1848 / 203 p. 1 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

(Karlsr. Ztg.) Der

e reiburg, 15. Nov. e Bades. j nt von Miller ist mit seinem

Könígl. württembergische Generallieutena ( i i Generalstab von Donaueschingen wieder hier eingetroffen. Das Hauptquartier der württembergis<hen und badishen Truppen im obe- ren Theil des Großherzogthums bleibt nun auf unbestimmte Zeit in

Freiburg,

Frankreih seit oder weniger

gegen B

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n alle bestehenden edingungen der Ordnun negirend zu verhalten. Jun Cavaignac der Reyräsenta1 abwechselnd zur Anarchie uud Mus lattd grund unserer Abneigung, G p erkennen. Frankreich. Paris 7 Nou. tionnel, der si<, wie schon erwähnt, jeßt ofen für d wählung Louis Bonaparte's zum Präsidenten der Republik er lärt, sagt in dieser Hinsicht: „Das Siècle behauptet, daß wir Frankrei riethen, sih der Wahlen für die Präsidentschast der Re publif zu enthalten und keinem der Bewerber, welche gufträten, einen maßtgien Vorzug zu geben. Wir haben nichts der Art gesagt; es wäre nichts Preis unverständiger und unpatriotisher , als sich bei einer sol<Wen Veran nach lassung der Wahlen zu enthalten. Wir hegen allerdings feine beson sere | dere Begeisterung für irgend einen Bewerberz das ist rihtigz; aber | So0njiifutto nnei ge da Herr Thiers, welher unsere ganze Theilnahme hat, sih weigerte, j t! monar<i|\< gesinnt sei, als Bewerber aufzutreten; da die gegenwärtigen Uebelstände klar j cen V vorliegeu und man si< vor Allem hüten muß, dieselben i; da die Spaltung der Partei der Gemäßigten zwei glei bent monarchischer Folgen haben würde, nämlih sowohl die Verlängerung d bigen | woue, S Verhältnisse der vollziehenden Gewalt, als auch die d | Sache der Ordnung, fo rathen wir allen gemäßigten bestimmt, ihre Stimmen für eine Bewerbung zu vereinigen, weld —_ A {hon von einer großen Anzahl Bürger angenommen is, nämlich fi S S rafett wird die des Herrn Louis Bonaparte,“ Das Detanntmachung der Verfassun protestirt gegen diese Aufstellung Louis em l der Partei der Gemäßigten in folgender „Wir k tief, daß der Constitutionnel geglaubt hat, auf eine so unerwar tete Weise aus der Zurückhalt ( b hatte, hervortreten zu müssen, Erstaunen über si< genommen hat, Kandidaten der Partei der Gemäßigten aufzustellen, unsererseits müssen gegen diese Kandidatur protestiren, unserem großen Bedauern bei dieser Veranlassung der Partei der Gemäßigten ausbricht, die Veranlassung dazu gewesen. © einen Bewerber aus ihrer Mitte nehmen. auch der unserige gewesen. Wir hatten würden unserem Worte treu geblieben sein. Zas poir zugeben, und was wir nie zugeben werden, is, daß die Partei Gemäßigten einen sol<hen Mangel an Männern habe, dah sie 1hr Schicfjal an das Schicksal des Herrn Loui s Napoleon und für Frankreih keine andere Hoffnung sehe, Unternehmungen gegen Straßburg und ge( Boulogne. Lc Marschall Bugeaud in seinem Schreiben, wo ey Die für sih ablehnte, die Partei der Gemäßigten auffordert, ihre Sk men für den Bewerber zu vereinigen, welcher am meisten geeignet sei, die Gegenwart zu beherrshen und die Zukunft zu befestigen, jo hat er darunter weder Herrn Louis Napoleon, Gerrn General Cavaignac verstanden. Wenn jedo< mit diesen Worten des Mar \chall Bugeaud mit aller Gewalt ein bestimmter Bewerber angedeu- tet sein soll, so entspricht der Name des Generals Cavaignac selben do<h noch besser, als der Name des Herrn Louis Der Constitutionnel hatte ferner erklärt, die gemäßigte Partei würde gern nah der Präsidenten « Wahl die Bersammlung aufgelöst sehen. Auch dies bestreitet das Journal des und meint, die gemäßigte Partei würde schr ungern das dur< neue Wahlen wieder aufgeregt sehen. Ferner sei die Gegen wart der National-Versammlung sehr nothwendig, um die neue Re gierung zu überwachen, sie vielleicht zurü>zuhalten, „Wie die Sachen stehen“, schließt das Journal des Déhats, „wird die Wahl des Präsidenten nicht det Schluß der Krisis, sondern der Anfang ci neuen Krisis sein, Und dann wäre der Augenbli> hö<sst unpassend, um die jeßige Versammlung zu entlassen Der National bespricht gleihfalls die Erkflärung des Constitutionnel und sagt unter Anderem: „Wir wissen ganz gut, daß die Vorlic welche die Massen für Louis Napoleon zeigen, nicht viel mehr is, als eine zurückshauende Vergötterung des „grauen Rokes““ und des „klei S Aen wenn man von den Massen annimmt, daß sie ohne Vernunft han- deln, so kann man das von dem Constitutionnel nicht thun. Er wird wohl wissen, was er thut, indem er Vorurtheilen dient, welchen er widerstehen sollte. Wir fürchten die Folgen der Wahl des Kai ferlihen Kandidaten niht. Bald wird der Tag kommen, wo Fran! reih darüber erstaunen wird, daß man einen Augenblick ernst an Lou!1s Napoleon gedact hat, und es wird seinen Parteigängern nichts übrig bleiben, als die Lächerlichkeit, si in den Dienst einer thörigten Herr} sucht begeben zu haben.“ Die Assemblée Nationale will von Cavaignac nichts wissen, aber eben so wenig von Louis Bonaparte. on Zürich, Sie beklagt übrigens bitter den Zwiespalt, welcher aus dem Kriege zwischen dem Constitutionnel und dem Journal des Débats hervorgehe, und welcher, wie die Patrie mit Unwillen eill be reits die Wiedererwählung Marrast?s zur Folge gehabt habe, wäh- rend die Konservativen sonst die Kandidatur des Herrn Leon von Maleville durhgeseßt hätten, Die Patrie sagt, sie betrachte die | und seinen Repräsentanten offen zunehmende Opposition gegen Marrast als eine Rückkehr zu den rih= | gert. 2) Die Besoldung für d tigen Grundsäßen und zur Ordnung. Der Constitutionnel kommt | Der Präsident erhält 6000 Fr. nun in Folge der ihm von dem anderen Theil der Partei „Rue de | 5000 Fr., der Kanzler 4000 Fr Poitiers" gemachten Vorwürfe in cinem längeren Artikel noch einmal h auf die Gründe zurü>, welhe ihn bewogen, si< gegen General Cavaignac und für Louis Bouaparte auszujpre<hen. „Um Präsident der französischen Republik zu sein‘’, sagt er, „genügt es nit, kämpfen zu können; der Kandidat muß auch regieren, muß eine den Bedüf- nissen und den Gefühlen des Landes entsprehende Politik haben. Eine viermonatlihe Probezeit hat uns aber gezeigt, daß General Cavaignac fein? Politik, sondern bl thiee1

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Der Regierung zu besißen, als Staatsgeschäfte entzogen hat. | die sth fo

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Schweiz. Bern, 14. Sißung s}aßte, sind folgende : L) Dr. K. Pfyfer vo!

zusammengeseßte Kommission erh ort über die tessiner Angelege! Aften zu prüfen und beförderlich

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den qus der Bundeskasse bezahlt. wird festgeseßt: Die beiden Kan Eid, welcher in einfachen Worten Schweizervolk enthält, habten Nachwahlen in den Natio dem Seeland und Emmenthal,

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Bekanntmachungen.

[690] G10

Der unten näher bezeichnete Kahnkneht Christian Friedrih Schmidt aus Güstebiese, welcher sich we- gen tödtlihher Verleßung eines Menschen in Kriminal- Untersuchung und Haft befand, is in der Nacht vom 40, zum 11, November d, J, aus der Kustodie ent- sprungen,

Es werden alle Civil- und Militair-Behörden des Jn- und Auslandes dienstergebenst ersucht, auf diesen höchst gefährlihen Menschen zu vigiliren, ihn im Be- tretungsfalle festzunehmen und mit allen bei ihm sich vorfindenden Gegenständen und Geldern mittelst Trans- ports gefesselt unter sicherem Gelcit an die unterzeichnete Behörde abzuliefern.

Stettin, den 11, November 1848,

Königl, Land- und Stadtgericht, Kriminal - Deputation,

j Signalement des Kahnknehts Schmidt, Familien-Name: Schmidt, Vorname: Christian | Friedrich, Geburtsort: Güstebiese bei Zehden, Auf- enthaltäort : zuleßt Stettin, Religion + evangelisch, Al- ter: 25 Jahr, Größe: 5 Fuß 5 Zoll, Haare : röthlich- blond, Stirn : breit, Augenbrauen : blond, Augen: blau- grau, Nase: stumpf, Mund : dicke Lippen, Bart (Backen- bart): röôthlih, Zähne: vollständig, Kinn: rund, Ge- sichtsbildung: länglic, Gesichtsfarbe: gesund, Gestalt; stark, Sprache: deutsch, auch etwas polnifh, besondere Kennzeichen: eiwas krumme Beine.

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Ein Paar Strümpfe, ein grau leinenes Hemde mit U ALIS „Kustodie“,_ ein Paar drillichene Hosen, Muthmaßlich führt der Schmidt bei sich, als bei sei- ner Flucht aus der Kustodie entwendet; cine \{warze Müge, einen blauen Ueberziehro> von Bucfsfkin mit dunkelbraunem Sammetkragen, ein Paar Stiefeln, einen

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s<{warzscidenen Shlips, ein weißleinenes Taschentuch gez. L. St,, ein weißes Chemisett, gez. W. B,, einen schwarzen Tuchrock mit seidenem Futter, einen grün-

Seine Sympathiee e Frankreih<h wird nicht eher glauben, bis es Republita begründet werden fönnte.

m Besiße der Macht nicht thun

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seinen neuen Gegner

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bedauern werfe stattfinden, und die Stadt

ranlajjunag dazu r\ammiui!

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Systems, weld daß die Personen David aber verlangte hartnäckig Aufklärung über die

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nahm

Moltke, General Hansen als diejenig

ersihert dasselbe Blatt, d

wichtigsten Beschlüsse, welche der

Tessin, Dr. Kern aus Thurgau und Oberst Michel aus Graubündten

Staatsrath hat nämlih in der Flüchtlings

lungêé- und Umzugskosten werden erstattet; diplomatische Diners 2c. wer-

Raths und Bundesgerichts, so wie der Kanzler, {wören denselben

Das Ergebniß

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Sympathieen sind leider ver Minorität zugewendet, unter deren Joch aht Monaten leidet, sozialistis< und dur< einen dreißigjährigen Kampf Gewalten

einer Minorität, die mel _si< gewöhnt

Regierung Augen j Minorität,

hat, sich gegenüber

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n entfremdeten ihm unsere

eime dieser Minorität die diejelben

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(dei ¡er von gestern nennen, so würden fie sich beeilen

r anzuvertrauen , nur

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jeßt repr.blifanischer fein die Meinung der gemäßigten so wie über die Bedeutung

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eingefunden hatten, weil man iags- Arbeiten Beschästigung

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Nor, CALTON, Ver) Betreff des Ministeriums Stßung vom Abtreten der Min theilweise abgehen würden, e Der U min! die fortwährende Anwesen q zum Bewcise, daß das Y aber auf die Beantwortung de1 1 unterhandelt werde, n<t einla tend, daß es niht so wichtig sei, Ministerium bevorßehe, als ob eme

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hielt sich fortwährend an die Perso Hiergegen erklärten si< Grund t- n Lebterer außerte, man hade nicht

gewisse Prinzipien reprä

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ihren Abschied verla itten, man müsse also ers wi} 4 l

)T gegeben, derselben habe ja neulich in der

ne Erlösung für ihn sein würde, ab Derr Vavyid dem nde Sprache an, \o wie denn auch frequng in der Versammlung veran uster, Herr Tscherning und Herr Bat sich zudem Ersterer bald eutfernte pen umherstanden und si< un!erhtel benhavnsposten nennt man C! n, welche mit in neues Kabinet bilden sollen,

man der , selbst an der gri dem beschäftigte sich die Reichsver- Sihungen mit der Diätensache, mit

t, er BVotirung eines Vankes an ¿Flotte

Ministerium

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C B0r\e, mit

No Grant, Journ) Vie National-NRath in feiner gestrigen Eine aus den Herren Dr. A, Escher 1 Luzern, Stagaisschreiber Pioda ans

ält den Auftrag, den von dem Vor- heit vorgelegten Bericht neb} den \| Anträge zu bringen. Der tesssner Angelegenheit den Vorort

und troßzig den Gehorsam verwet- en Bundesrath wird also festgesetzt : Jahresgehalt, die Bundesräthe jeder . nebst freier Wohnungz Uebersiede-

3) Ueber die Leistung cines Eides mern, die Mitglieder des Bundes=-

die wichtiasten

Pflichten gegen das der am 12ten d, M. stattge- nal-Rath is noh nicht bekannt aus

Vir sprechen nicht so, weil wir

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des Landes ist General T s » Dofktrinen ¡ftatur führen. Dies is ein Haupt- avaignac als Kandidaten anzu- Stimme, regelmäßige und freijinmge tung der

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27, d. M. i eine nothwendige Folge ihrer Verlegung.

{ben eine Auflösung der Kammer erbli>t, giebt die Absicht zu er-

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ntwortliche Ministerium dahingegen in die

der Liberalen, General Dufour, gegenüber dem von den Konservativen empfoblenen Herrn Fischer von Reichenbah den Sieg mit 1105 ge- gen 1064 Stimmen davongetragen, Es fehlt nur no< eine Ge- meinde, die aber au< wahrsceinlih si< für Dufour entschieden hat, Das Obergeriht von Luzern hat den Pater Prior von St, Urban, der wegen Vernichtung des vom Abte geführten Kassenbuches und eigenmächtiger Veräußerung vom Kloster-Eigenthum in Unter suhung kam, von der Spezial-Untersuhung befreit, da niht zureis chende Verdachtsgründe für eine böse Absicht sprechen. / Jn Tessin hat abermals eine Gebietsverleßung dur< Kroaten stattgefunden, O i

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E Noch immer hört man die sich widersprehendsten Ansichten über das Recht der Krone, die National-Versammlung zu verlegen. Die E dies. Grage, hervorgerufenen Zweifel haben uns fast an den Rank des Berderbens gebracht. Es i daher die Pflicht eines Jes den, dem das Wohl des Vaterlandes und auch das unserer Stadt am Herzen liegt, si< mit ruhiger Ueberlegung der Verhältnisse eine eigene, feste Meinung zu bilden und nicht die Ansicht derer als richs tig anzuerkennen, die augenscheinli<h von unlauteren Motiven beherr\<t werden und sol<he verfolgen, Es i insbesondere die Pflicht aller Rechtsverständigen, mit ihrer aus gewissenhafter Prüfung der Sadt- und aus dem Rechtsbewußtsein si<h ergebenden rechtlichen Ueberzew gung hervorzutreten.

Diese meine Ueberzeugung will ih hiermit ofenkfundig darlegen,

Aus folgenden Gründen bin ih entschieden der Ansicht: E dciß die Krone das Recht hat, die National-Ver von hier zu verlegen.

zu den März=Ereignissen war die Krone in dem Vollbesitze aller Rechte, welhe als ein Ausfluß der Souverainetät betrachtet werden können, mit Ausnahme derjenigen Befugnisse, welche durch das Geseß vom 17. Januar 1820 den Reichsständen übertragen wor-

t Jn den Märztagen theilte sie indeß die Ausübung mehrerer jener Rechte mit der Nation, um fortan mit dieser zu regieren, ohne sich jedo<h dieser Rechte vollständig zu entäußern. Nur insoweit die Krone die ihr bis dahin allein zugestandenen Rechte mit der Nation getheilt hat, fönnen deren Vertreter auf eine Mitausübung derselben Anspruch machen. Dies steht niht nur privatrechtlih, son= dern auch staatsrechtlih fes. So lange aber ni<ht ein Anderes durch Gesetz festgestellt worden, ist Beziehung auf die Mitausübung sols Wer Mete nur allein Der 6 des Geseßes vom 6. April 1848 (Geseß-Samml. de 1848 S. 88) maßgebend. Derselbe bildet eine

wichtigsten Grundlagen der neuen Verfassung, und lautet :

den künftigen Vertretern des Volkes soll jedenfalls die stimmung zu allen Gesetzen, so wie zur Festseßung des S haushalts = Etats und das Steuer - Vewilligungsrecht

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t 0 Staate geredet wird, so kann darunter immer nur die in jene stimmung angedeutete materielle Wirtsamkeit der Volksvertreter, nicht aber die Be rt ihrer Versammlung zu bestimmen, ver=- standen wer eo

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[ L den, formale Reht war immer auf Seiten Krone. Pr gend hat sie dasselbe aufgegeben, vielmehr in dem Einberufungs=-Patent vom 13. Mai 1848, nah welchem sie nur beschlosser, die zur Ver einbarung der preußischen Staatsverfassung bestimmte Versammlung in der Haupt- und Residenzstadt Berlin zu eröff1 sih offenbar die Befugniß vorbehalten, sie b-hufs der Berathung der des Landes auch nah einem anderen Orte zu verlegen, ih also nur um die Frage handeln : ] fönnen diese Jnteressen von der National - Brandenburg eben so gut berathen werden oder nicht: Wer möchte diese Frage verneinen, und wer kann bebaupten, durch diese Verlegung der National - Versammlung die Freiheit Volkes in Gefahr gebraht werde. Ja, sie is gesährdet, sobald

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Interessen fa

4 nn Versammlung it als in Berlin,

jene in der freien Berathung der Volkêrechte gestört und gehindert

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sobald ihre Mitglieder den ärgsten Drohungen und Mißhand-

lungen ausgeseßt sind, sobald das Recht der freien Meinungs-Aeuße- 1

ung den Einzelnen in Gefahr bringt,

Unter solchen Verhältnissen, deren Richtigkeit Niemand bestreiten , hatte die Krone uicht nur das Recht, sondern die dringendste Pflicht, die Verlegung der National-Versammlung zu bestimmen. Auch ie it der Nation verantwortli<h für eine ruhige, ungestörte und bes onnene Berathung des Verfassungswerkes , auch ihr liegt das Wohl

es Vaterlandes am Herzen. Sie tri der Vorwurf, wenn dessen

Wohlfahrt troß aller Verheißungen nicht erzielt wird.

Es folgt hieraus, daß bei der Beurtheilung der Art und Weise, die Krone das ihr zustehende Recht ausübt, es immer auf die abei fonfurrirenden Umsiände mit ankommt. Hätte die Krone z. B.

ohne alle äußere Veranlassung oder sonste triftige Gründe die National- Versammlung nah Junsterburg oder nah Jnowraclaw verlegt, und se

u diesem Zwecke auf 14 Wochen oder 6 Monate vertagt, so würde ine Besorgniß lber unsere Freiheit und deren Entwickelung gew erehtsertigt sein, So lange aber solche Umstände nicht vorliegen,

hüte man sih, in die Rechte der Krone einzugreifen, Befugnisse in Anspruch zu nehmen, die der Nation nicht zusteven, und einen Sturm

eraufzubes<wören, der das Vaterland in Gefahr bringt, das vers Nothwendigkeit verseht, ie energis<sten Gegenmittel zu ergreifen.

Die Vertagung dér National - Versammlung

18

endlich zurn Wer in der=-

Der Wahrheit überall Aners

nnen, si< selbst und Andere täuschen zu wollen.

i stets die Ehre. Das, was Rechtens ist, finde

fennung.

Berlin, den 19. November 1848,

Im Mittelland hat der Kandidat

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und weißmelirte Buckskin-Beinkleider.

[691] S 1 Der unten näher

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Stettin, den 411, November 1848.

Kriminal - Deputation,

und braun-melirten Buckskin-Paletot, ein Paar grau-

/ eichnete Schiffsmann Johann Friedrich Wilhelm Ferdinand Nessin, welcher sih wegen gewaltsamer Diebstähle in Kriminal -Unter- suchung und Haft befand, is in der Nacht vom 10, zum 411. November d, J. aus der Kustodie entsprungen, Es werden alle Civil- und Militair - Behörden des In- und Auslandes dienstergebenst ersucht, auf densel- ben zu vigiliren, ihn im Betretungsfalle festzunehmen und mit allen bei ihm si<h vorfindenden Gegenständen und Geldern mittelst Transports gefesselt unter sicherem Geleit an die unterzeichnete Behörde abzuliefern,

Königl. Land- und Stadtgericht,

Signalement des Schhiffsmanns Ressin, Familien-Namez Ressin, Vornamss Johann

Möwes.

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Friedrich Wilhelm Ferdinand, Gebur!sort Fernowsfelde bei Wollin, Aufenthaltsort: Steitin Nes ligionz evangelish, Alter: 20 Jahr, Größe: $ guß 5 Zoll, Haare: blond, Stirn; breit, Augenbrauen 7 blond, Augen : blaugrau, Nase: stark, Mund+ gewöhn- lih, Bart; im Entstehen, Zähne : vollständig, Kinn 3 rund, Gesichtsbildung: regelmäßig, Gesichtsfarbe: ges sund, Gestalt: untersezt, Sprache; deutsch, besondere Kennzeichen + keine. Z Bettler odung,

Ein Paar Strümpfe, ein grau leinenes Hemde mít dem Zeichen „Kustodie“, ein Paar drillichene Hosen, Mit ih führt der Ressin, als bei der Flucht aus der Kustodie entwendet; eine s{hwarze Müpe, einen blauen Ueberzichro> von Buckskin mit dunkelbraunem Sammetkragen, ein Paar Stiefeln, einen schwarzseide- nen Shlips, ein weißleinenes Taschentuch, gez. L. St., ein weißes Chemisett, gez, VV. B., einen \{warzen Tuchro> mit seidenem Futter, einen grün- und braun- melirten Buckskin-Paletot, ein Pagr grau- und weiße melirte Buckskin-Beinkleider,

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Das Abonnement beträgt: 2 Rthlr. für 5 Jahr. 4 Nthlr. - & Jahr. 8 Ntblr, «e L Jahr. allen Theilen der Monarchie ohne Preis- Erhöhung. Bei einzelnen Kummern wird der Bogen mit 25 Sgr. berechnet.

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203.

Inha ämtlicher Theil. l : Veut(Glan E Preußen, V erliv, Ansprache des Magistrats, Prenzlau. Vie Landwehr, Dreslau, Ermahnung des Fürstbischoss von Diepenbrod>, Posen, An|pracve der Regierung an die Landleute. uudes- Angelegenheiten, Frankfurt a. M. Verhandlungen der versassunggebenden Reichs -Versammlung, Anträge des Aus\chusses in der pvreußishen Frage, Telegravhishe Depesche, Votum der nal - Versamm ing gegen die Steuerverweigerung. P Adresse von tg tf de: preukiichen National-Versammlung an den Reichsverwe]er. erreich,

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Wien, Armeebefehl, Berichtigung, Olmüß, es Kaisers an den Feldmarschall-Lieutenant von Malter. tunst eines sardinischen Parlamentairs. Ae Bayern. München. Verordnung wegen Auslösung des Kabinets-

Zetretariats, Ministerielle Entschließung in Bezug auf die Deutsch-

6 e (INieTIie 1 Katholiken,

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Sach{eun ig. Bericht der nach Frankfurt gesandten Deputation. Lauenvurg- NRaßeburg, Bekanntmachungen wegen der neuen Negierung.

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Nusland.

1d, Proclamation Radebky's. A

Berfassungsfeier, Widerlegung. Finanz- 3 Beschlagnahme von Munition

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Hesterreich, V Frankreich. Lag Cri nc's i Bordeaux, Dänemark. “italien. Roum, (Generals Zuc

Spanien,

in f 1 111fette l anicite,

Ministerwechsel. 2 hen in den nördlihen Provinzen, Abreise des Unsicherheit,

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} T Va ap Kopenhagen,

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licher Theil

2e Stü>k der Gese sammlung, welches heute auê- d, enthält unter Das Allerhöchste Privilegium vom 18, Oktober d. J.,

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geben wir N 3060, Das wegen Aufhebung auf den Jnhaber lautender stolper Kreis - Obligationen zum Betrage von 80,000 Rthlra, z und Den Allerhöchsten Erlaß vom 8. November d. J., be- treffend die Verlängerung des am Schlusse dieses Jah- res ablaufenden Zoll=Tarifs. lin, den 23. November 1848.

Geseßsammlungs =- Debits- Com toir.

3061,

vat-Secretair Friedr ih Wilhelm Textor hierselbst dêm 19, November 1848 ein Einführungs=-Patent : auf ein dur< Beschreibung erläutertes Verfahren, auf IRege Reliefylatten darzustellen, insoweti es eigenthümlih erkannt worden is, und ohne der Anwendung bekannter Methoden zu be-

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und in auf se<s Jahre, vou jenem Tage an gerehnet, und für den Umfang des preußischen Staats ertheilt worden,

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ic;tamtlicher Theil. Deutschland.

92, Nov, Seine Majestät der König Dem Hof-Buchdru>ker Albert Haenel Anlegung des ihm verliehenen Ver- Sachsen = Ernestinishen Hausorden

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Wel Ltt, ast geruht : ¡je Erlaubniß zur om Herzoglich

reue baben Ällergn@ zu Magdeburg dieust - Kreuzes v zu erthetlen,

Berlin, 22. Nov. Der hiesige Magistrat hat fo eben fol- gende Ansprache erlassen : : An unsere Mitbürger! _——

Die Krisis, in welche die Entwickelung unjerer öffentlichen Zu- stände feit dem 9. d. M. getreten ist, hat uns die unabweisbare Pflicht guserlegt, nah ernster, besonnener und gewissenhafter Erwä- gung der in Betracht fommenden redtlihen Verhältnisse, so wie der Lage unseres Vaterlandes und des Zustandes unserer Stadt, uns über den Standpunkt zu entscheiden, den wir nah Pflicht und Gewissen der Krone, dem Lande und unserer Stadt gegenüber einzunehmen hätten. Wir sind zu einer bestimmten Ueberzeugung hierüber gekom- men und haben ihr entsprehend gehandelt, Sie findet mehr und mehr in unserer einsi<tsvollen Bürgerschaft ihre richtige Würdigung, und halten wir es daher jept, da die Aufregung des Augenblicks der oorurtheilefreien Ueberlegung Raum gegeben hat, für unsere Pflicht, die Motive unseres Verhaltens uuseren Mitbürgern rü>sihtslos offen

egen,

E Q ist unseren Mitbürgern bekannt, wie wir seit den Tagen des März das Erwachen unseres Volkes zu nationaler Freiheit und poli tischer Mündigkeit mit Freude begrüßt haben; wie wir sodann zur Feststellung der errungenen Freiheiten und Rechte des Volkes durch unsere Mitwirkung an der Entwickelung des öffentlichen Lebens über- haupt und namentlich bei der Organisation der Bürgerwehr, so wie bei der Aufrechthaltung der öffentlihen Ordnung, an unserem Theile ¡ah besten Kräften beigetragen und die {were Aufgabe zu lösen gesucht haben, in der Zeit allgemeiner Geschästslosigkeit unseren är=- mercn Mitbürgern lohnende Arbeit zu verschaffen. Wir durften hof- feu, daß sobald in der Vertretung des Landes dem Nationalwillen sein Organ gegeben wäre, die Wozen der Revolution sih legen, der

Friede und die Ordnung in unser Vaterland wieder einfehren, und die in

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Berlin, Donnerstag deu 28, November

ibrem Zufluß gehemmten Quellen der bürgeclichen Nahrung vnd des Wohl= standes sich wieder öffnen würden. Wir bofften, daß die Vertreter des Landes die neuen Prinzipien unseres sozialen Lebens in weis n Geseßen ausprägen und Preußen so zum zwëiten Male der Welt das große Schausp;el einer aus der sittlichen Erhebung der Nation hervorgegangenen Wie= dergeburt geben würde. Unsere Hoffnungen sind_ nicht in E: füllung gegangen. Nach den welterswütteinden Ereiguissen , die wir erlebt hatten, founten wir freilich nicht sofort die Ruhe in den Gemüthe:n und die Ordnung in den öffentlichen Zuständen erwarten, welhe nur qus der Befriedigung der Bedürfnisse der Nation dur< die ver-

B der Bertretcr des Volks und der

einten patriotischen Bestrebungen 1k

rekt atis dervocaabèn téunti Aber das durften gewiß alle Edel- denfenden im deutshen Vaterlande mit uns erwarten und vers langen, daß die Bewegungen, welhe nothwendig die neue Gestaltung unserer staatlihen Verhältnisse begleiten müssen, sih innerhalb der Sthravken hielten, welhe überhaupt etnen staatlihen Zusammenhai und eine bürgerliche Ortnung mögli machen; daß sie die unwan- delbaren Grundsäße der Geredtigkeit und Sittlichleit nicht gänzlich verließen und die Freiheit, welche ihr Endziel sein soll, nicht in threr Warzel vernichteten. Ueber diese nothwendigen Schranken hat si< aber eine anarchise Faction in Deutschland und in Preußen hin-

e 414 T [ as ‘88 Bewobl bei weitem die Mehrheit der Nation in der constitu- onellen Monarchie die einzige Gewähr für das Bestehen und vie Wohlfahrt unseres Vaterlandes, so wie sür die Freiheit Aller er- fennt, will diese Faction denno< theils gus Verblendung, ‘theils aus \selbstsüchtigen Zwedcen, der Nation die Republif aufzwingen, und \hre>t, um diesen Zweck zu erreichen, vor feinem Vittel der List und der rohen Gewalt O D diesem Ende suchte sie mit rüsichtsloser Konsequenz Preußens Macht, die Haupt- stüße Deutschlants, zu brechen und zu oernihten, Unter dem gleißnerischen Vorgeben einer Verbrüderung mit dem Volke sollte unser dur<h Disziplin und Tapserkeit ausgezeihnetes Heer jemen Führ:rn untreu gemacht und demoralisirt werden, Jeder Zwischeu- fall wurde benußt, die Geseßgebung zu verzögern, die Regierung zu \{<wächen, die Bevölkerung in Unruße zu verseßen und zu empören. Jn Baden, Kölu, Frankfurt sahen wir den ossenen Aufruhr, in Be- gleitung von Meucheimord und Gräuelscenen. Mäuner, welche ¡ihren Abscheu vor diesen Gräueln offen aussprachen und ihre warnende Sitmme erhoben, wurden als bornirte Moralisten der Verahtung der Menge preis- gegeben und man scheute sih nicht, iu Volksversammlungen öffentlich zu erklären, daß die Rotte, welhe in Frankfuxt den deutschen Nas men und das deutsche Volk in seinen Vertretern geshändet, sih um

das Vaterland wobl verdient gemacht ÿaLe. Von den Vertretern der deutshen Nation fn Frankfurt verwor-« fen, glaubte di-se Faction den geeigneisten Boden ihres ferneren Wir= fens in Berlin zu finden. Leider konute der äußere Anbli> unse- rer Stadt einen solhen Wahyu wohl möglih machen. Die preu- ßijhe National-Versammlung hatte es ni<t als ihre ersie und dringendste Aufgabe erkanut, das Grunudgeseß des Landes mit der Krone festzustellen, um der unheilvollen Unsicherheit aller | Lebensverhältnisse schleunig ein Ende zu machen. Sie nahm | nicht darauf Bedacht, die durh die Erschütterung der obersten | Staats - Gewalt wankend gewordene g«seblihe Ordnung zu star=- fen, die Unordnung stieg vielmehr, indem man sle rubig | gewähren ließ. Die Regierungs-=Gewalt wurde ges{hwächt dur Ein- | griffe in Fanctionen, wel<he nur der ausübenden Macht zustehen. | | j | j

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Ja, so wenig hatte die Erkenntniß, daß ohne Orduung keine Freiheit möglich sei, die National-Versammlung durchdrungen, daß sie es nicht ein- mal der Mühe wertb erachtete, Vorkehrungen zu fressen, um ihre Mitglie= der vor brutaler Gewalt und die Freiheit ihrer Berathungen zu hüben. Die Folge dieses Verhaltens war natürlih, daß die Begrisse von Recht und Ordnung im Volke immer mehr verwirrt und das Gefühl für Gcsittung abgestumpst wurde. Angesichts der Denkmale hoher menschliher Bildung, mußten wir in Berlin Scenen dir Barbarce1 erleben, die no< vor wenigen Vionaten sur unmöglich gehalten waren. Hit Mühe gelang es den redlid en, aufopferuden Anstrengungen unserer Bürgerwehr, die legten Spiben der Exzesse abzu= bre<cn, wel<he das allgemeine Wohl bedrohten. Verhüten fonnte sie deren immer öôstere Wiederholung nt, Da Ie geshwächte Regierungsgewalt dem Gesehe feine Achtung_ mebr verschaffen konnte. Ver Ministerien haUen es versucht, das Staats- {hi durch die Stürme zu lenken, welhe feine äußere Macht oder Gewalt, nein, das Volk selbst zu seinem eigenen Untergange herauf- beshworen hatte. Sie vermochten es nicht, weil sie vou Dor tional-Veisamm!ung niht unterstüßt wurden. Diese hielt cs nicht für ihre Pfliht ganz abgesehen von unjerer constitutionellen und legislatorishen Entwickelung die Siaats-Gewalt so zu stärken, daß dem Gesetze wieder seine Achtungwurd?. Die stellte sich unter den S chuß der

das Sißungslokal belagernden Massen, deuen sie den Ehrennamen

Volk beilegte, und aus ihrer Mitte heraus wurden sogar BVerbindun-

gen mit denselben unterhalten. Sie gab dadur sich und die Re-

gierung dem Einfluß und dem Terroziômus derer Preis, welche jene

Massen dirigirten. So geschah es, day 1n der Hauptstadt des

preußishen Staates, in dem Mittelpunkte unserer Bildung, wir

einer Geseß- und Zügellosigkeit zu unterliegen \chienen, welche

niht nur ein Hohu der Freiheit war,

deren wir uns rübmten, sondern wel<he auh den preußishen Staat, das Werk _der edelsten norddeutschen Volfsstämme_ und ihrer größten Fürsten, die Schußmauer Deutschlands nach Nordost und West, die Pslegerin deutscher Gesittung und Größe, in den Grundpfeilern erschütterte, und uns dem sicheren Untergange cutgegenführte. Wir standen am Rande des Verderbens, Da war es die heilige Pflicht derer, in de- ren Hand die Geschi>ke unsers Landes in dieser verhängnißvollen Zeit gelegt sind, das Vaterland zu retten. Es gab dazu nur Ein Mittel : der National - Versammlung die Freiheit wiederzugeben, die sie unter den Einflüssen der eingerissenen Zügellosigkeit in der Hauptstadt - verloren hatte, und unsere Stadt wiederum zum Bewußtsein der Obverherrschaft des Gesebes zu bringen, Jndem die

Regierung dieses Mittel ergriff, war sie niht nur in ihrem {wer

R E E AÉSA A I I E Q I! F R L H T,

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dem festen Glauben au die Macht der großen Zdeen, weiche unsere

Alle Post-Anstalten des In- und Auslandes nehmen Bestellung auf diescs Blatt an, für Berlin die Expedition des Preuß. Staatss Anzeigers : Behren-Straße Lr. S7.

1848.

<5 M GINC L Zu 2E H iLE Zu is Mi Ho T S S dil ria I B E 76 C A

zu besirciteuden formellen Rechte, sonderu hatte au das höhere Recht auf ihrer Seite, welches in ihrer heiligen Pflicht lag, das Vaterland: aus derx Gefahr zu retten, in wel<he die Anarchie es ge- stürzt batte.

Mit tiefem Schmerze empfanden wir die Strenge der Maß- regelu, welhe zur Rettung des Vaterlandes in unserer * Stadt ergriffen werden mußten. YJnsvesondere betrübie es uns, dur die angeordnete Entwaffnung unserer Bürgerwehr Gefühle verleßt zu sehen, die wir nur alé edle anerkennen fonnten. Die Bürgerwehr versuldete nicht, was Einzelnen in derselben oder ihrer Oberleitung zur Last gelegt werden kounte, Sie hatte stets mit Aufopferung von Gut und Blut dem Dienste unserer Stadt und des Vaterlandes \i< gewidmet, Wic hielten es despalb auch für unsere dringendste Pflicht, Alles zu versuchen, um Maßnahmen abzuwenden, welche das wohlbe- rectigte Ehrgeföhl unserer pflihtgetreuen Bürgerwehr verleßen fonns ten. Wir mußten indesscn dem Drange der Umstände nachgeben und Trost in der Ueberzeugung fiuden, day allerdings no< größere Ges fahr für das Vaterland in halben Maßregeln lag, welche, ihres Zweckes verfehlcnd, den ganzen Staat vernichten Tonnen

Aber noch tiefer mußten wir das Verhalten eines Theiles der Nationalversammlung in der eingetretenen Krisis beklagen. Stadt, wie es das Heil und die Rettung des Landes gebot, sich eben hierzu mit der Krone in das engste Einvernehmen zu seßen und den in der Freiheit und Ordnung gesicherten ersehnten Freiden dem Lande zu geben, sahen wir diese Frac!iou unserer Volksvertreler selbst die Fabne der Geseßlosigfkeit erheben, Staatëgewalt au ihrem Theile vernichten, ja, durch die auëgcsprochene Steuerverweigerung die Fad>el des Aufruhrs in das Land wers Dieser Theil der Nationalver- sammlung hat eben so sehr seine Stellung und seine Befuguisse, als die Stimmung und den Willen des Landes verkannt, Cr hat uns dur< sein Verfahren an einen Abgrund geführt, vor dem wir und, wir sprechen es mit voller Zuversicht aus, alle edlen Preußen zurüs<haudern. Die Bahn zum blutigen Bürgerkriege, die damit eröffnet is, wird das Volk nicht betreten, Es wird nit den Unter- gang Preußens und Deutschlands in dem Versuche wollen, eine Nes publik herzustellen, der es an allen sittlichen und politisch - sozialen Grundblagen fehlt. Es wird den festen Willen nicht aufgeben, ein constitutionelles Preußen aufzubauen, 1m engsten Bunde mit Deutscho land, gestüßt auf die Entwidelung des deutschen Geistes und jeiner Civili/giion in einer ruhmreichen Geschihte von Jahrhunderten. Dies ist unsere Ueberzeugung.

Mitbürger nahe und ferne, wir hof- fen zuversichtlich, auch die Eurige! Wix wollen h

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4 freie Männer sein, wir wollen feines der Rechte, keine der Freiheiten uns vertümmern laïsen, welche die unabweisbaren Forderungen unjerer Zeit ind. „n

Zeit bewegen, halten wir jede Reaction für unmöglih, wenn nicht

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schon die erneuten feierli<sten Be tung abwi- fen.

Aber mir wollen nicht die Gräuel der Verwüstung, nicht die Herrschaft der rohen Gewalt, nicht den Untergang unseres ed Volkes dur< Selbstmord. Daruw, Mitbürger, haaren wir un den Eingangspunkt unseres Vaterlandes, den constitutionellen Thron! Kräftigen wir unser Volk, indem wir die Krone kräftigen! Laßt den Frieden und die Einigkeit wieder einkehren in unser Land, den Fries den mit dem Königshause! und die Liebe und das Vertrauen, welibe wir zeigen, wird mächtiger sein als alle Gewalten, und uns, und mit uns Deutschland, groß, frei uud glü>li<h machen, wie wir es in dem Maße früher nie gewesen sind und in anderer Weise niemals werden fönnen,

Berlin, den 21. November 1848.

Der Magistrat.

cverungen jede berattige

für :

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Prenzlau, 21, No Das Landwehr- aillon allhier ift in 3 Tagen zusammengetreten und in seiner vollen Stärke von 802 Mann hcute früh über Templin, Zehdeni>, Oranienburg in die Ge- gend zwischen Spandau und Berlin abgerückt. Ehre allen wad>eren Wehrmännern, welche ungeachtet der vielfältigen Uufreizungen freu digen Muths si einstellten und dem Rufe unseres theuren Königs folgtea ! Nur bei einzelnen Wenigen zeigt sih einiger Widerwille. Diese find dennoch eingestellt und werden ein gutes Beispiel an ihren Kameraden nehmen. Die Reclamationen sind dur eine Kommission aller Stände in Gegenwart aller Reklamanten öffenilih geprüft, begutahtct und haben dann die Wehrmänner felbst über die Drings lihfeit, und bei gleiher Dringlichkeit das Loos, entschieden, Selten hat hier bei einer 14tägigen Ucbung solbe Ruhe und Ordnung ge- herrsht, wie diesmal, Der Prediger Schirmer hielt von ter Frei- treppe des Rathhauses herab eine angemessene Ansprache und ertheilte dem Bataillon den Segen. Nicht minder sprach der Stadtvoerord- neten - Vorsteher Melter treffliche Worte im Namen der Stadt und der ganzen Ueermark, u.d nah stürm.\{<em dreimaligen Hoch für un- seren constitutionellen König und Sein hohes Haus trat das Ba- taillon den Marsch an. Einen überrashenden Eindru> machte dier= b;i unter der zahlreihen Volks - Versammlung der feierliche Aufzug des Kriegervereins von 1813—- 1815 mit seinem Banner. Alles Ge- nebst Tocrnistern wird guf den beiden ersten Märschen freiwillig gefahren. Cin Gleiches wird auch an den beiden folgenden Marsh- tagen geschehen. Zur besseren Verpslegung der Mannschaften hat der prenziauer Kreis 160 Rihlr., dec angermünder 150 Rthlr., der templiner 150 Rihlr. glei< mitzegeben, wovon der Maun täglich 1 Sgr. erhält. Die weiteren Maßnahmen über Unterstüßungen der Mannschaften und der zurü>gebliebenen ? amilien werden unverzüglih durch die Kreis - Versammlungen getrossen werden.

(Schles. Ztg.) Der Fürstbisof Freis hende Ermahnung eie ois 5 seit eini S r H f d! s Land, der 2 „Es ergeht seit einigen Lagen der Aufruf dus Ie Stcicrn qu ver- rung Sr. Majestät des Königs die geseplich aufge b Sóbritte fragt der weigern, Bei der Zumuthung zu einem so folgenreid gläubige Christ vor

j S "ürger Allem sein Gewissen, das ihn anch uben ie Ero bindet; der Katholif aber, wenn ipm unter besonde

Breslau, 21. Nov. berr von Diepenbro> hat nachstr