1849 / 13 p. 2 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

iesen aiogenden Befugnissen, Eremtionen und Abgaben, über aus diesen Nechten fließenden Desugnjjen, S ( : S Aufhebung der aus dem guts - und s<hugherr-

die durch die unentgeltliche HU[YE e } s Se sanbo fließenden persönlichen Abgaben und Leistungen bedingten

Abänderungen des Ablösungsgeseßes vom 18. Mai v, J., über die Ein- führung des Schwurgerichts in allen shwereren Strafsällen, ( die neue Orduung der Kirhen- und Schul-Angelegenheiten. Auch die sonst no< nöthigen Geseß „Entwürfe werden sobald als thunlich vorbereitet und age vorgele rdeit, em Landtage vorgelegt werde | icht verden h Dem lbaftesten ix Uebereinstimmung mit den übrigen thüringischen Staa- ten zu treffen, bei anderen wird die Geseßgebung benahbartexr größerer Staaten zu berücfsichtigen sem. s ; Je mehr si< aber die Großherzogliche Staats-Regierung bewußt ist, ihrerseits mit allen ihr zu Gebote stehenden Kräften dahin zu streben, daß aud) I durd das Reichs-Gefeß über die Grundrechte zum Thetl nur in L 4 ib L 4 A Mj V 1>VY Aussicht gestellten Nechte den 0 n des Zl ; t bald zu Theil werden, um so mehr fühlt sich dieselbe verpflichtet, die Staats- Ui 54 4 E G E - e 7 Rab ; angehörigen auf das den Grundrechten beigegebene Einführungs-Gesei hin- gey! A4 uwetisen, welwes dit & i 4 h [ As diejenigen, welche erst in Folge vorbehaltener Reichs- oder Gesegze Geltung erlangen werden.

Landes-

Besonders is hier hervorzuheben, daß nach Artikel 7 des Einführungs- Geseßes bis zum Erscheiuen der betreffenden neuen Gesege die seitherige Geseßgebung in Kraft bleibt: L | 1) binsichtlih des Rechts, seinen Aufenthalt und Wohnsiß an cinem |

Orte zu nehmen, Liegenschaften zu erwerben und darüber zu verfügen, einen Nahrungszweig zu betreiben, das Gemeindebürgerrecht zu ge winnen (Art, 1, $. 3 der Grundrechte),

Befugniß zur Haussuchung zum Schuße der Abgaben- erbebung und des Waideigenthums , Art. 3:,;$, 10, 3: der Grunde redte und Art. 7 des Einfübrunasgesehes,

2) hinsict!ih der kirchlichen Verhältnisse, der Cidesleistung, der Erforder- nisse zur Gültigkeit der Che und der Führung der Standesbücher (Kirchenbücher) (Art, 9, $8. 17, 19, 20, 21 der Grundrechte),

1) hinsichtlich der Verhältnisse der Schule und der Lehrer, so wie der

Verpflichtung zur Entrichtung von Schulgeld (Art. 6, $$. 23, 26,

Grundrechte),

hinsichtlich der Beschränkungen ves Eigenthümers bei Verfügungen

über seinen Grundbesiß, ferner hinsichtlich der Patrimonial - Gerichts-

barkeit mit ihren Ausflüssen, der Familicn-Fideikomisse und Lehen

(Art, 8, 35, 1) 38, 39 der Grundrechte), endlich

6) hinsichtlich des Gericht3sstandes und Gerichtsverfahrens, ingleichen der Strafbefugnisse der Verwaltungs- und Polizei - Behörden, (Art. 9

der (Grundrechte).

„Das Großherzogliche Staats - Ministerium erwartet, daß si<h alle Staatsangehörigen hiernah achten und daß insbesondere die Beamten, Vfarrer, Schullehrer und Ortsvorstände in ihren Kreisen dahin wirken wer- den, etwaige Mißverständnisse über die Auffassung und Auslegung der Grund=- | reie zu berichtigen.

Weimar, am 6. Januar 1849. Großherzoglih Sächsisches Staais - Ministerium. von Waßzpdor f,“

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/ Lili Ber 23 hintit<tli der

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66, 383,

Sc<hleswig-$olstein. Rendsburg, 8. Jan. (H. C.) | Ler rendôburger Bürgerverein hat nachstehende Adresse über die Wahl | des Reichs - Oberhauptes einstimmig beschlossen und gestern an die | deutsche Reichsversammlung eingesandt:

„Oohe Reichsversammlung !

Entscheidende Momente für die Zukunft Deutschlands nagen inhalts<wer heran; über ein Kurzes werden Sie in den wichtigsten Abschnitt Jhrer Berathungen eintreten und den Schlußstein der Ver- | fassung des deutschen Bundesstaates einfügen, werden Sie die Be. stimmungen über das Reichs-Oberhaupt feststellen. Jn dieser Zeit, iu welcher Bli oder Unglü> unseres theuren Vaterlandes in Frage steht, in dieser Zeit, in welcher Sie, die Vertreter des deutschen Vol- fes, die große wichtige Entscheidung zu treffen haben werden, dürste e geziemend, dürfte es nothwendig erscheinen, daß das Volk seine Stimme erhebe, auf daß Sie seine Ansichten erkennen und dem über- | wiegenden Volkswillen in Jhrem Beschlusse eine gebührende Rech- | nung tragen. |

,, Die Herzogthümer Schleswig - Holstein haben in der jüngst verflossenen Zeit mehrfa<h Gelegenheit gehabt, die Volfsstimmung derselben auf das entschiedenste auszuspre<hen und darzulegen. i

„Das \<leswig - holsteinishe Volk wünscht und wili, glci dem ganzen deutschen Volke in seiner Mehrheit, den Schluß der Müärz- Revolution, es will diesen Schluß in cinem dauernden, festen Zustande

des großen Vaterlandes, mit dem sein eigenes Geschi> unzertrennlich

| | | |

|

| | | | | | verbunden ist, es will ihn, weil es nur auf diese Weise hoffen darf, | die März- Errungenschaften si< dauernd bewahrt zu sehen, während | ine fortdauernde Bewegung, an si<h \<on undenkbar und auf die | Länge unhaltbar, alle errungenen Freiheiten und Gerechtsame des Vol« | fes ob der im Hintergrunde lauernden, blutigen Revolution vollstän= | dig wieder in Frage stellt; das Volk Schleswig = Holsteins will mit dem ganzen übrigen deutschen Volke die Einheit, Freiheit und Macht | Deutschlands, als das klar erkennbare Endziel aller der Bewegungen, welche seit dem März v. J. unser großes, s{<6önes Vaterland nach allen Richtungen hin durhzu>t haben.

„Wie dieses Streben zu verwirklihen sei, darüber sind die Ansichten verschieden ; hier die unsrige, welche wir ehrfur<tsvoll der hohen Reichs-Versammlung auszusprechen uns erlauben. Wir treten zwar in dieser Frage, wenn auch die gewählten Vertreter cines aus zahlreichen Mitgliedern bestehenden Bürgervereins, welher einstimmig diesen Beschluß gefaßt hat, dennoch nur als ein kleiner Bruchthezl des \{<leswig-holstein hen Volkes vor die hohe Reihs-Versammlung, | bezweifeln aber feinesweges, daß mit uns die Majorität des Volkes | übereinstimme und glei<h uns si< auszusprehen niht unterlassen | wae : _ „Wir wünschen, daß Deutschland a!s ein einiger und einheit- |

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licher Bundesstaat in die Reihe der europäischen Großmächte eintrete und in allen seinen Gliedern durch die Vertretung des NReichs-Ober= hauptes ein entsheizendes Gewicht aus die Geschide der Welt er- lange. Wir wollea daher, damit nit eine Wahl des Oberhauptes Qu ein e over ein Direktorium von vorn herein die Schwäche | p c pla « d (t Ÿ . / ! Einfluse auf E seither das deutsche Volk von dem gebührenten | Zinstusje auf jeiue inneren und äußeren Verhältnisse, den übri | durch Einheit starken Großmächten Europas gegenüber Cen d 4 ten hat. Wenn irgend etwas, so hat das deutsche Doi bur 2 | seine Bewegungen jeit dem März des verflossenen Jahres t A | Streben nach Einheit, Freiheit und Macht mit höchster Einstimmig= | -feit in allen Beziehungen, a!s das Endzi iner d | E zl gen, „das Endziel seiner Wünsche, dur- bli>en lassen. Der Wea, dahin zu gelangen, kann arer jept, na dem Gange der Weltereignisse i ] cifo e G guhe, nm<t mehr zweifelhaft sein, wenn nicht dynastische, over partikularistishe, oder fonfessio 1elle Sonder, nteressen dem Willen der Mehrheit des Volkes entgegcengesegt 'wera ben, wenn nicht individuelle Anschauungen, welche der praktischen Ausführbarkeit entbehren, in der hohen Reichs - Versammlung dem wahren Bedürfniß der Nation, um zur nationalen und materiellen Befriedigung zu gelangen, vorgeseßt werden sollen, Oesterreich hat seinen Schwerpunkt nicht in seiner rein- deutschen Bevölkerung, es hat daneben deutlich gezeigt, daß es dem Kaiserreiche Deutschland hintansebt, Oesterreich aber bedarf des deutschen Bünvnisses, wie Deutschland das österreihishe nit entbehren fann, und möge da- her das lverjüngte Oesterreih in das engste Bundesverhältniß mit dem deutshen Bundes - Staate treten, an dessen Spiße, nah dem Ausscheiden dieses mächtigen, wenn auch jeßt noch in si zerfallenen Staates, keine andere Macht als Preußen, als das in Preußen

endlih über |

Manche Einrichtungen werden jevoh am |

Bewohnern des Großherzogthums thunlich |

Bestimmung bezeichnet, die sogleih ins Leben treten, |

| Recht geben werde.

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herrshende Haus Hohenzollern gestellt werden kann. Die | Reichs - Gewalt muß na< unserer Ansicht einem regierenden Fürsten Deutschlands übertragen werden, welcher zuglei eine über= wiegende eigene Macht besißt, um dem Reiche nah innen und nah außen Einfluß und Ansehen zu verschaffen ; sie muß dem Staate anheimfallen, in welhem seit dem März vorigen Jahres der Schwer- punft Deutschlands gerubt hat, welher Macht die übrigen Staaten bereits si< untergeordnet, welhe indeß nie darein willigen wird und fann, die Jnteressen des mächtigsten deutschen Staates und somit Deutschlands selbst dem Einflusse cineê ihm an Macht uud Einfluß untergeordneten Fürstenhauses anheimzögeben. Preußen hat dur die octroyirte freisinnige Verfassung seinen aufrichtigen Anschluß an das constitutionell - monarchishe Prinzip und an die Sache Deutsch- lands zu erfennen gegeben; wir hegen feine 2 esorgniß, daß dur< die Uebertragung der Reichsgewalt an das Haus Hohen- zollern der Reaction der Weg zur Rückklehr werde ange- badnt werden; wir glauben vielmehr, daß nur eine kräf tige einheitlihe Reihsgewalt im Stande sein werde, den übrigen deutshen Souverainetäten gegenüber die Freiheit des Volkes nach

Neichs - d Lax J , C E J : M2) E ape E Reichs- und Laudes- | innen wie nah außen zu s{üßen und die Reichs-Verfassung in den

Rechten der Einzelnen wie der Staaten mit Kraft gegen spätere Angriffe, die nicht ausbleiben dürften, ausre<t zu erhalten.

„Wir freuen uns, zu vernehmen, daß auch viele unserer süd- deutschen Brüder von ähnlichen Betrachtungen in dieser Frage sich haben leiten lasscn; möge es der hohen Reichs - Virsammlung gelin- gen, in nächster Zukunft denn das Volk wünscht sehnlichst, daß den langen Berathungen rasch die That folge über das Reichs- Oberhaupt einen Beschluß zu fassen, der Deutschland zum Heile ge- rei<t und dem entshicdenen Willen der Mehrheit des deutshen Vol- kes entspricht.

Rendsburg, den 8 Januar 1849,

| GBehorsam|t die Dicection und der Ausschuß Bürger- Vereins,“

(Folgen die Unterschriften.)

Oldenburg. Oldenburg, 7. Jan. (H. K) Der hiesige deutsche Volksverein hat in seiner leßten Versammlung den Beschluß gefaßt, das Cirkular- Schreiben des deutschen Nation! - Vercins in Betreff der deutschen Reichsoberhaguptsfrage dahin zu beantworten : ,„„ daß der Verein in der U-chbertiagung der C?ntral- Gewalt an Preu- ßen, troß ailer Betenken, die siherste, ja einzig möglihe Weise er= blie. um ¿zu eiyer den Verhältnissen entsprechenden lebensfähigen und kräftigen Gestaltung des Vaterlandes zu gelangen.“ Gleichzeitig ward beschlossen, diesen Beschluß unscrem Landtage mitzutheilen, und denselben zu ersuchen, si<h im gleichen Sinne gegen die Regierurg auszusprehen. Der Landtag wird, dem Vernehmen nach, auf dieses Ansuchen eingehen.

Der mit Recht verehrte Präsident unserer Landtags - Versamni- lung, Herr Völdlers, legt leider no< immer und, wie es beißt, hoff- nungslos an Lungenentzündung danieder. Sein Tod würde ein \{hwerer Verlust für den Landtag und für das Land sein.

des rendêburger

Diener, Gan Wel De) Qn dent Veute auss gegebenen ersten Stück des 2wölsten B.ndes unseres Gersegblattes werden I, die Grundrechte des deutschen Volks in 50 Paragraphen, und Il, das Einführungsgeseß, nah dessen Bestimmungen die Grund- rechte eingeführt werden follen, in 8 Artikeln publizirt. Mit dem 17ten d, M. werden die Grundrechte also bei uus ins Leben treten, wenigstens soll dies nah dem Beschlusse der National - Versammlung der Fall sein; in dem Gesegblatte is nihts Näheres angegeben. Zugieih enthält dasselbe Geseßblatt ein Finanzgeseß des Reichsver- wesers für die Monate September, Oktober, November und Dezem- ber 1848, cine Verordnung des Reichsverwesers und Bekanntmachung des Reichsministeriums, die Matrikular - Umlage von 247,456 Fl.

32 Kr. betreffend.

Ausland,

_ Frankreich. National-Versammlung. Sißung vom 8. Januar. Präsident Marrast. Eröffuang 25 Uhr. Ein Bericht des brtr:ffend-n Ausschusses über die Salz- Cinganzssteuer kommt

am nächsten Donverstag zur Berathung, Bauue interpellirt hier-

auf, wie {hon erwähnt, das Ministerium wegen der auswärtigen An-

gelegenheiten. Das Miuisterium müsse jeßt, na<h der Wahl des Jer, ;

Präsidenten, seine bestimmte Ansicht über sein Verhalten, vornehmlich in Jtalien, äußern. fratishen Kabinets, der Bewegungen in Genua, Toëcana und Rom könne eine oßn:hin nur zum früheren Stande zurückleitende Vermitte- lung nihis mehr helfen, zumal Oesterreich nihts davon wissen wolle, Ferner müsse das Ministerium si< darüber erklären, ob es si< einer Einmischung Oesterreichs in die Angelegenheiten des Kirhenstaates mit bewaffneter Hand entgegenseßen oder sih mit Oesterrcich und Neapel verbinden wolle, damit der Papst, selbst auf die Gefahr eines in ganz Jtalien

Angesichts des in Sardinien eingeseßten demo-

ausbrechenden Religi-ns- Aufstandes, zurü>geführt werde? Dritteus habe das Ministerium si{< über die dem französischen Flotten -= Be- fehlshaber rücfjichtlih Siciliens gegebenen We.sungen zu verantwor- ten. Er (der Redner) verlange eine bestimmte und genaue Auskunft im Namen Frankreichs und der Menschheit, Was Spani-a betreffe, so wolle er bier nur anfübren, daß Fraufreih seine Soldaten nicht zu Werkzeugen der Juquisition hergeben dürfe. Die Bifreiung Jta- l:ens, das Bündniß mit dem freien Deutschland, die Wiederherstellung Polens, das seien die von der fraazösischen Revolution übernommenen und jeßt zu erfüllenden Verpflichtungen, (Unterbrehung.) Was habe man gber scit 10 Monaten überhaupt, was gegea deu Einmarsch der Russen in die Moldau und die Wallachei gethan ? Habe Frankreich keine Politik im Orient? Drouiu de l’ Huy s, der Minister des Auswärtigen, entgeg-

nete, wie das Ministerium erst kürzli<h erwähnt habr, daß es die

verschiedentlih eingegangenen Verpflichtungen friedlih zu lösen hoffe, jest aber eine uabegränzte Zurü>haltang fordern müsse. So viel fönne er jedo sagen, daß die s{hwebenden Unterhandlungen uirgends unterbrochen worden, denn das Ministerium stehe in voller Vermitt lung und Unterhandlung. Die Kriegs- und Friedensfrage könne da- her nicht. vorschnell auf tiese Tribüne gebracht werden. Es habe kürzlich zwei Arten von Politik gegeben, die eine, wel<he den Frieden in glänzender Rede verheurlihe, und die andere, welche den Krieg durch die Finger gleiten lasse. Er (der inister) nähere sih der er-

| sten und werde nimmer zur zweiten si< herablassen. (Beif ll) La=

martine protestuüt gegen die leßten Aeußerungen, da die provisori- [Ne Regierung nur eine aufrichtige, geseblihe und nationale, in ihrem anifest M ee C A NEEE habe, welcher die Zukunft schon edru Rollin griff das Ministerium gleich- a ae r „daß man doch endlich gegen die vielfa ver- Stn an ‘Fra se bestimmte Beschuldigungen und keine Redensarten müsse auft T dinfe sih aber nicht erniedrigen lassen, sondern Vai reten E handeln. Der Minister des Auswärtigen Gottes pra a L! die für Besprehung auswärtiger Angelegen= L mgänglihe Ruhe uxd Leidenschaftslosigkeit. Die Regie- g unterhanble und rene dabei auf die Mitwirkung der Natio=

nal- ; ; A S Die Versammlung ging darauf zur Tages-D1d=

Paris, 9. Jan. Zu Anfang der heutigen Sivung der Na- tional-Versammlung hielt Herr Bixio es sür nörhig, gegen Verlcutit- dungen zu protestiren, denen er, wie er sagte, in den Departements Journalen ausgeseßt sei. Bei dieser Gelegenheit erklärte er, cup sein Rücktritt aus dem Ministerium ihn keinesweges in die Opposition getrieben habe, sondern daß er die Politik seiner ehemali- gen Kollegen unterstüßen werde, Herr Odilon Barrot bestieg darauf die Tribüne, um zu sagen, daß der allgemein bez annte Charafter, des Herrn Bixio hinreice, um den Verleumdungen, über welche er sih- beklagen zu müssen glaubte, die ihnen gebührende Gere Gatten widerfahren zu lassen. Dann wurde die Wahl Louis H Bonaparte ¿ für Korsika wegen dabei vorgekommener ernster Unrege!mäßigfeiten für ungültig erklärt, worauf die Versammlung den zweiten und dritten Artikel des Geseßentwirfs über die Arbeit in den Gefängnissen annahm. Am Schluß der géestigen Sihung latte Herr J. Favre no< die Veröffentlihurg des vom Präsidenten der Repu-

blik an Herrn Leon von Mallevill? ger:<teten Schreibens ( st. das vorgestrige Blatt) zur Sprache gebracht. Herr Odilon Barrot sprach die stärlste Mißbilligung über diese Veröffentlihung aus, glaubte

aber , die Versammlung habe Besseres und Wichtigercs zu thun, als si mit Verhandlungen zu b. schäftigen, welche nur öffentliches Aer- gerniß erregen könnten, auch diejen Gegenstand zur

worauf ubel Tagesort nunc übergegangen wurde.

Der spanische Gesandte und der portugiesische Geschäftsträger haben der französishen Regierung angeblich den Antrag gemachk, dit römische Frage durch einen Kongreß zu schlihten, we <er zu Madr stattfinden und zu dem alle fatholischen Mächte ihre Repräsentant \chiden follten.

Das Journal des Débats meldet, daß gegen Radebky's, die Güter der lombardiswen Emigranten, di Januar wiederkehren, zu sequestriren, remonstrirt werde.

Die Kommission: zur Vorbereitung des organischen Gesehes den Unterricht hat sih bereits für zwei Prinzipien cinst'mmig erklärt, nämlich erstens für unentgeltlichen Unterricht, zweitens für absolute Freiheit und Verpflichtung aller Bürger, den Elementar - Unterricht zu genießen.

Dieser Tage werden die Mörder des General zweiten Kiiegsgeriht abgeurth-ilt,

Ueber die Frage wegen Auflösung der National - V bemerkt das Journal des Débats: „Was fehlt denn der Ver= sammlung, daß man ihre Auflösung so bald wünsch? Das, was die Kraft jeder Repräsentativ =- Versammlung ausmacht: die sichere Ueber-

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einstimmung der Repräsentir!en mit den Repräsenttrenden.

zug darauf aber herrscht Zweifel, und das genügt. Wir rec<huen länglih auf den Patriotismus und die Uneigennüßigkeit der Natio- nal- Versammluna, um überzeugt zu sein, sie werde selbst wollen, daß dieser Zweifel aufgeklärt werde, und das fann nux dur<h neue len geschehen,

Der National tadelt Form und Inhalt der neulichen Sarruk= {ben Jaterpellation, eben so das antiministericlle Biatt Crodifk, Das Siécle spriht seine Verwunderung aus über die neue (6 welhe die strengen Republikaner als Vertheidig p des Präsidenten spielen. Die Opinion publique sa

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Republik von gestern lecut eine neue Rolle. Sic wacht ihr Pulver ges{<wärzten Hände, wird Jutrigantin und s{|ägt thr Hauy quartier in dem Vorzimmer des Präsidenten auf. Wir jehen heute

in der Person der Herren Germain Sarrut und Dupout von

Mutius Scävola den Hofmann und Brutus den Kammer

spielen. Mit dem eifrigsten Bemühen haben wir in den langen Reden der beiden Herren nihts Anderes eutdeen fönnen, als eine grobe an den Präsidenten der Republik gerichtete Schmi

chelei und einen sehr wenig republifanishen Eifer, si<h die Ci genwilligkeit, die man bei ihm vorausseßt, zu Nube zu machen. fömmt ihm entgegen, man zürnt, daß man das Vberhaupt tes Ska nicht hat wissen lassen, wer aufrihtig und wer nur zum Scheine mit ihm klonspi. irte. Aber die Livree guckte unter der Toga hervor, Ui die Republikaner von gestern, die uns {hon bewiesen haben, | {le<hte Herren sind, schienen Herrn Bonaparte zeigeu zu wollen, daß sie mindestens gute Diener abgeben.“

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Ga ( s CONTON D, a

Großbritanien und Jrland. d Königlich preußische Gesandte, Ritter Bunsen, is, wie die Times mcldet, am Sonnabend von hier na Berlin abgereist und wird in vierzehn Tage oder drei Wochen wieder in Londou zuräcier wartet,

Ueber das B.finden des Herzogs von Wellington gibt der Standard berubigende Nachrichten, dio er von Zemgud empfange, der gestern von Strathsieldsaye, dem Landjiß des Herzogs, in London eingetroffen. Der Herzog hatte si. auf der Jagd zwar etwas erfltet, doch warcn die Folgen keinesweges von die um ihn befindlichen Mitglieder seiner Familie die mindeste sorgniß hegten.

Lord Adolphus Fitclarence gab am Freit1g in seiner Wohuung im St, James=-Palast ein Diner, zu welchem der Herzog von Parm ter Prinz Georg von Cambiidge, der Prinz Eduard von Weimar und mehrere Mitglieder der englischen Aristokratie den waren,

Die VLegislatur in von der englishen Regterung Pfd. St. zur Abhülfe des Notÿstandes ì nehmvarer Betingungen zurückgewiesen und is damit in ossene sition gegen den Gouverneur und èa3 Koloual Ministerium in Lon- don getreten. Das Darlehen sollte die Koloute für die Stockung der Zecker-Production, welche in Folge de: Hantelögeseßgeoung des Mutterlandes entstanden is, euntshädigen, und jeßt har die Legiê!atur ein Comité niedergeseßt, um die besten Mittel zu e: forsh-n, welhe dae englische Parlament bewegen fönnen, weitere Entschädigungen für den durch die Zu>ergeseße von 1846 der Kolonie zugesügken Nachtheil zu bewilligen.

Aus Buenos-Ayres erfährt man, daß Herr | d englishe Gesandte, den zu empfangen Rosas sich weigecke, jeß! Er- laubniß erhalten hat, als Privatperson in Buenos-Ayres zu verwe.- len, bis er weitere Jnjtructionen von jener Regieruug empfangen haf,

Das engl:\{e Dampfschiff „Thames““ bringt Bricfe von San J nau de Nicaragua vom 49: Dezember mit der Meldung, daß die beiden Staaten Costa Rica. und Nicaragua den Kiieg gegen cinander erklärt haben. ; . : : ô :

Ju Betreff des Diebstahls auf der großen Westbahn soll die Polizyi wichtige Entde>ungen gemacht haben, über welche die Blât= ter indeß nihts Näheres mittheilen. Jn einem der verhafteteu Viebe hat man einen eutlassenen Conducteur der Eisenbahn erfannk.

Belgien. Brüssel, 10. Jan. Der E ote am preußischen Hofe, Herr Nothomb, ijt gestern früh von Hier wieder auh Berlin abgereist. i S

Ÿ Die Repräsentanten-Kammer hat gestern eizen Theil des Justiz-

Budgets angenommen und die Fortseßung der Diskussion auf morzen vertagt. Bea 24. Februar, dem Tage, an welchen! bie französishe NRevo- lution ausbrach, hatte der belgische Schaß, wie die Jndependance bemerkt, für 27,259,000 Fres. Scheine im Umlauf, welhe am 4, Ja- nugr d. J. bereits bis auf 4,314,000 Fr, abbezahlt waren,

Jama ta hat am angebotene Larlehen von der Kolome wegen unan-

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Schweiz. Bern, 6. Jan. Nachdem die Gesandtschaft des Königreichs Belgien in der Schweiz vom 1. Januar 1849 an aufgehoben i}, sind die Königlich belgishen Konsulate in Basel, Geuf und Zürich mit dem Paßwesen, Legalisationen und sonstigen Kanzlei- Akten beauftragt. Zum sardinishen Gesandten in der Schweiz ist Herr Farina bezeihnet worden.

Mit dem Eintreffen des Dr. Furrer ist der Bundes - Rath vall- zählig geworden. Der Bundes-Rath hat die Militair-Direction au- torisirt, den ehemaligen Professor der Militair-Wissenschaften an der Hochschule in Bern, Herrn Lohbauer, für den Militair - Unterricht zu berufen.

Mit der etdgenössishen Hochschule scheint es dot Ernst werden zu wollen und die vorläufige Behandlung des © egenstandes im Na- tionalrath feine ganz unfrubtbare gewesen zu scin. Dem Vernehmen nah i Bundesrath Franscini, in d. sen Departement die Angelegen= heit einsläat, bercits eisrig mit den Vorarbiiten darüber beschä,tigt und vorgerüct, so daß eine Vorlage an die beiden Räthe möglicher- weise son in deren nächster Sißung erfolgen könnte. .

Luzern. Die Luzerner Ztg. meldet: „Laut einer Korre- spondenz aus Neapël vom 23. Dezember beloben alle Offiziere, welche die Expedition na< Sicilien mitzemaht haben, ciistimmig das tapfere und besourene Benehmen des braven Alfrez von Sonnen- berg (des Sohnes von General von Sonneuberg), welher Adjutant des Gencrals Annunzianti war. Der König aber hat ißm das aus- gezrichnetste Lob ertheilt, indem er demselben den heiligen Fertinan- dus- Orden verlichen, einea Orden, den bis jeßt nur Oberoffizi-re em- pstngen.“

Die Anträge der luzerner Regierung in Betreff einer Anmestie lauten: „1) Den an den Freischaarerz“igen Betheiligten sind die zur Zeit an den Staat erlegten Loskaufs- oder Entschädigungs -Sum- men, ohne Zins, spätestens in fünf jährlichen Abz1hlungen, wovon die erste auf 1. November 1849 2c. fällig wird, zurü>zuerstait.n. 2) Hinwieder sind den dur< die Großratbs - Beschlüsse voin 3. Fe- bruar und !1, August verflossenen Jahres betroffenen Ait-Großrätß$en, Beamten und Rußwyler - Comité - Mitgli-dern die gefo1derten Geld- beiträge, so wie die strafrc<tli<e Untersuchung, erlassen. Von dieser Amnestie sind jedo< diejenigen ausgeschlossen, wehe allfällig des Landesverraths oder anderer gemeinen Verbrechen s{uldig erfunden werden sollten. 3) Dieses Dekret soll dem Veto des Volfes unter=- legt werden,“

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Basel. Die National-Zeitung giebt folgenden Uebero blid über die in der Schweiz erscheinenden Blätter : „Nach unserer Berechnung e: scheinen dermalen ohne Amtsblätter 98 Blätter politi- scher Tendenz oder mit politischen Nachrichten in der Schweiz, unge- fähr 11 mehr als beim Beginn des vorigen Jahres; und mehrere haben die Zahl ihrer wötentlihen Erscheinungstage gesteigert. Die meisten Blätter gehören der freieren Richtung an, jero< mit ver- schiedenen, zum Theil sehr sta:kèeu Schattirungen. Die Stake der Recdten zur Linken verhält sib, wenn man nur die Zahl der Bitter in Anschlag bringt, ungefähr wie 1: 2, i} hingegen geringer, wenn man die Zahl der Ersheinungstage und den dem politischen Stoff gewidmeten Theil in Vergleichung ziet. Die meisten Blätter er- {cheinen natürli<h im Kanton Bern, nämlich 21, uro zwar 7 davo! wöcheutlih 6 bis 7 Mal, Uebrigens i} im Verhältniß seiner Volfs- zahl der Kanton Basel in ver Schweizerpresse am stärksten vertreten. Es giebt feinen einzigen Kanton mehr ohne ein öffentliches Biatt. Die französishe Schweiz zählt 17, die iralienishe 2 und die romani- {he Schweiz 1 Zeitungsorgan, die übrigen sind deuts geschrieben, Außer den politishen Blättern ersheinen no< gegen 30 Zeilschrif- ten, vorzugsweise pädagogischen, historischen, militairischen, firchli- chen, gewerblien, lit:rari\<en, belletristishen oder wissenschaftlichen

Fnhaltes,“

Tessin. Ii der Eidg, Zig, wird bercitet: Dio Stille des Neujahrswechsels macht all. nälig wieder drohenden Ereignissen Plaß, Jn Jtalien scheint der Sturm zuerst losbrecen zu sollen, Zwi neue Noten sind den eidgerbssis<en Repräsentanten zugckom=- men, Ju der einen lehnt Feldmarschall R1debly die Wiederaufaahme des internationalen Verkehrs mit der Regierung von Tessin ab, so lange bis das Dekret der shweizeris<en National-Versammlung über die Entfernung der Flüchtlinge vollständig ausgeführt sein werde; in der anderen droht er die Erneuerung ker Sperrmaßregeln. Grund dieser Schritte seien: der fortdauernde Waffenshmuggel und die Dul- dung der lombardishen Revolutioushäupter Mazzini und Konsorten und deren Braudbriefe, die im Kantou Tessin gedru>t und wodurch die Kaiserlichen Truppen zur Desertion aufgereizt weiden; leßtere Thatsache sei dur Festnahme eines Mazzinischen Emissairs konsta!irt,

bder in Folge dessen zum Tode verurtheilt worden, Nach der G az- etta Ticinese hat die Regierung, von dem heimkl: hen Aufent- alt und die Conspirationen Mazzini's im Kanton Teisia und von

dem Vorhandenfein der bezei{neten Brandschristen, datirt aus Turin, an die lombardishen Konsfrib:rten, in Kenntniß gesebßt, die Arresta- tion des Ersteren verfügt und in Betrcff derx übrigen Punîte strenge Ueberwachung angeordnet. Der Große Rath if außerordentli) auf

den 15, Januar einberufen. ““

Italien. Rom, 30. Dez. (D, A. Z.) Das (bereits er- wähnte) Dekret zur Einberufung der Costituente beginnt mit fol- gender Einleitung: i An dic Völker des römischen Staats. Nachdem die Staaktsgtunia in Uebereinstimmung mit dem Ministerium alle ihre eifrige Sorge darauf gerichtet, daß Besey über die Berufung de! allg: meinen Versammlung der Deputirten des Volks, welche vom ganzen Staate gefordert und von der Schivierigfeit unjerer gegenwärtigen politischen Zustände gebieterisch verlangt wird, zu beschleunigen und zu bewirken, daß sie ven den Kammern angenommin und beschlossen werbe, damit eine aligemeine Zustimmung eine feste Negierung möglich mache, welche ausdauern könne gegen den drohenden Stoß der Syaltun- gen und der sozialen Auflösung, haben Giunuta und Ministerium ihre Vemühun- gen verloren gesehen, weil die Kammern wegen fehlender ges mäßiger Anzahl, statt sie zu billigen, nicht einmal zur Disfussion derselben gelangten. Mitt- lerweile erhob si<h ein anderes Hinderniß durch das vom Fürsten Senator Corsini eingereichte Entlassungsgesuch, durch welches die Giunta eines Mit- glieds beraubt warb. Von der anderen Seite dräugte mehr und mehr die Noth und wuchsen die Gefahren bei jeder Stunde des Aufschubs dergestalt, daß Verzögerung jener Maßregel, welche sih als einziges Heilmittel dar- bot, den Staat verderben hieß und Verrath am Vertrauen der Völker, Deshalb sehen die Minister und die no< übrigen Glieder der Giunta ein, daß, da sie si< im Besige der Macht bcfinden, im Angesichte so großer Gefahr, ihre Schuldigkeit sei, sh über die Schwierigkeiten zu erheben und nah augenbli>licher Bekanntmachung jenes Gesetzes unterdeß zeitweilig die Last ver Regierung zu tragen bis zur Berufung der Versammlung, unbe- schadet der Rechte wessen au<h immer, Welche Geseplichkeit immer man- geln könnte, sie wird erscht durch das höchste Gesey des öffentlichen Wohls, welches jede Handlung heiligt, die zu demselben führt. Das Volk kann nicht ohne Regierung bleiben: ein Volk, welches über dieselbe b-rathen will, fann nicht bin, gehört zu werden, Jndem wir daher zeitweilig sür jene Scrge tragen und zugleich diesen cinmüthigen Willen der Völker unter stüßen , weihen wir dem Gebot «ciner Nothwendigkeit für das allgemeine Wohl. Geleitet daher durch dicses höchste Gesey , werden wir fortfahren, provisorisch den Staat zu lenken, indem ein Jeder von uns den Pflichten seines Ministeriums obliege, und indem wir gemeinsam über Alles berathen, was über die besondere Vellmatt eines Jeven hinausgeht, Und indem wir mit dem dringendsten uny wichugsten Akte beginnen , d, h, mit Beru-

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fung der. getannten allgemeinen Versammlung, beschließen und befehlen wir, wie folgt 2c.“

Kardinal Autonelli, Staatsprosegretario des Papstes , hat dem diplomatischen Corps eine Note über die leßten römischen Ereignisse eingehändigt, Sie ist aus Gaeta vom 23, Dezember datirt,

Neapel, 24. Dez. (Tímes.) Aus der Antwort Neapels dur< den Fürsten Cariati auf das englische Ustimatum (unt beziè= hungsweise auf die leßte französische Note) in Betreff der sicilianischen Frage, entnehmen twoir Folgendes: Der König will durhaus nichts von einer sicilianishen National-Armee wissen; was eine besondere Con- stitution und andere Verbesserungen betrifft, welche seine sicilianischen Unterthanen hon seit mehreren Monaten rfklamiren, so ist er bereit, Alles zu gewähren; aber er fragt, welhe Mittel die vermitieinden Mächte in dem Falle anweuden werden, daß die Sicilianer seie An- erbietungen ausshlagen. Außerdem mache er bewrerklih, daß Spa- nien, da cs ein eventuelles Recht auf den Thron von Neapel hat, wenn die jezige Linie aussterben sollte, gefordert hat, zu jeder Kon-

frre: z oder Negociaton, die mit irgend einer europäishen Macht an- geknüpft werde, zugelassen zu werden; daß der Abbruch der diplo- matishen Beziebungen zwishen St. James und dem Eskurial | Spanien niht allein hindere, seinen Bevollmächtigten nah | Neapel zu \{<!>en, sondern auch verhindere, daß die Forderung des Herrn Temple, des en:lishen Gesandten, bewilligt werde. Herr Temple is ferner benachrihtigt worden, daß er seine Mittheilungen in der sicilianischen! Frage von jet an an den Fürsten Satriauo (Gene- ral Filangieri) und nicht an den Fürsten Cariat. richten möge. Auch siad die Gesandten von Rußland und Spanien und die der Mächte, welche die Verträge von 1815 unterzeichnet haben, benachrihtigt, daß der König wünscht, sle möchten an jeder Unterhandlung übec diese Frage theilnezmen. Die Gesandten Englands und Frankreichs baben deshalb izre Kabinette um neue Jnäructionen gebeten. Der König von Neapel nimmt eine festere Haltung an, weil er der Un- terstüßung des Kaisers von Rußland gewiß ist. Die Expedition gegea Sicilien näre, ohne die gegenwärtige Lage der Kirchenstaa- ter, {hon wieder aufgenommen.

Portugal. Lissabon, 30. Dez. Die Thronrete, wel<e am 2. Januar zur Eröffnung der Cortes gehalten werden soll, is bereits entworfen, Sie enthält cine Hinweisung auf die Verlegen- heiten des Papstes, dur welche die Verhandlungen über die Rechte der portugicsishen Krone und die geistliwen Zuter:}en des Volîs ins Stocken gekommen, desseuu1geachtet aber doh schon einige Resultate gebracht habenz serner die Auzeige vom Abschluß eines Vertrags mit Brasi‘ien wegen der Schifffahrtszelle, von erinec beabjichtigten neuen Einrichtung der Steuerversassung und ovn Maßregeln zur Hebung | der Kolouieen,

Herr Gomez de Castro, Minister der auswärtigen Angelegen heiten, is zum Visconde de Castro ernannt.

republifanischen Aufstand, der aeg{n Ende Dezembers ausbrechen jollte, trag:n tie Unterschristen von Das Antas, Bomfim, José, Estewago, Samp.90, Galomba und Andere. Doch ließen si<, wie man hört, ur gegen den E‘genthümer des Blattes RNevolucao de Setembro, H rrn Sampayo, fompromittirende Bew ife b.i ringen, und die Re- gierung wird baher nur diesen vor Gericht stellen.

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Vereinigte Staaten von Nord-Amerika. New- York, 20. Dez. (Journ. d. Déb.) Jn Bézug auf die Skla- venfrage ist fürzli< auch cin Beschluß von den beiden geseßgebrnden Kammern Süd-Karolina?s gefaßt worden, der einer Kriegsectiärung oder wenigstens einer an die Stagten des Nordens gerichteten Drohung gleihkömmt, sih von dem Bunde treunen zu wollen, falls die Abolit.onisten zu Washington triumphiren würden. Eine andere Frage, welche au<h wohl lebhafte Debatten erregea wird, ist die der Zölle, in Bezug,auf welche wiederum die Bewohner des Südens andere Jruteressen verfolgen, als die des Nordens. Ungeachtet der äußersten Wichtigkeit dieser beiden Fra-

gen i es doch das neue Eldorado, Kalifornien, wel%<cs am meisten |

die Gemii!her bewegt, welches alle Köpfe in den Vereinizten Staa-

ten veidreht. Neue Nachrichten sind no angekommen und kündigen

an, daß man an einer Menge anderer Punkte, daß mau überall Gold

in Ueberfluß gefunden habe. „Wir sind dahin gekommen““, sagt der Talifornian, „eine Mine in unserer Straße graben zu schen.“ Nlbrigens if eine folhe Fluth von Reichthümern für eine Menge Leute ein Unglück geworden. Der Preis des Mehles ist in Kalifor- nien von 36 Dollars für 60 Pfund auf 80 Dollars gestiegen, Die- ner sind für fein Geld zu haben, und der arme Gouverneur von Ka- lifornie:i ist gezwungen, sich selbst die Küche zu b.forgen. Man wird sich also niht wundern, zu hören, daß das Fieber der Auswanderung nah Kalifornien alle Weit ergriffen zu haben scheint: Es ijt eine epidemische Kraukheit, sagen de Jourzale. Am 20. Dezember kiüin- digte man zu New - York 31 Schiffe an als absegelud nah dem Lande des Goldes, zu Philadelphia 17, zu Bostos 9, zu Port- land 2, zu Baltimore 7, zu Charleêtowy 2, zu New-Orleans 11. Noch mehr, man versichert, daß 410,000 Auswanderer s{on durch St, Louis gekommen seien, um sich zu Lande nach Kaliforuien zu be- geben, daß endlih mehr als 2000 Reisende {on ungeduidig zu Pa- nama die Dampfböte erwarten, welche ste ins gelobte Land bringen sollen. Jn der Münze zu Philadelphia haben Untersuchungen die legten Zweifel gehoben über die Wirklichkeit der in dem Thale des Saccamento entde>ten Schähße. |

Baan t d Nachdem dur<h das Ullerhöchste Privilegium vom 4. Dez-mber 1848, (Geseß-Sammlung Nr. 57 de 1848) wegen Ausstellung auf den Jubaber lauted.r Obligationen der Stadt Berlin zum Bes trage von Einer Million Thalern und städtischer Kämmereischeine zum Betrage von 600,000 Thalern zugleich gestattet worden ift, daß die früher ausgestellten, zu 35 Prozent jjährlih verzinslichen berliner Stadt-Obligationen in solche, welche mit 5 Prozent jähr- lich zu verzinsen sind, umgewandelt werden dürfen, hat der Magistrat die Erhöhung des Zinéfußes von 34 auf 5 P1o- zent zährlih zunächst von denjenigen 1,500,000 Thalern berliner | Stadt-Obligationen, deren Ausfertigung auf Grund des Allerhöchsten | Privilegiums vom 4. April 1845 (Geseß-Sammlung Nr. 13 de 1845) erfolat ist , und welhe sämmtliÞ vom 1. Januar 1846 datirt sind, bestimmt. Die demna auf 5 Prozent konvertirten berliner Stadt - Obli- gationen siad ‘als solhe dadurch kenntlich : i 1) daß dieselben oberhalb links unter der Bezeichnunz der Lit. der Obligation mit folge:dem Vermerke : Gonv Artie auf Fünf pro Cent vom lsten Januar 1849. ab. Der Magistrat. in rother Farbe bedru>t worden sind, und daß 2) unter dem Schlusse der Obligation das größere berliner Stadt-Siegel mit der Juschrist: Siegel der Haupt- und Residenzstadt Berlin, 1709 troden eingedru>t wor-

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Die der Regierung in die Hände gefallenen Papiere über etuen | l

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Die zu solchen fonverticten Obligationen gehörigen Coupons sind aleihfalls mit rother Farbe in schräger Linie von unten inks nah vben re<ts die Worte

Convectirt auf... so wie der jedeêmalige Geldbetrag in Worten, unv außerdem auf jeden Coußon unten rets über die Worte :

„Vier Jahre nah der Zahlungszeit is dieser Coupon verfallen“, der nah erfolgter Konvertirung zu zahlende Zinsbetrag mit Zahlen in rother Farbe gedru>t worden.

Das betheiligte Publikum wird hiervon in Kenntniß geseht.

Berlin, den 8. Januar 1849,

Der Magistrat.

Auswärtige Börsen.

Breslau, 11. Zan. Holl, und Kaiserl. Dukaten 964 Bx. Friedrihsd'or 1134 Gld. Loutsd?or 1125 Gld. Poln. Papiergeld 935% und #4 bez. Oefsterreichishe Banknoten 90% bez. und Gld. Staats - Shuldicbeine 78% Br. Seehandlungs =- Prämien - Scheine a 50 Rthir. 96 Br, Posener Pfandbricfe 4proz. 95% und 96 bez. und Br., do. 34 proz. 81 Gld. Sles. Pfandbriefe 34proz. 90% Br., do. Lit. B. 4proz. 92; Br., do, 3¿proz. 825 Gld,

Polnische Vfantbriefe alte 4 proz. 914 Gld, do. neue 4proz. 941 Gld., do. Partiallozse a 300 Fl. 99 Br., do. a. 509 Fl, 73 Br. Russish- polnishe Schaß - Obligationen a 4 pCt. 705 Br.

Actien. Obersthles. Litt. A. 935 Gld., do. Litt. B. 934 Gld. Breslau - Schweidn. - Freib. 87 Br. Niederschl. - Märk. 71% bez., do. Prior. 975 Gld., do. Ser. I. 95 Br. Ost-Rhein. (Kölris Mind.) 79% Br. Sächs.-Schles. (Dresd.-Görliß) 76 Gld. Neisse-

Brieg 37 Br. Krakau - Oberschl. 39; Br, Friedrich - Wilhelmê- Nordbahn 375 etw. bez. und Br. i Wechsel-Course. Amsterdam 2 M. 142% Gld. Hamburg a vista 1505 Gld, do. 2 M. 1493 Gld. London 1 L. St. 3 M. 6.25. Beclin a vista 995, do: 2 V, 994,

Leipzig, vom 11, Jan. ist die Post ausgeblicben.

Frankfurt a. M., 9. Jan. Met. 5proz. 744 Br., 735 G. B. A. 1484 Br., 1179 G, D. L 25 Fle 215 Br. 214 G, Nane 21 G. Hope 80% G. Stiegl. 80 G. Jut, 49% Br., 48x G. 3proz. 195 Br., 194 G. P. 300 Fl. 98% G., 500 Fl. 72% Br., 72; G. Kurhess. 255 Br., 25% G. - Sard, 245 Br., 245 G. Bad. 262 Br., 26% G. Taunus 271 Br, 269 O. Bexbach 67% Bri, 67% G. F.-=W.-Nordbhahn 38 Br., 37% G, FKsöln-Mind.

802 Br., 80 G. Amst. k. S. 1005 G, 2 M. 957 O. Brill C T0 D Hamb. k. S, 884 Br.,, M. 873 G ib 2 M. 120% Br,

N. d. B. proz, Vet. 737 Our, San, 101, Del 074,

Fr.-Wilh, Nord-Bahn 375. Taunus 269 G,

Mel: ere Fonds, besonders Dest,, waren heute begehrt und bei mehreren Umsähßen höher als gestern. Bexb. angenehmer. Alle übri- gen Fonds und Actien bei mattem Geschäft preishaltend.

Hamburg, 10. Jan. 3$proz. p. C. 78% Br., 784 G. E. R. 994 Br., 983 G. Dän. 65 Br., 645 G. Ardoins 9 Br., 87 G. Zproz. 184 Br., 185 G. Hamb, - Berl, 617 Br., 61 G. Berge- dorf 68 Br., 675 G. Altona - Kiel 839 Br., 885 G. Med>lenburg 36 YBr., 354- O.

Bei wenig veränderten Coursen war nur, sowohl in Actien als

in Fonds, beshränktes Geschäft. Paris, 8. Jan. 3proz. 45. 60, Neue do.

proz. 74. 7d,

den ist,

74.25. Nortbahn 387 . 50.

Die gestern scheinbare Steuerung der Fonds sien st>< heute Mor- gen befestigen zu wollen, jedoch trat gegen 2 Uhr ein ziemlich fihl- barer Rückgang ein, ohne daß man dafür einen Grund angeben

Fénnte. S5proz. 74 Fr. 55 C. 3proz. 45 Fr. 40 T.

Paris, 9. Jan. Cons. 894. $. 4. Span. akt. 14}. 5.

9 Jan. Peru 49, 50, Holl, 2{proz.

London, Mex. 25. $.

Port. Áproz, 254. 26. AOT, 7

Amsterdam, ). Jan. Die Stimmung am Fondsmarkt war heute im Allgemeinen sehr günstig; für Jnt. und 4proz. zeigten s< verschiedene Käufer; eben so war für fremde Fonds viel Kauflust, besonders für Russ., Oest., die sehr gesuht waren ; Port. gut preis= haltend.

Holl. Jnt. 49%, J. 3proz. neue 594. Span. Ardoins 104. gr. Piccen 10, 4. Coupons 6%, 7%. Russen alte 401. Stiegl. 80%, 4. Oest. Met. 5proz. 74%, 4. 23proz, 384, 2. Peru 353, E.

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Markt: Berichte.

Berliner Betraideberi<ht vom 12, Januar. Am beutigen Markt waren die Preise wie folgt : IPeizen nah Qualität 52—56 Rthlr. Roggen löco 255—27 Rthlr. » Pe Frühjahr 82 pfd. 28-— 285 Rtblr. verk. Gerste, große, loco 22—24 Rthlr. » fleine 48—21 Rihlr. Hafer loco nah Qualität 15—16 Rthlr. » p, Frühsahr 48pfd. 15% a 155 Rthblr. Rüböl loco 13/4 Rthlr. Br., 13 G., flüssig 13% a 13%. » p, diesen Monat 125 Rtÿlr. Br., % bez. » Jan. /Febr. 12% Rthir. Br., 12% bez. » Febr. /März 12% Riblr. bez. u. Br. » März /April 12% Rthlr. bez. u. Br. , April /Mai 1274 Rthir. bez. u. Br., ÿ G. Spiritus loco ohne Faß 15 Rthl-e. bez. » 9. Jan. 154--15 Rthlr. » Febr. 155 —154 Rthlr. » y, Frühjahr 16% Rthlr. Br., 16%, G.

Marktpreise vom Getraide. Berlin, den 14. Januar.

Zu Lande: Weizen 2 Rihlr, 10 Sgr., au< 2 Rtblr, ; Rög- gen 1 Rthir. 6 Sgr. 3 Pf., au< 1 Rihlr. 2 Sgr. 6 Pf.; große Gerste 1 Rthlr.z kleine Gerste 4 Rthlr., au< 28 Sgr. 2 _Pf.z Hafer 21 Sgr. 11 Pf., au<h 19 Sgr, 5 Sgr.z Erbsen 41 Rthir. É Sgr. 6 Pf.

Zu Wasser: Weizen 2 Rthlr, 12 Sgr. 6 Pf., auch 2 Rthir. s Sgr.z Roggen 1 Rthlr. 5 Sgr. z große Gerste 1 Riblr. 4 Sgr. 3 Pf., au 4 Rthlr,; kléine Gerste 27 Sgr. 6 Pf. ; Hafer 21 Sgr. 3 Pf., au< 20 Sgr.z Erbsen 1 Rthlr, 5 Sr. (s{le<te Sorte.)

Mittwoch deu 10. Januar, L \

Das Scho> Stroh 6 Rthlr. 10 Sgr,, au 5 Rihir, 15 Sgr. ;

der Centner Heu 22 Sgr. 6 Pf4 auch Sgr,

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