1848 / 69 p. 3 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

wae rier M P E E

380

Berliner Börse vom lI. Juli.

Wechsel - Course.

do. Hamburg

B U dibi24 « Sud ilS Geiss ..- 300 Mk. | 2 Mi.

1 Lst. 3 Mt. 300 Fe. 2 Mit. 150 Fl. 2 Mt. 150 Fi. 2 Mit. 100 Thlr. | 251

s 8ST Leipzig in Courant im 14 Thlr. Fuss. . 100 Thlr, 9 N

Fraukfurt a. 3 d Wee: ebr. R: 2 mt. Vetersburg -«ch+--*-- 100 SRbI | 3 Wochen | 1014 |

“Taländische Fonds : Pfandbrief. -, Kommumal- Papiere und Geld - Course.

|Zf.| Brief. | Geld. St. Schuld-Seh. (35) 73% | 73% Seeh, Präm, Sch. |—]| 88% | 88 K.u.Nm. Scbulds, 3 vine | nis Berl, Stadt-Obl, [35 Westpr. Pfandbr. |3% 6 Gros3h.Posen do. | 4 9- do. do. |35 . 7 Ostpr. Pfandbr, 37 A Pomm. da. 3 »

Auslündische Fonds.

Gem. Zf.| Brief. | Geld. | Gem.

| Kur-u.Nm. Pfdbr. 897 | Secblezuscbe do. —_ do. Lt. B. gar. do. |: |

|

|

î

| Pr. Bk-Anth.-Sch 76%

Fnedrichsd’or. Anud.Goldm.à Oth.

Discouto.

Russ Hamb. Cert B | do. beiHlope3 4.8.5 | | do. do. 1. Aul.| 4 | | do. Stiegl. 2.4.4.14/ 80 |

do. do. 5. A. 4| | do. v. Rtbseb.Lst.| 5 | 98 | Holl. 25 % Int. do.Poln.Schbatz0.| 4 | 59 | 58 58 Kurh. Pr.O. 40 th. do. do. Cert. L.A. 5 | 72 1A 1: Sardin. do. 36 Fr. |— do.do.L.B.200FL —| | 107 N. Bad. doe. 35 Fl. |— Pol a. Pfdbr.a.C. 4 | 89% | |

Poln neue Pfdbr. | do. Part 500 FI.

do. do. 8300 FI. Hamb. Feuer-Cas.|- do,.Staats-FPr. Anl.

Eisenbahn- Actien.

Stamm - Actien. j Kapital.

Börsen-Zins- Rechnung,

Tages - Cours.

Der Reinerirag wird nach ersolgter Bekannim. in der dazu bestimmien Rubrik ausgefüllt. Die mit 3$ pCt. bez. Actien sind y. Staat gar.

Rein-Ertrag. 1849. *

Berl. Anhalt Lit. A B. | 3,500,000 do. Hambur 8,000,000 S . 1 . ,

do. Stettin - M | 4,824,000 do. Potsd.-Magd... | 4,000,000 Magd.-Halberstadt .- | 1,700,000 do. Leipziger .…... | 2,300,000 Halle-Thüringer .…... | 9,000,000 Cöln - Minden... 13,000,000 do. Aachen 4,500,000 Bonn - Cöln 1,151,200 Düsseld. Elberfeld .. | 1,527,000 Steele - Vohwinkel... | 1,160,000 Niederschl. Märkisch. | 10,000,000 do. Zweigbahn | 1,500,000 Oberschl. Lit. ie. E40 100 do. Tit. B... | 2.400,000 | Cosel - Oderberg 1,200,000 Breslau - Freiburg .…. | 1,700,000 | Krakau - Obersch Jes 1: 1.500.000 Berg.-Märk. .…...... 4,000,000 Stargard -Posen ..... | 5,000,000 Quitlungs - Bogen. Berl. Anhalt. Lit. B. | 2,500,000 Brieg - Neisse 1,100,000 | Magdeb.-Wittenb.... | 4,500,000 | Aachen-Mastricht .…. | 2,750,000 | Thür. Verbind.-Bahn 5,600,000 |

| Ausl. Quitltungsbog. | A Ludw.-Bexbach 24 F. | 8,525,000 | 4 | 90 L Pesther.…...…. 26FI. | 8,000,000 | 4 | 80 Friedr. Wilh.-Nordb. 8,000,000 | - | &5| 363 a 5 bez.

845 bz. x. G. 60 a 61 bs.

83 bz: u. G.

45 B.

587 G

ri 1 s C7 O l D

n

493 a 49% be. u, G, 747 be. n. G 53 6.

63 6.

687 bz. n B.

81 G6. 80 a 81 be 81 6. 81 bes.

36 B. 35 6. 48 6. 63 be

ian f fa f m S C ga G a fn fn fm E n f P— f f S

as. 4 t P E

e S

81% ba. u. G,

L‘) S

| 60| 43 a 424 bs, 30 20

Schluss - Course von Cöln - Minden 744 &.

Prioriläts - Actien. | Kapital.

Tages - Cours:

Sämmtliche Prioritäts-Actien werden durch jährliche Verloosung a 10U pCt. amortis.

Zinsfuss,

Berl.-Anhalt..... ».... |1,411,800 do. Hambur 5,000,000 do. Potsd.-Magd. .… [2,367,200 do. do. .. [3,132,800

Magdeb.-Leipziger .… |1,788,000

Halle - Thüringer .….. /4,000,000

Cöln - Minden 3,674,500

Rhein. v. Staat gar.. |1,492,500 do. 4. Priorität... |2,457,250 do. Stamm - Prior... |1,250,000

Düsseldorf-Elberseld. |1,000,000

Niedersch]. Märkisch. !4,175,000

do. do. 3,500,000 do. ITI. Serie. |2,300,000 do. Zweigbahn | 252,000 do. do. 248,000

Oberschlesische 1,276,600

Cosel - Oderberg | 250,000

Stecle- Vohwinkel... | 325,000

Breslau - Freiburg . 400,000

|

Ausl. Stamm-Act. '

805 6. 85; @.

804 a 79h bs. n. B.

80 bz. 867 bs.

63 6.

775 6. 91 a 92 be a. & 86 bx. 635 6,

903 bs.

end f f f U U ia U O a fn fa E E A I P R

|

Zinsen Reinert 1847.

Börsen-

6,000,000)

—_

Dresden-Görlitz Leipzig-Dresden 4,500,000| 4 Chemnitz - Risa 3,000;000| 4 Sächsisch-Bayerische |6,000,000| 4 | Kiel - Altona... Sp. |2,050,000| 4 | Amsterd.-Rotterd. FI. |6/500,000| 4

Mecklenburger Thlr. 4,300,000) 4

| l

l E 19

von Preussischen Bank - Antheilen 80; 6,

Nachdem die Stimmung an der heutigen Börse anfangs zweifelhaft schien, stellte sich später doch entschiedene Kauflust ein, und die Börse schloss fur die meisten Actien animirt. Ausländische

Fonds etwas billiger erlassen.

Auswäártige Börsen.

Leipzig, 10. Juli, L, Dr. Part. Oblig. 94 G. Leipz. B. A, 150 Br. Leipz, Dr. E, A. 93 G. Sächs. Bayer. 78 G. Sächs. Schles. 73 G. Chemn. Riesa 265 G. Löbau-Zittau 245 G. Magdeb. Leipz. 163 Br. Berl. Anh. A. 84 G., do. B. 80; G. Altona-Kiel 87 Br. Deß. B. A. 845 G. Preuß. B. A. 795 G,

Frankfurt a. M., 8. Juli, Darmst. 50 Fl. L. 615 G. do. 25 Fl. 21. 205, Hope 74x G. Stiegl, 74; G. Poln. 300 Fl. L. 8 G. do. 500 Fl. 643. 64. Kurhess. 25. 24%. Sardin. 254. 244, Baden 26. 255. Taunus pr. ult. 281. 278. Bexbach 63, 623, Friedr. Wilh. Nordbahn 36. 35%. Köln-Minden 72, 71.

Wechsel. Amsterd. k. S. 101 G., 2 M. 1004. Berl. k. -S. 1043. Hamb. k. S. 873.G., 2 M. 87% G. Lond. 2 M. 1205 G.

Die Stimmunz in mehreren Fonds und Eisenbahn - Actien war heute ungünstig. Es fanden einize Verkäufe zu mehr oder minder billigeren Preisen statt; im Allgemeinen wenig Umsaß.

Paris, 8. Juli, 3proz. 51.75. proz. 80. Nordbahn 385:.38/ 40,

Belg. Fonds neuerdings gestiegen 2x proz. 38, 37% Ard. etwas

Antwerpen, 7. Juli. und sehr willig, 5 proz. 765. 44 proz. 68. Span. waren ebenfalls sehr fest und blieben 184, 18. lätter 95, %, #-

Markt : Verichte. Berliner Getraidebericht. Am heutigen Markt waren die Preise wie folgt : Weizen 45—50 Rtblr, Roggen loco 25—27 Rthlr. » Pp. Juli /Aug. 24 Rthlr. Br., 234 G. » Sept. /Okt. 254 Rthlr. Br., 25 bez. u. G. Hafer 48/52 pfd. 16—-18 Nthlr, Berste 0—22 Rthlr, Rapps 60 Rthlr. Rüben 55 Rthlr. Rüböl loco 10{—-$4 Rthlr. bez. » Sept. /Okt. 10x—X Rthlr. Spiritus loco 165 Rthlr

Die Rente hat ibren erhöhten Cours von gestern behauptet, aber die Anstrengungen, welhe man machte, um eine noch mehr steigende Bewegung hervorzurufen, sceiterten in Folge der Gewinn - Realisa- tionen, Juzwischen wurden viele Einkäufe für Rechnung der Pro- oinzen gemaht. Bank-Actien fuhren gleichfalls fort zu steigen, von 175) bis 1780). Eisenbahn » Papiere der Hauptöahnen wurden viel ackauft und blieben steigend.

Es zirkulizen falsche französische Banknoten von 100 Fr.

London, 7. Juli, 3proz. Cons. 86%. a. Z. 874. 3xproz. 874, Ard. 12. 3proz. 215 ex- div. Belg. 25 proz. 30, Ul 454. Portug. 15. 4proz. 175. E. R. 964. Bras. 68. Mex. 175. Englische Fonds eröffneten heute etwas flauer. Jun fremden Fonds war weuig Geschäft, Eisenbahn-Actien unter dem Einfluß der Cons. etwas flauer.

Amsterdam, 8. Juli, Die Stimmung für holl. Fonds blieb seyr günstig. Alle Gattungen derselben, besonders aber 4proz., waren zu höheren Preisen gefragt z der Umsas sehr lebendig. Span. preishaltend. Für. Russ. und Oest. zeigte sich anvaltend viel Kauf= lust, uad \ind leßtere und 4proz. Russ. sehr gestiegen. Bras. sehr

esucht. gel Holl. Jut. 445, %, 45, Z3proz. neue 51%, 52. proz, ostind. 685, 69%, %. 3iproz. Synd. 68. Act. der Handels - Maatschappy 433, Span. Ard. 94. gr. Piecen 8, 9. Russ. 4proz. Hope 76%, 76. Stiegl. 755, 4. Oest, Met, 5proz. 68, 69%, 70. 23zproz. 36 362, Bras, 70, 71. :

Nmsterdam, 8. Juli, Während dieser Woche haben die Course fast aller hier verhandelt werdenden Staatspapiere neuerdings einen erheblichen Aufshwung genommen, weil das Steigen der Fonds an den auswärtigen Börsen das Vertrauen der Kapitalisten sowohl als der Syekulanten verstärkt, um lieber Einkäufe von Effekten zu machen, als bei dem niedrigen Geldzins-Cours auf Pfandleigungen

einzugehen. Die bedeutendste Preisverbesserung ereignete si in öster» reichischen Fonds auf die günstigen Berichte von Wien, so daß 5pro- zentige Metalliques, welche verwichenen Sonnabend shon 585 % gal- ten, ers allmälig 62 % erreichten, doch gestern plöplih auf 66 % ge- stiegen sind und 2prozentige dito sich von 31% bis zu 344 % die Woche über verbessert haben. Von den holländischen Effekten waren wiederum

» p, Herbst 15;—15 Rihlr. Marktvreise vom Getraide. Berlin, den 10. Juli. Zu Lande: Weizen 1 Rthlr. 28 Sgr. 9 Pf-, auch 1 Rtblr. 25 Sgr. 8 Pf. ; Roggen 1 Rtbir. 4 Sar. 1 Pf., auch 1 Rtblr. 1 Sgr. 3 Pf.z große Gerste 28 Sgr. 9 Pf., auch 27 Sgr. 6 Pf.z Hafer 23 Sgr. 9 Pf, auch 21 Sur, 9 P : Zu Wasser: Weizen (weißer) 2 Rthlr. 1 Sgr. 3 Pf., auch 1 Rthlr. 27 Sgr. 6 Pf. und 1 Rthlr. 25 Sgr. ; Roggen 1 Rthlr. 6 Sgr. 3 Pf., au 1 Rthlr. 1 Sgr. 3 Pf; große Gerste 1 Rthlr. ; Hafer 23 Sgr. 9 Pf., auh 22 Sgr, 6 Pf.z Ecbsen (\hlechte Sorte) 1 Rthlr. 5 Sgr. Sonnabend, den 8. Juli. Das Sthock Stroh 6 Rtblr, 15 Sgr., auch 5 Rthlr, ; der Cent- ner Heu 25 Sgr., auh 16 Sgr, 3 Pf. e Stettin, 7. Juli. (O. Z) Woch?n-Bericht. Jn der allgemei nen Lage unseres Platzes hat si uoch immer nichts geändert. Mit Ausnahme des Beispiels, welches jüngst zwei amerifanishe Schisse gegeben, dauert die Blokade unseres Hafens in alter Weise fort, und nux über unsere neu - vorpommerschen Häfen treffen fortgejeßt

unser Exporthandel ganz inhibirt bleibt. i -

Die Witterung hat si reell gebessert, wodur die Hossnung auf ein gutes Einbringen der zu Felde stehenden reiben Getraide= Aerndte neu belebt worden ist. Die Heu - und Futterfraut - Aerndte unserer Gegend hat dagegen leider hon sehr gelitten, und wenn auch am Quantum nur wenig verloren gehen sollte, o wird die Qualität desto mangelhafter sein.

h Von R ih Rübsen wird durchgehends in unserer Gegend nur eine geringe Aerndte gewonnen weiden, deren Qualität noch dazu ebenfalls mehrfach gelitten hat. . N

Die zu Felde stehenden Kartoffeln bieten die günstigsten Aus- sichten dar. Wir haben son jeßt Frühkartoffeln , deren Qualität befriedigend i, an „unserem Markte, was früher is, als es sonst der Fall zu sein pflegte. Von einem Wiedererscheinen der verheerenden Krankheit, welchè uns in den legten drei Jahren heimsuchte, hört

4 prozentige wirklihe Schuld am meisten in Frage und holte verhältniß- mäßig höhere Preise; der Cours blieb Sonnabend auf 66% % stehen und ging allmälig bis 685 % hinauf; 34 prozentige Syndikat - Obli- gationen gingen von 64 guf 67 %; 3 prozentige wirkliche Schuld von 502 auf 515 % und 21 prozentige dito von 43% auf 445%. Die Actien der Handels-Maatshappy stellten sich gestern auf 1325 %, mit- hin seit vorigem Sounabend eine Preis=Verbesserung von 6%. Auch für Eisenbahn - Actien erwachte die Kauflust wieder , und erfuhren Utrecht-Arnheimer Actien die ansehnliche Preis-Verbesserung von 655 auf 744 %, und Haarlem-Rotterdamer wurden bis zu 60 % abgenom- men. Alte russische 5 prozentige Obligationen bei Hope waren zu Anfang der Woche angenehm und holten 95% %, seitdem verringerte sich aber die Kauflust, und deren Preis ging auf 943 % zurü; dagegen haben 4 prozentige Certifikate bei demselben, nah einem Fall von 72ck auf 72%, sich gestern bis 74% gehoben. Einige preußische Prämien- Scheine wurden erst zu 141 Fl., zulegt aber zu 147 Fl. abgenom- men. Spanische Ardoin - Obligationen fielen von 9% auf 9%, er- holten sich indeß wieder auf 9 %. Z3Zprozentige binnenländische bes-

man bis jeyt nichts. : E Getraide. Das eingetretene bessere Wetter hat die Specu- latiousfrage dafür, welche in voriger Woche auffam, wieder gehemmt.

und bleibt so noch hen. Für Uef. pr. Sept. /Okt, zeigt sich noch einzeln Kauflust, 2

und anderer 14 a 145 Rthlr, noch zu haben.

ten sich von 165 bis 18 %-. Brasilianische Obligationen stiegen n 74 vi 69% und peruanische von 16 auf 165%, Der Geld-

zins-Cours erhielt sich auf 3%.

lassen, 26 Rthlr, erst dafür geboten.

einzelne der für hier bestimnten Waaren-Zufuhren ein, während aber |

Dagegen giebt die Aussicht zum Abschluß eines Wasfenstillstandes mit Dänemark und zur Aufhebung der Blokade den Verkäufern einigen neuen Muth, und wird Weizen in Folge desjen und des fortwährend geringen Vorraths davon etwas höher gehalten, auf 44 a 52 Rthlr. nah Qualität und Gewicht von 125 bis 129 /30 pfd. gelben. Rog- gen in loco wurde in den leßten Tagen mehr und mehr vernach- lässigt, doch drängten ih Verkäufer niht an den Markt, 94 a 27 Rihlr. nach Qualität und Gewicht verlangt, 25 Rthlr. für \{chwere Waare wohl noch zu ma-

Rtblr. zuleyt bez. und dazu wohl noch anzubringen. Von großer Gerste is nur sehr wenig in 105 106 pfd. pomm. am Markt, wofür 93 Rthlr. gefordert wird, 22 Rthlr. wohl zu machen sein würde. Kleine vernachlässigt und eine Partie geringe Waare zu 18 Rthlr.

und darunter vergebens E Hafer, ian T Ebe E

und große noch auf 30 a 39 Rthlr. iden wenig zu baben, Jas 28 Rthlr. nominell.

Heutiger Lastadie - Landmarkt :

Aue Weizen Roggen Gerste Hafer Erbsen 8 12a14 -— 6 1 Dr erre! Weizen Roggen Gerste Hafer Erbsen 49 ¿ dd 24 425: 48a 20 Ma 16 26a 28 N

Auch Weizenmehl hat sich etwas höher gestellt, extra superfein 3! Rthlr. pr. Ctr. unverst. oder 20 Sch, pr. Faß von 196 Psd. Engl. Netto. Roggenmehl unverändert, hiesiges 2, a % Rthlr. unverst. , Russ. 28 Sgr. :

Sgamen. Von Rapps und Rübsen is im Ganzen noch immer wenig offorirt. 1nd wurden bis je6t größtentheils erst Kleinigkeiten davon ün Preije - von o0 a 94 Mthitil, gécanp- Dio meisten größeren Produzenten sind mit dem Aushülsen dieser Frucht nocy nuys fertig und bleiben mit Offerten eher zurückhaltend, da es sih mehr und mehr herausstellt, daß wir mit Ausnahme einzelner Stellen nur eine halbe Aerndte davon gewonnen haben, während andererseits Käufer um so weniger geneigt sind, höhere Preise dafür anzulegen, als die Qualität der Waare mehr oder minder zu wünschen übrig [äßt und Rappkuchen nur zu äußerst geringen Preijen loszuwerden sind. Verlangt wird für Rapps und Rübjen bei etwas größeren Partieen, eiwas früher oder später zu liefern, 56 a 60 Rehlr., ge- boten selten über 50 a 52 Rthlr. Schlag-Leinsaamen 40 a 46 Rthlr, nach Qualität ohne Umsaß. Kleesaamen und Thimothee ebenfalls Preise dafür ganz nominell wie vor sieben Tagen gemeldet.

Spiritus ist seit Anfang der Woche wieder angenehmer gte worden, besonders in Folge einiger neuer Versendungen davo nah Preußen und Posen, während unsere Lager davou bemerfbar «ab men. Zu notiren ijt heute aus erster Haad zur Stelle unt Ms Weie ter Hand ohne Faß 214—22 %, mit Faß 225 %, welce Preise auch bei fleinen Partieen bezahlt stad. : ; ;

La 10, Juli, Seit gestern is hier die Witterung wie- der etwas unbeständig geworden. Zwar ist nur sehr wenig Regen gefallen, doch der Himmel noch bedeckt. Es is heute der bekannte Siebenbrüdertag, dem in England, wenn es an diesem Tage regnel, von manchen Personen noch immer viel Bedeutung beigelegt wird.

Getraide. Weizen bleibt völlig preishaltend, da fortwährend schr wenig davon zu haben ist. Man hält damit auf die (eßtgemel- dete Forderung von 44 a 52 Rthlr. nah Qualität und Gewiht. Bezaÿlt ist 124 /125pfd, gelber (86 Pfd. pro Schfl. knapp) mit L Rthlr. Roggen flauer, in loco 24 a 25 Rihir. bezazit, heute 8 Psd. pro Schfl. zu 24 Rthir. erlassen, dazu aber nicht anzubringen. Auf Lieferung pro September /Obktober wurde bem Schlusse der vori- gen Woche 245 a 25 Rthlr. bezahlt, während heute 245 Rthlr. nur theilweise noch zu machen sein dürfte und meistentheils nicht über 24 Rthlr. geboten wird. Von großer Gerste ist nur eine Parti hinterpomm. am Markte, wofür 23 Rthlr. gefordert wird, was ia nicht zu bedingen ist. Kleine zu 20 Rthlr. und billiger a E nur merklich weniger dafür geboten. Hafer, preuß. 14 a 142 O pomm. 16 Rthlr, ohne Umgang. Erbsen nach Qualität, Koch=- 29 a 33 Rthlr., Futter- 26 a 27 Rthlr. nominell. /

Saamen. Oelsaamen is höher, Rübsen in loco steigend von 51 bis 56 Rthlr. bezahlt. Eine Partie Rapps, im September aus Schlesien abzuladen, bedang 62 Rthlr. Slagleinsaamen unverâu- dert, 40 a 46 Rihlr. nach Qualität und Gewicht. ain

Spiritus erhält sich angenehm , aus erster Hand zur Ld und aus zweiter Hand 215 21%, mit Faß 22% geboten “T /0 verlangt.

N Rüböl fest, in loco 9% Rthblr. eher zu machen als I Ne pr. Juli 9% Rthlr., bezahlt und noch zu bedingen, P 40 Ktblr tober 10 Rthlr. bezahlt. f Leinöl 85 Rthlr. Palm! 195 ,

üdseethran 8% Rthlr. gefordert. : : E - Metalte Zink 3%, Rthlr., Roheisen 15 hlr, zu Es Füs

P. S. Spiritus in loco ohne Fässer 214 % bezzhlt, mit Fa) c DOL O / August 22% zu machen. Rüböl in sern 224, % zu bedingen, pr. M 1014 Riblr. kiezalilt loco 95 % bezahlt, pr. Sept. /Oktt 22 Dat LA

Mit der heutigen Nummer des Staats-An-

eigers werden Bogen 72—73 der Verhandlungen

L

tue Bexeinbarung der Preuß. Verfassung, Petitionen enthaltend, ausgegeben. ri

Partie kleine Waare von nicht besonderer Qualität zu 28 Rihlr. er- Anderweitig hält man kleine

Druck und Verlag der Deckerschen Geheimen Ober -Hofbuchdruckerei, Beilage

: AuùsLaudDd Ftalien. Rom. Die Entlassung der Minister nichi angenommen, Vermischtes. Genua. Seerüstungen. 5 E Spanien. Madrid. Der angebliche Ministerwechsel, Karlisten-Be- wegungen. Der Hof nah La Granja. 4 Türkei. Konstantinopel. Said Pascha verhaftet. Wissenschaft und Kunst. Bussteliuna in der Königlichen Akademie der Künste, (Neunter und leßter Artikel.) Archäologische Gesellschaft. 6 ___ Eisenbahn - Verkehr. Köln - Mindener Eisenbahn. Markt - Berichte.

Uichtamtlicher Theil.

NuslaudD.

Italien. Nom, 20. Zun (fl. 5) D Ministerium hat, da der Papst die Einschiebung des Grafen Marchetti nicht dulden und von einer Theilung des Staatssekretariats uihts wissen will, gesteru seine Entlassung genommen. Der Papst hat sie indessen nicht acceptirt. Gestern Abend traten die Kasinos zusammen, um eine Demonstration zu Gunsten des Kriegs und der Niinister vorzubereiten. Mamiani , welcher des Morgens im hohen Rathe, bei Gelegenheit der einstimmig angenommenen Kriegsvotation, eine begeisterte Rede gehalten hatte und mit Jubélgeschrei bis zur Thüre aeleitet worden war, erhielt einen Fackelzug. Corsini, der Senator von Rom, sonst so populair, wurde, als er die Menge beruhigen wollte, ausgepfiffen. Ein von dem Kriegsschauplaß zurückgekehrter Offizier der Linie befam eine Kaßenumusik zum Willklomm, An allen diesen Aeußerungen der natiolen Leidenschaftlichkeit hat übrigens der Maun des niederen Volkes keinen Antheil, Dieser is gauz anderer Meinung und soll Aeußerungen gethan haben, die eiuen Sturm auf die Ka}lnos 11 Auesicht stellen, Die Kammern und die Kasinos verlangeu Krieg und Pius IX, und das ihm treu ergebene Volk Frieden. Jn der That soll der Papst aufs neue ein Manifest seiner Fricdcenöwülinsche und Bemühungen vorbereiten. Das Kriegsministerium hat bereits zwei Staffetten an Duraudo abgehen lassen, um von ihm die Details der Capitulation von Vicenza zu erhalten, aber bis jeßt ist es ohne allen Bescheid geblieben. i :

_-QOeénua, 28, Juni, (D. A. Z) Die Seerüstungen werden hier mit großer Lhätigkeit fortgeseßt. Jun wenigen Tagen werden zwei größere Schiffe, die Fregatte „Eurydice““ und das Dampfboot „Alcion““, in See gehen, um sih dem Blokade Geschwader vor Triest anzuschließen. Gestern is ein höherer Sce- Offizier nach Marseille abgegangen, wie es heißt, in der Absicht, daselbst mehrere Dampf= böte für den Dienst der Flotte zu miethen.

Spanien. Madrid, 2. Juli. Gestern Abend ist der Attaché der englishen Gesandtschaft, Herr Loftus Otway, von hier nah London abgereist. :

Der Heraldo sagt heute: „Die Feinde der öffentlihen Ord- nung verbreiten das Gerücht von einem bevorstehenden Ministerwechsel, an den man nicht auf einen Augenblick auch uur im entferntesten ge= dacht hat, und zu dem nicht der geringste Vorwand vorhanden ist, Andere Leute geben diesem Gerüchte eine künstlihere Wendung und behaupten, der Ministerwehsel würde vor sich gehen, um England dadurch , daß dem Sir H. Bulwer die Thore ‘des Landes zur Rück- fehr eröffnet würden, eine Genugthuung zu geben, Jedermann wird jedoch einsehen, daß diese Angabe noch abgeschmadckter is als die obige. Die gegenwärtige, in dieser Frage dur die einstimmige Meinung des Landes unterstüßte Regierung kennt die Pflichten, welche dieses ihr auferlegt, zu gut, um auch nur das Geringste in einer Frage nachzugeben, in welcher alles Recht ihr zur Seite steht z und. die Nationalwürde is ihr eine so heilige Sache, daß fie niemals sich der Schmach unterwerfen wird, denen, welche uns demüthigen wollten, eine solhe Genugthuung zu geben. Sie würde tausendmal Krieg und einen ehrenvollen Tod vorziehen, als Zumuthungen des Auslandes nachgeben. ‘‘ e

Der España zufolge, riefen die Karlisten in Guipuzcoa „Con- stitution und Karl V1,“ aus, hätten aver bei der Bevölkerung der Provinz keinen Ankiang gesunden und sich darauf nach verschiedenen Richtungen geflüchtet. Der Heraldo versichert, funfzehn dex Rehel- len hätten sich bereits den Behörden gestellt und um Amnestie ange halten. Am 29. rüdten von Vitoria ein Bataillon und einige Ka= vallerie zu ihrer Verfolgung aus. Auch von Tolosa aus wurden Truvpen und Gendarmen in Bewegung Se

Aus Gerona reibt man der Espana, daß Cabrera durch das Thal von Tossas in Catalonien eingedrungen ist, Es begleiteten ihn 25 Mann zu Pferde, die man filr Offiziere hielt. Dieses Er= scheinen des gesürchteten Häuptlings verbreitete in der Umgegend große Bestürzung, Er soll an der Gränze eine Druckerei errichtet haben. Anderen Angaben zusolge, übernachtete Cabrera mit einiger Infanterie und Reiterei am 25sten in Perafita, und die Besaßung von Vich war im Begriff, gegen ihn auszurücen. i

Es scheint, daß die Königliche Familie am 7ten nach la Granja abgehen wird. Ja voriger Nacht marschirten die Lruppen, welche die dortige Besaßung bilden sollen, von hier ab. Sie bestehen aus 3000 Mann Jnfanterie, einem Regiment Kavallerie und zwe1 Batterieen, (Esperanza.)

M 3% 20; bgar: 5% 125. 4% 125.

Türkei. Konstantinopel, 21. Juni. (A. Z.) Als dem früheren Kriegs-Minister Said Pascha, einige Tage nachdem er durch seine Jntriguen Reschid Pascha gestürzt hatte, gleichfalls seine Amts- Entseßung angekündigt und das Nischan abverlang! wurde, widerjebte er sich und wollte deu Orden nicht hergeben. Der Sultan befahl, als ihm dies hinterbracht wurde, das Haus mit Soldaten zu umstel= len und, wenn Said Pascha noch ferner die Herausgabe des Nischan verweigern sollte, ihn ohne Weiteres gefangen zu nehmen oder nieder= Bp So geschah es, und Said Pascha händigte das Nischan aus. Es sollte ihm darauf der Prozeß gemacht werden. Said Pascha bat jedoch um die Erlaubniß, nah Mekka pilgern zu dürfen, und der Sultan verzieh und genehmigte dies, Es scheiuk aber, daß Said Pascha später neuerdings noch Schwereres sih zu Schulden kommen ließ. Man erzählt sich, daß er eine Verschwörung habe anzetteln wollen, um den Sultan vom Thron zu stoßen. Wie dem auch sei, vergangenen Donnerstag Nachts fuhr unvermuthet ein Dampfboot vor den Palast dieses Schwägers des Sultans, man ergriff Said Pascha und shleppte ihn unter dem lauten Geschrei seines Harems aufs Schiff und das Dampfboot fuhr unverzüglich weiter, die hiesigen Blät=

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Unverzinsl, 45,

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ter sagen nah Sinope, wohin der Pascha verbannt sei; andere ver- muthen jedo, daß unterweges eine Hinrichtung stattgefunden habe.

Der bekannte Renegat Omer Pascha wurde gestern vom Sultan zum Gouverneur von Smyrna ernannt.

E E E O T E S E E E e em e L

Wissenschaft und Kunst,

Ausstellung in der Königlichen Akademie der Künste.

Neunter und leßter Artikel,

(Vergl. Preuß. Staats-Anzeiger Nr. 11, 14, 20, 34, 36, 56, 60, 64 und 66.)

Aquarelle: Emmeline Humblodt. Luise Kugler und Alber-

tine von Hochstetter. Alwine Frommann. Stich und Litho-

graphie. Holzschnitt, Kreidezeichnung, Plastik: Steinh äuser.

Emil Hopfgarten. Berges. Julius Franz. B. Afinger.

C. Wichmann. Chr. Rauch. W. Wolff. Müller. Bürde. Heinrich Fischer. Adolph Mende,

Unter den Aquarellen, denen wix einen flüchtigen Blick widmen wollen, is uns ein Fruchtstück von Emmeline Humblodt (Nr, 1603) angenehm aufgefallen. Getrocknete Trauben und Orangen machen den Haupt- bestandtheil der auf einem Marmoitische geordneten Gruppe aus. Wir fan- den an dem Werkchen nicht die Trockenheit, welche sih öfters bei Aquarellen bemerklih macht, sondern bei fleißigem und sorgfältigem Vortrage viel Wahrheit und Naturtreue. N

Luise Kugler und Albextine von Hochstetter hatten funfzehn Arabeskenblätter gegeben (Nr. 539—53), welche als Randverzierungen zu dem Gedicht: „Morgenländischer Myihus“, von Emanuel Geibel, von bei- den Künstlerinnen gemeinschaftlich fomponirt und auLgeführt worden sind. Den Freunden des Dichters wird der Jnhalt des Mythus gegenwärtig sein : ein zarter, inniger Gedanke, in einer phantastischen, tem Bilder - und Máärchenshaiz des O.ients entlehnten Form, So war es also die doppelte Aufgabe, die Tiefe und Sinnigkeit des Gedankens durchklingen zu lassen und in der äußeren Anordnung jener arabischen Pracht und sinnlicen Fröh- lichkeit ihr Recht anzuthun. Wir müssen den Damen in vollem Maße das Lob ertheilen, daß sie, obwohl wir in ihren Arbeiten das Dilettantistische nicht verkennen, jene schöne Aufgabe begriffen und erfüllt haben, und glau- ben, daß gerade ihr ditettantistischer Standpunkt ihnen hierin sörderlich ge- wesen. Es is eine ungemeine Frische und Unmittelbarkeit, eine gewisse an muthige Unbefangenheit in Anffassung und Vortrag, in Verbindung mit ei- nem feinen, echt künstlerischen Gefühl sür das rhvthmische Maß in den Far- bentönen. Letzteres müssen wir um so entschiedener anerkennen, wenn wir die Arbeiten von Alwine Frommann, Herbstblätter, Arabesken zu gus- gewählten Gedichten (Nr, 255) mit den eben besprochenen vergleichen. Wir vermissen hier jenen durchsichtigen Schmelz, das eigentlich Blumenhafte, und fönnen uns nicht überall mit der Sombolik der Anordnung befreunden. Zwei Portraits von Luise Kugler (Nr. 537 und 38), von denen das leztere den unermüdlichen und geistreichen Arbeiter auf dem Gebiete der Kunstwissenschaften, Franz Kugler, vorstellt, sind ebenfalls graziós und zart behandelt, ohne die Kraft zu entbchren, der wir nicht immer in den Werken von weiblicher Hand zu begegnen gewohnt sind,

Die Kupferstiche und Lithographieen boten manches nur erst durch die Originale und seit den neuesten Schaustellungen bekanutes Bild, wie z. B. August Riedel’ „Römerin‘“, von Herrmann Dröhmer (Nr. 1349). Cybel’s großer Kurfürst in der Schlacht bei Fehrbellin war durch eine Zeich- nung von Paul Habelman n (Nr, 1369) zum Stich vorbereitet. Wir sahen ferner manches gern begrüßte, berühmte oder bekannte Antlit, und es hatten sich an diesen Arbeiten der geshickte Griffel von Eichens, Lüde- riß, Mandel, Finke, Fischer, Janpen, Teichel und Andere, wie zu erwarten war, betheiligt,

Wir können nicht unterlassen, auch dex trefflichen Holzschnitte von

Unzelmann und seinen Schülern Erwähuung zu thun. Auf tem Gebiete der Kreidezeihnungen glänzten die bekannten Namen von l’'Allemand, Bürde, Th. Hellwig Robert Tressin, E. Treiße, der (Nr. 1086) ein hübsches and gelungeres Genrebild, ein Knäbchen, das einem eßlustigen Hunde mit ängstlichem Eifer sein alleiniges Eigenthumsreht auf einen Zwieback auseinanderseßt, lieferte.

Wir müssen hier unsere Leser um Verzeihung bitten, theils daß un- sere Berichte diesmal ein wenig spät erscheinen, theils daß sie gegen das Ende zu, manchen Kirhthürmen nicht unähnlich, ein wenig plöglich zuge- spißt erscheinen. Die Ereignisse unserer Tage lassen das wohl mehr als gerechtfertigt erscheinen.

Wir beendigen unsere diesjährige Rundschau mit der Musterung der Skulpturen. Ueber das gesammte Verhältniß der Plastik zu unserer Zeit ist viel geschrieben und gesprochen worden, und wix denken hier nicht den Eindruck zu erneuern, den die Betrachtung dieser heutzutage bei uns Nord- ländern nicht eben üppig blühenden Kunstart hervorbringen muß. Aber bei der Durchsicht der eingelaufenen Werke hat sich uns entschiedener denn je der Gedanke aufgedrängt, daß nicht mehr wahrhafte Sehnsucht uach dem Schönen in plastischer Erscheinung, sondern fast einzig und allein das Be- dürfniß des äußeren Lebens dieser Kunst ihr Leben erhält. Nur einzelne Bilder idealerer Art kemmen vom Süden her und stehen daun cinsam un- ter der Menge dekorativer und monumentaler Arbeiten. So wenig wir diesen ihr Recht des Daseins \{hmälern und den Werth der Behandlung des Vorwurfes wegen mißachten wollen, so fühlen wir uns doch unwillkür- lich zu jenen hingezogen, aus denen die ganze Poesiefülle und glüdckliche Frische einer versunkenen Welt in unsere ernsten Tage wehmüthig hereinblidt,

Steinhäuser in Nom hatte zwei Werke gesandt, denen unter den plastischen Arbeiten der erwähnten Art unstreitig der erste Rang gebührt, Wir meinen die Gruppe „Hero und Leander“ und den naten, jungen Geiger. Zuerst von der Gruppe+ Das Mädchen, eine höchst reizvolle Ge- stalt, nux von den Hüften abwärts mit einem leichten Gewande von tref- lichem Faltenwurfe verhüllt, sizt auf einem Felsen am Gestade und hat das Haupt des Geliebten, der hingegossen auf den Knieen sich zu ihr emporhebt, mit den feinen Händen eng an sich gedrückt, Der Jüngling blickt mit einem Angesicht voll Glück und überschwengliher Wonne zu ihr hinauf; er hat den linken Arm um ihre Schulter gelegt, der rechte ruht, von der Anstren= gung des Schwimmens ermattet, auf ihrem Schoße. Ex scheintihr von den Gefah- ren des Weges zu erzählen oder von seiner Liebe, die sie ihn überwinden ließ, Seine Lippen haben alle Beredtsamkeit, die der Marmor auszudrücken vermag. Etwas befremdlih is dagegen der kühlere Ausdruck in Hero's Zügen, Man fühlt freilich, sie lauscht ihm mitleidig und in zärtlicher Theil- nahme, aber doch wünschten wir sie gewärmter von dem glühenden Blicke des Jünglings, Dies is der Eindruck, den die thätig aufnehmende Phan- tasie empfängt. Troydem können wir uns nicht verhehlen, daß eben, je lebendiger für diese der Ausdruck in solhen Skulpturen herausgearbeitet ist, je mehr man versucht hat, zu individualisiren, desto mehr tritt die Jdee des Werks mit der Sprödigkeit des Stoffes, woraus es gemacht is, in Widver- spruch, Wir trauen der Plastik Alles zu in Bezug auf den Ausdruck, der Körperlebendigkeitz aber der Seelen-Ausdruk hat Fine Gränzen. Von der höchsten Anmuth der Erscheinung is nun eben die Gestalt der Jungfrau, Diese zarte Neigung des Hauptes, diese weichen, sehnsüchtigen Arme und Hände, mit denen sie ihn an sich zieht und seine nassen Locken liebkost! Fast noch bewundernswerther ist sein Körper. Es würde {wer sein, diese \chlanke, chwellende Kraft der Glieder, diese zarte Männlichkeit des ganzen, herrlichen Baues zu beschreiben, der dazu mit einer großen technischen Voll- endung gearbeitet erscheint. Man kann nur aufs tiefste bedauern, daß der fleckige Marmor hier und da den Genuß des \o vortrefflichen Kunstwerkes

stört, Die andere Arbeit des Künstlers is nicht weniger anziehend. Ein Knabe, dem ein leichtes Mäntelchen von den Schultern ult, steht mit einer

Geige in dem shlanken Arm, das reizende junge Gesicht mit leiser Bewe- gung nach oben gerichtet, Es sieht aus, als ob er horhend den Vögeln über ihm nahspiele. Auch hier wiederum eine anmuthige Musfühumg «o Verbindung mit der holdesten Grazie des Gedankens der ganzen Aufg

Sehen wir uns nach denen um, die wir der äußeren Gattung der Ge- genstände zufolge Steinhäusern anreihen müssen, so wird uns ein bedeuten- der Abstand fühlbar, Emil Hopfgarten hatte einen Amor, Pfeile prú- fend, ausgestellt (Nr. 1210), über den wir nicht viel des Lobes gzu sa wissen. Weder die Auffassung des Ganzen, noch die Behandlung der Der tails befriedigte uns sonderlich z die ganze Haltung der Figur entwidelte nicht viel Grazie, und das Gesicht ist etwas affektirt-naiv. Uns scheint das Portrait das eigentliche Feld dieses Künstlers zu sein und er hai das, wie mee dünkt, auch diesmal durch eine Reihe sehr gelungener Büsten be- piesen.

Amor und Psyche (Nr. 1185) von Berges siud wenig gefällige, trockdene Gestalten von etwas mattem und steifem Ausdrucke. Budem ibt der Kopf der Psyche etwas schicf auf der rechten Schulter, und die Beine des Amor sind dürftig und schwach.

Julius Franz: Knabe, einen Schmetterling verfolgend, in Bronze, (Nr. 1201) ist eine sehr glückliche Jdee, welche lebendiger als das vorher- gehende durchgeführt ist; doch ört eine gewisse Eckigfkeit in den Linien, be- sonders der Extremitäten, und wir vermissen in den nicht allzu weihen Zü- gen des Gesichts jene jugendliche Heiterkeit, die wohl zu dem muntexen Ge» me passen würde. Die Falten des Gewandes sind ein wenig ängstlich gchalten,

Wir haben noch eines Künstlers von eigenthümlicher Begabung zu ge- denken , B. Afinger's. Er hatte eine gefkrónte Maria (Nr. 1183) mit dem Christusfinde ausgestellt und selbs hinzugesegt: im Style des Mittel- alters. Dees charafterisirt die zierliche Statuette völlig, Eine feine, etwas hagere Gestalt von vielem Liebreiz der Bewegung, das Kind in den Armen, Beide in der Weise des Peter Vischer. Eben so erscheint ein Basrelief (Nr. 1184), „Auferweckung des Lazarus“, Auch hier ist ein zartes Gefühl für eine liebenswürdige Charakteristik neben einer gewissen naiven Unbeholfen- heit, die eben aus dem Sireben , sich dem alten Meister zu nähern, ein Streben, das wir indessen nur als Durchgangspunkt im Studium für ganz gerechtfertigt erklären, hervorgeht. Das Medaillon des Königs (Nr. 1182) isstt eine höchst elegante, saubere Arbeit, aber mehr genial angedeutet, als sicher und scharf durchgeführt, i

Wir gehen auf die Portraits über, in welchem Fache viel des Ausge- zeihneten geleistet worden is, Zuerst ein Wort über die Jdeal - Statue Winckelmann's, Gypsmodell von Wichmann. (Nr. 1728.) Schon auf der legten Ausstellung sahen wir den Entwurf zu cinem Denfmal Winckel- mann's von der Hand desselben Künstlers, Wir fanden damals die Kostüm- Frage nicht ganz glücklich gelöst, Eine massenhaste Umhüllung erdrückte fast den linken Arm, Aus der Noth dieser Frage hat sich der Künstler diesmal mit einem einzigen Sprunge durch Hingabe an die Wahrheit, durch die Adoptirung der Tracht, wie der große Pförtner des alten Schönheits- Paradieses sie getragen , gerettet, und zwar zu seinem Vortheile, Nur stört uns die gerade Linie des Stocks an der rechten Scite. Der gleichwohl unvermeidlihe Mantel fällt von der Schulter herab und gleitet über das linke Bein, doch so, daß man nicht recht begreift, wie er in der Wirklich- feit nur einen Augenbli so liegen bleiben kann, eine Anordnung, wie man sie oft ähnlich bei den Werken der bildenden Kunst antrifft. Der linke Arm, der sich auf eine Herme stügt und in der Hand einen antiken Torso hält, dessen Erklärung die Geberde der Rechten zu begleiten scheint, is von etwas unfreier Haltung. Jn der Großartigkeit der Auffassung des Kopfes, wenn wir auch fonst der diesjährigen Statue den Vorzug einräumen , war die vorige, wie es uns scheint, tieser überlegenz doch wir haben ja nur erst

den Gyps-Entwurf vor uns. Sehen wir, wie die Ausführung in Marmor, welche bevorsteht, ausfallen wird.

Wichmann's Büsten des großen Kurfürsten und des belgischen Malers de Keyser sind charaktervoll und trefflich behandelt.

Chr. Rauch, der greise Altmeister unter den Bildhauern, hatte außer zwei höchst genialen Portrait - Büsten, die wieder seine eminente Begabung für energische, reale Darstellung des Lebens bekunden, eine sehr interessante Studie in Gvps: das Modell eines lebensgroßen , bittenden jungen Mád- chens im Kindesalter (Nr. 1273) ausgestellt. Es fonnte als Gegenstück zu der antiken Statue des Adorante, dem Thiersch die Bedeutung eines Bomonikes beilegt, gelten. Wir können den Reiz dieser Arbeit nicht genug rühmen, alle Theile des frischen, kleinen Körpers sind höchst lebendig gefühlt und in zarter Weichheit gehalten ohne alle fränkelnde Ueppigkeit. Der Künstler hat mit derjenigen Ehrfurcht vor der Natur Mag 4 die allein

eine sichere Führerin auch des bedeutendsten Thema's in tann,

Einen höchst bedeutenden Zweig der Skulptur bilden heutzutage die Scenen aus dem Thierleben. Jn diesen leistet besonders W. Wolff Auszezeichneies. Er hatte mehrere Thiergruppen ausgestellt, die das feinste Studium der Natur verrathen und dabei in der Anordnung hohen künst- lerishen Werth haben. Es sind meist Kämpfe der Thiere mit einander, also schon an sich Aufgaben, welche die individuellste Lebendigkeit des Thier- lebens, die reichste Fülle von thierischer Leidenschaft begreifen und dabei nöthigen, die animalische Urkraft, all den Muth und die Kühnheit der wil- den Natur in dem Körper selbs darzustellen, Wolff hat seine Aufgabe völlig erkannt und sich mit vielem Erfolge bestrebt, ihr zu genügenz dabet ist die Sauberkeit der Ausführung nur geeignet, den Eindruck der Lebendig- feit zu erhöhen. Als die bedeutendsten seiner Arbeiten nennen wir den Eber mit Hunden (Nr. 1286) und den Löwen, durch eine Schlange in seinem Lager ausgeschreckt (Nr, 1287). Wir können kaum fassen, wie bloßes Stu- dium der ruhigen Form, ohne unmittelbare Anschauung solcher gewaltigen Scenen, wie die des Kampfes zwischen den leytgenannten wilden Thieren, den Künstler befähigt hat, dergleichen mit dieser Naturwahrheit darzustellen.

Die Productionen von Müllec und Bürde sind minder geniale Com- positionen als vielmehr tüchtige und sorgfältig gearbeitete Portraits der Natur, ebenfalls mit sicherem Takt für das Eigenthümliche jeder Thierart und mit großer Solidität der Behandlung ausgeführt,

Unter den Arbeiten in Erzguß heben wir die von Heinrich Fischer und Adolf Mencke hervor, deren Namen schon längst in der Kunstwelt einen guten Klang haben.

Und so scheiden wir denn diesmal von den gebotenen Genüssen, hoch- erfreut, daß sie im Ganzen aus einer an Werth nicht geringeren Samm- lung hervorgingen, als frühere Darbietungen, und auf diejenigen Erzeugnisse hoffend, welche das Erlebniß der Geschichte unserer Tage, wenn es durch das Künstlergemüth gezogen is, uns vor Augen stellen wird,

Archáologische Gesellschaft.

Jn der Sigung der archäologischen Gesellschaft vom 6. Juli d, J. legte Herr Gerhard die neuesten Stücke (April bis Juni) der von ihm herausgegebenen Archäologischen Zeitung vor, welche hauptsäch- lich Sunddatbttungin des Palladiums und griechishe Münz - Jnedita des Kaiserl. Gesandten zu Athen, Herrn von Prokesch-Osten, enthalten. Hierauf ward der aus Paris neuerdings angelangte 19te Band der Annalen des archäologischen Jnstituts nebst den Platten des dazu gehörigen Denkmälerhestes näher besichtigt, Ein darin enthaltener Aufsay des Herrn Raoul Rochette über die von ihm sogenannten phönizischen Vasen alt- griechischer Kunst ward besprochen. Es ward bemerkt, daß Herr Rochette diese von ihm festgehaltene unpassende Benennung der unverkennbar von asiatischem Einfluß betheiligten altgriechischen Vasen gegenwärtig beschövige, indem er ihr eine zwitterhaste und deshalb gleih unwahre Mm uns e nizisch-babylonischer Vasen nach einem Ausdruck O, Müller’'s (Kleine rif- ten 1L,, 518) substituirez in der Hauptsache erklärte sich Herr Gerhard sci- ner in der Abhandlung über die Kunst der Phönizier ausgesprochenew An- sicht getreuz zugleich lehnte er die gegen Herrn Kramer und gegen ihn: selbst von Herrn R, Rochette erhobenen Vorwürfe ab. Weiter ward von s Gerhard über Vasen und Terrakotten von Pautil agu o Leo Dis drücken gesprochen, deren Veröffentlichung. Gert Ds E BE Lage: dder

umfassendes Werk beabsichtigt, Herr anke gay = R Gerhard's neueste Reihe von „Trinkschalen. und Gefäßen des h E