1848 / 188 p. 2 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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Am Abende desselben Tages wurde mittelst telegraphischer Depesche iu

i fapitulirt habe, und die Deputation sah wegen OImes efannt, baß Wien 0 veranlaßt, bei der geänderten Sachlage j0o- dieses wicht 9 zusammenzutreten, deren Ergebniß der Beschluß

eb 2 Berathun E gleich zu einer S oldresse an Se. Kaiserl. Majestät zu verfassen. war, eine Nagtrage- A R, wurde diese neue Adresse 1n Abschrift furz vor Pr estimmten Audienzstunde von einigen Deputations - Mit-

E 9% Uhr be sMtinister - Präsidenten, der durch Unwohlsein am Em-

pfange erselben verhindert war, dur den Herrn Ministerial - Rath Pipigz

úüberreiM S si i Deputation in den ten Stunde begab si< die gesammte Deputation 11 onbisgóslichen Palast, um zur Audienz bei Sr. Kaiserlihen Majestät zu

R wachhgbende Offizier fragte die Deputation um ihr Begehren, er- flärte, von der anberaumten Audienz nichts zu wissen und erst dem Fürsten Lobkowiy die Meldung machen zu mussen, ließ die gesammte Deputation in der Durchfahrt stehen, welche nach einigen Minuten die untersten Stufen der Treppe betrat, von dem rückehrenden Offizier aber mit dem zurückgehal- ten wurde, daß nur der Bürgermeister sich zum Fürsten Lobkowihß hinauf en moge,

Ns fänactéti Harren beschwerte si< die Deputation bei demselben Offizier darüber, daß man sie auf der Treppe warten lassez der Offizier entschuldigte ih mit seinem Austrage und gab die Antwort, daß man sich diesfalls beim Fürsten beschweren möge. :

Endlich fam der Bürgermeister vom Herrn Fürsten Lobkowiz mit der Nachricht zurü, daß die Audienz erst später stattfinden könne, und daß uns Fürst Lobkowiß sogleich die neuerlihe Audienz - Stunde bekannt geben werde.

Nach Zurückkunst des Bürgermeisters gestattete der Offizier endlich der Deputation, die Treppe hinaufzusteigen, und nachdem dieselbe abermals eci- nige Minuten im Korridor vor der Wache warten mußte, kam Herr Fürst Lobkowiß aus den Kaiserlichen Gemächern und rief, hinter den Wachen stehen bleibend, blos die neue Stunde der Audienz hinaus.

Die Art und Weise diescs Empfanges veranlaßte die Deputation, #o- gleich einen Protest zu verfassen und dem Herrn Minister-Präsidenten zu überreichen. (S. Preuß. St, Anz. Nr, 185.)

Dex Herr Ministerial - Rath Pipiß übernahm den von einigen Depu- tations - Mitgliedern überreichten Protest, übergab ihn dem Herrn Minister- Präsidenten und brachte die Antwort:

„Es sei wohl nur ein Mißverständniß und Achnliches werde nicht mehr vorfallen. ‘“

Hierauf begab si<h um 124 Uhr die gesammte Deputation in die Re- sidenz, wurde nunmehr mit gebührender Achtung empfangen und sogleich bei Sr, Kaiserl. Majestät vorgelassen.

Jhre Majestät die Kaiserin geruhte, dieser Audienz beizuwohnen, und der Bürgermeister überreihie nah einer passenden Einbegleitungsrede ¿wei Adressen. (S. No. 183 u. 4186 des Preuß. Staats-Anz.)

Se. Majesiät beantworteten diese Adressen mit folgenden Worten :

„Der zur Leitung der militairischen Maßregeln gegen Wien beauftragte Fommándirende hat nichts versäumt, um die Anwendung trauriger Zwangs- | mittel zu vermeiden. Erst nah wiederholtem Zögern wurde zu dem Aeußer- sten geschritten und Jch hoffe, daß der ausnahmsweise Zustand, in welchen | Wien getreten, vorübergehen und die Besorgnisse, welche von der prager Bevölkerung ausgehen, bald völlig beseitigt werden.“

„Jch sühle Mich nicht in der Lage, jeyt schon darüber einen bestimm- jen Ausspruch zu thun“, und entließ die Deputation,

Leztere ritt sogleich zur neuen Berathung, erachtete die Antwort Sr. Majestät zur Beruhigung ihrer Kommittenten für unzureichend und bc-

{loß zur Erlangung einer bestimmteren Antwort die nöthigen Schritte zu thun,

Zunächst wurde nachstehende Adresse an Se. K. K, Majestät ent- voorsen

_nEw. K aiferl, Majestät!“

„Die Sendung mit welcher wir heute vor Ew. Kaiserl. Majestät er- schienen, war eine außerordentlich wichtige, Mit Betrübniß vernehmen wix die Erllärung, daß Ew. Majestät sich nicht in ver Lage sühlen, über unsere Bitte jeyt schon einen bestimmten Ausspruch zu thun,

„Eine solche Erkläruug würde die Besorgnisse unserer Kommittenten nicht beheben, sondern vermehren, Es kann nicht der Wille Ew, Majestät scin, die Deputirten der treuen böhmischen Nation in einer das Gesammt- wohl der Monarchie berührenden Angelegenheit ohne eine beruhigende- Ant- wort zu entlassen. E

: „Wenngleich der gegenwärtige Zustand Wiens ungewiß ist, so glauben wir doch, daß dieses Ew, Kaiserl. Majestät nicht hindere, über unsere Pe- tition mit Beziehung auf die möglichen Fälle eine bestimmte Erledigung zu geben,

„Wir bitten demnach: Ew. Kaiserl. Majestät geruhen zu verfügen, daß J falls die Unterwerfung Wiens noch nicht erfolgt ist, ohne Verzug Män- ner des allseitigen Vertrauens der Militair-Autorität als Friedensvermittler au die Seite gestellt werden, von deren Einverständniß die Anwendung wei- terer militairischer Zwangsmaßregeln abhängen soll und b) daß im Falle |

der militairischen Beseßung Wiens mit Vermeidung jedes ausnahmstweisen | Zustandes die Civil-Autoritäten ungesäumt wieder in die volle gesetzliche Wirksamkeit treten,

„Geruhen Ew. Kaiserl. Majestät, uns zur Beruhigung des Vaterlandes hierüber die bestimmte Zusicherung zu ertheilen.

Olmüß, den 31. Oktober 1848,“

(Folgen die Unterschriften.)

Zugleich wurde beschlossen , sich n einer Audienz bei Jhrer Majestät der Kaiserin und bei Sr. Kaiserl, Hoheit dem Erzherzog Franz Karl um Unterstüßung dieser Adresse zu verwenden, :

Die Adresse wurde am 1. November l, J. dem Herrn Minister-Präsi- denten mit dem Ersuchen überreicht, wo möglich ohne eine abermalige Au- dienz cine schriftliche bestimmte Antwort Sr. Majestät erwirken zu wollen.

Nachdem bei dieser Gelegenheit dem Herrn Minister - Präsidenten im Beisein des Herrn Ministerial-Rathes Pipig die {hon bei der früheren Un- ierredung geltend gemachten Gründe für die Gewährung der gestellten Bitte und für die Nothwendigkeit einer bestimmten Antwort mit Berufung auf die dermaligen öffentlichen Verhältnisse energisch dargelegt worden waren und der Herr Minist:rial-Rath Pipiß ihm die Adresse vorgelesen hatte, versicherte er, sein Möglichstes zur Erfüllung des Wunsches der Deputation beitragen zu wollen, und beschied lebtere, um 1 Uhr Mittags die Antwort abzuholen

Um 4124 Uhr Mittags begab sih ein aus der Deputation gewählter Aus\chuß zur Audienz bei Ihrer Majestät der Kaiserin, wurde sogleich vor-

gelassen und begründete vorzugsweise vom Standpunkte der Humanität di Bitte um Unterstüßung der an Se. Majestät on Kalter Gcichitien Row und p t, einer bestimmten Antwort. i : Jhre Majestät nahm diese Bitte auf d ob s f d qum Tei E mit (Mut Woriens E E S ] 2s ) er äre Jhnen, daß Jch ganz an meinen Bemah Kai alte mit dem Jh vollkemmen gleich Lde Mit Sit N tes die * At WIdO,, JRTIErR et ens Mir die Bewohner durch ihr cialués, Beueiinuan dazu die Möglichkeit bieten und zeigen, daß es ihn Frnst mi A f gung L A Ordnung sei E Me IAIES A vas Wes Nach dieser Antwort scyte Jhre Majestät das Gesprä n Ab sandien fort und entließ elb auf dat eut L G G4 Ven igen Eines gleichen Empfanges erfreute si die Deputation von Sr, Kaiserl Hoheit bei der am selben Tage stattgehabten Audienz und erbielt berubí nbe Ian i "19 Ein Mitglied der Deputation wurde beauftragt, die Antwo E ai ai Bil Minigter-Péisdenten zübexreichle, an Se, N pie: bo Ma Udresse um die bestimmte Zeit abzuholen, Die wiederholten Anfragen blie- ben jedoch ohne Erfolg, die Deputation wurde auf den folgenden Tag, den 2, November, beschieden, i

Statt einer schristlihen Antwort Sr, Majestät erhielt der Abgeordnete von dem Herrn Minister-Präsidenten die Erklärung, Se. Majestät könne sich zu ciner schriftlihen Antwort nicht entschließen, man möge übrigens den mündlichen Zusicherungen Jhrer Majestät und Sr. Kaiserl, Hoheit ver- trauen, denn es werde sich das, was die Deputation gebeten, in Wien dur die That bewähren.

Die Deputation wählte sogleich aus ihrer Mitte einen Ausschuß, welcher diese Aeußerung von dem Herrn Ministerpräsidenten offfziell entgegen nehmen sollte, Jn Uebereiustimmung mit der fcührren Acußerung exklärte der Herr Ministerpräsident dem Ausschusse, {c habe diesfails wiederholt Anträge vor-

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gelegt, Se. Majestät könne sich aber zu einer schriftlichen Antwort nicht entschließen, man möge den mündlichen Siena Jhrer Majestät und Sr. Kaiserl. Hoheit vertrauen, das, was die Deputation gebeten, werde \ich in Wien durch die That bewähren, die Civil-Autoritätcn werden ohne Ver- zug in ih1e volle Wirksamkeit treten, er als Minister werde selbs darauf hinwirken,

Schließlich erklärte der Heir Minister-Präsident, daß diese Antwort von der Deputation ihren Kommittenten zur Beruhigung mitgetheilt werden könne,

Die Deputation erachtete, den erhaltenen Zusicherungen, mit Rücksicht auf die unverkennbar schwierige Stellung der Regierung, das Vertrauen nicht versagen zu dürfen, weil dieses bei der bereits eingetretenen Unterwer- fung Wiens durch die zur Auwendung fommenden Regierungsmaßregeln n der kürzesten Frist wird gerechtfertigt werden müssen,

Sie hielt demnach ihre Mission sür beendigt und trat selben Tage die Nüdreise an.

Prag, den 4, November 1848, e

(Folgen die Unterschriften,)

no<h an dem-

Anhalt-Beruburg. Bernburg, 4. Nov! Ein Exira- blatt zum Regierungs-Blatte enthält außer einem Herzoglichen Erlaß, dem zufolge das bisherige Staate-Ministerium entlassen und der Ge- heime Regierungsrath vou Krosigi unterm A November d. Z. mit der einstweiligen Führung der Ministerial-Geschäfte beauftragt worden ist, folgende Proclamation :

„An Meine geliebten Anhalt-Bernburger.

„Meinen geliebten Anhalt-Bernburgern ist gewiß bekannt geworden, daß der Landtag die Berathung des Verfassungs-Beseyes bcendigt hat, und daß Mir dasselbe nunmehr zur Genehmigung und Vollzichung vorgelegt werden wird. Durch mehrere vom Landtage gefaßte Beschlüsse hat der demselben vorgelegte Verfassungs - Entwurf Bestimmungen enthalten, zu denen Jch, nah den Mir obliegenden Pflichten für das Land und für Mein Her zogliches Haus, die landeehenliche Zanction nicht erthcilen kann, Jch habe daher, iín Hinbli> auf anderwärts vorgckommene Bor- gänge, unxd da Mir bekannt ist, daß auch in Meinem geliebten Anhalt-Bernburg sich \<hro} entgegenstchende Pazteien gebildet, zur Vermci dung ctwaiger bedauerlicher Konflikte, vorläufig Meinen Aufenthalt allhiec genommen, Zugleich seße Jch Meine geliebten Anhalt-Bernburger davon in Kenntniß, daß Se. Kaiserliche Hoheit der Erzherzog-Reichsverwe|er wicder- holt um s{leunige Absendung eines Neichs-Commissairs ersucht worden ist, und ein baldiges Eintreffen desselben mit Grund erwartet werden kann. Sollte Jch indessen die Ueberzeugung erhalten, daß Jch ferner zum wahren Wohle Meines geliebten Anhalt-Bernburgs nicht mehr zu wirken im Stande sei, so würde Jh es als Meine Pflicht erachten , die Regierung niederzu legen, und auch durch dieses, wenngleich mit blutendem Herzen gebrachte Opfer Meine dem Lande stets gewidmete landesväterliche Fürsorg? zu be thätigen. Jch vertraue, daß alle Bewohner des Landes die Entwickelung dcr jezigen Zustände mit Ruhe und Befonnenheit abwarten und Mir die viel- fach bewiesene Treue und Anhänglichkeit auch ferner stets bewahren werde",

Quedlinburg, den 2, November 1848,

Alexander Karl, Herzog za Anhalt,“

Neuß. Gera, 1. Nov. (Leipz, Ztg) Unser in der jün geren Linie des Hauses Reuß nun allein regierender Fürst Hein ri LXII. hat d. d, Osfterstein vom 23, Oktober eine Verordnung über die provisorishe Einrichtung der obersten Landesverwaltung er- lassen, die im Wesentlichen Folgendes enthält : Für alle drei Fürsten- thümer, Schleiz, Gera und Cberôdorf, wird ein oberstes Berathungs und Verwaltungs - Kollegium errichtet, welches in eine Ministerial Abtheilung und iu eine Regierungs - Abtheilung zerfallt, Per. erstes ren liegen ob die Angelegenheiten der deutschen Verfassung, des fürst lihen Hauses, des Landtages, die staatsrehtlihen Verhältnisse zu an deren Staaten, die Vorbereitung und Redaction der Gesehe, die Anstellung der Beamten, die Ober - Aussicht über die Landesverwal- tung, der Vortrag in allen zur Entscheidung des Landesfürsten ge- hörigen Sachen 2c. Die zweite Abtheilung hat zu besorgen die VDber- leitung aller administrativen Steuer-, Polizei-, Gemeinde-, Handwerks=, Heimats- und Aufnahme - Angelegenheiten, so wie sie bisher den Landesdirectionen zu Gera und Ebersdorf und der Hof- und Kammyor- Kommission zu Schleiz zugestanden habeu. Diese drei Behörden, leßtere in der Eigenschaft a!s Landes Verwaltungs - Behörde, werden aufgehoben, an deren Stelle später landräthlihe Behörden treten, wogegen die Verwaltung der Landes =- Steuer - Kassen der obgedachten drei Fürstenthümer so lauge besonters fortbesteht , bis mit landstän- discher Zustimmung eine Vereinigung dersclben Plat greift; daher verbleiben auch dic Steuer-Directionen einstweilen in ihren bisherigen Kompetenz - und Ressort-Verhältnissen. Dem Mizisterium sind sämmt liche Behörden des Landes ohne Unterschied, also auch das bisherige gemcinsha\tli<e Justiz - Kollegium und das Konsistorium zu Gera, untergeben , es is dafür verantwortlich, daß seine Verfügungen keiue Verleßung der Verfassung enthalten, und von ihm missen die unter dem Namen und unter Vollziehung des regierenden Färsten ergehenden Gesehe, Verordnungen und Reskripte gegengezeichnet sein.

Lichtenstein. Vom Bodensee, 30, Oft. (Freib, Zkg) Zu Vaduz, im Fürstenthum Lichtenstein, sind Volkebewegungen aus gebrochen. Die Beamten und das Militair wurden verjagt, und es sollen sih 8—909 Maun Freischaaren aus Montafun, Graubündten 2c. gesammelt haben, welche einen Einfall nah Vorarlberg beabsichtigen, Die österreichishen Truppen in Bregenz besebten sogleich die Gränze, wodurch die Freischärler, die vorzugsweise aus einer Schmuggler- bande bestehen sollen, von einem Einbruch in das österreichische Zoll- gebiet abgehalten wurden, Weitere Ereignisse haben bis jet nicht stattgesunden. Die deutsche Republik ist in Vaduz noch nicht pro flamirt worden, 5

Pins larnD.

Frankreich. National - Versammlung. Sißung vom 4. November. Marrast nimmt um 1 Uhr dea Pájsidentenstuhl ein, Die Bäuke sind aber no<h sehr leer, Dufaure, Minister des Ju- ern, dringt auf Abstimmung über einen Geseß-Entwmf, der die Stadt Naucy zu Sclbstbesteucrungen crmächtigt, um Kapitalien be=- hufs Beschäftigung ihres Proletariaté aufzutreiben. Wird geneh- migt. Beim Abstimmen rufen viele Mitglieder : „Aber wir sind ja niht stimmfähig! Wir bilzen nicht die geschliche Zahl !‘“/ Marrast verordnet hierauf eine namentli<he Abstimmung und die Abwesenden cilen nun aus den Nebensälen in den Hauptsaal zur Urne. Die Bänke find jeßt voll und man fährt in den Geschäften fort, Gleich Nancy wird auch der Stadt Avignon das Recht der Selbstbcsteue- rung zur Beschäftigung ihres Proletariats bewilligt, Marrast ver- licst eine Botschaft vom Conseils - Präsidenten Cavaignac, worin er der Versammlung anzeigt, daß er seinen Shwadrons-Chef Coffiniè- res (aus dem Genie-Corps) ermöchtigt babe, den Verhandlungen über das reftifizirte Budget von 1848 (Abschnitt Kriegs-Ministerium) beizuwohnen. Coffinières is nicht Dcputicter,. Die Versammlung geht nun zur eigentlihen Tagesorbnung über, nämli<h zur Beendigung der zweiten Verfassungs-Debatte over Revision der Ver- fassung. Man war gestern bis Artífel 91 gerü>t und debattirte LELES ciniger anbedeutenter Zusäße, die im Laufe der g stri- gen Vebatte an die Kommission gewiesen worden waren. Nach Er- ledigung derselben wurden die Artikel 91 u, #, w. bis zum leßten Artikel, der jeyt die Zahl 115 trägt, ohne erhebliche Diskussion an-

grnommen, Larabit trägt bei Artifel 115 darauf an, den Präsi-

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denten der Republik no< vor dem 10. Dezember zu wählen, um so ras< als mögli<h aus dem Provisorium zu kommen. Handel und Gewerbe lägen s{<re>li< danieder. (Stimmen : Nein! Nein! Zum Schluß!) - Marrast: So lasse ih zur Abstimmung über den Ges sammt - Verfassungsentwurf schreiten. Zahl der Stimmenben 769; absolute Mehrheit 385; für Aunahme der Verfassung 739; gegen dieselbe 30. Die ganze äußerste Liuke stimmte ni<t mit. (Bewegung im Saale.) Dufaure, Minister des Junern, verschafft si< Gehör und s{lägt der Versammlung die Anordnung eines Freu- denfestes zur Feier der Aunahme und Promulgation der Verfassung vor. (Ja! Ja! zur Retten. A bah! vom Berge.) Der Minister trägt darauf au, sih sofort in die Abtheilungen zurüd>zuziehen, um scinen Antrag zu prüfen, Dies geschieht, und die Sißung wird {ou um 4 Uhr 25 Minuten geschlossen,

Paris, 4. Nov. Die Erkläungen, welche Dufaure und Ca- vaignac gestern in der National-Versammlung, dem die Ausf<ließung aller Mitglieder vou Familien, die über Franfreich geherrscht, vou der Präsidentschaft und Vice-Präsidentschast der Republik beantragen den Amendement Thouret's gegenüber, abgaben, lautete na< dem beutigen Moniteur :

Dufaure: Jch bitte ums Wort,

Portalis: Nehmen Sic es als Minister des glied der Kommissiou

Dufaure: Jch weide „hnen antworten, Herr Portalis; 1h lann es Jhnen doch nicht sagen, ehe ih den Mund geöfinct. Allgemeines Gelach- ter.) Jch will keine Nede halten, meine Herren, die Frage 1st mcyt dazu angethan. Die Regierung hat sich mit dem Thnen vorgeschlagenen #m dement beschäftigt, (Unterbrechung...)

Maillardz Man fragt, ob es die Negierung oder d1c sion ist, welche in diesem Augenblicf \pricht,

E E TEEE Dufaure wird vollständig erllären, in welcher genschaft e1 spricht und was er sagen will; aber unterbrechen Sie ihn micht

Ein Mitglied: Er hat cs schon gejagk

Dufaure: Jch habe die Chre, der Versammlung zu sagen, daß Regierung es für angemessen gehalten, sich mit dem vorliegenden Ame! ment zu beschäftigen, daß sie Jhnen ihre Meinung darüber sagen zu mü} sen geglaubt hat, und daß, ibrer Meinung nach, die Versammlung dasselbe verwerfen muß, qut!) Ich will zuvörderst die eigentliche Bedeutung des Amendements bezeichnen, und ih werd mich in dieser Hinsicht ganz ofen aussprechen. Drei Familien haben über Frankreich geherrscht, Die Mitglicder von zwcien diese: Familien können ni<t zur Präsidentschaft dex Nepublif berufen tverden. Die verbieten Das Ameudement bezieht sich also "nux ai F eine der * Famil dic unter uns geherrs<ht haden Soll dergestalt be- \<ränkte Amendement angenommen sezten Meinung gewejen, meine daß wir uns darüber auszusprechen wünschten. Versammlung in ihre Verfassung diese Ausschließ aufnehmen dürse. bebaguvtct, daß auf solhe Weise, daß mittelst ents{lossener und fräaftigexr Maßregeln die großen Völker sich retten! Jch sage aber, daß es seit fun}1z1g Jahren in Frankreich keine Regierung gegeben hat, die nicht ihr Heil in ayn lichen Ausschlicßungen gesucht hätte, und da} dies feiner etwas genußzt haë. (Bewegung in verschiedenem Sinne, Während der Unterbrechung tritt vaignac in den Saal.) -

Thouret: Warum schließen Sie anderen Familien aus

Trousseau und MauvLais: Rufen >ie fie alle zurück!

Pascal Duprat: Man muß den älteren und zurüctrufen !

Cavalgna(; nister.

Dufaure: Wenn der Herr Conseilspräsident das Wort nehmen will so trete ich es ihm ab. j

Cavaignac (Tiefes Schweigen): Burger Repräsentanten : gierung und dexr Couseil!s-Präsident hätten es lieber gesehen, wenn d vorliegende Amendemeni nicht beantragt worden wäre. Sie einige Mühe gegeben, dieser Diskussion vorzubeugen. Doch, da das Ament ment nun einmal auf die Tribüne gebracht, da es von del Versammlung zur Diskussion gestellt ist, habe ich im Namen der Negierung und noch besondcrs in meinem eigenen Namen die Tribüne besteigen müssen, um zu bekämpfen. Wenn vor acht Monaten die Versammlung oder die gierung, welche ihr in der Leitung dei Angelegenheiten vorausging, Meinung gewesen wäre, es sci für das Wohl der Republik nöthig, bejc kende Maßregeln mit Hinsicht auf die den ehemaligen Herrscher-Fa1 angchörigen Mitglieder zu e 0 S Mo, 4a daß ih mich ciner solchen weisen und corbauenden Maßregel, die das Lant und die Regierung in seinem Namen annehmen zu müssen geglaubt hätten, angeschlossen haben würde. Abcr jeyt, w-lcber Art i} jeßt die Lage ? mehr als einer Gelegenheit hat die National-Bersammlung dem Lande zu erkennen gegeben, daß sie die Annahme solcher beschränkenden Maßregel dem Wohl der Republik nicht zuträglich crachte, Jeßt hat sich die Lage wenn ich so sagen darf, auf eigenthümliche Art persouifizirt; deshalb nah ich mich dieser Frage mit einiger Zurückhaltung, und die Versammlung wud das mich beseclende Gefühl begreifen. (Sehr gut!) Es is also jeßt nicht mehr cine Maßregel der allgemeinen Sicherheit, sondern gewissermaßen ein Maßregel individueller Zurückstoßung, Nun erkläre ich, daß, meinem Gesuyl nach, diese Maßregel, jeßt ergriffen, wedcr der Würde der Nationalver- sammlung, no<h der Würde des Landes selbst| geziemen würde, Ju de! That, vor aht Monaten konnte, wi: gesagt, eine Erklärung dafür sich ge ben lassen, sie wäre, wie mir scheint, damals ganz natürlich gewesen ; wenn Sie aber jeyt diese Maßregel annehmen, was wid man Jhnen sagen, nicht Alle, aber Viele? Man wird sagen, dic Nationalversammlung habe der Wahl, zu welcher sie die Nation bereit geglaubt, cin Hinderniß entge gensezen, sie habe erst zwar der Wahl des Volks volle Freiheit geben, dann aber binterher sie beschränfken wollen, un, und daß dies gesagt werden fönnte, das wäre nicht gut. Die Versammlung hat mehr als cinmal seie lich erklärt, daß die Wahl des Präjidenten der Republiï durch allge- meine Stimmgebung erfolgen müsse, | ihr vorgeschla

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Wenn sie nun das gene Amendement aunnähme , \o wird sie fühlen müssen, daß dies Amende ment als ein Gelegenheits - Beschluß, als eine thre erste Erfläiung eín \chränkende Maßregel würde betrachtet werden, Nach metner innigsten Uc berzeugung aber is diese Beschrankung nicht nöthig, Jch fordere dahe1 wiederbolentlich die Versammlung im Namen der Regierung und in meinem persóulichen Namen auf, das ih1 vorgeschlagene Amendement zu vertverscti, Seit den vier Monaten, wo mir die National - Versammlung die Leitung der Regierungs - Geschäfte anvertraute , fühlte ih bei jeder Gelegenheit das Bedürsniß, genau zu erforschen, welches eigentlih die Meinung des Landes sei, zu wisscn, wohin es eigentli sein Vertrauen |eye“ Wohlan, dieses Bedürfniß, dicser Wunsch, 11k jeßt zum brennenden Durste geworden. Ja, ich dürste danach, zu wißen, in wen die Nation ihr Ver- trauen see, und ich begehre von der Nationalversammlung, daß sie diesen Durst stille. Jch stimme sür die Verwerfung des Antrages.“ '

Daß hierauf das Thouretsche Anendement gernorfen wurde, iff bereits gemeldet.

(D ufaure, Minister des Jnnern, bat mit Hinsicht auf Ie bevor- stehende Präsidentenwahl ein Rundschreiben an sämmtliche Präfekten erlassen, in welchem es heit: „Herr Präfekt : Jh mache Sie auf einen Feind aufmerksam, den Sie eifrigst befämpfen müssen : nämlich die Theilnahmlosigleit der Wähler. Sie werden denjemgen, welhe eine unselige Gleichgültigkeit von der Urne fern hält, zu verstehen geben, daß sie sih eines Vergehens schuldig machen gegen sih selbs: und ihr Vaterlaudb. Ju einem Augenbli, wo eiue shle<te Wahl Alles in Frage stellen kann, was die National Versammlung seit fes Monaten im Jnteresse der Ordnung und der Freiheit geschaffen, die ganze gesellschaftliche Ordnung ohne Vertheidigung so surchtbaren Stürmen von neuem ausseben fann, wie des Monat Juniz în einem solhen Angenbli> wäre die Unachtsamfkeit und Theilnahwlosigkeit derer, die ein Recht zum Stimmen haben, \<wer zu begreifen, und sie würden eine schre>liche Verantwortlichkeit auf si<h laden, Dies

entaearnat-

haben Sie ihnen begreifli<h zu machen u. \. w, Paris, den 2. No- ormber.“

Zur Beruhigung der Börsen- und Handelswelt bringt heute der M oniteur einen Bericht über die Arbeitsverhältnisse in den Depar= tements, der jedo< nur allgemeine Angaben, keine bestimmte statisti=- he Thatsachen euthält. Am Schluß heißt cs: „Kein Zweifel, daß, wenn Frankrei< aus der Krisis getreten sein wird, die seit lange un- ter dem falschen Scheine des Wohlstandes gährte und deren Aus- bru die Republik nicht verursachte, sondern nur rascher herbeiführte, der Nationalhandel dann, durch diese harte Probe geläutert, sich fejter und glänzender als je erheben wird.“ : :

Bei Versailles werden Truppen zusammenge?:0gen ; die ehemali=

gen Königlichen Marställe daselbst werden in Kasernen verwandelt. Unter einigen der Anhänger Louis Bonaparte?s is bereits fol gende Ministerliste im Umlauf: Molé, Auswärtiges ; Remusat, June res ; Malleville, öffentliche Arbeiten ; Berryer, Justiz. Dazu : Thiers, Bice-Präsident der Republik ; Lamoricière, General - Gouverneur von Algerienz Oudinot, Chef der Mobilgarde; Changarnier, Chef aller Natioualgardeu z Molitor, Chef der Ehreulegion,

Die Herausforderung zum Duell zwischen Ledru Rollin und Leon Faucher gilt für beigelegt. Malleville und Changarnier follen si< gestern wenigstens viele Mühe gegeben haben, Leon Faucher zu beschwichtigen.

Die projektirte Einseßung eines obersten Gerichtshofc-s zur Ab urtbeilung von Verbrechen gegen die Natioual- Versammlung vcraulaßt das Journal des D ¿bats zu dem Ausruf: „Glaubt mau denn, daß der Mann des 18. Brumaire, nachdem er die Volfsvertreter zum Fenster hinausgeworfen, si< hinterher demüthiglich der Justiz von fünf Richtern und zwölf Geschworenen unterworfen haben würde

Gestern sind mehrere Auswanderer, die mit dem ersten Zuge nah Algerien abger-ist waren, in ihren sanguinischen Erwaitungei etäusht, wieder nah Paris zurückgekeßrt,

General Eruoaf is, 72 Jahre alt, gestorben.

Großbritauien und Jrland. London, 3, Nov. (H begab si< der neue Lord - Mayor, Sir J. Duke, in Beglei der Sheriffs und der anderen City-Beamten nah der Woh des Lord - Kanzlers, wo er durch diesen die Königliche Bestäti in seiner Würde empfing. Die Times theilt jeßt eine geheime Depesche des franmösischeu mirals Baudin an Herrn von Rayneval mit, welche Leßterer an Vrimen Cariati geschi>t hat, und die wichtige Aufklärungen über al Traufieids in der ficilianishen Frage giebt. Der Admiral rin der nrapolitanishen Regierung, daß es keinesweges feine der Wiedervereinigung Siciliens mit Neapel ein Hinderniß deg zu legen, sondern nur dahin zu sehen, daß diese Verein! nicht dur< Verhältnisse und Maßregelu geschehe, e Menschlichkeit nicht billigen fönne, und die am Ende König Ferdinand selb| zum Nachtheil gereichen müßten. Er rathe von gewaltsamen Maßregeln gegen die Sicilianer ab, um bei diesen uicht gegen den König von Neapel eine zu große Erbitterung zu erregen, dic cine Aus söhnung unmöglih machen könne. Die Depesche is vom 10, Sep teimnber.

Die Fürstin Lieven bungen,

Aus {reibt man, die Rechtsanwalte O'Brien's seien der Ansicht, daß ihre Nullitätsklage von Erfolg sein würde. Sie tien dieselbe darauf, daß ihnen weder die Zeugenliste, noh eine brit der Geshworeneuliste eingereiht worden, und daß ihuen nicht

10 Tage vorher der Tag zum Plaidiren angeseßt worden, wie der

Brauch will.

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wird au<h den Wiutecr in Brighton zu-=

Ron der Jnsel Bourbon meldet die Times, daß Handel und daniederliegen. Der englische Admiral Dacres war in Unterhandlungen mit der Königin von Madagaskar begriffen, um die Anknüpfung von Handels - Beziehungen wteder möglih zu machen. Dbgleih er zu dem Ende st>< \clbst demüthigenden Bedingungen un terwerfen wollte, so daß jedcr fremde Kaufmann bei Sonnen-Unter- aang das feste Land oerlaffen müßte, glaubt man nicht e;umal, d.þ : Unterhandlungen Erfolg haben werden. | bringt den Stammbaum Lord Clarenton?'s, des Irland; der Lord ijt von müitterliher Seite nme Oliver Cromwell?s, denn seine Mutter war die E der jüngsten Tochter des Protettors.

Aus Messina hat die Times ein Privatschreiben erhalten, vona< Alles no< in Slalu quo war. Neuere Justructionen von Londou und Paris fehlten noch, und man erwartete, daß König Fer ‘der die Feindseligkeiten beginnen würde , sollten die Jn no< lange auf sich warten lassen.

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Kiederlaude. Aus dem Haag, N C De 0 .) Gestern Mittag hat in einer Sihung des hohen Rathes leder!ande, der Provinzial Geaiichtehöfe und der Bezu ksgerichte, vie gleichzeitig iu allen Städten und Gemeinden des Königreichs dem Geläute der Glocken die feierliche Verkündigung des ver- S1tgats-Grundgeseßes scattgefunven. »

Schweiz. Bern, 9. Nov. (O. P. A. Z.) Hx: Raveaux ijt rod uicht auf seinen Gesandtschasteposteu zurü>gekehrt ; statt seiner übergab gen Herr Legationsrath von Neuwall dem Präjideuten des Rororts, Herrn Regierungsrat Funk, eine vom 23. Oftober datirte Note der deuts<h.n Centralgewalt, eine Erviederung der Autworts- note des Vororts vom 5. Oktober. Der Inhalt der deutscheu Note ist no<h nicht dem Wortlaute nah bekanut. Nur so viel wei} man, daß die deute Reichsgewa:t auf den vom Vorort verlangten Nach= weis für die Brhauptung, als ob schweizerische Kantongibeamte dem badischen Ausstaude Vorschub geleistet hätten, nicht eingehen will, „da es gegrn die völferrehtliche Chre und Gebrauch sci, ein kontradifto- rishes Verfahren zwischen Re zierungen einzuleiten und die Beweis- kraft über Thatsaczen zu übernehmen, die weltfundig seien.“ Auch soll, wie man hört, das Reichs-Ministerium in der Note ertlären, hiermit die Unterhandlungen abzubrehen und gegen die Cirgenossen \haft handelud aufzutreien. Es werde abe die bereits augeordiic ten Maßregeln aufhören lassen, sobald dic Cidgenossenschast eue Sinnesänderung an deu Tag lege.

Der Ztg.) Präsident Funk hat dem Großen Rathe auftragsmäßig angezeigt, der Regierungsrath sei cinstimmig der Ansicht, es könne das Verhältniß in die Länge nicht fortdauern, daß fast alle Mitglieder der Regierung im Nationalrath sißen. Der selbe werde daher in nächster Sihung dem Großen Nath ein durch 8. 12 der Verfassung gefordertes Geseß über Vereinbarkeit mehrerer Stellen und Aemter hinterbringen,

Deo

(Eidg.

Luzern, Von Rappolteweiler rechtfertigt si< Siegwart-Mülle in der Baseler Zeitung über seinen Konkurs in Luzern. Nach - dem er gezeigt, daß nur die Forderung von 20,000 Fraufkcn, welche die Regierung an ihn als Mitglied des Regierungsrathes zur Mit= vergütung des für den Krieg verwendeten Betrags der eidgenössischen Kriegskasje st:lle, einen Rücksshlag in seinem Vermögen habe bewirken können, fährt er fort: „Daß weder ih selbst no<h ein Beistand oder Bevollmächtigter von mir ein Accomodement nachgesucht, uno überhaupt die Rechte gegen das Konkursverfahren geltend gemacht hak, erflärt

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daß ih von der Konkurs - Verhandlung meine Bevollmächtigten, Herr Oberge-= Herr Advokat Weber, einer nah | in Haft behalten wurden. Wie | in zern wirken und welchen

sich sehr natürlich dadurch, nihts wußte, und daß ri<hté-Präsident Bossard und dem anderen verhaftet und viel übrigens Reclamationen n : Erfolg sie haben, mag man daraus entueymen, daß meine Frau bis zum zehnten Monate na der Sequestrirung meines Vermögens nicht einmal ihre Kleider und bs auf den heutigen Tag ihre übrigen Effekten niht heraus bekam. Uebrigens habe ih auf leines memer Rechte Verzicht geletjtet, und ih lebe der festen Hoff - nung, es werde die Zeit der Abrechnung mit der Regicrung vou Luzern früher oder später hon no< kommen.“ Die Eidg. Ztg. bemerkt hierzu: „Mag das Benehmen der luzerner Regierung si vcrhalten wie e will, so míissen wil jeden (S S1egwart Müller die Berechtigung absprechen, über dasseibe zu Gericht zu sißen.““

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Shwoz. (Eidg. t) E

finden am 5. November an deu Kreisgemeinden jiatt, räthe sind nah mühevoller Waßhlverhandiung gewäl

( S i L E ui Alt-Landammann vou Schorno 1n Dw Unk Fürspre< Krieg von Lachen, Herr Kan'onsra ) Sdert siedeln, der bei der Wahl des zweiten Mitgliedes stets ale Ÿ Gi f ; p 1 i 5 E pu : Gegeukandidat fonfurrirte, hatte durh alle Wahlgänge 22 Stimmen.

t alv ama ls LULNMITgIoe )

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: F E (Eidg, Ztg.) Ver Groß 115061

com eidgenössishen Verhör - Amt 11 Ls räther‘ auszuliefern. : (B eru. Z.) Der Bischof übergab vor |ein?i all Bisthums ciner Kommission, bestehend aus dit ren Maullet und Yeudli, denen Chassot als baben bereits ein wüthendes Schreiben

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Le Nach dem Nouveiliste ije Chi

Bischof Mzrilley im Schlozje

eit mt Nachdenken und dem nalea zuz er erwarte mit Resignation deu Aus Freibarg eingeleiteten Untersuchung,

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Freiburg, Der Erzähler sag nicht im geringsten an das, was man einen weiten, großen Verschwörungs| zwar, daß nur dur<h ein Wunder die senen Krallen gerettet wer freiburger Schilderhebung ijt unserer Anjid gi¡he, welcher zunäch]t örtliche, speziclle Moti Hartnäckigkeit und daher verbreitete ang}! ferung zu Grunde liegen.“

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des Sonderbundes

Aargau. Am 29, Vfktober sind 292 544 und Jürspre<h Pr. S imp} Nationalrath gewählt worden. \clute Mehr micht heraus, D A B) and wie leiht vorauszusehen war, ein kiägl Ende genommen, 4000 Oesterreicher sind nach dieser Gegend beor dert worden; einstweilen wissen wir nur, daß man in Cleven stünd- lich dem Einrücken eines Theiles dieser Truppen entgegensah, und daß beinahe sämmtliche männliche Bewohner geslohen ind. Die M a1 länder Zeitung hat bis zum 28jten des ganzen Vorganges noch mil feiner Sylbe erwähnt.

(C ) CA\ 5 014 Su Ol Der vereinzelt

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und ami Comersee hat,

Lugano, N Oisterreicher sind im Laufe des thal eingerü>t. Ein großer Theil der ì mit Weib und Kind, Habseligkeiten und Vieh auf tessinischc geflüchtet.

bends T Uhr.

3 heutigen Tages in das „Fnkeio!

Bewohner des Thales hat |ih ¿ (Gebiet

Waadt. Ein Theil der waadtländer Vecupations Truppen m Kanton Freiburg i} entlassen worden. Jumerhin aber beträgt thre Zahl no< 3 Batailloue JTufanterie, 2 Compagnicen Scharfschützen und 4 Piket Kavallerie, deren Kommando nunmehr siatt des Oberst Veillon der Kommandant Besson übernommen baf.

N TOLENA, 404 T (4) U )e )

“Ke P) Îtalien. it, ), 2 mittag is es Viontane gelungen, jem WVimlerium

(ammenzuselzen, uuter folgender Vertheilung der Präsidium und Aceußeres ; Guerrazzi, Juneres ; Krieg; Mazzoni, Justiz; Adami, Finanzen; Frauchini, 0) Unterricht. Die offizielle Vekanntmachun g ist jero<h noc< nil

75 í E. L U ina f 5 15 D'Agala i Neapolitaner, Flüchtling jet dem #5,

Stellen : Mariano d’Agala, fentlicher L Ll \chienen. Mai, O (L I OET Pisa wohnhaft, Frühe1 Talent ausgezeichnet haben,

Revolution in Neapel Theil n1ÿ5m, und seitdem in Oberoffizier, foll er sich tur militgiriches Ein tüchtiger Kriegsminizier is in dem friedlihen Toscana {wer aufzusinden, besonders ein 1adifaler; dazer wohl diese Wahl eines Fremden, Mazzoni ift Udvgol Deputirter vou der äußersten Linken, soast bisher ohne bedeutenden Rufz er wa1 der Hauptgeguer der Regierung in der Vobatte über das vissocia tionogesc8, Franchini aus Pistoja und Adami, der Sohn eines Banquiers in Livo1no,}sind bisher der f ntlicheu Sphäre fern geblieben.

Jn Siena sind am 24, Vktovei unruhige Auftritte be! der An funft der Großherzoglichen Familie vorgefallen. Kurz vorher waren mehrere Sienesen aus der östcrreichishen Gefangenschaft zuriüidge fehrt, und ihre Freunde hatt u bes<lo}en, zu threr ein Fest zu veranstaltea, wobei zugleich ein Petition an den Großherzog um Erncnuung eines vo.ksti üiml‘<eun Ministeriums unterzeichnet werden sollte. Aber ein Theil des Volks, das nan, \<zetut es, glauben ge macht hatte, die Versammlung wolle dic Republii proflamiren, drohte den Festgebern wie den CEingeladenen mik Mißhandlung und hinter: trieb \o die Vereinigung. Als nun eme große Veolkemeuge die Groß herzogin unter virlsahem »VIVva Leopoldo Secondo e Maria An toinetla« empfangen und bis zu ihrem Palaste begleitet hatte, wen dete si) cin Theil des Volkes, fast nur aus dem nicdrigsten Pübel bestehend, von neuem gegen die liberale (oder vielleicht besser radi kale) Partei, suchte die Einzelnen in thren Häusern auf und mißhan- delte Mehrere thätlich , während die Anderen gezwungen wurden, theils auf das Land zu entfliehen, theils sich zum Schein von der Bürgergarde verhaften zu lassen. Leßtere soll übrigens sehr lässig in der Erfüllung ihrer Pflicht gewesen sein, Die Aufregung ist noch

sehr groß.

1

Elzre

Türkei. Konstantinopel, 18, Okt. (D, A. Z.) Die Er: nennungen, Verseßungen und Wiederversezungen aehen noch rasch binter einander sort. Rustem-Pascha, eben er| zum Gouverneur von Salonichi ernannt, hat nicht einmal Zeit, sich dort zu installiren, und muß schon weiter nah Jauina, dessen Statthalterschaft ihm anver- traut ist, Dagegen hat der ehemalige H:kim Baschi, Jamael-Pastha, vor kurzem zum Pascha von Janina ernannk, au@ ichon eine neue Stelle als Oberdirektor der Staatébauten erhalten. Ein neuer Brand, der, wie gewöhnlih, in der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag stattgefunden, liefert ihm eine Gelegenheit, seine Kenutnisse anzuwenden, Das schöne Galata - Serai, worin die Medizin-

400 Zöglingeu einstweilen war, ist mit all seinen Sammlungen, Bibliothek, Museum und Hospital ein Raub der Flammen geworden. Etwas nah Mitternaht war das Feuer nahe bei der Rue de Pologne am Südabhange der Bergschlucht aus- gebrochen, welche zwischen der großen Perastraße und der Galata- Serai-Mauer nah Topschana und Galata hiuuntergeht; hier waren {hon mehrere Male Versuche der Brandstiftung gemacht uad zur reren Zeit entde>t und verhindert wordeu, Jn der Nacht vom 14. auf den 12, Oft. gelangen sie bei einem sehr heftigen Sübwinde mehr als zu gut. Dort waren eine Masse klciner euger Gäßchen und nur hohe hölzerue Häuser, Daher war auch an keine Rettung zu denken. Die meisten Mens&-u nahe bei der Feuerstätte fonnteu auch uur ihr Leben retten. Der Brand wühlte fort bis um 6 Uhr des Morgeus. Viele hatten si< ins Galata-Serai geflüchtet, obs<hon der Wind gerade die Flamme in der Richtung forttrieb, ja die Feuerbrände vom Winde wie ein feuriger Regen über die große Brandstätte des armenishen Vier- tels bis zur Vorstadt Bankalti getrieben wurden. Erst nach einer hal- ben Stunde ersbienen einige 60 Soldaten mit Feuerhaken und Aexten, stellten si< aber ruhig als Zuschauer hin, und als eine Viertelstunde

shule mit etwa

iter dieser Theil Feuer zu fangen anfing, hatte man au nodh ht das Gerinoste von den vielen Kostbarkeiten zu retten gesucht. ‘elleiht werden die frommen Moslemin die Verbrennung des Ga- >orgi als einen Fingerzeig Allah?s ansehen , daß die fräunfkfische Heilfun|t und fränfishe Wissenschaft gottlos und verwerflih sei. Üebrigens stehen gerade vor der Mauer, wo der Brand nah dem Galgata-Serai herübergespielt worden, zwei hohe 66lzerne Häuser als sprechender Vewets da, daß auch solche zu retten sind, wenn nur die Eigenthümer so viel Eifer als Piaster zeigen , um sie zu {hüßen; denn das Wasser muß vou den Wasserträgern fast mit Gold bei sol= <er Gelegenhit getauft werden. rwish-Pascha, Unter - Direltor der polytechnischen Schule, ist visions-General ernannt und mit der Regulirung der Gränz- feiten zwishen der Türkei und Persien beauftragt worden.

zum

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nr eitig

um 6. November Mittage waren an der asiatishen Cholera angemeldet 2367 Peionen, Zugang von gestern bis

en 2370, Davon sind gestorben 1523,

Behandlung 157 2370

( Summa 2370,

a\tdium,

erfolgten Tod, des Anstalt der hiesigen Erwerb- Jahre ten thäungsten Antheil

> eine edele Gesinnung, während seiner dauerudes

"ten zum ó6ten hu

al auch DIC {cit einem

it erlitten. hatten ihn uns

und sichern 1hm ein

>dqhulen.

er Getr( eriWt vom November. ¡aen Marït waren die Preise wi folgt :

L Md A JReizen 58—62 Nthlr. Roggcn A A ; Rthlr. Or,

i edt x 30x V,

a< Qualitat Frühjahr 18 pfd, loco 11; 24 p. diesen Monat Nov. /Dez. 114 Nil Det: / 5 n, 11: San. /Febr. 112 Febr. /Yiarz März /April April /Mai co 97 Rthlr., Lieferung loco ohne Faß 167 Rtdi s, Nov, L Dez, 19% d 28 Fruübia E L Wetratbe, November. 16 Sgr. 3 Pf, au: 2 Nülr. E

ise vom

Pf., auh 1 Rthlr. 8- Sgr. auch 26 Sgr. 3 Ps¿: Dater Erbsen 1 Rthlr. 25 Sgr. Sgr., auch 2 Rthir. 15 6 ) | Riblr. 6 Sar, I Ps: aroße Gerste 1 Rthlr, 5 Sgr., auc Rthlr. 3 Sgr. 9 Pf. z Haser O Gar. 0 P! ) Erbsen (\<hle<te Sorte)

1 Rihir, 15 Sgr.

_ I a, _ . Nacaigon Ar. 4 Iu gen

A

abend, den 4. November. 6 Rthlr., auch 5 Rtblr. 20 Sgxr.z der Cent-

Sar, 0 Pf, auc 15

ho Stroh

(1k. Danzig, deu 4, November. Die Fortschritte, welche die englischen Landleute 1m L res<en machen, bewähren die bereits in Berichten gelieferten Angaben, daß im Süden und Westen Menge und Beschaffenheit des Weizens sehr kärglich, im Osten dagegen besser sindz doh auch in diesen Gegenden, Berichte, is das Ergebniß nicht besouders günstiz. em Junern des Landes zeigen sih demna bis weder das Bedürfniß, no<h die Speculation führen issteigerung herbei, derun die Zufuhren vom Aus reidli zu, und das Vertrauen auf deren Fort- dauer ist \o zuversichtlih (da Englaud das einzige bedürsende Xand sein wird), daß bis jeßt durchaus keine Anmuthungen zu höheren Preisen stattfinden, Vom lsten bis 23, Oktober stieg die Einfuhr allein in London auf 9000 Last Weizen; die Müller schienen vorläufig wit lro>enem Weizen versehen zu sein, und der Absaß war daher obne Leben. Am 26. Oktober stieg der Zoll auf 5 Sch., und in fur= ‘em erwartet man ihn auf 6 Sch., man wird dann feine Verzollungen sondern das nahe Erlöschen des bisherigen Systems ab- warten. Von den französischen und belgischen Küsten beträchtliche Sendungen von Kartoffeln. Jn Liverpool trafen innerhalb 8 Tagen fast 2000 Last Weizen und 1500 Last Mais neben bedeuten- den Quantitäten Mehl und anderer Stosse aus Kanada und Mae Amerika einz dieses Alles wurde bei dem starken Abzuge nach Zrlan ç “6 bio Preise ziemlich standbaltend verblieben. Erwágt so geräumt, dap die Preise ziemlich standialten e frage man, daß auch die anbercn Hasen bedeutende Zufupten e lisganmen (6 -idied-/das Mes aller P R it teíne Cont- begreiflich, zumal der Ausfuhrhandel naŸ die Speculation einwirken binationen darbietet, die ermunternd auf die fönnten.

in dem bisheri- gen Wetter große Hindernisse, und

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