1849 / 39 p. 2 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

von der Polizeistelle einer Gerichtsbehörde Uebergebeite binnen 24 Siates nach dieser Uebergabe von dem zuständigen Richter unter bestimm I T - theilung der Anschuldigungsgründe vernommen werden. 6, O. «Se E 2 Bs geschuldigte soll gegen Leistung Ener vom Gericht angemessen ut oe menden Caution oder Bürgschast aus der Haft lanen A eit, bes nit dringende Anzeigen eines schweren peinlichen Verbre ens s Rer selben vorliegen, welcheufalls die Bestimmung hierüber dem richterlichen Ermessen überlassen bleibt, Uebermaßige Cautiouen óder Burgschaften sollen nicht gefordert Und auch eidlíhe Cautionen könen zugelassen wérden,

¿ 7. Die Verhaftung einer Person wegen Verbindlichkeiten des bürger- lichen Nechis soll in den Fällen, in welchen das Geseß sie zuläßt, nur ge- heben fraft cincs schriftlichen, den zu Verhaftendên so wie. den Gegenstand der Verbindlichkeit bestimmt bezeichnenden ‘richterlichen Befehles, Dieser Befehl muß dem zu Verhaftenden vorgewie]en und spätestens innerhalb ber 1 cktuuden demselben zugestellt werden. $, 8. Niemand darf reinem geseßlichen Richter entz gen werden, Ausnahmegerichte und außer- dentlice Kommissionen sollen nie stattfinden. Keine Strafe fann ange- ht oder verhängt werden, als in Gemäßheit eines Geseßes. $. 9, Die , Während der Nachtzeit hat Niemand das Recht

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Wohnung is unverleßlich.

(11:31

‘n8gefahr oder eines aus dem Jnnern der Wohnung hervorgegan-

enen Ansuchens. Bei Tage kann wider den Willen des Bewohn-.rs Nie-

“and in diesclbe eindringen, außer in Folge einer in amtlicher Eigenschaft

1 gesctlich beigelegten Befugniß oder kraft eines thm von einer geseuli

“ermáchtigten Behörde ertheilten christlichen Auftrages. Cine Haus-

f nur zulässig, 1) kraft eines schriftlichen, decen Grund- und Zweck

nden ricterlihen Befehls, der. dem Betheiligten sofort oder inner-

nächsten 24 Stunden zugestellt werden muß; 2) îm Falle der

| ng auf frisher That durch dèn gescylih berechtigten Bcamten, und

den Fällen und Fommeu, în welchen das Geseß ausnahmsweife bestimmten

Beamten auch ohne richterlihen Befehl dieselbe gestattet, Die Hansfuchung

ß wenn thunlih, mit Zuztehung von Hausgenossen erfolgen. Die Un-

lichkeit der Wohnung is kein Hinderniß der Verhaftung eines gericht-

folgten, $. 10. Die Beschlagnahme von Briefen ünd Papteren,

iner Haussüchung oder Verhaftung, findet nur statt kraft eines

christlichen, deren Grund und Zweck angebenden richterlichen Besebls, welcher

spätestens innerhalb 24 Stunden dem Betheiligten zugestellt wer-

s, 11. Im Fall einer widerrehtlich verfügten oder verlängerten

schaft, wie im Fall ciner widerrechtlich vorgenommenen Haussuchung

er Beschlagnahme von Briefen und Papieren, ist der Schuldige und nöthigen-

3 der Staat dem Verlezten zur Genugthnung und Entschädigung ver-

(2, Das aus der Nachtzeit hergeleitete Verbot besteht für die

, Oftober bis zum 34, März während der Stunden von 6 Uhr

6 Uhr, Morgens, und für die Zeit vom 1, April bis zum 30,

r während ter Stunden von 9 Uhr Abends bis 4 Uhr Morgens.

Auf diejenigen Orte jedoch, welche als Schlupfwinkel des Hazardspiels und

der Ausschweifungen oder als gewöhnliche Zufluchtsorte von Verbrechern

dur den gemeinen Ruf bezeichnet werden, und auf Wohnungen von Pri-

vatyersonen, welche durch ein Straferkenutniß unter besondere polizeiliche

Aufsicht gestellt sind, findet das Verbot keine Anwendung, Jn Betreff der-

jenigen Orte, in welchen während der Nachtzeit das Publikim ohne Unter-

\cheidung zugelassen wird, bleibt, das Verbot außer Anwendung, \o lange sie dem Publikum gebsnet sind.

E e S A 0 Bi

N nsland.

Defterreich. Germannstadt, 24 Jin, (Wien. Ztg) Siebenb. Bote enthält nachstehende Proclamation des Feld- ‘jeutenants Puchner : Das feindliche Armee-Corps, weldes Hermannstadt bedroht hat , ist uach einer mörderischen Schlacht durch die ausgezeichnetste Tapferkeit der Kaiserl, Truppen geschlagen und bis Stolzenburg zurücgeworsen tvorden, Der Feind hat nebst einem großen Verluste an Menfchen aucchz_5 Kanonen ind 4 Munitionswagen verloren, Durch diesen glänzenden Sieg der ge- reten Sache werden die Gemüther der treu gesinnte Bevólkerung wieder ausgeriltet und ermuthigt, Nach verläßlichen Nachrichten soll die an cke. Majestät den Kaiser und König Franz Joseph abgesendete i der Ungarn sich auf Guade und Ungnade ergeben ha- siegreichen Kaiserlichen Armeen in Ungarn sind schon seit dem uar über Ocsa an die Theiß vorgedrungen, und 1hre Hülfe rückt uns immer näher, Unter der ungarischen Jnusurrection und ibren Anfühÿh- rein, von denen Görgei mit seinem Corps von 13,000 Mann sich gegeu Waißen, Pe:czel aber gar nux mit 7000 Mann grgen Czegled sich zurüd- gezogen hat, berrscht bereits cine allgemeine Bestürzung, Da auch selbst diese Zchaaren durch zahllose Deserteure täglich sich immer mehr und {ehr vermindern, so geben selbst [chon die Ultragesinnten alle ihre Hoffnung aufdas Gelingen dieses Funf rrections!ampfes auf. Zu dem kommt noch der entscheidende große Sieg, welchen der Feldmarschall-Lieutenaut Graf Schlick am 4, Januar gegen das 3 Méskáros erfochten und dabei. dasselbe beinahe gänzlich vernich- És hanveli sich dater unter solchen Umständen nur noch um die Ausdauer durch cine furze Zeitz ein. allgemeiner Sièg wird unser und alle unsere Wünsche in Erfüllung bringen. Besouders aber Zzetler in deren Mitte noch immer Verführer und Aufwiegler Verderben brüten, blcibt Eurem mir kürzlich abgelegten Worte und der Pflicht treu, wie es Männern ziemtz laßt Euch nicht mehx dur Trug und Täuschung welche gleich Seifenblasen schon im nächsten Äugenblick vergehen von der Bahn des Nechtes und des Geborsams ableiten! Nur dadurch werdet Jhr die volle Guade Eures milden, aber gereä ten Herrn und Kaisers Euch wieder sichern und Eure eigenen Familien - Wohnsißze vor dem sonst nahen Verderben bewahren, Weist daher deu Verrath aus Eurer Mitte und zeigt vor der ganzen Welt, die Eure Thaten richten wird, daß Jhr einer weiteren Verführung h, Eurer Eide und der Pflicht unverrückt treu bleiben wollei! Hermannstadt, am 23, Januar 1849. Anton Freiherr vou Puchner, Feldmarschall-Lieutenant und kommandirender General.“

theilt folgende Nachrichten vom Kriegsjchau-

umzugänglich,

¡Nach dem Treffen bei Galfalva, dessen Ergebuisse wir unseren Lesern bereits mitgetheilt haben, beschlossen Se. Excellenz der fommanbirende Herr General, ciue feste Position bei Hermannstadt zu bezichen, da elbst die anher beorderten Truppen aus den übrigen Landestheilen zu erwarten uud sodann dem Feinde mit Nachdruck die Spiye zu bieten, dessen Hauptabsicht , sich Vermannstadts zu bemächtigen, genau bekannt war,

„Wirklich verkündeten au \{chon am 20. Januar Abends mehrere Ka- nonenschüßse des Feindes aus der großschener Gegend wahrscheinlich As \ür Leten üher Salzburg dirigirte Kolonne dessen rasche Au- Aayerung und ließen einen Angri in der Nacht oder höchstens mit An- bruch des ages zuversichtlich erwarten, ; Es y _eMnsere Truppen bezogen daher noch bei Anbruch der Nacht die ihnen He ien Stellungen und erwarteten unter den Waffen, voll Muth und Begeislerung, den Feind, Den linken Flügel unserer Stellung bildete die erst am nämlichen Tage herbeigeeilte Brigade Losenau. Den reten Flügel Q das Sentrum die Brigade Kalliang, Herx Feldmaischall-Cieutenant 901 N Lar O ED des Tressens vou seiner anderweiten Best:mmung ) A 22 ¡id ich zur Disposition Sr. Exc i A N Herrn Genirals gestellt hatte, A L Donna dltendeu ten Flügels, Se, Excellenz der kommandirende Herr Geueral leit Es sönlich vom Centrum gus \ämmatliche Dispositionen. i: R

„Mit Anbruch des Tages rückte der Feind in drei Kolonnen, nämli von der Mediascher Straße, vou Salzburg und auf der alten Slrabe un: ter Salzburg gegen unsere Stellung vor, Als derselbe sich Auf Rain genähert und den Augriff vereinigt gegen unsere Stellung vor dem Retran- chement begann, wurde er mit nachdrücklichem Geschüpfeuer empfangen, wel- hes er mit heftigem und gut dirigirtem Feuer erwiederte,

„Da eine Entscheidung des Gefechtes durch diese Kampsesweise nicht zu erwarten war, beschloß der fommandirende General, um diese schneller herbeizuführen, eiuen Angriff mit blanker Wasse. Demzufolge begann der Angriff durch einen von anderthalb Esfadronen Savoyen-Dragoner mit Ertschlossenheit und gewohnter Tapferkeit formirte Attacke, vie nachge- folgten Sturm-Kolonnen der Junfanterie machten cinen glänzenden Angriff

(dringen, außer in Fällen einer Feuers - oder _ Wassernoth,.

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mit dem Bajonette, und, der „bekannten. u8Sharrendent Entschlossenheit unserer braven Truppen „gelgüg:. es, sämmtliche feindliche Truppen us ihrer ersten Stellung Zu Krkreibên, ; Kaum halten die feinblien Truppen sch in ihrer zweiten Pösition ‘aufgestellt , als sie {schon von unseren sie verfolgenden Truppen aufs neue angegriffen wurden, Eine Batterie unter Ober - Lieutengut erle, dessen Entschlossenheit wesentlih zum glücklihen Erfolge ¿beitrug, eine Division von Erzherzog Max ChevauxlegFers nd Mehrere SBataillone griffen den, Fand Funf das muthigste ünd -entschlossenske au, uud. nach ciner langen härtnäckigen Ver- theidigung gelang es, den Feind zum allgemeinen Rückzug zu zwingen. Die Brigâde Losenau verfolgte den flichenden Feiud bis Stolzenbürg, ‘wo noch dessén Queue vön unseren Truppen errcicht und nit Nachdruck “und Erfolg beschossen wurte. Der Anbr1:h der Nacht hinderte an der Fort- seßung der Verfolgung, welche aber nun um jo kräftiger fortgeseht werden wird, da die so eben eingetrof. ne mobile Kolonne des Herrn Feldmarschall- Lieutenants von Gedeon unsere Armee mik bedeutenden Streitkräf- ten an Artillerie, Jnfantcrie und Kavallerie verstärkt und selbe in den Stand geseßzt hat, mit Nachdruk die Offelisive gu er- greifen, Fünf Kanonen, vier Munitionskarren, Waffen und Vorräthe aller Art sind die Trophäen unseres über den Feind errungenen Sieges, Ver Verlust des Feindes an Mannschaft, sowohl Todten als Verwundeten, is sehr bedeutend, aber auch unsererseits haben wir Verlust erlitten (beiläufig 60 —70 Todte und 98 Verwundete), wie dics bei dem gut gerichteten Ge- schüßfeuer und der hartnäckigen Vertheidigung des Feindes nicht anders sein founte. Mehrere verdiente Offiziere starben theils den rühmlihen Helden-

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tod, theils erlitten sie mehr oder minder bedeutende Verlezunzen, Unter den Gefallenen befindet sich der Rittmeister von Papp von Savoyen -Dra- goner und der Hauptmann Braunmüller von Baron Biauchi Infanterie, Den legten Nachrichten nach is am 21sten, um 3 Uhr Nachmittags, ein Theil des Feindes nach der Niederlage des anderen Theiles alsogleich aus Salzburg ausmarschirt und hat die Richtung seiner Flucht über Scho- rostin, Blasendorf auf Thorda_ zu genommen. Auf diesem Wege hat er feinen zu großen Schaden gestiftet, außer Plünderung von einigem Rind- vieh und Pferden, Pelzwerk und anderen Kleidungsstücken. Er entwaffnete nicht nur die Romänen, sondern selbs auch die Ungarn, und nahm 19 Kaiserliche Soldaten mit, die da zur Bewachung des Salzamtes postirt waren

Frankreich. National-Versammlung. Sißung vom 6. F bruar. Anfang 14 Uhr. Präsident Marrast. Dahirel stellt glei nach Verlesung des Protokolls den \chriftlihen Antrag: Bei Kabinetsfragen uicht mehr dur Kugeln, d. b. geheim, jondern durch Stimmzettel oder Ja - und Nein-Rufen abstimmen zu lassen. (An die Abtheilungen gewiesen.) Die Tagesordnung \ch1eibt die zweite Debatte über Rateau's Auflösungs - Antrag vor. Die Bänke sind voll ; es sind wohl an 830 Deputirte auwesend, die Gallerieen über- füllt. Larochejacquelin, Gaslonde, Pierre Bouaparte, Pagnerre, Dufaure, Lanjuinais und Rateau streiten si lange iber die Reihe= folge der Diskussion. Endlich is die Ordnung festgestellt und Ra- teau nimmt das Wort. Er erklärt, daß er sich dem Ameundemeut Lanch- juinais ansließe. (Ah! Ah !) Wolowski thut desgleichen. (Gelähter.) Pagnerre giebt cine ähnliche Erklärung ab, (Stimmen linfs: All= gemeines Bünduiß!)) Lanjuin ais, aus dem Loire- Departement, ein Barrikadenkämpfer vom Juli 1830, später Deputirter des Ctn- trums unter Ludwig Philipp, besteigt die Tribüne und beginnt die Entwickelung seines von Dufaure, Lamartine und anderen parlamen- tarishen Opponenten verabredeten Amendements unker allgemeiner Stille vorzulesen: „Artikel 1. Die National-Versammlung \sbreitet sofort zur ersten Berathung des Wahlgeseßes. Die zweite und dritte Berathung desselben erfolgen in den vom Reglement vorgeschriebenen Terminen, Artikel 2. Unmitteïibar ngch Annahme des Wahlgeseßes find die Wahllisten auzuserligen und die Wahlen selbst für den ersten Sonntag nah definitivem Schluß der Listen auszuschreiben. Zehn Tage nah abgehaltenen Wahlen tritt die legislative Versamm- lung zusammen. Art. 3, Die National - Versammlung richtct ihre Tagesordnung so ein, daß außer. dem Wahlgeseß noch vor ihrer Auf- lösung das Geseß über den Staut8rath und das Geseß über Ver= antwor!lihkeit des Präsidenten der Nepublik und seiner Minister 9oil- ständig volirt werden können. Art, 4. Der Beschluß der National- Versammlung vom 41, Dezember 1848 verüeit in allen Punkten, welche gegenwärtigem Dekret entgegenstehen, feine Kraft.“ Lanjui- nais legt in scinem Vortrage hanptsächtih Gewicht auf den Umstand, daß sich die Versammlung übereilt habe, aus dem Provisorium her- auszufommen, indem sie die Exelutivgewalt zu früh geschaffin habe und auf diese Weise in den bekannten Konflifi zweier C ouve- raine gerathen wäre. Die Erbitterung, welhe die Anträge auf Auflösung hervorgerufen, sei dem Umstande zuzuschreiben, daß sie der Versammiung eizen Tag bestimmten, an dem sie sich auf- zulbsen hgbe. Dies sei unschicklih, Sein Amendement vermeide der- gleihen. Jhm zufolge fönne sich die Versammlung in 67 Tagen, also in der Mitte Apr:l, trennên, Die Linke, besonders der Verg, unterbrach den Redner oft und hefria, wodurh Störungen entstauten. Guichard bekämpft den Azitrag. Die finanzielle Lage set so ens, daß man das Budget vorher prüfen und votiren müsse. „Wir düre fen‘, sagt er, „uns nicht einschüchtern lassen und müssen unser Wik vollenden.“ Seinem Vortrage folgt einige Aufregung, Pagnerre unterstüßt den Antrag. Er betocuert seinen Republifanismus. (Ge- lähter vom Berg*.) Fel.x Pyat bekämpft den Antrag in eine: oft von der Reten unterbrochenen Rede. „Votirt den Antrag“, ruft er, „und Jhr sollt sehen, weiche Stürme ZJhr beraufves{hwört. Der legéslativen Kammer dür‘te ein Konvent oen Gre gung.) Barthelemy de St. Hilgire, Akademiker, erfiärt von vornherein, daß er sich nit anu die exzentris&en Köpfe, sendern n: an die redlihe Einsicht wcude, Er unta:stügt den Antrag. Sar- ráns ‘fragt bie Versammlung, ob sie zu angestrengt set, um ihy zu hören? (Ja, ja! Neïn, nein! Sprechen Sie!) Er zerglieckert tan. die Parteieen nid “spricht vou ciner Organ sation gegen die Repúüblik. Man dürfe sh erst nach Erfülluzg ller Pflibten, welche die Verïiassung vorschreibe, zurlickziehen, Die Republif sei noch nicht ganz fest begründe, Herr von Lamartine (Ah, ah!) habe sie wie einen Luftbalion in die Atmosp“äre geshleadert und zu ihr ge aat: „Falle herab, wo Du wilist!“ (Allgemeine He terfeit.) Er b.kämpft den Antrag. (Zum Scbluß! Zum Schluß!) Lamärtin e erschetut auf der Tribüae. „Erlaubên Sie“, beginnt er, „daß ich ibt ho! an dér Débatte Theil nel.me, dúrch die Bemerkung herauckgfoidert, tie Sie {0 eben vernommen, Der Manu, ter die Ehre hatte, einen so großen Theil an der Bildung unserer neuen Staats-Einrtichtungen zu nehmen, fann sie nit zeistören lassen wollen, noch darf er den Verdacht dulten, daß er sie schwächen lassen wolle, Der Nedur gebt hierauf in eine Darstellung der Feb:uar-, März, April , Mai- und Juni=- Ereignisse ein, und sucht indirekt zu bewriien, wie cft er das Land vom Abgrunde der Anarchie, vom NRaube der Faction des Elendes3 gereèttet, Er \{chwört, daß er keine Furcht vor dem allgemeinen Stinimrecht habe.

Die Versammlung babe sie auh nicht. Dann wendet er sich gegen die rothe Republif und verdammt die Klubs mit ihren mörderichen Vorträgen. Klubs seien es gewesen, die den 16, April, den 15, Mai und 23. Juni erzeugt hätten, Er wolle keine Unheils + Republik, Er sei füx eine Republif, in welher das Janteresse des Arbeiters und Sli A rechtlich verstanden werde, Man solle nicht am ube 46 Ca verzweifeln, weil das Land gemurrt, daß es einmal uf 66 Bicionie en zählen müssen. (Oh! Oh!) Schließlich geht er tit a ie über, üm si zu rechtfertigen, Die Unteérhand= l Züat Sli Les R DeN seien ers nach ihm entstanden, (Lärm.)

¡D Helle der Republf“’, ruft er der Versammlung zu: „Treten wir

ab!‘ Die allgemeine Diskussion is geschlosse. Marraf will die Berathung der Artikel eröffaen. Viele Stimmen: Auf morgez ! Auf morgen! Die Sigzung wird ohue Resultat um 65 Uhr ge- \{lossen. |

Á Paris, 6.zFebr. Die National » Versammlung nahm geftern Abend die-Budinotsche motivirte Tagezordnung nuichi, wie cngegeben witrde, mit A84-gegeu 359 Stimmen an, sondern nur mit 461 ge- gen 359, älso Mit ciner Majorität von 102 Stimmen an. Die Secretaire begingen einen Schreibfehler, den der Moniteur heute berichtigt. Die Fassung des Oudinotschen Antrages lautet nah dem vffiziellen Blatt : „Die National-Versammlung, indem fie die Schlüsse der Kommission annimmt, und in Beiracht, daß das für die Ver= sammlung verleßende Büllet'n förulih von dem Ministerium des

avouirt und gemißbilligt worden ist, schreitet zur Tagesorbnung,“ Durch dieses Votum hat die Versammlung übrigens nur die Dring- lichkeit einer parlamentarischen Untersuhuig verworfen. Der Antrag gebt jeßt seinen gewöhnlichen Reglementsweg. Damit ist die 1 G suhung der Montags-Borgänge noch nicht beseitigt, Heute Y

denn auch die National-Versammlung sofort zusammen, um in ihren Abtbe

lungen die 15 Kommissarien zur Begutachtung des Autrag 5 auf Ralelkin 3 einer parlamentarishen Untersuchung d.r Ereiguisse des 99 Suez und der vou der Reg:erung für jenen Tag geiroffeneu Maß O wáblen. Die Kommission wurde folgèndermaßèn zusammengestellt : Für tie Unteisuchung 6 Mitgüieder, nämlich Antony Thourret, Âlem Rousseau, Souteyra, Germain Sarrut, Demians. und Frichonz gegen den Antrag 9 Mitglieder, nämlich Luneau, Bauart, Guyct Lu- bignon, Porion, Conti, Larohejacquelin, Desèze, Point u::d Abat= tueci, Das Journál des Débats uennt das gestrige Votum in der Untersuhungsfrage eïne weise Transaction zur Herstellung rer Harmonie zwischen Kammer und Präsident, Der Co n st l= tutionnel äußert seine Freude darliver, baß seine Hoffnin= gen erfüllt seien, l Art kel :

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j t (i tia(

Das Si&cle beginnt seinen leitenden , Wir sind in Stand geseßt, einen nahen und glücklichen Ausgang der gefährlichen Mißverständnisse anzuzeigen.“ Der Nation al

die Presse sprechen sick nicht bestimmt aus. De Opinio Prondhon für Erhaltung des Straßenfriedens. Die Patrte

es sei in den Parlameats-Annalen unerhört, daß das ganze Personal der Opposition des Ministeriums angehöre i Ore De San Ce C oie National-Pariei f erti Thiers die Oberleitung anzuvertrauen, w.nn er die Erblichkeit an- erkenne. Der Minister des Junern, Herr Leon Faucher, der in der gestrigen Sißzung der National - Ve:sammlung die von Vadinot vorgeschlagene Tagesorduung unterstüßt, begleitete diese Erk:ärung mit folgenden näheren Erläuterungen : „Zuerst“, sagte er, ¿will 16h de wahren Sinn der gestrigen Note des Moniteur augeben, Ctuige meinen, wir bätten dadurch ter Versammlung Troß bieten woilen, was uns nicht in den Sinn gekommen is. Wir bezweckten blos, das Land in einem Augenblicke zu beruhigen, wo seine Sicherheit uns darch einc Ministerfrisis noch mehr bedroht s{eiuen würde, abgejezen von jeder persönli Len Rücksicht guf die Mitglieder des gegenwärtigen Kabinets. Deshalb werden wir auf unserem Posten bleiben, 11 L ter Präsident der Republif uns mit seinem Veitrauen becë!t,

enige Worte iber das in einem Provinzblatt enthaltene Büiletin, wel man mit Grunb für eine Beleidigung der Republif erklärt hat, ZFch wi de. ole, daß die Regieiuag diesem Bülletin fremd if und seinen Sinn wie fine Worte desavouirt. Jch brauche wohl kaum zu sazcn, daß die Regierung niht beabsiihtigt, die der Ve:smmlung gebühren Ahtung zu verringern oder jene dem Mißtraueu d.s Voik zeichnen z sie ist der Coutre Re- olutiou nicht

neuen Revolution. Und nun noch einize Worte,

tersuhung der Vorgänge des 29, Januar beantragt, und

verlangt die Vecwerfung dieses Antrags, Die Regierung waz doch noch nit gehört, und fe glaubt, hier etwas näher eing müssen. Als wir Jhnen einen Geseß - Entwurf gegen vorleg'en, geschah «s, weil wir eiftannt hatten, daß d eine bestäntige Gefahr für den sozialen Zustand founten Jhuen die Beweise - diesex Gefahr

legen; jeßt können wir es. Jh babe bier Aktenstück, Gefahren dieser Bereine beweisen. D b bitte um Eilagubuiß Auszüge aus den amtlihen Protokoll: n ter Sigungen gewisse verlesen. Man wird sehen, daß die Provinz auch ihre Aufregu»rg hat, die um so gefährlicher sind, weil. \

dung der Gewalt ferner stehen, Man kann sagen,

vinz jede Gemeinde ihren Klub hat. Zu Lyon gtebt e:

oder geheime Gesellchaften. Jh habe die mnitzutbei-entcn

in zwei NRubrifen getheilt; die erste umfaßt die Angriffe

Eige: thum, die zweite aber die Angrisfe auf die öffevtliche ©

Im Klub Raisin der Vorstadt St. Autoine, der um {

wa-, weil dic Redner meistens zu urtheilsunfähigen

hen, sagte cin Wortführer: „, „Jh erkenne Niemandet

den Boden zu tbeilen, der, wie- die Sennenstrahlen, das C

Aller ist; das Eigeuthum 1st das Recht, die Arbeit Anderer

(eßen, und deshalb ift es ein Diebstahl.“ Er seßte hinzu: „,Un- Väter hatten niht das Recht, die Ländereien unter sich zu

heilen, Was die- Ausbeutung der. Vienjchen Mi

den angelt, so ist sie seit 18 Jahren imnier ärger geworde!

Am Klub der Reine Blanche sagte ein Redner: , Fhr

das Ueberflüssige, während wir nicht das Nothwendige haben,

zu habt Jhr fein R. chtz indem er zur Welt klömuit, b1i

Mersch das Recht auf Etgenthum mit. Das wahre Qut

municmus. Stände ih vor- den Richtern, so würde f: i l

gen: Jhr seid nicht berechtigt, mi, zu richtèy, JZhr, die Jh!

Sonne, Familie und Recht auf Arbeit steht.“ Juin Klub

Boulevard du Temple äußerte ein Redner: „„Im gege!

Zustai de der Gesellschaft hat man Recht, zu sagen, daß das

thum der Diebstahl ist.‘ Jm Klub Valentinois sagte eiue

wiegtesten Redner, ein Theoretifer dieser Lehren? „Vin wilden :

stande besteht das Recht des Stiferenz im civilijirten Zustande

zw'ngt man das Volk, zum Recht des Stärkeren zu greifen und die

Flinte zu nehmen, um zu leben,“ Jn einem anderen Klud wurde

gesagt: „Wenn wir eine wahre Republik haben, so wird das

Nolk Recht auf Arbeit hazbcnz es wird dasselbe sogar seinen GVeaneri

bewilligen und ihnen die besten Pläße geben, weil sie die Schwäche=

ren sind, Nur durch Gleichmachung der Reichen und Armen wird

man die wahre Demokratie erringen können,“ Jm Klub der Bar=

riere Poissonuiere verlangte cin Redner cin Drikret, welches die den

Auszgewanderten bewilligte Milliarde den Armen zurückgeben solle.

Jm nämlichen Klub ward geäußert, dem Volke gehöre der Hande! ;

sein Elend liege an ihm selbst; es brauche sich nur alles Eigcuthums

zu bemächtigen, Jm Klub des Faubourg du Temple lud der Präsi

dent die Bürger ein, Aktenstücke über den Juni-Aufstaud beizubringen,

um zu beweiscn, daß die Jusurgenten keine Mörder seien. Ein Red=-

ner sagte, daß er eine Verfassung nicht anerkenne, welche das Recht

auf Arbeit niht anerkenne und die Rekrutirung Und Todes=

strafe beibehalte. Ein anderer Redner bemerkte, nit die

Juni - Verurtheilten, sondern die Richter bedürften der Am-

nestie. Jn” einem anderen - Klub sagte wan? „Mit Hülfe

der Verständigung kann man Frankreich organisiren und aufregen z

man kgnn durch den Sozialismus einen Staat im Staate bilden,

5)

1

durch den

und dies muß geschehen. Ein Redner rief: „„,„Was wir, die so- «ialistishen Demokraten, verlangen, is eine rothe Kugrl®/ # Fh ¡lub Valentino, roo von Ernennung des Obersten der ersten Legion ¡je Rede war, wurde Lucian Murat gefragt, ob er, falls sein. Vet- ter sich zum Kaiser -eruenuen...lasse, bereit sei, .1hm einen Dolch in die Brust zu st. ßen? Auf seine Antwort, daß man ¿hm einen Meu chelmord zumuthe, ward er gefragt, ob er denn Charlo:te Cordey und den, welher Rossi umgebracht, für Meuchelmörder halt schen, daß man in diesen Klubs dahin gekommen war, die Theilung -der Güter zuzulassen, so wie „Diebstahl und Meuche!mord zu legitimiren. Diese Lage, wenn sie sich verlän- | freien Lande die größte aller Gefahren; ste s ein=- Ordnung, eine bleibende Gefahr, und wo diese Ve- x Aufruhr nicht feru. Die Regierung war benach-

aris ein Konplott sich bildete und gleichzeitig in

usbrewen sollte; sie wußte, daß die geheimen

2 t 1

gat im Staate, eine Waffenerhebung beschlossen,

ur Verbreitung der Bewegung in die Departe

id die eutschlessensten Leute eiligst nach Paris he=

. Dies Komplott sollte Anfangs voriger Woche loebrechei.

or es b:schleunigen mußte, hat seine Vereitelung gistattet.“

fübrte nun an, wie der Vescluß husichtlich ‘per Mobil

tebrere Offiziere dieses Co: ps, we!che entlassen w-rden sollten,

b, hre Leute aufzuwiegeln, worauf ein kleiner Theil

1 Sonnabend zu Paris meuterisch aufgetreten und ein

on im Fort Labrihe sogar zu offenem Aufstande ce\hritten

„Jett glaubten die gebeimen Gesellschaften den

gekommen, und b- schlossen, die Vollfüßrung des

its zu beschleunigen, Am Sountag Morgen gewahrte man

unabsehbaren Zug von Blousenmä:.nern, die als Arbeiter ver-

waren, denn nicht die wahren, sondern die falshen Arbeiter

die Ruhe. Dieser Zug, in w:lchem man mehrere Barrikaäder-

fs bemerfte, beselzie verschiedene Hauptpunkte, brach fi d aber bei der

leine an einem ebernen Walle; er erfaunte seßt, daß der Widerstand

r fein werde, und wi vor der ihm entgegentretenden G. walt

t zurü. So war es uns nmöglich, die Emeute ohne

Blutvergießien zu unterdrücken. So lauge die Regterung sich Män-

ern gegenüber sieht, welche eine nebenbubleriswe Gewalt aufitellen

len, wird es ihr Recht und ibre Pflicht sein, geaen diese Männer

fämpfen. Dies sahen wir ein und handelten danach, Zum Giüdck

iten wir einen blutigen Znsammensioß vermeiden,“ Der Minister un die Verhaftung Forestie1?s

| i l + 4

ie1's, der gegen die Subordis

hate, und berichtete nuoch weitläufig über die

den Departements, wethe an “reten Drtel!,

in Konflikte augegeartet sei. Oberst Forest'er

erwähnt, wieder freigelassen i, protestirt nun gegen

g als eine Willfürmaßregel des Ministers des Junern,

c bringen den Text verschiedener Dank Adressen,

der National. Versammlung und audere Kérpers{chf-

Bereine an jenen Oberst gerichtet, Cr wurde in förmlichem

aus dem Gefängnisse in seine Wohaung geführt, und in

greren Legionen der Nationalgarde fubsfribirt man für eten Cho

egen, der ibm übverreiht werben soll. Gestern nabm die Po!izei

ei Büreaus der ¿Volks - Soiita:ität“ alle Papiere weg und

6rte Herrn Dameth, den Direktor dieser öfonomishen Gesellschaft,

62 die Einsihrung eines Umtaulches aller Produkte unter den

ben Klassea bézwedckt, in das S'abtgefängniß ab. Man glaubt

dase guch dieser Verhaftete, gleich Forestier, bald wieder werde freigelassen werden,

Marschall Bugeaad halt bei Feiner Anweseuiheit in Bourges, woo

jest nach Lyou veriegte Hauptquartier der Alpeuarmee anfangs

ven Stautpunkt haben sollte, an die Civil- und Vi itairbehörden

t die ibu bearüßien, ‘eine Anrede gehalten, in der er unter

es gls seine und ganz Fraukreihs Ueberzeugung er-

je Departements in Zukunft uiht mehr die Tyrannei

Tactiozen ertrazen dürften, Wenn die 'othe. R: publit

cinzigen Tag in der Hauptsiadt slege, wenn es thr gelingen

{sidenten ter Republik zu stürzen, so werde er si sofort mit

zen wollten, nahParis begeben, um die Brsellschast zu vex-

aus werde er sein Auge stets auf Par s be-

dieäama! nothweuttig werben s-llte, daß er an

"iß und der Natioualgarden der Provinz

der Hauptstadt zöge, so hoffe er, daß er mit Gottes Hülfe

Ordaung nicht blos für einige Zeit, snde:n sür immer

werde. Die Alpenarmee, die Anfang Sommer vorigen

etwanige Jnterventionsfälle an der savoyischen Gränze

zogen wurde, rüdcdt jeßt allaiälig im das Junere des

Eine Vrigad- mit zwei Batteriecn Artillerie 1 bereits

Der Marschall Bugeaud is bei dieser Ar-

gbinarihn t.

( M arr a schreibt an das Journal des Debakëz - E 1 I O L lo S OEN S onnabenda 8, Ser Men Der L Artikel Jores Fou nas vor, 1n welchem Sie mich unter ttejengen ür die Erwägung der Anklage gegrn das

Jch g: stede Jhnen, daß mir di9zer

Ú, r

ional- Versammlung babe jema's darüber

N / e , D P eputirten zaßlen, bie

Ministerium gestimmt völlia unbemußt Wär, ì i ab estimmt, vb die Ankigge gegeu d 1 Meintjzettum in C1 il ung Lu iehen sei oder mt. Alles, worüber jte aostimmite, L stand n der

»: Ob die Anklage den Abtheilungea oder ken Ausschiissen zur

2A N E c G F io hps N 1Cti2 utachtung zu überweijen Die Versammlung hat sle dem ¿7Fusiz- (6\chuß überwiesen. Jh aber bevaupte ¿ nod, daß W! dieje j omité fompetent il

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il 0 und wenn diese Kompekenz- eturfrage noch einmal zuy Abstimmung grdra ht wird, jo Finmen wie neulid, Mein Votum hat keine antêrè Ab

: ih überrascht, ZJhnen

Bedeutung, und tch fühle mich flärung geben zu müssen. Jh darf woh! von Zyre? , doß Sie dieser Erkiärung dieselbe Oeffentuichkeit ver Sie meiner Gesinnung eine Deutung gaben, ge Namen der Wahrheit protestne. (gez,) Marr U Mittelst des Antrages, welchen Lanjuinais heute in ter Nat10= nal-Versammlung gestellt, die Zahl de1 organischen Geseße auf drei 1 reduziren, nämlich das Wahlgesch, bas Staatsr thôögeseß und das (Zeseß über die Veran!wortlihkeit des Piäsitenten und der Vänijster mr ollen Dufaure , Lamartine ‘und die Übrigen Koryphäen der parla- jentarischen Opposition der Debatte über Rateau's Antragen auf {ufósung der National-Versammlung ein veisöbnlihes Ende sichern, Liuch der Präsident Vonaparte foll sich für dieses Amendement ei krt baben. ; as Cavaiguac hat, den Blättern aus Bourges zufolge, bereits Zim- mer im tortigen Hotel des Postes für die Dauer des Mai-Prozesjes gemiethet. Unter den Advokaten, welche die Gefangenen vertheidi gen ren, nennt man Bac, Ledru Rollin, Vignerti und Jules Favre. Ï . i E i Die Hauptstadt ist heute ganz ruhig. Zur Vorsicht zogen je= voh einige Compagnieen Nationalgarde unter Trommelsch!ag nah den Mairie - Aemtern, Unter der Mobilgarde soll immer noch eine dumpfe rung herrschen. Changarnier trift daher alle Vorsichts- maßregeln; so sollen Mobilgarde und Linie verschiedene Parolen er- balten. Die Polizei hat auch einge Personen verhaftet, die an ihren Hüten weiße Kokarden trugen,

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Großbritanien und Irland, London, 6. Febr. Im Oberhause wurde gestern die Antwort der Königin auf die Adresse der Lords vorgelesen ; sle lautet: „Jh danke Ew. Herrlich- feiten für die Versicherung Jhrer Loyalität gegen Meine Person und Jhrer Auhänglichkeit.an..die Institutionen des Landes,‘ Das Unter- haus nabm ten Ausshußbeucht über seine Adresse entgegen, berieth über Modificationen der Geschäfts - Ordnung, wobei ein Antrag des Herrn Gibson, daß keine Rede über eine Stunde dauern solle, außer wenn ein Antrágsteller seine Mötion begründe eder ein Minister eine Erwiedeiungsrede -halte,-mit 96 gegen 62 Stimmen verworfen-wurde, und genehmigte dann die Ernennung einer Kommission zur Prüfung der Wirkungen des irländischen Armen-Geseßes,

Die Parteistellung im Unterhause hat sich bedeutend verändert. Das Unterhaus zerfällt jezt in vier Parteien : 1) die reinea ministe- riellen Whigs; 2) die fonservative Partei, welche aus der alten Schubpartei und den Konservativen aller Schattirungen besteht ; 3) die Angäuger Sir R. Peel's ; 4) die Partei der Reformer aller Art, an deren Spiße Cobden, Hume und Baring steben, Cobden's ‘Partei wird auf 150 Mitglieder geihäßt, welche besondeis in Han- delsfragen auf die Unterstüßung der Peeliten hoffen. Dagegen is de Scugpartei seit Bentink's Tode desorganisirt, und es hat si noch Niemand gefunden, ter ihn zu ‘erseß-n vermöchte, Der Stan- dard schließt aus dem Unstande, daß die Partei Peél's vor der Eröff: ung ter Parlaments - Session keine vorbereitende Versamnilung gehalten, und au bei der Adreß «Debatte in beiden Häusern ganz geshwiegen hat, sie waite nur auf die erste passende Gelegenheit, si dem Ministerium anzuschließen.

Die Times is ganz einverstanden mit deu vou beiden Parteien im Parlament als Grundlage der englischen Politik ausgesprochenen Prinzipien: Die Aufrechterhaltung freundschastlicher Verhältnisse mit fremden Staaten, ohne Rücksicht auf izre Regierungsform, vornehm- liche Rücksicht auf alte Verbündete, strenges Festhalten an dem durch Verträge festgestellten Reht und dem völkerrehtlihen Ocbraucd, wenn sie au no,h so sehr den Sympathieen .und der Aufregung des Au- genblickes widerritten. „Anklagen gegen einen Minister“, fährt die Times fort, „lassen sich auf zweierlei Weise begegnen: entweder weist er sie zurück und bestreitet sie, oder er giebt die Thatsachen zu und rechtfertigt sein Benehmen. Wir [würden es für tie Ehre des Landes und das Wohl der Regierung lieber sehen, wenn die Lord Palmerston zugeschrievenen Thatsachen übertrieben, als wenn die ihm üuntergelegten Beweggründe wahr wären. Das wenigstens bestreitet tie Regierung. Sie bestreitet, daß die Mister die alten und bleiben- den Ansprüche des üsterreichischen Bündnisses vergessen haben. Sie b st eitet, daß sie ihren Gesandten ia Spanien äangereizt habe, gegen das spanische Kabinet zu intriguiren, Admiral Parker's Einmischung wird mit Gründen der Meyschlicbkeit, nicht der Politik gerechtfertigt, und in Griechenland wird ein Diplomat, der si nur zu lange durch ein herguzforderndes und erfolgloses Austreten ausgezeichnet hat, durch einen anderen von versühulihem Benehmen uad guten Fähigkeiten erseßt. Wenn dies Anzeichen sind, daß die Lehren der leßten Mo- nate bei der Regierung nicht fruchtlos gewesen sind, so sind wir gauz zufrieden.“ Die Times hofft, daß die dem Parlament vorzulegen- den Papiere die beruhigenden Erkiärungen der Minister bestätigen wrden, und giebt nah den ihm bereits vorliegendea Nachweisen eine Darstellung des Verlaufs der bsterreichisch - lombardischen Vermitte- lungsverhantlungen. Demnach ging gegen Ende Mai v, J- Oester- rei tur Baron Hummelauer England um dessen Vermittelung an und erbot ih, dem lombardisch-venetiauishen Königreich unter einem österreichischen Erzherzog eine nationale und gesonderte Stellung und ein eigenes Heer zu geben, wenn der neue Staat jährlih 4 Mill,

Fl, zu den Staatsausgaben beitrage und 10 Mill, Fl. von den Zin- »

sen der Staatsschuld übernehme. Die Herzogthümer Parma und Piacenza sollten medbiatisirt werdén und ersteres an Oesterreich, leß- teres an Piemont fallen, Da: aber die englische Diplomatie damals der Meinung war, daß eine Jntervention Frankreihs nur verhindert werden kenne, wenn Oesterrei Jtalien ganz räume, so glaubte Lord Palmerston bie Vermittelang unter den gegebenen Be dingungen nicht überne)men zu fönnen, Den nächsten Tag kam Herr von Humme- lauer mit einem neuen Vo:scilage, wonah Oesterreich die Lombardei qanz freigeben und nul Venedig, a's lesondcren Staat konstituirt, bebalten wollte, Lord Palmerston crflärte ffckch gern bereit, zwischen Oesterrei und seinen ordentlichen Unter. ha1en zu vermitteln, von vem Einfalle Sardiniers war utt dir Mede, fürchtete aber do, daß das Gefühl geiondeiter Nationalität so lebhaft und allgemein bei den Jtalienern sei, daß dae Verbleiben der italienishen Provin- 1en bei ÖDesterreich diesem weit mehr foste, als sie werth seien, und

das das Anerbieten, die Lombardci aufzugeben und Venedig zu be-

halt.n, zu spät komme und keinen Erfolg haben werde. Unter diesen

Umständen wollte die englische Regierung eine Vermittelung, die keine

Ar:slicht auf einen glücklihen Ausgang hatte, nicht übernehmen.

T emnach stellte sie noch den Autrag, der bereits aufgegebenen Lom- bardei au nech vou dem ventianishen Gebiete Brescia und Rovigo hinzuzufügen, Ehe das österreichische Kabinet auf diesen neuen An- traa antworten fonnte, änderten tie Siege Radeplg's die Sach- lage der Dinge gänzlich, und der Vermittelungsplan ruhte, bis der König von Sardinien die Hülse Frankreids und Englands anm itef.

Jn Kanada wurde am 158, Jauuar die dortige Legislatur mi ‘iner Rede des General - Gouverneurs ciössnet. Er sagte, daß die Königin alle diejenigen , welhe oh in Folze der Aufstände von 1837 und 1838 Strafe leiden, begnadigen welle. Die Beschrän- fingen, denen der Bebrauch ter franzbjischen Spracke noch unter- liegt, sind duc Parlaments-Beschluß aufgehoben, Den Provinzial- 3 börden wird die vollständige Ueb rlassung der unabhängigen Ver- waltung des Post-Departements in Aussicht gestellt. Für den Bau ciner Gifenbabn zwischen Halifax und Quebek sind Einleitungen durch vollständize Aufnahme der betreffenden Linien act:offeu. Die Be- ‘haffung vo Fo: ds zur Bollendung derx S1. Lorenzkanäle wird a! gelegentlih empfohlen und die Unterstüßung der Elementarschulen auf Staatskosten in Aussicht gestellt.

Nach ben let!'en Berichteu aus New-York, die bis zum 23. Januar reihen, war 1m Kongreß uichts vou besonderem Juteresje vorgekommen. Man hatte die Sklavenfrage und die Aufnahme Ka- lifornieus als Staat wiedcrhoïi zur Sprache gebracht, aber ohne zu einem Resultate z1 gelangen, Der Konvent des Südens hat das Manifest Calhoun's gegen die auss{ließl he Autiskiaverci-Politik der nördlichen Staaten angenomnien. Herr Calhoun war sehr unwohl. Der Kontraft über den Bau einer Eisenbahn dur den Isthmus von Panama isst abgeschlossen. Die Kontraheaten sind die Herren Asfin- wall, Stephens und Channay von New-Yok als Panama = Cisen- bahn-Compagnie, Die Regierung hat einen Zuschuß von 250,000 Dollars jätriih auf 20 Jahre bewilligt. Die Bahn - soll in 3 Jahren fertig sein. Tie new vorker Post bringt auch Nachrich- ten aus Mexiko. U-berall herisht die größte Verwirrung, der in den Weg zu treten die Regierung viel zu {wach war. Die Zei- tungen warea mit Nachuchten von Beraubungen .und Ermordungen gefüllt, die am hellen Tage mitten in der Stadt vorfallen. Faisches Gold- und Silbergeld is im Umlaufe. Der Kongreß ist versammelt ; allein man glaubt. nicht, daß am 1. Februar ktie zu gültigen Be-

laub Abwesende gefaßt.

drückender Geldnoth.

Der portugiesische Finanz-Minister, Herr Falcao, hat vor seinem Rücktritt der Deputirten-Kammer -das Budget von 1849—50 vor= gelegt, wonach die Einnahme auf 10,261, die Ausgaben auf 12,522 Contos veranschlagt sind, Der Herzog von Saldanha i Minister des Jnnern- geblieben, und Vincent de Castro hat tas Auswärtige und ínterimistish die Marine behalten. Neu eingetreten sind in das Ministerium Portugal's, wie shon erwähnt, der Rath Autonio Roberto d'Olivera Lopez Branco für die Finanzen, Baron de Villa nova d’Orem für den Krieg und der Rath Ma-cell/no de Sa Var- gas für die Dustiz.

Die Times bringt cin Schreiben von Louis Blanc und Caussi- dière, welches lautet: „Wir haben zu keiner Zeit London verlassen, dies ist nicht das erstemal seit unserer Ankunft in England, daß ähn- lihe Falschheiten verbreitet worten. Wenn dies ein Manöver unse=- rer Feinde ist, “um den Glauben zu verbreiten , als wären wir die Erzeuger oder Ermuntereèr der Anarchie, und als bätten wir unsere Hand bei allen Wirren, welche unser Vaterland in Bewegung seßen fönnen, im Spiele, so i diese List eine der niedrigsten, die bisher gegen uris angewandt worden is, und wir haben ein volles Recht, E Verachtung der rechtshafffenen Männer aller Parteien zu be- zeichnen,“

Die mexikanishe Regierung befand \sich in

Belgien. Brüssel, 7. Febr. Der Moniteur warnt die belgischen Schiffe, sich dem Kap Tres Forcas an der maroktfanischen Küste vicht zu sehr zu nähern, indem jene Gewässer von maroffani- hen Seeräubern beunruhigt würden.

Die Verurtheilten von Risquonsôtout ind guf der Citadelle zu Huy eingetroffen.

Ftalieu. Neapel, 24. Jan, (N. Korr.) Der sardinische Pres mier-Minister Abbé Gioberti hat nicht nur dem Könige von Neapel ein Suh - und Trußbündniß gegen Oesterrei antragen lassen, woge gen der Herzog von Savoyen auf die Krone voi! Sicilien verzichten solle; er hat ihm sogar den Kirchenstaat angeboten, wenn Neapel die Ober hoheit Karl Albert's über Venedig, die Lombardei und die Herzogthümer anerkenne. Der König voa Neapel hat dicses Aner= bieten mit Unwillen zurückgewiesen. „Den heiligen Vater berauben, rief er aus, und ihn beraubeu in einem Augenblide, wo er mein Gast ist! Und es i ein Priester, der mir diesen Vorschlag macht !* Unterdessen suchte Gioberti durchzuseßen , ‘daß sein Gesandter, Graf Martini, offiziell in Gaeta anerfannt würde. Vas ist ihm gelungen, jedo nur gegen -die ausdrickliche Erklärung, daß die-fardinische Re- gierung die zeitliche und die geistliche Macht des Papstes gleicher- weise anerkenne, daß- sie aufhören werde, halboffiziele Verbindungen mit der revolutionairen Regierung in Rom zu unterhalten, und daß sie den Grafen della Minerva, das leßte Mitglied der sardinischen Gcsandtschast in Rom, sofort abberufe.

Turin, 1. Febr A. D.) Heute erfolgte die Erbssnung der Kammern dur den König Kari Albert in Person ; bei der Nuffabrt wurde so -wöhl Se. Majestät als der Minister Gioberti mit dem leb= haftesten Volksjubel begrüßt. Die zwei prägnantesten Stellen der Thronrede sind: „Die Conföderation der italienischen Fürsten und Völker is einer der liebsten Wünsche Unseres Herzens, und Wir wer- ten alle Kraft anstrengen, dirselbe rasch zur Ausführung zu bringen.'“ Dann: „Ulles läßt uns hoff:n, daß die von zwei befreundeten und etelmüthigen Potentaten Uus angebotene Vermitteluag {nell ihr Ziel erreihen werde. Sollte Unjer Vertrauen getäuscht werden, fo würde dies Uns nicht hindern, den Krieg mit fester Siegeshoffuung wieder aufzunehmen, Dem sardinischen Heere sind in der Nede die höchsten Lobsprüche gezollt,

Bekanntma Que g. Es f bierse:bst eine Druckschrift erschienen, betitelt: Autwort Sr. Majestät des Königs an die Deputation der vom zweiten Wahlbezirk auf ihre Bitte um Aufhebung d lagerungszustandes. b n Der Jnhalr dieser TDruckschrist ist eine leere Erfindung, da Se. Majestät der König eine solche Deputation nicht empfaïrgen, mitbin auch die in der Drudckschrift bezrichnete Antwort nit ertheilt haben. Berlin, den 8. Februar 1849. : Königliches Polizei-Präskdium. von Hinckelde9.

B ek.a: nton .aqab2u.n-9.

Es ift wiederholt vorgekommen, daß Perfonen unter 16 Jahren an den Sonntagen in hiesigen Fabriken beschäftigt worden sind. Dies ist aber nach Maßgabe der Regulative über die Beschäftigung ju- gendlicher Arbeiter in den Fabriken vom 9, März 1839 nicht zuläfßsta. Indem wir daher auf die Bekanntmachung des Königlichen Polizei- Prôsidiums vem 12. Mai v. J. und unserer Verfügung von dem seiben Iage verweisen, seßen wir das betheilizte Publifum hierdurh davon wieterbolt in Kenntniß, baß die Bestrafung fernerer Uebero tretungen unnachsichtlich veranlaßt werden wird.

Berlin, den 22, Januar 1849. Die Städtishe Schul-Deputation.

Aönigliche Schauspiele. z S ounabend, 10, Febr. Juin Schauspielhause. 22jte Abonie- mente-Vorstellung. Auf höcstcs Begehren : Prinz Friedrich von Homburg, Schauspiel in 5 Abth, von O, von Kleist, Anfang halb 7 TEOT. j Sonntag, 11. Febr. Jm Opernhause, 2lste Abonnements Vorst lung: Richard Löwenherz, Singspiel in 3 Auszügen, Musik oon G.etiy. Hierauf : Thea, odér: Die Blumenfce, Ballet 1n 3 Vilcern, von P. Taglioni. - Musik von Pugny. Ansang b Uhr. Jm Schauspielhause, 23ste Abonnements-Borstellung, Doktor Robin, Schauszaiel in 1 Aft, nach dem Französischen, von 6. Friedrich. Hierauf: Das Uebesprotokoll, Lustspiel in Z Abth. , von Bauern- feld. Anfang halb 7 Uhr.

Königsstädtisches Theater.

Sonnabend, 10. Febr. (Italienische Opern-Vorstellung,) Norma, Oper in 2 Akten, . Musif von Bellini. (Sgra. Emilia Dieliß, Königl sardinishe Kammersäugerin vom Hof-Theater zu Turin : Norma, als

te Gastrolle, : 5 * Seit 14, - Febr. Zum 52stenmale: Die Töchter Lucifer's, Großes phantastishes Zauberspiel mit Gesang in 5 Ab- theilungen. (12 Tableaux), von W. Friedrich. Musik fomponi! und arrangirt von Ed. Stiegmann. Mit neuen Shapls- und Blumengruppen , eingelegten Musifstüccken und neuen \cenischen Aus-

ückungen. ; : i: R 12, Febr. (Italienische Opern-Borstelluna.) [l Mats monio segrelto, Komische Oper in 2 Akten. Musik von Cimaro}ja-

\{lü}en nöthige Anzahl Deputirte noch da sein werde, und die De- | putirten-Kammer hatte daher strenge Beschlüsse gegen alle ohne Ur-