1848 / 209 p. 2 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

i j iedens und i in feste Bürgschaft wiederkehrenden Frie! ena welhe die 6 ist Fe so wird es möglich sein, der Eini g Day S h iacdes als feste Stüße zu dienen und den Verfassung an Gesammt-Bater uf welhen Fürst und Volk mit gleicher Theilnahme, A i E: V Raterlandsliebe erwartend hinbli>en, und der unter s gleich aufrichge be bald vollendet werden möge. amp R SUNE en men ( gez.) Max. Heinz, Lerchenfeld. Graf von Brav. - o 2 F ¿ i “n Wei n Lesuire, : e Brig nig hat auf Antrag des Kadettencorps-Kommando's die Verfügung getroffen, daß die seit Jahren bestehende Trennung der Zöglinge fatholis<her Religion von jenen protestantischer MpuLron Bie Vortrage der Geschichte in diesem Justitute von nun an nich - stattfinden soll. S A Luitpold is zum Divisionsgeneral ernannt. Mannheim, 22. Nov. (Schwäb, M.) Diesen Vormittag zog das Ate preußishe Dragoner - Regiment, welches seit dem Struveshen Aufstande in hiesiger Umgegend gelegen, hier durch, um vorerst na< Rheinhessen und vielleicht ganz in die Heimat zu=

rii>zukehren.

Hessen und bei Nhein, Darmstadt, 26. Nov. (Darmst, Ztg.) Die gestern erschienene Nummer des Großh. M penaa ss blattes enthält in Bezug auf die von der provisorischen Centra - Gewalt für E R R Vermehrung der deutshen Streit- j des Edikt : 0h Ne Großherzog von Hessen und bei Rhein 2c, Ju Folge der von der provisorischen Central - Gewalt für Deutschland angeordneten Vermehrung der deutschen Streitmacht bis zur Höhe einer Leistung von zwei Prozent der gegenwärtigen Bevölkerung haben Wir, auf den Grund des Art, 38 des Nefkrutirungs-Geseßzes vom 20. Juli 1830, verordnet und verordnen hierdur<, wie folgt: Art. E Für das Jahr 1849 werden die sämmtlichen Aufrufsfähigen der ersten Klasse der Dienstpflichtigen, mit Ausnahme des Depots , zur Ergänzung und Vermehrung der _Feld- Truppen aufgerufen. Art. 2, Die wirkliche Abgabe zum Militair- dienst erfolgt in drei Aufgeboten, welche nach der Ordnung der bei der Musterung von 1848 gezogenen Loosnummern gebildet werden, Das erste Aufgebot enthält diejenigen 1700 Aufrufsfähigen, welche die niedrigsten Looënummern in den verschiedenen Bezirken gezogen- haben; das zweite Aufgebot diejenigen 4700 Aufrufsfähigen, welche die folgenden Loosnum- mern gezogen habenz das dritte Aufgebot den Res der ersten Klasse, mit Ausnahme des Depots. Art. 3, Die Ministerien des Jnnern und des Krieges sind mit der Vollziehung des gegenwärtigen Edikts beauftragt. Uréundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und des beigedrükten Staats- siegels, Darmstadt, den 22, November 1848. Ludwig.

i Jaup. Graf Lehrb a ch.“

Schleswig-Holstein. Gottorff, 20, Nov. (Alt. Merk.) Die gemeinsame Regierung veröffentlicht nachstehendes Gesetz, betref= fend die Unterstügung der Wittwen und Kinder der im Kriege gegen die Dänen im Jahre 1848 gefallenen Deutschen, so wie der Ver= wundeten und deren Familien: N 2

„Zn Erwägung, daß eine angemessene Unterstüßung derjenigen deut- schen Krieger, welche in Folge ihrer Dienste in dem für die Erhaltung der Selbstständigkeit der Herzogthümer Schleswig-Holstein im Jahre 1848 ge- gen die Dänen geführten Kriege unfähig geworden sind, ihren Unterhalt zu erwerben, und kein Vermögen besißen, so wie auch die Unterstühung der Wittwen und Kinder der gefallenen oder an ihren Wunden und ander- weitigen Beschädigungen gestorbenen Krieger, als eine Pflicht der Dankbar- feit erscheint, welhe von dem ganzen Volke zu erfüllen is, verordnet die provisorische Begierung mit Zustimmung der Landesversammlung der Her- zogthümer Schleswig-Holstein, wie folgt: Es sollen den erwähnten Hülfs- bedürftigen Geldbeiträge zu ihrem Unterhalt aus der schleswig-holsteinschen Staatskasse auf die in Nachstehemdem festgeseßte Weise verabfolgt werden,

8, 1. Geseylichen Anspruch auf Unterstüßuug aus der schleswig-hol-

Baden.

steinischen Staatskasse haben sowohl die aus anderen deutschen Landen zur Hülfe von Schleswig -Holstein gekommenen, als die einheimischen Krieger, mögen \ie- auf Befehl ihrer Regierung im regulairen Militair, oder als Freiwillige in fremden oder einheimischen Regimentern und in schleswig- holsteinischen Freicorps gedient haben, so wie auch die Wittwen und Kinder der gefallenen oder verwundeten Krieger, insoweit sie der Beihülfe be- Es S infta soll jährli zur Pensionirung oder Unterstüßung der im $. 4 genannten Personen eine Summe bis zu dem Belauf von 15,000 Rihlr, auf die Staatskasse angewiesen und zu dem gedachten Zive> ver- wandt werden. Der nächsten Landes-Versammlung wird von der Regierung ein Geseßentwurf über die definitive Bestimmung der Modalität der frag- lichen Pensionirung und Unterstüßung vorgelegt, A

$6. 3, Dies Geseh is dem Kriegsministerium derjenigen deutschen Lande, welche Hülfsdtruppen gesandt haben, mitzutheilen und außerdem durch \hleswig -holsteinsche und andere deutsche Zeitungen öffentlih bekannt zu machen.

Schleswig, den 20, Oktober 1848, | Die provisorische Regierung.

F. RNeventlou. M, T. Schmidt. Zacioibsen Lüders,“

„Vorstehendes Geseh wird in Gemäßheit des $. 3 desselben hierdurch bekannt gemacht und zugleich Folgendes angeordnet:

1) Alle, welhe nah Inhalt des Geseßes Anspruch auf Pensionirung oder Unterstüßung zu haben vermeinen, müssen ihre desfälligen Anträge vor Ausgang des Jahres 1848 anbringen; später eingehende Änträge kön- nen für das erste Jahr nicht berücksichtigt werden.

2) Die Pensions - oder Unterstüßungs-Gesuche müssen enthalten: be- glaubigte Angaben über Alter, Geburtsort, Heimat und Stand des Ansu- chenden, bei Verheiratheten und Witiwen Gebliebener auch über die Zahl und das Alter ihrer Kinder; amtlihen Nachweis der ie C des zu Unterstüßenden, des Grades seiner Arbeits - und Erwerbsun ähigkeit und des Betrages der ihm von seiner Landesregierung oder sonst aus öffentlichen Mitteln zukommenden Pension oder Unterstüßung; genaue An- gaben der Zeit, des Orts und der Art des Todes oder der Vertoundung, des Lazareths, in welchem der Verstorbene oder Verwundete behandelt wor- Fi Pia E Aera, n if er gestanden hat, so wie endlich des

ris, wo die Auszahlung der Unterstüßung gewü i u hörde, durch weldhe, dies Sfleten E, S Gottorf, den 20. November 1848. Die gemeinsame Regierung. Moltke, È Jacobsen.“

Ausland.

Frankreich. National =- Verx ammlun L S; 4 25, November. Vom Venddmeplabe bis zum iters Ln Sibungsplaste drängt si<h die Menge, weniger gus Juteresse für die Sißung, als um Louis Napoleoa Bonaparte fahren zu sehen und ihm ein Ho zuzurufen. Um 11 Uhr werden die Gallerieen geö}= net, die im Nu überfüllt sind; man sagt, es seien Pläze zu 100 Franken verkauft worden, Das Gedränge is entsezlih, Die Trup- pen haben die strengsten Befehle. Sizung.

Beslel er,

der Shreiber liest das Protokoll vor.

Kriegsministers rücsihtli< der Niederdrü>ung einer tistishen Emeute ihm gegenüber übereinstimmten. „Jh habe an meinen Worten nichts zu ändern.

gender :

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Grandin keineêweges Lügen zeihen, nur möge er si< meine Privat- gespräche genau ins Gedächtniß zurürufen.““ Grandin, befriedigt : „J glaube in der That, das war der Sinn der früheren Aeußerun-

gen des Generals, Cavaignac, unter allgemeiner Stille: „Bür= ger Vertreter! J< würde schr bedauern, wenn obige Protestation egen das Protokoll der Debatte von vornherein einen gebässigen Lharakter aufdrü>te. Sie wissen, daß i< am vorigen Dienstag um die Erlaubniß bat, gewisse Kollegen zur Rede zu stellen. Jch schie voraus, daß es si bei dieser Zurredestellung keineêweges um die Meinungs-Verschiedenheit in Zwiegesprächen handeln kann, die zwi= shen mir und den Mitgliedern der Erekutiv - Kommission statt- fanden, (Ah! Ah!) Zwischen der Kommission und mir haben allerdings Debatten stattgefunden, aber um sie handelt es si nicht, Die Dis= kussion, die ih hiermit eröffne, dreht s< vielmehr um die Frage: Haben die Mitglieder, die ih neulih genannt, jene Aeußerungen ge= than, die von einer Natur sind, daß sle meinem Ruf und Ehrlichkeit jedenfalls {haden müssen? Die Diskussion trägt also einen rein per- söhnlichen Charakter, Dies vorausgeschi>t, stelle ih hiermit die Herren Garuier Pagès, Pagnerre, Duclerc und Barthelemy St. Hi-

lae zur Rede: Ob sie jene Aeußerungen wirkli<h gemacht haben, welche mir zur Last legen, daß ib im Juni den mir gegebenen Be- fehlen zuwider gebandelt und somit meine Amtspflicht verrathen hätte ?“/ Barthelemy St, Hilgire: „Bürger! Scheiden wir vor Allem die Debatte von jeder fremden Beimishung, Der Conseils- Präsident will die Debatte auf Aeußerungen in Journalen beschränken. Darum handelt es \si< aber ni<ht. Es handelt sih um keine Erklärung, die in Journalen stand, sondern um die Juni-Ercignisse. Hätte.1 wir nur Journale widerlegen wollen, dann würden wir nicht hier stehen. Die Junitage gehören auf diese Tri-

büne, niht blos in die Journale. (Beifall vom Berge. Zischen zur Rechten.) Seit fünf Monaten haben die Mitglieter der Exckutiv- Kommission zu allen Verleumdungen und Angriffen geschwiegen, de- ren Gegenstand sie war. Sie wollte bei der Bauchartschen Unte

suhung den Mund öffnen; doch that sie es niht. Wir würden auch diesesmal noch geshwiegen haben, wenn man uns nicht gezwungen hätte, dieses Schweigen zu brechen, indem man unsere Neutralität in der Präsidentenwahlfrage verdächtigte. Möge also die volle Veraut- wortlichkeit der Folgen der öffentlichen Debatte diejenigen treffen, wel<e uns herausfordertenz an unseren Anstrengungen soll es übui- gens nicht fehlen, damit die Republik niht unter diesen Kämpfen leide, (Stimmen: Wir? Wer sind wir?) Ja wohl haben wir“, fährt der Redner fort, „vor etwa 2 Monaten eine Shrift verfaßt, welche den Titel führt : „Die Junitage.‘“ Diese Schrift wurde, nahdem deren Dru vellendet, nur aht Mitgliedern dieser Versammlung , ausschließlich Greunden des Generals Cavaignac, mitgetheilt.“ Der Redner liest hier einige Seiten aus dieser Schrift vor, die als Bruchstück dersel- ben unter dem Titel: „Die Wahrßÿeit über die Junitage“‘, bereits in die Zeitungspresse übergegangen. Daran knüpft er eine Charafteri- tif der National-Werkstätten. Für den 14. Juli seien die eigentli chen Junitage bestimmt gewesen, Verrath have deren Ausbruch be- sh!eunigt, „Die Exekutiv-Kommission““, sagt er weiter, „wußte Alles und hatte die strengsten Maßregeln verordnet, um die Revolution zu unterdrü>en. Sie befahl dem General Cavaignac, 20,000 Maun Linie, 15,000 Mobilgarde, 1590 republikanishe Garde, 2500 Wächter von Paris, zusammen 45,000 Mann, bereit zu halten. Außerdem war beschlossen, eine Division der Alpen-Armee in Eiimärschen herbeizurufeca, Solchergestalt waren die Vorsichtöbefehle der Exekutivkonmission, Wie er staunt mußten daher die Mitglieder der Cxefkutiv - Kommission sein, als sie nah dem Ausbruch und der Besiegung der Revolution und nah Veröffentlihung der Protokolle zum Bauchartschen Bericht aus den Verhören der Generale Cavaignac und Lamoricière gerade das

Gegentheil von Obigem sahen “und sol<he Aussagen erbl >ten, welche einen {weren Verdacht der Saumseligkleit auf sie wäl- zen mußten.“ Der Redner fährt ungefähr eine Stunde lang in Erörterung der Entwi>elung der Juni-Ereignisse fort und wird bald rets, bald ‘von der Ministerbank heftig unter= brochen. „Der Genéral Cavaignac“, sagt er unter Anderem, wurde von der Exekutiv-Kommission aufgefordert, die am 25. Juni bereits überall ausgebro<hene Jnsurrection auf allen Punkten zugleich anzugreifen und zu ersti>en, Er antwortete ihr aber: „„C laubt Jdr denn, daß ih hier sei, um Eure Nationalgarde und Eure Krä- mer zu retten? Jh erinnere mi< der Julitage von 1830 und der Junitage von 1834, und werde meine Truppen nicht zersplittern. Wenn eine einzige Compagnie derselben besiegt würde oder überginge, so würde i mir eine Kugel durch den Kepf schießen,“ (Beifall. ) An diesem Tage erscheint nun Pasca! Duprat auf der Ttibüne, um von der Versammlung das bekannte Dekret zu erwirken, das den General zum Diktator ernennt und Paris in Belagerungsstand ver- seßt.“ (Aufregung.) Cavaignac besteigt die Tribüne, um zu ant- worten. „Jh möchte“', beginnt er, „meine Gegner zunächst fragen : ob sie keine anderen Thatsachen gegen mich vorzubringen haben? Jch rihte diese Frage an sie Alle, gleichviel, ob sih die Anklagen auf die Junitage oder spätere Zeiten beziehen, damit ih auf alle Be-= {hwerden und Klagepunkte zugleich antworten könne, Jh wiederhole, daß ih nie als Ankläger der Exekutiv-Kommissiou auftrat, und daß ich meine Vertheidigung durhaus eben \o führen werde, als vor der Untersuchungs - Kommission.“ Der General verläßt die Tribüne. Garnier Pagès ruft: „Die vorgelesenen Thatsachen mú- gen einslweilen genügen. Die Debatte wird die anderen entwi>eln.““ Cavaignac fehrt zur Rednerbühne zurü und beginnt seine Vertheidigung. Er liest eine Menge vou Miliiair - Befehlen, Ordonnanzen u. st, w., um den Effektivbestand der yariser Garnisou am 22. und 23. Juni nachzuweisen und denselben auf 45,000 Mann festzustellen. Er beruft sich guf das Zeuguiß Bedeau's, den er habe rufen lassen, um mit ihm zu berathen. (Bedeau bejaht dies.) Nach Erledigung dieser Effektiobestandsfrage steilt der General die Frage : Db seine Gegner die Debatte no< verlängern wollen? Stimm en: Ja! Ja! Garnier Pagês: „Glauben Sie, meine Herren! So sehr ih au< wünsche, diese Debatte zu kürzen, erheis<t es doch das Interesse vieler Mitglieder, daß sie mit aller Sorgfalt fort zeseßt werde. Jch trage daher darauf an, daß die Sihung auf eine Stunde unterbrohen werde. Cavaignac ergriff wiederholt das Wort und unterstüßt den Anirag. Es is 6 Uhr; die Versammlung vertagt sich bis 8 Uhrz also eine Nachtsibung.

Um 1 Uhr eröffnet Marrast die Die Bänke sind reihlih besegt, Lamartine hat dem Tele= graphen pünfktlihe Folge geleistet; er sißt auf seinem Plaße. Einer V. Grandin protestirt ge= gen dessen Fassung z es enthalte einige Unrichtigkeiten in der La- moricières<hen Schlußbemerkung, die niht mit den Aeußerungen des bonapar-

Lamoricière: Jhr Sinn ist fol Wir (das Ministerium) werden stets die geseßliche Bewe- gung und Willensäußerung der Masoritäten ahten, Jh will Herrn

Paris, 25. Nov. Nachdem Cavaignac gestern, ohne ein Wort zu sprechen, einen ersten parlamentarishen Sieg, den JIntervellatio= nen Favre's gegenüber, davongetragen, is er heute cinem zweiten, ern- steren Kampf in der National-Versammlung entgegengegangen. Mar- rast und der Repräsentanten-Klub des Palais National hahen gestern Abend bereits eine motivirte Tagesordnung abgefaßt, und man zwei- felt nicht, daß die National - Versammlung diesen Antrag annehmen und der Conseils-Präsident auch aus dieser Krisis als Sieger her- vorgehen wird, obgleih die Partei der Rue de Poitiers, 146 Mit- glieder stark, si angeblih mit dieser motivirten Tagesordnung nicht begnügen, sondern mit der Bergpartei und dem Lamartineschen Klub des Instituts ih gegen den Marrast-Dufaureschen Vorschlag erklären will. Seit Tageéanbruch war beute der Plah vor den Saaleingängen zur Nationa!-Versammlung mit Männern und Frauenzimmern gefüllt, die dort unter freiem Himmel dem Winterfroste troßen, um ihre Judu-

strie oder ihre politis<e Neugierde zu befriedigen. Der Andrang um Einlaßbillets ist so groß, daß, wie berihtet wird, ein einziger Reprä- sentant seit 2 Tagen 115 Briefe erhielt, die ihm 172 Fr. Porto kosteten, und in welchen er vergeblih um Eintrittskarten ersuht wird. Die Truppen sind fkonsignirt.

Die demokratischen Klubs fahren heute Abend in der Wahl der Delegirten zum allgemeinen Präsidenten-Wahl-Kongresse fort. Das dritte Ärrondissement hat gestern Abend im Montesquieusaale die Vürger Bernard, Pierre Leroux, Proudhon, Cabet, Hervé, Crevat, Casaigne, Lagrange, Bach, Ligniere, Greppo und Lamennais zu De= putirten gewählt, Die anderen Bezirke- werden heute Abend folgen. Diese Delegirten bilden den Kongreß, der si< über den Präsident=- shafts-Kandidaten endlih einigen soll. s

Neun Vertreter der Vogesen - Departements haben \si< für tie

. Kandidatur Cavaignac?'s erklärt.

Das Journal des Débats erklärt, daß die gemäßigt fon- servative Partei keinen von ihrer Wahl ausgegangenen Kandidaten zur Präsidentschaft habe, sondern den ihr von den Umständen zugc-= führten Kandidaten nehmen werde.

Der Moniteur du Soir enthält folgende Erklärung: „Es ist nit wahr, daß Cavaignac einen dritten Bruder hatte, no< daß er je Page am Hofe Mürat's, Königs von Neapel, war.“ 8

Proudhon schließt die Antwort auf einige an ihn gerichtete Zei= len, die ihn zur Ausdauer in seinem Kampf gegen die Bergpartei auffordern, in folgender Weise: „„Blauben Sie mir, Freund, der Bürger Proudhon wird sich nicht zurü>zichen ; Proudhon wird seinen Posten niht verlassen; er weiht vor dem Geschrei der Factionen nicht zurü. Die Schlangen der Verleumdung, die 1hr Gift täglich gegen ihn ausspcien, haben sein Herz der Furcht unzugänglich ge= macht. Was thut’?s, taß er allein stehe, wenn nur die Wahrheit und Vernunft mit ihm siad? Was vermögen die Kugeln und Dolche, von denen er täglich bedroht ist? Der Bürger Proudhon ist zu der großen Reise bereit: er wird sie antreten, sobald es Gott und seinen Meuchelmördern gefällt. Paris, 24, November. (gez.) P. J. Proudhon,“ L L E .

Der Polizei Präfekt hat den hiesigen Polizei-Kommissaren die dringende We sung ertheilt, die vollständige Rücgabe aller der Wasf= fen, welche seit der Februar - Revolution und den JZuni-Vorfällen in den Händen von Personen sind, die dur< Kauf oder Wegnahme in ihren Besiß gelaugten, an den Staat zu dewirfen. E I

Ju ganz Fraukrcih sind 1,972,340 Heëtaren mit Wein bebaut, er jährliwe Durchschnitteertrag ist 956,783,223 Hektoliter Weiu und 088,802 Hektoliter Brauntwein. Der Gesammtwerth des ersteren ift 419,029,152 e, des leßteren 99,059,150 isr. Vie Consumtion im Julande ift durchschnittlich 70 Litres Wein und 12 Litres Branut-

wein auf den Kopf. 5 : S : E Der Moniteur enthält ein Dekret Cavaignac's, welches die

Errichtung ciner Zweigbank zu Meß gen-rhmigt.

D L,

Großbritanien und Jrlaud. London, 25, Nov. Heute früh ist aus Bro>et - Hall die Nachricht von dem Tode Lord Melbourne?s hier cingegangen. Schon seit einiger Zeit hatten die Aerzi: alle Hossnung aufgegeben, den Erkrankten wiederherzustellen, und er sah mit vollem Bewußtsein, das er bis zum leßten Augen- bli> behielt, seinem Ende entgegen, welches gestern Abend um 6 Uhr erfolgte. Seine Verwandten Lord und Lady Palmerston, e Lady Beauvale, Mistreß Lamb und Miß Cuygler umgaben das Bett des Sterbenden, Eine Gallenfrankheit, die ihn vor drei Wochen be= fallen hatte, war die Ursache seiner Auflösung. Lord Melbourne war am 15. März 1779 geboren, hatte also sein siebzigstes Jahr erreidht, Er hinterläßt feine Kinder ; sein einziger Sohn 1807 geboren, starb vor ihm, im Jahre 1836. Ein Bruder, Lord Beauvale, ehemaliger Botschafter in Wien, und nunmehriger Erbe des Viscount - Titels Melbourne, und eine Schwester, die Gemahlin Lord Paluer« on ino 0E NAOREEN hinterbliebenen Verwandten. Der Verstorbene begann seine politische Laufbahn 1805, wo er (damals no< als Herr William Lamb, da er den Vis- count - Titel erst später, nah dem Tode seines Vaters, erbte), für Leominster ins Unterhaus gewählt wurde. Fox schenkte ihm seine Freundschaft und führie ihn ins Staatsleben ein. Von Canning er- hielt er zuerst einen Posten in der höberen Verwaltung, die Stelle des Secretairs für Jrland, und wurde danu zum Mitgliede des Ge- heimen Raths ernannt. Er bekleidete jenes Amt auch während des furzen Ministeriums Lord Gorterich?s und noch einige Zeit in dem des Herzogs von Wellington, nämlih bis zum Juni 1528, wo Boa Leveson Gower (der jeßige Graf von CEllesmere ) sein Nath folger wurde. Bei der Vildung des Greyshen Ministe- riums im Jahre 1830 übernahm er (unterdessen _dur< das Ableben seines Vaters zur Pairwürde gelangt) das Amt des Staats - Secretairs für das Jmnere, und nach Lord Grey's Tode, 1834, wurde er dessen Nachfolger als Premier - Minister und somit das Haupt dcr Whig-Partei, Die matte Unterstüßung, die er von seinen politiswen Freunden erhieit, und der Abfall mehrerer früherer Anhänger der Whig-Ministerien führte {on im Dezember desselben Jahres die Auflöfung des Melbourneschen Kabinets herbei, und es wurde uah Sir R. Peel geschi>t, der sich gerade ïn Jtalien befand. Doch auch dessen damaliges Ministerium hielt si nur seyr kurze Zeit z hon am 18, April 1835 zeigte Lord Melbourne im L berhause an, daß der König ihn von neuem mit der BViloung_ eines Kabinets bew auftragt habe, und daß dasseibe bereits zu Stande gebracht jet. Er blieb nun bis 1841 an dér Spiße der Verwaltung. Nachdem er in diesem Jahre seine Entlassung eingereicht Ie zog er sich fast ganz ins Privatleben zurück und erschien nur no< ein paarmal im Oberhause, wenn es sih um eine besonders wichtige Abstimmung haudelte. Ueber seinen Charakter als Staatsmann sagt der Globe, ein Organ der Whigs: „Wenn es ihm au an That= Ee O Ey doch nit einer der weithvollsten, wir dürfen wohl sageu einer der vorzüglichsten englischen und, im besten Sinne des Worts, aristokratischen Eigenschaften, einer gewissen falt- blütigen, unpart:üschen, unabhängigen Denk-, Rede- und Pn unge weise, welche, vielleicht von scinem 1uhigen Tewperament N: ihn als Parteimann so mild auftreten ließ und ihn jedenfalls von allem leidens<aftlihen und übertriebenen Parteiwesen zurü hielt. Wir können dem Urtheil einer biographishen Skizze so ziemli beistimmen , die von ihm sagt: „Streng R ldi leitete er niemals seine Partei; doch founte O nicht sagen, daß er si< von ihr leiten ließ. Sie besaß A : egan e Unterstüßung , ohne einerseits ihn zu beherrschen, noch anderersei ri ine y verfen.‘/‘’ Die Art, wie Lord Mel= si< seinen Geboten zu unterwer E i 9 bourne im Unterhause und in der Verwaltung mit gemäßigten Whigs und mit gemäßigten Konservativen sich verhielt , zeugt von derselben Eigenschaft des Geistes eines allerdings nicht von E Thätigkeit erfüllten , no< viel weniger vom hohstrebendsten Frege! beseelten Geistes, 0 E und gesundem Menschenverstande un

übter Redlichkeit. / tze, s A Ee auto ist von Windsor nah Paris zurücgekehrt.

Ju Sunderland hat ein französischer Schiffseigner einen engli- hen Beamten in einem Ladungsstreit erschossen, Der Thäter ist den englischen Gerichten überliefert worden.

Herr Fihwilliam is von seiner Bewerbung um den Parlaments=-

sig für den West-Bezirk der Grafschaft York zurü>getreten. Man glaubt, daß die Konservativen und alten Whigs jeßt Herrn B. De- nison, einen gemäßigten Konservativen, in Vorschlag bringen und daß dieser au< wahrscheinli< wird gewählt werden. :

Die Zahl der Studirenden auf der Universität Oxford beträgt in diesem Jahre 1942; darunter in dem Trinity-College 556, im St. Johns-College 369, in dem Cajus-College 130, in dem Christs- College 111, in dem Emanuel-College 103. j

Der Plan, eine „britische Bank“ zu begründen, schreitet rasch der Ausführung zuz nächstens soll die Liste der Direktoren veröffent- liht werden. S E

Sobald der jeßt mit seiner Familie in Brighton wohnende öurjt Metternih von dem (früher gemeldeten) Schifforuche der zwei Schiffe mit deutschen Auswanderern erfuhr, sandte er seinen Sohn und Ba- ron Flügel mit einer Geldsumme zur Unterstüßung der Schiffbrüchi- gen ab und ließ ihnen sagen, daß er sie na besten Kräften unter- stßen werde. Zu Ramsgate sind 160 dieser Unglücklichen sehr gâst=- freundlih behandelt worden,

Aus Jamaika berichtet die neueste Post, daß die Märkte flauer waren, als zuvor, Zu>er war wegen der großen Vorräthe und der ungünstigen Nachrichten aus England bedeutend im Preise gewichen.

Die Dampfschifffahrts-Gesellschaft für das Stille Meer hat jeßt eine Anzabl trefflicher Schiffe im Dienste, welche zwischen New= Orleans, Mexiko und der Westküste von Süd-Amerika eine ununter- brohene Verbindung erhalten, die si wahrscheinli< in kurzem auch bis zu den australischen Kolonieen erstre>en wird. Sobald ein regel=- mäßiger Dampfboot=Dienst nah Australien eingerihtet is, wird die Auswanderung wohlhabender Kolonisten, welche jeßt no< die lang- same und unsichere Fahrt mit Sezelschiffen scheuen, ansehnlih zu= nehnen.

_ Die Morning Chronicle weist auf den großen Untersch‘ed zwischen einem amerifanishen und einem franzöjishen Präsidenten hin. Für eine französishe Republik \ci ein Exekutiv - Comité mit einem National - Konvent die einzig mögliche Regierung, an dere: Regierungs - Fähigkeit freili< mebr als zu zweifeln sei, jede andere sei nur ein Uebergang zur Monarchie, Deu Worten nah seien de Klauseln, welche die Pflichten des Präsidenten in beiden Constitutio- nen bestimmen, ziemlich gleichlautend, aber man fönne unmögli die Cxekutiv - Bean:ten cines centralisirten Gemeinwesens mit einem Ag-= gregat von Bundes=Staaten vergleihen. Beide Präsidenten haben den Oberbefehl über das Heer des Landes; aker die eine Armee zähle selten mehr als ses Regimegyter , die andere selten weniger als 300,000 Bajonette, Beide ernennen zu allen Aemtern, welche der Centra!gewalt zur Verfügung stehen; aber in dem einen Lande seien dies alle Verzweigungen einer allgemeinen Büreau- fratie, in dem anderen der bloße Uebershuß ter den cinzelnen Staaten zur Verfügung stehenden Stellen. Darin seien beide gleich, daß Jeter seinen Einfluß nah Belieben ausüben könne. Die fran- zösische Nation habe feierlih erklärt, daß sie Rechte und Pflichten anertenne, die über den positiven Gescben stehen. Selbst zugegeben, day ein Präsid.nt di: sen Worten keine Auslegung im Sinne der Ge= ivalt gebe, so fönne er sie do< immer zu geretfertigten Eingriffen in die übrigen Theile der constitutionellen Maschinerie benußen, Er jei dec verkörperte Repräsentant des Willens des französischen Vo ks, er jet die Majorität, der Gott, vor dem sich die Demokratie beuge. Er habe: den Vortheil vor der Nationalversammlung voraus, daß er mit der Autorität, die ihm die unmittelbare Sanction des Volks yer= leihe, die Einheit des Willens der ungetheilten Persönlichkeit besitze gegenüber einer in Majorität und Minorität gespaltenen Versammlung. Zwischen ihm und dieser könne nur ein Kampf auf Leben und Tod entstehen, wenn er sie ni<t, was wahrsceiulicher sei, von vorn berein zur Ohnmacht verdawmme. G

Briefe aus Dublín melden. nichts Neues aus den Provinzen, wo überall, selbst in Tipperary, die tiefste Ruhe berrs<t. Die Furcht vor einer Hungerönoth im Winter is sehr geshwunden, die Kartof= felärndte ist leidlih, und die Preise sind bereits im Sinken. Ju Dublin hatten die Verhandlungen über das Cassationëgesuh von Smith O'Brien und Genossen begonnen.

Auch der Times wird aus Neapel berichtet, man hoffe auf cine baldige Ausgleichung des Zwistes zwischen Neapel und Sicilien. Der König sei geneigt, ein besonderes Parlament und eine besondere Verwaltung zu bewilligen; von dem besonteren Heere wolle man ab- gehen. Man zweifele allerdings, daß ih Palermo willig fügen iverde, und meine, das verbündete Geshwader werde mit einer Blo= kade des Hafens drohen müssen, ehe die provisorische Regierung zum Nachgeben geneigt sein werde.

Ein Brief aus Alexandrien vom 8. November in der Ti- mes bestätigt zwar nicht die Gerüchte von Ibrahim - Pascha?s Tode, meldet aber sein hoffnungsloses Daniederliegen.

Brüssel, 2 A Dil com Sigale bes günstigte regelmäßige Segelschiff - Verkehr von Antwerpen aus mit den Haupt - Handelspläßen der Welt wird im Jahre 1849 stattfinden, wie folgt: von Antwerpen nach Konstan=- tinopel am 15. März (segelt in Athen an); nach Galag und Jbrail am 15, Juni (segelt in Konstantinopel an); nah Alexandrien am 15. September (segelt in Alziec an); na< Bahia und Fernam- buco am i. April und 1, November; nach Valparaiso und Callao am 1. April, 15. Juni, 1. August, 15. Oktober und 15. Dezember, mit beliebigem Anfegeln in den Zwischenhäfen; nah Veracruz am 15, Mai und am 15. Oktober; nah Santo Thomas de Guatemala am 15, Februac und 15. Jani (segelt auf der Hinfahrt in Guayra an); nah Singapore und Batavia am 15. Juni und 15. November, mit beliebigem Ansegeln in den Zwischeuhäfen. Dieser belgische Se= gel\{iff- Verkehr enpfiehlt si< dem Handel durch seine ganz billigen Frachtpreise.

Velgien.

Schweiz. Bern, 21. Nov. (Frkf. Journ.) Verhand=- lungen des Nationalraths. Staatsrath Franscini aus Tessin zeigt die Annahme seiner Wahl in den Bundesrath an. Die Regierung von Obwalden berichtet, sie habe die Verwahrung beseitigt und neue unbedingte Wahlen getroffen: in den Nationalrath Landammaun Wirz, in den Ständerath Landammann Jmfeld. 2100 Genfer ve:langen die Freilassung des Bischofs Marilley. An Ochsenbein's Stelle wird zum Präsidenten Dr. Steiger aus Luzern erwählt, Hierauf folgte der Bericht der Kommission bezüglih der Flüchtlings = Angelegenheit in Tessin. Jm Namen der Mehrheit stellt Dr, K. Pfyffer den An= trag: 1) alle bisher vom Vorort und den eidgenössischen Repräsen= tanten getroffenen ¡Maßregeln und Verordnungen sind gutgeheißen. 2) die teisinishe Regierung darf bis auf Weiteres gar feine Flücht- linge mehr aufnehmen; 3) die Repräsentanten bleiben in Tessin z 4) der Bundesrath hat die Vollmacht, die Truppen zu vermin- dern, zu entlassen oder zu vermehren; 5) der Bundesrath betreibt die gänzlihe Aufhebung der Radebkyschen Maßregeln. As Minder= heit stellt Pioda den Antrag: nur jene Flüchtlinge find zu in- terniren, die an der Exzessen Theil genommen; die Vollziehung is der dortigen Regierung übertragen. Die Diskussion wurde abgebro= hen, na<hdem Pioda und besvöuders Luvini die tessiner Regierung sehr eifrig vertheidigt, die Herren Escher und Oberst Michel aus Graubündten sie aber heftig angeklagt haben, Morgen Fortseßung

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und Abstimmung. (Die Annahme des Mehrheitê-Antrages in ter folgenden Sibung is bereits gemeldet.)

Der Ständerath wählte an Furrer's Stelle zu seinem Prä- sidenten den bisherigen Vice-Präsidenten, Staatsrath Briatte von Lausanne, zum Vice-Präsidenten Dr. Steiger von St. Gallen. Hier= auf wird zur feierli<hen Beeidigung des Ständeraths geschritten, Der Eid wird in beiden Sprachen abgelesen, worauf die Nâäthe blos zu sagen haben: „Jch schwöre!“ Schließlich wird angekündigt, daß au< Obwalden neue , restrictionslose Wahlen getroffen bätte.

Aus Sachseln in Unterwalden wird gemeldet, das nah dem Kanton Tessin ziehende berner Oberländer-Bataillon Seiler zeichne sih dur< arge Judisziplin aus. i

Briefe aus Laufenburg in Aargau erwäßnen des Gerüchtes von bald eintretender Sperre und behaupten, es sei bercits Militair an der Gränze eingetroffen. Der Gemeinderath von Kleinlauffenburg habe Befehl erhalten, eine Kaserne einzurichten. jz

Zürich, 21, Nov. (Eidgenössishe Zeitung.) Die von den größeren Stadtrathe in der Bundesstadt - Frage nie- dergeseßte Kommission stimmt mit den Wünschen der Regierung überein; nah ihren Anträgen wird die Stadt Zürich, insofern sie Siß der neuen Bundesbehörden werden sollte, den \{<önen Bauplahz hinter dem Stadthause unentgeltli< abtreten und 100,000 Fr. an die Baukosten des Bundes-Palastes beitragen. Diese Summe soll durch eine Steuer gede>t werden, an welche alle hiesigen Einwohner, nicht blos die Bürger, kontribuiren sollen. Für diese Ausdehnung der Steuer auf die Nichtbürger muß indessen die Ermächtigung vom Großen Rathe eingeholt werden.

Greiburg. (E. Z.) Der Staatsrath von Freiburg is von den Diszesan-Kantonen beauftragt worden, die nothwendigen Maß- regeln zur provisorishen Administration des Bisthums zu ergreifen, da Herrn Marilléy sowohl die Ausübung bischöflicher Functionen als der Aufenthalt in den Diözesan-Kantonen untersagt worden ist.

Das Sthreiben des Staatsraths an die Bundes-Versammlung lautet:

„Der hohe Vorort theilt uns so eben den Beschluß des Nationalrathes vom 14, November mit, wodur<h die freiburgischen Wahlen in diese Be- hörde kassirt werden und der Kanton zu neuen Wahlen gemäß den Vor- schristen des Bundes cingeladen wird, Wir verhehlen Euch das Erstaunen nicht, womit uns diese so unerwartete Nachricht erfüllt hat, und wollen uns ohne Aufschub an Eure hohe Behörde wenden. Nachdem cinige Bürger des Seebezirks und von Murteu gegen die Wahlen des freiburgischen Volkes Einwendungen bei dem Nationalrathe gemacht, gestüßt auf den Eid, welcher auf die Kantons- und Bundesverfassung gefordert worden tvar, glaubte der Nationalrath, das Wahldekret des Kantons Freiburg sei in Bezie- hung auf die Forderung dieses Eides mit der Bundesverfassung un- vereinbar und daher nichtig, Aus diesem Grunde s\pra<h er die Ungültigkeit der Wahlen aus, welche nah diesem Dekret vorgenommen wor- den waren, Jn Vollziehung der theils in der Bundes-Verfassung, theils in dem Dekrete der hohen Tagsazung vom 14. Sept. enthaltenen Bestim- mungen, erließ der große Rath des Kautons Freiburg unterm 23. gleichen Monats ein Dekret zur Regulirung des Wahlmodus der fünf Wah- len, welche das freiburgishe Volk zu treffen berufen war. Dieses Dekret, von welchem wir Euch ein Exemplar beizufügen die Ehre haben, wurde innerhalb derjenigen Schranken erlassen, welche den Kantonal-Behör- den gezogen sind. Jn der That erklärt Artikel 63 der Bundes-Verfassung jeden Schweizerbürger für stimmberechtigt, der das zivanzigste Altersjahr zu- rückgelegt und soust durch die Geseßgebung desjenigen Kantons nicht vom Aktiv-Bürgerrecht ausgeschlossen is, in welchem er wohnhaft is. Die Bun- des-Verfassung hat also die Bedingungen des Afktiv-Bürgerrehts nicht auf gleichmäßige und unabänderliche Weise festgeseßt, sondern sie überließ die- selben der Kantonal - Gesezgebung, nur das Alter festseßpend. Wenn nun nach dem Beispiel eines benachbarten Kantons der große Rath von Frei- burg in dem erwähnten Dekrete bestimmte, daß die Bürger den Cid auf die Verfassungen leisten müssen, nach Maßgabe welcher sie ein Neht auszuüben berufen waren, so that er dadurch feiner Bestimmung des Bundes Eintrag, er machte nur von eînem Nechte Gebrauch, „das ihm ausdrüd>>lic< vorbehal- ten war dur< Art. 63 dieses legteren,““ so hat ex seine Kompetenz keines- weges überschritten, sondern er verblieb innerhalb der Kaütonalsouveränetät, wie sie ihm durch Art, 3 der Bundesverfassung garantirt ist, Der Natio- nalrath glaubte in dem erwähnten Dekrete andere Bedingungen zu finden, als wie sie die Bundesverfassung fordert, erklärte sie für unvereinbar mit diesen leßteren und sprach ihre Ungültigkeit aus, Wir können weder die Ansicht dieser hohen Behörde theilen , wie wir es schon in unserem Schrei- ben an den Vorort vom 10ten erklärten, das also älter ist als der Entscheid des Nationalrathes, noch die Kompetenz anerkennen, welche dieser sich bei- mißt, da es sich hier, wie schon gesagt, um einen Gegenstand handelt, der der Kantonalsouverainetät anheimfällt, Angesichts dieses Konsflikts sehen wir uns genöthigt, Euren Entscheid anzurufen 2c,

Waadt. (E. Z) Das Militairgeriht von Lausanne hat den befannten Oberen von St. Denys, der im Sonderbundskriege als Freiwilliger die Stelle eines Obeist-Licutenants im Generalstabe von General Salis eingenommen hatte, in coolumaciam zu zwanzig- jähriger Gefangenschaft verurtheilt.

Italien. Rom, 16, Nov. 9 Uhr Nachmittags. (A. Z.) Ein Aufstand fand statt, der nah etwa dreistündigem Kampfe 8: Uhr endete. Das Aeußere des päpstlichen Palastes ist von Kugeln dur<löchert; die Todten scheinen niht sehr zahlreih zu sein; der Kampf scheint besorders zwischen den Schweizern und dem Volk, zu wel<h leßterem mindestens ein Theil der Linientruppen hielt, stattge- funden zu haben, Zu Ministern sind ernannt: Mamiani für das Aeußere, Galletti Juneres und Polizei, Lunati Finanzen, Sterbini Handel und öffentlihe Arbcit, Canpello Krieg, Reosmini Präsident- haft und öffentlichen Un?erriht, Sereni Gnaden und Gercchtigfeit, Wegen der Berufung der Constituante, Vollz'ehung der Kammer- Beschlüsse über den Unabhängigkeitskrieg u. a. Forderungen des Volks erflärte der Papst, er stelle die Entsthcidung hierüber ganz der De- putirten-Kammer anheim. Um 6 Uhr war der Quirinal vollkommen belagert ; 6000 Civici und Linientruppen standen vor ihm geschaart ; die Kanonen waren guf sein Hauptthor gerihtet, das Volk stellte dem Papst ein Ultimatum, das er binnen einer Stunde zu bewilligen habe, sonst werde der Palast genommen und außer seiner Person Alles niedergemacht.

Ueber die (bereits gemeldete) Ermordung des Ministers Rossi erfährt man folgendes Nähere: „Als Rosi im Thorweg des Stände- hauscs angefahren fam, wurde er mit einem Sturm von Pfeifen und Zischen empfangen. Er stieg aus und läcelte, Noch bevor er bei der Tieppe angelangt war, crhielt er einen Stoß in die Seite, welcher ihn zu einer starken Wendung des Kopfes veranlaßte, wo- durch der Hals nicht blos entblößt, sondern auch beftig angespannt wurde, Jun diesem Auge .bli> erhielt er den tödtlichen Stich von funstgeübter Hand, Er that, als wenn nichts geschehen sei, dete die Wunde mit dem Taschentuch und sagte zu seinem Begleiter, dem Finanz=-Substitut Righetti: „Cs ist nihts.“ Kaum aber hatte er noch einige Schritte gethan, als er ohnmächtig zusammensank. Die Polizei - Soldaten, wel<he in der Nähe waren, zogen s< zurüd>, Vorgestern Abend haben sie sih bei der Civica legitimirt, ihren Ta- gesbefehl vorgezeigt, demzufolge sie mit scharfen Patronen aufziehen sollten, um bei vorkommenden Fällen Gebrauch davon zu machen, Bei der Musterung, welhe Rossi im Geheimen abgehalten, habe er von ihnen den Eid der Treue gegen Souverain und Minister ver- langt, sie hätten ihn aber nit ges<woren. Galletti ist vom Volk durh Acclamatiou zum Polizei-Minister ernannt worden.“

H Ancona sind, 13, November, von der bisher vor Venedig liegenden sardinischen Flotte die aht größten Schiffe angekommen,

Modena, 16. Nov. (Wiener Ztg). Heute früh wurde ein, glü>liherweise nicht gelungener Mordversu< gegen den regie- renden Herzog gerihtet. Uls der Herzog am Morgen dieses Tages zwischen 10 und 11 Uhr früh von einer Jagd ín der Gegend von Mirandola zurü>fehrte uud seiner Gewohnheit gemäß zu Fuße sei= nem Gefolge voreilte, sah er hart an der Straße einen Mann, der feinen Bauernanzug hatte und mit dem berüchtigten Calobreser Hute bedc>t war, mit der S<aufcl die Erde umgraben. Dem Herzog fiel zwar die ungewöhnliche Erscheiuung auf, er ging aber weiter: als er faum zehn Schritte gemacht hatte, hörte er das Wegwerfen der Schaufel, und als er si< umsah, sah er den Nichtswürdigen mit einer Doppelbüchse nah ihm zielen. Der Herzeg sprang in dem Augenbli>ke von der hochgelegenen Straße hinab auf ein tiefes Feld, wo er gede> war; mittlerweile fam der in einiger Entfer- nung na<folgende Major Graf Guerra ( dersclbe, dessen muthiges Benehmen zu Fivizzano bekanut ist) eiligst her= bei und ging auf den Elenden los, der eine Stre>e weit zurü>ging und si<h dann mit gesenktem Gewehre stellte, Der Herzog, die Ge- fahr seines treuen Gefährten sehend, sprang herbci und eilte dem- seiben zu Hülfe, Der Bösewicht zielte glcich gegen den Herzog, aber da Major Guerra ihm schon nahe am Leibe war, feuerte er eineca Schuß gegen denselben ab, der diesen in den Oberarm traf; Jener wollte den zweiten Schuß abfeuern, auf drei Schritte Entfernung, aber das Gewehr versagte. Da verlor der Elende den Muth z Guerra, treß der Verwundung, sprang ihm auf den Leib, aber der indessen angelangte Herzog fiel über ihn her und hielt ihn fest am Boden liegend. Ein herbeigeeilter treuer Diener, von Wuth er- grimmt, wollte den Elenden mit einem Messer erstehen, aber der Herzog verhinderte es; er wurde dann festgebunden, auf einen der nahfolgenden Wagen geladen und in den Kerker abgeführt. Er is Apotheker eines kleinen Ortes, il Cavezzo genannt, und 25 Jahre alt,

_Auns Mittel=-FJtalien, 14. Nov. (A. Z.) Der Bevoll- mäctigie des sicilianishen Gouvernements in Toscana hat seit ein paar Tagen das Wappen dieses neuen Staates über seiner Thür aufgepflanzt, Ein Shreiben des Mixister - Präsidenten Montanelli ermächtigt ihn dazu, da das sicilianische Gouvernement von dem tos- fanischen de facto auerfannt sei, so habe er feinen Grund, dem die= serhalb gegen ihn ausgesprochenen Wunsch seine Zustimmung zu ver= sagen. „Unbeschadet““, fügt das Schreiben binzu, „der Frage der Anerfenuung de jure, mit welher tie Großherzogliche Regierung, eingedenk der Rechte des heroishen Siciliens, : ?

Zed den Prinzipien ihres politis<hen Programms getreu, si< eifrigst (caldamente ) beshäf- Hat

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Griechenland. Athen, 7. Nov. (D. A. Z.) Das unter der Präsidentschaft des Contre-Admirals Kanaris theilweise neugestal- terte Ministerium hat eine abermalige Aenderung erfahren. Auch der Finanzminister Taßi Managhinas i genöthigt worden, seinen Abschied zu nehmen. Außerdem i} das dem General Mauromicbalis provi= sorish mit anvs-rtraute Kriegsministerium definitiv beseßt worden, so daß jeßt das Ministerium in folgender Art zusammengeseßt is: Prä= sidentschaft und Marine, der Contre - Admiral und Senator Kanaris z

Juneres, der Senator A. Londos ; Finanzen, der Senator Bulgaris, Krieg, der General und Deputirte Mauromichalis ; Auswärtiges, der Deputirte K. Kolokotronis ; Justiz, Hr. Rhallis, Kulten und Unter= richt, der Deputirte Kalliphronas. Präsideut und Finanzminister ge= hörten dem Ministerium Kolettis an, und Hr. Kalliphronas war da= mals unzweideutig ein warmer Anhänger desselben, Das neue Mini-

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sterium hat unterm 28, Oktober folgende Proclamation erlassen: „Von Sr. Majestät mit der Leitung der Angelegenbeiten des Vater- landes beehrt, ist es unsere Pflicht als constítutionelte Minister, dem Lande zu erklären, daß den uns obliegenden Verpflichtungen getreu, wir alle unsere Bemühungen auf Beobachtung und strenge Anwendung der Verfassung und der geltenden Geseße im moralischen und materiellen Juteresse der Bürger wenden und der Tüchtigkeit, Nechtschaffenheit und erworbenen Necbten im Dienste den Vorzug vor Allem geben werden. Euer aufrichtiger Beistand nicht weniger wie euer Patriotismus werden die Fräftigsten Mittel zur Ex- A der von uns übernommenen wichtigen und schwierigen Aufgabe ein.“ / : i Durch Königliche Verordnung vom 29. Oktober wurden

| Senat und Abgeordneten-Kammer zum 9, November einberufen,

E A E A A MOR E A a R e

Cr Ung

Obschon Herr von Kirhmann in seiner Erklärung vom 21sten d. die von mir ongeführten Thatsachen im Wesentlichen selbst bestätigt so nöthigt mich do seine Behauptung: es sei eine Unwahrheit, daß er „einen sr stlihen Revers oder cine frierliche Erkiärung des Kö= nigs ‘’ verlangt habe, zu der Erwiederung, daß Herr von Kirhmann eine solhe Erklärung allerdings verlangt hat, und zwar unter der Bezeichnung „, carte blanche““, wel<he dem Ministerium, in welchem Walde> oder Jacoby Plaß finten müßte, von dem Könige im vor= aus zu ertheilen sei, Eben jo hat Herr von Kir(mann die Entfer- nung der Prinzen außerhalb der Gränzen der Monarcie oerlangt z einer Unterscheidung, daß er nicht alle Prinzen verbannt haben wollte, ist keine Erwähnung geschehen. Ju Bezug auf Herrn von Kirchmann's Klage, daß ih den Jnhalt des Gesprächs nicht geheim gehalten, erinnere ih daran, daß ih iu öffentlicher Sißung seinen Na-= men, troß mehrfachem Begehren, nicht genannt babe; ih nanute ibn auf besonderes Verlangen dem Ausschusse, der ihn seizerseits ver= öffentlihte, Uebrigens hatte Herr von Kirhmanu mit keinem Worte zu verstehen gegeben, daß cr die Geheimhaltung wünsche, auc wax es offenbar, daß er niht im Vertrauen bierauf die „Bedingungen“ aussprach, jondern er spra im Vertrauen auf die siegreihe Allg walt der National - Versammlung; äußerte er doch in diesem Ver trauen sogar den Plan seiner Partei, den von der preußischen Armee gescbworenen Fahneneid dur< cinen bloßen Beschiuß der National- Versammlung abändern lassen zu wollen! So wie ih es für Pflicht gehalten hätte, reactionaire Absichten, wenn ih folche im Minister- Hotel oder in Potödam wahrgenommen, zu enthüllen, eben so mußte ih zur St:uer der Wahrheit dem preußischen, wie dem deutschen Volke von den revolutionairen Absichten, die offenbar ge- worden, Kunde geben. Uebrigens verweise ih no< auf die Stelle des Auoschußberichts der deutschen Reichsversammlung, wo, von den bekannten Bedingungen handelnd, es wöitlih heißt: „Andere Zeugen, die wir vernommen, haben aus anderen Quellen seine (meine) Mit= theilungen niht nur bestätigt, sondern sogar erheblih vermehrt. Die Larstellung unseres Gesprächs in der „Neuen preußischen Zeitung“, gegen welche si< Herr von Kirhmaun verwahrt, habe ih nicht zu vertreten z ih kenne sie nit.

Frankfurt, 25, Nov. 1848. | Bassermann.

Die verehrlichen Redactionen aller der Blätter, in welche Herrn von Kir{hmann?s Erklärung übergegangen, sind gebeten, auch vorste- hender Erwiederung Raum zu geben, |

Wir hielten uns um so mehr verpflichtet, rep Arc Hi <en Wunsche sofort nahzukommen, da wir keinen nen,

auch die betreffende Erklärung des Herrn von Kirhmann in unsere