1848 / 78 p. 2 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

f den waren. ¡e in den einzelnen Staaten s{on früher vorhan ware E. E uidrendigkeit des s. 3 betrifft, so geht, so A I Gemeinde in den Staat aufgeht, der einzelne Staat in den desstaat auf. Eben der Bundesstaat begründet den Unterschied zwischen < selbst und den einzelnen Staaten. E as per i e, dens C ú n. er Redner gi! - hres Was taNrge E der zahlreichen Amendements und

isi d umfassende Kritik i i E ie in ees zu folgen der Raum nicht gestattet. Die

er drei ersten Paragraphen des Ausschuß - Antrags erhált Fassung hénderungen. Die Bestimmung bezüglich der Wahl zur Reichsversammlung soll ganz dem Wahlgeseß überlassen werden. Der Schluß des $. 2, die Bestimmung über das Provisorium und der Vorbehalt der zu erlassenden Reichsgesebe, wird zur Vermeidung von Mißverständnissen anders gefaßt. Cben so g. 3. Die Sibung wurde na< 3 Uhr geschlossen. Die Abstimmung über die ersten drei Pa- ragraphen ist bei der durch die Menge der Amendements verursach- ten Schwierigkeit der Ordnung der Reihenfolge auf die Sißung vom

fünftigen Donnerstag, den 20, Juli, vershoben worden.

Frankfurt, 19. Juli, Die heutige Frankfurter Ober- ostamts- Zeitung enthält in ihrem amtlichen Theil Folgendes : “Der Reichsminister der auswärtigen Angelegenheiten hat die bei dem deutschen Bunde beglaubigten Bevollmächtigten der auswärtigen Staaten von der dur< den Erzherzog =- Reihsverweser übernommenen Ausübung der provisorischen Centralgewalt für Deutschland, o wie von seiner Ernennung als Reichsminister, dur< Zuschriften verständigt, wodur der diplomatische Verkehr mit diesen Staaten ununterbrochen erhalten ift. ; Die förmlihe Begrüßung sämmtlicher mit Deutschland befreun- deten Regierungen dur< den erwählten Reichsverweser bleibt vor- behalten,“

Preußen. Berlin, 20. Juli, Die deutshe Bundes - Ver- sammlung hat in ihrer 27sten diesjährigen Sißzung vom 2. April d, Z, den Beschluß gefaßt :

„daß, nachdem die seit dem Jahre 1819 erlassenen sogenannten Ausnabme - Geseße des deutschen Bundes unter veränderten Um- ständen bereits allenthalben außer Wirksamkeit getreten, dieselben für sämmtliche Bundesstaaten aufgehoben, mithin als bereits völlig beseitigt zu betrahten und, wo es noch erforderlih befunden wer= den sollte, darüber die nöthigen Bekanntmachungen zu erlassen seien.“

Dieser Beschluß begreift, wie sih auf deéfallsige amtlihe Rück- fragen näher herausgestellt hat, auch die im Jahre 1819 wegen der Anstellung von außerordentlichen Regierungs-Bevollmächtigten bri den deutschen Un veirsitäten gefaßten Bundesbeschlüsse in si<. Es is da- her von verschiedenen Seiten her, sowohl von den afademishen Se- naten, als auch von außerordentlihen Regierungs - Bevollmächtigten selbst, der Antrag gestellt worden, dem desfallsigen Beschlusse auch auf den preußischen Landes-Universitäten unverzügliche Folge zu geben und die Thätigkeit der außerordentlihen Regierungs - Bevollmächtigten außer Wirksamkeit treten zu lassen.

Das Ministerium der geistliden, Unterrihts- und Medizinal-An- gelegenheiten hat diesen Anträgen entsprochen und zu diesem Ende die außerordentlihen Regierungs - Bevollmächtigten an den diesseitigen Landes-Universitäten veranlaßt, si<h der auf dieser Eigenschaft beru- henden Functionen in Zukunft zu enthalten und si lediglich auf die- jenige Wirksamkeit zu beschränken, welche bereits die frühere Geseß- gebung, namentli<h die Verordnung wegen verbesserter Einrichtung der Provinzial -, Polizei- und Finanz= Behörden vom 26. Dezember 1808, deren Bestimmungen si<h in Nr. V. der Justruction vom 18, November 1819 wiederholt finden, den Kuratoren an den Univer- sitäten beilegt.

Die bereits eingeleiteten und shnell vors<hreitenden Verhandlun- gen und Berathungen der Universitäten über deren künftige Gestal- tung erstre>en sich au<h auf die etwanigen Abänderungen in der Ein- rihtung der Universitäts-Kuratorien, Es wird daher darüber zu sei- ner Zeit das Weitere im geseßlichen Wege verordnet werden.

Das Amtsblatt der Königlihen Regierung zu Frankfurt a, d. O, enthält folgende Bekanntmachung :

_ „Nach den gemachten Erfahrungen haben die seither zu erstatten ge- wesenen vierteljährigen Sanitätsberichte den daran geknüpften Erwartungen nicht entsprochen, indem der von vielen Medizinalpersonen bewiesene Man- gel au Bereitwilligkeit zur Crstattung der von ihnen an die betreffenden Kreisph9siker einzusendenden vierteljährlichen Beiträge theils den Physikern das erforderliche Material zu den von ihnen an die betreffende Königliche Regierung einzureichenden Kreis -Sanitätsberichten vorenthalten, theils zu einer auf lange hinaus si erstre>enden, die Zwe>e der ganzen Einrichtung vereitelnden Verzögerung der Zusammenstellung dieser Berichte zu einen Vepartements - und Provinzial -Sanitätsbericht die Veranlassun gegeben hat, Jn Erwägung dieser Umstände und in fernerer Berücksichtigung, daß einerseits die von den Königlichen Regierungen anderweit zu erstattenden periodischen und Separat - Berichte dem Königlichen Ministerium die erforderlichen Mittel an die Hand geben, über den Gesundheits- zustand in den Provinzen, so wie über den Stand der Medi- zinal - Angelegenheiten in denselben fortwährend in Kenntniß zu bleiben; andererseits die zur Zeit in so großer Zahl erscheinenden, den literarischen Verkehr auf eine ganz befriedigende Weise vermittelnden Zeitschriften den

einzelnen Medizinalpersonen angemessene Gelegenheit darbieten, vie von ihnen

gemachten Ersahrungen und Beobachtungen, welche sic zur öffentlichen Mit- theilung besonders geeignet erachten , zur allgemeinen Kenntniß gelangen zu lassen; hat das Königliche Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Me-

Se e beschlossen, die Verordnung, wonach die nicht im

Staatsdienste stehenden Medizinalpersonen vierteljährliche Beiträge zu den

seitens der Kreis-Phosifker zu erstattenden Quartal-Kreis-Sanitäts-Berichten

zu liefern hatten, so wie die daran sich knüpfenden Verordnungen wegen der

E U In Kreis - Departements- und Provinzial-Sanitätsberichte, auf-

zuheben, S 2

Jndem wir diese Bestimmung auf den Grund eines Cirkular - Erlasses

des gedachten Königlichen Ministeriums vom 1sten d. M, zur Kenntniß der

Kreiëphysiker und der sämmtlichen betheiligten Medizinal-Perfonen bringen,

sprechen wir das Vertrauen aus, daß diejenigen Medizinal-Personen, welche

scither durch Einsendung werthvoller Bei-räge zu den Sanitäts - Berichten sich ausgezeichnet haben, aus freiwilligem Antriebe au fernerhin fortsah- ren werden, ihre Beobachtungen, namentlich insofern diese sich auf den her:- chend gewesenen genius epidemicus und die etwa vorgekommenen epide- mischen, endemishen und koutaziösen Krankheiten beziehen, uns entweder unmittelbar oder durh die Kreisphysiker mitzutheilen und zugehen zu lassen.

Um solchen Acrzten, so weit es möglich ist, eine Anerkennung zu Theil wer- den zu lassen, joll bei Anmeldungen zur Kreisphysikats - Prüfung, so wie bei den Vorschlägen wegen Wiederbeseynng erledigter Medizinal - Beamten- stellen, dem Königlichen Ministerium jedesmal angezeigt werden, ob und eventuell was von den betreffenden Medizinal-Personen in der in Rede ste- henden Beziehung geleistet worden ist,

Uebrigens bemerken wir, daß es in Betreff der Erstattung und Ein- reichung der vierteljährliben Veterinair - Berichte bei der zur Zeit bestehen- den Anordnung verbleibt,

Frauffuit a. d. O,, den 12, Juli 1848,

Köln, 18. Juli, (Köln, Ztg.) Die von dem Könige Lud- wig vou Bayern unserem Dome verehrten Fenster, welhe das südlicbe Nebens biffff s{<mü>en sollen und weit über 100,000 Gulden gekostet haben, werden am 20stea oder 21sten d. M. von München hier ein- treffen und sogleih an ihrem Bestimmungsorte ciugesebt werden.

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Wahrscheinli<h wird das Königliche Geschenk von Herrn Professor von Heß, der die Cartons zu den Fenstern zeichnete, und Herrn Jn- spektor Aynmüller begleitet sein, um dasselbe feierli< im Namen des hohen Gönners dem Herrn Erzbischofe zu übergeben. Von Seiten des Vorstandes des Central - Dombau - Vereins wird die prachtvolle Königliche Gabe auch feierlihs empfangen werden.

Desterreih. Wien, 418, Juli. (Wien. Ztg.) Wenige Stunden, uahdem der Courier gestern eingetroffen war, welcher die Nachricht über die Ankunft Sr. Kaiserl. Hoheit des Erzherzogs Jo- hann überbrahte, traf der Erzherzog zur allgemeinen Freude selbst hier ein. Mit der ungewöhnlihen Schnelligkeit von nur 42 Stun=- den wurde der Raum von Frankfurt bis Wien zurückgelegt, und des Fürsten Beweggrund zu \o austrengender Reise sprah si< in den Worten aus, womit er die zusammengeströmte, freudig bewegte Menge vom Balkon auf dem Franzens-Plaßze aus begrüßte : ¡Jh habe ver- ten am 17ten wieder hier zu sein, und habe redlih Wort ge=

alten.“

Württemberg. Der Shwäb. Merkur enthält folgenden amtlichen Artikel: Se Majestät der König sind, in der Absicht, Sr. Kaiserl. Hoheit dem Erzherzoge Johann einen Besuch abzustatten, am 13ten d. M., Mittags 12 Uyr, in Frankfurt eingetroffen. Se. Kaiserl. Hoheit der Erzherzog famen dieser Absicht zuvor, indem Höchstdiesel- ben unmittelbar nah erfolgter Ankunft des Königs zum Besuche Sr. Majestät in das von Höchstdemselben bezogene Wertheimshe Haus Sich begaben. Nachdem Se. Majestät diejen Besuch einige Zeit darauf erwiedert hatten, sind Höchstdieselben gestern früh um 6 Uhr von Frankfurt wieder abgereit. Die in öffentlihen Blättern enthal- tene Nachricht , daß Se. Majestät einer Sibung der National-Ver- sammlung beigewohnt, is ungegründet, eben so wie diejenige, daß das Wertheimsche Haus auf die Dauer von drei Monaten für Se. Majestät in Miethe genommen worden sei. S |

Se. Königliche Majestät sind gestern Abend von Frankfurt hier- her zurüd>geke„rt.

Hessen. Darmstadt. (D. M) Se Köngl. Hoheit der Großberzog haben dur< Allerhöchste Entschli-ßung vom 16. Juli den Geheimen Staatsrath Dr. Heirrih Karl Jaup zum Minister des Junein mit dem Vo1siß im Gefammt-=Minijterium zu ernennen

geruht.

Braunschweig. Braunschweig, 16. Juli. (H. C.) Um die Wahl des Reichsverwesers auf eine re<t würdige ürt zu bege- hen, war für den heutigen dazu bestimmten Tag zugleich die Wrihe der der hiesigeu Bürgerwehr von den hiesigen Damen gescheufkten, von ihren funstfertigen Händen gearbeiteten Fahne mi: dem Reichs- wippen angeordnet, Vom frühen Morgen au wogte das Volk unter festl <em Geläute durch die Straßen, und um 11 Uhr trat die Volks- wehr nebst den zu derselhen gehörenden fliegenden Corps auf dem Burgplaße zusammen und seßte sih, ibren Anführer, Major Hollandt, an der Spiße, nah dem vor dem W2ndenthore befindlichen kleinen Exrerzierplaße, unter dem Geläute aller Glo>en, in Bewegung. Dort waren einige große Zelte und vor denselben eine Rednerbühne errih= tet, in und vor jenen befanden si< die Damen, die hon früher den einzelnen Abtheilungen und jeßt der ganzen Volkewehr die Fahnen geschenkt hatten und von díicsen zu der Feier eingeladen und zu Wa- gen abgeholt waren. Um dieses Zelt bildete die Wehrmannschaft ein Bierc>, und der große Plat war von vielen Tausenden von Bürgern bede. Während nun alle Glocken der Stadt und 101 Kanonen- \chüsse ertönten, kam auh der Herzog an, der Pastor Steinmeyer hielt die Festrede, darauf wurde die große Fahne übergeben, in welche der Herzog den ersten Nagel s{lug, und als diese Feterlichkeit voll- endet war, hielt der Major Hollandt eine kurze Anrede und brachte darauf dem Erzherzog Reichsverweser, unserem Herzoge und zuleßt allen Frauen Deutschlands ein Lebehoch, worin alle Anwesenden be- geistert einstimmten. Darauf zog die Volkswehr wieder in die Stadt, doh fehrte Alles bald darauf wieder auf den kleinen Exerzterplaß zurü>, der auf das s{önste erleuchtet war, Zelte uud Buden boten Erfrischungen aller Art dar, Musik, Gesang und Tanz erhöhten die allgemeine Freude über dieses die Feier des Tages biidende Creiguiß, das als die Morgenröthe einer {önen Zeit für Deutschlaud betrach=- tet wird. Der Herzog, dem erst Freitag eine Anzeige von dem Fesie gemacht worden war, hatte auf heute eine Reise beschlossen, dieselbe it aber, um demselben ‘niht seine Gegenwart zu entziehen, bis heute Nachmittag von ihm verschoben,

Schleswig-Holstein. Kiel, 16. Juli, (Börs, H.) Ju Bezug auf die Erlangung akademisher Würden auf der Universität zu Kiel hat die provisorishe Regierung verfügt , daß die Universität zu Kiel berechtigt is , akademishe Würden, sei es nach bestandenem Examen oder dur ein Ehrendiplom, zu ertheilen, ohne daß es dazu der speziellen landesherrlihen Genehmigung bedarf. Die entgegen- stehenden Bestimmungeu des $. 1 der Verfügung vom 9. August 1809 werden hierdurch aufgehoben. 4 L

Gistern Nachmittag lief das erste der hier im Bau begriffenen Kanonenböte unter dem freudigsten Hurrahruf der zahlreichen Zu- schauer vom Stapel und machte darauf einen troß der Ungeübtheit der Ruderer sehr gelungenen Versuch einer Ruderfahrt bis zur Bade- Anstalt und zurü,

Hadersleben, 17. Juli, (Börs. H.) Der General von Neumaun, General-Adjutant Sr. Majestät des Königs von Preußen, ist hier angekommen,

Pt sland.

Frau?kreih., National-Versammlung, Sihung vom 17, Juli. Herr Lherbette bittet um die Erlaubniß, vor der Ta= gesorduung eine Frage, uicht ene Juterpellation, dies Wort er=- scheint ihm für den vorliegenden Fall als zu feierlich au den Mi- nister der auswärtigen Angelegenheiten richten zu dürfen. „Es be- trifft“, sagt er, „einen sehr wichtigen Punkt der auswärtigen Politik, nämlih das Einrü>en der Russen in die Donau-Fürstenthümer. Vor einigen Tagen haben die Zeitungen dies Ereigniß als eine sichere Thatsache gemeldet, Später wurde der Nachricht widersprochen. Was is wahr? Verträge, die älter als ein Jahrhundert sind, legen Ruß- land die Verpflichtung auf, den Moldauern und Wallachen alle ihre Rechte als freie und unabhängige Nation zu garantiren, Man sagt, das Motio der russischen Jutervention liege in den äußeren Bewegungen, welche die Moldau und Wallachci aufregten. Dies Motiv is aber ein bloßer Vorwand, das wahre Motiv ist die Furcht, daß in der gegenwärtigen großen Scheidung der Nationali- täten die Donau- Provinzen zu einer Konstituirung gelangen möchten, welche stark genug wäre, den ferneren Absichten Rußlands eine Schranke zu seßen. Jh frage aiso, ob das Einrücken der Russen eine vollbrahte Thatsache i, und was in di. sem Fall der Minister der auswärtigen Angelegenheiten mit Hinsicht auf die russischen Ueber= griffe und mit Hinsicht auf die Pforte, welche die Juvasion mit ihrem

Mantel de>en wüde, zu thun gedeuft. Jh verlange feine unbe-

dingte Antwort von dem Minister, denn ih begreife, daß die Um- stände ihm Zurückhaltung gebieten,“ (Aha!) Herr Jules Bastide beschränkt sih auf die Erwiederung, daß das Einrü>en der Russen in die Moldau no< in Zweifel stehe; jedenfalls fönne die Versamm- lung versichert sein, daß die Regierung nihts versäumen werde, um Frankreihs Juteresse dort wie anderwärts zu wahren. Die Tagesordnung führte nun zur Berathung des Geseß- Entwurfs über die Zulassung von Gehalts=Cumulationen zu Gunsten ehemali- ger Militairs. Der Kriegs-Minister, General Lamoricière, ver- liest einen im Zusammenhäng damit stehenden Geseh - Entwurf über die Pensionirungen , der in Folge jenes ersteren Entwurfs zwischen ihm und dem Finanz - Minister berathen und festgestellt worden ist, und er wünsht, daß derselbe sofort erörtert würde, da die Sache dringend sei, indem es si<h um Abhülfe von Noth handle. Die Ver= sammlung beschließt jedoh, diesen Entwurf vorher den Abtheilungen zur Prüfung zu überweisen, daher denn auch der andere Geseß-Ent=- wurf heute no< niht zur Berathung kömmt. Nun erstattet Herr Victor Hugo Bericht über den Theater-Geseß-Entwurf. „Das Comité für die inueren Angelegenheiten ‘““, sagt er, „hat den Muth gehabt, alle hohen Rücksichten auf Kunst und Nationalruhm , die si ihm darboten, beiseitzuseßen und die Sache nur vom politishen Ge- sichtspunkte aus zu betrahten. Jun dieser Beziehung schien es uns besonders wichtig zu sein, es nicht dahin fommen zu lassen, daß Bankerott der Theater zu deren Schließung nöthige. Es leben von den Thea=- tern in Paris über zehntausend Familien, und es kommt durch die Theater jährlih eine Summe von wenigstens 30 bis 40 Millionen in Umlauf. (Bewegung.) Noch andere Rücksichten, die ih nur an= deuten will, sprechen für den vorliegenden Geseßvorschlag. Jun die=- sen aufgeregten Zeiten, wie Revolutionen sie mit si bringen, bleibt dennoh das Volk von Paris, hierin den Athenern so ähnli, immer vergnügungésüchtig, und es is daher schr zu wünschen, daß ihm mo- ralishe Unterhaltungen geboten werden. Das Theater erfüllt dieten Zwe>k. (O, o!) Das Theater is das vortrefflihste Be=- ruhigungsmittel. ( Widerspruch.) Ein Volksauflauf würde et- nem unentgeltlihen Schauspiel schwer widerstehen. (Ungeheures Ge- lächter.) Es ijt also von Wichtigkeit, daß die Theater wieder geö}- net werden und ihren bes{wichtigenden und erheiteruden Einfluß (o, o!) wieder ausüben in dieser großen Hauptstadt, auf welcher seit einem Monat das \{<merzliä ste Leid, das Leid des Bürgerkrieges, lastet. (Bewegung.) Wenn Sie di-sen Geseß= Entwurf annelmen, weden Se der Zukunft nüßg-u. Wenn h-ute ter Staat die ‘Theater unterstützt, werden sie ihm morgen die Unterstützung zurückgeben, DieThea= ter sind eine Macht, sie wirken mächtig aufdie Einbildungskraft, sie machen das Volk sittlicher (lebhafter Widerspruch) und bilden, mit einem Worte, den glorreichen Heerd der Civilisation.“ (Bewegung.) Der Berichter- statter verliest nuy den Entwurf, der die für die Theater verlangte Subvention auf 680,000 Fr. anseßt, mit welcher Summe einstweilen nur die Schulden der Vergangenheit gede>t werden sollen, Herr Bejars widerseßt sih dem Vorschlage, indem er es seltsam findet, daß man den Departements Steuern auflegen will, um für das Ver- gnügen der Hauptstadt zu sorgen. Herr Felix Pyat dagegen wies darauf hin, daß selbst die gestürzte Regierung, die der Kunst und den Künstlern so weig hold gewesen sei, nach der weit minder ershütternden Krisis von 1830 deu Theatern aufzeholfen habe ; von dieser Regierung, die man eine Krämer - Regierung genanut habe (Unterbrechung), hätten die Theater eine Unterstüßung von mehr als einer Million erhalten ; wolle nun die Republik, die st< dur< die Jdee zu leben rühme, min- der wohlwollend als die quasilegitime Monarchie sich zeigen? (Lärm.) Man werde gewiß nicht willens sein, die dramatische Kunst Frank= reichs, deren hoher Ausbildung ganz Eurepa huldige, England, Spa= nien, Jtalien, ja selb Rußland, in Verfall gerathen zu lassen, (Bewegung.) Die Versammlung entschied si< für Dringlichkeit des Gegenstandes, und die drei Artikel des Geseß-Entwurfs wurden nah einander angenommen.

Paris, 417. Juli. Das heutige Journal des Débats meldet: „Eine gestern aus Neapel in drei Tagen hier angelangte telegraphische Depesche hat die Nachricht überbracht, daß der Herzog von Genua, zweiter Sohn des Königs Karl Albert von Sardinien, einstimmig zum König von Sicilien proklamirt worden.“ Nach an- deren Blättern hätte die französiscbe Regierung dem Befehlshaber des Mittelmeer=Geschwaders auch bereits den Befehl zugehen lassen, die Nationalflagge von Sicilien zu salutien. i

Der seit einiger Zeit erkrankte Justiz - Minister Bethmont hat seine Entlassung begehrt und von Cavaignac erhalten, 2

Da die Wiederherstellung des Generals Bedeau noh für einige Zeit eine gänzlihe Ruhe erfordert, so glaubt man, daß Herr Ba- stide mit dem Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten beauf- tragt bleiben und das Ministerium der Marine dem See - Capitain Verninhac St. Maur anvertraut werden wird.

Nah dem Moniteur beträgt die Zahl aller während des Kampfes oder nachher verhafteten und noh in den Gefängnissen be- findlichen Jusurgenten 8686.

Die Zahl der bei dem Juni-Aufstande Getödteten und Verwun= deten soll arg übertrieben worden sein. Es wären nur 1400 Perso= nen im Kampfe ge“allen oder an ihren Wunden gestorben, während die Zahl der Verwundeten in den Spitälern oder in ihren Wohnun=- gen no<h 1100 betrage.

Der Präfekt des Departements der Rhone hat unter dem 13. Juli eine Bekanntmachung über Auflösung und Neubildung der National-Garde in Lyon erlassen, deren Haupt-Juhalt folgender ist : „Nach Ansicht der Justructionen, welhe ber Bürger Minister des Innern übersandt hat; in Erwägung, daß nah der Revolution vom 24, Februar und den Aufregungen, welche darauf folgten, E VDrga- nisation und die Bewaffnung der National Garden von Lyon und den vorstädtishen Gemeinden ohne Ordnung und Regel vorgenommen worden ist; und in Erwägung, daß die Macht, welche dazu berufen ist, das Gese zu beschüßen, vor Lllem den Vorschriften des Geseßes gemäß organisirt sein mußz verfügt der Präfekt des Departements der Rhone: Art. 1, Die National - Garde der Stadt Lyon und der Geme/nden Vaise, Croix Rousse und Guilloftiere is aufge:öst, um sofort wieder organisirt zu werden,“ - d

Der Ausfall an den Einkünften des laufenden Jahres 1848 in den direkten und indirekten Abgaben wird auf 200 Millionen Fr. veran- schlagt. Die indirekten Steuern haben im ersten Halbjahre von 1848 nah den amtlichen Angaben 331,827,000 Fr. ergeben, d. h. 61,818,000 weniger als im Jahre 1847 und 67,652,000 weniger als im Jahre 1846. Die direkten Steuern brachten während des nämlichen Halbja»rs 258,226,000 ein, wozu noh etwa über 40 Millionen an beigetragenen Rückständen von 1847 fommen. Die Zusaßsteuer von 45 Centimes, welche 191,280,000 aufbringen soll, lat bis jet erst 87,515,000 ergebenz es sind also noch 103,747,000

Fr. beizutreiben.

Großbritanien und Jrland. London, 15. Juli. Die Times rei sichert, daß die Session des Parlaments auch in die=- sem Jahre, wie gewöhnlich, in der zweiten Woche des August werde geschossen werden. Der Geses-Entwuif über Aufhebung der Schiss fahrisgeseße werde auf die nächstjährige Session vertagt werden.

Die Nachrihten gus Jrland reichen bis zum 13, Juli, Die

Regierung: schreitet in ihren kräftigen Maßregeln zur Unterdrückung der aufrührerishen Umtriebe fort. Herr Meagher, welcher im Be= griffe war, si< nah Nord-Amerika zu begcben, ist in Waterford we= gen einer aufrührerischen Rede, die er einige Tage zuvor in einer Klub-Versammlung zu Rathkeale gehalten hatte, verhaftet und nur gegen Bürgschaft einstweilen wieder freigelassen wordenz der Prozeß fann erst im Frühjahre 1849 vor die Gerichte fommen. Herr Do- heny, Mitarbeiter an der Tribune, ein eifriger Missionair des Pro-= pagandismus der irländischen Conföderation und thätiger Beförderer der Klub-Organisation, is ebenfalls wegen einer aufrührerischen Rede 3crea eingezogen.

L “ee Me UMTENE der Queens=Bench hat das Vermögen eines im Jahre 1842 hier in London verstorbenen Herrn Turner, von 60,000 Pfd. St., welches der Fiëfns, da sih keine Erben dazu vorfanden, bereits eingezogen hatte, an arme Verwandte desselben in der Graf- haft Susffolk zugesprochen.

ANufland uud Polen. St. Petersburg, 14. Juli. Unterm 7ien d. is folgendes Kaiserliche Handschreiben an deu Kriegs- Minister General-Adjutanten Fürst Tschernyschew ergangen :

„Fürst Alexander Jwanowitsh! Jhre langjährigen, dem Throne und Vaterlande gewidmeten Dienste sind dur<h musterhafte Verdienste um den Staat bezeichnet, Kaiser Alexander k., unvergeßlichen Andenkens, wandte sogleih beim Beginne Jhrer Dienst-Laufbahn Jhnen seine Aufmerksamkeit zu, und bekleidet mit seinem Vertrauen, waren Sie unausgescßt zur Voll- zichung wichtiger Aufträge und seiner wohlmeinenden Entwürfe berufen, Zhre Thaten im vaterländischen Kriege und die bald darauf unter Jhrer Leitung vorgenommene Organisation des donischen Heeres bleiben für immer Denkmale Jhyres ausgezeichneten Dienstes unter dec Regierung Unseres in Gottruhenken Bruders. Ju gerechter Unerkennung Jhrer hohenVerdienste ver- traute Jch Jhnen kas Kriegsministeriuum an. Sie haben seit dieser Zeit, im Verlaufe von einundzwanzig Jahren, durch nie ruhende Thätigkeit, un- ermübliche Sorgfalt und Bemühungen diesen ausgedehnten und viel um- fassenden Verwaltungszweig in allen seinen Theilen auf die Stufe der mu- sterhastesten Ordnung erhoben. Jch muß es vollkommen anerkennen, daß Sie durch zweckmäßige Umgestaltung des Landhcerwesens, durch Verbesserung des

Oekonomischen und Einführung eines strengen Nechnungswesens, alle Maß- | regcln vorbereitet heben zur Erreichung der von Mir angedeuteten Absicht: | eine besondere Kriegëmacht herzustellen , die, ohne tem Staat in Friedens- |

zeiten zur Last zu fallen, bereit wäre, beim ersten Rufe in die Reihen

Meines Heeres zu treten.

furzer Zeit aus den auf unbistimmte Frist Beurlaubten gebildete Rejerve- Armce, die Versorgung sämmtlicher Neserve - Truppen, so wie der auf Kriegsfuß gestellten attiven Armee, mit ungewößbnlicher Schnelligkeit und ß Pünktlichkeit aus den vorhandenen, durch Jhre einsichtevolle Fürsorge und Umsicht beschafsten Vonäthen bewerkstelligt worden ist. Unseres immerwährenden Wohlwollens und Unserer aufrichtigen Erkennilich-

fet für Jhre sd lobcnswerthen und wahrhaft nüulichen Dienste verleihe }

Jch Jhnen allergnädigst Mein in Diamanten gefaßtes Bildniß zum Tragen im Knopfloche, Judem Jch Jhuen dasselbe übersende, verblcibe Jch Jhnen unwandelbar wohlgewogen. CU O) J IFOIA I

Mittelst Kaiserlichen Lagesbefehls vom 7. Juli is der General= Kriegs-Gouverneur von St. Petersburo, General-Lieutenant Schul- gin, zur Belohnung för seine ausgezcichueten Dieuste, zum General der Jnfanterie, mit Beibehaltung seiner Stellung, ernannt worden.

Schweiz. Tagsopßung, Sihung vom 13. Juli. (Eidg. Ztg.) Ju dieser Sißung kam auch der $. 26 der Traktandeu, Ver- bot der Freischaarer, zur Berathung, und es wird, nachdem die Stände Baselland, Glarus und Appenzell A. R h. sih we- gen ihres Rücstandes in Erlcssung eines Freischaaren - Gesebes ent= \chuldigt und Zusicherungen gegeben, und nahdem Baselland noch eine für das Volksblatt oder die Berner =- Zeitung geschrie- bene Lobrede der Freischaaren gehalten, eine Einladung an diese drei Stände beschlossen, den daherigen Tagsaßungs - Beschlüssen doch Folge: zu. leiten: Luzern 7 theilt zur AMufitralme u bas Protokoll den Großraths - Beschluß vom 7. Juli für die An=- nahme des neuen Bundes-Entwurfes mit. Zwei Schreiben des eid=- genössischen Kriegsraths, die Gränzbewachung in Graubündten, die in Frage stehende Entlassung der Truppen daselbst, \o wie cinen Koms- petenz - Konflift zwischen der Regterung von Granbündten und dem Kriegsrath betreffend, werden nach longer Disfussion dem Kriegs- rathe zur Prüfung und zur Berichterstattung zugewiesen. Eine De= pesche des eidgenössischen Geschäftsträgeirs in Wien zeigt an, daß Cr seinen Auftrag zur Erhebung von Zieclamationen gegen die von öster- reichishen Soldaten in Graubündten ge <ehene Gränzverleßung mit Erfolg erfüilt habe, indem ihm Baron von Wessenberg in ciner Au-=-

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dienz die Zusicherung ertheilt habe, daß er sogleich die nöthigen Wei- sungen für Verhütung ähnliher Vorfälle dem Feldmarschall Radebky und dem Landes-Gubernium ertheilen werde.

Basel, 15. Juli. (Basl. Z.) Vor uns liegt ein, wie es - beißt, in ‘unserer Nähe gedru>ter „Plan zur Revolutionirung und Republikanisirung Deutschlands von G. Struve und K. Heinzen.““ Jn demselben wird zum Riesenkampfe ae sgeseedars, durh energische Handhabung der Gewalt und s{honungsloje Behandlung der Gegner, nameutlih Confiscation des Vermögens aller derer, die sih im Dienst der Fürsten-Partei hervorgethan. Ein Aufruf an das deutsche Volk verspricht demselben alle möglichen Herrlichkeiten, es folgt sodann eine Organijation des Aufstandes, Organisation der republifanishen Be= hörden und allgemeine Verhaltungsregeln für die Beamten der Re- volution und die Offiziere des Volksheeres, Alles im Sinne des revolutionairen Terrorismus. Dessenungeachtet darf man iu der Tag- saßung behaupten, die Flüchtlinge verhielten sih gauz ruhig.

Genf, 14. Juli. (Basl. Ztg.) Eine unruhige Stimmung berrsht in der Stadt. Man sagt, doß Flüchtlinge aus Paris und Lyon unsere Arbeiter aufheben, ja, man spricht von einem abscheu- lihen Komplott, das ausgebrochen wäre, wenn die Anarchie in Paris gesiegt hätte. Eine Compagnie Landwehr versieht vorläufig täglich den Wachtdienst, damit das Gendarmerie - Corps stets verfügbar sci,

Solothurn. Der Regierungs-Rath von Solothurn stellt dem Großen Rathe den einstimmigen Antrag auf Annahme der neuen Bundes - Verfassung, unter Vorbehalt dier Genehmigung des Volks, das schon den 30, Juli in den Gemeinden darüber abstimmen wird.

Mat rid, 11. Juli. Die regierende Köu'gin erfreut sich in la Granja des besten Wohlseins. Auch die Königin Christine und

Lieser Getanfe is nunmehr Meinen Absich- | ten und Wünschen eutsprechend ins Leben getreten durch die in möglichst |

Bri dieser Gelegenhe-t sehe Jch mit besonderem Vergnügen, daß | größter

Zur Bezeugung j

ihr Gemahl befinden ih seit einigen Tagen auf jenem Landsite. Der Miuisterpräsident begab si<h vorgestern Abend dorthin, und heute folgen ihm alle übrigen Minister, mit Ausnahme des Herzogs von Sotomayor, der an einem heftigen Gicht-Anfalle daniederliegt. Die Telegraphenlinie zwischen hier und la Granja ist vollkommen eingerichtet, und eo sind Anordnungen getroffen, daß die Minister die elf Meilen von dort hie: her in fünf Stunden zurü>legen können.

Die Herzoge von Valencia und Sotomayor haben von dem Könige von Sardinien das Großkreuz des Ordens des heiligen Mau= ritius erhalten.

Nus Vitoria hreibt man dem Popular: „Jn diesen Provin- zen herrscht fortwährend Ruhe, und es is keine Furht vorhanden, daß in einer derselben die Ordnung gestört werden möchte. Die Nachrichten aus Navarra sind sehr gut; die Karlisten machen keine Fortschritte. Das Land unterstüßt sie niht. Elio hält si< in Bar- rot (Frankreich) bei seiner Schwester auf und is so leidend, daß er das Bett hüten muß.“

Die Gaceta meldet, daß der Brigadier Ortigosa deu Karlisten in Navarra am Sten ein Gefecht lieferte, in wel<hem leßtere zwei Todte und fünf Gefangene verloren. Dem Heraldo zufolge, hatte der fkarlistishe Brigadier Jlzarbe in den Amezcuas ungefähr 300 Mann gesammelt, von denen jedo<h nur 200 Maun mit Flinten be- waffuet waren. Unter ihnen befinden sih über 60 Offiziere.

Der Clamor publico sagt: „Die Nachrichten aus Navarra und Catalonien sind von solcher Bedeutung, daß sie die volle Auf- merkfsamkeit der Regierung auf si< z‘ehen müssen, Diese karliftische Erhebung is nicht eine der vielen Unternehmungen, welche die Par- teigänger des Prätendenten versucht haben, seitdem dem Bürgerkriege ein Ziel geseßt wurde. Es i keine einseitige Bewegung, die unter- nommen worden wäre, ohne auf die zu ihrer Durhführuug nothweu- digen Hülfsmittel re<hnen zu können , sondern der erste Schritt eines ausgedehnten u:d wohlbere<hneten Planes, dessen Verzweigungen sich über die ganze Halbinsel erstre>en. Es handelt si< unter den Kar= listen darum, die Lage des Landes zu benußen, un der Königin Jsabella die Krone zu entreißen.“

Der Bevollmächtigte des Herrn Salamanca widerspricht in hie- sigen Blättern der Angabe, daß dieser Ex - Minister sih in London besinde oder mit den Montemol’uisten ein Bündniß geschlossen habe.

Wir haben umständlihe Nachrichten über die Bande erhalten, welche sich am Fuße der Sierra Morena gebildet hat. Die Behör= den treffen alle Maßregeln zum Behuf ihrer s{<leunigen Ausrottung. Die Rebellen haben die ihnen angebotene Amnestie nicht benußt und machen den Truppen viel zu schaffen. Der Gefe politico der Pro= vinz hat sich na< la Carolina begeben und den dortigen Gemeinde-

Rath, dessen Mitglieder Verbindungen mit den Rebellen unterhalten, aufgelöst, (Herald o.)

Auch in Estremadura versuchen die Rebellen ihr Glück. Ohne Zweifel suchen sie die Aufmerksamkeit der Regierung auf mehrere Punkte zu richten, um auf diese Weise ihre Zwed>e zu erreichen. Der General - Capitain vou Badajoz erfuhr am 7ten, daß bei Campo Mayor in E sih eine Bande von 30 gut berittenen Spaniern befand, welche Karlisten zu sein sheinen. Er hat eine Compagnie Jufanterie und einige Kavallerie abgeschi>t, um ihrem Eindringen in Spanien vorzubeugen. (Heraldo.)

3proz. 205. 5proz. 123 Br.

Potsdam, 19. Juli. Die fromme Gedächtnißfeier Zhrer Maj-stät der verewigten Königin Luise beging heute in der Früh- stunde dur< Gesang, Gebet und Betrahtung in der Hof- und Gar- nison-Kirche hierselb ein zahlrei<h versammeltes Publikum. Nach geendigter Predigt, die der Feldprobst Bollert hielt, erfolgte die von thm verrichtete Trauung nachstehender se<s unbemittelter, tugendhafter Brautpaare :

1) Friedrih Wilhelm Stamm, Unteroffizier im 1sen Garde-Re- giment zu Fuß mit Jungfer Karoline Schul;

2) Karl August Harnisch, Unteroffizier im 1sten Garde-Regiment zu Fuß mit Jungfer Karoline Wilhelmine Freisleben;z

3) Johann Christian Friedendorff, Unteroffizier im 1sten Garde- Ulanen-Regiment mit Jungfer Luise Wilhelmine Kre>low;

4) Heinrih Guems<, Sergeant im Kaiser Franz Grenadier- Regiment mit Jungfer Friederike Marie Wiltelmine Gor- mann;z

9) Karl August Ferdinand Tieh, Zu>ersiederei - Arbeiter mit

Jungfer Friederike Auguste Rulff;

6) Wilhelm August Bormann, Scneidergeselle mit Jungfer Auguste Amalie Kemnißt.

Ein jedes dieser Brautpaare erhielt auf den Grund beigebrachter vorzüglicher Zeugnisse über vieljährige treue Dienstzeit, aus dem Fonds der Luisen-Stiftung ein Ausstattungs-Kapital von Einhundert Thalern ; und so lebt das Andenken der verklärten Königin Luise in stillen Segnungen unter uns für immer fort. j

Der Familien-Rath über Luisens-Denkmal.

Meteorologische Beobachtungen.

Morgens Nachmittags | Abends 6 Ubr. 2 Ubr. | 10 Ube.

Luftdruck 336,16'"'Par.|335,54‘’’Par.|834,07"'Par [Quellwärme 7,9° R. Luftwärme .…...| + 13,0? R.|+ 19,3° R.| + 12,7° R. |Flusswärme 16,0" R. Thaupunkt -+ 10,0" R. 4+ 8,2? R. 4+ 9,1° R. Bodenwärme Dunstsättigung .| 79 pet. 41 pCt. 74 pCt Ausdünstung

beiter. beiter beiter, Niederschlag O Rb. WSW. WSW. Würmewechsel+ 19,6° WSW. -+ 11,g°

335,26" Par... +15,0° R... +9,1° R. . 65 pt. WSW.

Nach einmaliger Beobachtung.

1848. | 20 Juli. |

Wolkenzug. . «

Tagesmittel :

Königliche Schauspiele.

Freitag, 21. Juli. Jm Schauspielhause. 41419te Abonnements- Vorstellung: Sie is wahnsinnig, Drama in 2 Abtheilungen, nah Melesville’s : Elle esl folle, bearbeitet von L. Angely. Hierauf: Das Liebes-Protokoll, Lustspiel in 3 Abth., von Bauerufeld.

Sonnabeud, 22. Juli. Jm Schauspielhause. 120ste Abonnements-

Vorstellung : Moriß von Sachsen, Trauerspiel in 5 Abth., von R. E, Pru.

A U R m.

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Wechsel - Course. | Geld.

| Kurz

250 x1. | 2506. | 2m. 431 v . 300 Mx. | Kurz J E | 151% do. 300M. | 2 Mt, | 1505 Ï Lat, | 3 Mt. | 6 255 300 Fr. | 2 Mt. : E50 Fl. 50 Fi. . 100 Thts

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Maur «ae oa o ofe ao 060000616001)

London Mi, Cd ooo d P c Wian 10 20 Ry end o a e r obi is Augsburg

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Breslau

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3 Wochen | 19% | FOIL,

Frank(uet a. M südd. W. e...) s

T'otorabure ca eie Cie L

Intändische Fonds, Pfandlries-, f ommunal- Papiere und Geld - Course.

Zf.| Brief. | Geld. ' Gem Z Kt. Schuld-Secb. 31 735 F Le Kur-u.Nm.D fdbr. 31 Seeh. Präm. Seh. | 865 | Seklesische do. | e K.u.Nm. Scbuldv. [35 | do. Lt. B. gar, do. |3- 30) Berl. Stadt-Obl. (3% | Pr. Bk-Anth,-Sch 817

Westpr. Pfandbr. 35 Fredrichsd’or. -! 1375! 134, BLA A nd.Goldm.à Bth. |-—

Disconto. Wis

, Brief. | eld. | Gem. 91k |

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| Hamb. Fener-Cas. 3 f do, Staats-Fr. Anl. |- 7 Holl. 25 % Int,

: Kuürh.Fr.O. 40 th. do. do. Cert. L.A. 5 | T25 Sardin. do. 36 Fr. |- Jo do.L.B.200Fl, S. P, Bad. do. 35 FI. Pol a. Fflbr.a.C, 4 8fi7 | :

do.beilope3 4.8.

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do Poln. Schatz. 59

diner förse vom W. Juli.

Eisenbahn- Actien.

-_

Stamm - Actien.

Im

Kapital. |

Börsen-Zi

y Der Reinertrag wird nach erfolgter Bekanntm. Tages Cours.

in der dazu bestimmten Rubri ausgetill. Dia mit 3$ pCt. bez. Actien sind v. Staat gar.

Rein-Ertrag 21847.

Rechnung.

Berl. Anhalt Lit. A B. | do. Hamburg do. Stettin -Starg.. do. Potsd.-Magd... Magd.-Halberstadt do. Leipziger Halle-Thüringer Côln-Minden. «5... Or AGCIEN ¡69e e Bonn - Cöln Düsseld. Elberfeld Steele - Vohwinkel... Niederschl. Märkisch. do. Zweigbahn Oberschl. Lit. À. …. do. O A Cosel - Oderberg Breslau - Freiburg .…. Krakau - Oberschl.... Berg.-Märk. .…...... Stargard - Posen Quittungs - Bogen. Berl. Anhalt. Lit. B. Brieg - Neisse Magdeb.-Wittenb.….. Aachen-Mastricht .…. Thür. Verbind.-Bahn

Ausl. Quitlungsbog. Ludw.-Bexbach 24 FI. Pesther........ 26FI. Friedr. Wilh.-Nordb.

3,500,000 8,000,000 4,824,000 4,090,900 1,700,000 2,300,000 9,060,000 13,000,000 4,500,000 1,151,200 1,527,000 1,100,000 10,000,000 1,500,000 1,429,700 2,400,000 1,200,000 1,700,000 1,50 :,000 4,000,000 5,000,000

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69 B, 83 bz. u 83 bz.

36 B. 58 G. 6475 a 65 bez. u. G.

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2,500,000 83 a j bz. u. G, 1,100,000 4,500,000 2,750,000

5,600,000

445 a 455 bz.

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8,525,000 | 8,000,060 —— 8,000,000 65] 373 a 381 bz. u G.

Schluss - Course von Cöln - Minden 744 e.

Prioriläts - Actien. | Kapital.

Tuges - Cours»

Zinsfnss.

Sämmtiliche Prioritits-Actien werden durch jährliche Verloosung a 100 pCt. amortis.

Berl.-Anhalt do. Hambur do. Potsd.-Magd. .. |2,367,200 do. do. .… 13,132,800

Magdeb.-Leipziger .. |1,788,000

Halle - Thüringer .….. |4,000,000

Cöln - Minden 3,674,500

Rhein. v. Staat gar.. |1,492,800 do. 1. Priorität... |2,457,250 do. Stamm - Prior... |1,250,000

Düsseldorf-Elberfeld. [1,000,000

Niedersch]l. Märkisch. 4,175,009

do. do. 3,500,609 do. 11]. Serie. |2,300,000

do. Zweigbahn | 252,000

do. do. 248,000

Oberschlesische 1,276,600

Cosel - Oderberg 250,000

Steele - Vohwinkel... | 325,000

Breslau - Freiburg. . | 400,000

1,41 i,860 5,000,000

815 bz. u. G. 887 B. 74 bz. 78% 6.

80 B. 88 B.

662 6.

793 6. 80 be. 93% 6.

87% be.

70 B.

Ran T A N R R R

Ausl. Stamm- Act.

Dresden-Görlitz Leipzig-Dresden

Chemnitz - Risa i Sächsisch-Bayerische |6,000,000 Kiel - Altona Sp. 2,050,000 Amsterd.-Rotterd. FI. /6,500,000 Mecklenburger Thlr. |4,300,000

Börsen-

Zinsen

Wainerts 1847.

fa fa f Ga n > >27; I F EI

von Preussischen Bank - Antheile

Die Courece haben sich heute wieder gehoben, und das Geschäft in Eisenbahn - Actien war heute lebhafter, als seither. Besonders begehrt und steigen

und Bank - Antheile am Schluss der Börse.