1880 / 297 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

in der großen Ausdehnung des fideikommissarischen Großgrund- besißes. Die Schulen seien bis zum Minister Falk ver- nachlässigt; wenn die Verbesserung der Schulverhältnisse sich wegen Mangels an Lehrern, die erst in dortigen Seminarien erzogen werden sollten, verzögere, möge die Regierung Lehrer aus anderen Gegenden durch Zulagen und das Ver- sprechen, sie nah einigen Jahren in ihrer Heimath zu ver- sorgen, zeitweilig heranziehen. Bei den Drainagegenossen- schaften die Darlehen an die Bedingung des Auss\chlusses der Theilbarkeit der Grundstücke zu knüpfen, sei nicht empfehlens- werth, da es von der Betheiligung abshrecken würde. Er bedauere, daß die bereits bestehenden genossenschaftlihen Jeu für den Personalkredit niht genügend berück- ichtigt seien, ja, daß eins derselben, der Vorschußverein zu Guttentag, der sih der {weren Aufgabe unterzogen habe, auch dem kleinen Grundbesiß Personalkredit zu gewähren, in der Denkschrift des Landraths von Bitter ungerechtfertigt angegriffen sei. Es würden aus den statistischen Fahres- berichten und Biiefen des Vorstands des Vereins von Schulze-Delißsh Zahlen mitgetheilt, wonach dieser Verein bei stets wasender Betheiligung der selbständigen Landwirthe nur an seine Mitglieder (zuleßt 720) Personalkredit zu 8 Proz. jährlicher Zinsen (oder 5 Proz. Zinsen und 3/, Proz. viertel- jährlicher Provision) auf drei Monat gewähre und die Dar- lehen unter Abzahlungen prolongire. Zur Sicherstellung dieses Personalkredits dienten Kautionshypotheken; dur diese werde der Kredit kein Realkredit. Subhastationen habe der Verein in den leßten 5 Jahren nur 9 beantragt, während derselbe nah dem Bericht mehr als die Hälfte von 173 Subhastationen verschuldet haben solle. Als Adhärent sei er außerdem bei 39 Sub- hastationen betheiligt gewesen. Einen theilweisen Ersatz der ge- zahlten Zinsen erhielten die Kredit nehmenden Mitglieder durch die Dividende, früher regelmäßig 10 Proz., zuleßt 81/; Proz. und 7 Proz. der Geschäftsantheile, Der Angriff auf den Vorschußverein sei um so bedauerlicher, als die deutschen Vorschußvereine zur Beseitigung des oberschlesischen Nothstan- des über 30 000 M, abgesehen von Kleidungsstücken und Na- turalien, gesammelt und nah Oberschlesien gesandt hätten. Für den flleinen ländlichen Grundbesiß vermöchten die Borschuß- vereine der Städte auch Oberschlesien den nothwendigen Ver- sonalkredit zu beschaffen, wenn sich alle intelligenten Kräfte bei diefen gemeinnüßigen Jnstituten betheiligen würden. Mit Nett halte der Minister zur nothwendigen intellektuellen und sittlichen Erziehung der nothleidenden Bevölkerung und zur dauernden Verbesserung ihrer materiellen Lage die Mitwirkung aller ge- bildeten Elemente für nöthig; dringend wünsc;enswerth sei dazu, daß man in den einzelnen Nothstandsbezirken diese Mitwirkung durch Kommissionen organisire, an denen neben Verwaltungs- und Justizkeamten auch Geistliche, Lehrer, Kausleute, Gewerbetreibende, Gutsbesißer wo Genossen- schaften existirten auch deren Vorsteher theilnähmen. Ohne eine solhe dauernde Zusammenfassung der ganzen gebildeten Bevölkerung werde dauernde Abhülfe nicht zu erzielen sein. Ler Abg. Freiherr von Huene bemerkte, die Vorredner hâtten eine ganze Anzahl von Fragen berührt, mit denen er übereinstimme, nur den Standpunkt des leßten Vorredners föónne er in fasi keinem Punkt theilen: die Staatsregierung habe si benüht, die im vorigen Jahre versprochene Arbeit zu leisten; sie habe cine Kommission nah Oberschlesien gesandt und genaue Jnformationen eingeholt. Er wolle diese Maß- regel nicht kritisiren, aber ex müsse rücthaltlos anerkennen, daß der Kommissarius in jeder Weise seiner Aufgabe gerecht geworden sei. Allerdings litten dessen gründliche Ausfüh- rungen darunter, daß derselbe durch die Kürze der Zeit, während welcher er dort gewesen sei, zu sehr auf Urtheile Dritter seine Behauptungen hätte stüßen müssen. Was sei nicht alles Ursacte diejes Nothstandes gewesen ? Unglückliche Boden- und klimatisce Verhältnisse, unbegrenzte Parzellirungen, Hypothekenbelastungen außergewöhnlicher Art, Ausbeutung der finanziellen Nothlage durch Wudcher u. \. w. Und diesen Thatsachen gegenüber wolle man fagen, der Hauptgrund liege in dem Charakter der Ve- völkerung? Da könne man die glücklichste Bevölkerung hin- seßen und sie werde zu Grunde gehen. Wenn dcr Abg. Parisius auch den Großgrundbesit als Ursache des Nothstan- des hineingezogen habe, so habe er diese Behauptung zum ersten Male gehört. Der Abg, Parisius habe dabei auf den Fürsten Pleß exemplifizirt, dessen Kohlengruben nicht vollständig aus- genußt würden. Es jei diese Behauptung \{hon wiederholent- lih widerlegt worden, und wolle er darauf nit weiter zurück- tfommen. Die Königliche Stoatsregierung habe in Aussicht genomuaty, hier Abhülfe zu schaffen, und mehr verlange seine Partei Mt. Die Regierung habe die Mittel zur Verbesserung der Ertragsfähigkeit des Bodens und Besserung der wirth- schaftlichen Lage in Erwägung gezogen, die Beschaffung billigeren Kredits, Neuschaffung von Verkehrsmitteln durch neue Eisen- bahnanlagen in Ausjiicht genommen. Zur Hebung der land- wirthschastlichen Kreise habe sie die Drainage vorgeschlagen. Für diese sei das Streben nach Genossenschaften unbedingt nöthig. Was nun die Parzellirungen betreffe, so sei dabei auch auf das Landeskulturedift von 1811 hingewiesen worden,

So treffliche theoretische Gedanken dasselbe enthalte, so sei doc |

der praktische Werth desselben um deswillen kein so bedeutender, weil der Fndividualität der Verhältnisse im Einzelnen 211 wenig Nücksicht geschenkt sei. Er empf:hle der Kommission, gerade die Frageder Parzellirung auf das Eingehendste zu prüfen. Wenn aber gesagt sei, daß die Parzellirungen nicht beschränkt werden sollten, so enthalte gerade der 8. 7 dieser Borlage eine solche Beschränkung, indem die einzelnen Drainagegenofsen\chafter in der Parzellirung ihrer Grundstücke beschränkt werden sollten. Die Auferlegung einer solhen Bedingung sei berechtigt, weil hier eine zwangsweise Heranziehung der Grundbesißer statt- finde und Unterstüßungen aus EStaatsmitteln gewährt würden. Vezliglih des Kredits handele es si weniger darum, Kredit Leuten zu schaffen, welche überhaupt feine Schulden hätten, sondern solchen, welche Schulden hätten, und dazu sei es erforderlih, den Kredit gleihsam zu konvertiren, Durch einen erheblihen Ankauf von Hyp0o- theken müsse versucht werden, den Zinsfuß herabzudrüden. n dieser Bezichung könne besonders das Institut der Landschaften, deren Statuten allerdings revidirt werden müßten, nachhaltig helfen. Wenn erwähnt werde, daß die Landleute* besonders häufig bei den Vorschußvereinen daselbst zu 8 Proz. Darlehen nähmen, so sei das nur ein Zeichen, daß sie in der größten Noth seien. Dann sei die Schulfrage berührt worden. Niemand werde bie Bedeutung derselben in Abrede stellen. Das Centrun: stelle ihr aber immer die Kirche gleih oder voran. Gerade für die dortigen Verhältnisse sei diese von der größten Bedeutung; ihre Einwirkung sei für die individuelle Hebung des Volkes unentbehrlih; dieses Hauptförderungsmittel werde nicht eher wirken kön-

f nen, bis der Kulturkampf beseitigt sei.

Dazu komme die Sprachenmishung in jener Gegend. Die große Masse spreche polnisch, und wenn er auh mit en die gestrige Aeußerung des Kultus-Ministers, daß die Bevölkerun vor Allem deuts lernen müsse, begrüßt habe, so sei er do die Ansicht, daß man damit langsam und in vernünstiger Weise vorgehen müsse. Er wünsche vor Allem, daß man den Religionsunterriht in der Sprache geben lassen müsse, welche man als die Muttersprache der Kinder bezeihnen müsse, und welche für diese Gegenden die polnische sei. Er hoffe, der Kultus-Minister werde diesen Wünschen Rehnung tragen. Jm Uebrigen stimme er dem Antrage, die Vorlage einer Kom- mission zu überweisen, zu.

Der Abg. Büchtemann betonte, es sei unleugbar, daß die Zollgeseßgebung, das Verhältniß des großen Grundbesißzes zum kleinen und die mangelhaften Verkehrsteziehungen einen Ein- fluß auf den Nothstand ausgeübt hätten. Die Hülfskassen übten dabei einen*nüßlihen Einfluß aus. Es werde Jedem auffallen, daß nur 90 000 6 sür die eigentlihen Nothstands- bahnen disponibel seien, dagegen 675 000 M für Gegenden, die außer dem Bereih des Nothstandes lägen. Solle eine Begünstigung von Landschasten eintreten, die der Aufhülfe niht bedürften ? Es scheine die Absicht zu sein, die Großgrund- besißer zu shonen und die übrigen Besißer noch mehr anzu- spannen. Bei Begründung der kurzen Bahn von Rybnik nah Sohrau sage die Regierung in der Denkschrift, die Ver- handlungen mit den Privatbahnen seien gescheitert und hätten von Neuem den Beweis der Schwierigkeiten geliefert, eine dem Bedürfniß entsprechende Bahn von Sohrau nach der österreihishen Landesgrenze zu führen. Nun zähle die Re- gierung selbst die großen industriellen Etablissements in Soh- rau auf und fage, der Getreidemarkt sei dort sehr im Flor. Bei den hohen Zöllen könne allerdings ein bedeutender Ein- fluß dur diese Bahn ausgeübt werden. In der nächsten Umgebung in Desterreih werde diese Produktion wahrscheinlih keinen hohen Absatz finden, und wenn auch die Bahn für die Kohlenausfuhr von Erfolg sein könnte, so würde do die Rück- wirkung auf die Distrikte nur eine geringe sein. Dasselbe gelte von den übrigen Bahnen; die Hauptindustriegegenden seien hon dur die vorhandenen Bahnen ebenso gut zu er- reichen. Bei der Bahn von Oppeln nach Neisse handele es sih hauptsächlich um den Großgrundbesiß und man sollte eine solhe Gelegenheit am allerwenigsten benußen, um eine solche Begünstigung durhzusezen. Die Bahn nah Neisse habe ein Znteresse für den Verkehr der Rechten Vderuferbahn und man könne es derselben in Zukunft wohl selbst Aiberlassen, die Bahnen zu bauen, die sie für nothwendig halte. Er wünsche, daß die Kommission die hierfür geforderte Summe ablehne. Die Regierung hätte versuchen sollen, ob die Posen-Creuz- burger Bahn nicht die Strecke Tarnowißz-Creuzburg ausbauen wolle, wie dies in ihrem Statut vorgesehen sei.

Der Abg. Dr. von Bitter (Waldenburz) erklärte, die wohlthätigen Erfolge der Agrargesecte ließen sich zwar im ganzen Lande nicht verkennen, in Oberschlesien sei aber diese günstige Wir- fung nicht vorhanden, weil die Bevölkerung nicht dazu reif gewesen sei; die Schlesier seien, wie der Minister im vorigen Jahre richtig gesagt habe, Kinder, denen man jeßt die Thä- ligkeit von Erwachsenen zumuthe. Der Abg. Parisius habe den Großgrundbesiß angegriffen; aber neben demselben habe sih ungestört ein kräftiger Baucrnstand entwickelt; der Groß- grundbesißer habe in Schlesien den Wald erhalten, lasse man dem Großgrundbesiß nicht feine Stellung, so opfere man den Wald; außerdem sei dex Großgrundbesiß in Oberschlesien ver cin- zige Träger der Kultur und müsse als solcher geschüßt werden ; die Behauptung, daß der Großgrundbesißz die Industrie hindere, sei einsah ein Märchen; Fürst Pleß, auf den der Abg. VParisius

seine Vorwürfe hauptsächlich gemünzt habe, habe der Kohlen- förderung durchaus feine Hindernisse in den Weg gelegt, son- dern diese im Gegentheil sehr unterstüßt. Für die Bevor- zugung des Wobiliarkredits fönne er sih nicht erklären, da diejer an der traurigen Lage mit \{uldig sei. Jn ganz merk- würdiger Weise habe namentlich das Wechselausstellen überhand genonimen; es seien in Kneipen Wechsel über 5—10 Silber- groschen ausgestellt worden. Dagegen inüsse dem Jmmobiliar- kredit aufgeholfen werden. Gegen den Vorwurf der Vert ächtigung des Lublinißer Vorschußvereins müsse ex entschiedei Pr0o- testiren. Seine Aeußerungen darüber habe er nach bestem Wissen gemacht, und er habe in dieser Beziehung das Urtheil eines mit den dortigen Verhältnissen vollständig bekannten Mannes für sih. (Nedner verlas dasselbe.) Er erkenne an, daß die Vorschußvereine in sehr vielen Gegenden jegensreich wirkten, aber die Kreditfähigkeit stecke n:cht in ihnen. Regierung werde allerdings bei der Drainage große Schwierig- keiten haben, aber wenn erst in einzelnen Gegenten die Er- folge der Drainage sihtbar geworden seien, dann werde ganz Oberschlesien dana begehren, und er zweifle niht, daß die Regierung die 10 Millionen brauchen werde, die ex voll und ganz zu bewilligen bitte.

Vie Diskussion wurde geschlossen. Die Denkschrift der Regierung wurde hierauf für erledigt exachtet, die beiden Ge- Jeßentwürse nah dem Vorschlage des Abg. von Tepper-Laski einer besonderen Kommission von 21 Mitgliedern überwiesen.

Der Geseßentwurf, betreffend die Zahlung der Be- amtiengehälter und Bestimmungen über das Gnaden- uartal wurde in erster und zweiter Lesung ohne erhebliche Debatte angenomnien.

Hierauf vertagte ih 0 De

Nt! Wie

das Haus um 4 Uhr auf Abends

Die gestrige Abendsißung des Hauses der ordneten, welher der Minister der öffentlichen Maybach mit mehreren Kommi)sarien Präsidenten von Köller um 81/, Uhr trat in die erste Berathung des Geseßentwursfes, betreffend die Herstellung mehrerer Eisenbahnen unter- geordneter Vedeutung ein. Der Abg. Dr. Thilenius sprach der Regierung seinen Dank dafür aus, daß es ihr ge- lungen sei, die Vorlage noh in dieser Session einzu- brinzen, und daß damit endlih das erlösende Wort gesprochen sei, welhes den Nothstand des Westerwaldes dauernd zu beseitigen versprehe. Die zum Unfang des Bahnbaues gewählten Linien halte cer für richtig, da man doch an einen vorhandenen Anschlußpunkt anknüpfen müsse, er bitte aber die Regierung eindringlih, niht béi den Stichbahnen stehen zu bleiben, sondern sobald als irgend thunlich die Anschlüsse auch nah der Sieg und dem Nuhrgebiet herzustellen. Nur wenn dies geschehen sei, könne der Verkehr in vollem Umfang sich entwickeln. Daß die Gemeinden resp. die Fnteressenten zur Beschaffung des für die Bahn und die Nebenanlagen nothwendigen Terrains verpflichtet sein sollten,

Abge- Arbeiten beiwohnte, wurde vom

eröffnet, Das Haus

sei freilich in Preußen hergebracter Verwaltungsgrundsag, dessen - Prinzip er nicht in diesem Augenblick diskutiren wolle. Er müsse aber auf die große Ungleichmäßigkeit hin- weisen, die auf dem Westerwald hinsichtlih der Verthei- lung der Beitragslast entstehe. Dieser Punkt müsse in der Kommission, welche die Vorlage zu berathen haben werde, einer genauen Prüfung unterzogen werden. Die Regierung habe die beschränkte Leistungsfähigkeit der Gemeinden durch Gewährung eines Zuschusses auf Höhe von einem Drittel der Bausumme anerkannt, und es fei zu hoffen, daß eine Er- höhung gewährt werde, falls es si herausstelle, daß die Kräfte der Gemeinden nicht zureihten. Die Bevölkerung aber, der es an Jntelligenz und Kraft nicht fehle, müsse nur rüstig Hand anlegen, um Jndustrie und Landwirthschaf!|. kräftig zu entwickeln und den Bestand und Ausbau der Bahnen zu sichern.

Der Abg. Wagener (Stralsund) dankte für das Projekt der Bahn von Stralsund nach Bergen mit einer Trajektverbindung vom Stralsunder Hafen nah derx Insel Rügen. Die Ausführung dieses Unternehmens beendige den gegenwärtigen Zustand, bei welchem die «nsel Rügen vom Festlande während des Winters oft Wochen lang voll- ständig abgeschnitten sei.

Der Abg. Dr. Wehr (Conißt) erklärte, alle Vorredner hätten der Negierung Dank für die Vorlage gesagt; er könne das nur mit Beschränkungen thun; da seine Heimathsprovinz, West- preußen, bei dem vorliegenden Gesezentwurf ziemlih stief- mütterlih behandelt worden sei. Ec empfehle dem Minister dringend die baldige Jnangriffnahme der Linien Berent- Hohenstein, Gnesen-Nakel-Coniß und Strasburg-Jablonowo. Betreffend die Linie Conitz-Laskowiß, \o sei diese Linie fast nur aus militärishen Zwecken projektirt.

Der Abg. Engler {loß sich den Ausführungen des Vor- redners an, und such:e zisffermäßig nachzuweisen, daß die ge- nannten Ligien sür die Melioration des Landes eine erheblich größere Bedeutung hätten als beispielsweise die Linie Coniß- Laskowiß. Er sei der Ansicht, daß jeder Kreis das Necht habe, durch eine Sekundärbahn dem großen Eisenbahnnet an- geschlossen zu werden.

Der Staats-Minister Maybach erklärte, er hätte gewünscht, die Strecke Hohenstein-Berent und noch manche andere Linie vorlegen zu können, aber Gründe mannigfacher Art hätten die Negierung gehindert, allen berehtigten Wünschen zu entsprechen. Es sei au ritig, daß manche jeßt noch nit in Ausficht ge- nommene Bahn unter dem Gesichtspunkt der Landesmeliora- tion vielleiht eine größere Berechtigung habe als die er- wähnte Linie Conißg-Laskowiß. Der Staat habe aber nicht allein Meliorationszwecke, sondern 1

der Regierung

G

auh die Vertheidi- gungsfähigkleit des Landes bei dem Bau seiner Eisenbahnen zu berücsichtigen, und dieser Gesichtspunkt sei bei der Eisen- bahn Coniß-Laskow'ß von hervorragender Bedeutung gewesen. Auch darauf habe die Regierung Nüeksicht zu nehmen, daß sie vorzugsweise solche Linien zu bauen habe, bei welchen die Pri- vat)pekulation nicht in Konkurrenz trete. Sodann müsse die Regierung vor der Entscheizung über den Bau ciner Bahn oft erst eine gewisse Entwicktelung abwarten, um nicht später genöthigt zu sein, sich zu korrigiren, und endlich sei die Finanzlage des Staates in Betracht zu ziehen, welche ein gemäßigtes Ten:po in der Ausführung der Bauten vorschreibe. Jedenfalls glaube er versprechen zu können, daß so bald als möglich eine weitere Reihe von Sekundärbahnen in Angriff genommen w?e2rden solle. erst erwähnten Gründe und Gesicktspunkte also seien es, die die Regierung bestimmt hätten, bei der vorgelegten Auswahl von Sekundärbahnlinien zu bleiben. Gewiß seien in allen Landestheilen Wünsche nach Vermehrung der Eisenbahnlinien laut geworden. Aber die Regierung dürfe vorerst nux den wirklichen Bedürfnissen und den berechtigten Wünschen entsprechen. Vielleicht nähmen sich solide Privatgesellschaften weniger wichtiger Sekundärbahnen an, denen er jederzeit Unterstüßung gewähren wolle. Die Ne- gierung hoffe endlich, daß auch auf diesem Gebiete die Durch- führung des Staatseisenbahnsystems zum wahren Segen des Landes gereichen werde.

Der Adg. Quadt monirte die Ungleichheit in der Heran- ziehung der Jnteressenten, die er nicht genügend motivirt er- achte, Er hoffe, daß die Linie UAllenstein-Kobbelbude bald eine Weiterführung nothwendig machen werde. Für die Vorlage der Linie Auenstein- Fohannesburg und Stralsund- Bergen spreche er der Regierung \ Auch er bitte, die

Die

seinen Dank aus. Vorlage der Budgetkommission zu überweisen.

Der Abg. von Lattorff trug der Vorlage seine ganze Sympathie entgegen. Auch er halte den Bau der Bahn Stralsund-Nügen sür dringend nothwendig, da sie den vom Abg. Wagener erwähnten Nothstand zu beseitigen geeignet sei.

Der Abg. Berger erblickte in der Borlage eine eminente Begünstigung des Ostens gegenüber dem Westen; von den géforderten 37 Millionen entfielen auf den Westen und die neuen Provinzen nur 6 Millionen. Westfalen habe die Eisen bahnen dem Minister gegeben, aber der Minister gebe West- jalen feine Eisenbahnen. Redner bezeichnete eine ganz2 Reihe von Sekundärbahnen, die Westfalen nöthig habe. An Stelle der unentgeltlichen Gestellung von Grund und Boden solle man lieber auf die Frachtgüter einen Lokalzuschlag legen, damit diejenigen, welche einen Vortheil von den Bahnen hätten, auch zu den Kosten beitrügen. Die jeßige Methode der Heranziehung der Kreise zu den Baukosten sei eine zu ungleichmäßige. Man sollte bei den projektirten Bahnen das Sekundäre und Lokale niht zu schr in den Vordergrund stellen, sondern auch auf einen späteren durchgehenden Verkehr rechnen, Redner kritijirte dann in eingehendster Weise die einzelnen Bahnlinien “Und sprach namentlich seine Verwunde:- rung darüber aus, daß man den westyreußi\chen Landesthcilen eine so große Erleichterung gewähre, die man mit dem Noth- stande begründe, den der Abg. Wehc noch kürzlich abgeleug- net habe.

Der Abg. von der Groeben s\prah in demselben Maße, wie die meisten Vorredner der Regierung seinen ungetheilten Dank sür die Vorlage aus, zumal Ostpreußen so gut bedacht sei mit Sekundärbahnvorlagen.

Der Abg. von Benda zog aus der heutigen Debatte und der Vorlage den Schluß, daß man zu festen Grundsäßen bezüglich des Sekundärbahnwesens konunen müsse, zumal die verschiedenen Provinzen si so verschieden zum Sekundärbahn- wesen verhielten. Er hoffe, die Kommission werde mit aus- gleichender Gerechtigkeit alle Vorlagen beurtheilen.

Hierauf wurde die Diskussion geschlossen.

Nachdem hierauf die Vorlage der Budgetkommission liberwiesen war, vertagte sich das Haus um 101/, Uhr auf Freitag Vormittag 11 Uhr.

M nserate für den Deutshen Reihs- und Königl. Preuß. Staats-Anzeiger und das Central-Handel3- register nimmt an: die Königliche Expedition

des Dentschen Reichs-Anzeigers und Königlich Preußishen Staats-Anzeigers : Berlin 8W., Wilhelm - Straße Nr. 32,

1, Steckbriefe und Untersuchungs-Sachen. 2, Subhastationen, Aufgebote, Vorladungen u. dergl. 3, Verkänufe,V erpachtungen, Submissionen eto. 4. Verloesung , Ámortisation, Zinszahlung

* Gubhaftationen, Aufgebote, Vor- ladungen u. dergl.

[31283] Oeffentliche Zustellung.

Die Frau Maria Margaretha Louise Freers, geb. Peycke, Langestraße Nr. 50, Kocpmann's Passage, Haus 15I. zu Hamburg, vertreten dur den Rechts- anwalt Dr. von Leesen, klagt gegen ihren Ghemann, den Schiffer Erdmann Christopher Freers, früher zu Hamburg, jeßiger Aufenthalt unbekannt, wegen bösliher Verlassung mit dem Antrage, dem Be- flagten aufzuerlegen, daß er innerhalb einer geriht8- seitig zu bestimmenden Frift zu der Klägerin zurüds- fehre und nah fruchtlosem Ablauf dieser Frist den Beklagten für einen böslichen Verlafser zu erklären und die zwischen den Parteien bestehende Ehe vom Bande zu trennen und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor die erste Civilkammer des Landgerich18 zu Hamburg anf den 4. März 1881, Vormittags 9; Uhr, mit dcr Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge- richte zugelassenen Anwalt zu bestellen.

Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Hamburg, den 15. Dezember 1880.

Referendar Alexander , als Gerichtsschreiber des Landz:erichts, Civilkammer T.

[31288] Oeffentliche Laduns. Nachdem der Tagelöhner Johannes Grimm in Oberkaufungen die Eintragung des auf den Namen von

E

Jacob Grimme

kFatastrirten, in der Gemarkung von Velmeden be- j

legenen Grundeigenthums, als: K 46 X, 100A, | «voID, Ader, 19 a 94 qm} O e n. U == 19090 Das Ulle

j \ 5/4 Ack. 4 Rth. = 19. 50, Das Ul-

u. 8. w. von öffentlichen Papieren.

vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung des Wecbsels erfolgen wird. Marienberg, den 10. Dezember 1880. Königliches Amtsgericht. Otkhardt.

[31260] Aufgebot.

Nachdem der Bergmann Hermann Gück I. von Hoof die Eintragung des auf den Namen von Hermann 'Gück fkatastrirten, in der Gemarkung von Hoof belegenen Grundeigenthums, als:

1) Vlatt 11 Nr. 7, Die neue Sorge, Hofraum,

1,07 Are,

2) Blatt 11 Nr. 8, Die neue Sorge, Haus3garten, 0,99 Are, S unter glaubhafter Nachweisung eines zehnjährigen ununterbrochenen Eigenthumsbesißes in das Grund- buch von Hoof beantragt hat, so werden alle die- jenigen Personen, welhe Rechte an jenem Grund- vermögen zu haben vermeinen, aufgefordert, solche spätestens im Termin, am 26. April 1881, Vor- mittags 11 Uhr, anzumelden, widrigenfalls nach Ablauf dieser Frist der bisherige Besißer als Eigenthümer in das Grundbuch eingetragen werden wird, und der die Anmeldung unterlassende Berech- tigte niht nur seine Ansprü%e gegen jeden Dritten, welcher im redlichen Glauben an die Richtigkeit des Grundbuchs das oben erwähnte Grundvermögen er- wirbt, nicht mehr geltend machen kann, sondern auch ein Vorzugsreht gegenüber Denjenigea, deren Rechte in Foige der innerhalb der Aus\c{lußfrist ¿ erfolgten Anmeldung eingetragen sind, verliert.

Cassel, den 6. Dezember 1880. Königliches Amtsgericht, Abtheilung 2. gez. Knag. Vorstehendes wird bekannt gemacht. Scchmeelz, Gerichtsschreiber.

Von G LooA ron, Ader a O unter glaubhafter Nachweisung eines zehnjährigen

ununterbrochenen Cigenthumsbesißes in das Grund- |

buch von Velmeden beantragt hat, so werden alle diejenigen Personen, welche Nechte an jenem Grund- vermögen zu haben vermeinen, aufgefordert, folche bis spätesten? den 10, Februax 1881, Mtitags 12 Ußr, bei der unter:eihneten Behörde anzumelden, widri- genfalls der Antragsteller als Eigenthümer in dem Grundbuch eingetragen werden wird und der

die ihm obliegende Axmeldung unterlassende Be- |

rechtigte nit nur seine Ansprüche jeden Dritten, welcher im redlichen Richtigkeit des Grundbuchs das obenerwähnte Grundvermögen erwirbt, niht mehr geltend machen kann, fondern auch ein Borzug8recht gegenüber Den- jenigen, deren Rechte in Folge der innerhalb der oben geseßten Frist erfolgten Anmeldung eingetragen sind, verliert. - Lichtenau b. Cassel, am 4. Dezember 1880. Königliches Amtsgericht. vou Sprecher.

gegen

[31280] Zwangsversteigerung.

Da über das dem Gärtner I. F. Gloe in Langens- !

felde gehörige, in Stellingen belegene und im Eidel- stedt-Stellingen'er Schuld- und Pfandprotokolle Band 8B. Blait 229 beschriebene Grundftück nach Maßgabe des volstreckbaren Urtheils des König- lichen Landgerichts ¿u Altona vom 10. Juli 1880 auf Antrag des Rechtsanwalts Meyn in Altona, als Mandatar des Maurers Heinri Wilhelm Thiede in Langenrfelde, wegen einer Schuld von 100 é. nebst 109 6. 20 S festgestellter Kosten der öffentliche gerih1liche Verkauf dieses Grundstücks im Wege der Zwangçsvollsteckung verfügt worden, so werden Alle und Jede, welche an diesem Grund- stücke dingliche Ansprüche zu haben vermeinen, mit Ausnahme ter protokollirten Kreditoren hierdurch bei Vermeidung der Ausschließung aufgefordert, solche Ansprüche binnen 6 Wochen nach der leßten Be- kanntmachung dieses Proklams, und spätestens

am 14. februar 1881, Mittags 12 Uhr, als im Aufgebotstermine beim hiesigen Amtsgericht, Abtheilung V., Auswärtige unter gehöriger Pro- kuraturbestellung, anzumelden.

Zum öffentlichen Verkauf dieser Besitzung ist Termin auf den 21. Februar 1881, Nachmittags 3 Uhr, im Hause des Gasiwirths Schlüter in Stelliagen anberaurat, an welchem Tage die Kauflieblaber sich einfinden wollen.

Der Ortsvorsteher Käselau in Stellingen wird auf Verlangen die Vesitung den Kaufliebhakern vorzeigen und können die Verkaufsbedingungen 14 Tage vor dem Termine im hiesigen Amtsgerichte, sowie beim Ortevorsteher Käselau in Stellingen eingesehen werden.

Es wird bemerkt, daß die bloße Einsprache von irgend einer Seite, ohne daß zuglei die Befrie- digung des Klägers nachgewiesen wird, eine Be- rüctsihtigung nicht fir. den kann und daß die Be- fißungen dem Höchstbietenden anspruchsfrei werden zugeschlagen werden.

ltona, den 11. Dezember 1880.

Königliches Amtsgericht, Abtheilung V.

91979 L es, Aufgebot.

Frau Christiane Wilhelmine, verehel. Uhlig in Okerhermersdorf, hat das Aufgebot eines am 23, Zuni diescs Jahres in Kühnhaide von dem Pferde- händler Herrn Carl August Schönherr in Marien- berg auf Christiane, verehel. Böttcher, in Kühn- haide gezogenen, von dieser acceptirten und am 20. September dieses Jahres an die eigne Ortre des genannten Scönhercr zahlbaren, von Leßterem mit- telst Blancogiros ihr übertragenen Wecbsels über 265 M beantragt. Der Inhaber des Wechsels wird aufgefordert, spätestens in dem auf den 19, Fe- bruar 1881, Vormittags 10 Uhr, vor dem Unterzeichneten Gerichte anberaumten Aufgzebotster- mine seine Rechte anzumelden und den Wesel

Glauben an die !

A Ausgedot.

L Die Nachlaßgläubiger und Vermäctnißnehmer l des Nachlasses des am 4. April 1880 zu Neu- : Ruppin verstorbenen Restaurateurs Adolf Reineck ¡ zu Neu-Ruppin’er Weinberg werden auf Aatrag | des Pflegers dieses Nachlasses und der Beneficial- ¿i erben des Adolf Reineck hiermit aufgefordert und j geladen, ihre Rechte und Ansprüche kei dem untec- è zeichneten Gerichte spätestens in dem | auf den 8. März 1881, Vormitt. 11 Uhr,

Verhbandlungaszimmer Nr. 111,

Ï . N R L / : zugleich zur Fassung und Verkündung des Aus\{luß-

Beffentlicher Anzeiger. 5,

„Juvalidendauk“, Rudolf Mosse, Haasensteiu & Bogler, Büttner & Winter, sowie alle übrigen größeren

M

5, Indnustrielle Etablissements, Fabriken und Grosshandel,

6. Verschiedene Bekanntmachungen.

7. Literarische Anzeigen.

8, Theater-Anzeigen. | In der Börsen-

beilage.

rate nehmen an: die Annoncen-Erpeditionen des G. L. Daube & Co., E, Schlotte,

Annoncen - Bureaus. *

9, Familien-Nachrichten. Friedrich v. Schultes zu Verlust gegangen if, für kraftlos erflärt.

II, Hr. Advokat v. Schultes hat als Antrag- steller alle auf das Aufgebotsverfahren erwachsenen Kosten zu tragen. :

Müncheu, den 13. Dezember 18830,

Der geshäftsleitende Gerits\chreiber : Hageuauer. [31296] Das Kgl, Amtsgeriht München L. Abtheilung A. f. Civ. S. hat unterm 11. Dezember 1880 folgendes

Aufgebot erlassen :

Nachgenannte bayer. Grundrenten - Obligationen, zu 4/6 verzinslich, Eigenthum der zur politischen Gemeinde Buch gehörigen Dorfgemeinde Rasch, K. Bezirks8amts Parsberg, und auf den Namen dieser Dorfgemeinde Rasch vinkulirt, sind zu Verlust ge- gangen, nämlich: drei Stücke à 25 Gulden:

Serie oder Comm. Cat. Nr. 83294 Cassa Cat. Nr. 132744, 132745, 132746 vier Stücke à 100 Gulden:

S. oder Comm. C. Nr. 83724

Cassa Cat. Nr. 133474, 133475, 133476, 133477 zwei Stücke à 100 Gulden: S. oder Comm. C. Nr. 99785 Cassa Cat. Nr. 103106, 103107 ein Stück über 100 Gulden : | S. oder Comm. Cat. Nr. 99759 Caffa Cat. Nr. 163108,

Auf Antrag der Gemeindeverwaltung Buch er- geht daher in Gemäßheit Art. 69 des bayer. Aus- | sÜhrung8geseßes zur R. C. Pr. u. K. O. die öffent- lihe Aufforderung an den Inhaber der bezeichneten {i Obligationen : | \späteflens im Aufgebotstermin, nämlih am 90, Juni 1881, Morgens 9 Uhr,

Zimmer Nr. 19/1. ; Abth. A, î

bei dem Kgl. Amtsgerichte München I. j für Civilsachen seine Rechte anzumelden und diese | Obligationen vorzulegen, widrigenfalls sie für kraft- ! los erklärt werden. | München, den 14. Dezember 1880. ; Der geschäftsleitende Gerichtsschreiber: / Hagenauer. :

[30979]

/ urtheils bestimmten Termine anzumelden, andern- i falls die Nichtanmeldenden der Rechtsnachtheil | trifft, daß fie gegen die Beneficialerben ihre An- ; sprüche nur noch insoweit geltend machen können, | als der Nachlaß mit Ausschluß aller seit dem Tode ! des Erblassers aufgekommenen Nußungen durch * Befriedigung der angemeldeten Ansprüche nicht | ershépft wird. | Neu-Ruppin, den 4. Dezembec 1880. j Königliches Amtsgericht. | Veröffentlicht : Becker, i. A. Gerichts\{reiber.

Ï ra197Q “A ¡ O) Aufgebot.

Am 16. März 1880 ift zu Lorenzdorf der Former j Ernst Gottlieb Höôregott, genannt Wüns, -— ge- | boren am 3, Äpril 1826 von der unverehelihten Johanne Christine Höregott —- gestorben.

Auf Antrag des seinen Erben bestellten Pflegers Rechtsanwalts Klossowski hie: selbst werden die unbe- kannten Erben des Ernst Gottlieb Höregott hier- dur aufgefordert, ihre Nette und Ansprüche \pä- testens in dem ver dem unterzeicbneten Gericht

am 20, Oktober 1881, Vormittags 10 Uhr, anstehenden Termin anzumeldea, widrigenfalls der Nachlaß des 2c. Höregott als ein herrènloescs Gut dem Fiskus anheimfällt.

Bunzlau, den 8. Dezember 1880.

Königliches Amtsgericht. III,

Auszug.

Durch jeßt rechtskräftiges Urtheil vom 12, No- vember l. Is. hat das hiesige Kgl. Landgericht die zwischen den zu Nideggen wohnenden Gheleuten Maria Câcilia Schaitler, ohne Geschäft, Armenrechte belassene Klägerin, und Benedikt Heinen, Steinhauer, - Verklagten, bestehende gesctz- liche Gütergemeinschaft für aufgelöt erklärt, ver- ordnet, daß zwischen - denselben vollständige Güter- trennung stattfinden soll, und dieselben zur Fest- stellung ihrec Ansprüche und zur Auseinanderseßzung vor den Kgl. Notar Funk zu Düren verwiesen.

Aaczen, den 13. Dezember 1880,

J, Lürken, Rechtsanwalt.

Veröffentlibt gemäß §. 11 des Gesetzes vom 24, März 1879,

Aachen, dén 14, Dezember 1880.

Der Gerichts\c;reiber : Betwer.

[31285]

[31287] Das Kgl, Amtsgeriht München L., Abtheilung A. für Civil-Sachen,

bat unterm 11. Dezember 1880 im Betreff des

Depositenscheines für den k. Advokaten von Schultes

dahier folgendes i Auzschluß-Urtheil

erlassen und verkündet:

I, Es wird der dem k. Advokaten Friedri von Schultes in München ausgestellte Depositenschein der bayer. Vereinsbank in München vom 11. März 1880 Nr. 818 über erfolgte Hinterlegung von 51 Pfandbriefen zu 40%/, der bayer. Hypotheken- und Wechselbank im Gesammtnominalbetrag von 98 000 & und von 2 Pfandbriefen zu 5% der Süddeutschen Bodenkreditbank im Geiammtnominal- betrag von 1500 M, welcher dem k, Advokaten

zum ?

Aufgeboteverfahrens wegen Kraftloëerklärung eines |

j vollstreŒungssache des Handelsmanns Samuel Lasar

leßtere in Scherlenheim wohnhaft, die gerichtliche ¿ Vertheilung des zu Folge Zwangsversteigerung8pro- ¡ tokolles des Kaiserl. Friedensgerihts Hochfelden vom | 8. Mai 1879 aus der Versteigerung der den Schuld- - nern zugehörig gewesenen, im Dorfe Scherlenheim i und in den Gemeindebännen von Hochfelden und Scherlenheim belegenen Liegenschaften erzielten Er- lôsecs im Betrage von 2890 A4 verordnet, und heute zur Crklärung über den gerichtlich gefertigten Thei- lungsplan Termin auf Montag, den 31. Ja- nuar 1881, Vormittags 9 Uhr, im Geschäfts- haus dabier bestimmt.

Der Schuldner Ehemann Lott wird demgemäß aufgefordert, in diesem Termine zu erscheinen, um von dem Theilungsplane Einsicht zu nehmen und spätestens in diesem Termine bei Vermeidung des ¡ Ausschlusses elwaige Widersprüche gegen den Plan zu erheben.

Dezember 1880,

Das Kaiserl. Amtsgericht. gez. Grobhoffer. Zur Beglaubigung:

Nagel, Gerichts\chreiber.

« 9692 a de E Bekaüntmachung,

Iu der Aufgebots\ahe von Nr. 86 Ostrog, Kreuzprobstei (Hospitalwiese), ist in der öffentlichen S Lage auf Antrag des Levy hierselbit, er-

| ! ß j î ] | | Hochfelden, den 12, j | j

j

| Sivung vom heutigen ¡ Pflegers, Rechtsanwalts Dr, kannt und verkündet worden :

Alle unbekannien Betheiligten werden mit

ihren Ansprüchen an die in der Zwangs-

; versteigerung des Grundstückes Blatt Nr. 86 | Osftrog, Kreuzprobstei, Hospitalwiese aus der

Poft Abtbeilung 111. Nr. 2 gebildeten Spezial-

masse (früßer Aus;ligler Thomas Niebiosa) jeßt

eingetragen Abth. 111, Nr. 5 mit 155 M 29

ausgeschlossen, Dagegen werden den Thomas Niebiosa’shen Erben, nämlich: 1) der Franziska, verehelichten Joßann Himmel zu Königshütte, 2) der Agathe, verehelichten CTagearbeiter Ioseph Biada, 3) der Caroline, verebelichten Mathes Hadam, ad 2 und 3 garten, 4) der Wittwe Kunigunde Niebiosa, geborenen Scyrba, 5) des Johann Niebiosa, ihre Rechte an dem erwähnten Kaufgelderrück stande { vorbehalten. Ratibor, den 11. Dezember 1880.

Königliches Amtsgericht, Abtheilung IX,

[31276] Gütertrennung.

Durch rechtskräftiges Urtheil der I1. Civilkammer | des Königlichen Landgerichts zu Bonn vom 18. No- vember 1880 is die zwischen den Eheleuten Her- mann Reinhardt, Kaufmann, und Elise, gebornen Peil, zu Rhöndorf, bestandene ehelihe Gütergemein- ¡ haft für aufgelöst erklärt.

j 5 Donner,

! Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts.

Maurer

T n I

Tagearbeiter aus Neu-

p —————————————————_—

[31261] Bekanutmachung.

Aus3zug. i Durch Beshluß des Kaiserl. Amtêegerichts Hoc i { felden vom 6. November d. J. wurde in der Zwangßs- î { in Schweinheim, Gläubigers, gegen die Eheleute j ¡ Johannes Lott V. und Ottilia Koelscv, ersterer ! { früher Bannwart, in Scherlenheim wohnhaft, fett ! | ohne bekannten Wohn- und Aufenthaltéort abwesend, *

Bei dem am 17. Juni 1880 in Toepliwoda ver-

hafteten Arbeiter Ernst Kunert von dort sind 136 4 95 Z Geld vorgefunden worden, welche Kunert am 16. Juni 1880 auf der Chaussee zwischen

Peilau und Kleutsch gefunden haben will. Auf

seinen Antrag vom 30. v. Mts. wird der unbekannte

Verlierer oder Eigenthümer des Geldes aufgefordert, seine Ansprüche und Rechte spätestens in dem auf den 8. Februar 1881, Vormittags 10 Uhr, vor dem hiesigen Amtsgericht im Zimmer V1. anstehen- deu Aufgebotstermine anzumelden, widrigenfalls ihm nur der Anspruch auf Herausgabe des dur den Sund erlangten und zur Zeit der Erhebung des An- spruchs noch vorhandenen Vortheils vorbehalten, Jenes weitere Recht desselben aber ausge\{lo}en wird.

Reichenbach u. d. Eule, den 7. Dezember 1880.

Königliches Amtsgericht.

S 827 Bekanntmachung.

Durch Urtheil in dem Aufgebotstermin am 8. November d. F. ist erkannt:

1) daß alle nicht gemeldeten Ansprüche an die dem Hufner Hinrich Christian Mordhorst in Meimersdorf mittelst Kontrakts vom 23. April 1879 vom adel. Kloster in Itzehoe verkaufte, in der Grundsteuermutterrolle unter Art. 34 eingetragene sogen. Hofwiese und Widersprüche gegen die anspruchsfreiz Zuschrift dieses Grundstücks zu dem Hufen- folio des gen. Hinrih Christian Mordhorst im Klöfterlih Itehoer Schuld- und Pfand- protokolle für Meimersdorf auszuschließen und die beantragte anspruhsfreie Zuschrei- bung stattzufinden hat; daß alle nicht gemeldeten Ansprüche und Rechte an die auf das Folium der Hauschildt- schen Hufe zu Rönne im Klösterlih Preeter Schuld- und Pfandprotokoll C. pag. 717 für den Landreuter Paul Hinrich Först pro- tokollirte, an seinen Sohn Wilhelm Carl Heinrih Först und hierauf von Letßterem an den Klostervogt a. D. Johann Christoph Rehr in Preetz cedirte Obligation vom 2. April 1839 über 300 r. vorm. Crt. aus- zushließen sind und die Eintragung des Letz- teren als des allein berechtigten Inhabers dieser Dbligation auf dem obgedachten Folio stattzufinden hat.

Kiel, den 14. Dezember 1880.

Königliches Amisgericht. Abtÿ. T. [31275]

Die mittels Aufgebotes vom 13. April 1880 aus- gerufenen Emil Heinrih Voigt aus Franen- stein und Friedrih Eduard ¿Frauke aus Nassau sind mittels Aus\f{lußurtheils vom 10, Dezember 1880 für todt erklärt werden.

Königliches Amtsgericht Frauenstein, am 13. De-

zember 1880. Kachler.

31290]

[ Zufolge des am 16. September 1880 verkündeten Aus\{lußurtheils, ist die Urkunde, aus welcher im Grundbuche von Dorf Beesen Band I1. Blatt 38 und Band IV, Blatt 143 und 149 in der dritten Abtheilung Nummer 9 beziehungsweise Nummer 1 vierunddreißig (34) Thaler zwei Silbergroschen ein Pfennig Erbegelder nebft vier Procent Zinsen vom 18. Dftober 1844 ab für Sophie Dorothee Smidt, jeßt Wittwe Baumgarten in Plößkau eingetragen steben, für kraftlos erklärt worden.

Alsleben a./S., am 3. Dezember 1880. Königliches Amts8gericht.

[31282

Auf den Antrag des Organisten a. D. Johann Jürgen Wiencke aus Rellingen werden der am 29. März 1834 zu Seelent geborne Steuermann Johannes Heinrich Theodor Niclas Wiencke, welcher am 7. Januar 1877 mit dem \päter als Wrack aufgefundenen Hamburger Dampfschiff „Spitz- bergen“ von Christiansund nah Dundee in See gegangen ist und von dessen Verbleib nichts weiter bekannt geworden ift, sowie dessen unbekannte Erben aufgefordert, sich spätestens in dem auf den

24. Februar 1881, Vormittags 12 Uhr, anberaumten Aufgebotstermine bei dem unterzei{- neten Amtsgericht zu melden, widrigenfalls der Ver- \chollene für todt erkört und sein Vermögen den ih legitimirenden Erben überwiesen werden wird.

Pinneberg, den 12. Dezember 1880.

Königliches Amtsgericht.

sch en-MAusweise der dentschen Settelbanken. [31354] Ueveriiczs D Tae 0 ' der Magdeburger Privatbauk. Activa. Deetalestand*- .-. . e Reichs-Kassenschetne Noten anderer B

782,491 14,960 63,800

5,210,632

903,360

50,110

3,000,009 600,000 5,942 1,936,200

56,507

971,869 251,705

C S S Lombard-Forderungen . E Sonstige Activa : Passiva, Grundkapital. . VLETELVETONDA, » ¿+ Spezial-Reservefonds . MILAUTCRDe I. ‘o Sonstige täglich fällige BVerbind- R e k E u E i Event. Verbindlichkeiten aus weiter begebenen, im Jnlande zablbaren Wechseln . .

a A 696,665 Magdeburg, den 15. Dezember 1880,