiten des österreichishen und russishen Hofes un- terstüßt wird, dürfte er bei seiner Rückfehr einen schr shweren Stand haben, da er niht mit dem Geschenke spendenden Pascha gleichen Schritt halten kann.

Jn dem am Tage der Besiznahme des Lateran bekannt gemach-

4

Handels - und Börsen-Üachrichten. Berlin, 30. Nov. Die Notirungen unserer und der sterreiis Actien-Course gingen heute höher als am vorigen Posttag. Jm Laufe Börse drückte sihs zwar etwas, Ende der Börse aber trat neue Kaus ein, und es {loß sehr animirt.

Berliner Börse. Den 30. November 1846.

Pr. Cour. Brief. | Geld.

93

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Fonds. Actien.

Brl.Potsd. Magdb. do. Obl. Lit.A.B. d.Seeh. à SO T. 90 de Prior. Oblig. Kur- u. Neumärk, Mgd. Lpz. Eisenb. Schuldverschr.|35| 90% do. do. Prior. Obl. Berliner Stadt- Brl. Anh. abgest. Obligatiouen do. do. Prior. Obl. Westpr. Pfandbr, Düss. Elb. Eisenb. Grossk. Pos. do, do. do. Prior. Obl. do. do. Rhein. Bisenb. Ostpr. Pfandbr. do. do. Prior. Obl. Pomm. do. do.v.Staat garant. Kur- u.Neum. do. Ob.-Schles.E.L A Schlesische do. do. Prior.

do. v.Staatg.LtB. do. Lt. B. B.-St.E.Lt.A.u.B.

Magd.-tHalbst.Eb. Br.-Schw.-Frb.E. de. do. Prior.ObI. 7 |[Bonu-Kölner Esb. Niedersch. Mk.v.e.

do. Priorität

do. Priorität Nied.-Mrk. Zwgb. do. Priorität Wilh.-B. (C.-0.) Berlin-Hamburger

St. Schuld-Scb. Prämien - Scheine

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Auswärtige Börsen. le

Niederl. wirkl. Sch. 587. 5% Span l

Amsterdam, 26. Nov. Zins]. 6. Preuss. Pr. Sch. —. Poh,

3% do. —. Pass. —. Ausg. —.

4% Russ. Hope 887. Antwerpen, 25. Nov. Zinsl. —. Neue Anl. 21f. -

Frankfurt a. M., 27. Nov. 5% Met. 108 G. B

1869. 1866. Bayr. Bank-Actien —. Hope —. Stiegl. —. Poln. 300 F1. 97 G. do. 500 Fl. 79%. 79.

":-A ctien p di Int. 96/ #

Bank-Actien 1570 G. 106 Br.

Hamburg, 28. Nov. Eougl. Ri:

Paris, 26. Nov. 5% Rente fin cour. 117. 15. 3% do. fin cour, S1. 7

Neapl. —. 3% Span. —. Pass. —.

F oder und Greise ohne Erbarmen niedermeßeln

Fénthum bis zur Grän én über soihe Gräuel vermehrt, is der Umstand, daß in allem

4 ten, wird jeßt mit Ie a

g 333.

s Inhalt. rfci, Konstantinopel. Die Ermordung der Nestorianer, Die

e albanesischer Christen. ; els: und Börsen-Nachrichten. Preise der vier Haupt-Getraide-

cten im Monat Oftober 1846.

Fortschritte des Volks - Wohlstandes in Preußen. (Dritter und lepter

4 riifel.).

Türkei.

Ì Konstantinopel, 11. Nov. (A. Z.) Ueber die (bereits nte) Ermordung der Nestorianer meldet ein Schreiben aus 11 vom 19, Oktober Folgendes: „Bederhan=- Bey hat bereits

e Restoric.):er-Dörfer in Schutt gelegt und eine Menge Weiber, lassen. Alles, was

Schwert erreichen kann, wird diesmal erwürgt, und dieser Fana-

(oder Scheinfanatiker) hat auf den Koran geshworen, das Chri=

Gränze von Persien zu vertilgen. Was das Ent=

e

Bederhan-Bey im Einverständniß mit dem Pascha von Mofful

Wüdelt, Der Patriarch der Nestorianer, der nah den gräßlichen

tritten im Gebiet von Dschülamerk im Jahr 1843 eine Zusflucht-

î te in Mossul gesucht hatte, wo er seither gewaltsam zurüdgehal=-

wurde, war vor vierzehn Tagen entflohen, um sich mit seinem hart bedrängten Volke zu vereinigen. Allein er is etwa 30 Stun=- von hier eingeholt und gefesselt nach Mossul zurückgebracht den.“

Die Kolonie albanesischer Christen, die um Mihalitsh \ich ansie= des Sultans nach Thessalien ver= wo der Groß-Wesir sie au seinen Grundstücken zn versorgen

absichtigt.

Handels - und Börsen-UÜachrichten. Prei’e der vier Haupt-Getraide- Arten

den für die preußishe Monarchie bedeutendsten Mark t- ten im Monat Oftober 1846,

nah einem monat-

hn Durchschnitte in preußishen Silbergroschen und H Scheffeln angegeben.

Namen der Städte. Weizen | Roggen | Gerte | Hafer

5% Met. 108%. 4% do. 100. 3% do. 72. Bu

W i en 9 27. Nov. Gloggn- 128

Actien 1570. Anl. de 1834 1563. de 1839 1254. Nordb. 1725. Mail. 1084. Livorn. 915. Pest. 895. Budw. —.

Insterburg .….....

Meteorologische Beobachtungen

Nach einmahger Reobachtung,

1846. 29. Nov.

Luftdruck. ...« 331,02’ Par. 331,58'’' Par.|333, 38" Par. Quellwärme 7,8 R A4 Luftwärme. ...| + 3,2° R.| + 5,99 R. | + I1,8° R. |Flusswärme 5,4°1 F Thaupunkt .…..| + 2,5° R. + 2,9 R. Dunstsättigung- 95 pCt. 78 pCt. Wetter trüb. trüb. SW. W. Wolkenzug «« W. as

Tagesmittel: 331,96’ Par... +3,6° R... +1,3° R... &3 pCi. R

Nachmittags 2 Ubr.

Morgens

6 Ubr.

Abends 10 Ube,

Ausdünstung 0,0

75 pCt. [Niederschlag 0.

beiter.

1,1“

Königliche Schauspiele.

Dienstag, 1. Dez. Jm Opernhause. 4138ste Abonnem! Vorstellung: Der gerade Weg is der beste, Lustspiel in 41 Aft, Kotzebue. Hierauf: Der Schugßgeist, Ballet in 2 Abth., vot Taglioni. Anfang halb 7 Uhr. N

Zu dieser Vorstellung werden Billets zu den gewöhnlichen Op

haus - Preisen verkauft. | : j Wegen Unpäßlichkeit des Herrn Mantius kann die Oper: y

helm von Oranien“, heute niht gegeben werden.

Jm. Schauspielhause. 9te französische Abonnements-Vorstt La première représentation de: Le Petit-Fils, ou: Lo blesses de Grand-Maman, comédie vaudeville en 1 act} théâtre du Gymnase, par MM. Bayard et Varner. Uf d’orage, comédie en 1 acte, du théâtre du Gymnase, ph

Fournier. Les Gants jaunes, vaudeville -comique en 1 E

par M. Bayard. 4

Mittwoch, 2. Dez. Jm Schauspielhause. 200ste Abonne Vorstellung : Phädra, Trauerspiel in 5 Abth., von Racine, übe von Schiller. Hierauf: Der Essighändler , Schauspiel in 2 M

aus dem Französischen des Mercier.

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.

Jm Selbstverlage der Expedition. *

Gedruekt in der Dekershen Geheimen Ober - Hofbuchdruerei.

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1,5° R. |Bodenwärme 4,41 6

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310_ U 121

Rastenburg 36

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1419

Beilage zur Allgemeinen Preußischen Zeitung.

Namen der Städte.

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Durchschnitts - Preise

12 Preußischen Städte 4 Posenschen Städte

9 Brandenburgischen und Pom-

merschen Städte

11 Star Städte ....., 8 Sächsischen Städte

4 Westphälischen Städte

14 Rheinischen Städte...

Die Fortschritte des Volkswohlstandes in Preußen.

Der Volkswohlstaud im preußishen Staate. Jn Ver- gleihungen aus den Jahren vor 1806 und von 1828 bis 1832, so wie aus der neuesten Zeit, nah statistishen Ermittelungen und dem Gange der Geseßgebung aus amtlihen Quellen dar- gestellt von Dr. C. F. W. Dieterici, Königl. preußi- \hem Geheimen Ober-Regierungs-Rathe, Direktor des statisti- {hen Büreaus , ordentlihem Professor der Staatswissenschaf- ten an der Universität zu Berlin u. . w. Berlin, Posen und Bromberg, bei E. S. Mittler, 1846.

Dritter und leßter Artikel, (Vergl. Allg. Pr. Ztg. Nr, 319 B. und Nr. 327 B.)

4) Steigerung des National-Vermögens,

Wir kommen jeyt zu dem Haupt-Resultat der obigen Schrift, nämlich zu dem Nachweise, um wie viel die Nation in dem Zeitraum von 1806 bis jeyt reiher geworden is, Die ausführlichen Untersuchungen , welche Dieterici hierüber arstellt, indem er aus den Verbrauchs-, Fabrications- und Einfuhrsummen durch Vertheilung auf die Bevölferung die Durch- schnittsrate des Verbrauchs für das Jndividuum nachweist, führen zu einem äußerst günstigen Schluß, denn es stellt sich heraus, daß, wenn im Jahre 1806 der Kopf in Preußen, was die Haupt-Objekte der Verzehrung betrifft, durchschnittlich nur 14 Rthlr. 22 Sgr. 6 Pf. jährli erwarb, im Jahre 1831 24 Rthlr. 18 Sgr. 7 Pf. und 1843 29 Rthlr. 23 Sgr. 5 Pf. ér- worben wurden. Wir möchten indeß doch nicht sogleih dies Resultat als maßgebend sür alle Zustände halten; jene Summen mögen wohl für den ganzen Staat, als Judividuum betrachtet, gelten, aber dürften noch keinen Beweis dafür liefern, daß auch alle einzelnen Glieder, aus denen doch der Staat besteht, wirklich der Wohlthaten dieses Fortschrittes theilhaftig ge- worden sind. Unsere Statistik hat hier noch eine Lücke auszufüllen ; sie hat die Aufgabe noh nicht gelöst, welche in allen Zweigen der politischen Oeko- nomie sih auf gleihe Weise geltend macht, nämlich nicht das Ganze als Einheit für \ich theoretisch zu betrachten, sondern das Besondere in dem Ganzen aus der Erfahrung festzustellen und dadurch erst die wahre Natur des Ganzen selbst zu bestimmen. Der Say Ricardo's: „Ein Staat gewinnt, wie er auch im Junern beschaffen sein mag, wenn nur die Summe seines Einkommens mit jedem Jahre steigt“, gilt nidt mehr, wir müssen jeyt die Grundlagen des Gedeihens der einzelnen Kräfte selbs kennen, um auf die Gesundheit und den Gewinn des Ganzen Rücfshlüsse zu mahen, Sehr shäpßenöwerth bleiben die Nachweise der vorliegenden Schrift immerhin, in- sofern sie annäherungsweise über allen Zweifel herausstellen, daß es im Allgemeinen besser geworden ist, und ihr einziger Fehler ist nur der, daß sie leiht zu dem Jrrthum verleiten, als gehe aus ihnen der wahre Zustand der Dinge, so weit nämlich das wirkliche Jndividuum in Betracht kommt, ervor.

j Betrachten wir nun zuvörderst die Steigerung des Erwerbs der Nation, wie sie aus dem Verbrauch hervorgeht. Brod und Fleisch bilden hier die Hauptobjefte, da die ganze Masse des Volkes dabei betheiligt ist, aber ín beiden Gegenständen ist die Steigerung nicht von sehr großer Bedeutung. Die Consumtion betrug 1831 in den mahl- und schlachtsteuerpflichtigen Städten im Durchschnitt pro Kopf an Weizen 65 Pfund 11 Loth, Roggen 240 Pfund 25 Loth, zusammen 306 Pfund 4 Loth, sie war gegen 1804—5 beim Weizen gefallen um 1 Pfund 28 Loth, beim Roggen gestiegen um 10 Pfund 19 Loth, in der ganzen Kornnahrung gestiegen: 8 Pfund 23 Loth. Rechnet man den Scheffel im Durchschnitt zu80 Pfund, so war 1831 die Total-Verzehrung auf den Kopf 3,82 Scheffel, etwas mehr als 1804 1805, wo sie nicht voll 3,8 Scheffel betrug. Etwas günstiger stellen sih diese Resultate schon in den Jahren 1840 1842, An Weizen verzehrte der Kopf damals 78 Psd. 29 Lth., an Roggen 237 Pfd, 27 Lih., zusammen 316 Psd. 24 Lth.; für das leyte Decennium also im Weizen eine Steigerung von 100 zu 120, in der Brod - Nahrung überhaupt wie 100 zu 103, also um 3 pCtz den Scheffel zu .80 Pfd. gerechnet, betrug die Total - Verzehrung auf den Kopf 1840—1841: 3,96 Scheffel und war demnach im leyten Decennium mehr gestiegen, als in dem 2öjährigen vorhergehenden Zeit - Abschnitt von 1806 bis 1831.

Die Fleis ch- Consumtion zeigt eine größere Steigerung, Nach den Resultaten der Mahl- und Schlachtsteuer pro 1831 war der Durchschnitt der Fleisch - Verzehrung bei der Bevölkerung der mahl - und schlachtsteuer- pflichtigen Städte auf den Kopf 75 Pfd. 3 Lth. Der Durchschnitt der Fleisch - Verzehrung der städtishen Bevölkerung des preußischen Staats pro 1804 1805 berechnete sich auf 69 Pfd. 28 Lth. auf den Kopf. Es i} also eine Steigerung von 100 zu 107,47 bemerkbar, in 25 Jahren um 72 pCt. Für 1840—1842 stellt sih diese Consumtion auf 83 Pfd. 20 Lth, im Durchschnitt, also gegen 1831 ein Fortschrit wie 100 zu 4111,36. Nach der auf Schägung beruhenden Berechnung der Fleisch - Consumtion im ganzen Lande ergiebt sih aber auf den Kopf für 1804—1805: 33,83 Pfd., für 1831: 34,745 Pft., sür 1840—1842; 35,14 Pfd., also eine Stei- gerung von resp. 100 zu 102,7 zu 103,06. Am deu!lihsten leuchtet die Vermehrung der Fleish-Consumtion aus folgender Uebersicht hervor: Die Verzehrung betrug zwischen

1831. 1840 42,

40 Pfd, in 10 Städten in 6 Städten 50 » » 29 » 7 60 » 27 23 70 » 415 \ 29

70 » 80 » 10 » s

80 » 90 » 8

90 100 » 6

118 Städte. 114 Städte,

Was die Getränke betrisst, wie Bier, Branntwein und Wein, so betrug die Consumtion des ersteren 1805 im ganzen Lande 15 Quart pro Kopf, blieb sh gleih bis 1831 und verminderte sich 1840— 42 auf 13 Quart. Dagegen nahm die Consumtion von Branntwein in desto stär- ferem Maße zu. Dieselbe stellte sich 1805 auf 3 Quart pro Kopf und er- reichte 1831 8 Quart, sank aber 1842 wieder auf 5 Quart. Jn der Wein- Consumtion zeigte sih eine Steigerung von 1805 bis 1831 wie 100: 333; sie war nämlich von & Quart pro Kopf auf 2 Quart gestiegen und hielt sih auf dieser Höhe auch 1842,

Bedeutend is die Vermehrung des Verbrauchs an Kolonialwaa- ren, wie Zucfer, Kaffee, Reis, Gewürze, zu nennen. 1802 waren im preußishen Staate 14 bis 15 Zucker-Raffinerieen, 1831 dagegen 74, Die

30 bis 40 » 50 » 60 »

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Dienstag den Len Dezember.

Zucer-Consumtion stieg von 1 Pfd. pro Kopf auf 4,358 Pfd. und betrug 1842: 5,36 Pfd. An Kaffee verzehrte 1805 der Kopf höchstens 5 Pfd, 4831 dagegen 2,297 Pfd. und 1842 bereits 2,531 Pfd. Die Reis - Con- sumtion stieg in der Zeit von 1805 bis 1842 von §5 Pfd. auf 0,68 Pfd. und 2 g Gewürze, in Werthen angegeben, von 3 Sgr. auf 35 Sgr. pro Kopf.

Auffallend mag es erscheinen, daß der Salzverbrauh nicht zugenom- men hat, doch ist hier zu bemerken, daß die Beträge nur für den mensch- lihen Verbrauch angegeben sind und der für das Vieh noch einer größeren Ausdehnung fähige Verbrauch nicht in Betracht kommt. Aber es bleibt immechin noch auffallend genug, daß 1805 10 Millionen Einwohner eben so viel Salz verbrauchten, als 1845 15 Millionen, Die Salz-Consumtion stellte sich nämlich 1805 auf 17 Pfd. pro Kcpf. 1831 betrug der inlän- disde Salzdebit 218,290,950 Pfd., also bei 13 Millionen Menschen 16,8 Pfd. pro Kovf und 1845 17,8 Pfd.

Den größten Verbrauch, so wie überhaupt die größten Fortschritte, zei- gen indeß die Fabrikate, von denen wir die hauptsächlichsten, wie Wol- len -, Leinen -, Baumwollen - und Seidenwaaren, durchgehen wollen. Die Fabrication der wollenen Waaren, des Tuchs, hatte sich seit 1831 gegen 1806 ganz anders gestaltet. Bis 1806 war der Hauptabsay nach Rußland gewesen, und zwar waren es grobe Tuche von kleinen Tuchmachern in Slesien, den südpreußischen Provinzen, den kleinen Städten der Mark ge- fertigt. Dieser Absay war 1831 schon so gut als ganz eingegangen, da- gegen waren Aachen und die Rhein-Provinz, uralte Siye der Tuch-Fabri- cation, und zwar feiner Tuche, Kasimire, hinzugetreten, Der in der fran- zösischen Zeit ofene Markt dieser Waaren nach Frankreih war ershwert und sehr vermindert, dagegen öffnete sh der Markt nah Osten, und die Tuch - Fabrication in Berlin, in Schlesien mußte der von Aachen kom- menden Konkurrenz nacheifern. Die Tuch-Fabrication in kleinen Städten von zünstigen Meistern fränkelte und nahm ab, dagegen hoben sih in Ber- lin, der Mark und in der Provinz Sachsen avo fas Unternehmungen, alle Fortschritte der Jndustrie in Maschinen und Bearbeitung der Wolle benußend. Jn Ueberschlagszahlen , in Geld verglichen, fabrizirte der preu- ßishe Staat 1805:

a) für den inneren Bedarf § Elle für 40 Millionen Menschen, à 12 Rthlr.

die Elle, für 7,500,000 Rihlr,

b) für das Ausland (hoh veranschlagt) 6,000,000 »_

Summa 13,500,000 Rthlr,

Dagegen fabrizirte der preußishe Staat 1831: a) für den inneren Bedarf für 13 Millionen Menschen pr. Kopf 1 Elle à 14 Rthlr. für 19,500,000 Rthlr. b) für das Ausland eine Mehrausfuhr von 4,047,082 Ellen, 14 bis 2 Rihlr. die Elle, für 7,000,000 »_ Summa 26,500,000 Rthlr.

Berüsichtigt man die Production und Ausfuhr des Nohstoffes, fo stellt sich folgendes Resultat heraus: die Landwirthe haben im preußischen Staat von 1805 bis 1831 gewonnen :

oon 3 Millionen zu 12 Millionen. Die Fabrikanten haben gewonnen: von 132 Millionen zu 25 bis 27 Millionen Rthlr. Das Ausland bezahlte von 55 Millionen 10 bis 12 Millionen, und der Bedarf im Julande war so gestiegen, daß auf den Kopf 1831 noch einmal so viel Tuch zum Verbrauch fam, als 1805, 1842 war der Verbrauch gestiegen auf 15 Elle pr. Kopf. : ;

Wenngleich die Leinen -Jndustrie bei weitem nicht so fortgeschritten sein mag, als Tuh und Baumwolle, \o ist dennoch bis 1831 ein merk- licher Fortschritt eingetreten, und für die jegt stärkere Bevölkerung wurde mindestens *; mehr Leinwand pro Kopf geliefert, als 1805, Avch der Ge- winn vom Auslande war gestiegen. 1805 schägte man die Anzahl der Stühle mit Einschluß der als Nebenbeschäftigung gehenden auf 60,000, die Ausfuhr der Leinwand auf 5 bis 6 Millionen Rthlr, an Werth und das Quantum des jährlichen Verbrauchs pro Kopf auf 4 Ellen, 1831 war die Anzahl der Stühle:

gewerbsweise 35,668, als Nebenbeschäftigung 216,780, Neduzirt man, um eine Einheit zu haben, alle Leinenwaaren im preußi- hen Staate auf ordinaire Leinwand à 75 Sgr. = 4% Rthlr. die Elle, so wurden fabrizirt:

1805: für das Jnland 4 Ellen pro Kopf = 40 Millionen Ellen für das Ausland 24 Millionen Ellen

Summa == 64 Millionen Ellen für

1834: für das Jnland 54 Ellen pro Kopf, bei 13 Millionen Menschen =

70 Millionen Ellen für das Ausland 30 Millionen Ellen 7,500,000 »

Summa = 100 Millionen Ellen für ‘25,000,000 Rthir.

Der Verbrauch verminderte sh um ein Geringes 1843, doch blieb er nahe an 5 Ellen pro Kopf. Die Abnahme erklärt sich aus dem gesteigerten Verbrauch der Baumwollenwaaren,

Was die Baumwollenwaaren betrifft, so kamen 1805 nur % El- len px. Kopf zum Verbrauch, oder im Ganzen für 4,835,852 Rthlr., von denen 4,810,720 Rthlr. aus der eigenen Verarbeitung eingeführter roher Baumwolle und des Baumwollengarns gewonnen wurden und 25,132 Rthlr. auf die Mehreinfuhr vom Auslande kamen, 1831 wurden dagegen 7 Ellen pr. Kopf verbraucht, und zwar stellte sih die ganze Baumweollen- Industrie in folgenden Ueberschlags -Summen zusammen, Preußen zahlte dem Auslande:

a) für das Rohprodukt 784,740 Rthlr. b) für das Halbfabrikat (Twist). …… 4,936,100 Summa 5,720,840 Rihlr.

Für diesen Betrag, den Preußen mit Getraide, Holz, Leinwand, Wolle, Eisen, Stahl und anderen Metallwaaren bezahlte, ward vera1beitet, ver- dient, im Julande gewonnen:

a) Baumwollene Waare für die Bewohner des Staates, 7 Ellen pr. Kopf, bei 13 Mill. Menschen, 91 Mill. Ellen. Wenn der Centner baumwollene Waare 200 Rthlr. kostet und 40 Ellen 45 Pfd, sind, so kostet die Elle 6 Sgr. 1-7 Pf. 91 Millionen sind demnach

48,600,000 Rihlr.

b) Baumktvollene Waare für das Ausland, Mehraus-

fuhr 6,132,622 Ellen, à 6 Sgr. 177 Pf... 1,250,000 » Summa 19,850,000 Rthir.

Durch eine Ausgabe von 5,720,840 Rihlr. gewann der preußische Staat 19,850,000 Rthlr, Die Nation hatte also an der Baumwollen - Jndustrie einen Reingewinn von 14,129,160 Rihlr. Die Anzahl der Stühle in Baumwolle hatte fih von 1805 bis 1831 von 7323 auf 25,464 gesteigert.

Dieterici bcmerkt hierbei: „Die Baumwollen - Fabrikanten hatten 1815 die größte Besorgniß, daß durch die gestattete Einfuhr englischer Waaren ihr Geschäft untergehen würde. Nach den damaligen Preifen er- hielten sie cinen Schupzoll von nur 125 pCt., wogegen sie ohne völliges Verbot fremder Konkurrenz gar nicht glaubten bestehen zu können. Die oben angegebenen Zahlen zeigen, in welch außerordentlichem Grade unter den geseßlichen Verhältnissen eines mäßigen Schuges die Baumwollen- waaren-Jndustrie im preußischen Staate sih gehoben hat.““

Für 1840/42 stellt sich das Consumtions-Quantum baumwollener Waare bereits auf 13 Ellen pr. Kopf, also gegen 1831 wie 7:13 oder beinahe wie 1:2, Die übrigen Zahlen iassen wegen des Zoll-Vereins für Preußen allein sich niht mehr ermitteln.

Die vorliegende Schrift- zählt unter diese Hauptgegenstände des Ver=. brauchs noch Seide und Leder und giebt über deren Gewinn spezielle Nachweise. Wir begnügen uns, hier zu erwähnen, daß der Verbrauch des

40,000,000 Rihlr. 6,000,000 »

16,000,000 Rihir,

17,500,000 Rihlr,

ersteren Artikels von 1805 1831 von 0,24 auf 0,34 Ellen und bis 1842