1848 / 132 p. 2 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

j i Reichs=-

i dec Kaiser den Abgeordneten des un arishen G

S halle der Brie in aar anti der Aue A be grit wona

tegrität der Krone Ungarns persyree m E E aa Pesth

pg i agt il pen S ge der Hand Fe Unmöglichkeit , indeß

öni. Ungarn Van b : a Bs taiser, die möglichst günstige Gelegenheit dazu ergrei-

ion A i das Weitere Die Deputation geht morgen früh nah Pesth, um da i fen rathen, weil ihr Vie vom Kaiser gegebene Autwort nicht befrie-

digend gelautet hat.

Gras, 3. Sept. (Wien. Zta.) Die hiesige Zeitung ent- hält den folgenden Artikel über den Stand der österreichischen Armee in Nea: gegenwärtig unter Radeyky in Jtalien stehende Armee (1 Ge- neral-Adjutant F.M.L. Schönhals, Chef des Generalstabs F.M.L. Heß, Chef der Artillerie Oberst Strorinik und Feld-Genie-Direktor G.M. Hlavaty) be- steht aus 6 Armee-Corps, u. z, dem sten unter F.M,L., Wratislaw, dem oten unter F.M.L. d'Aspre, dem Zten unter F.M.L. Havnau und pn n unter dem F.M.L, Thurnz dann dem 1sten Reserve- Corps unter F-M.LX. Wocher und dem 2ten Reserve - Corps unter dem F.M.L, Welden, und be-

ift in sich: E Linien-Jnfanterie:

Bat, Mann.

von deuts<- und galiziswen Regimentern, angenommen U

a 1200 Mann L ais, 00... O

von ungarischen Regimentern a 800 Mann.............--- 14 411,200

von italicuishen Regimentern a 690 Mann ; 9 5,400

Grenadiere: S 2 ( ; 3,

1 600 665

ungarische, a 1000 Mann italienische

deutsche - E Fit Fägert

das tyroler Jäger-Regiment, a 1200 Mann... deutsche Bataillone .…. » S, 22A italienis<he Bataillone

4,800 4,800 a 1,200 Gränz-Jnfanterie: von den fkroatisch-, slavonish- uud banatishen Regimen-

tern, a 1300 Mann C A,

Garnison-Jnfanterie:

italienische in Mantua ¿u

31,200

900

Freiwillige:

3,600 1,200

144,105

wiener, a 1200 Mann...

steyerishe Schüßen...

daher zusammen an Jufanterie - E

Kavallerie:

Mann. 2,180 2,880 2,880 2,880

10,820

Dragoner-NRegimenter, a 6 Cskadronen Chevauxlegers-Regimenter, a 8 Esfadronen. 2 Husaren-Regimenter, a 8 Esfadronen 2 Ulanen-Regimenter, a 8 Esfadronen daher an Kavallerie L L LOO Artillerie und Fuhrwesen: j 4 Bataillone bilden durc<\hnittli< eine Brigade, wozu eine Fi ßbatterie von 6 Feldgeschüßen stoßt, daher zu 32 Brigaden... 192 Feldgeschüße dann zu den 8 Kavallerie-Regimentern 8 Kavallerie-Bat- terien, a 6 Geschüße angenommen, beirägt ........... 48 » zusammen E ¿40 Feldgeschuze wozu man br. Stü>k an Artillerie - Bedienungs -, Reserve- und Fuh1wesen - Mannschaft durchschnittlich 25 Mann rechnen kann, daher 6000 Mann.

2 2

von Cramm- Sambleben, den ständishen Ausschuß mit der ver- fassungsmäßigen Wirksamkeit behufs der Verhandlungen mit der Reichs - Centralgewalt zu beauftragen, wurde mit dem Zusaße der Prüfungs - Kommission, die Bedingung hinzuzufügen, daß der Aus- schuß jederzeit in vollständiger Anzahl dabei versammelt sein müsse, und mit Vorbehalt einer Zustimmung der Regierung zu diesem Auf- trage, angenommen, Der Antrag des Abgeordneten von Cramm- Sambleben, daß die Stände - Versammlung bei der Regierung bean- tragen wolle, alle Abtheilungen der bewaffneten Macht auf die Lau- des - Verfassung \{<wören zu lassen, wurde, da die Mehrheit von 28 gegen 15 den Antrag der Kommissionsmehrheit annahm, diesen Ge- genstand als einen solchen der Regierung zu empfehlen, welcher bei der demnächstigen Revision der Landes - Verfassung zu berücksichtigen sei, von derselben abgelehnt. Die Stände-Versammlung hat, da alle ihre Geschäste erledigt sind, ihre Sibungen geschlossen. Nach- dem der Präsident einige Worte des Abschiets gesprochen hatte, erklärte der Staats - Minister von Schleiniß den Landtag für ge= \<lossen.

Schleswig-Holstein. Kiel, 9. Sept. (H. C.) So eben (82 Uhr Abents) is das Staatsgrundgeseß in der Landes-Verjamm- [ung s<ließli<h angenommen und von der provisorischen Regterung genehmigt worden. Herr Bremer theilte in der um 5 Uhr erüe ten Sißung mit, taß die Landes-Versammlung in dem eingesandten Entwurfe zwar die Rewhte des Volfes gewahrt babe, daß aber nah Ansicht ter Regierung auch die Rechte des Landesherrn zu wahren seien. Die Regierung könne daher ihre Genevmigung nur unter Bedingungen ertheilen. Diese bezogen si im Wesentlichen darauf, paß das suspensive Veto auf den Fall, day der Herzog zugleich in einem ni<htdeutschen Staate regiere, beschränkt roerde, und daß der Herzog niht auf Vorschlag der Landes- Versammlung, sondern frei aus deutschen Fürsten und s<hleewig-holstem<en Staatsbürgern den Statthalter wähle. Es entspann si< eine weitläuftige Debatte, in welcher die meisten Redner si< zwar theoretisch sar das quspen- sive Veto und auch sür die beschränkte Wahl erklärten, aber boch die Ansicht aussprachen , daß man einen Konflikt mit der provisorisch n Regieruung vermeiden müsse. Nur Friderici, Rosenhagen, Atlmann, Tiedemann u. m. A. wollten der Regierung keine Konzc |jion machen. Endlich nah Schluß der Debatie trug Landvogt Jensen darauf an, daß über alle von der Regierung verworfenen Artikel gemeinsam ab- gestimmt werde, wodur die Sache den Chorafter emer Konniveiz, eiues Vertrauensvotums erhielt. Dieser Antrag wurde angenommen, Es stimmten 75 für, 48 gegen die Annahme gegen die Annahme der Modificationen. Bremer crilärte darauf, daß die Regierung ihn auf diesen Fall zur Genehmigung bevollmächtig! habe, und sprach diese Genehmigung aus. Mit einem Hoch auf das Voterland und die pg visorische Regierung, zu welchem der Präsident in einer ansprehenden Rede aufforderte, treunte sih die Versammlung, Die beiden Tribii nen waren den ganze Abend bindurh stark bejebt, und das Publi- fum folgte mit großer Theilnahme den Berhandlungen. :

Die shleswig-bolsteinishe Landes-Versammlung hat unterm sten d. folgende Ansprache an das deutsche Heer in Schleswig - Holstein ine deutsche Brüder! Von allen Seiten ber seid Zhr dem Rufe gefolgt, der Euch zum Schuße von Deutschlands Nordmari aufbotz seid

1 N

weiters die Naketen- Batterieen beiläufig mit und die Garnisons - Artillerie in Mantua, Verona und Leg-

nago mit. E aiietid ae 00 P daher zusammen an Artillerie und Fuhrwesen. ..............- 7400 Mann

Von dem technischen Corps: : nehme man hierzu 2 Bataillone Pioniere, 1 Division Mincur, eben so viel Sappeux und gleichviel Tschaikisten, zusammen mit 3600 Maunz; st0 beträgt das österreichische Heer in Italien gegenwärtig 130 Bataillone, 60 Esfa- dronen und 240 Feldgeschütze*) mit beiläufig 165,985 Manun®**), wozu noch die Tyroler Landesgränzen - Vertheidiger unter dem G. M, Roßbach mit beiläufig 14,000 Schüßen zu zählen kommen. e E Weiter steht in Triest und Zstrien zur Vertheidigung der KUste unter

dem F. M. L. Gyulai ein Besazungs-Corps von 1 Grenadier- und 5 Jnfanterie-Bataillonen nebst Artillerie, zusammen mit beiläufig 8000 Mann und die unter dem Kommando des Linienschiffs - Capitains Kudriafsky ste- hende österreichische Flotille, aus 3 Fregatten, 2 Ko1vetten, 4 Briggs, 1 Schooner, 2 Kanonier -Schaluppen, 8 Penichen und 4 Dampfböten bestehend.

Trie st, 7. Sept. (Oest. Lloyd.) Ein sardinisches Dampsf= boot brachte heute srüy eine Depesche des Contre - Admirals Albini an das hiesige Militair - Ober - Kommando, worin er anzeigt, daß er im Laufe des heutigen Tages die Gewässer von Venedig verlassen werde, nahdem er die piemontesischen Truppen, die er an Bord neh= men konnte, eingeschi}t hat.

Hldenburg. Oldenburg, 7. Sept. (D. A. Z.) Der Lmdtag begann heute die Berathung des Verfassungs-Entwurfs und faßte zwei sehr bedeutsame Beschlüsse. Zum $. 1 war vom Regie- rungstische cine Abänderung vorgeschlagen, welche die Avsicht hatte, Ansprüche des Herzoglich sonderburgishen und des Königlich s{hwedi- chen Hauses auf die Nachfolge in der Regierung zu berücksichtigen, Es wurde dies aber gegen eine Stimme abgelehnt. Zugleich nahm der Landtag hierbei Gelegenheit, mit eben Plcher Einigkeit deu Be- {luß zu Protokoll zu legen, daß an einer anderen Stelle des Staatsgrund - Geseßes ausgesprochen werden müsse, daß dasselbe an feine agnatishe Zustinmung gebunden sein könne, Jn der gefri- gen Sibung erstattete der Abgeordnete Kiß Bericht über die birken- felder Frage. Die birkenfelder Abgeordneten licßen dadur erklären, daß sie zwar nicht in einer bloßen Personal - Einheit mit Oldenburg stehen, aber au nit zu einer bloßen Provinz von Oloenburg her= absinken wollen. Sie verlangen, daß das gegenseitige Verhältniß im vertragsmäßigen Wege festgestellt werde, Der Berichterstatter seßte näher auseinander und begründete dur< Urkunden, daß das staatliche Verhältniß Birkenfelds zu Oldeuburg bisher eine reine Personal-Union gewesen, daß das Fürstenthum Birkenfeld lediglih vom Herzoge Pe- ter Friedrih Ludwig uad dessen Erben und Nachkommen, nicht aber vom Herzogthum Oldenburg erworben sei. Er beantragte zunächst die Verweisung der Sache an die Vetfassungs-Kommission. Die Frage ward nah dem Ergebnisse der Debatte zuvörderst in eine besonderc Kommission verwiesen. Shließlih erstattete no< die Verfassungs- Kommission Bericht über die steben ersten Artikel des Entwurfs,

Braunschweig. Braunschweig, 8. Sept. Ju der heu-

tigen Sißung der Stände - Versammlung wurde der Geseß- Entwuf -

über die Landwehr angenommen. Der Antrag des Abgeordneten

*) Wozu noh der Belagerungspark und Brü>entrain gehören,

**) Diese Bere<nung dürfte wohl etwas zu hoh sein. Jedenfalls fommen hiervon die in dem Feldzuge Gebliebenen, Gefangenen und Ver- wundeten, welche Radebky blos für das 1ste, 2e und 3te Corps mit 2700 Mann angiebt , dann die sons Erkrankten, deren Zahl über 12,000 geschäßt wird, endlich die zurükgebliebenen Garnisonen und Festungs - Besaßungen, die man au mit 20,000 Mann berechnen kann, in Abzug, wonach wohl die im Felde stehende Mannschaft im ganzen Umfange des lombardisch-ve- netianíschen Königreichs niht 100,000 Mann übersteigen dürfte, wovon dem Marschall vielleicht höchstens 80,000 Mann zur unmittelbaren Disposition

en, steh Anm, d, Red, de G, 3tge

willig gefolgt, wie es die Pflicht gebeut, wie es das Vaterland von seinen Söhnen erwartet, wann es gilt, seine Ehre zu wahren und ungerechtem Angriff zu wehren! Wir aber, Schleswig-Holsteins Bewohner, sind Zeugen gewesen der inneren Freudigkeit, mit welcher Jhr dem Kampfe zugeeilt, Zeu- gen der warmen G.uth für Deutschlauds Wohl und Ehre, die Euch alle durchdringt, von dem chrwürdigen Feldherrn an bis zum Jüngsten der Kämpfer herab! Wir können Euch nicht scheiden sehen, ohne Euch im Na- men dieser Laute unsere hohe Freude auszusprechen über den Geist, der in Euch lebt, ohne Euch unseren einmüihigen Dank zu sagen für die Theilnahme, die Jhr als tapfere Vertreter des ganzen eimgen Deutschlands seinem zunächst be- drohten Norden bewiesen habt. Zhr zieht dabin, edle Krieger, in einem Augenblicke, wo mit dem Schicksale Schleswig-Holsteius vielleicht das Schick- sal des gesammten Deutschlands auf dem Spiele steht; wo Schleswig- Holstein Eures Beistandes dringender bedürfen mag, als je zuvor, Jhr zieht dahin, und wir vermögen nicht, Euch hier zurüctzuhaiten * Aber wer weiß, cb nicht dir Höchste cs so lenken wird, daß Jhr bald, sehr bald hier- her zurüfehrt, um vereint mit Schlewig-Hoisteins braven Schaaren neue Lorbeeren den {on erworbenen, unverweikten hinzuzufügen. Daun, edle Krieger, zählt auf unsere unverdro|jene Beihülfe, Mann für Mann, wie wir auf Euren Muth, auf Eure Kraft vertrauen! Seis aber, wie es sei, wie immer das Geschi>k sich wenden mag, Euch sind wir sicher jederzeit im Dienste des Vaterlandes, auf dem Felde der Chre zu Inden, und üb rall begleitet Euch unser freudiger Zuruf: Mit Gott für Freiheit und Bater- land! Kiel, in der hleswig- holsteinischen Landes - Versammlung, Hh 8. September 1848. Bargum, Präsident, L, Lorenzen, Schriftführer,

Frankfurt. Frankfurt a. M., 10. Sept. (Fr. I ourn.) Gestern Vormittag hatte die cste größere Probefahrt auf de: Frauk furt-Hanauer Cifenbaha statt, zu weler die provisorische Verwaltung dieser Bahn nahe an 400 Einladungsfarten vertheilt batte, besonders an die Mitglieder unseres Sen its, der Reichs- Versammlung, unserer ständigen Bürger - Repräsentation 2. L Lofomotive „i ranffurl war zu dieser festlihen Fahrt in stnnmgem Geschmacte rei mit Blu- menkränzen ges<müdt, und ein wohlbesebtes Musik -= Corps spielte heitere Mclodieen, Jun vorsichtiger Fahrt legte der Zug, abges rechnet die fku-zen Aufenthalts - Punkte an don beiden nen Mainkur und Wilhelmebad, den We, nah Hanau 2 Postmeilen) in 37 Minuten zurü>, Nach kurzem Aufenthalte im hanauer Bahnhofe kehrie der Zug nach der Station Wilhelmsbad zurü, 8 wo si die eingeladenen Gäste nah den erqui>enden und anmuthi- gen Baum-Anlagen dieses Badcortes begaben und daselbst mit E guten Frühstü>e bewirthet wurden, Gegen halb drei Uhr L dort wieder zum Aufbruche geblasen und die Rückfahrt nah Trau - furt angetreten, die in einem Zeitraume vou 26 Minuten (die Stre>e vou Hanau bis Wilhelmebad mitgere>net) zurü>gelegt wurde, Die Einrichtungen und Bauten der Bahnhöfe sind zwe>mäßig und ges{<mad>voll, ohne gerade übertriebenen, verschwenderishcn Luxus daran wahrnehmen zu fönnen, Um 4 Uhr Nachzmittags hatte no<h eine zweite Probefahrt statt, und morgen Sonntag beginnen die regelmäßigen Fahrten nah dem bekannt gemachten Tarife.

Hamburg. Hamburg, 10. Sept. (H, C.) Der Ober- Befehlshaber des zehnten Armee-Corps, General Halkett, is gestern mit feinem Stabe in Altona angekommen, E :

Die Jufauterie unseres Kontingents is gestern Nachmittag wie- ter hier eingetroffen. Die hanseatische Kavallerie wird nebst einem Bataillon Württemberger und einem Bataillon Badener während des Waffenstillstandes im Schleêwigschen verbleiben. Drei Züge und der Stab unserer Kavallerie bleiben in Flensburg, ein Zug in Sthleswig;z von der zweiten Shwadron ein Zug in Apenrade, einer in Tondern und zwei ín Hadersleben.

Ausland.

Desterreih. Mailand, 3. Sept. (Wien. Ztg.) Der Feldmarschall Radebßky hat nachstehende Proclamation erlassen:

„Es ist der Wille Sr. Majestät des Kaisers, jene Vergehen in Ver- gessenheit gerathen zu lassen, deren sich Soldaten vom Feldwebel abwärts dadurch schuldig gemacht haben, vaß sie ihren Eid vergaßen und ihre Fah-

nen verließen. Versehen mit der Kaiserlichen Vollma®t, erlasse ih hiermit nachstehenden General - Pardon: Z e

1) Alle Soldaten vom Feldwebel abwärts, welche geborene Jtaliener sind, und die in dem Zeitraume vom 418. März d, F. bis zum heutigen Tage sih der Desertion schuldig gemacht haben, ihre Fahnen verließen und zum Feinde übergetreten sind, erkläre ih hiermit aller Strafe ledig, so wie von jedem Vorwurfe; auêëgenommen, sie hâtten vor ihrem Entweichen in ihrem betreffenden Corps ein anderes Verbrechen begangen.

2) Jede Untersuhung über solche Vergehen 1st niederzuschlagen, und jeder Soldat, welcher sich eines solchea schuldig gemacht hat, darf weder ge- tadelt no< für ehrlos gehalten werdenz auch fann ihm seine Capitulation weder verlängert, no< ganz abgenommen werden. :

3) Ein solches Îndividuum muß sich jedoch binnen drei Wochen, vom Tage der Bekanntmachung dieses Erlasses, ordentlich beim betreffenden Di- strifts - Kommissar oder bei der nächsten Militair - Behörde melden, welche hiermit beauftragt werden, sie an ihre respektiven Corps zu weisen,

Für jcne Judividuen, welche sich geseulih auêweisen, daß sie sich aus was immer für einer Ursache an den oben angegebenen Termin nicht halten konnten, vailängere i< denselben von drei Wochen auf zwei Monate,

Mailand, 3. September 1848.

Graf Nadetky, Feldmarschall,“

Venedig, 3, Sept, (Désfi. Lloyd.) Dia:Gazz..di Bos nezia bringt ein Programm der provisorischen Regierung in Betreff der Eröffnung eines italienischen National - Aniehens von 10 Millio- nen Lire „zur Aufrechthaltung der Jusurrection 1n den lombard:s- venetianis<hen Provinzen und Vertheidigung Benedigs.““ Vie Shuld wird von den lombardisch - venetianishen Prooinz:n übernommen und garantirt. Für Venedig bürgen die am 13. August erwählten Trium= virn, für die Lombarden der Bürgec Cesare Correntt, wel-her fraft seines Mandats vom 8. August das in Venedig bestchende Verthei- digungs-Comité der Lombardei repräsentirt. Das Anlehen zerfällt in 2000 Actien. Wer auf zchn Actien subsfritirt, erhält die elste gra- tis. Die Juteressen (5 pCt.) werden vom 30, Juni 1849 an halb- jährig entrichtet. Das Kapital wird vom 31. Dezember 18 2 an ín fünfsäh:igen Raten zurückgezahlt, Jedes Jahr sollen zu diesem Be bufe 4000 Actien durchs Loos gezogen werden. Als Caution des Anlehens werden der Dogen - Palast zu Venedig nut allen sei! Kunstshäßen und die neuen Procuratien des Markus - Platzes

Stßung vom

zeihne t

Frantreich. National =- Versammlung. zung 90 8. Sept. Vor Eröffnung der Sizung wurden lebhaste Gespuä l in den Nebensälen gepflogen, namentli< in der Vorhalle der *

Perdus. Man erfuhr Folgendes von ihrem Jahait: Als dieje! Mittag sib der Verfassungs - Ausschuß wie gewöhnlich versammelt und von Cormenin, Marrast und die übrigen Mitglieder 1ÿre Pläse eingenommen hatten, erhob si Corbon, Vice Präsident der Na tional - Versammlung, und drückte sih ungefähr folgendermayen aus:

; ; ; “C L C Aa by Alle Welt babe mit Entrüstung das Pamphlet gelejen, welhes der

F / E 2 0E R Ht s C hre Ko äa Präsident des Verfassungs - Aus|huj}es Ie dur<h den L uhandel \ (F : ei F » 2 Pr enr PrP! anDerett zu veröffentlihei für gut befunden habe. Außer mehreren anderen Anstößigkeiten, um gelinde zu reten, ame darin auch eine Stel , ( F Ç - p îdiete 7 » Sp B10 worin der Verfasser sage, daß man hier n diesem Saale die neue d 0 . A L f » A A. Despotismus, zum Fenjter hereinblißten F I De L. ergieiMen Aus fälle gegen bie höchsten Prinzipien der Regierung jeten vou einein T1 Plaß nicht läuger in einer Versammlung be= halten wolle, die von einem | At E e, (Se sation.) Marrast nahm nun das Wort und ertlârte, mit den An= A _ (A hof ( 8 . I : G de sammlung trat diejem Tadelsvotun bet, s 9 v n Q VI ment n saß wie f f seinem Präsideutenstuhle, Als ex saÿ), daß die ganze Versammlung gegen 1 i ; zusammen und \chritt aus dem Säle, Dieje Seene Ner Ne QroBe Aufregung in allen Wi A A sich no< lange nicht gelegt hatte, als Marrast in dem Hauptsaale Als in der vffentlihen Sißung der Bersammlung das Protokoll nahm der Minister dex auéwartigen Angelegenheiten,

? Stelle vor, 3erfass Thrend zahlreihe Bajonette, dieser Zierrath des Verfassung berathe, während zahireihe Dao t, -

C M V Natur, daß er seinen | ner 5 / | ; olchen Spôötter prasidirt werde. (Sen=- ton Corbon's vollstä! dig einverstanden zu fein. Die aanze Ver sichten Corhon’s vollständi à ganz versteinert auf : DI 1 | e ga! hu gestimmt war, rasste er alle jeine Papiere Winkeln des weitläuftigen Gebäudes hervor, die erschien, um die Sihung um 17 Uhr zu eröffnen.

verlesen war,

- 7 La Call Aalen 2 | Herr Bastide, das Wort und machte folgeude Mittheilung: „Bür

ger Repräsentanten! Sie wissen, daß die Regierungen Frankreichs und Englands den Regierungen Sardiniers und Oesterreichs ihre ge- meinschaftlihe Vermittelung angeboten haben, um dem unsettzen Krieg, welcher Jtalien verheerte, eim Ziel zu jepen. Diese Vermittelung if {hon von einer der friegführenden Parteien, von Sardinien, ange nommen. Heute habe ih die Ehre, der Be: sammlung offiziell anzu= zeigen, daß diese Vermittelung au von Oesterreich angeuommen worden ist. (Sehr gut, sezr gut !) Die Versammlung wid, denke {<, mit Befriedigung den Abschluß diejer ersten Periode der Untere handlungen vernehmen, wel:her der R: publik immer mehr den hohen Rang {ert den fle 1 ben Jougeramne Conseils einueh.nen muß, inb dr, inden cer die Aufrechterhaltung des ailgeinrcinen zriedens immer mehr sichert, graukreid hoffentlich gestatten wid, das Ge - wicht der öffentlichen Lajten bald zu erleichtern,“ (Zihlreiche Dei= fall3- Aeußerungen.) E Gir Berich ivesiättet des Finonuz - Ausschusses berichtet über die Forderung von 6 Millionen Fr. für Straßenbauten zur Beschästigung der Arbeiter in den Departements. Die Sache joll |chleumg}t erie= digt werden. Senard, Minister des Junern, v rlangt Kredite für Gefängnißbauten und 300,000 Fr. für politisch Verurxtzetite von 1830 bis 1848, L # Die Versammlung nimmt dann die Tagesordnung auf, nämlich die hon mehrmals abgebrohene Berathung über das Defret von 2, Mänz 1848, das die Arbeitsdauer auf 10 Stunden täglich fest- seyt. Stourim, Besnart, Corbon, Movin, Michot, Vavasseur und Andere unterstüßen cder bekämpfen den durch Amendements gänzlich umgeänderten Entwurf, der kurzweg auf Abschasfung E frets antrug. Die Menge von Amendements zu Dem e A wurfe des Arbeits = Ausschusses rief große E S, M E r Bes rathung hervor. Endlich eilte Flocon auf die Zribüne Und jagte 8 Der iste Arlikel des Entwurfs

lautet: „„Das Dekret vom 2 März, insoweit es die Arbeitsstundenzaÿl schaft.“

betrifft, ist abge= , - 2 C44 die Arbeitsstundenzahl betri!

„insoweit es

gestriwen wissen. Jh ire

gegen diese Streichung, denn das hieße jene Perrin L Di absolut abschaffen. Dieselbe zerfällt aber in zndei Halytsragen? 7) Lie tägliche Arbeitsdauer, 2) die sogenannte Marhan tag". Satbe Me ist aber in der mehrtägigen Debatte bisher no< 4 ak E Ne pro=- » de al Sl N m! N O oge aher darauf an, S ‘Artiksl 1 in seinem vollen Text abstimmen zu lassen. 0 T den , R 1 ,

A>erbau - und Handels-Minister, nimmt das W schlägt vor, den Artifel 1 erst nah

den übrigen Artikeln zu voti:en,

d c ti ten, und man geht zu Artikel 2 über. Se iat „Die Arkeitobauas des Mupenters it den Mauufaktu= nen und allen großen Fabrifen, n g E darf zwölf efffefktive Arbeitsstunden nicht überscre D f Une L LEE dea ved trag auf zehn Stunden und E O tbe ag ite Dieser Antrag wird aber mit 607 gegen 67 Stimmen B e è Leroux schlägt 11 Stunden vor, Dies wird verworfen. Mee Artikel 2 mit 12 Stunden geht dur<h. Das ebenfalls ing aufgehoben, Artifel 3 wird ebenfalls ange=- Me O L die Fortseßung der Debatte auf morgen vershoz omm N rsammlung geht um 64 Uhr gus einander,

ange=-

H (-

Sibßung vom 9. September. General Baraguay d'Hil-

liers, einer der Führer der Versammlung in der Rue de Poitiers, beflagt sih, daß man den Crespel de la Toucheschen Antrag rüdcssiht- lich der Preßfesselnn no< nicht auf die Tageëordnung geseßt habe. Die E-saßwahlen nahten, und fein Blatt dürfe den Mund öffnen. (Ah! Ah!) Die Sache soll im Laufe der Sißung, wenn die Bänke besscr besecbt seien, zur Sprache kommen. Pascal-Duprat: Mit- bürger! Sie haben gestern den 2ten und 3ten Artifel des Ausschuß- Tutwurss rücksichtlich der Arbeitsstunden genehmigt, welche die Ar- beitsdauer in Manufakturen und Fabriken wieder auf 12 Stun- den festse>kt. Jn dem so eben verlesenen P10otokoll höre i, daß obigen Etablissements au< die Handweikstätten beige- fügt sind. Dies is} fals<, deun von diesen We:kstätten war im Laufe der ganzen gestrigen Diskussion keine Rede. Jch prote- stire daher im Namen des Arbeits - Ausschusses gegen diesen Zusaß. G uerin glaubt, daß diese Werkstätten im geitrigen Votum auch mítbegriffen seien. Deslongrais bestreitet dies. Manuel konstatirt, daß die Versammlung wirklich r:<t tie Handwerkstätten inbegrissen habe. Die Versammlung entscheidet, daß das Protokoll geändert werden müsse, und nimmt einige Petitionen vor, Nach Er= ledigu1g ders:lben kehrt sie zu der gestern abgebrochenen Debatte über die Arbeitöstunden zurü>. Jendeau stellt einen Antrag, der zum Zwe> hat, die Gebräuche und Sitten, wie fie vor dem 24. &rbruar bestanden und häufig durch flimatische und geographische Ein- slüsse bedingt wurden, bestehen zu lassen. Jede Neuerung sei \{ädli<. Larochejzacquelin sieht die wahre Freiheit für Arbeiter und Ar- beitsgeber darin, wenn Beide nah Gutdünken mit einander verhan- deln fönnen. Dies ist, ihm zufolge, die einzig mögliche und ver= nünstige Lösung des großen Arbeitsproblems, Vom Einflusse der Konkurrenz der Hände, vom FKriege der neuen gegen die alten Eta- blissoments sürhtet der Redner keine Nachtheile für die Freiheit d-:s Arbeiters. Charles Dupin bekämpft den Antrag Jendeau's. Die Versammlung habe gestern votirt, und der Antrag vernichte das Votun. Tourret, A>erbau- und Handelsminister , bekämpft zwar uicht das Amendemeut, möchte es aber folgendermaßen redigirt wissen: „Den- no< darf die Stunudenzahl im Gebiet der Republik niht die vor dem 24. Februar üblihen Gebräuche überschreiten.“ Fourneyron befämpft dieses Amendement. Die Gebräuche seien auf Schrauben gestellt und ließen sih verschieden deuten. Michot unterstüßt, Ay-= lies befämpft es. Baune unterstüßt Jendeau und den Minister. Pascal-Duprat schlägt im Namen des Arbeits- Ausschusses eine neue Redaction vor und bekämpft die des Ministers. Victor Considerant bringt ebenfalls eine neue Fassung, Jn beiden ste- ben aber die 12 Stunden. Fournegron, Alcan, Pascal - Duprat, Boudchaux, Parieu, Saint Bouve wechseln auf der Tribüne. Die Versammlung verliert jedo die Geduld und ruft: Zum Schluß. Abstimmung! Abstimmung. Montreuil eilt mit einer neuen Re- daction auf d'e Rednerbühne, (Lärm.) Minister Toarret sc{läct endlih folgende Fassung vor: „Es wird denjenigen Gebräu- hen fein Abbruh gethan, die in gewissen Gegenden vor dem 2. März weniger als 12 Stunden feststellten, Der aestern schon votirte Paragraph lautet nunmehr: „die täglihe Ar- beitsdauer des Arbeiters in Manufakturen und allen industrie!en Cta- blissements darf 12 Stunden nicht überschreiten, Es wird dagegen denjenigen Gebräuchen kein Abbruch gethan, die in gewissen Gegen- den täglih weniger als 12 Stunden feftstellten.“ Art. 3, 4 und 5 des CEutwurfs des Arbeits - Ausschusses werden angenommen. Um 57 Uhr schreitet die Versammlung zur Abstimmung über den Gesammt= Entwurf durch Aufstehen und Sißenbleiben. Derselbe is angenommen, und das Dekret vom 2, März, insoweit cs die Arbeitsdauer betrifft, definitiv abgeschafft. Die Frage der Marchandage bleibt jedo vor- begalten, Tourret, Handels8- und A>erbau - Minister , deponirt ein Kreditverlangen, betreffend die Verbesserung einiger Beamten-Ka- tegoricen, und einen Geseßentwurf der für die Associations-Verträge der Arbeiter bei Uebernahme von Bauten, die Jnscriptions-Sportel- freiheit verlangt. Die Versammlung genehmigt dann cinen Ge- séß - Entwurf rüsihtli< des Budgets für 1849, Section direkte Steuern. Goudchaux, Finanz - Minister, stellt den An= trag, die Einkommensteuer so bald wie möglih zu berathen, damit die General- oder Departements - Conseils die diesfällige Repartition t:effen könnten. Ternaux und Deslongrais vekämpfen diese Eil; der Gegenstand sei neu und verlange die strengste Prüfung, Goudchaux besteht auf baldige Berathung, Sie wird bewilligt. Crespel de la Touche beklagt sih, daß sein Antrag rüdsichtli<h der unterdrü>ten Journale so lange verschoben bleibe, Er yexlangt morgen, Sonntags, eine Sizung, oder Montag, Vor- mittags 10 Uhr. Charamaule, Berichterstatter, möchte die Dis- kussion nicht früher bewilligen, als bis der Auss{uß und die Regie- rung vereint ihre Anträge, was im Allgemeinen die Presse und den Belagerungsstand betreffe, einbrähen. Die Versammlung eutschei- det, daß sie den Crespel de la Toucheschen Antrag am Montag Vitt= tags 12 Uhr hei Sipßungsbeginn vornehmen will, und geht um 6 Uyr aus einander.

Paris, 9. Sept, Der sardinische außerordentliche Botschafter, Marquis von Brignole, hat dem General Cavaignac ein Äntwort= shreiben des Königs von Sardinien, in Erwiederung des im von dem außerordentlihen Gesandten und bevollmächtigten Minister der französischen Republik zu Turin, Herrn Sain de Bois le Comte überge=- benen Beglaubigungsschreiben überreicht. Der Marquis Ridolft, außerordentliher Gesandter und bevollmächtigter Minister des Groß- herzogs von Tosfana in England und mit einer besonderen Mission bei der französis<hen Republik beauftiagt, is dem General Cavaignac vom Muister der auewärtigen Angelegenheiten vorgestellt worden. Desgleichen hat Herr J. de Marcoleta im Namen des Staats Ni= çcaragna dem Miuister Bastide seine Kreditive als Geschäftsträger bei der französischen Republ:k übergeben.

Jn Erwägung, daß die Februar- Revolution und die nachherigen bew. gten Umstände die Arbeiten der studirenden Jugend unterbrochen oder wenigstens gestört habe, vershiebt eine Verordnung des Unter= richts - und Kultus - Ministers Vaulabelle den Termin für die dies- jäbrigen Staatoprüfungen vom 1. Oktober auf den 15. November c. Die Einschreibungen müssen bis zum 20. Oktober erfolgen.

Jn dem neuesten Bülletin zeigt der Präfekt der pariser Bevöl- kerung an, daß die National- Versammlung vorgestern die demofkrati- sche, eine und untheilbare Republik votirt habe, daß der Wohlstand wieder emporblühe, die Sparkassen si< wieder füllen und 2000 Fran- ken von den Leihämtern weniger ausgegeben als eingenommen wors-. den seien. Aus demselben Bülletin ersieht man, daß si< no< 4058 Juni - Gefangene in ‘den Kasematten befinden, daß seit dem lebten Bülletin 9 Selbstmorde und 1 Meuchelmord vorgekommen, daß die Zahl der Angriffe gegen das Eigenthum, nächtliher Einbruch und derglei- chen sich auf 20 belief, und daß an gewöhnlichen Diebstählen die Polizeiberichte 8 auf den a durhschnittli<h nachwiesen.

Der Werth der unbezahlten Wechsel beläuft st|< laut dem \o eben erscheinenden offiziellen Bankbericht, dem man deismal mit eíni- ger Besorgniß entgegensah, für Paris auf 17,622,540 Fr. 28 Cent, En die zu Paris gehörigen Departements- Comtoirs auf 9,448,524 Yraniel,

Der Plan Proubhgn's, dur< 2 Milliarden neuèr Anleihe-Bons

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und Einverleibung der Bank von Fraukreih in die Staatê-Domaine mit voller Selbstständigkeit, cinem Staats-Bankerott vorzubeugen, wird heute vom Finanz-Ausshusse disfutirt. Proudhon ist dazu ein- ge!aden.

Jm Marine - Ministerium herrsht große Regsamkeit, Der Mo- niteur füllt heute zwei Spalten mit Persoualänderungen im Hafen- dienstpersonal, der General - Kommissarien 1ster, 2ter unt 3ter Klasse Die Verproviantirungen dauern fort,

Die Klagen der Aerzte über den entsebli<h \{<le<ten Nahrungs- zustand des Volkes hat den Polizei = Präfekten Ducoux, selbst Arzt bewogen, dem Comité für die öffentlihe Gesundheit anzubefehlen, sämmtliche Arbeiter - Kosthäuser und Shenten genau u unteriucben und darüber zu berichten, i

Großbritanien und Jrlond. London, 8, Sept. Gestern Abend wurde Jhre Majestät die Köniain in Edinburg er- wartet. Vorgestern Abend war das Königliche Geschwader bei Seg- ham vorbeigefommen.

Der preußische Gesandte, Ritter Bunsen, gab vorgestern zu Edren des Herrn von Andrian eine Geselischast, welher Fürst Löwerstein Lord Palmerston, die Vertreter der deutsben Regierungen in London. Syndifus Bauks, Graf Suminski und andere Notadbi itäten beiwohnten.

Der Globe meldet, daß das M'nisterium \si< während der Paxlaments - Ferien mit der Vorbercitung von Maßregeln zur Ver- besserung der materiellen und sozialen Lage Jrlands beschäftigen und diese zu Anfang der nächsten Session dem : gen werde.

Die durch die Blokade der deutschen Küsten in den Kanalhäfen zurückgehaltenen deutshen Schiffe sind unter Segel gegangen.

Schweiz. Tagsaßung. Sibungon vom 4. und 5. Sept, (Eidg. Ztg.) Jm-Berichte des Vororts wind üver das Resultat der Abstimmungen über die neue Bundes-Verfassung bemerkt, daß die Be- völferungszahl der 155 Kantone, welche bis jeßt die Verfassung anaenommen haben, 1,714,105, dagegen die 57 Kantone, welche sie verworfen haben, nur 178,448 Seelen repräsentiren, Dex erste Theil der vorörtlihen Berichte wird genehmigt und verdankt, und hinsicht- l:< des zweiten bleibt der Antrag von Bern für Niedersezunag einer Kommission zur Prüfung der Abjiiimmungstabellen und Vorbereitung von Anträgen mit 95 Stimmen in der Minderheit. Der Prâsi= dent zeigt noh die Ubordnung des Herrn Kilias uach Frankfurt zur Wahzuung der {hweizerischen Handels - Junteressen an, welche Abord- nung der Vorort auch, ebenfalls auf den Wunsh von Basel, dem \{<wei;erishen Handelsfonsul in Leipzig, Herrn Hirzel, angezeigt habe, mit der Bitte, denselben mit Rath und That zu unterstüßen. Eine lebhafte und lange Diskussion veranlaßt der Bericht der eidgenbisi- {en Untersuchangs - Kommission nah Neapel über das Benebmen der Schweizer - Regimenter daselbst am 15. Mai. Während fast sämmtliche Gesandtschaften si<h mit dem Ergebniß der Untersuchung zufrieden erkären und ihre Freude aussprechen, daß die {weren Beschuldigungen gegen die Schweizer= Regimenter sih tbeils als unwahr, theils als höchst übertrieben herausgestellt hätten zeigt si< hingegen Baselland (Dr. Frei) höchst unzufrieden mit diesem Resultate, erklärt, daß der Bericht höch lückenhaft sci und niht die volle Wahrheit enthalte. Er spricht von „sehr wichtigen und sehr unverwerflihen Materialien“, die er allfällig für eine zweite gründlichere und bündigere Untersuchung, guf welche er anträgt, uach= weisen fönne, Auch dringt er auf eine peremtouische Frist hinsicht- lih der vom neapolitanishen Ministerium immer hinauegeschobenen CEutschädigung an die durch das Ereigniß vom 15. Mai beschädigten Schweizer, unter Androhung ungesäumter Einstellung der Werbung für die Shweizer-Regimenter. Neuenburg und Tessin vorzüg- lih theilen diese Ansicht von Baselland, und Freiburg wünscht, wenigstens den Bericht einer Kommission zur Prüfung zu überweisen. Bern nimmt den Bericht und die Kommissarien in Schuß, welde mit möglichster Umsicht und Gründlichkeit gehandelt hätten; au< die N-= gimento-Kommandanten und die neapolitanishen Behörden, wie det Konsul, seien den Kommissarien, wie der eine derselben dem Präsiden= ten selbst bezeugt habe, mit der größten Bereitwiliigkeit entgegen- gekommen, Berrn fordert übrigens Baselland zur Piittheilung der vot! ihm angedeuteten Aktenstü>e auf, eben so Solothurn, welchcs ironish meint, daß man gewiß habe sagen wollen, es sei nicht das „von uns“ gewünshte Nesultat herausgekommen daher eine neue Untersuhung. Judessen sei das Resultat so erspries;- lich ausgefallen, daß die Ehre jedes wahren Eidgenossen fein ande- res fordern solite, Hinsichtlich der Eutschädigunge-Frage bezeugt der Präsident die Thätigkeit des Vororts in dieser Beziehung dur Er- laz von Schreiben. Sowohl der Antrag von Freiburg, als die An-= träge vou Baselland bleiven in der Minderheit, dagegen wird nach dem Antrag von Zürich von dem Berichte Notiz im Protokoll genom- men. Ju die Bundes=-Verfassungs-KRommission wurden neben 1) Präsident Funk uud 2) Bürgermeister Dr. Zevnder gewählt: 3) Schuy- der _von Luzern; 4) Briatte von Waadt; 5) James Fazy von Geufz 6) Landammann Munzingerz 7) Oberst Stäyelin von Basel; 8) Landammann Hungerbühler; 9) Oberst Luvini. Uri, Schwyz, Unter- walden, Zug und Appenzell J. Rh. nahmen an der Wahl feinen Theil, da ihre Kantone die Verfassung verworfen, Glarus ift noch nicht vertreten. Wallis und Tessin dagegen s{leßen si< der Metr= heit an, Ein Schreiben des eidgenössis<en Commissairs Katzri in Tessin meldet die Freigebung der beiden Dampfschiffe auf dem Lago maggiore, welche Garibaldi au si gezogen hatte, so daß nun die lombardischen Flüchtlinge, deren Zahl si< übrigens mit jedem Tage vermindecre, in fürzerer Zeit nah Piemont spedirt werden können, Auf die nächste Donnerstags - Sitzung is die italienische Flüchtlings- Ange 'egenheit auf dir Tagesordnung gesezt. Nachrichten aus Ztal'en, wolche der Pr si-ent mit:heilt, bestätigen die Nachricht, daß Oesterrcich mit Karl Albert übereingekommen sei, die lombardische Angele. enheit unter sich auszumachen, also ohne Dazwischoukuast vou Franfreich und England ; die Vermittelung zwischen den Bevollmächtigten soll in Verona statt- fiuden, und Oesterreich hcbe hierzu den Militair-Gouverneur von Mai- land, Fürsten von Schwarzeuberg, abgeordnet. Der sardinishe Mi- nister des Auswärtigen in Turin sei über diese ihm erst dur den französishen Gesandten in einer Zusammenkunft mitgetheilte Nach- rit sehr erstaunt gewesen, und Frankreich habe nun an Oesterreich das Ultimatum gestellt, si< über die Annahme der Mediation von Franfkrei<h und Eagland bis längstens den 4. September zu eifklären, verlangt aber vorherige Räumung der Romagna, von Parma und Piacenza, Tessin's und Genf’'s Azëtrag für Errichtung einer diplomatischen Ageatschaft in Turin bleibt in der Minderheit, dage- gen wird mit neunzehn Stimmen die Errichtung cines Handelskonsu- lats daselbst beschlossen, Zum Konsul nah Marseille wird Herr Andre Robert-Jmer von Neuenburg und na< Amsterdam Herr Giroldi er= wählt. Der Konflikt zwischen den zwei bei der \<weizerischen Eidge- nossenschaft akkreditirten Gesandten von Neapel is nun dadurch ent- schieden worden, daß der frühere, sonst in Turin residirende Gesandte Leopardi, zurückberufen worden is, dagegen der vor einiger Zeit an- gekommene Gesandte, Paul de Versetti, in dieser Eigenschaft bleibt. Die Aufstellung einer Kommission von neun Mitgliedern für die

Parlamente vorle-

| Bundes-Verfassungs- Angelegenheit war mit 164 Stimmen beschlossen

worden. Der Antrag des Vororts, in ein zweites eidgenössishes Anlehen, wofür ihm früher Vollmacht ertheilt wurde, nicht einzutre- ten, wurde mit 20 Stimmen zum Beschluß erhoben,

_ Bern, 7. Sept. (O. P. A. Z) Der Gesandte der provi- sorishen Centralgewalt Deutschlands bei der s{weizerishen Eidge- nossenschaft, Herr Raveaux, is heute in Bern eingetroffen.

_ Italien. Rom, 28. Aug. (A. Z.) Bei einem feierlichen Kirchenbesuh, den der Papst gestern in S. Pantaleo abstattete, wo eine Heiligsprehung statthatte, fand er si zu einer dur< die Um- stande veranlaßten Allocution bewogen, die si< über die Verfolgungen ausbreitete, welche die fatholishe Kirche zu erdulden habe. Die Än- rede {loß mit einer heftig bewegten Äpostrophe auf die Machina=- tionen, wel<he in der Hauptstadt der Christenhe:t selbst statthaben, die aber d-rscide: so wenig wie die Pforten der Hölle etwas anzuhaben im Stade f: würden.

„Der amciifa ische Geschäftsträger L. Martin, welcher ers vor went zeu Tagen seine Kreditive überreicht hatte, und dessen Erschei= nea Lea peiligen Stuhl zu den Triumpbven der liebenswürdigen Per= R Jic!t Pius? IX, gezählt werden dürfte, is plößlich mit Tode ab= gegangen, O e s ie römische Legion wird allernächst von hier na< Ancona auf- red én, wo se zur Besaßung verwendet werden soll. Jhren excep- tionellen! Zustand hat demnach weder der Papst no< das Ministerium auzutasten gewagt,

Viorenz, 31. Aug. (N. K.) Die Regierung hat, kraft der ihr von den Kammern übertragenen außerordentlihen Befugnisse, die Shließung der politishen Klubs angordnet. Das Blatt Popolano muß, eve es ausgegeben werden darf, einem Polizei - Beamten zur Durchsicht vorgelegt werden. Florenz wird von Patrouillen zu Fuß und zu Pferde därzogen, ift übrigens ruhig. Auch in Livorno is die Ruhe wiederhergestellt. Der revolutionaire Ausschuß löste si von felbst auf, und am 30sten ging eine Deputation ab, um die Truppen zum Einmarsch aufzufordern. Unter Glocfengeläute zogen dann gegen Abend 1200 Mann Linientruppen in Livorno ein. Auch tn Lucca und Pisa wurden Ruhestörungen versut, aber im Keim erstit, i L

Zwischen Modena und Bologna wird ein Beobachtungs - Corps von 25,000 Maun unter Befehl des Feldmarschall-Lieutenants Wel- den ausgestellt. Der Herzog hat eine Kommission ernannt zur Ab- fassung eines Verfassungs-Entwurfs.

_ Neapel, 31. Aug. (Union.) Die neue Expedition gegen Sicilien hat gestern die Segel gelüftet, Diese Expedition besteht aus 20,0009 Mann, von denen 8000) bei Messina ans Land gesetzt werden, An welhem Punkte die übrigen 12,000 Maun landen wer= den, ist ein Geheimniß. Ein far{tbarer Kampf steht bevor. Die Sicilianer sind aufs Aeußerste gefaßt , besonders die Einwohner von Messina baben Riesenanstalten getroffen. Man will wissen, daß alle Gestade jener Stadt unterminirt und alle Treppen und Zugänge zu dea Häusern abgeschnitten sind. Man bereitet si< zu einer jener Scenen vor, wie sie die neueste Zeit nur in Saragossa bot. Die gejammte Bürgerschaft steht auf dem Kriegsfuße, jeder Landbewohner, jeder Hirte hat sih in einen Soldaten verwandelt. Jn Palermo is bekanntlich ein neues Ministerium; dieser Wechsel hatte indessen gar keine politische Wichtigkeit , da das neue ganz in die Fußstapfen des alten trat, Die Engländer b-obachten Alles auf das genaueste. Das Auffallendste ist die Gleichgültigkeit und scheinbare Ünaufmerksamkeit des Pailaments in Palermo. Während eine furchtbare Fiotte gegen dasselbe steuert, beräth es das neue Preß - und Jury = Geseß mit wahrhaft unerklärlicher Ruhe und Gelafssenheit. j;

Verzeichniß

der Vorlesungen und praktischen Uebungen bei der Königl. Akademie der Künste in dem Winterhalbjahre

vom 1. Oftober 1848 bis ult. März 1849. i

: A, Fächer der bildenden Nes

1) Zeichnen und Modelliren na< dem lebenden Modell, geleitet

S S d Mitgliedern des Senats der Akademie. _ e “Y U <t in der Composition und Gewandung: Professor Vegas.

3) Zeichnen und Malen im Königl. Museum: Prof. Herbig

4) Anatomte: De. Delmh ol6. E is

9) Zeichnen nah Gyps - Abgüssen : Prof. D ä hling

6) Landschaftézeihnen: Prof. Schirmer. 5

7) Zeichnen der Thiere, besonders der Pferde: Prof. Bürde

8) Die Prüfungsklasse: Prof. Dähling. E i

9) Zeichnen nah anatomischen Vorbildern und Proportionen des míns<hli<en Körpers : Prof. Berger. Y a ai

10) Kupferstehen : Prof. Bu <horn. y

14) Holz- und Formstechen : Prof. Gubis.

12) Schrift = und Kartcnstehen: der afad. Lehrer Rev her

13) MetaUgraviren und Steiaschneiden: der afad Lebrer K Fi < r

14) Bionzegießen: der akad. Lehrer H. Fis < ‘C otudinnes he

15) Geschichte der neueren Kunst: Prof. Pr. K ugler

16) My9thologie: Derselbe. : d

E B. Baufäer.

17) Die Lehre von der zwe>kmäßigen Anlegung der Gebäude, ver- bunden mit prafktishen Uebungen im Entwerfen derselben : ‘Prof Rabe. Privatim wird Derselbe vortragen : a) die Lehre von den Constructionen oder: wie die Gebäude und jcder s zelne Theil derselben den Forderungen der Festigkeit gemäß zwe>mäkig zu errichten sind. b) Die Geschichte der Baukunst bis zur gegenwärtigen Zeit, verbunden mit der Beschreibung der verschiedenen Bauweife der Vorzeit und der Gegenwart. 2 ie Projectionen, die Lehre von den Säulen - Ordnungen na Vitruv, Perspcitive und Optik: Prof. Hummel und Prof Be>mann. ° L i Zeichnung und Composition architektouischer Decorationen: Prof. Bötticber. j D i Entwerfen der Gebäude : Prof. Stra. nen: Derselbe.

Perspective für Architekten: Prof. Be>mann. Modelliren architektonischer Verzierungen und Glieder: Prof.

A. Fischer. C. Musik. Lehre der Harmonie: Musik = Direktor Ba h. Doppelter Contrapunkt und Fuge: Derselbe, Choral = und Figural- Styl; Derselbe. Freie Vokal - Compositionen: Die Musik - Direktoren Va < und Prof. Rungenhagen. reie Jnstrumental- Compositionen: Dieselben. Bei der mit der ake s verbundenen Zeichnen- <ule: Freies Handzeichnen, in drei Abtheilungen, unter Leitung der ‘Professoren Herbig, Däge, Lengerich und des akadem. Lehrers Alb, Köhler. Bei der mit der Akademie verbundenen Kunst= und Gewerkschule: j Freies Haudzeihnen: Die Professoren Herbig, Berger, Lengerich und die akadem, Lehrer Alb. Köhler und der Kupferstecher Linger.

a) Baus= Constructio=-