1880 / 299 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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des Entwurfs hHinzugeseßt werden können „und zur planmäßigen Tilgung der vom Jahre 1879 ab sfelbsts{uldnerisch auf den Staat übergehenden Prioritätsschulden verstaatlihter Cisenbahnen“, es er- schien jedo die Bestimmung am Schlusse dieses Paragraphen, in welchbem eine Erwähnung der Renten-, Zins8- und Amortisations- verpflihtungen aus den vom Staate seit dem Jahre 1879 abge- \{lofsenen Betriebs- und Eigenthumsüberlafsungsverträgen ebenfalls nit bâtte entbehrt werden können, außreihend, um den gedachten Fall dahin mit zu definiren, daß die zur Tilgung der Prioritäts- anleihen der verstaatlihten Bahnen erforderlichen Beträge aus den Ueberschüfsen der Verwaltung zu decken seien, gleichviel, ob sie sich auf dem Etat der Staatskahnverwaltung befinden oder auf den der Staatssculdenverwaltung übernommen sind.

4) Die Bezeichnung „vom Jahre 1879 ab abgeschlossenen Ver- trägen® ist zur Unterscheidung der neuern Verträge von den Ver- trägen gewählt, welche der Staat bereits mit der Niederschlesisch- Märkischen, (Geseß vom 31. März 1852, Gesez-Samml. S. 89), mit der Münster-Hammer (Geseg vom 30. April 1855, Geseßz- Samml. S. 251) und der Taunus-Eisenbahngesellsbaft (Gefeß vom 3. Mai 1872, Geseßz-Samml. S. 420) abgescblossen hat. Hiernach wird die zur Tilgung der Prioritätsanleihen dieser Gesellschaften er- forderlihe Summe bei Feststellung der dem Reservefonds zuzufüh- rendea Gelder, sowie der zur Tilgung der EisenbahnkapitalsGuld vorhandenen Mittel nit berücksibtigt. Das Gleiche ift der Fall w't den Beträgen, welche zur Amortisation der Kurhessischen, NafMauischen und Frankfurter Eisenbahnschulden erfor derlih find.

f H In der Resolution des Abgeordneter. hauses is unter I, 3 gesagt :

So oft und soweit nach der Uebersiht der Einnahmen und Ausgaben eines Rechnungsjahres oder bei dem Voranschlage im Staatéthaushalts-Etat sich ein Defizit berausftellt, zu dessen Deckung anternfalls Anleihen aufzenommen werden müßten, bis zur Höhe von 2 200 000 M

Nach dieser in den Entwurf aufgenommenen Bestimmung wird bei der Veranschlagung des Etats in erster Linie das Ergebniß des leßt abgelau}enen Rehnungsjahres maßgebend sein. Erst wenn kein sold:es rechnerisches Defizit oder ein geringeres als 2200000 6 vor- handen sein sollte, würde der Voranschlag selbs dafür entscheideod sein, ob die fraglichen 2 200 000 Æ oder ein geringerer Betrag dem Allgemeinen Staatsfonds verbleiben oder an den Reservefonds abge- führt werden sollen. l Í

8. 2 enthält die Bestimmungen über die Ansarnmlung eines Reservefonds und dessen Verwendnng.

1) Abfat 2, wonach der bei dem Reservefonds zu verausgabende Ergänzungsbetrag im Etat, beziechunas8weise in der Re{nung der Eijenbahnverwaltung in Einnahme zu stellen ist, giebt eine Vorschrift über die formelle Ausführung der Eingangébestimmung.

2) Absaß 3 betrifft die Tilgung der Staatseisenbahnkapitalshuld. Hicrfür ist als Grundsaß angenommen worden, daß der zu amorti- firende Betrag nicht nach der jeweiligen Gisenbahnkapitalschuld, son- dern nach ter Summe berechnet wird, welche fich ergiebt, wenn man zu der anderweit als Staatseisenbahnkapitalshuld festgestellten Summe vom 1. April 1880 die späteren Vermehrungen derselben hinzurechnet. In der erstern kommen die in Folge von Tilgungen cintretenden Verminderungen mit zum Auédrudck, in der leßten da- gegen nit. i :

D'e Berechnung der Tilgungsrate nah dem dur Tilgung nicht rerminderten Kapitale entspriht der Bestimmung unter I. 4 der Resolution sowte auch den bei Kapitalstilgungen allgemein maß: gebenden Grundsäßen.

3) In dem Entwurfe ist angenommen, daß nab der Absicht der Kommission die Zinsen von den Beständen des Eisenbahnreserve- fonds wiederum diesem und nicht den allgemeinen Staatsfonds zufließen sollen, da die Koupons der Reichs- und Staatsschuldver- schreibungen, in denen dieser Fonds angelegt sein wird, zu ihm ge- hören und Über diesen nah der Resolution unter I. 4 aussckließlih rur zu dem daselbst angegebeuen Zwecke diéponirt werden darf.

8, 3 ordnet das Verfahr+n, welches zum Zwecke der Tilgung der Eisenbahn?apitalshuld beobachtet werden soll, indem er im Anschluß an die Vorschrift des §. 2 Alinea 2 des Gesetzes, betreffend die Kon- folidation preußischer Staatsanleihen rom 19, Dezember 1869 a E S, 1197) den Ankauf eines entspreheriden Betrages von Schulddokumenten vorschreibt, Ein anderer, als der hier in Vorscblag gebrachte Weg freihändiger Beschaffung der zu tilgenden Staatsschuldrerschreibungen ist nicht zu empfehlen. Hierbei ist davon auêLgegangen, daß die zur Ti1gung vorhandenen Geldmittel durch den Reservefonds fliesien, ohne vorher in Reichs- oder Staatspapiercn angelegt zu sein.

8. 4 folgt den Bestimmungen des Geseßzes vom 24. Februar 1850, betreffend die Verwaltung des Staats\schuldenwesens und Bil- dung einer Staats\huldenkommission (Gesez-Samml. S. 57), sowie der Bestimmung der Resolution unter 1V.

8. 5 handelt von der Staatseisenbahnkapitalshuld und deren Festseßung. Nach Il. der Resoluticn soll diese auf den nah dem Etat pro 1889/81 sich am 1. April 1880 ergebenden Betrag der ge- ammten GIaatoIMuUl R T e . 1 396 000 (00 M angenommen tverden. Hierzu sollen jedo ferner noch die Beträge treten, um welche in Folge des Ankaufs von Privateisenbahn n eine Vermehrung derselben vor dem 1, April 1880 etwa noch stzttfindea möchte. Es ersien zur Vermeidung komplizirter Rehnungen zwcckmäßig, den 1. April 1880 als Tag der Fest- stellung der StaatseisenbahnkapitalsGuld beizube- halten. Bis u1t. März 1880 find auf Grund des Gese! es vom 20. Dezember 1879 (Geseß-Samml. S. 635), betreffend den Erwerb mehrerer Privat- eisenbahnen für den Staat, zufolge Allerhöchster Ermächtigung vom 31. Dezember 1879 an aus3ge- fertigten Schuldverschreibungen über 150 000 000 A t Q E veräußert. Es stellt sich mithin die Staatseisen- bahnkapitalshuld vom 1. April 1880 auf den Be- Ou ae e LEUO OOS LUU K

Der Absatz 2 des §. 5 enthält die Bestimmungen über die klnf- tige Berehuung der Staatéeisenbahnkapitalshuld. Wenn hierbei neten den durch den Etat außerordentlih bewilligten Mitteln au die erwähnt find, welche durch besondere Gesetze bewilligt werden, so hat dies darin seinen Grund, daß ein Betrag von 4 271 073,08 #4 in Ausführung des §8. 96 Abs. 1 der Hinterlegungëordnung vom 14. März 1879 (Gesez-Samml. S. 249) auf den durch das Gesetz vom 26. Jani 1878 (Gesey-Samml. S. 259) für die Berliner Stadtbahn bewilligten Kredit vereinnahmt worden ift, welcher der Staatseisenbahnkapitalshuld hinzugerehnet werden muß. Selbstver- ständlich hat diese Bestimmung nicht den Sinn, daß eine Hinzurech- nung ftattfinden dürfte, wenn in den betreffenden Gesetzen lediglih über die Verwendung von bereits für Eisenbahnzwecke zur Verfügung stehenden Mitteln Biftitintina getroffen wird und es fich nicht um die Bewilligung neuer Mittel handelt, wie dies heispielsweise bei einer Disposition über die von den verstaatlihten Bahnen überkom- menen Reserve-Erneuerungsfonds 2c. der Fall ist.

8. 6 trifft Bestimmung über die Höhe des für die Verzinsung dec Staatseisenbahnkapitalschuld vom 1. April 1880 erforder- lichen Betrages und stellt denselben fest auf... 63914324 M Dieser Betrag ergiebt fic durch den Hinzutritt des Zinéerfordernifsses für die vorstehend erwähn- ep 102 858 100 M.

L O e 0 4114324 M zu den in der Resolution auf ange- 59 800 000 #4 nommenen Zinsen der gesammten

Staats\chuld

von 1 396 000 000 M

102 858 100 ,

63 914 324 M

Gewerbe und Sandel.

Das Gesundheiisamt in Rio de Janeiro hat die \. Z.*®) aus Anlaß des daselbst aufgetretenen gelben Fiebers zur Ausführung gebrachten sanitären Maßregeln, welche später in Folge des Aufhörens der Krankheit außer Kraft geseßt worden waren, unlängst aufs Neue angeordnet.

Es find hierbei da sowohl Stadt wie Hafen ih in leßter D eines auênahmsweise günstigen Gesundheitszustandes erfreut

aben lediglih präventive Absichten im Hinblick auf die bevor- stehende heißere und deshalb für die fremden Sciffsmannschaften ge- fährlihere Jahreszeit maßgebend gewesen. :

Die betreffenden Bestimmungen beziehen fich bekanntlich hauptsächlich darauf, daf; die Scbiffsmannschaft in der heißen Tageszeit nicht zur Arbeit herangezogen werden darf, daß Scbiffe fernerhin ihre Ladung nicht mehr an den Quais und Depots löschen oder einnehmen dürfen, daß sie vielmehr in einer gewissen Entfernuug vom Ufer zu ankern haben.

Bereits früher is darauf hingewiesen worten, daß diese Maßregeln einigen Zeitverluft und größere Spesen für das Löschen und Ginneh- men der Ladung mit {fich bringen können, und daß hierauf bei Ab- s von Charter-parties von den Interessenten zu rücksichtigen ein dürfte.

Glasgow, 18. Dezember. (W. T. B.) Die Vorräthe von Roheisen in den Stores belaufen sich auf 493 000 Tons gegen 408 800 Tons im vorigen Jahre. Zahl der im Betrieb befindlichen Hochöfen 122 gegen 100 im vorigen Jahre.

*) Cfr. Nr. 61 des „Reichs-Anzeigers“.

Berlin, 20. Dezember 1880.

An der am Sonnabend, den 18. d. M., von Seiten des Ztöniglichen Hof-Jagdamtes auf den Feldmarken Lankwiß und Marienfelde durch den Hof-Jägermeisier vom Dienst, Frei- herrn von Heintze, abgehaltenen Ja gd nahmen Jhre König- lichen Hoheiten die Prinzen Friedrih Leopold von Preußen und August von Württemberg, Se. Durchlaucht der Fürst Anton Radziwill, die Generaladjutanten, Generale der Kaval- lerie Grafen von der Gol und von Brandenburg, General- [ieutenant von Albedyll, der Staatssekretär General - Post- meister Dr. Stephan, der niederländische Gesandte von Nochussen und A. m., zusammen 19 Herren, Theil. : j

Die Jagd begann Vormittags 10 Uhr unmittelbar hinter Lankwiy und endete Nachmittags 2 Uhr kurz vor Mariendorf, woselbst die Strecke aus einem größeren und 3 kleineren Kesseln mit 275 Hasen abgenommen wurde. |

Morgen, Dienstag, den 21. Dezember, findet eine König- lihe Parforcejagd statt. Rendezvous: Mittags 1 Uhr zu Jagdschloß Grunewald.

König- Wilhelm - Stiftung für hilfsbedürftige er" wachsene Beamtentöchter. Die Mona!schrift für Deutsche Be“ amte schreibt: Der erneute Aufruf, mit welchem sich das Comité zur Grün” dung çenannter Stiftung im September d. J. an Behörden und Beamte gewendet hat, ist niht obne Wirkung geblieben, Die Besorgniß Vieler, daß, so anerkenner8werth der Zweck auch sci, die Samnmslun- gen doch nicht zu dem gewünschten Ziele führen würden, ist der Veberzeugung von dem Zustandekommen der Stiftung gewichen; das Vertrauen zur guten Sache ist gewachsen, und manche Hand hat sich aesffnet, welche bis dahin ges{chlossea war. Bei verschiedenen Behör- den ist eine Nachlese gehalten worden. Das Ergebniß ift ein so erfreulihes gewesen, daß die Höhe der Beiträge, welche fih im September noch auf 120 000 4 belief, nun s{chon die Summe von 140 000 446 überschritten hat. Immerhin aber kann tese Summe, wenn sie auch vorläufig ausreichend erscheint, um die von Vielen langersehnte Stiftung jedenfalls ins Leben treten zu lassen, dem großen Bedürfniß gegenüber niht als genügend angesehen werden. Eine Vermehrung des Kapitals ist nicht nur wünscheat- werth, sondern sogar nothwendig. Das Comité gedenkt daher seine Bemük ungen nach diescr Richtung hin fortzuseßen und giebt sich der Hoffnung hin, daß das Unternehmen, wie es dur Ausdauer und Energie bis zu seiner jeßigen Höhe emporgebracht worden ist, durch das Zusammenwirken der Beamten auh noch weiter gefördert werden wird. Um dieses Zicl zu erreichen, bedarf es jedoch dcr thatkräftigen Unterstüßung und Mitwirkung größerer Kräfte, und auf diese glaubt das Comité umsomehr rechnen zu dürfen, als es sih ja um die eigensten Interessen der Beamten selbst handelt.

Es könnten beispielêweise während des Winters in den Städten zum Besten der Stiftung Vorträge gehalten, musikalis{e oder dra- matishe Aufführungen u. dgl. veranstaltet werden. Unscr Beamten- thum ift ein so vielfeitig gebildetes, daß es nicht schwer halten würde, die erjorderlihen Kräfte hierfür zu gewinnen, und an rührigen Män- nern, welche sch derartigen Unternehmungen mit Verständni®, mit Eifer und auch mit gutem Erfolge widmen, fehlt es gewiß nirgends. Dadurch würde es zugleich gelingen, die Kenntniß von der Stiftung in weitere Kreise zu tragen und namentlich Nichtbeamte für dieselbe zu interessiren. Wir haben in dieser Beziehung {bon in unserem Ottoberhest S. 323 darauf bingewiesen, daß so mancher mit irdischen Gütern gesegnete Pritvatmaun ein warmes Herz für die Beamten und namentlich für deren hinter- bliebene Angehörige hat. wenn fie in Noth und Sorgen ihr Dasein fristen müssen. Dem Comité find aus diesen Kreisen zum Theil unaufgetordert son reibliche Gaben zugeflossen; und es wird in vielen Fällen nur der Anregung bedürfen, um dem gemeirsinnizen Werke neue Freuvde und neue Wohlthäter zuzuführen. Tritt doch auch der Beamte gern helfend hinzu, wo es das Elend Anderer zu lindern gilt.

Es woûrde uns freuen, wenn diese Ardeutungen auf einen er- gi ebigen Voden fallen uud der jungen Stiftung reiche Früchte ein- tragen möchten.

Im Verein für die Gesbichte Berlins machte am Sonnabend der Vorsißende, Geh. Rath Sachfe, verschiedene ge- \chäftlide Mittheilungen, worauf Stadtrath Friedel die neuesten Erwerbungen des märkishen Museums v.rlegte. Wir heben daraus Folgendes hervor: Bei Legung von Wasserrohren hat der Baumeister v. d, Oesten zwischen der Königsmauer und der Neuen Friedrichs- straße cinen gemauerten, 187 m hohen (Barg gefunden, der, wahr- \cheinlib zu den früheren Festungswerken gehörig, aus der Statt zum Thore führte, und einen Durchbruch durch den Wall bildcte. Der Gang war möglicher Weise ein Zugang zu einer Ausfallspforte und ift vom Baumeister Oesten sauber abgebildet. Eine Handschrift von Paul Gerhardt, 2 Gemälde aus dem Nawblaß des Geh. Naths Wulfshein, Friedrih d. Gr. und FriedriÞh Wil!hilm Il. darstellend, 25 sehr sau- bere Bleistiftezeihnungen aus dem älteren Berlin, von Borchel aus- aeführt, und Aehnliches fesselte die Aufwerksamkeit d:-s Vereins. Zum Schluß legte Hr. F. Meyer die Ansichten des Prof. Ja- cobi in Leipzig Über den Ursprung und die Bedeutung des Namens Berlin in einem längeren Vortrage dar. Jn Uebereinstimmung mit Fidicin nimmt Jacobi an, daß die Spree beim Mühlendamm und bei der Gertraudtenbrücke ursprüng- lid durÞ Dämme abgesperrt war und daher ihren Lauf weiter süd- wärts fortseßen mußte. Um fo geeigneter erschienen die genannten Punkte zu einer Ansiedelung, die dann auch nach alter Sitte einen ortsbeshreibenden Namen erhielten, Nun lehnt sich der Verfasser an Böhmische Wurzeln an und findet für Berlin die Bedeutung: Ort der Strômung, und für Kölln Ort der Spaltung.

Die Anthropologische Gesellschaft hielt am Sonnabend im Hörsaal des Gewerbemuseums unter Vorsiß des Prof. Bastian

die leßte Sihung des Jahres ab, in der Prof. Dr. Virbow zunächst den Verwaltungsbericht erstattete. Nach demselben hat sich die Zabl der ordentlihea Mitglieder, namentli in Veranlassung der hier ab- gehaltenen Generalversammlung der deutschen Anthropologen erheb- lich vermehrt, und beträgt jeߧ 432 gegen 374 im Vor- jahre. 4 Ehren- und 82 fkorrespondirende Mitglieder ver- mitteln die Beziehungen der Gesellshaft nach außerhalb. Die Sammlungen, die in stetem Wachsen begriffen, baben neuer- dings in Hrn. Reiß einen sachkundigen Konservator gefunden. Die Bibliothek erhielt einen Zuwachs von 80 Bänden ; die Sammlung der Photographien bat fich um 50 Blatt vermehrt. Der Neuban des Museums is in Angriff genommen. Für die Gesellshaft find aus der Anusftellung zwei bleibende Erinnerungen hervorgegangen : der Katalog, der freilich 6000 4 gekoïet und nur 1686 Æ einge- bracht hat, aer ein Werk von dauerndem wissenschaftlihem Werth sein wird, und das „Photographiscbe Album“, das Karl Günther unter Dr. Voß’s Leitung herau8giebt und das auf etwa 170 Tafeln alles Hervorrageade bildlih darstellt, was bisher noch nicht reprodu- zirt war. Die Ausstellung selbït hatte 23000 # Einnahme, 22684 4 Ausgabe. Der Kassenabschluß der Gesellsbaft weist in der Einnahme, einschließlich 1838 46 Bestand, 10185 A, in der Ausgabe 8302 #6. auf, so daß 1882 #4 Bestand verblieben, aus dem jedoch noch reftirende Ausgaben zu decken find. Der Re- servefonds beläuft sich auf 6105 A Bei der nunmehr vorgenomme- nen Neuwahl des Vorstandes wurde Profeffor Dr. Virhow an Ba- stians Stelle zum 1., Bastian zum 2. und Professor Beyrih zum 3. Vorsigenden erwählt. Als Sekretäre werden auch ferner Pro- fessor Hartmann, Dr, Kuhn und Dr. Voß, als Kassen- führer Banquier Ritter fungiren. Von Dr. Heinzel lag ein Bericht über seine Untersuhungen des Urnenharzes vor. Man kat in Urnen wiederholt Harzklumpen gefunden, die man früher zumeist für ausländisbes Näucherrerk hielt. Dr. Heinzel glaubt nunmehr ermittelt zu haben, daß es das Harz der Bethula alba, ift, das noch jeßt in Nußland als Mittel gegen Gicht u. dgl. ange- wendet wird und das also wahrscheinlih auch {hon in prähistorischer Zeit als Amulet zu gleihem Zweck gedient haben mag. Dr. Heinzel hat ferner bei wiederholten Untersuchungen von Urnenscherben in fast allen Fett vorgefunden und dies und noch andere Umstände haben ihn zu der interessanten Vermuthung geführt, daß als Kochtöpfe bereits benußte Urnen zur Beiseßung der Verstorbenen benutzt wurden. Vom Prof. Hantelmann in Kiel ist eine Gußform für Dolche eingescickt worden, die erste im hohen Norden gefundene, die zugleich die Ansicht, daß derartige Sachen nur nach dem Norden durch Export ge- langt seien, widerlegt. Von den Reisenden der Gesellschast sind günstige Berichte eingetroffen. Der {on halb aufgegebene Hildebrandt ist von seiner {weren Krapkheit genesen und hat seine Arbeiten wieder begonnen. Das Inner: Madagaskars zeigt, wie er in scinem leßten vom 14, Oktoker datirten Brief s{reibt, bei Weitem nicht die Fruchtbarkeit, die man der Osthälste mit Recht zuscbreibt. Dr. Finsc befand sich am 4.September, dem Datum seines leßten Briefes, auf den Neu-Britannischea Jnseln. Mr. Maclee hat seine Reise dur die australischen Inseln beendet und befindet sich zur Zeit in Bris- bane an der Ostküste Australiens.

Aus Agram, 17. Dezember, wird gemeldet: Halb Agram über- nachtet heute im Freien, viele bessere Familien in Bauernhäuschen der nahen Dörfer. Um 11 Uhr 11 Minuten Abends. erfolgte eine chwahe Erihütterung von 1 bis 2 Sekunden Dauer, die Thüren und Fenster erflirren machte. Zwei Minuten darauf wiederholte sich die gleiche Erschütterung. Die Furt war fast allgemein, doch verlief der Rest der Nacht ruhta.

Das Wallner-Theater brahte am Sonnakend cin neues Lustspiel von L'Atronge, betitelt „Haus Lonei*“ zur erften Auf- führung. Das Stück hat nicht etwa, wie der an eine Firma erinnerude Titel glauben machen Töônnte, die äußeren ge[chäft- lichen Swicksale, sondern die innereu Verkbältnisse der Familie, der Kinder des Kommerzien - Raths Lonei zum Gegenstande, nämlich des Sohnes, eines verbummelten Primaners, der durch das Abiturientenexamen fällt und nur mit Mübe von einem jungen Schau- spieler vom selbstgesuchten Tode errettet wird, aber die Prüfung dann um so glänzender besteht —, der Tochter, die sich für cinen jungen ta- lentvollen Schauspieler interessirt und dadur mit den Vorurtheilen des Vaters in Konflikt geräth, und entlih eines Mündels, das sein Herz einem jungen Advokaten schenkt, ohne die Hindernisse zu beden- ken, welwe die aristokratishe Herkun|t desselben einer solhen unebenbürtigen Verbindung in dea Weg legen könnte. Die Handlung nimmt manchmal, wie namentlich in der Scene zwischen Later und Sohn im 3. Aft (die an Montjoie erinnert) und den darauf folgenden geradezu eine Wendung ins Tragische, indessen dauert diese Stimmuzg nicht allzu lange. Uad wenn der durch- gefallene Primaner in jener Scene im höchsten Pathos auêruft: „Im Lateinischen ungenügend!“ fo ist damit ausreichend dafür gesorgt, daß das Publikum das Unglück nicht zu tragish nehme. Die komische Figur des Malers Hummel scheint zudem ausdrücklih bestimmt, in Tritishen Momenten die Heiterkeit wieder herzustellen. Ueber manche Motive, die wir hier angewandt sehen, wie di: doch glüdliher Weise ziemlih veralteten Vorurtheile gegen den Séhau- 1pielecstand und die auch nit eben mehr so shroffe Abneigung der Aristokratie gegen den tüchtigen Handelsstaud kann man getheilter Meinung sein; im Ganzen aber ist das Stück mit jenem Ernst und jener fein beobachtenden Menschenkenntniß gearbeitet, die wir von dem Verfasser von „Mein Leopold“ und „Dr. Klaus“ gewöhnt sind. Das sind wirklihe Menschen von Fleisch und Bein, nit die schemenhaften Salonpuppen ode blödsinnigen Possenfiguren, an denen man sich so herzlih satt gesehen hat! Jn dieser Beziehung hat L'Arronge si entschieden ein Verdienst um unsere zeitgenössishe Büh- nenliteratur erworben. Das Publikum seinerseits erkannte dies ebenfalls an, indem cs dem Stück eine warme Aufnahme bereitete und dem Verfasser medrere Male während des Abends die Ehre des Hervcr- rufs zu Theil werden ließ. Gespielt wurde das Lustspiel so vor- trefflih, wie wir dies am Wallner-Theater gewöhnt sind. Der Kom- merzienrath Lonei des Hrn. Direktors Lebrun ist geradezu als eine Meisterleistung zu bezeichnen. Als Sohn, Kurt Lonei, debütirte Hr. Dumont in durchaus achtungöwerther Weise; Hrn. Kadelburgçs Scha «spieler Reinhard war von liebenswürdigster Bonvivant-Laune, und Hr. Engels erhielt selbstverständlih dur seine komis%e Maske und sprudelnden Humor das Publikum in heiterster Stimmung, die selbst dur eine neu importirte, aber eigenilich längfthverbrauchte Ne- densart nicht getrübt wurde.

Ein bedeutender Bruchtheil der Mitglieder des Wallner- Theaters war am Sonnabend aub am Belle-Alliance- Theater in eirer Novität thätig, nämlich in dem Schwank „Dperationen“ von O. Blumenthal und Carl Hartmann - Plön, welcher bet vollbeseßztem Hause in Scene ging. Die in jeder Be- ziehung vortheilhafte Beseßung der Rollen und die audgezeichneten Leistungen sämmtlicher Mitwirkenden, von denen besonders Frl. Wegner zu nennen ift, welche als junge Stude:tin reizend aussah und voll kecken Uebermuthes spielte, sicherte dem Stücke von vornherein eine freundliche Aufnahme, die es umsomehr fand, als der Dialog recht fließend geschrieben und voll prickelnden Witzes ist. Das leb- haft animirte Publikum kam den ganzen Abend über nicht aus dem Lachen heraus und kargte denn auch nicht mit scinem Beifall, so daß die Darsteller wiederholt und die Verfasser am Schlusse dec Vorstellung durch Hervorrufe geehrt wurden.

Redacteur: Riedel.

Verlag der Expedition (Kessel). Druck: W. Elsne :.

Drei Beilagen (eins{chlicßlich Börsen-BVeila ze).

Berlin:

(13344)

zum Deuischen Reichs-Anzeiger und Königlich

299.

4 —————

Erste Beilage

Preußischen Staats-Anzeiger.

Derlin, Montag, den 20. Dezember

S s

M

Inserate füc den Deutschen Reichs- und Königl. |

Preuß. Staats - Anzeiger und das Central-Handels-

register nimmt an: die Königliche Ervedition des Deutschen Reichs-Anzeigers und Königlich

Preußischen Staats-Anzeigers: Berlin 8M, Wilhelm-Sraße Ne. 82, M

1. Steckbriefe und Untersuchungs-Sachem. 2. Subhastationen, Aufgebote, Vorladungen u. dergl.

3. Verkäufe, Verpachtungen, Submissionen etec.| 7. Literarische Anzeigen.

4, Verloosung, Amortisation, Zinszahlung

u. s, w. von öZentlichen Papieren.

SpbhsFationen, Hufgebote, Wor- ladungen 2. dergl.

[3148] Oeffentliche Zustellung.

Die Pommersche Hypotheken-Actienbank zu C38s- lin, vertreten durch den Direktor J. Kirchner und den Premier-Lieutenant a. D, F. Quandt zu Côs- lin, deren Vertreter der Justiz-Rath von Wilmowski hierselbft, Charlottenstraße 3óa. ist, tagt gegen den Partikulier Alb. Friedr. Bohl hierselb, seinem ge- geawärtigen Aufenthalte nach unbekannt, wegen Zah- lung von 54% Zinsen für die Zeit vom 1. April bis 1, Oktober 1880 von den zusammen 200 000 #4, welche für sle auf dem bierselbst in der Cösliner Straße Nr. 8 belegenen, im G:undbuche der Umgebungen im Nie- derbarnimschen Kreise Band 45 Nr. 2179 verzeichneten Grundstücke des Beklagten in Abtheilung 111, unter Nr. 3 eingetragen stehen, mit dem Antrage, den leß- teren zur Zahlung von 5500 6 bei Vermeidung der Zwangs8volistreckung in das vorbezeichnete Pfand- grunditüd zu verurtheilen, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor die 12. Civilkammer des Königlichen Landgerichts 1. R Jüdenstraße 59, 2 Treppen, Zimmer 71, auf den

18, März 1581, Vormittags 10 Uhr, mit der Aufforderung , einen bei dem gedachten Gerichte zugelassenen Anwalt zu bestellen.

Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacbt.

Berlin, den 10. Dezember 1880,

Mohring, Gerichis\{reiber des Königlichen Landgerichis I.

(31472) Oeffentliche Zustellung.

Der Re&tsanwalt Dr. Weber zu Offenbach klagt gegen den Christian Neidlinger zu Offenbach, nun- mehr unbekannt wo abwesend, wegen Vertretungs- fosten mit dem Antrage auf Verurtheilung des Be- IHlagten zur Zahlung von zweihundert drei und neunzig Mark und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des MRechtsftreits vor das Groß- herzoglide Amtsgericht zu Offenbach auf

Mittwoch, den 2. Februar 1881, Vormittags 9 Uhr.

Zum Zwedcke der öffentlichen Zustellung wird

dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Wendel, Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Amtsgerichts.

[31463] Oeffentliche Zustellung.

Die Firma A. Stahl’s Wittwe zu Friedberg Tlagt gegen den Schreiner Johann Hettche zu Lohra, zur Zeit mit unbekanntem Aufenthaltsort abwesend, wegen Forderung für demselben in der Zeit vom Oktober 1877 bis November 1880 käuflich über- lieferte Waaren mit dem Antrage auf Verurthei- lung zur Zahlung von 165 M 75 mit 6% Zinsen seit dem Tage der Klagezustellung, sowie Bestätigung des dieier bs bei dem Johann Fink zu Lohra angelegten Arrestes bezüglih der vom Be- Tlagten für den 2c. Fink bestrittenen Baukosten und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhand- lung des Rechtsstreites vor das Königliche Amts- geriht zu Fronhausen auf

den 8, Februar 1881, Vormittags 10 Uhr.

Zum Zwecke der öffentlihen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht mit dem Hinzufügen, daß die Vollziehung des Arreftes durch Hinterlegung von 200 4 gehemmt wird.

Fronhausen, den 13. Dezember 1880.

Der Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts.

(31499) Oeffentliche Zustellung.

Die Ehefrau des Roßschlächters Otto Kröhßl, Sophie, geb. Thielecke, hier, klagt gegen ihren jeßt in unbekannter Abwesenheit lebenden Ehemann, den Roßschlächter Otto Kröbl, wegen böslihen Ver- lassens auf Ehescheidung mit dem Antrage:

das zwischen den Parteien bestehende Band der Che zu trennen und den Verklagten für den allein \{uldigen Theil zu erklären, und ladet ihn zur mündlihen Verhandlung des Rechtsstreits vor die erste Civillammer des König- lihen Landgerichts hier auf

den 11, April 1881, Vormittags 113 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei diesem Gericht zugelassenen Anwalt zu bestellen.

Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage hiermit bekannt aemacht.

Magdeburg, den 7. Dezember 1880.

Die Gerichtsschreiberei der I. Civilkammer des

Königlichen Landgerichts. Nuthmannu, Landgerichtsfecretair.

(831496) Oeffentliche Zustellung. Der Justizrath Ellendt hier klagt gegen : 1) die verwittwete Frau Anna Luß bier, 2) den Losmann Andreas LaN, zuleßt in Buttkuh- nen bei Goldap, jeßt unbekannten Aufenthalts, wegen Zahlung von 9000 A und Zinsen, mit dem Antrage:

a, die Beklagten zur kostenpflihtigen/ Zahlung von 9009 M nebft 69/9 Zinsen seit dem 1. August cr,, zur Vermeidung der Subhastation des Grundstücks, Hintere Roßgarten Nr. 4A,, zu verurtheilen ;

b, den durch Besbluß des Königlihen Land-

und dur das Königliche Amtsgericht hier cin- geleiteten Arrest für begründet zu erklären ; 0. das Uttheil auch für vorläufig vollstreckbar zu erklären; und ladet den Beklagten, Losmann Andreas Lutz, zur mündlichen Verhandlung des Rechtsftreits vor die dritte Civilkammer des Königlichen Landgerichts zu Königsberg i. Pr., Theaterplaß Nr. 3/4, Sißungs- zimmer 79, auf den 16. Februar 1881, Vormittags 109 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge- richte zugelassenen Anwalt zu bestellen. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird diefer Auëzug der Klage bekannt gemacht. Königs8b: rg, den 13. Dezember 1880. Hensel, Gerichtêëschreiber des Königlichen Landgerichts.

(304131 DeFffentliche Zustellung.

Der Kausmann C. Voigtländer zu Essen, Viech- hofersiraße, vertreten durch Justizrath Rocholl, flagt gegen den Kaufmann G. F. Keller, früher zu Bar- men, jeßt ohne bekannten Wohn- und Aufenthalts- ort, wegen Miethe aus dem Vertrage vom 26. No- vember 1877 und der Ueberweisung în der Konkurs- fache H. Kinne & Co. zu Essen mit dem Antrage, den Beklagten zur Zahlung von 1225 4 nebst 5 9% Zinsen von 175 A seit 1. November 1877, 59% Zinsen von 525 M. seit 1. Febrnar 1878 und 5 9% Zinsen von 525 Æ seit 1. Mai 1878 zu verurtbeilen, auch das Urtheil event. gegen Sicherstellung für vorläufig vollstreckbar zu erklären, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtg- streits vor die Kammer für Handelssachen des Königlichen Landgerichts zu Essen auf

den 26. Januar 1881, Bormittags 10 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Gerichte zugelassenen Auwalt zu beftellen.

Zum Zwedcke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Essen, 6. Dezember 1880.

Wilhelmt,

Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts.

(31500) Oeffentliche Zustellung.

Die Firma M. J. Mayer Wittwe zu Offenburg, vertreten durch ihren Prozeßbevollmächtigten Dr. Günzburg daselbft, gemäß Vollmacht vom 10. Ok- tober 1880, klagt gegen den Gastwirth J. Beyer, zu Königshofen, Bann Straßburg, vormals wohn- haft, zur Zeit ohne bekannten Ausenthaltsort, wegen Ford:rung von 107,12 4 für gelieferten Brannt- wein, mit dem Antrage: den Beklagten zu ver- urtheilen, an Klägerin die Summe von 107,12 4 nebft 6%) Zinsen seit 9. Oktober 1880 zu bezahlen und das Urtheil für vorläufig veoUstrecktbar zu er- klären und ladet den Beklagten zur mündlichen Ver- handlung des Rechtsstreits vor das Kaiserliche Amtsgericht zu Straßburg i. E, ESutenbergplay Nr. 10, auf

Mittwoch, den 2, Februar 1881, Bormittags ¿10 Uhr.

Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Straßburg, den 15. Dezember 1880,

Bath, Hülfsgerihtss{hreiber des Kaiserlihen Amtsgerichts,

(3146) Oeffentliche Zustellung. Die Ehefrau des früheren Krämers Georg Christian Justus Setivert, Matthilde Sophie Dorothea, geb. Kohrn, aus Lübeck hat ibren Ehemann verklagt, weil derselbe sie böslich verlassen habe und beantragt: principaliter : den Beklagten {uldig zu erkennen, zurückzukehren und das eheliche Leben mit der Klägerin fortzusetzen,

eventualiter; den Beklagten für cinen böslichen NBerlasser zu erklären, die zwischen Parteien bestehende Cbe dem Bande nach zu scheiden, den Beklagten für den \chuldigen Theil zu erklären und ihn zur Zablung des vierten Theils seines Vermögens an Klägerin zu verurtheilen.

Zur Verhandlung des Rechtsstreites is Termin vor der Civilkammer I. des Landgerichts hies. auf Dienstag, den 1. März 1881, Morgens 11 Uhr,

anberaumt.

Der Beklagte, dessen Aufenthalt unbekannt ift, wird zu diesem Termine mit der Aufforderung ge- laden, cinen bei dem hiesigen Landgerichte zugelasse- nen Anwalt zu bestellen.

Lübeck, den 13, Dezember 1880,

Schweisf, Gerichtsschreiber des Landgerichts.

[31493] Oeffentliche Zustellung.

Der Michael Burgun, ohne Gewerbe zu Cin- cinnati wohnend, vertreten durch Rechtsanwalt

“Deffentlicher Anzeiger. 7

Dr. Vohsen, klagt gegen den Friedrih Burgun, ohne bekannten Wohn- und Aufenthaltsort, und Konf., mit dem Antrage: die Theilung der Hinterlassenshaft des Aerers | Friedrich Burgun aus Breitenbach und der- : jenigen seiner Ehefrau Katharina Thomas in | der Weise zu verordnen, daß 1) Michael Bur- | aun, ohne Gewerbe in Cincinnati wohnhaft, !

gerichts vom 30, November cr. angeordneten

2) Burgun Friedrich, unbekannt, wo abwesend, '

Cie A e S T U E R FABE A A A E A S E E A R IE ‘E Me u A 2

9. Industrielle Etablissements, Fabriken und Grosshande!l. & 6, Verschiedene Bekanntmachungen.

8, Theater-Anzeigen. |In der Börsen- 9. Familien-Nachrichten. beilage.

Inserate nehmen an: die Annoncen-Expeditionen desg „Juvalidendank“, Rudolf Mosse, Haasenßtein

Bogler, G, L, Daube & Co,, E, Séhlïotte,

Büttner & Winter, sowie alle übrigen arößeren

Aunuoneen-Bureaus.

Dar,

3) Anna Behr zu Breidenbach, als Mutter und geseßliche Vormünderin ihres noch minder- jährigen in ihrer Ebe mit Johann Burgun erzeugten Sohnes Michael Burgun je ein Drittheil erhalten und die Parteien ¿zur Mass senaufstelung und Liquidation vor den mit dem Theilung?geschäste zu beauftragenden Notar Devicque zu Bitsch zu verweisen, und ladet die Beklagten zur mündlichen Verhand- [lung des Rechtsstreites vor das Kaiserliche Land- gericht zu Saargemünd unter Abkürzung der Ein- lassungsfrist auf 2 Wochen, auf deu 23. Februar 1881, Vormittags 9 Uhr. Zum Zwecke der öffentlichen Zuftellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Saargemünd, den 11. Dezember 1880. Der Ober-Sekretär : Errenu,

[31374] Oeffentliche Zustellung.

Die Ebefrau Marie Niemeyer, geb. Reinke, zu Hambura, vertreten durch den Rechtsanwalt Dr. G. Michahelles, klagt gegen den Maler Fer- dinand Peter Wilhelm Liemeyer, unbekannten Aufenthalts, wegen Ehescheidung mit dem Antrage, den Beklagten der böslihen Verlassung seiner Ghefrau für {uldig zu erkennen und die zwischen den Parteien bestehende Che vom Bande zu trennen, auch den Beklagten in die Kosten des Verfahrens zu verurtheilen, und ladet den Beklagten zur münd- lien Verhandlung des Rechtsstreits vor die ¿weite Civilkammer des Landgerihts zu Hamburg auf deu 15, März 1881, Bormittags 10 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge- ricte zugelassenen Anwalt zu bestellen.

Zum Zwecke ver öffentlichen Zustellung wird dieser Avszug der Klage bekannt gemaht.

Hamburg, den 16. Dezember 1880.

Schlieckan, Gerichtsschreiber des Landgerichts, Civilkammer Il.

[31476] Amt3gericht Hamburg.

Auf Antrag von Johanna Friederika Carolina Freerks, geb, Demöff, des Johannes Elias Christian Freerks Wittwe wird ein Aufgebot dahin erlassen :

daß Alle, welche an den Nawlaß des am 23. Juli 1880 zu Alt-Rahlstedt verstorbenen Jor hannes Elias Christian Freerks Erb- oder fonstige Ansprüche zu haben vermeinen, oder welche den Bestimmungen des von t«-m ge- nannten Erblasser in Gemeinschaft mit seiner Ehefrau am 11. Januar 1879 errichteten und am 19. August 1880 hierselbst publizirten aegen- seitigen Testaments, insbesondere der auf Grund dieses Testaments von der Antragstellerin in Anspruch genommenen Befugniß, den Nachlaß allein zu ver1reten, widersprechen wollen, hiermit aufgefordert werden, solche An- urxd Wider- sprüche spätestens in dem auf

Mittiwoc, 2, Februar 1881, 10 Uhr B. M., anberaumten Aufgebotstermin im unterzeichneten Amtsgericht anzumelden bei Strafe des Aus- \chlusses,

Hamburg, den 16. Dezember 1880.

Das Amtsgericht Hambnrg. Civil-Abtheilung I. Zur Beglaubigurg: Romberg, Gerichts-Sekretär. [31477] Amtsgericht Hamburgs.

Auf Antrag von Hermann Stoffert und Philipp Krauel, als TestamentêëvoUstrecker von Bernhard Rein- hard Beinhauer, wird ein Aufgebot dabin erlassen:

daß Alle, welde an den Nachlaß des am 22. Oflober 1880 hieselbst verstorbenen Bern- hard Reinhard Beinhauer, Erb- oder sonstige Ansprüche zu haben vermeinen, oder welche den Beftimmungen des von dem genannten Erb- lasser am 26. Juni 1876 erricteten, mit 4 Nachträgen vom 3. Dezember 1878, 1. Juli 1879, 1. und 27. Januar 1880 versehenen und am 18, November 1880 hieselbst publizirten Testa- ments, insbesondere dea den Antragstellern als Testamentsvollstreckern ertheilten Befugnissen widersprechen wollen, hiemit aufgefordert werden, solche An- und Widersprüche spätestens in dem auf

Mittwoch, 2. Februar 1881, 10 Uhr B.-M., anberaumten Aufgebotstermin im unterzeichneten Amtsgerichte anzumelden bei Strafe des Aus- \{lufsses.

Hamburg, 15. Dezember 1880.

Das Amtsgericht Hamburg. Civil-Abtheilung 11, Zur Beglaubigung : Romberg, Gerichts-Sekretär.

[31501] Subhastatiouspatent und Aufgebot.

Im Wege der Zwangsvollstreckung foll auf An- trag des Kassirers H. Reimers zu Aurich die dem Arbeiter Harm Ecken de Wall zu Walle gehörige, daselbst belegene, im Grundbuch des hiesigen Amts- gerihts Tom, 11, Vol. 13. Nr. 802 Pag, 233 regi- strirte ungetheilte Hälfte von 4 Diemath 170 Qu.-R. Landes in dem

auf Freitag, den 11. Februar 1881,

z Morgens 10 Uhr, im biesigen Gerichtslokale anstehenden Termine öffentlich meistbietend subhastirt werden,

———————————————————————————————_———— e E

Die Verkaufsbedingungen liegen drei Wochen vor dem Termine zur Einsicht auf hiesiger Gerichts- reiberei aus.

Gleichzeitig werden Alle, welche an dem Verkaufs- objekte Eigenthums-, Näher-, lehnrechtliche, fidei- tommissari]che, Pfand- und andere dingliche Rechte, insbesondere auch Servituten und Realberechtigun- gen zu haben glauben, aufgefordert, diese Rechte spätestens in dem angeseßten Termine anzumelden, widrigenfalls sie damit dem neuen Erwerber gegen- über ausges{lossen werden.

Aurich, den 13. Dezember 1880.

Königliches Amtsgericht. IIT. (gez.) Lindemaun. Beglaubigt: Meencnga, Gerichtsschreiber.

Zwaugsversteigerungsprofklam und 81891] Verkaufs - Anzeige.

Nachdem von dem unterzeichneten Gericht, in Sachen des Gastwirths Lars Andersen hierselbst, wider den Kolonisten Johann Henningsen in Neus- bôrm, wegen eines protokollirten Kapitals von 200 M nebst Zinsen und Kosten, der Zwangsverkguf der dem Beklagten gehörigen, zu Neubörm belegenen Kolonistenstelle verfügt worden ist, so wird Termin zum ¿ffentlichen Aufgebot und Verkauf der genannten Stelle auf

Mittwoch, den 9. März 1881, : Morgens 10 Uhr, im Kruze des Kolonisten von Lanken in anberaumt.

Zugleich werden die Königlichen Hebungsbramten und Einnehmer des Distrifts aufgefordert, die rück- ständigen Leistungen und Gefälle des p. Henningsen binnen 6 Wochen a dato der lezten Bekanntmachung bei dem unterzeihneten Gericht anzumelden, Alle und Jede aber, mit Ausnahme der protokollirten Pfandgläubiger, ihre etwaigen Protestationen gegen den Verkauf binnen gleicher Frist hierselbst anzu- bringen, widrigenfalls der Verkauf vollzogen und die gedachte Stelle dem Meistbietenden ausprucsfrei wird zugeschlagen werden.

Die bezüglihen Verkaufsbedingungen liegen 14 Tage vor dem Termin auf der hiesigen Gerichts- \{reiberei zur Einsicht aus.

Séhleswig, den 14. Dezember 1880.

Königliches Amtsgericht. Abtheilung Il. gez. Senniugs. Veröffentlicht: König, Gerichtsschreiber.

(31505) Steigerungs-Aukündigung.

In Folge richterlicher Verfügung werden nats verzeichnete Liegenschaften der Lorenz Fischer Ehe- frau Brigitta, geb. Reichert, in Obersasbach am

Dienstag, den 25. Januar 1881,

i Nachmittags 225 Uhr, auf dortigem Rathhause öffentlih versteigert und endgiltig zugeshlagen, wenn der Schätßzungspreis oder mehr erlôft wird.

D L D. M: 90!

36 Ar 63 Meter Hofraithe, Hausgarten und Adterland mit auf der Hofraithe befindlihem anderthalbstötigem Wohnhaus, Baltkenkeller, Steuer und Stallung, Gewann Säntis neben Josef Lamm und der Säntisgafse nebst auf der Behausung ruhendem halten Marktheil von ungefähr 18 Ar Wiesen, tax. . 2950 M L B Mr: 921 9 Ar 50 Meter Ale.land, Gewann Säntis, tax. . e

eubörm

: 400 , Summa . . 3350 M

Hiervon wird die Sculdnerin, deren Aufenthalts- ort unbekannt is, mit dem Anfügen benachrichtigt, daß sie, wenn sie Versteigerung auf Zahlungszieler wünscht, eniweder schriftlihe Einwilligung der Gläu- biger oder eine vor den leßten 8 Tagen vor der Steigerung nachzusuchende richterlihe Verfügung beizubringen habe.

Zugleich wird derselben aufgegeben, einen am Sitze des hiesigen Amitgerihtes wohnhaften Ges walthaber aufzustellen, widrigenfalls alle weiteren Ankündigungen gemäß §. 187 der R. C. P. O. nur an die Gerichtstafel angeschlagen würden.

Achern, den 14. Dezember 1880.

Der Gr. Notar. Ehehalt,.

Oeffentliche Hebung Die Handlung8gesell- \{haft Leopold Brandes & Co. zu Werther, vertreten durch den Justiz-Rath Bachmann I., klagt gegen den Kommissionär Hermann Juch zu Werther aus dem Kcemmissions-Geschäftsverkehre mit demselben mit dem Antrage auf Verurtheilung des Beklagten zur Zablung eines Saldo von 460 4 62 s, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhand- lung des Rechtestreits vor die zweite Civilkam- mer des Königlihen Landgerichts zu Bielefeld anderweit auf den 12, April 1881, Vormittags 11 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem ge-

dahten Gerichte zugelassenen Anwalt zu bestellen. | Zum Zwette der öffentlihen Zustellung wird dieser { Auszug der Klage bekannt gemacht. Bielefeld, ¡ den 14. Dezember 1880. Schalk, Gerichtsschreiber, ' des Königlichen Landgerichts,

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