1880 / 296 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

ein friedliher und ruhiger Zustand als Grundlage der poli- tishen Entwickelung in Preußen gewonnen sein, ehe nicht die Landgemeinde-Ordnung geschaffen sei.

Demnächst wurde der Titel genehmigt. Zu Tit. 28 (Er- rihtung neuer Shulstellen 131 362 4 50 H) beklagte si der Abg. Scholz über die bei Schulbauten auf Staat, Ge- meinde und Gutsherrschaft nicht gleihmäßig vertheilten Lasten. Bei Neuerri{tung von SQulen müsse besonders die Provinz Posen berücksichtigt werden.

Der Tit. 28 wurde hierauf genehmigt. Tit. 29 (Zuschüsse zu Ruhegehalts-Zuschüssen 631 000 4) wurde mit dem An- trag Nicert, dafür zu sorgen, daß das Emeritengehalt min- destens 600 4 betrage, auf den Antrag des Aba. Frhr. von Hammerstein an die Unterrichtskommision verwiesen.

ZU Titel 30 (Dispositions-Fonds für das Elementar- Unterrichtswesen 186 000 4) bracte der Abg. Uhlendorff einige lokale Mißstände in seinem heimathlihen Wahlkreis Hamm zur Sprache, durch welche die betreffende Schul- gemeinde sich beshwert fühle. Der Re ierungskommissar er- tTlärte, daß bei der eigenthümlichen S Ta der in Frage kommenden, aus zwei Bezirken gebildeten Schulgemeinde Abhülfe nur durch Trennung derselben geschaffen wer- den könne.

Tit. 31 (Taubstummen- und Blindenanstalten 59 310 A) Und Tit. 32 (Waisenhäuser und andere Wohlthätigkeitsan- stalten 94 201 4 W _Z) wurden ohne Debatte genehmigt ; zu Tit. 33 (Fortbildungsshulen 142 150 4 50 S) wies der Abg. Götting darauf hin, daß derartige Einrichtungen viel besser zur Hebung des Handwerks wirkten, als Zwangs- innungen cs könnten. Er bitte deshalb die Regierung, diese Art des Unterrichts, namentlih auc die weitere Ausdehnung des kunstgewerblichen Unterrichts stets im Auge zu behalten und speziell die Fortbildungs\hule seiner Vaterstadt Hildesheim aus Staatsmitteln zu unterstüßen.

Der Regierungskommissar Geheime Ober-Regierungs-Rath Dr. Wehrenpfennig entgegnete, die Fortbildungsschule in Hildes- heim sci in einem erfreulichen Aufshwung begriffen und finde in allen Zweigen des Handwerks mehr und mehr Theilnahme. Das fei um so angenehmer, als die Staatsregierung in diesem Frühjahr der Stadt Hildesheim den Nath habe geben müssen, die Gewerbeschule aufzulösen, da sie in den landwirthschaft- lichen Distrikten keinen Boden fände. Er bedaure aber beim besten Willen, einen Zushuß nit in Aussicht stellen zu können. Der Fonds sei seit 1874 unverändert geblieben. Der- selbe sei für damalige Verhältnisse ausreichend bemessen ge- wesen. Die inzwischen gewährten Zushüsse müßten natürli fortgezahlt werden und die Unterrichtsverwaltung sehe sich augenblicklih außer Stande, bei Errichtung neuer Anstalten zu helfen. Wenn es in diesem Jahre möglih gewesen sei,

für Hildesheim einen kleinen Zuschuß zu gewähren, so sei es lediglih geschehen, weil zufällig innerhalb der Landdrostei bei anderen Schulen einige Ersparnisse gemacht worden seien.

Der Abg. Dr. Reichensperger vertheidigte das Streben nah Zwangsinnungen und forderte einen mehr handwerks- mäßigen Unterricht in den Werkstätten statt des theoretischen Unterrichts an den Fortbildungsanstalten.

Der Abg. Lauenstein erklärte, er sei mit der Antwort des Negierungskommissars bezüglich Hildesheim unzufrieden und bedauere, daß in den preußischen Etat nicht einmal Mittel vorhanden seien, um in der Unterstüßung von Fort- bildungsschulen mit den Gemeinden gleihen Schritt halten zu köônnen. Der Minister möge für eine Verstärkung des Fonds im nächsten Etat sorgen, denn es mache einen sonderbaren Eindruck, daß nicht einmal ein Paar Tausend Mark für Fort- bildungsschulen disponibel seien, während man 14 Millionen Steuern erlassen wolle,

d Der Titel wurde bewilligt. Damit war das Kapitel er- edigt.

Es folgte Kap. 122 (Kunst und Wissenschaft 2 654 443 A). Bei Titel 1 (Kunstmuseum in Berlin, Be- soldungen 172805 6) befürwortete der Abg. Freiherr von Heereman eine Verbesserung der Gehaltsverhältnisse der Galeriediener in den Museen und beklagte es, daß mehrere derselben nur diätarish beschäftigt seien.

Der Abg. Nickert wünschte, daß die Regierung ihr Augen- merk auf eine dem Geiste und dem alten Plan des Bauwerks entsprehende Restauration der Marienburg richte und bat den Minister, in den nächsten Etat eine größere Summe dafür einzustellen. Nach der Vollendung des Cölner Doms müsse man dieser Zierde aller Profanbauten um so größere Auf- merksamkeit zuwenden. Der Minister habe früher dem Plane Geneigtheit entgegengebraht, es sei Auskunft erwünscht, ob die Vorarbeiten in beschleunigterem Tempo vorgenommen werden könnten.

Der Yegierungskommissar Geh. Ober-Regierungs-Rath von Wussow zählte die einzelnen bereits erledigten Vorarbeiten auf und stellte cine erhöhte finanzielle Berücksichtigung nah Beendi- gung der sämmtlichen Vorarbeiten in Aussicht.

Der Abg. Dr. Virchow {loß sih den Ausführungen des Abg. von Heereman an. Es gebe kaum eine ungünstiger situirte Kategorie unmittelbarer Staatsbeamten als die Galerie- diener. Jm Anschluß daran wünsche er die Erweiterung der öffentlihen Benußung durch Verlegung des Schlußtermins auf eine spätere Nachmittagsstunde, sowie die endliche Eröff- nung der noch immer verschlossenen Eingangsthür zwischen dem Alten und Neuen Museum.

Der Regierungskommissar Geh. Negierungs-NathDr, Jordan konstatirte, daß die Gchaltsverhältnisse der Galeriediener zweiter Klasse in der That nit so s{chlimm seien, da die betreffende Gehaltsquote nur für eine im Durchschnitt kurze Probezeit gezahlt werde. Es sei eine Einrichtung im Werke, welche die Oeffnung des Seitenportals des Museums ermöglihe, obwohl die dadur bewirkte Theilung der Beaufsichtigung Schwierig- keiten biete.

Der Abg. Dr. Neichensperger (Cöln) wünschte, daß bei der Restauration der Marienburg in Bezug auf die Stilistik mit größter Sorgfalt verfahren und die Arbeit einem kundigen

Unterrichts- und Medizinal - Angelegenheiten (dauernde Aus- gaben Kap. 122) fort. Zu Titel 7 (Kunst- und Wissenschast, Nationalgalerie zu Berlin 81 840 ÁÆ) wies der Abg. Gärtner auf das Bedenkliche der Heizungsanstalt für das Zeughaus hin ; diese Einrichtung sei an ih zu kostspielig und liefere sehr unbedeutende Resultate; dieselbe drohe dur ihren großen Rauch die Sammlungen der Museen zu schädigen. Der Regierungskommissar Geh. Reg.-Rath Dr. Jordan erklärte, die Bauverwaltung sei sich der vom Vorredner gerügten Uebelstände sehr wohl bewußt und nehme möglichst ' darauf Bedacht, diese Uebelstände baldigst zu beseitigen.

Der Abg. Bödiker bedauerte, daß die Preise für Kopien der Kunstwerke, welche die Photographische Gesellschaft her- stelle, zu hoch seien; sie müßten billiger werden, wenn die Kopien Gemeingut der Nation werden sollten.

Der Negierungsko» missar erwiderte, die Photographische Gesellschaft habe ein Entgelt für die Erlaubniß zur Verviel- fältigung der Kunstwerke nicht zu leisten ; die Preise für diese Werke seien aber auch nit zu hoch, wenn man die Mühe- waltungen der Gesellschaft richtig würdige.

b e Debatte wurde geschlossen und die Tit. 7 bis 11 ge- nehmigt.

Bei Titel 12—16 (Königliche Bibliothek zu Berlin 245 399 6) bemerkte der Abg. Dr. Kropatscheck, die Verwaltung der Bibliothek verdiene zwar das vollsie Lob, auch die Ver- mehrung der Bücherschäße sei anzuerkennen, er glaube aber, daß gerade die Berliner Bibliothek es sih zur Aufgabe schen müsse, alle Bücher deutschen Ursprunges aus allen Zweigen der Literatur zu sammeln und so die mangelnde deutsche Nationalbibliothek zu ersezen. Das Haus werde gewiß damit einverstanden sein, wenn im nächsten Etat die Mittel zu diesem Zweck eingestellt würden. Ex bitte die Staatsregierung, seinen Vorschlag wohlwollend in Erwägung zu ziehen.

Der Abg. Dr. Virchow fragte an, wann die Negierung den Neubau eines Bibliothekgebäudes zu beginnen gedenke, da die jeßzigen Näume lange nicht ausreichend seien.

Der Staats-Minister von Puttkamer erklärte, daß er sich nah wie vor bemühe, die bekannten Schwierigkeiten, die dem Neubau entgegenständen, zu beseitigen. Er hoffe, daß die T TRMEgenYeN in nit zu ferner Zeit zum Abshluß gelangen werde.

Der Titel wurde bewilligt, ebenso das geodätische Jnstitut 107820 M und das oastrophysikalisc;e Observatorium bei Potsdam 68 350 M,

Bei Titel 24 (Sonstige Kunst- und wissenscha\ftlihe An- stalten und Zwede, 598 951 H) regte der Abg. von Quast die bereits im vorigen Zahre zur Erörterun gekommene ¿Frage wegen Beseßung der Stelle eines Konservators der Kunstdenkmäler wieder an; und wies auf die Nothwendigkeit eines solhen Beamten hin; die gegenwärtigen Verhältnisse seien derart, daß die historishen Bauwerke des preußischen Vaterlandes niht vor einem plöglichen Untergange ge- {ügt seien.

Der Abg. Frhr. von Heereman konnte sih mit dem vom Vorredner im vorigen ahre gestellten Antrage nicht ganz einverstanden erklären. Der Vorredner wolle den Konservator mit einem Kollegium umgeben, das halte er (Redner) für verfehlt. Der Konservator werde ganz natürlich von den Provinzen aus unterstüßt werden, ohne daß es der Einseßung von Provinzial-Konservatoren bedürse, die der Vorredner wünsche. Entshieden warnen möchte er vor der Centrxal- station einer solchen Behörde in Berlin; eine solche Central- station würde den Zweck des ganzen Unternehmens vereiteln.

_Der Abg. Dr. Reichensperger (Cöln) bat den Kultus-

Minister, einen seiner Räthe zu beauftragen, die Bacchantin aus der Nationalgalerie zu beseitigen. Das Werk möge ja, vom tehnishen Standpunkt betrachtet, seine Vorzüge haben, doch passe es niht für ein Museum; ein folhes Werk würde gewiß Liebhaber im Privatpublikum finden, und wäre daher leiht zu verkaufen.

Der Regierungskommissar erwiderte, die Ankäufe der Nationalgalerie erfolgten auf Vorschlag einer Kommission, in der die hervorragendsten Künstler der Monarchie säßen. Diese Kommission habe den Ankauf der Bacchantin von Kallide ein- stimmig empfohlen und das Kunstwerk errege die aufrichtigste Bewunderung aller Kunstverständigen. Die Gothik in den Kathedralen weise in ihren bildlichen Darstellungen die ärgsten Obscönitäten auf, während ein Kunstwerk wie die Bacchantin durch die Keuschheit der Kunst geadelt werde. Vor derartigen Darstellungen des Nackten zurückzuschrecken würde einen Nück- fall in die Brutalität des Mittelalters bedeuten.

Der Abg. Dr. Reichenspcrger (Cöln) bedauerte die leßte Aeußerung des Negierungskommissars. Jn den Kathedralen habe er nie dergleichen Darstellungen gefunden. Das in Rede stehende Kunstwerk sei nur darauf berechnet, auf die Sinn- lichkeit zu wirken, und das sei bei den Kunstwerken in den Kirchen des Mittelalters nirgends der Fall.

Der Abg. Dr. Virchow brachte den Ankauf des Arcae-

opteryx zur Sprache, der Deutschland nur dadurch erhalten

sei, daß ein Mitglied der Akademie denselben aus seinen

Privatmitteln angekauft habe; Redner spra die Hoffnung

Me daß die Staatsregierung den Ankauf doch noch vollziehen

werde.

Der Regierungskommissar Geheime Ober-Reg.-Rath Dr.

Göppert erklärte, daß die Erwägungen über diese Frage noch

nicht abgeschlossen seien.

Der Abg. Frhr. von Minnigerode bemerkte, der Negie-

rungskfommissar habe vorhin von der Brutalität des Mittel-

alters gesprochen; er müsse dagegen protestiren, daß solche

Ausdrücke vom Negierungstishe aus gebraucht würden.

Der Regierungskommissar Geheime Reg.-Nath Dr. Jordan

entgegnete, er sei zu dem angefohtenen Ausspruche durch die

heftigen Angriffe des Abg. Reichensperger auf die moderne

Kunst veranlaßt worden. Er könne davon nicht zurücktreten.

Es zeuge von einer gewissen Brutalität, wenn man die von

ihm kurz bezeihneten Dinge geduldet habe; die Jeßtzeit habe

darin etwas feinere Em findungen. Solche Darstellungen

Meister übertragen werde.

Titel 1 wurde bewilligt, desgleihen ohne Debatte Titel 2—4,

Hierauf vertagte um 4 Uhr das Haus die weitere Bera- thung troß des Widerspruchs des Abg. Freiherrn von Heere- man bis Abends 8 Uhr.

=— Die gestrige Abendsißung des ordneten, welcher der Minister der geistlichen 2c. Angelegen- heiten von Puttkamer mit mehreren Kommissarien beiwohnte, wurde vom Präsidenten von Köller um 81/, Uhr eröffnet.

auses der Abge-

Das Haus seßte die zweite Berathung des Staatshaus- halts-Etats pro 1881/82 mit dem Etat der geistlichen,

fänden sich im Dom zu 9 gensburg, zu Xanten u. \. w. Er wolle die Brutalität der Darstellung nicht auf die Gesinnung der Künstler zurückführen, sondern damit nur den Eindruck kennzeihnen, den diese Werke jeßt machen müßten.

Der Abg. Dr. Petri hielt den vom Regierungskommissar gebrauchten Ausdruck für vollkommen berehtigt. Derselbe hätte gar niht nöthig gehabt, auf Bildwerke zurückzugreifen, und hätte nur an die Eselsfeste erinnern sollen, wo die heiligsten Mysterien der Kirche in der obscönsten Weise der Masse preisgegeben worden \ein.

Der Abg. Frhr. von Minnigerode erklärte, der RNegie- rungskommissar sei direkt zur Glorifizirung der modernen Kunst übergegangen; die Position desselben sei dur die

Hülfe des Abg. Petri nicht verbessert. Wenn auch einzelne Ausschreitungen nachgewiesen seien, so fämen diese in jeder Zeit vor und berechtigten nicht zu dem generellen Ausdruck, den er nochmals auf das Energischste zurüdckweisen müsse.

Der Titel wurde bewilligt.

Vei Kapitel 123 Tit. 1 (Technische HochsQule in Berlin) rehtfertigte der Regierungskommifsar Geh. Ober-Reg.-Rath Dr. Wehrenpfennig, auf eine Anregung des Abg. Berger den Rückgang in der Frequenz der tehnischen Hochschule als einen natürlichen, der im Interesse der Gesammtheit nit zu bedauern sei.

Der Abg. Rickert fragte an, ob es in der Absicht der Staatsregierung liege, mehreren Bau ewerkeschulen die staat- lie Subvention zu entziehen. Er hoffe, daß die Antwort der Regierung eine verneinende sein werde.

Der RNegierungskommissar Geh. Ober-Reg.-Rath Lüders erklärte, daß eine Absicht der Regierung, die Subvention zu entziehen, zwar nicht bestehe, daß aber die Regierung die Ab- siht habe, diese Anstalten nicht weiter auszudehnen.

Kapitel 123 und 124 wurden genehmigt.

Zu Kap. 125 (Medizinalwesen) wies der Abg. Freiherr von Heereman auf die traurigen ¿Folgen des Kulturkampfs für die Krankenpfleger-Genossensczasten der katholishen Kirche hin. Nichts erbittere die katholische Bevölkerung s\o sehr wie das Vorgehen der Regierung gegen diese Personen, die mit

rößter Selöstaufopferung, ohne jeden Lohn ihr ganzes Leben dem chweren Berufe gewidmet hätten, die Leiden Anderer zu lindern. Durch eine rigorose Auslegung des Ordensgeseßes werde die eFreiheit und Freizügigkeit dieser Pflegerinnen in der drüdend- sten Weise beschränkt. Wenn man das Geseg nicht gänzli aufheben wolle, möge man wenigstens durch eine mildere Auslegung im öffentlichen Jnteresse dafür sorgen, daß die Ordensschwestern nicht gänzlih aus dem Lande getrieben würden.

Der Abg. Frhr. von Hammerstein einer der Punkte der Maigeseßze in Frage stehe, die am dringendsten der Abänderung bedürften. Niemand werde den Grad der Selbstaufopferung und der Uneigennüßigkeit ver- kennen, der bei diesen Schwestern herrsche, er bitte den Mi- N hier bis an die äußerste Grenze des Zulässigen zu gehen.

Der Abg. Dr. Thilenius \ch{loß der beiden Vorredner durchaus an; au er unterstüße die Bilte des Abg. von Hammerstein. Aus seiner langjährigen Erfahrung müs}se er alle die lobenden Anerkennungen über das Wirken der barmherzigen Schwestern bestätigen.

Der Abg. Dr. Reichensperger (Cöln) wünschte, daß die Negie- rung ihr Augenmerk darauf rihte, daß Alles das konstatirt werde, was über die Wirkung der Impfung von Wichtigkeit sei. Er (Nedner) sei ein Gegner der Zwangsimpfung und wünsche deshalb dringend diese exeststellung.

Der Abg. Dr. Thilenius erklärte, daß gerade die Zwangs- impfung ganz außerordentlich gute Wirkung gehabt habe. Es werde jeßt bei den Jmpfungen mit äußerster Vorsicht vorge- gangen. Das Kapitel wurde bewilligt, ebenso Kap. 126, womit das Ordinarium erledigt war.

Es folate die Berathung des Extraordinarii, wesentliche Debatte genehmigt wurde, womit zugleich die zweite Berathung des Etats des Ministeriums derx geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten be- endigt war.

Hierauf vertagte sich das Haus um 11 Uhr auf Donnerstag Vormittag 11 Uhr.

glaubte, daß hier

ih den Ausführungen

das ohne

Nr. 24 des Armee-Verordnungs8-Blatts hat folgenden Inhalt : Uebungen der Ersaßreservisten für das Etatsjahr 1881/82, Tragen von zwet Patronentaschen bei gepackttem Tornister. Aenderung der Vorschrift über den Geschäftszang bei Ueberweisung der Bedürfnisse zu den Armirungsübungen der Fuß-Artillerie 2c. Abänderung der Vorschrift für die Verwaltung der Artiflerie- Depots. Zusammerstellung der Bestimmungen über den Wohnungsgeld- Zuschuß. Militär-Wittwenkassen-Angelegenheit, Vervollständi- gung des Verzeichnisses der höheren Lehr-Anstalten, welche zur Aus- stellung der im §, 3 der Verordnung über die Ergänzung der Offis ziere des Friedenöftandes vom 11. Mäárz 1880 bezeichneten Abiturienten- bezw. Primanerzeugnisse berechtigt sind, sowie des Verzeichnisses der Lehr-Anstalten, deren einjähriger B:suh von dem obligatorischen Besuch einer Kriegs\chule entdindet. Jahresnahweisungen der Zahlmeister und Zahlmeister-Aspiranten. Vertheilung einer An- zahl von Exemplaren der Militär-Literaturzeitung für 1881. Er- öffnung neuer Eisenbahn.

—- Archiv für Post und Telegraphie. Beiheft zum Amtsblatt des Reichs-Postamts. Herausgegeben im Auftrage des Reichs-Postamts. Nr. 22, November 1880. Inhalt: I. Altenstücke und Aufsäße: Die EntwicLelung des Post- und Telegraphenwesens in Elsaß-Lothringen seit 1870, Außergewöhnliche Leistungen im Post- und Telegraphenbetrieb. Die Telegraphenanlage na der Schneekoppe. Das \ch{wedi\che Telegraphenwesen im Jahre 1879. Ist das Zeitballwesen eine engliswe Erfindung? 11, Kleine Mittheilungen : Der Postverkehr des dünn bevölkerten, fernen ameri kanischen Westens. Neue Funde von klassischen Alterthümèrn. Sienna-Erde zum Versandt dur die Poft nicht geeianet. Wa(bs- thum griehischer Städte. Die Postazrstalten in Westerland auf Sylt und in Borkum. Errichtung eines Denkmals für Rowland Hill. Das Projekt einer Eisenbahn von Guaymas na Arizona. Die direkte Eisenbahnverbindung zwiscben Christiania und Trondbjem. 1II. Zeitschriftenüberschau.

—- Nr. 30 des Eifenbahn- Verordnungs-Blattes, beraus- gegeben im Königlichen Miristerium der öffentlihen Arbeiten, hat folgenden Inhalt : Allerhöchste Konzessionsurkunde, betreffend die Vollendang des Baues und den Betrieb der Eisenbahnen a. von Süchteln über Oedt nah Kempen und von da freisförmig über Hüls, Crefeld, St. Töônies und Vorft zurüc nah Slichteln mit Abzwei- gungen nach Viersen und Grefrath, b. von Grefrath nach Straelen und e. von Hüls nach Moers dur die Crefelder Eisenbahngesell« baft. Vom 23, Juli 1880. Erlasse des Ministers der öffent- lihen Arbeiten: Vom 5. November 1880, betreffend Regelung der Verpflichtung zur Unterhaltung der in Folge eirer Eisenbahnanlage neu hergestellten oder veränderten Wege. Vom 17. November 1880, betreffend Vollständigkeit der Tarife. Vou 1880, betreffend die Zulassung nacrichtlicher Vermerke in den Fratbriefen. Von 5. Dezember 1880, betreffend di: Inreststellung von Ausgabebeträgen beim Jahrets\ch{chlusse. Nachuichten.

Nr. 26 des Central - Biatts der Ubgaben-, Ges werbe- und Handelsgeseßgebung und Berwaltung in den Königlih Preußishen Staaten hat folgenden Jnhalt: Allgemeine Verwaltungsgegenstände : Entschädigung der Gerichtsvollzieher für Amtshandlungen zur Leistung des Offenbarungseides. Indirekte Steuern : Larifirung von \. a. Noßschildern. Privattransitläger von Bau- und Nutholz in Tilsit. Zollabfertigungsftellen von Baumwollengarn, Leinengarn und Leinenwaaren. Tarifirung ge- firnißter Blehdosen in Verbindung mit Papier. Grfkentnisse, a. Kontrebande. Einfuhrverbot zur Abwebr einer Viehseuche. Subsidiarische Haftharkeit, b. Temporäre Einfuhrver bote. Pers

3, Dezember

onalnachrichten.

2 296.

ieren

Zweite Beilage : zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Donnerstag,

L Sa Pt En des

Faris für den Deutschen Reichs- und Königl. Preuß. Staats - Anzeiger und das Central-Handbels3- register nimmt an: die Königliche Expedition

des Deutschen Reichs-Anzeigers und Königlich Prenßischeu Staats-Anzeigers; * Berlin S8., Wilhelm-Sraße Ne. 32, M

1. Steckbriefe und Untersuchungs-Sachen.

2. Subkhastationen, Aufgebote, Vorladungen u. dergl.

3. Verküufe, Verpachtungen, Submissionen etc.

4. Verloosnung, Amortisation, Zinszahlung u. 8. w. von öfentlichen Papieren.

Steckbriefe und Untersuchungs - Sachen.

tecbriefs-Erledignng. Der hinter den Ar- beifer und Handelsmann Gustav Adolf Würst wegen Diebstahls in den Akten V. R. I. Nr. 898 de 1880 unter dem 29, Oktoker d. J. erlassene Steck- brief wird Hierdurch zurückgenommen. Berlin, den 11. Dezember 1880. Königliches Landgericht T, Der Untersuchungsrichter. Pochhammer.

1129 3 aftbefchl. Der S getan Wilhelm Nabe, bisher zu Dedingen wohn aft, welcher ver- dâcthtig ist, am 27. Juni 1880 unweit Oedingen ge- meinschaftlich mit dem Schloffer Joseph Vielbaber und dem Swlossergesellen Joseph Müller, Beide von Oedingen, den Bergmann Jacob Diedermann von Haus Volbert körperlih mißhandelt und ver- [eßt zu haben, ist zur Untersubungshaft zu bringen. Die Untersucbung8haft wird auf Grund der §8. 229 und 235 der Strafprozeßordnung verhängt, weil der Angeschuldigte gehöriger Vorladung ungeachtet in dem zur Hauptverhandlung vor dem Scböffengerichte auf den 9, November 1. J. bestimmten Termine nicht erschienen und sich bei Ausführung des in diesem Termine angeordneten Vorführungkbefehls her- ausgestellt hat, daß dec Angeklagte gegenwärtig nicht mehr in Dedingen wohnt, und wie verlautet, sich behufs Auswanderung nah Amerika von seinem bis- herigen Wohnorte entfernt hat. Gegen diesen Hasft- befehl ist das Recbtsmittel der Beschwerde zulässig. Foerde, den 11. Dezember 1880. Köntgliches Amts- geribt. Wißmann. Steckbrief. Gegen den Schlossergesellen Wilhelm Nabe, bisher zu Oedingen wohnhaft, welcher flüchtig ift, ist die Ünter- suchungshaft wegen Körperverleßung verhängt. Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das Amts- gericht8gefängniß zu Foerde abzuliefern. Foerde, den 11, Dezember 1880. Königliches Amtsgericht. Wißmann,

31128

l Hastbefehl. Der Tagelöhner Johaun Sippel von Lenhausen, welcher verdächtig ift, gemeinschaft- lid mit seiner Chefrau im Juni l. J. zu Len- hausen ein Pferd, welches durch den zuständigen Beamten gepfändet worden war, vorsäßlich bei Seite geschafft resp. dur Veräußerung der Verstrickung ganz oder theilweise entzogen zu baben, ift zur Un- tersuhungs8haft zu bringen. Die UntersuGunashaft wird auf Grund der §§. 229 und 23d der Straf- prozeßordnung verhängt, weil der Zngeschuldigte ge- hôriger Vorladung ungeachtet in dem zur Hauptver- handlung vor dem Schöffengerichte auf den 9. No- vember 1. J. bestimmten Termine nicht ershienen ist und sich bei Ausführung des in diesem Termine angeordneten Vorführungsbefehls berausgestellt hat, daß; der Angeklagte niht mehr in Lenhausen wohnt, und, wie verlautet, sih behufs Auëwanderung nah Amerika von feinem bisherigen Wohnorte entfernt hat. Gegen diesen Haftbefehl ist das Rechtsmittel der Beschwerde zulässig. Foerde, den 11. Dezember 1880. Königlihes Amtsgericht. _Nißmann. Steckbrief. Gegen den Tagelöhner Johaun Sippel von Lenhausen, welcer flüchtig ift, ist die Untersuchungashaft wegen Pfandverbringung verhängt. Es wird ersucht, denselben zu verhaften uad in das Amtsgerichtsgefängniß zu FFoerde : abzuliefern. Foerde, den 11. Dezember 1880, Königliches Amts- gericht. Rifßmannu.

31135 | As Albert, vormals Bahnhofs-Jnspektor zu Friedrihroda, welcer flüchtig ift, ift wegen ver- botenen Lotteriespieles strafrectlich zu verfolgen.

Es wird um Bekanntgabe seines dermaligen Aufenthalt8ortes gebeten. 4

Tenucberg, den 7. Dezember 1880.

Herzogl. S. Amtsgericht. 11.

Vek,

27142 l Gnu Nachbenannte Personen: 1) Nadel, Gabriel, geboren am 27. November 1856 in Kostrzyn, jüdischer Religion, zuleßt in Kostrzyn aufhaltfam, 2) Hoedt, Carl Eduard, Knecht, geb. am 25. Ja- nuar 1856 in Briesen, evangelisch, zuleßt in Briesen aufhaltsam, 3) Waligorski, Martin, geb. am 13. Oktober 1856 îin Markowice, katholisch, leßter Auf- enthalt unbekannt, 4) _Jmielinskt, Adalbert, geb. am 24, März 1856 in Sarbinowo, katholisch, letzter Aufenthalt unbekannt, 5) Dietrich, Heinri Otto, geb. am 28. März 1856 in Siedlec Dorf, evange- lis, leßter Aufenthalt unbekannt, 6) Sokolowski, Micael, geb. am 30. August 1856 in Strumiany, katholisch, leßter Aufenthalt unbekannt, 7) Basinski, Ludwig, geb, am 8. April 1856 zu Wenaierskie, katholis, leßter Aufenthalt unbekannt, 8) Swier- czewskt, Joseph, geb. am 24. Februar 1856 zu ydzierzewice, katholis, leßter Aufenthalt unbe- kannt, 9) Rohde, Eduard Ferdinand, geb. am 8. Juli 1856 zu Kaczyna, evangelish, lebter Aufent- halt unbekannt, 10) Klawiter, Augustin, geb. am 24. März 1856 zu Polska Wies, letzter Aufenthalt unbekannt, 11) Klinger, Otto Wilhelm Herrmann, Knecht, geb. am 8, November 1856 zu Glowno, evangelisch, leßter Aufenthalt unbekannt, 12) Adam- czewsfi, Vincent, geb. am 27. Mai 1856 zu Koe Gorka, fkatholish, leßter Aufenthalt unbekannt, ) Schroeder, Emil Gustav, geb. am 19, Mai 96 zu Wronczyn Hauland, evangelis{h, leßter Aufenthalt unbekannt, 14) Walczak, Lucas, geb, am 19, Oktober 1856 zu Borze-

? unbekannt, 16)

15) Matscchke, Carl Emil, geb. am 2. September 1856 zu Bucwald, evangelisch, leßter Aufenthalt enuer, Gustav, geb. am 3. Sep- tember 1856 zu Chlapowo, evangeli, leßter Auf- entbalt unbekannt, 17) Jozwiak, Carl, geb. am | h 3, Oktober 1856 zu Drzazgowo, katholisch, leßter Aufenthalt unbekannt, 18) Wierzejskli, Casimic, Tagelöhner, geb, am 28. Februar 1856 zu Gutowy, katholis, leßter Aufenthalt unbekannt, 19) Pie- | d chocfi, Peter, geb. am 22. Iuni 1856 zu Nekla, katholis, leßter Aufenthalt unbekannt, 20) Sobczak, | l Johann, geb. am 16. Dezember 1856 zu Nekla, katho- lis, leßter Aufenthalt unbekannt, 21) Grzeéfkowiak, Ignatz, geb. am 11, Januar 1856 zu Orzeszkowo, | r katholis, leßter Aufenthalt unbekannt, 22) Ka- minsfi, Joseph, geb. am 7, März 1856 ¿zu Santo- | d miscbel, fatholis%, leßter Kufenthalt unbekannt, 23) Striemer, Philivp, geb. am 22. April 1856 zu Santomischel, mosaisch, letzter Aufenthalt un- bekannt, 24) Wandel, Joseph, geb. am 16. Februar 1856 zu Gr. Jeziory, katholis, letzter Aufenthalt unbekannt, 25) FJwul3ki, Joseph, geb. am 27. De- [ zember 1856 zu Krzykosy, katbolisc, leßter Auf- enthalt unbekannt, 26) Król, Stanislaus, geb. am 17, April 1856 zu Piglowice, katholisch, leßter Aufenthalt unbekannt, 27) Mieczkowski, Peter, geb. am 14, Oktober 1856 zu Schroda, ktatholis, leßter Aufenthalt unbekannt, 28) Stefaúski, Mi- ael, geb. am 2ò. September 1856 zu Brzezie, leßter Aufenthalt unbekannt, 29) Antkowiak, An- dreas, katholis, leßter Wohnsiß im B-zirk des Ober-Landesgerichts Posen, 30) Siemiatkow3ki, Stanislaus, geb. am 16, Oktober 1856 zu Dem- bicz, zuleßt in Nozagora aufbaltsam, 31) Bo- rowsfi, Casimir, geb. am 1, März 1856 zu Grujec, fkatholisch, leßter Aufenthalt unbekannt, 32) Buczkowéki, Bartholomacus, geb. am 13. August 1856 zu Koszuty, katholis, leßter Aufent- halt unbekannt, 33) Lagodzki, Stanislaus, geb. am 21. April 1856 zu Koszuty, katholisch, letzter Aufent- halt unbekannt, 34) Garszczynsfki, Joseph, geh. am 2. März 1856 zu Krerowo, katholis, leßter Aufenthalt unbekannt, 35) Trojanowicz, Nicolaus, geb. am 22. November 1856 zu Ols¡ewo, katholis, leßter Aufenthalt unbekannt, 36) Orlif, Stanis- laus, geb, am 29, Juli 1856 zu Potkows, katholis, lezter Aufenthalt unbekannt, 371) Walkotwviak, Anton, geb. am 25. Februar 1856 zu Strzeszki, katholis, leßter Aufenthalt unbekanut, 38) Bylski, Michael, geb. am 16. August 1856 zu Winna-Göra, katholis, leßter Aufenthalt unbekannt, 39) Majch- rzycki, Ioseph, Wirthssohn, geb. am 23. Februar 1856 zu Zimino, katholis, letzter Aufenthalt un- bekannt, 40) Sypniews?i, Martin, Diener, geb. am 11. November 1854 zu Drzazgowo, tatholisch, zuleßt in Zabikowo aufbaltsam, 41) Szczepansfki, Franz, Schuhmacher, geb. am 4 September 1853 zu Karmin, katholis, zuleßt in Santomischel auf- haltsam, werden beschuldigt, als Wehrpflichtige in der Absicht, sich dem Eintritte in den Dienst des stehenden Heeres oder der Flotte zu entziehen, ohne Erlaubniß das Bundes3geb?et ver- lassen oder nah erreichtem militärpflihtigen Alter sico außerhalb des Bundesgebiets aufgehalten zu haben, Vergehen gegen 8. 140 Abs. 1 Nr. 1 Str.- G.-B. Dieselben werden auf ven 1. Februar 1881, Vormittags 97 Uhr, vor die Strafkammer des Königlichen Landgerichts zu Posen zur Haupt- verhandlung geladen, Bei unents{huldigtem Ans- bleiben werden dieselben auf Grund der nah 8. 472 der Strafprozeßordnung von dem Königlichen Land- rathsamte zu Schroda vom 14, September 1880 und dem Königlichen Landrathsamte zu Kosten vom 23, September 1880 über die der Anklage zu Grunde liegenden Thatsachen ausgestellten Erklärungen ver- urtheilt werden, Posen, den 26. Oktober 1880, Königliche Staat3auwaltschaft. Mueller.

28547]

[ Nachstehend bezeichnete Personen: 1) Kne(t Peter Froú, 39 Jahre alt, zuleßt zu Dammratsbhammer- Kolonie, jeßt unbekannten Aufenthaltsorts, 2) Tischler Joseph Stodolka, 41 Jahre alt, zuleßt zu Damm- rats{hammer, jeßt unbekannten Aufenthalts8orts, 3) Diener Wilhelm Norbert, 39 Jahre alt, zuletzt zu Dammratsch, jeßt unbekannten Aufenthaltsorts, 4) Oekonom Louis Carl Adolph Gasda, 39 Jahre alt, zuleßt zu Carlsruhe O./S., jeßt unbekannten Aufenthaltsorts, 5) Schuhmacher Nicolaus Palluch, 38 Jabre alt, zuleßt zu Fulkowiß, jeßt unbekannten Aufenthaltsorts, 6) Dekonom Herrmann Echmidt, 41 Jahre alt, zuleßt zu Carlêrube O,/S., zur Zeit in Amerika, 7) Haushälter Martin Polloczek, 40 Jahre alt, zuleßt in Carlsruhe O./S,, jeßt unbe- Tannten Aufenthaltsorts, werden beschuldigt, als Wehrmänner der Landwehr ohne Erlaubniß ausge- wandert zu sein. Uebertretung gegen 8. 360 Nr. 3 des Strafzeseßbuhs. Dieselben werden auf den 9. Februar 1881, Vormittags 9 Uhr, vor das Königliche Scböffengeriht zu Carlsrukbe O./S. zur Hauptverhandlung geladen. Bei un- ents{uldigtem Ausbleiben werden dieselben auf Grund der nach §8. 472 der Strafprozeßordnung von der Königlichen Regierung zu Oppeln ausgestellten Erklärung verurtheilt werden. Carlsruhe O./S,, den 10, November 1880, Kubkiúski, für deu Ge- richts\scchreiber des Königlichen Amtsgerichts.

Subhastationen, Aufgebote, Vor- ladungen u. dergl.

Deffentlicher Anzeiger. 7

Meyer und Reinboth hier, klagt gegen ihren dem | Aufenthalte na unbekannten Chemann, den Kauf- mann Daviò Markiewicz, früher glei{falls hier, wegen böslicher Verlassung, Versagung des Unter-

scheidung: das zwishen den Parteien bestehende Band der Ebe zu trennen, den Beklagten auch für den allein s{uldigen Theil zu erklären, und ladet

Rechtsstreits vor die 13. Civilkammer des König-

mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge-

vertreten durch den bier, agt gegen ihren, dem Aufenthalte nach un- befannten Ehemann, den Schlächter Theodor Wies land, früher gleichfalls hier, wegen unordentlichen Lebenêwandels, Mangels an Unterhalt mit dem Antrage auf Ehescheidung:

und ladet den Beklagten zur mündliten Verhand- lung des. Nechtsstreits vor die ( des Königlichen Landgerichts I. zu Berlin auf

mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge- ricbte zugelassenen Anwalt zu bestellen.

Auszug der Klage bekannt gemacht.

den 16, Dezember

1880.

9, Industrielle Etablissoments, Fabriken und Grosshandel,

6, Verschiedene Bekanntmachungen.

7. Literariscke Anzeigen.

8. Theater-Anzeigen. |Tn der Börsen-

Inserate nehmen an: die Annoncen-Expeditionen des „Iuvalidendauk“, Rudolf Messe, Haasenstein & Bogler, G, L, Dauve & Cso., E. Shlotte, Büttner & Winter, sowie alle übrigen größeren

Annoneen-Bureaus.

9, Familien-Nachrichten, | beilage.

a

altes, Mißhandlung mit dem Antrage anf Ehe-

en Beklagten zur mündlichen Verhandluna des ichen Landgerichts I, zu Berlin auf den 39, April 1881, Vormittags 11 Uhr,

ichte zugelassenen Anwalt zu kestellen. | Zum Zwelkke der öffentlihen Zustellung wird ieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Berlin, den 11. Dezember 1880.

Buchwald, : Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts I., Civilkammer 13.

31125) Oeffentliche Zustellung.

Die Frau Olinda Wieland, geb. Arnold, hter, Rechtéanwalt Dr. Salomon

die Che zu trennen, den Beklagten für allein \{uldiagen Theil zu erklären und zu verurtheilen, der Klägerin nach ihrer Wabl den 4. Theil seines Vermögens oder auf Lebenszeit standes- gemäßen Unterhalt zu gewähren,

13. Civilklammer

30, April 1881, Vormittags 1021 Uhr,

Zum ZweZe der dentlichen Zustellung wird dieser

Berlin, den 11, Dezember 18%0. Buchwald, | Gerichtsschreiber des Königlichen Laudzerichts I. Civil?ammer 13.

[81133] Oeffentliche Zustellung.

Die Firma L. Regenberg & C. Droyse zu Berlin flagt gegen den Kaufmanu Max Hirschfeldt, dessen Aufenthaltsort und Wohnung unbekannt sind (Akten- zeiwen C. 1276 80 Abth. 14), wegen einer Rest- forderung von 119 Æ für am 29. April und 17. Mai 1876 auf Bestellung empfangene Kleidungs\tücke, mit dem Antrage auf Verurtheilung des Beklagten zur Zahlung von 119 # nebst 69/0 Zinsen seit dem 1. Januar 1877 und Tragung der Kosten des Nechts- streits und ladet den Beklagten zur mündlichen Berhandlung des Rechtsstreits vor das Königliche Amtsgericht T. zu Berlin, Abtheilung 14, auf den 26. Februar 1881, Vormitiags 10 Uhr, Jüdenstraße Nr. 58. I. Treppe, Zimmer Nr, 8B. Zum Zwette der dentlichen Zustellung wird dieser Au3zug der Klage bekannt gemacht. VWVerlin, den 12. Dezember 1880, Koerner, E

Serichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts 1, Abtheilung 14.

(3181) Oeffeutlihe Zustellung.

Nr. 8259. Die Weinhandlung von Eduard Thommen zu Müllheim klagt gegen den Robert Räuber, Gypsec von Schopfheim, z- Zt. in Ame- rika, aus Weinkauf vom Jahre 1880 mit dem An- trage auf Verurtheilung des Beklagten zur Zahlung von 104 Æ 50 „Z und 5% Zins vom 18, Sep- tember d. J. und ladet den Beklagten zur münd- lichen Verhandlung des Rewtsstreits vor das Grofß- herzoglicbe Amtsgericht zu Schopfheim auf

Freitag, den 28, Jauuar 1881, Vormittags 9 Uhr. / :

Zum Zwede der öffentlicen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Schopfheiur, 9. “E 1880,

auser, Gerichtéschreiber des Großherzoglihen Amtsgerichts.

(3112 Oeffentliche Zustellung.

(83116] Oeffentliche Zustellung.

Die Ekbefrau des Fleisbers Johaun Splitt, Anna, geb, Krone, zu Sudenburg-Magdeburg, Schulstraße Nr. 21b., klagt gegen ibren z. Zt. in unkekannter Abwesenheit lebenden Ehemann, den Sleisher Johann Split: aus Sudenburg-Magde- burg, auf Ehescheidung wegen bösélichen Verlassens mit dem Antrage: : :

zu erkennen, daß das zwischen den Parteien be- stehende Band der Ehe zu trennen und der Verklagte für den allein \{uldigen Theil zu erachten,

vud ladet ihn zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreites vor die erste Civilkammer des König- lichen Landgerichis zu Magdeburg

auf den 11. April 1881,

Mittags 12 Uhr, ; mit der Aufforderung, einen bei diesem Gerichte zugelaffenen Anwalt zu bestellen. i / Zum Zwedcke der öffentlihen Zustellung wird dieser Aus8¡ug der Klage bekannt gemacht.

Magdeburg, den 6. Dezember 1880. Die Gezrichtsschreiberei der I. Civilkammer de3 Königlichea Landgerichts. Nuthmann, Landgerichtssekretiär.

(81129) Oeffentliche Zustellung.

Die Arbeiterfrau Maria Czerwinska, geb. Szegu- nitz, zu Maricnau, vertreten dur den Rechtsanwalt Wagner zu Graudenz, klagt gegen den Arbeiter Franz Czerwinski, unbekannten Aufenthalts, wegen Ehescheidung auf Grund böslicher Verlassung, mit dem Antrage, das zwischen den Parteien bestehende Band der Ebe zu trennen und den Beklagten für den allein \{uldiaen Theil zun erklären, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Nechtestreits vor die erste Civilkammer des König- lichen Landgerichts

auf den 10. März 1881, Vormittags 10 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge- richte zugelassenen Anwalt zu bestellen. E Zum Zweckde der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Graudeuz, den 11. Dezember 1880,

Stumm, Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts.

(81161) Oeffentliche Zustellung.

Der Schmiedemeister Adolf Ruffert ¿u Neurode, vertreten dur den Justizrath Fischer zu Neurode, Tlagt gegen den ehemaligen Mühlenbesißer Johann Lauterbach, früher zu Neurode, jeßt unbekannten Aufenthaltsorts, aus der aus dem Sola-Wecsel vom 3. Oktober 1879, ¡über 555 4 übernommenen Bürgschaft, mit dem Antrage auf Verurtheilung des Beklagten zur Zablung von 255 4 nebft 69%/ Zinsen davon seit dem 1. Januar 1880, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das Königlihe Amtsgericht zu Neurode auf

den 23. Februar 1881, Vormittags 9 Uhr.

Zum Zwecke der öffentlihen Zustellung wird diejer Auszug der Klage bekannt gemacht.

Hesse, j | Gerichts\{reiber des Königlichen Amtsgerichts. III.

(31103) Oeffentliche Zustellung.

Die Ebefrau Peter Klein, Catharina, geb. Moll, ohne Geschäft zu Siegburg, vertreten durch Rechts- anwalt Mayer, klagt gegen den Tagelöhner Peter Klein zu Siegburg wegen Gütertrennung mit dem Antrage: die zwischen den Parteten bestehende ehe- lide Gütergemeinscha}st für aufgelöst zu erklären.

Zur mündlien Verhandlung des Nechtsstreits vor der zweiten Fivilkammer des Königlichen Land- gerichts zu Bonn ift Termin / auf den 10, Februar 1881, Vormittags 10 Uhr, bestimmt. i :

Zum Zwedcke der öffentliben Zustellung dieser Auszug der Klage bekannt gemaht.

Donner, :

Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts.

wird

(31141) Oeffentliche Ladung.

In der Appellations\sache der Hauteigenthümer Gustav Friedmann und Louis Salomon , jeßt des Cessionars des leßteren, Kaufmanns Samuel Silber- stein, säâmmtlih in Poscn , Kläzer und Appellanten wider die Erben des Gutspächters Joseph von Mi-

Die verwittwete Frau Rosine Heinats%Þ zu Breslau, Fährgafse Nr. 2, vertreten durch den Rechta- anwalt Baetke daselbst, klaat gegen den Kaufmann Moriß Loewy, früher zu Breslau, Hummerei 25 wohnhaft, jet unbekannten Aufenthalts, mit dem Antrage auf Zahlung der für sie auf dem, dem Be- flagten gehörigen Wiesengrundstück Nr. 146 der Nicolai-Veorstadt zu Breslau, Abtheilung IIl, sub

Beklagten zur mündlicben Verhandlung des Recbts- streits vor die erste Civilklammer des Königlichen Landgerichts zu Breslau auf

den 31, Januar 1881, Mittags 12 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge- richte zugelassenen Anwalt zu beftellen.

Zum Zwecke der ösöffentlihen Zustellung wird diejer Auszug der Klage bekannt gemacht.

[31124] Oeffentliche Zustelluug, Die Frau Markiewie:, Johauna, geb. Spiro, !

jewo, Tatholish, leßter Aufenthalt unbekannt,

hier, vertreten durch die Rechtsanwälte Justizrath *

Seipell, s Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts.

Nr. 4 eingetragenen Forderung von 6000 4 nebst inde ( B oj Zinsen seit L April 1880, und ladet den | raumt, zu welchem die in unbekannter Abwesenheit

koréfi, Beklagte und Appellaten, wegen Herausgabe eines Hypothekendokuments oder Aucstellung eines { Amortisationéscheins in beglaubigter Form und | Aushändigung desselben an die Kläger ist zur münd- | liwen Berhandluaug ein Termin auf

den 17. Februar 1881, Vormittags 9 Uhr, in dem Sitzungszimmer des dritten Civ:lsenats des

| Königlicen Ober - Landesgerichts bierselbst anbe-

i

è

| lebende Mitbeklagte Frau Zelitlawa Catharina | Gräfin Mycielska, geborene von Mikoréka, im Bei- ¡i stande ihres Ehemannes, des Grafen Miycielski, | hierdurch unter der Verwarnung geladen wird, daß bei ihrem Ausbleiben in eoutumaciam gegen sie ver- handelt’ werden wird. : ; Mit der Appellations-Beantwortung sind die vor- | stehend Geladenen aus8gc\{lofsen.

Posen, den 2. Dezember 1880,

Storz, Gerichtsschreiber des Königlichen Ober-Landesgerichts.