1848 / 225 p. 1 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

eit wir angefattgett, die Resultate schtvieriger For- Gi A n V BprrEt u Lo und sie von ciner Form zu enikleiden, die sie dem roßen Publikum no< viel Aner l eß, als wäre sie nur aicinisch geo So wird denn allmälig auch der Laie einen Gewinn von den ühen des Gelehrten ziehen und die höhere Erkenntniß wird ein verbreiteteres Gemeingut werden. Selbst die Damen sollen niht mehr von dem Genuß der künstlih gezogenen Früchte MeE- \clossen bleiben. Auf sie wenigstens und auf den Theil des anderen Ge- \lets, der in ihrer Gesellschaft lebt, ist das Buch berechnet, das wir hier bes erbt wollen, so gediegen und werthvoll auch sein Inhalt ist. Seine Ausstattung aber is so glänzend, hon das Gewand so reich verziert, daß seine Hauptbestimmung zu sein scheint, zu verbindlichen Geschenken benußt dn Eee einem Kalender, der an Mittheilungen, welche in dieses Gebiet

b p 4 Maia gewiß Alles nur ia, Nügzliche und Wünschen8werthe liefert, ent-

hâlt es eine Genealogie für licher Personen, reicher und vollständiger, als ín den meisten anderen ar g selbst die Familien der Mediatisir- ten, des Fürsten Windischgräß u. A,, sind ausführlich angegeben. An rei- zenden Stahlstichen giebt es zuerst ein Portrait der Prinzessin Charlotte von Preußen, und dann mehrere Ansichten von {hönen Punkten um Potsdam, die nicht blos das Verdienst der Treue haben, sondern ihren Vorwurf so fünstlerisch auffassen und ausführen, daß sie Jedem, der diese Punkte noch nicht kennt, als dringendste Einladung, sie zu besuchen, sih aufdrängen werden,

Das eigentliche Buch beginnt mit einem Aufsaz von Georg Wil- helm von emar über Preußens Lage vor dem Ausbruch des Krieges gegen Napoleon im Jahre 1813, i

SrendeE: dessen Lage seit 1807 zwischen den verbündeten Mächten Frankreich und Rußland schon so äußerst fritish war, gerieth in eine no< viel bedenklichere Lage, als das innige Verhältniß Rußlands zu Fraukreich wankend zu werden begann.

„Nicht zahlreich waren gewiß die Anhänger Napoleons, und die wenig- sten unter ihnen waren es aus System, mehrere aus Schwäche, weil sie glaubten Napoleon's Stern könne nie erbleichen, Preußen könne ein Mehreres nicht erreichen, als unter Frankreihs beschüßendem Flügel fortzubestehen. Daneben gab es eine kleine Fraction von Jdeologen, die von der gegen- wärtigen Generation nichts erhofften, sondern durch die Staatserziehung auf ein künftiges tüchtigeres Geschleht hinwirken wollten, und dieser Richtung kann auch wohl der derbe Jahn mit seinen Turngenossen beigerehnet wer- den, die aber doch tapfer mit zuschlugen, als es zum Kampfe kam, ehe die von ihnen zu bildende Generation eigentli herangereist war, Prafktischer nahm die Sache eine Anzahl heroischer hochherziger Männer, sie stellten der Nation Spanien zum Muster hin und wollten, ohne weitere politishe Rücksichten und nur auf England sih stüßend, dur< einen meist nur zur Nachtzeit zu führenden Guerillafrieg das Vaterland befreien, das sie unmuthig verließen, als ihre Pläne keinen Anklang fanden. Höher muß uns Steins Auffas- sung stehen, der Preußen anhing, weil er in ihm den Träger Deutschlands erkannte, so wie man von Hardenberg sagen kann, daß er Preußen um seiner selbst willen geliebt habe, Die Politik eines Landes kann auch nicht nah Wünschen und Gefühlen geleitet werden, sondern sie muß aus scharfer Aussassung der eigenen Lage hervorgehen, und diese ließ damals ein selbst- ständiges Auftreten niht zu. Hardenberg's Politik ging also mit Necht dahin, abzuwarten, aber mit Würde und Konsequenz abzuwarten, bis eine kommende Zeit etwas Besseres herbeiführen werde, um dann, gehörig vLor- bereitet, eine höhere Rolle wieder aufzunehmen,“

Als nun der Krieg zwischen Rußland und Frankreih unvermeidlich wurde, entstand die Frage, welhe Partei man zu ergreifen habe. Man unterhandelte zugleih mit beiden Mächten über einen Allianzvertragz da Rußland aber entschlossen war, sich in seinen Gränzen zu vertheidigen, woraus für Preußen kein Nutzen entstehen konnte, so hielt man an der Verbindung mit Frankreich fest,

„Die Durchzüge der großen Armee gingen inzwischen vor sih, und es entstand eine ruhige Pause in Erwartung der Dinge, die kommen sollten, während welcher man in Berlin sih zu zerstreuen suchte, wie wenig auch eine Zeit, in der die Staatsschuldscheine von 45 auf 29 Prozent herabge- sunken waren, dazu aufforderte. Jm Theater trat die Milder-Haupt- mann als Jphigenie und Armide und in der Schweizerfamilie bei jedes- mal gefülltem Hause auf, der erste Tänzer der großen Oper in Paris, Dupart, kam von Dresden nach Berlin, um vor dem schaulustigen Publikum zu tanzen z in der Kunstausstellung, welche do<h dreihundert Gemälde aufzeigte, be- wunderte man besonvers einige Proben der in Nürnberg zuerst wieder auf-

efundenen Proben der Glasmalerei; Mittwoch und Sonnabend Nachmittags Frömte man nah dem Turnplaß in der Hasenhaide, um Jahn's Schüler in leinenem Gewande ringen und shwingen zu sehen; und im eigenthüm- lichen Kontrast zu dieser Uebung der Naturkräfte, welher bei mancher Bi- zarrerie do< dazu beitrug, den Nationalgeist zu kräftigen , grassirte in der Damenwelt die Mode des Magnetisirens und‘des Sonnambulismus , so daß der Chef des Kultusdepartements, der Geheime Staatsrath von Schu >- mann, sih genöthigt sah, durch einen offiziellen Zeitungsartifel dagegen zu warnen, in dem es heißt:

„Troß der angeblichen Heilung einiger nervens<hwachen Frauenzimmer möchte dennoch das Hausmittel der thätigen Erfüllung häuslicher Pflichten, wozu die Vorsehung das für den Magnetismus so empfäuglihe Geschlecht bestimmt hat, als Schuz- und Heilmittel allem Manipuliren und Aufregen der Gefühle und Einbildungskraft vorzuziehen sein.“

Bekannt sind die Umstände, unter denen die Nachricht von der franzöó- sischen Niederlage nach Deutschland kam, und York die berühmte Conven- tion \{loß, welche die ihm anvertrauten Truppen dem Vaterlande erhielt, ohne daß ein anderes Opfer, als er selbst, nöthig war, wenn der vou ihm

ethane Schritt zurüc{gethan werden sollte, Weniger bekannt, aber im höch- fen Grade merkwürdig, is eine Audienz, die Napoleon nach seiner Rü>kehr nah Paris dem preußischen Gesandten Krusemark gab. Er hatte die ganze Nacht hindurch gearbeitet, wollte sich aber heiter und mittheilsam zeigen, Er sprach ausführlih über die Nachtheile, die ihm der Yorkshe Abfall bringe, wie sehr er namentli<h den Frieden mit Rußland erschwere. Er ging auf die Gründe ein, weshalb England nie Frieden machen würde, und seyte die Chancen aus einander, die er selbs im s{<limmsten Fall, wenn zu England und Ruß- land auch ganz Deutschland, Oesterreich, Preußen und Dänemark sich er- höbe, für sich haben würde. Schließlich kam er auf die Vortheile, die ein Festhallien am bisherigen politischen System Preußen verschaffen würde. e,,Mein eigenes Juteresse erfordert, Frankreih einen nüßlihen Alliirten

n Bekanntmachungen.

[581]

Seitens des Konsul Frize in Stolp i auf die noth- wendige Subhastation des im Stolpschen Kreise bele- genen von Zißewigschen Lehnguts Neu-Jugelow, welches ge E die vier Gebrüder

obert Sigismund Wil l

Edmund Wilhelm Wene E

Gustav Wilhelm Wendelin

Hellmuth nar In Wendelin besißen, angetragen worden. Es werd fannten und unbekannten Agnaten ded Dei andis 206 Hidewiy und deren etwanige lehnsfähige Descendenz o wie alle etwanigen unbekannten an dem Gute Neu- erechtigten Geschlechter, unter Hin-

v, Below

Jugelow zu Lehn

weisung auf

a) die Provocation vom 11. Juli c. und das darin in Bezug genommene Lehns-Attest vom 2, Mai 1848,

b) den Hypothekenschein vom 23. September 1847, |

welche in der Registratur eingesehen werden können, aufgefordert, si< über die Ausübung ihrer Lehnrechte an dem Gute Neu - Jugelow innerhalb 6 Monaten, spätestens aber in dem peremtorishen Termine den 10, Mai 1849, Vormittags 11 Uhr,

vor dem Deputirten, dem Herrn Ober - Landesgerichts- Affsessor Thiel, hierselbst im Ober-Landesgerichts-Kolle- gienhause entweder in Person oder durch einen gefebr lih legitimirten Bevollmächtigten, wozu ihnen die E Naumann, Teßmar, Hildebrandt, Leopold, Villnow und Bau> und die Justiz - Kommissarien Lo-

und Wie

1338

beim künstigen Frieden zu erhalten; der König katitt alss überzeugt sein, daß, Maßtigen Se ihn rehnen kann, ih e nichts Uebles mehr, sondern Gutes thun will, und ih sehe weit lieber ihn in Deutschland regieren, als einen französischen Prinzen, der die Deutschen ni<t zu regieren versteht, dtr „nur racasserieen und Soitisen begeht, und dessen i äußerst satt in,‘

Mittlerweile war mit dem Vordringen der Russen über die Weichsel die Aufregung in Berlin mehr und mehr gestiegen, die Weihnachts-Aus- stellung der Gebrüder Gropius hatte den Brand von Moskau zum Gegen- stande, und Dru>schriften, deren Ursprung Niemand kannte, wie Arndt's Glo>e der Zeit, sein Aufruf an die Deutschen, die satyrische Komödie, der Fluß- ott Niemen und noch Jemand, und andere Flugschriften, insgeheim verbreitet, fhürten das Feuer, Man war auf das Außerordentlichste vorbereitet und be- sorgte nur, von der Fluth der Ereignisse bei dem Rückzug der Franzosen gleichsam hinweggeshwemmt zu werden, Der König, um si einer Gefangennehmung durch die Franzosen zu entziehen, floh na< Breslau und sammelte dort die Treuen um si<, Am 17. März zog York in Berlin ein, Es war ein unbeschreiblicher Moment, als York, sonst sparsam in Reden, und von den Soldaten, die ihm mit vollstem Vertrauen folgten, Jsengrimm genannt, nach dem Gottesdienst, den er auf dem Lustgarten mit seinen Truppen ab- hielt, plößlich das Pferd zu dem umstehenden Volke wandte und mit lauter Stimme zu den Waffen rief. Tausende von Stimmen wiederholten mit Begeisterung: „zu den Waffen.“

Wahrlich, es is Zeit, daß Männer, wie Georg Wilhelm von Raumer, ihre Erinnerungen aus jenen Tagen aufzeihnen. Alles geshah 1843 mit großem Sinn; in den Akten aber is wenig davon zu finden, und wenn nicht die Theilnehmer ein Zeugniß ablegen wollen, so wird die Nachwelt feine hinreichende Kenntniß von jenen Thaten {öpfen, an denen sie sich bei wiederkehrender Gefahr aufrichten könnte, wie die Erinnerung an die Großthaten Friedrih?s 11, den preußischen Staat 1813 wieder aufrich- ten half.

Ein zweiter Aufsay des Berliner Kalenders behandelt das Leben des Mark - grafen Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach bis zu seinem Auftreten als Gegner des Kaisers, Er ist von J o- hannes Voigt in Königsberg geschrieben, Es liegt zum Theil am Stoff, wenn er nit so viel Jnteresse, als der vorgehend besprochene, erregt, zum Theil aber auch an der Behandlung. Der Verfasser nimmt es gar zu genau mit der Unterweisung seiner Leserz er erspart uns auch nicht das kleinste De- tail von den finanziellen Nöthen, in denen sich die fräukischen Fürstenthü- mer des Hauses Brandenburg zu Anfang des 16. l uierta befanden, er geht dann auf die Erziehung des jungen Markgräfen Albrecht über, welche Mühe sich seine Vormünder und Vettern gaben, einen passenden Präceptor für ihn zu finden, wie er aber gar nicht re<t einschlagen wollte, „Tage lang trieb er si< oft mit seinen Waidgesellen in aitlotee Lust in Wäldern und Bergen auf der Jagd umher, und nicht selten geschah es auch, daß er, ohne Ziel und Gränze zu achten, in die nahen Wildbahnen der Nürnberger hinüberstürmte, Die Folge war, daß der Nath von Nürn- berg, im Herbst 1538, ven Jägergesellen des jungen Markgrafen auflauern und mehrere derselben auf nuürnbergishem Gebiet aufgreifen ließ. Da Albrecht bald darauf an einigen nürnbergishen Jägern Vergeltung übte, so wäre ce fast zum Ausbruch eines Krieges gekommen, zumal da Albrecht auch einige nürnberger Kaufleute überficl und ausplünderte.“ (Wer denkt nicht dabei an Göß und die Bamberger ?) Kaum großjähríg, fing Albrecht Streit und Prozeß mit seinem Mitregenten Markgrafen Georg an, der zu einer Theilung der Lande Anspach und Baireuth (Kulmbach) führte, Der thatenlustige Albreht trat darauf, troy der Abmahnungen seiner protestantischen Verwandten, in des Kaisers Dienste und stand auch im shmalfkaldishen Kriege auf seiner Seite. Er ward in Rochliy gefangen und nur durch des Kaisers Sieg wieder besreit. Wie Albrecht troy dieser engen Verbindung si< vom Kaiser wieder entfremdete, berührt der Verfasser nur kurz und bricht gerade da ab, wo Albrecht dur seine Vereinigung mit dem Kurfürsten Moriß gegen den Kaiser eine weligeschichtliche Bedeu- tung gewinnt. Was der Verfasser ín diesem Aufsaß behandelt hat, fann nur einen Werth haben als Einleitung zu dem, was er nicht behan- delt hat, und wir fônnen es nicht als einen glüd>lihen Griff betrachten, diesen Theil als eine selbstständige Arbeit hinzustellen.

Jnteressauter ist ein Aufsaß von Alfred von Reumont über die Schicksale Galil eis.

Nachdem Galilei schon 1615 seine Hinneigung zu der kopernikanischen Meinung von der Erdbewegung ansgesprochen hatte, erschien ein Dekret ter heiligen Congregation, erflärte diese Meinung für keberish, „für abge- shmad>t und falsch in der Philosophie und im Widerspruch mit der Bibel“/, und verbot, über die Erdbewegung fernerhin anders als hypothetish zu schreiben. Galilei s<hwieg funfzehn Jahre. Als aber Urban V1lIl, den päpstlichen Stuhl bestieg, der sich ihm als Kardinal stets freundlich erwiesen hatte, trat er mit seinem „Dialog über das kfopernikanische und ptolemäische Weltsystem““ hervor. Die Rollen waren darin unter drei Redner vertheilt ; alle wissenschaftlichen Gründe für die Erdbewegung werden von den beiden Ersten vorgebracht, aber scheinbar ergeben sie si< der Ansicht ihres Gegners, indem sie die eigene als möglicherweise eine fantasia, eine vanissima chimera und solen- nissimo paradosso erscheinen zu lassen sich resigniren, Das Buch erhielt in Rom und Florenz die Druck - Erlaubniß, dessenungeachtet ward Galilei vor die Jnquisition geladen, Zögernd ging er nah Rom. Sechs Monate ward er in peinlicher Untersuchung gehalten und mußte zuleht fkniefällig seine Meinung abshwören und versprechen, nie wieder über diesen Gegenstand zu schreiben, Körperliche Tortur wurde wohl nicht angewendet, aber dieser hohe, kühne und stolze Geist erduldete eine moralische Folter, shlimmer als die, welche der Henkersknecht seinen {wachen Gliedern hätte anthun kön- nen, Er mußte einräumen, wogegen sein besseres Wissen sich sträubtez er

mußte verneinen, wovon er überzeugt warz er sah si<h dem Hohn seiner Gegner preisgegeben, dur<h ein Verdammungs - Urtheil vor der Welt styg- matisirt, auf jede mögliche Weise in seinen A1beiten gehindert, „Das be- rühmte E pur si muove! beruht natürli auf einer blofen, durchaus un- wahrscheinlichen, ja unmöglichen Traditionz aber die Tradition spricht in zwei Worten des Mannes innersten Seelenzustand aus. Endlich er- laubte man dem fast siebzigjährigen Greis, sich in ein Asyl zum Erzbischof von Siena zurüczuziehen, wo es deu Trost seiner lezten Lebensjahre aus- machte, zwei Schüler, wie Viviani und Torricelli, zu bilden,

Die Milde seines Charakters , in der er die kindlichste Religiösität mit

zien für ein Allodium erklärt werden.

Gleichzeitig werden auch alle diejenigen, welche an dem genannten Gute unbefannte Eigenthums-, Pfand- oder sonstige Ansprüche zu machen haben, in Gemäß- heit des $, 4, des Geseßes vom 11. Mai 1839 auf- gefordert, ihre Ansprüche in dem anstehenden Termine anzuzeigen, widrigenfalls ihnen deshalb ein ewiges Stillschweigen auferlegt werden wird, daß die Gutspächter Johann Friedrich Frankfensteinschen Cheleute die Güter Alt-Jugelow a. b., Alt-Jugelow c.

\ und Neu - Jugelow dur< den Kontrakt vom 22. Juli 1837 für 48,000 Thlr, gekauft haben. Cöslin, den 29.

Königliches Ober-Landesgericht. Erster Senat.

[688] Nothwendi ; q Das M Konezewiy Ne: 1 l Verkauf. mimann Vonner zu Erb , aus einer Waser anti J rbpachtsrechten besessene, a u- 392 Morgen 167 Ruthen Magdeb n bestehende, auf Ea ia

3 Pf., den Ertrag zu 4 pCt,, und auf 22,248 Thlr,

seiner wissenschastlihen Ueberzeugung verband, spricht sih am besten aus

renz und E>ardt vorgeschlagen werden, zu erklären und / 11 Sgr., den Ertrag zu 5 pCt. kapitalisirt, gericht- die über ihre Lehnsrechte sprechenden Beweismittel ur- | schriftlich beizubringen. mine nicht melden, so werden sie mit allen ihnen an dem genannten Lehngute etwa zustehenden Lehnrechten, namentlih mit dem beneficio taxae, tem Vorkaufs- rehte und dem Reluitions- und Revocationsrechte prä- kludirt, und es wird das gedachte Gut nebst Pertinen-

Sollten sie si< in dem Ter- |

Thorn, den 25, Oktober 1848,

lih abgeshäzte Mühlengrundstück, wovon die Taxe in unserem 111. Büreau täglich einzusehen, soll in termino den 1, Juni 1849, Vormittags um 11 Uhr, an hiesiger Gerichtsstelle meistbietend verkauft werden,

Königliches Land- und Stadtgericht.

seineit Briesen aus, auf dexen Mitiheiluttg s< deshalb au der Verfa des Aufsaßes vorzüglich beschränkt. So schreibt s M ehe er aser Nom ging, über einen Gegner, der ihm ots und höhnend die biblische Autorität entgegengestellt hatte: „Wenn ih den Fromond frage, wessen Werk Sonne, Mond und Erde, ihre Stellung und Bewegung sind, o denke ih, er wird mir antworten, sie: sind Werke Gottes, Auf die Frage wessen Eingebung die heilige Schrift ist, weiß ih, daß er mir antworten wird, des heiligen Geistes, nämlih ebenfalls Gottes, Auf die Frage so- dann , ob der eilige Geist in seinen Reden je Worte gebraucht, die dem Schein gemäß, dem Wahren zuwiderlaufend und auf die Jutelligenz des meist ungebildeten Volkes berechnet sind, so bin ih gewiß, daß er in Ueber- einstimmung mit den heiligen Vätern mir antworten wird, dies sei Sitte der Schrift, welche aus den bezeihneten Gründen an hundert Stellen Aus sprüche enthält, die, nah einfahem Wortsinn genommen, nicht nur Ketze- reien, sondern schwere Lästerungen enthalten würden, indem sie Gott selbs des Zornes, der Neue, der Vergeßlichkeit u, \. w, fähig darstellen. Js es so, weshalb sollen wir, um die Theile der Welt kennen zu lernen, unsere Untersuchung vielmehr vou den Worten, denen von den Werken Gofktes ausgehen lassen? Js etwa das Werk minder treffli< und edel, denn das U s. A a É cins 4 ;

us einem Bricfe, den er kurz vor seinem E rf die bittere Stimmung sehen, ín die nich dén dée War e E ter theilung zum Schweigen verseßt wurde. „Die Falschheit des kopernifqui- kanishen Systems“, schreibt er, „darf in keinem Falle bezweifelt werden am wenigsten von uns Katholifen, da die unwiderrufliche Autorität ver hei- ligen Schrift dagegen- ist, wie sie von berühmten Theologen ausgelegt wor- den, deren einhellige Erklärung uns veisichert, daß die im Mittelpunkt ste- hende Erde unbeweglich is und die Sonne f um sie herumdreht. Die Konjekturen, auf welche Kopernikus und scine Anhänger die Behauptung des Gegentheils gestüßt haben, fallen alle weg vgr dem gründlichen Argument der göttlichen Allmacht ; denn da diese auf vielfache, ja unendliche Art das thun kann, was nach unserer Ansicht und Beobachtung nur auf eine einzige Art ins Werk geseßt wird, so müssen tvir nicht das Wirken von Gottes Hand beschränken, noch das hartnä>ig vertheidigen wollen, worin wir uns getäuscht haben können, Wenn mir aber die kopernikanishen Beobachtungen und Konjekturen un- zulänglich schienen, so halte ih die des Ptolemäus, des Aristoteles und ihrer Nachspreher no< für viel irriger und trügerisher: denn ihre Falsch- heit kann man nachweisen, ohne daß es nöthig wäre, die Gränze des mense<li<en Wissens zu überschreiten.“

Den vierten und leßten Aufsaß bilden Mittheilungen von August Hagen über mittelalterlihe Kunstvorstellungen. Es sind nur einzelne zerstreute Bemerkungen, von denen wir also au< nur Bruch- stücke mittheilen könnten. Sie enthalten die s{äßenswerthesten Auf- schlüsse über eine Menge von auf den ersten Blick räthselhasten Details der mittelalterlihen Kunstwerke. Mancer hat sih gewiß s{h8n gewundert über die Hirshgeweihe in den Tauf-Kapellen, über die Hunds- und Löwen- föpfe und alle die Mißgestalten, die wir als die gewöhnlihen Ornamente an gothischen Kirchen erbli>en, Sie sind meist eine traditionelle Anwen- dung von Gleichnißreden in der Bibel; man glaubte wohl ursprünglich, durch die bekannten Symbole tas Verständniß heiliger Vorgänge näher zu bringen, als durch eigent!iches Abschildern,

“Wr vermeiden es, auf das Einzelne einzugehen. Es ergeben si< s überrashende Resultate, daß wir Keinem die Freude des ersten Lesens ver- derben wollen, Bei der Mannigfaliigkeit, tie der Berliner Kalender dar- bietet, is ja ohnehin zu erwarten, daß der Kreis seiner Leser sehr groß sein tvird,

Jn demselben Verlage, wie der Berliner Kalender, erscheint auch der

Kalender für Alt und Jung in Dorf und Stadt.

Erfüllt jener alle Ansprüche der höheren Klassen, so entspricht dieser allen Bedürfnissen der mittleren. Neben seinem praftischen Theil enthält er eine Reihe von Erzählungen, an dencn wir den naiven Ton der aus dem Mittelalter überkommenen Sagen rühmen, welche Tie> und Gustav Schwab wicder aufgefrischt und bei uns eingebürgert haben, Wir kön- nen auch diesen Kalender seinem Públikun? nur empfehlen.

Eisenbahn - Verkehr.

Personen - Frequenz der Magdeburg- Leipziger Eisenbahn,

Bis inkl. 25. November c. wurden befördert

vom 26. November bis inkl. 2. Dezember c., inkl.

1048 Personen aus dem Zwischen- Verkehr

Summa

624,515 Personen,

13,022 »

637,937 Personen,

Magdeburg-Leipziger Eisenbahn. A. Betriebs=CEinnahmen. Bin 1 Saar Vie lli Juni 1348 Jm Monat August 1848 gegen 91/862 Nl, 5 ( 4 Pf. im Jahre 1847. : in Summa 476,928 Rthlr. 20 Sgr. 11 Pf. B, Personen-Frequenz. Vom 1. Januar bis, ult. Juli 1848 Im Monat August 1848 gegen 82,035 Personen im Jahre 1847.

406,013 Rthlr. 4 Sgr. T0 O

L Ph

62,208 »

C. Fracht- und Eilgut-Verkehr. Vom 1. Januar bis ult. Juni 1848 1,106,107 Centner. Im Monat August 1848 LTG/O8SEL 2 1 gegen 232,164 Centner im Jahre 1847.

S G .

vorzuzeigen. l

billets für die Fahrt nah Glogau und zurü> auszustellen,

dieser Versammlung werden sein:

[573 b] R Aus e Bemerkt wird,

i ———— E

uli 1848, v. Schroetter.

1 belegene, von dem Ober-

ner Bo>windmühle, ingleichen aus A>erland 25,635 Thlr. 22 Sgr.

Niederschlesische Zweigbahn. Bekanntmachung.

Jn Gemäßheit des in der leyten Ge- Di neral-Versammlung gefaßten Beschlusses 9e

wird eine außerordentliche General: Versammlung

der Actionaire (N 2A. Januar f. Zj

Vormittags 11 Uhr, hierselb st stattfinden.

Mit Bezug auf $, 25, des Statuts fordern wir die Herren Actionaire, welche an dieser General-Versamm- lung Theil nehmen wollen, auf, ihre Actien unter Vei- fügung eines Verzeichnisses gegen eine Einlaßkarte, auf welcher das Versammlungs - Lokal bezeichnet sein wird, bis spätestens zum 16, Januar k. J. in unserer Haupt- fasse niederzulegen. Den auswärtigen Actionairen stel- len wir anheim, die Nummern derjenigen Stamm- Actien, für welhe das Stimmrecht ausgeübt werden soll, bís zum 16, Januar k, J. bei unserer Hauptkasse

1) Anträge auf Abänderung des Statuts, und

re<nung für das Verwaltungsjahr 1#47.

Glogau, den 2. Dezember 1848, Direction.

Bekanntmachung, Königl. Bayer. fonzessionirte

Pfälzische Ludwigsbahn.

(Ludwigshafen -Bexbach.)

[721]

noch nicht geleistet worden. dert, bis 15. Dezember l. J.

zuweisen, indem sonst weitere Ver der Statuten eintreten müßte. Speyer, den 30. November 1848.

Lamotte.

406,263 Personen.

in Summa 468,471 Personen.

7 3 T ETE T r T in Summa 1,282 488*#, Centner+

hierselbst anzumelden, worauf ihnen eine Einlaßkarte zugestellt wird z diese, so wie die Actien selbst, sind jedoch beim Eintritt. in die Versammlung unserem Rendanten

nsere Bahnhofs - Juspectionen sind angewiesen, den Erscheinenden gegen Vorzeigung der Einlaßkarten Frei-

Gegenstände der Berathung und Beschlußnahme in

2) Vorlage der Baurechnung, so wie der Betriebs-

ür 213 Jnterimsscheine is die auf den 1, Juni l, L ausgeschriebene zehnte und legte Einzahlung

Besitzer dieser Jnterimsscheine werden aufgefor- C Dl ser D die geseßlichen Ver-

hinderungs - Gründe der e brflicune La Vorsbris n

Das Direktorium der konz, Pfälzischen Ludwigsbahn,

Das Abonnement beträgt: 2 Rthlr. für 7 © # Atblr, - F 8 Athle. - 1 Jaber.

in allen Theilen der Monarchie ohne Preis - Erhöhung.

Bei cinzelnen VKummern wird

der Bogen mit 25 Sgr. berechnet.

Preußischer

Ae I

Inhalt Deutscblaud.

PER: Breslau, Der Kreis Kreuzburg in Belagerungszustaud 1 . Bundes-:Angelegenheiten. Frankfurt à, M. verfassunggebenden Reichs-Versammlung, Desterreich, Wien, Freiherr von Lebzeltern-Collenbach in Nuhestand verjeßt, Errichtung eines Jäger-Bataillons der sächsischen Nation in Siebenbürgen, Execution, Die Mißtrauensvoten gegcn Abgeordnete Sachsen. Vresden. Die Leiche Nobert Blums. ; i Hessen und bei Nhein. Mainz, Truppeu-Bewegungen, Mecklenburg-Schwerin, Schwerin, Gesetze, beireffend die Auf- „hebung der ständischen Verfassung und die Klöster, Schleswig - Holstein. Nendsburg, Verurtheilung, Haders- leben, Schiffsbau. i: L : : Frankfurt, Frankfurt a, M, Bürgermeisterwah', l i Ä usland. Desterreict + Venedig. Vermischtes. N Frankreich. National-Versammlung. Petitiensbericht, Reile- folge der organischen Gesege. Paris. Die Präsidentenwahl, Ds Über die organischen Gesetze, Depeschen an den Papst. —— a Nehmed Pascha. Negierungs-Kommission für Algerien. Vermischtes, SLOENTLQIEN Unis Irland. London, Hofnachricht, Auftrag ee S Englands Politik in Jtalien, Oester- Niederlaude. Aus dem Haag. Den, F r afer ge Neventlow. Berrver, D aur Moe Neue Einri ¿s Justi Fi n Nane, nhagen. Neue Einrichtung dès Justiz- uud Fi- Schweiz, Be rn. Zoll-Experten - Kommission. Lz DièBuns desstadt, Aargau, Bericht-Einforderung in Betreff der Flüchtlinge „talien, Rom, Cirkular - Note an das diplomatische Corps. Die Detusung einer konstituirenden Versammlung erwartet, Neapel. Der 2 Papst und der toscanische Konsul. Turin, Die Minister-Krisis. Vercinigte Staaten vou Nord-Amerika. New-York, Adresse _ deutscher Kaufleute an Herrn von Gerolt, Ï E S Börsen- und Handels-Nachrichten.

Verhandlungen der

Minister Baud.

Beilagen,

E S

lichtamtlicher Theil. Deutschland. |

Preußen. Breslan, 12, Dez. (Br. Z.) Hier is fol- gende Bekanntmachung erschienen: „Tie bedauerlichen, von der ro- hesten Gewalt begleiteten Vorfälle, die sih in der Nacht vom Zten zum 4ten d, M. in den Dörfern Ober- und Nieder - Rosen, Kreises Kreuzburg, zugetragen, und neben der Zerstörung des Eigenthums mehrerer Familien bis zur Ermordung eines hochgeachteten Mannes, des Herrn von Gladis, geführt haben, und ähnliche gewaltsame Hand- lungen, die si{< in den leßten Tagen im Kreise Rosenberg zugetra- gen und {hon in drei Fällen zum Gebrauche der Waffen genöthigt haben, wodurch gleichfalls Menschenleben gefährdet worden stud, ha- ven uns die gebieterishe Pflicht auferlegt, mit außerordentlichen ernst= lihen Maßregeln einzuschreiten, um dem Geseße wiederum die gebüh= rende Geltung zu verschaffen. :

„Wir erklären daher, unter Genehmigung des Königl. Staats- Ministeriums,

den Kreis Kreuzburg, Regierungsbezirk Oppeln, mit folgendem Um-

freije und Demarcations - Linie hiermit in den Belagerungszustand. „Die Demarcations-Linie beginnt an der \<lesis<-posens<en Gränze in der Gegend von Dörnberg, folgt der Straße von Kempen auf Reichthal, umschließt diese Stadt mit, ferner Skorischau, Streliß, Groß-Steinersdorf, Eckersdorf und Hönigern, folgt mit Einschluß der daran liegenden Ortschaften der Straße von Namslau auf Op- peln, bis zum Stoberbach, diesem abwärts bis zum Einfluß des bud- towißer Flößbahes oberhalb Karlsmarkt, dann aufwärts mit allen daran liegenden Ortschaften dem eben gedachten Flößbach über Bud= towiß und Thule, Kusznia und Trzebitschin, Sausenbcrag, Leschne, Wyssoka, Lonniß und so dem Lomniß-Bach mit allen daran liegen- den Vrtschaften folgend bis zum Einfluß in die Prosna bei Koßobi so daß außer dem kreuzburger Kreise ein östlicher Gränzstcih des iamélauer Kreijes, der nördlihste Theil des Kreises Oppeln, und die größere nördlihe Hälfte des Kreiscs Rofenberg mit in den Rayon des Belagerungsstandes einges{hlo}sen sind. i :

„Die in tieser Beziehung zu treffenden näheren Anorduungen werden fortan von dem mit der Ausführung des Belagerungs= Zustandes beauftragten Königlichen Obersten und Commandeur des 4ten Husaren-Negiments, von Bouin, der zugleich die zu dem Zwedke be= orderte Zruppenmacht fommandirt, ausgeben, | N N Als Civil-Kommissarius ist dem Obersten von Bonin der Ober= Negterungsrat) Kieschke beigeordnet.

Breslau, den 11. Dezember 1848,

Der Ober-Präsident der Provinz Schlesien, Jn Vertretung : y

von Schleinigt. Der kommandirende General des 6ten Armee-Corps, Ju Vertretung : von Lindheim, General - Lieutenant, General-Adjutant Sr. Majestät des Königs und Commandeur der 11ten Division,

aur L das ne

Sundes- Angelegenheiten.

Frankfurt a. M., 12. Dez. (O. P. A, Z.) 4133ste Sihung der verfassunggebenden Reichs-Versammlung. Tages= ordnung: Fortseßung der Berathung über den vom Verfassungs-

Ausschusse vorgelegten Entwurf „der Reichstag‘, und zwar über Ar=-

tifel I, S. 4 t. #,,. Al, Ul b Art. TV, Die Sigung wird um Jz Uhr Vormittags dur< den Präsidenten H. von Gagern er- ossnet. Die Abgeordn, Kromp aus Nikoleburg in Mähren und a Prato aus Roveredo zeigen ihren Austritt qus der National= Versammlung an, A: f cine von dem Akgeordn, B. Weber an das Neichs -= Ministerium des Junern -geit>{tete Zn'crpellation beziebend erfläârt Abgeordn. Esterlc, daß der ausgeschie“ene Aba. a Prato, obwohl gleichzeitig Mitg!icd des österreichischen Reichstages niemals doppelte Diäten bezogen habe, Dasselbe gelte von deu übrigen in gleicher Lage befindlichen österreichis<hen Abgcordueten, Das Resul- tat der in der leßten Situng stattgehabten Ergänzungswahlen in den volfswirthschaftlihen Ausschuß ist folgendes: Als neue Mitglieder dicjer Kommission wurden gewählt: die Abgeordneten B e >er aus Gotha, Stolle aus Braunshweig und Stö>er aus Erlangen, Neu eingetretene Mitglieder, darunker Bu ß aus Freiburg, Amstet - ter aus Breslau und von Neuschüßz aus Königsberg, werden den Abtheilungen eingereiht und wehrere für den Bau der deutschen Kriegöflotte ringegangene Beiträge verlesen. Abgeortn. S <hode: richtet folgende Jnterpellation an den Reichs-Minister der Justizr Laut Nachrichten vom 3ten d. M. i} Ludwig Giabow zu Wien wèz gean Betheiligung an der doriigen Erbebung verlaftet und vor cin Kriegsgericht gestellt worden; ih frage deehalb das Reichs- Ministe- triuum der Justiz, ob es ihm bckannt ist, daß die Aburtheilungen durch ein Kriecsgeriht in Wien no<h fortdauern, und ob und welche Schritte es gethan oder zu thun gedeckt, um einem ‘olchen rechtslosen Zustande ein Ende zu machen, Eine Juterpellation des Übg. W esendon> an das Reichê=Justizministerium lautet: Ju Erwägung, daß die National- Versammlung bereits set zwei Monaten die Genehmigung zur Ein= leitung einer Untersuhung gegen die Abgeordneten Zip, Schlöffel und Simon aus Trier ertheilt hat; in Erwägung, daß dieser Pro- zeß {hon dama!s bis auf die Vernehmung der Beschuldigten vollständig instruirt war und au< diese Vernehmung bald darauf erfolgte; in Erwägung, daß gerade in neuerer Zeit die Tendenz=Prozesse sich häufen, ohne mit der gebührenden Schnel- CN A Mevan zu werdenz in Erwägung, daß das Reichs = Justiz iferlum, da es guf die Einleitung der Untersuchung amtlich ein- gewirkt, die Verpflichtuag hat, das hiesige Kriminalgeriht zur \<{leu- nigen Beendigung der Untersuchung anzuhalten; aus diesen Gründen interpellire ih das Reichs = Ministerium der Justiz: 41) vb demselben das Resultat der gegen die Abgeordneten Ziß, Schlöffel und Simon aus Trier eingeleiteten Untersuhung bekannt geworden, 2) ob, wenn die Untersuhung noh< nicht beendigt sein sollte, dem Rceichs-Ministe= rium bekannt ist, wie weit díe Untersuchung gediehen, 3) ob das Míi= nisterium nit gedenkt, das hiesige Kriminalgericht zur Beschleunigung der Untersuzung anzutreiben 7? Der Herr Reichs-Mínister der Justiz wird diese Juterpellationen am 15ten d. M. beantworten. Abgeordn. Kuoodt und Genossen stellen den dringlichen Antrag, die Na= tional-Versammlung wolle beschließen, dem Ausschusse für das Squl- wesen aufzugeben, no<h vor der zweiten Lesung der resp, Paragra- phen der Grundrechte über die seit der ersten Berathung der Grund- recht», bezügli<h des Verhältnisses zwishen Staat und Kirche und Kirche und Schule, eingegangenen Petitionen einen statistischen Be- richt zu erstatten, jedoch in einer umfassenderen Weise, als dies seit- her geschehen. Dor niht für dringlih erkannte Antrag wird dem Ausschusse für Schulwes:n und Volkserziehung zur Begutachtung überwiesen. Der Vo!: sißende verkündet die Tagesordnung. Abgeord- neter Eisenstu> beantrazt, die $$. 4, 5 und 6 des Abschnitts vom Reichstag zusammen zu verhandeln, Die Versammlung geht auf diesen Vorschlag ein und entscheidet sich gleichzeitig für die Zulassung der Diskussion üver die genannten Paragraphen, Zur Theilnahme an der Debatte haben si drei Redner für und neun gegeu die An- träge des Verfassungs - Ausschusses einschreiben lassen. Die zur Ver- handlung kommenden Paragraphen lauten: „F. 4. Die Mitglieder des Staatenhauses werden zur Hälfte dur die Regierung und zur Hälfte dur die Volksvertretung der Staaten ernannt, Wo zwei Kammern bestehen, wählen diese in gemeinsamer Sißzung nah abso- luter Stimmenmehrheit. $. 5. Jn denjenigen Staaten, welche nur Ein Mitglied ins Staatenhaus senden, s{lägt die Regierung drei Kan=- didaten vor, aus denen die Volksvertretung mit absoluter Stimmen- mehrheit wählt. $, 6, Wo mehrere Staaten zu gemeinsamer Ver= tretung im Stagatenhause verbunden find, haben diese über die ge- meinschaftlid vorzunehmende Wahl cin Abkommen unter einander zu treffen. Das Prinzip der Theilung der Wahlberechtigung zwischen Regierung und Volksvertretung darf dabei nicht verleßt werden. Das ganze Abkommen ist der Reichsregierung zur Genehmigung vorzule= gen.“ *) M. Mohl begründet folgenden von ihm gestellten Antrag zu dem Minoritätserachten L. $, 4: „Die Mitglieder des Staaten-

*) Hierzu wurden im Verfassungsausschusse folgende Minderheitserach- ten gestellt : i

__(Zu -$, 4.) Statt dieses Paragraphen möge es heißen: Die Mit- glieder des Staatenhauses werden durch die Volksvertretung der ein- zelnen Staaten erwählt, Wo zwei Kammern bestehen, wählt jede Kammer zwei Abgeordnete, (Wigard. Schreiner.) Minoritätserachten Il, Vie Mitglieder des Sitiaatenhauses werden zur Hälfte. von der Volksvertretung der Staaten unmittelbar ernannt, zur andcren Hälfte mit- telbar in der Weise, daß die Negierung für jedes zu ernennende Mitglicd drei Kandidaten vorschlägt, aus welchen die Volksvertretung wählt, Der zweite Saß nach der Fassung der Majorität bleibt, (Ahrens, Mittermaier. SIES ampf, Gülich. Zell.) i

(ZU $. 5.) Minoritätserachten 1. Dieser Paragraph möge wegfallen, (Wigard, Römer.) Minoritätserachten 11, Dia T URN au ten: Ju denjenigen Staaten, welche nur ein Mitglied ins Staatenhaus senden, schlägt die Volksvertretung drei Kandidaten mit ablosuter Stim- menmehrheit vor, aus denen die Regierung wählt, (Schreiner, Wipper- s eus Math, eventuell,)

__ (Zu $, 6. inoritätserachten. Statt tieses Paragraphen heißen; Wo mehrere Staaten zu- gemeinsamer Data, Îm. Sigalerbause verbunden sind, haben diese über die gemeinschaftlich vorzunehmende Wahl ein Abkommen für den Fall unter einander zu treffen, weun nicht eine ge- meinschaftlihe Volksvertretung in ihnen stattfindet, Das ganze Abkommen

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hauses werden dur die Volksvertretung der einzelnen Staaten erwählt. Nuc die vom Volke gewählten Abgeordneten haben bei diesen Wahlen Stimmrecht.“ Eventuell, wenn diese Fassung verworfen würde , be= antragt der Redner, den gedachten Paragraphen so zu fassen : „Die Mitglieder des Staatenhauses werden tur die Volksvertretung der einzelnen Staaten erwählt. Wo zwei Kammern bestehen, wählen dieje in gemeinsamer S bung nach absoluter Stimmenmehrheit.“ Der Redner ist der Meinung, daß dur die Annahme des Auëshuß-An- trags der alte Bundestag wiedir zum Leben gebracht werde. Ein Fortschritt sei unmöglih, wenn bei dem Grundsaße des Selfgogern- ments die Hâlste des Staatenhauses von den Regierungen ernannt werde. Um wenigsten seien dicjenigen Vorschläge zu empfehlen, welche die Staatenhaus - Vertretung zu gleichen Hälften von den Kammern der Einzelstaaten gewählt wissen wollen. Gfrörer aus reiburg: Werde den Regierungen die Ernennung der einen Hälfte des Staatenhauses zugetheilt, so heiße dies nichts Anderes , als das dynastishe Juteresse werde die Hälfte des Staatenhauses er- nennen. Diese eine Hälfte werde in diesem Falle nur cine verhüllte Versammlung von Büreaukraten, Diplomaten und Bundesge= sandten sein. (Heiterkeit.) Der Unterschied vom alten Bundestage bestche aisdann nur in der größeren Anzahl der Mitglieder. Handle diese eine Hâlste ehrlich, so müsse sie dem Willen ihrer Fürsten ge- mäß handein; handle sic unehrlih, was leiht mögli sei, so berge das Stagtenhaus eine Schaar von Jutriguanten, die bereit seien, ihre Stimmen zu verkaufen, Solche Marionetten von Wien, Ber= lin u, st. w. werde man aber bald erkennen, wie denn ein folhes Staatenhaus überhaupt als ein Produkt unglü>licher politischer Quacksalberei angesehen werden mise, Dagegen wünscht der Red- ner das Stagtienhaus zusammengeseßt zu einem Drittheil aus den Provinzialständen der einzelnen Staaten, zu einem Drittheil aus den höchstbesteuerten Gewerbsmännern und Jndustriellen und zum leßten Duitiheile aus den höchsibesteuerten Grundbesißern. Ah-= ren: En kräftiger Bundesstaat müsse zwis<hen dem cen- tralisirten Frankreich und dem absoluten Rußland geschaf- fen werden. Der Volksgeist habe no< nicht alle politische Formen durchlaufen, und darum könne die Zusammensebung der amerikanischen Häuser uicht vie beste, nit die einzig mögliche sein. Der Redner erfennt den Grundsaß an, daß ein Bundesstaat durch seine Glieder vertreten werden muß. Aber nur ein \oziales Staaten- vaus werde eine Zulunft haben. Der Redner empfiehlt die Organi-

ist der Reichsregierung zur Genehmigung vonzulegen, (Schreiner, Wigard,)

sation der hannoverschen Kammern, indem er sich vorbchält, bei der zweiten Lesung dcr Verfassung einen besonderen Antrag in dieser Be- ziehung einzubringen. von Linde schlägt folgenden Verbesserungs- antrag vor: Statt $. 4 zu seßen: Die Mitglieder des Staatenhauses werden zur Hälfte dur<h die Regierung und zur Hälfte durch die wahlfähigen Grundbesißer und Gewerbetreibenden selbst gewählt, Statt $. 0 zu seßen: Jn denjenigen Staaten, welche nur ein Mitglied ins Staatenhaus senden, wählen die Regierung und die Grundbesißer und Gewerbetreibenden abwe<selnd.Jn $.6 is statt des Wortes „„Volksvertre=- tung‘ zu seben: „Wahlberechtigten“, S, Schluß der Debatte wird angenommen, Zimmermann aus Spandau beantragt namentli Abstimmung dur< Stimmzettel, S<werin durch Nimens s Aufruf, mit dem Bemerken, daß die neulihe Abstimmung durch Stimmzettel deren Unzuverläßigkeit bewährt habe. Dahlmann, als Berichter- statter, rügt es, daß einige Redner für die Anträge des Ausschusses si< haben einschreiben lassen, da sie do< gegen diese Anträge ge= sprochen hätten. Bei einer Kritik der Minoritäts - Erachten bemerkt der Redner , ob denn der Grundsaß noch gelten solle, daß die aus der Majorität der Kammern hervorgegangenen Ministerien ( Wider- spruch links) das Vertrauen verlieren sollten, sobald sie daraus her= vorgegangen seien. Die Abstimmung wird vorgenommen. Der Antrag des Abgeordneten M, Mohl wird abgelehnt. Eben so das Minderheits - Erahten und der Antrag des Äbgeordneten Eisen- stu>; „Die Mitglieder des Staatenhauses werden dur die Volks-= Vertreter der Einzelstaaten nah absoluter Stimmen =- Mehrheit gewählt. Wo zwei Kammern bestehen, erfolgt die Wahl in gemein- samer Sibung“‘‘, mit 292 gegen 153 Stimmen. Zu Beschlüssen wur= den folgende Paragraphen des Mehrheits-Verfassungs-Entwurfs er= hoben: „F. 4. Die Mitglieder des Staatenhauses werden zur Hälfte dur die Regierung und zur Hälfte dur die Volksvertretung der Staaten ernannt, Wo zwei Kammern bestehen, wählen diese in ge= meinsainer Sißung nah absoluter Stimmenmehrheit, $. 5. Jn den= jenigen Staaten, welhe nur Ein Mitglied ins Staatenhaus senden, {<lägt die Regierung drei Kandidaten vor, aus denen die Volksver- tretung mit absoluter Stimmenmehrheit wählt. F. 6. Wo mehrere Staaten zu gemeinsamer Vertretung im Staatenhause verbunden sind, haben diese überdie gemeinschaftli<h vorzunehmendeWahl ein Abkommen unter einander zu treffen. Das Prinzip der Theilung der Wahlbere<tigung zwi- schen Regierung und Volksvertretung darf dabei niht verleßt wer- den, Das ganze Abkommen is der Reichsregierung zur Genehmi- gung vorzulegen,“ Bei der Verhandlung über die $8. 7, 8 und 9 schreitet die Versammlung ohne Diskussion zur Abstimmung. Das Ergebniß derselben sind folgende Beschlußfassungen über die von der Mehrheit des Ausschusses vorgelegten Anträge: „F. 7. Wenn meh-= rere deuts<e Staaten zu einem Ganzen verbunden werden, \o ent- scheidet ein Reichsgeseß über die dadur< etwa nothwendig werdende Abänderung in der Zusammenseßung des Staatenhauses. $. 8. Mit- glied des Staatenhauses kann nur ein solher werden, welcher 1) Staatsbürger desjenigen Staates oder Staatenverbandes (\, $. 6) ist, welcher ihn sendet, 2) das 30ste Lebensjahr zurückgelegt hat, 3) sih im vollen Genuß der bürgerlichen und staatêbürgerlicen Rechte befindet. $. 9, Die Mitglieder des Staatenhanses werden auf ses Jahre gewählt, Sie werden alle drei Jahre zur Hälfte erneuert. Bei außerordentlichen Reichs - Versammlungen, welhe na< Ab- lauf der für die ti d Erneuerung bestimmten Periode und be- vor noh die neuen Wahlen zur aächsten ordentlichen Reihstagssibung erfolgt sind, berufen werden, bilden die Mitglieder der leßten ordent= lichen Sißung au< für die außerordentlihe Sihung das Staaten- haus.“ (Zusaß des Abgeordneten Ko < aus Leipzig.) Während der Abstimmung hatte Vogt beantragt, daß den Anträgen des Verfas-