1880 / 260 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

55a,

Beschlüsse der Amtsverbände, betreffend die Veräußerung von

Grundstücken oder Immobiliarrebten oder die Aufnahme von An- leihen, durch welche der Amtsverband mit einem Schuldenbestande belastet, oder der bereits vorhandene Swuldenbestand vergrößert werden würde, bedürfen der Bestätigung des Kreisaus\{ufses. Ohne diese Genehmigung sind die bezeichneten Rechtsgeschäfte nichtig.

Bis zum Erlaß einer Landgemeindeordnung ift zur Aufnahme von Anleihen durch den Amtsaus\{uß die Zustimmung sämmtlicher zu dem Amtsbezirke gehörigen Gemeinden und Gutsbezirke noth-

wendig. 8. 55b

Der Kreisaus\{uß beschließt an Stelle der Aufsichtsbehörde :

1) über die Art der gerichtlichen Zwangévollftreckung wegen Geldforderungen gegen Amtsverbände (8. 15 zu 4 dcs Einführungs-

eseßes zur Deutschen Civilprozeßordnung vom 30. Januar 1877, Reiche-Gesegblatt S. 244);

2) über die Feststellung und den Ersaß der bci Kassen und an- deren Verwaltungen der Amtsverbände vorkommenden Def-kte na S: eggee der Verordnung vom 24. Januar 1844 (Geseß-Samml.

c V2)

Der Beschluß zu 2. ift, vorbehaltli% des ordentlihen Rechts- weges, endgültig.

S. 55 0,

Die Aufsicht des Staates über die Verwaltung der Angzelegen- heiten der Amtsverbände wird in erster Instanz von dem Landrathe, in höherer und leßter Instanz von dem Regierungs-Präsidenten geübt, unbeschadet der in den Gesetzen geordneten Mitwirkung des Kreis- aus\chu}ses und des Bezirksrathes. :

Beschwerden bei den Aufsihtebehörden in Angelegenheiten der Amtsverbände sind in allen Fnstanzen innerhalb zwei Wochen anzu-,

bringen. 8. 56, Absatz 3.

Lehnt ein Kreistag die Aufforderung des Ober-Präsidenten zur Vervollständigung dieser Vorschläge ab, so hat der Provinzialrath auf Antrag des Ober-Präsidenten darüber zu beschließen, ob und welche Personen E Ta lage aufzunehmen sind. J. , ZUlaB.

In den Fällen der Absäßze 5 und 6 ist der Beschluß des Kreis- aus\{chuf}ses endgültig.

S. 59, Zusaß.

Unter der nach Ziffer 1 dem Amtsvorsteher übertragenen Wasser- polizei ift die Sirom-, S 0 Hafenpolizei nicht begriffen.

Der Kreisauëshuß bestimmt endzültig denjenigen Amtsvorsteher, beziehungsweise Bürgermeister, welcher die in Bezug auf die öffent- lihen Wege nothwendigen Anordnungen zu treffen hat, wenn die Betheiligten verschtedenen Amtsbezirken, bezichungéweise Amts- und Stadtbezirken angehören. :

Diese Bestimmung findet glei&mäßig Anwendung auf die in Vorfluths- und anderen polizeilichen Angelegenheiten zu treffenden

Anordnungcn. 8. 62, Absaß 2.

Versagt der Amtsausshuß die Zustimmung, so kann dieselbe auf Antrag des Amtsvorstehers durch Bes{luß des Kreisausschusses ergänzt werden. Der Beschluß ist ¿Adaulsig,

079)

Die Gemeinde- und Gutsvorsteher sind verbunden, den Anwei- fungen und Aufträgen des Amtsvorstehers, welche derselbe in Gemäß- heit seiner geseßlihen Befugnisse in Dienstangelegenheiten an sie erläßt, nachzukommen, und können hier;u von ihm unter Anwendung der den Ortspoltzeibehörden nach §. 68 des Gesetzes über die Orga- nisation der allgemeinen Landesverwaltung vom 26. Juli 1880 (Geseßz- Samml. S. 291) zust: henden Zwangémittel, mit Ausnahme der Hast- strafe, angehalten werden. Ein Ordnungsstrafreht steht dem Amts- vorsteher gegen die Gemeinde- und Gutsvorsteßer nit zu,

Die Genod’armen haben den Requisitionen des Amtsvorstehers in polizeilichen Angelegenheiten zu genügen. Der Dienstaufsitht des Amtsvorstehers unterliezen sie E

S O;

Die Aufsicht über die Geschäftsführung des Amtsvorstehers führt der Landrath. Derselbe beschließt auf Beschwerden gegen Verfügungen des Amtsvorstehers, unbeschadet der Vorschriften der 88. 63 ff, des Gesetzes über die Organisation Ee LIGReIne Landesverwaltung.

Bezüglich der Dienstvergehen der Amtsvorsteher finden die Be- stimmungen des Geseßes rom 21. Juli 1852, betreffend die Dienst- vergehen der nicht richterlihen Beamten (Geseß-Samml. S. 465), mit folgenden Maßgaben Anwendung:

1) Veber die Verhängung von Ordnungéstrafen gegen die Amts- vorsteher beschließt im Umfange des den Provinzialbehörden bei- gelegten Ordnungéstrafrehtes der Kreisaue\{huß und im Umfange des dem Minister beigelegten Ordnungéstrafrechts der Regierungs- Prâäsider. t. Dem Landrath steht das Recht zur Verhängung von Vrdnungéflrafen gegen die Amtsvorsteher nicht zu.

Gegen den Beschluß des Kreisauschusses findet innerhalb zwei Wochen die Beschwerde an den Bezirksrath, gegen die Strafverfü- gungen des Regierungs-Präsidenten innerhalb gleicher Frist die Be- Ichwecrde an den Ober-Präsidenten statt.

Gegen den auf die Beschwerde ergehenden Beschluß des Bezir ks- rathes beziehungsweise des Ober-Präsidenten findet innerhalb zwei Wocen die Klage bei dem Ober-Verwaltungs8gerichte statt.

2) In dem auf Entfernung aus dem Amte gerichteten Verfahren wird die Einleitung des Disziplinarverfahrens von dem Landrathe oder von dem Regierungs- Präsidenten verfügt und von demselben der Untersuchungékommissar, sowie der Vertreter der Staatsanwaltschaft für die erste Instanz ernannt

Die entscheidende Behörde erster Instanz ist der Kreisaus\chuß, die entscheidende Behörde zweiter Instanz das Oberverwaltungsgericht. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft bei dem Ober-Verwaltungége- richte wird von dem Minister Ds untern ernannt,

S. 70a.

Auf Beschwerden und Einsprüche, betreffend:

1) Das Ret zur Mitbenußung der öffentlichen Einrichtungen und Anstalten des Amtsbezirkes,

2) die Heranziehung oder die Veranlagung zu den Kosten der Amtsverwaltung oder zu anderen Amtsabgaben beschließt in zu- sammengeseßten Amtébezirken der Amtsaué schuß.

Beschwerden und Einsprüche der zu 2 gedachten Art sind inner- halb einer Frist von zwei Monaten nab Bekanntmachung der Ab- gabebciträge bei dem Amtsvorsteher anzubringen. Einsprüche gegen die Hôhe von Amtszuschlägen zu den direkten Staatsfteuern, welche si gegen den Prinzipalsaß der letzteren richten, sind unzulässig.

Gegen den Beschluß des Amtsautschusses findet innerhalb zwei Wochen die Klage bei dem Kreisausschusse statt. Hierbei finden die Vorschriften des §. 146 des Geset2es über die Zuständigkeit der Ver- waltungébehörden und der Verwaltungsgerichte Anwendung.

Die Beschwerden und die Einsprüche, sowie die Klage, haben keine aufschiebende Wirkung.

(Schluß folgt.)

Im 5. Breslauer Wahlbezirk (Breêlau-Neumarkt) ist an Stelle des verstorbenen Präsidenten Dr. A der Landrath a. D. Graf Harra ch mit 229 Stimmen zum Mitgliede des Hauses der Abgeordneten gewählt worden. Geheimer Regierungs-Reth Sette- gaft erhielt 97 Stimmen,

Statistische Nachrichten.

Als Auszug und Erläuterung der in Band XLIV., Abtheilung I. der Statistik des Deutsben Reiches veröffentlichten speziellen Nach- weisungen und Verzeichnisse giebt das Septemberheft der vom Kaiser- lin statistishen Amte herausgegebenen Monatshefte eine Zusam- menstellung der Sch iffsunfälle an der deutschen stte

während des Jahres 1879 und der Verunglückungen deuts&er See- \{iffe in den Jahren 1879 und 1878.

Hiernach betrug die Zahl der amtlich bekannt gewordenen, an der deutschen Küste im Jahre 1879 vorgekommenen Schiffsunfälle 143, welche (bei 23 Kollisionen) 166 Schiffe betrafen.

Die Erhebungen der vorhergehenden Jahre ergeben :

1878 112 Unfälle und 133 betroffene Schiffe, 1877 B83 é c 88 S Z 1876 94 G 98 L 1875 159 O S 1874 142 156 Z 1873 147 O Í davon waren : Von den obigen 166 Scffen deutsche fremde find: Segel- Dampf- Segel- Dampf-

ae S 40 4 16 1

D A 9 20D _—

gun 1M .186 1 ——

in Kollision gerathen. 43 22 T 6 8

von sonstigen Unfällen

betroffen 0 18 3 9 T

Zufammen . . 163 101 15 31 16.

Von 3 in Kollision gerathenen Segelschiffen konnte die Natio- nalität nicht festgestellt werden.

Von den durch Unfälle betroffenen Schiffen sind 47, darunter 37 deutsche und 10 fremde, total verloren gegangen, 92 theilweise beschädigt worden und 20 unbeschädigt çeblieben, bei 7 ift der Aus- gang unbekannt.

Soweit festcestellt, sind im Jahre 1879 bei den Sciffsunfällen an der deutschen Küste 42 Menschenleben verloren gegangen. Die meisten Unfälle (übrigens aub der regste Schiffsverkehr) kemmen an den Küstenstreckin iy dir Nähe der Mündungen der Elbe und Weser, sowie auf dem Fahrwasser dieser Ströme selbst, soweit es der Seeschifffahrt dient, vor, ferner an dem den Odermündungen nächst- liegenden Küstengebiet und dem Oderrevier ¿wischen Stettin und Swinemünde.

Was die Verunglücckungen (Totalverluste) deut\cher Sciffe betrifft, so gelangten im Jahre 1879 folche von 195 registrirten Seeschiffen mit 41 254 Reg.-Tons zur Anzeige, von denen jedoch 29 mit 6707 Reg.-Tons schon in früheren Jahren verungalückt sind. Die im leßten Jahre verlorenen 166 Schiffe hatten an Bord 1213 Mann Besaßung und 36 Passagiere, von denen 119 Mann oder 9,8% der Besaßung und 2 oder 5,6 9/5 der Passagiere bei den Verunglückungen ihr Leben einbüßten. Die Zahlenangaben für 1879 sind jedo rur als vorläufige zu betrachten, während für 1878 die Erhebungen über die verloren gegangenen deutshen Schiffe nunmehr als vollständig gelten können,

Der Bestand der registrirten deuts@en Seeschiffe betrug am 1, Januar 1878 4805 Dawpf- und Segelschiffe, mit einer Gesammtbesaßung von 40 832 Mann, von denselben rerun- glüdten im Laufe des Jahres 138 Scbiffe = 2,9 % des Bestandes, wobei 336 Mann der Besatzung und §82 der an Bord befindlichen Passagiere das Leben verloren. Auf je 122 Seeleute, welhe auf deutschen Kauffahrteischiffen dienten, kam daher 1 Mann ums Leben. Die ‘grôöfte Zahl der Verunglückungen fiel auf Reifen von Ostseeßäfen na Nordfechäfen und umgekehrt vor, demnä} auf Reisen zwischen Nord- sechäfen und auf Reisen zwischen europäischen Hâfen und Häfen des mexikg- nischen Golfs und des karaibishen Meeres. Nur 3 von den verun- glückten Schiffen waren festgestelltermaßen unve. sichert, bei 9 ist das Versicherungsverhäitniß nit ermittelt worden. Bei 110 Totalver- [luften haben sceamtlihe Untersuchungen stattgefunden, welche in 28 Fällen menf\ch{liches Verschulden, in den übrigen 82 unvershuldete ungünstige Verhältnisse, darunter in 33 Fällen Sturm und hohen Seegang als die Ursache der Verunglückung feststellten.

Land- und Forstwirth\czaft.

Ueber die Fisbzuht-Anstalt bei Hüningen enthält der neueste Verwaltungsberiht des Bezirks Oberelsaß Folgendes:

Das Rechnungsjahr 1879/80 kann in pekuniärer Beziehung für die Anstalt kaum ais cin günstiges bezeichnet werden. Troß aller Bemühungen war die zur Befriedigung der zablreichea Besteller nôthige Eiermenge nit zu bescaffen, da die abnorme und an- dauernde Kälte mit ihren Folgen mehrere Lieferanten, welche der Anstalt in normalen Jahren stets eine bedeutende Anzahl befructeter Eier geliefert, zum Theil oder ganz am Fischfang verhindert hatte, so daß dieselben entweder gar nicht oder do nur wenig zu liefern im Stande waren. Es war deshalb auch die Seldeinnahme eine ge- ringere, wie bei genügenden Vorräthen.

Die im Interesse des Reichs vorgesehene Ausseßung von jungen Lachsen in den Rhein konnte während des vet fofeReS MNechnungs- jahres niht mehr stattfinden, da die hierfür bestimmten Eier sich in dem kalten Brutwasser nur sehr langsam entwickelten. Die davon

au8gekommenen Fische, 251 000 an der Zahl, konnten deshalb erst am |

20. Mai in den Rhein ausgeseßt werden. Im Frühjahr vergangenen Jahres waren 260 000 junge Lacse dorthin auêgeseßt worden, macht zusammen also über 500000 Stü.

An befruchteten Edelfish-Eiern erhielt die Anstalt 4 411 000 Stü; versendet wurden 2159009 Stück, wovon nur 98 (000 auf Elsaß-Lothringen fielen. Die Geldeinnahmen betrugen 14 142 M.

In der Aufzuht und Mästung von Fischen hatte die Anstalt sehr erfreuliche Resultate zu verzeiGnen. Es ift gelungen, nit nur {ämmtliche einheimische Lachs- und Forellenarten zu züchten, sondern selbft ve! schiedene Bastardformen und frcmde Fischsorten, wie die amerikanische Forelle und der fkalifornisce Las, sind in bedeutender Anzahl soweit gediehen, daß sie zum Theil {on als Tafelfisch be- trachtet werden können.

Gewerbe und Handel.

Nach Mittheilungen aus J wanowo-Wosnessensk stellen die dortigen Fabriken ihre Thätigkeit mehr und mehr ein. Die Zahl der Arbeiter is bereits um ein Drittel beschränkt, und bet “i ckagatd der Krisis dürften noch weitere Arbeiterentlafsungen ftatt- inden.

Der Semestralabshluß der St. Petersburger inter- nationalen Bank ergiebt einen Reingewinn von 1 148 169 Rubel auf das Kapital von 13 Millionen Rubel. An dem Bruttogewinn von 1281 009 Rubel partizipiren die Zinsen mit 807 000 Rubel, die Cambiogewinne mit 155 200 Rubel, die Effektengewinne mit 117 500 Rubel, die Provisionen mit 128 000 Rubel, die Filiale Kiew mit 65 000 Nubel.

Königsberg i. Pr., 4. November. (W. T. B.) Die Be- triebseinnahme der Ostpreußishen Südbahn pro Okto- ber 1880 betrug na vorläufiger Feststellung: im Personenverkehr 85 974 Æ, im Güterverkehr 210664 Æ, an Extraordinarien 12 000 Æ, zusammen 308 638 &; im Monat Oktbr, 1879 definitiv 371 897 Æ, mithin weniger 63 259 4; vom 1. Januar bis ult. Oktbr. 1880 im Ganzen 2 735 859 M, gegen 3 836 585 M im gleichen Zeit- raum des Jahres 1879, mithin weniger 1 100 726 M4

Verkehrs: Anstalten. Plymouth, 3. November. (W. T. B,) Der Hamburger Postdampfer „Herder“ ist hier angekommen. New-York, 3. November. (W. T. B.) Die Hamburger Ta mpfér „Frisia“ und „Allemania“®" sind hier ange- ommen,

VBerlín, 4. November 1880,

Cöln, 4, November, 1 Uhr 4 Minuten Truh: (Tel) Die englische Post vom 3. November früh, planmäßig in Verviers um 8 Uhr 21 Minuten Abends, ist ausgeblieben. Grund: Sturm im Kanal.

ur bevorstehenden Volkszählung. (Soz. Corr.) Im Leben der deutschen Nation sind wiederum nahezu fünf Jahre seit der leßten großen Volkszählung verflossen. Am 1. Dezember dieses Jahres \oll diese wibtige Staatshandlung im neuen Deutschen Reiche zum dritten Male stattfinden. Alle auf deutsh:r Erde wei- lenden Personen werden an diesem Tage auf Millionen von Zählks- karten oder Hauéhaltungslisten verzeichnet, um von da weiter auf die Hauptbücher der Einzelstaaten und \chließlich in die tabellarischen UVebersidten des Reiches übertragen zu werden.

Wir Bürger der modernen Staaten haben es bequemer als die Bewohner des römischen Reichs zur Zeit von Christi Geburt, an welche „ein Gebot vom Kaiser Augustus erging, daß alle Welt ges {äßt würde . . . und Jedermann ging, daß er si schäßen ließe, ein J-glicher in seine Stadt.“ Wir werden geshäßt und gezählt, ohne daß wir unsere Wohnung zu verlassezx brauen. Der Zähler bringt 1 oder 2 Tage vor dem 1. Dezember die Zählungslisten in jedes Laus und der Staat verlangt weiter nichts, als daß alle Haus- haltungsvorstände die Formulare aufmerksam durchlesen und die ver- fchiedenen Rubriken am Morgen des 1. Dezember gewissenhaft aus- füllen, damit sie an demselben oder am nächsten Tage von dem Zähler wieder abgeholt werden können.

So einfa und müheclos auch diese Aufgabe für jeden einzelnen Bewohner ist, so giebt es do leider Viele, welche den Bolkszät. lungen argwöhnisch gegenüberstehen und dahinter fiskalishe oder militärische Zwecke vermuthen. Beides ist unbegründet. Der Fiskus und die Militärbehörden kommen auf anderen Wegen zu ihren Zielen und wiederholen alljährlih ihre Nachforshungen; aber die Volkszählun- gen finden in jedem Jahrzehnt nur zwei Mal statt und dienen ledig- lich zur Erkenntniß des allgemeinen Zustandes der Bevölkerung. Alter und Geslecht, Familienstand und Religion, Beruf und Er- werb, Staats- und Orteangehörigkeit der Bewohrer follen in eincm Gefammtbilde dargestellt werden. Staat und Reich körnen f nicht um die Altersverhältnisse und Lebenssc{icksale jedes Einzelnen kümmern, sondern verlangen nur Klarheit über die Gesammtzahl ihrer Männer und Frauen, ibrer shulpflihtigen und wehrfähigen Jugend, ihrer Verheiratheten und Ledigen, ihrer Wittwer und Wittwen, ihrer berufsfähigen und berufslosen Volksgenossen. Wer darüber unridtige Angaben macht, oder Personen und Thatsachen vershweigt, fälscht das Gesammtergebniß und verleßt eine wichtige öffentliche Pflicht gegen Gemeinde, Staat und Nation !

Die Zählung soll in abgegrenzten Zählbezirken und unter Leitung der Lokalbehörden mit Beihülfe jreiwillizer Zähler aus- geführt werden. Das Amt der Zähler ist ein Ehrenamt und die Wahl ift daher auf solche Personen zu rihien, deren Gemeinsinn und Betähigung dafür bürgen, daß fie die Zählungs8geschäfte mit Umsicht instruktionsmäßig ausführen werden. Jeder Zähler foll nur 40—50, nach Befinden noch weniger Haushalturgen übernehmen und die Mühe wird daher nicht groß sein.

Man darf wohl vertrauen, daß die hohe politis £2 und soziale Bedeutung des Zählungswerkes überall in deutschen Laauden verstanden wird, und daß sid am 1. Dezember Millionen Deutsche mit Stolz als Glieder eines Ganzen fühlen werden. Vor 10 Jahren unterblieb die Volkszählung, weil Deutschlands wehrpflihtige Mannschaft in Seindeéland stand. Am 1. Dezember 1871 zählte man 41 058 792, den 1. Dezember 1875; 42 727 360 Bewohner. Die durschnittliche jährlihe Bevölkerungszunahme von 1871—75 betrug 1 % der mitt- leren Bevölkerung.

Welches Resultat wird das Jahrfünft 1875—80 ergeb:n? Welchen Einfluß wird der Ueberschuß der Geburten auf der einen und die zunehmende Auswanderung auf der andern Seite ausgeübt haben? Wird das männliche oder das weibliche Geschlecht, die Zahl der Verheiratheten oder Ledigen zugenomrnen haben? Welle Gliede- rung der Altersftufen und der Beruféstände wird \ich{ ergeben? Alle diese Fragen sind von größter praktiscer WichUgkeit für alle Staats- und Gemeindebehörden, und es liegen darin zugleich tiefe Probleme der Vevölkerungs- und Sozialwissen\chaft verborgen. Die Zählung vom 1. Dezember 1880 wird zu ihrer Lösung neue Bausteinè herbei- A und die Kenntzaiß der vaterländischen Zustände erweitern und vertiefen.

Von Seiten der Kaiserlichen Universitäts-Sternwaite zu Straß- burg ist der „Els.-Lothr. Ztg.“ folgendz Mittheilung zugegangen :

Die Beobachtungen des interet\anten Kometen, welchen Hr. Dr, Hartwig am 29. September auf hiesiger Sternwarte entdeckte, sind leider hier bislang vom Weiter sehr wenig begünstigt gewesen. JImmerkin haben wir einige Pcsitionen erhalten, welde neue Baharechnungen erlaubten. Zunäcst nurde aus den Beobacbtungen vom 29. Sep- tember und 8. Oktober, sowie einer Berliner Beobachtung vom 17. Oktober eine Parabel ‘gerechnet. Der mittlere, gut verbürgte Drt ließ fich aber nur auf etwa 22 darstellen. Hierdurch wurde die elliptise Natur der Bahn sehr wahrscheinlich.

Die weiteren Nachforshungen in den Nachrichten über ältere Kometen hatten ferner gezeigt , daß in den.„Jahren 1444 und 1569 (außer dem s{hon früher erwähnten Kometcn von 1506) Kometen erschienen waren , von denen die Berichte völlig in Einklang stehen mit den Oertern, welche unser Komet am Himmel einnehmen kann. Daher wurde jeßt versuht, aus den Beobachtungen vom 29. Sep- tember, 14, und 24, Oktober eine Ellipse mit angenommener Um- laufszeit von 627 Jahren zu renen. Durch cine solche Ellipse läßt fich nun in der That der mittlere Ort weit näher als in einer Parabel darstellen, jedoch nicht völlig. Die Ait der Fehlerverschic- bung, im Vergleich mit der Parabel, ist derart, daß man vielleicht anzunehmen hat, der Komet kehre in 624 Jahren zweimal zur Soune zurück, fo daß die Umlaufszeit dann nur 31 Jahre betrazen würde.

Der Komet entfernt sich seit seiner Entdeckung von Sonne und Erde und ist in Folge dessen niht mehr mit bloßem Auge sichtbar. Seine scheinbare Bahn erlaubt aber die Beobachtungen mit Tele- \kopen auf der Nozrdhemisphäre noh einige Monate fortzusetzen, wenn nur die optische Kraft derselben genügen wird.

Es ist daher mit großer Freude die Thatsacbe zu begrüßen, daß die Fertigstellung der großen Kuppel der neuen Sternwarte so weit vorgeschritten ist, um in etwa zwei Wochen die Montirung des großen Kesraktors, der in 14 Kisten verpackt, seit dem Monat Juli im Re- fraftorbau lagert, zu erlauben, Hoffentlich gelingt es mit Anwen- dung dieses mächtigen, in Deutschland unübertroffenen Meßapparates, den Kometen so lange zu verfolgen, daß die Entscheidung der oben berührten Fragen cine zweifellose wird,

A. Winnecke.

Nachdem die am 2. d, M. aus dem 7, II. und 111. Armee-Ccrps und die am 3,, aus dem IV., V. und VI. Armee-Corps hier angekom- menen Garde-Rekruten vorgestern resp. gestern den Trupentheilen überwiesen worden sind, trafen heute die Quartiermacher aus dem Bereicte des VIIL,, VIII. und XIV. Armee-Corps hier ein, um für die morgen nachfolgenden Rekrutentranéporte dieser Armec-Corps die Quarttiee zu rccjuiriren.

Der Vortragcyclus zum Besten des unier dem Protek- torat Jhrer Königliben Hoheit der Kronprinzessin stehenden Hei- mathhauses für Töchter höherer Stände ist am Mittwoch in der Aula des Friedrich-Wilhelms-Gymnasiums ror einem zablreih erschienenen Publikum mit cinem Vertrage des Prof, Lessing über Majolikamalerei eröffnet worden,

Redacteur: Riedel.

Verlag der Expedition (Kessel). Druck: W. Elsner,

Drei Beilagen (einschließliÞch Börsen-Beilage).

Berlin:

E E E S E S E E E R E E E S E E E B Ct

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zum Deutschen Reichs-

Erste Beilage

e Inserate für den Deutschen Reihs- und Königl. | Preuß. Staats - Anzeiger und das Central-Handels- register nimmt an: die Königliche Expeditien des Deutsheu Reichs-Anzeigers und Königlich

Preußishen Staats-Anzeigers; Berlin 8W., Wilhelm-Sraße Nr. 32, Æ.

1. Steckbriefe und Untersuchungs-Sachen,

2. Subhastationen, Aufgebote, Vorladungen

u. dergl.

3. Verkäufe, Verpachtungen, Submissionen etc.

4. Verloosung, Amortisation, Zinszahlung

U. s. w. von öffentlichen Papieren.

En S

Ste&briefe nud Untersuchungs - Sachen. [26162]

Der Schuhmacergeselle Albert Naa, geb. zu Herzberg, Kreis Dramburg, den 25. März 1851, zuleßt in Friedland in Mecklenburg, dessen gegen- wärtiaer Aufenthaltsort Unbekannt ist, wird aus S. 360 sub 3 des Strafgeseßbuchs angeklagt.

Es ist Termin zur Hauptverhandlung

auf den 20. Dezember 1880, Vormittags 10 Uhr,

vor dem Großherzogliben Schöffengerichte hieselbst anberaumt, zu welchem der Albert Raaßz unter der Warnung geladen wird, daß bei unen!\{huldigtem Ausbleiben zur Hauptverhandlung geschritten und er auf Grund der nach §. 472 der Strafprozeß- ordnung von dem Großherzogl. Landwehr-Bezirks- Kommando zu Roftock ausgestellten Erklärung ver- urtheilt werden wird.

Friedland in Mecklenburg, den 20. Okt. 1880.

Die Großherzogliche Amtsaunwaltschaft : C. Schrocder, [27142]

Latung. Nachbenannte Personen: 1) Nadel, Gabriel, geboren am 27. November 1856 in Kostrezyn, jüdischer Religion, zuleßt in Kostrzyn aufhaltsam, 2) Hoedt, Carl Eduard, Knecht, geb. am 25, JIg- nuar 1856 in Briesen, evangelisch, zuleßt in Briesen aufhaltsam, 3) Waligorski, Martin, geb. am 13. Oktober 1856 in Marokwice, katholis, leßter Auf- enthalt unbefannt, 4) Jmielinski, Adalbert, geb. am 24. März 1856 in Sarbinowo, katholis, leßter Aufenthalt unbekannt, 5) Dietrich, Heinri Otto, geb. am 28. März 1856 in Siedlec Dorf, evange- lis, leßter Aufenthalt unbekannt, 6) Sokolowsfki, Micbael, geb. am 30. August 1856 in Strumiany, katholisch, leßter Aufenthalt unbekannt, 7) Basinski, Ludwig, geb. am 8, April 1856 zu Wengierskie, katholis, leßter Aufenthalt unbekannt, 8) Swier- czewêki, Joseph, geb. am 24. Februar 1856 zu Wydzierzewice, katholis, leßter Aufenthalt unbe- kannt, 9) Rohde, Eduard Ferdinand, geb. am 8. Juli 1856 zu Kaczyna, evangelish, leßter Aufent- halt unbekannt, 10) Klawiter, Augustin, geb. am 24. März 1856 zu Polska Wis, letter Aufenthalt unbekannt, 11) Klinger, Otto Wilhelm Herrmann, Knecht, geb. am 8. November 1856 zu Glowno, evangelisch, leßter Aufenthalt unbekannt, 12) Adau1- c'ewsfki, Vincent, geb. am 27. Mai 1856 zu Koc Gorka, fatholish, leßter Aufenthalt unbekannt, 13) Sd\roeder, Emil Gustav, geb. am 19, Mai 1856 zu Wronczyn Hauland, evangelish, leßter Aufenthalt unbekannt, 14) Walczak, Lucas, ded. am 19 Dilober 1806 u Borze- jewo, fTatholisch, enter Aufenthalt unbekannt, 15) Matsáke, Carl Emil, geb. am 2. September 1856 zu Buchwald, evangelisb, leßter Aufenthalt unbekannt, 16) Fenuer, Gustav, geb. am 3, Sep- tember 1856 zu Chtapowo, evangelis, leßter Auf- enthalt unbekannt, 17) Jozwiak, Carl, geb. am 3, Dfktober 1856 zu Drzazgcwo, katholisch, leßter Aufenthalt unbekannt, 18) Wierzejski, Casimir, Tagelöhner, geb. am 28. Februar 1856 zu Gutowy, katholisch, leßter Aufenthalt unbekannt, 19) Pie- chocki, Peter, geb. am 22. Juni 1856 zu Nelflla, katholis, leßter Aufenthalt unbekannt, 20) Sobczak, Johann, geb. am 16. Dezember 1856 zu Nefla, katho- lis, leßter Aufenthalt unbekannt, 21) Grzeékowiaë, Ignatz, geb. am 11. Januar 1856 zu Orzeszkowo, katholis, leßter Aufenthalt unbekannt, 22) Ka- minsfi, Joseph, geb. am 7, März 1856 zu Santo- miscel, fatholis , leßter Aufenthalt unbekannt, 23) Striemer, Philipp, geb. am 22. April 1856 g u Santomischel, mosais, leßter Aufenthalt un- bekannt, 24) Wandel, Joseph, geb. am 16. Februar 1856 zu Gr. Jeziory, katholisch, letzter Aufenthalt unbekannt, 25) Zwnlski, Joseph, geb. am 27. De- zember 1856 zu Krzykosy, katholis, leßter Auf- enthalt unbekannt, 26) Król, Stanislaus, geb. am 17. April 1856 zu Piglowice, katholisch, letzter Aufenthalt unbekannt, 27) Mieczkowski, Peter, geb. am 14, Oktober 1856 zu Schroda, katholis, leßter Aufenthalt unbekannt, 28) Stefani, Mis- ael, geb. am 25. September 1856 zu Brzezte, leßter Aufenthalt unbekannt, 29) Autkowiak, An- dreas, katholis, leßter Wohnsiß im B.zirk des Ober-Landesgerihts Posen, 30) Siemiatkowski, Staniélaus, geb. am 16, Oktober 1856 zu Dcm- bicz, zuleßt in MOMGoIA aufhaltsam, 31) Bo- rowsfi, Casimir, geb. am 1, März 1856 zu Grujec, fkatholisch, leßter Aufenthalt unbekannt, 32) Buczkowski, Bartkolomacus, geb. am 13. August 1856 zu Koszuty, katholis, letzter Aufent- halt unbekannt, 33) Lagodzki, Stanislaus, geb. am 21, April 1856 zu Koszuty, katholis, letzter Aufent- halt unbekannt, 34) Garszezynski, Joseph, geb. am 2, März 1856 zu Krerowo, katholis, leßter Aufenthalt unbekannt, 35) Trojanowicz, Nicolaus, geb. am 22. November 1856 zu Olszewo, katholis, leßter Aufenthalt unbekannt, 36) Orlik, Stanis- Iaus, geb, am 29. Juli 1856 zu Potkows, katholis, leßter Aufenthalt unbekannt, 37) Walkowiak, Anton, geb. am 25, Februar 1856 zu Strzeszki, katholisch, leßter Aufenthalt unbekannt, 38) Bylsfi, Michael, geb. am 16, August 1856 zu Winna-Sóra, katholis, leßter Aufenthalt unbekannt, 39) Majch- rzycki, Joscph, Wirthssohn, geb. am 23. Februar 1856 zu Zimino, katholis, leßter Aufenthalt un- bekannt, 40) Sypuicewski, Martin, Diener, geb, am 11, November 1854 zu Drzgzgowo, katholisch, zuleyt in Zabikowo aufbaltsam, 41) Szczepanski, Franz, Schuhmacher, geb. am 4. September 1853 zu Karmin, katholis, zuleßt in Santomischel auf-

Deffentlicher

Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Dounerstag, den 4. November

86,

9, Industrielle Etablissements, Fabriken und Grosshandel.

6. Verschiedene Bekanntmachungen.

7. Literarische Anzeigen.

8. Theater-Anzeigen. E der Börsen-

9, Familien-Nachrichten. beilage. M

O S URE U: C E E P U E E E A Pp E E OOINÓDELEE E: L P © M Anzeiger Inserate nehmen ant die Annoncen-Expeditionen des

„Juvalidendank“, „{Uudolf Mofse, Haasenstein & Bogler, G, L, Dan? & Co., E, Stlotte, Büttuer & Winter, sowie a»? übrigen größeren

Aunoucen-Burea. 8. Lj

haltsam, werden beschuldigt, als Wehrpflictige in der Absiht, sich dem Eintritte in den Dienst des stehenden Heeres oder der Flotte zu entziehen, ohne Erlaubniß das Bundesgebiet ver- lassen oder na erreichtem militärpflihtigen Alter sich außerhalb des Bundesgebiets aufgehalten zu haben, Vergehen gegen 8. 140 Abf. 1 Nr. 1 Str.- G.-B. Dieselben werden auf den 1. Februar 1881, Vormittags 94 Uhr, vor die Strafkammer des Köntglichen Landgerichts zu Posen zur Haupt- verhandlung geladen. Bei unentschuldigtem Aus- bleiben werden dieselben auf Grund der nach §8. 472 der Strafprozeßordnung von dem Königlichen Land- rathsamte zu Schroda vom 14, September 1880 und dem Königlichen Landrathsamte zu Kosten vom 23. September 1880 über die der Anklage zu Grunde liegenden Thatsachen ausgestellten Erklärungen ver- urtheilt werden. Posen, den 26. Oktober 1880,

Königliche Staatsanwaltschaft, Mueller.

Subdbasftationeu, Aufgebote, Bor- ladungen 1nd dergl.

9716) Oeffentliche Zustellung.

Der Gasthofsbesißer Karl Schoeppe zu Eisleben, vertreten durch den Rechteanwalt Hof zu Eisleben, klagt gegen die Ehefrau des Rentiers Julius Große, Ida, geb. Reinboth, im ehelichen Beistar.de, früher zu Eiéleben, jeyt in unbekannter Abwesenheit, wegen Löschungsbewilligung von 4(0 Thlrn., mit dem An- trage auf Verurtheilung der Betlagten, auf Kosten des Klägers in Löschung der auf der Hausrealität des Klägers aus der Urkunde vom 5. Juni 1868 haftenden Darlehnsforderung von 400 Thlrn. nebst Zinsen Jniabulat Abth 111. Nr. 14 Band III. Nr. 108 des Grundbuchs von Eisleben zu willi- gen, und ladet die Beklagte zur mündlicben Verhand- lung des Rechtéstreits vor die III, Civilkamnmer des Königlichen Landgerichts zu Halle a /S. auf

den 31. Aauuae 1881, Bormittags 9 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge- richte zugelassenen Anwalt zu bestellen.

Zum Zweke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Halle a./S., den 26. Oktober 1880.

Waguer, Gerichts\hreiber des Königlichen Landgerits,

[27164] Oeffentliche Zustellung.

Die verehelichte Commissionair Charlotte Leuschner, im Beistande ihres Ehemannes A. Leuschner zu Breslau, vertrcten durch den Rechtsanwalt Krug hierselbst, klagt gegen den Hausbesißer und Sye- diteur Eugen Simon, dc\sen Aufenthalt unbekannt, aus dem Wechsel vom 31. Mai 1880 wegen 904 4 mit dem Antrage: den Beklagten ¿ur Zahlung von 904 A an

A N kostenpflichtig zu verurtheilen und

ade den Beklagten, Hauétbesizer und Spediteur Eugen Simon, früher zu Breslau wohnhaft, zur müntlihen Verhandlung dcs Rechtsstreits vor die Crste Kammer für Handelssachen des Königlichen Landgerichts zu Breslau auf

den 8. Februar 18381, Vormittags 10 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Gerichte zugelassenen Anwalt zu bestellen.

Zum Zwette der öffentlichen Ladung wird dieser Klageauszug bckannt gemacht.

Breslau, den 29. Dfktober 1880.

Der Gerichts\creiber der Ersten Kammer für Handelésachen : Reichenbach.

(27124) Oeffentliche Zustelluna.

Die Schneiderfrau Wilhelmine Spannemann, geb. Krueger, zu Gallotty, vertreten durch{ den Iustiz- rath Kairies in Culm, klagt gegen ihren Ebemann, den Schneider Wilheltn Spannemann, unbekannten Aufenthalts, wegen Ehescheidung, mit dem Antrage auf Trennung der Ehe zwischen den Parteien, Er- flärung des Beklagten sür den allein schuldigen Theil und Verurtheilung desselden in die ECheschei- dungsftrafe und ladet den Beklagten zur münd- lichen Verhandlung des Nechtsstreits vor die zweite Civilkammer des Königlichen Landgerichts zu Thorn auf den 7. Februar 1881, Vormittags 11 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedahten Ge- richte zugelassenen Anwalt zu bestellen. f

g Zwelke der öffcntlihen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Thorn, den 30, Oktober 1880.

Seidensc;wanz,

Gerichts\{reiber des Königlichen Landgerichts.

(27176) Oeffentliche Zustellung.

Der Mübhlenmeister Albert Kauß zu Glowih, vertreten durch den Rechtsanwalt Pr, Linhoff zu Stolp, klagt gegen den Dachdeckermeister Schneider, zuleßt in Glowitz, wegen einer Forderung für Be- köstigung, mit dem Antrage auf Zoblung von 89 4, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtéstreits ror das Königliche Amtsgericht zu Stolp auf

deu 12, Januar 1881, Vormittags 10 Uhr.

Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser An3zug der Klage bekannt gemacht.

Zhlenfeld, Gerichts\chreiber des Königlichen Amtegerichts.

9 e . [27768] Oeffentliche Zustellung.

Nr. 23582. Thomas Stlac(ter und Jakob Schmiedle von Roßingen klagen gegen den Johann Baumgartner von da, z. Z. an uabekannten Orten abwesend, aus Bürgschaft mit dem Antrage auf Verurtheilung des Beklagten zur Zahlung von 52 M und laden den Beklagten zur rzündliwen Verhand- lung des Rechtsstreits vor das Grof*herzogliche Amtsgericht zu Waldshut auf

Mittwoch, den 15, Dezember 1880, Bormittags 9 Uhr.

Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Waldshut, 21. Oktober 1820.

Der Gerichtsschreiber des Großherzogl. Amtsgerichts. Tröndle.

O Ocffeutliche Zustellung.

Nr. 23 657. Johann Michael Schmid von Hart- {wand klagt gegen den Johann Baumgartner von Roßtingen, z. Z. an untTannten Orten abwesend. aus Darlehen und Bürgschaft mit dem Antrage auf Verurtheilung des Beklagten zur Zahlung von 200 M. nebst 6% Zins vom 24. April 1880 und 98 #4, und ladet den Beklagten zur mündlichen Ver-

| handlung des Rechtsstreits vor das Großherzogliche

Amtsgericht zu Waldshut auf Mittwoch, den 15. Dezember 1880, Vormittags 9 Uhr Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Waldshut, 28. Oktober 1880. Der Gerichts\{reiber des Großherzcgl. Amtsgerichts,

Tröndle.

97 F [27186] Oeffentliche Zustellung.

Der Handarbeiter Friedrich Wilhelm Bucke zu Beiersdorf bei Wahrenbrück, vertreten dur den Rechtéanwalt Köppe in Liebenwerda, klagt gegen seine in unbekannter Abwesenheit lebende Ehefrau Johanne Christiane, geb. Ballin, wegen böslicher Verlassung auf Chescheidung mit dem Antrage, die zwischen den Parteien bestehende Che zu trennen und die Beklagte für den allein \{uldigen Theil zu erklären, und ladet die Be- klagte zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor die zweite Civilkammec des Königlichen Land- gerihts zu Torgau auf den 11, Februar 1881, Vormittags 11 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedadhten Ge- ridte zugelassenen Anwalt zu bestellen.

Zum Zwecke der Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemadt.

Torgau, den 1. November 1880.

Dralle, als Gerihtss{hreiber des Königlichen Landgerichts,

(7177) Oeffentliche Zustellung.

Der Gastwirth Paul Warzecha von hier klagt gegen den Volkéanwalt Carl Weber, zuleßt in Rosenberg O. S. wohnkbaft und dessen jeßiger Auf- enthaltsort unbekannt ift, wegen Zahlung von

a, 120 A Mietbszins aus dem Mietbsvertrage vom 2. Oktober 1879, b, 32,75 M für käufliß entnommene Speisen und Getränke, mit dem Antrage auf Verurtheilung des Beklagten zur Zahlung von zusammen 152,75 4, sowie das Urtheil für vorläufig vollstretbar zu erklären, und ladet den Beklagten zur mündlichen Ver- handlung des Rechtsstreites vor das Königliche Amtsgericht zu Rosenberg O. S. auf den

am 8, Januar 1881, Vormittags 11 Uhr, anstehenden Termin.

Zum Zwecke der öffentlicen Zustellung wird die- scr Auszug der Klage bekannt gemacht.

Rosenberg O, S, 26. Oktober 1880.

Wuttke, Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts.

c Q , (2719) Oeffentliche Zustellung.

Die wverchelihte Mühlknappe Walther, Anna Marie, geborene Hertel, aus Lonzig, jeßt zu Mark- ranstaedt, vertreten dur Herrn Justizrath Nete in Zeit, klagt gegen ihren Ehemann, den Mühlknappen Hermann Walther von Lonzig, jeßt in unbekannter Abwesenheit, wegen böswilliger Verlassung mit dem Antrage auf Scheidung der Ehe, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechts- streits vor die erste Civilkammer des Königlichen Landgerichts zu Navmburg a. S. anf den 17. Januar 1881, Vormittags 94 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedahten Ge- richte zugelassenen Anwalt zu bestellen. :

Zum Zwelke der öffentlich:n Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemadt.

Naumburg a. S,, den 22. Oktober 1880, Ratsch, Sekretär, Gerichtsschreiber des Königliczen Landgerichts,

[27188] Oeffentliche Zustellung.

Die Ebefrau des Tischlermeisters Johannes Fried- rich Adolf Grimme, Dorothea, geb. Beer, zu Lüneburg, vertreten durch den Rehtsanwalt Schmidt hierselbst, klagt gegen ihren vorgenannten Ehemann, dessen gegenwärtiger Aufenthalt unbekannt ist, wegen böslihen Verlassens mit dem Antrage die zwischen den Parteien bestehende Ehe dem Bande nah zu

Verurtheilung des Beklagten zur

[27149]

trennen und den Beklagten für den s{u!digen Theil zu erklären, und ladet den Beklagtex zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor die I. Civil- kammer des Königlichen Landgerichts zu Lüne- burg auf

Donnerstag, den 24. Februar 1881, Vormittags 10 Uhr,

mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge- richte zugelassenen Anwalt zu bestellen.

Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird

dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Lüneburg, den 27. Oktober 1880. Jordan, Sekretär, Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts.

[718] Oeffentliche Zustellung.

Der . Vorschuß-Verein zu Sch{opbach, Amts

Runkel, E. G., vertreten durch Rechtsanwalt Gail

zu Hadamar, flagt gegen den Maurer Johannes Schaefer von Lahr, Amts Hadamar, dermalen un- bekannt wo? wegen Forderung, herrührend aus einer Bürgschaft des Beklagten zu Gunsten des Josef Schaefer I, zu Lahr, nebst Zinsen, Provision und

der in dem Prozesse gegen den Josef Schaefer I.

entstandenen Koften, abzügli einer Abslagézablung von 9 # 99 S mit dem Antrage auf kostenfällige Zablung von 537 M 60 „S nebst 69% Zinsen von 393 6 59 S vom 20. Mai 1880, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor die zweite Civilkammer des Königlichen Landgerichts zu Limburg a./Lahn

auf den 21. Dezember 1880, Vormittags 9 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge- richte zugelassenen Anwalt zu bestellen.

Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Limburg a./Lahn, den 28. Oktober 1880.

Hiditer,

Gerichis\hreiber des Königlichen Landgerichts. Oeffentliche Zustellung.

Die Frau Auguste Wilhelmine Viehhäuser, geb. Langer, zur Zeit in Dippoldiswalde, vertreten durch den Rebtsanwali Dr. M. Crasemann, klagt gegen ihren Ehemann Gustav Friedri Viehhäuser, Aufe- enthalt unbekannt, wegen böslicher Verlassung mit dcm Antrage auf geritsseitige Festseßung einer Frist, binnen welcker Beklagter zu seiner Chefrau, der Klägerin, zurückzukehren habe, widrigenfalls der- selbe für einen böslihen Verlafsser erklärt und die Ehe der Parteien vom Bande getrennt werde und ladet Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechts- streits vor die dritte Civilkammer des Landgerichts

zu Hamburg auf den 28. Januar 1881, Vormittags 94 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Gerichte zugelassenen Anwalt zu bestellen. y Zum Zwecke der öffentlichen Zuftellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemat. Hamburg, den 2. November 1880, A. W. Wegener, Gerichtss{reiber des Landgeribts zu Hamburg, Civilkammer III.

[25751] Amtsgericht Lane, Auf Antrag von Dr. A. H. P. Mittelstraß, als Testamentsvollftrecker von Jobaun Theodor Heinrich Mittelstraß, wird ein Aufgebot dabin erlassen: daß Alle, welche den dem Antragsteller als Testamentsvollstreder von Johann Theodor Heivrih Miittelstraß, verstorben hieselbst am 9. Juni 1880, in dem von dem genannten Erblasser am 12. Mai 1875 errichteten, am 24, Juni 1880 hieselbsst publizirten Testaments ertheilten Befugnissen zur alleinigen Vertretung des Nachlasses, insbesondere zur Umschreibung, Verklausulirung und Tilgung von auf Namen des Erblassers geschriebenea Immobilien, Staatépapieren und Hypotheken widersprechben wollen, hiermit aufgefordert werden, solche Wider- sprücbe späteftens in dem auf Dienstag, den 21. Dezember 1880,

10 Uhr Vorznittags, i arberaumien Aufgebotstermin im unterzeich- neten Amtsgericht anzumelden bei Strafe des Aus\ch{lus}ses.

Hamburg, den 29. Oktober 1880. Das Amtsgericht Hamburg.

Civil-Abtheilung V.

Zur Beglaubigung : S für den Geriht8-Sekrctär, Ref. Dr. Lion.

enen] Aufgebot.

Nr. 28094, Hermann Weiß, Banquier in Basel, hat unter Glaubhaftmahung des Verlustes der badischen 35 Gulden-Loose Serie 6194 Nr. 309,689 und Serie 6727 Nr. 336,306 das Aufgebot dieser beiden Werthpapiere beantragt. i

Der Inhaber dieser Werthpapicre wird aufgefor- dert, spätestens in dem auf Freitag, den 1. Zuli 1881, Bormittags 11 Uhr, vor dem Großh. Amtsgerichte Karlsruhe angeord- neten Termin seine Rechte geltend zu machen und die Werthpapiere vorzulegen, widrigenfalls die Krafta lo8erflärung derselben erfolgen wird.

Karlsruhe, den 15, Oktober 1880. Großherzogliches Amtsgericht. Gerichtsschreiberei,

Frank,