1849 / 45 p. 2 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

| ise für re ei dürfniß vor=

die insi ovinzenweise für leßtere ein Bedürfi | und jüdische, insofeen u jedes Seminar steht indessen “auch Mit-= handen 1% gese o gastweise Eintritt ofen, in welhem

i f fession der ; L gliedern andere N" von “dem Religions - Unterriht des Seminars Falle l V L

attfindet. irfuif ‘dert, sind die Seminarien so ein= ß 9) Wo es das O ai »lstäinvigèn Gebrauch ciner zurichten, daß die 30g E Svtadé, beim Unterricht augeleitet werden anderea, als der Een Ie muß die deutsche Sprache in dieser können. In (O iche Berücksichtigung finden.

Beziehung die eie gewähren freien Unterriht, freie Wohnung 10) S L versalbeti freie Beheizung und Beleuchtung. Für in der Ansta " deter werden angemessene Unterstüßungen ausgeseßt. Dürftige uny rschaften können Freistellen in den S?eminarien Einzelne und Korper 4 derselben das Vorschlagsrecht

ben und baben für Besegung derjelben das Dor dlagsrecbt.

9E) Jn allen Seminarien sindet ein wenigstens dreijahriger Kursus statt, Die Aufnahme in die Seminarien hängt von dem Ausfall einer Prüfung bei den betreffenden Seminarien ab. Aus- nahmsweise kann nah dem Ausfall der Prüfung auch die A: fnahme in die zweite Seminarklasse gestattet werden. Zur Aufnahme ist ein Alter von mindestens 17 Jahren erforderlich. :

12) Die Disziplinarmittel der Seminarien bestehen ia Ermah- nung, Rüge, Entziehung von Benefizien und Entlassung, welche leh- tere nur von der vorgeseßten Behörde ausgesprochen werden kann, Die Disziplinargewalt liegt in der Hand des Direftors, welchem das Lehrer-Kollegium berathend zur Seite steht.

13) Die Seminarien haben jährlich 8 Wochen Ferien, 4 Wochen zusammenhängend, die übrigen 4 Wochen sind angemessen zu ver- theilen. ÿ 14) Für die Präparandenbildung zum Eintritt in das Seminar sorgt der Staat nicht dur besondere Anstalten. Mit keincm S.mi- nar darf eine Präparandenschule verbunden sein. Für die Präpa randenbildung wird von dem Seminar eiue durch die vorg: seßte Bc- hörde zu bestätigende Anweisung veröffentliht. Regel ist, daß der Präparand si in einer wohl eingerihteten Volksshule aushelfend mit beschäftige, Für die Vorbereitung der am besten cusgebildeten Präparanden durch Volksschullehrer werden vom Staate Prämien bewilligt, Für die Organisation der Präparanden-Bildung im B-- zirk sorgen der Schulrath, der Seminar-Direktor und die Shul- Jnspektoren.

15) Jn keinem Seminar dürfen für jeden Cursus wöcheutlich über 28 Unterrichtsstunden ertheilt werden.

Die Haupt- Aufgabe des Seminar - Unterrichts erstreckt sih nah den beiden Richtungen , daß dic Zöglinge zunächst den für dic be- treffenden Schulen gehörigen Unterrichtsstoff dem Juhalte nach voll ständig beherrshen und sich über die Stellung der einzelnen Un- terrihtsfächer zu einander, so wie zu dem Unterrichts- und Bildungs- zweck überhaupt, klar werden, daß dieselben sodann mit den Grund- säßen, nach welhen der Unterricht in einfacher und naiurgemäßer Weise ertheilt werden soll, theoretish vertraut gemacht und in der Anwendung der zweckmäßigen Unterrichts - Methode praktisch geübt werden.

Hieraus folgt, daß sich die Seminarien auch der Aufga"e nicht entshlagen fönnen, dem fünftigen Lehrer die formale Bildung, welhe ihn zur selbstständigen Lösung dieser Aufgaben befähigt, und dem Jnhalte nach die allgemeine, über die Gränzen der Elemen= tar - Schule hinausgehende, namentlich auf den ethishen und reli= gf Untors idhtà Fächern hornhen*e Bildung 311 aeben . welde seine Stellung in dem Volke und in der bürgerlihen Gesellschaft er- fordert.

Die allgemeine Bildung kann in dem Seminar nicht vollendet und abgeschlossen werden. Die Behandlung der betreffenden Un- terrihtsfäher is die elementarishe, und w2s8 den Jnhalt betrifft, ist eine solche Auswahl zu treffen, daß in einem zum vollen und flaren Verständuiß gebrachten Kreise des Wissens die Grundlagen gegeben sind, auf welhe in siherer Methode der Lehrer seine Wei- terbildung zu bauen im Stande ist.

Was dagegen die für die Volksschule gehörenden, von dem Leh rer materiell, didaftisch, methodisch und praktisch volljtändig zu bc- herrshenden Unterrihtöfächer angeht, so is für diese im Seminar wesentlich der Lectionsplan der Volksschule zu Grunde zu legen, der Unterriht mit der Uebungsschule des Seminars in genaue Veibin- dung zu schen und im Uebrigen so zu vertiefen, wie cs der Stand- punkt und das Bedürfniß angehender Lehrer erfordert.

Die Methodik jedes Unterrichtsfahes wird an und mit diesem selbst gelehrt.

Jedes Seminar hat eine Uebungsschule, an welcher mindestens ein Lehrer definitiv angestellt ist,

16) Was den formalen Zweck des Seminar-Unterrichts angcht, so soll Alles verarbeitet und der Unterricht, von welchem das Dik- tiren, Abschreiben und Auswendiglernen von Heften auszushließen 1, | durh seine Form und ganze Haltung die Zöglinge zu inem | raschen und klaren Auffassen, so wie zu einem siheren Veraurb.iten | fremder und zu einem geordneten und faßlihen Wiedergeben ihrer | eigenen Gedanken befähigen. Dem Unterricht liegt in der Regel ein gedruckter Leitfaden zu Grunde. :

17) Der Religions-Unterricht geht über das Be ürfuiß der Elementar - Schule hinaus. Er hat weniger ein Wissen um re- ligióse Dinge, als religiöse Vertiefung und Gründung eincs religiös- sittlichen Lebens zum Zweck. Durch eine möglichst sih vertiefende Betrachtung der biblischen Geschichte, der besten und in allgemei- ner Anerkennung stehender Kirchen - Licder uud des übrigen Ju- Bb des gottesdienstlihen Lebens, so wie dur Crklärung der

riften Alten und Neuen Testaments, soll dersc,be 1eligiöse

Siizeuungen und Begrisse wecken , dieselben {ließlich in dei

ritarung des firhlihen Katehismus zusammenfassen und zu- glei in ihrer konfessionellen Besonderheit nahweisen.

Die Religions- und Kirchengesihte wird als besonderer Unter-

richts = Gegenstand in element ANA, O Bibelfkundè wird Kit als A Mg A que 0A er e wird mit dem eigenen R E E L Lis et: größeren Kirchengemeinschaft in die richtige Ver- Den Mittelpunkt des deut S y ; S Seminar bildet die Einsührung e ie M tert tes A Anleitung zu einer innigen Betrachtung be Sg b und die in welchem si die religiöse, sittlihe und nativnale Ee Sprache, und Blüthe des deutschen Volkes abspiegelt. Me E elt unterrichts sind Lesen, Uebung im mündlichen und schriftli E prach druck, so wie die Einführung in die Erkenntniß der S ad Bn Aus- Diesem Unterricht liegt in jedem Seminar ein Leue Va buch zu Grunde. es Lese- Rechnen und Raumlehre. Beide Fächer werd i zur Bildung der Denkthätigkeit und zur VeranschanliGung, dad eise unt folgerichtig entwidelnden Methode benußt. Jun beiden Ge 0 ständen ij zunächst tas Ziel der Volksschule vollständig zu Ara chen; der Umfang aber für das Seminar dadurch nit abgegränzt. m Schreiben und Zeihnen is auf der eiñen Seite der Lectionsplan der Volféschule als Minimum, auf der anderen Seite vie Rütsicht auf die ästhetishe Bildung der Zöglinge maßgebend,

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In Geographie, Naturkunde und Geschichte kann der Seminar-Unterriht weder abschließend, noh blos übersichtlih den Jn- halt zusammenstellend, sondern er muß grundlegend und zur Weiter- bildung befähigend verfahren. i

Jn der Geographie genügt cine in das Einzelne gehende Heimats- und Vaterlandskunde , Orientirung auf dem Globus- und der Land- karte, leßteres mit sicherer Kenntniß, vorzüglih der physischen Geo- graphie und eine daran zu fnüpfende Mittheilung der withtigsten Momente aus” der Entwickelung des Handels, der Industrie und Kultur. :

Die Aufgabe des Unterrichts in der Naturkunde, d. h. Natur- gesch chte, Naturlehre und Himmelskunde, is durch die veranschau- lichte Kenntniß der bervorrageudsten Gegenstände und Erscheinungen zur Erkenntniß der Geseßmäßigkeit der Natur zu führen.

Für die Geschichte genügt eine Hervorhebung der wichtig- sten politishen und fultur - historishen Momente des lterthums, und vom Mittelalter an eine anschaulihe“ Bekanntmachung mit ten wichtigsten und einflußreihsten Personen und Ereignissen aus der vaterländishen Geschichte unter Nochwei,ung des allgemeinen Zusammenbanges in vo1zugsweise gruppirender uud biographischer Behanolung, so wie in Anknüpfung an vaterländische Poesie und Dolumente, die im Volksleben Anklang und Veiständniß zu finden geeignet sind, Es wird erwartet, daß in dieser Weise der junge Lehrer bei seinem Austritt aus dem Seminar befäbtigt is, sich in den vater= läntischen Zuständen zu orientiren, und daß cr durch diesen Unteriicht Lust und Kraft erhalten hat, geschichtlihe Weife zu iesen und zu vet- stehen. Daß fernerhin in den Scnminarien eine klare Einführung in unsere geseßlihen und verfassungsmäßigen Zustände stattfinden muß, unterliegt feiner Frage.

Abgesehen von dem ästhetishen und sittlihen Zweck des Mu sifk-= und namentl ch des G esang=- Unterrichts wird die Rücksicht auf den Volfs- und Kirchengesang vorwalten, die tehuishe und methodische Fertigkeit, so wie die nöthige Kenntniß der Theorie, zu erzielen sein.

Der Unterricht in Pädagogik, Didaftifk und Katewchetik giündet sih auf die einfahsteu Säße der Anthropologie und Psycbo logie, beschränft sich in der Theorie auf die wichtigsten Grundsäße des Systems und findet seine eigentlihste Berücksichtigug in der vor bildlihen Disziplin und Unterrich:s - Ertheilung des Seminars, so wie in dem beaufsihtigten Arbeiten der Zöglinge in der Uebungs- Schule.

18) Jedes Seminar hat einen vollständig eingerichteten Turn- plaß, auf welchem geordneter Unterricht in den Leibesübungen und einen Garten, in welchem Unt:rricht in dem Gartenbas und in der Obstbaumzucht ertheilt wird.

19) Das erste Jahr des Seninar-Unterrihts wird vorzugsweise zur Erganzung und Klärung des elementaren Unterrichtsmaterials be nußt; 1m zweiten Jahre waltet die Einführung in die Unterrichts bevandlung und das Beiwohnen des Unterrichts in der Uebungsschule vor; im dritten Jahr steht die praktische Unterrichtsertheilung vorn an, Durch alle drei Kurse geht der Unterricht in Religion, Ge \hihte, deutsher Sprache, Musik, Turnen und Gartenbau durch.

20) So weit nöthig, werden in Universitäts - oder anderen ge- eigneten Städten, unter einem dazu zu bestellenden Dirigenten, Kurse zur Weiterbildung für solche sunge Lehrer, die ein S minar-Eutlas- sungszeugniß besißen, eingerihtet. Die Unterrichtsübungen derselben \hließen sich an eine städtishe Schule unter Leitung des Dirigenten an, unter dessen Anweisung und Leitung die Mitglieder Universitäts vorlesungen und andercn für sie geeigneten und nöthigenfalls beson- ders einzurichtenden Unterricht benuten. Religions-Unterricht wird in diesen Kursen, die für alle Konfessions-Verwaudte bestimmt sind, nicht ertheilt.

21) Wo es das Bedürfniß erfordert, werden vom Staate auch Seminarien für Lehrerinnen errichtet, und werden dieselben an Schu- len angelehnt, für welche sie Lehrerinnen zu bilden haben. Der Un- terrihtéplan derselben. rihtet sch nah dem Umfang des Unterrichts, welher durÞ das Gesel deu Lehrerinnen an den öffentlih:n Scbu- len zugewiesen wird. Die jungen Lehrerinnen wohnen in der Regel nicht zusammen, sondern bei Familien des Ortes. Der wissenschaft- liche Unterricht in diesen Seminarien wind vozugsweise von Lehrern ertheilt. An der betreffenden Uebungss{hule muß eine Lehrerin an gestellt sein.

22) Die Aufnahme - und Entlassungéprüfungen der Seminarien finden vor einer Kommission statt, welhe aus dem Schulrath, dem Seminarlchrer-Kollegium und zwei Kreis-Schul-Jnspektoren, die von den übrigen gewählt werden, besteht. Die Prüfung selbst liegt allein in den Händen“ der Seminarlehrer.

Der Abiturient erhält ein Lehrerzeugniß obne Nummer.

Bundes -Angelegenheiten.

Tant C U, 18 U O a Ore Sipung del verfassunggebeuden Reichs - Versammlung. Tagesord- nung: Fortseßung der Berathung über die noch rüdständigen Parag- graphen des Entwurfs der Grundrechte : Artikel X —XU, $$. 43 bis 48.

Den Vorsiß übernimmt der Präsident Herr Ed. Simson. Er eröffnet die Sißung/ 9; Uhr Vormittags, Durch den Abgeordneten Herrn Riesser gehen 174 Thaler aus Mölln für dic deutsche Flotte ein. Herr Pattai aus Stigerma1k rust den Biedermannschen Aus- {chuß der niedergeseßt worden sei zur Berichterstattung über solche Erklärungen der Einzelnregierungen , durh welche die Machtvollkom menheit der National-Versammiung zur Errichtung des Verfassungswer=- cs angezweifelt werde darüber an, was er in den mehr als 3 Monaten seines Bestehens gethan habe, und bis wann eine Vorlage von ihm zu erwarten sei,

Artifel X. 68. 45 und 46 der Örundrechte. bandelt von dei Verfassung der Einzelstaaten. Das Wort ergreift zuerst

Herr Moriß Moh!. Jbm genügt nicht, daß der Volfsvertre- tung das Bewikligungsrecht zur Auflage neuer Steuern eingeräumt werde, er verlangt vielmehr, daß dasselbe Recht der Stände auch auf die Forterhebung bereits genehmigter Steuern ausgedehnt werde.

Herr von Linde aus Mainz dagegen erklärt sich für den Vor- {lag des Verfassungs - Ausschusses, Die Bestimmungen müßten in allgemeinen Ansdrücken geha!ten werden, um den einzelnen Staaten Freiheit zu mannigfaltiger* Darstellung und Ausbi:dung ivr.r üsfent- lihen Verhältnisse zu lassen, Der Volksvertretung jedes kieinen Staates das Recht der Gescß-Juitiative zu geben, findet er sowohl überflüssig, als bedenklich in Hinsicht auf die Reichsgeseßgebung.

Herr Nauwerck vermißt Vorkehrungen gegen das absolute Veto in den Vorschlägen des Verfassungs- Ausschusses. Ein Mangel, der ihm Veranlassung zu einer Darstellung seiner Ansichten von ken Rechten des Bolkes und den Zuständen der Gegenwart giebt, die sich in dem Schlußsaße zusammenfassen: „Deutschland will die Monarchie

nicht, aber die Monarchie will Deutschland.“ (Allgemeine Heiterkeit.) __$. 45, zu dessen besonderer Berathung hierauf übergegangen wird, lautet im Entwurfe des Verfassungs-Ausschusses :

cli P PRRE Staat muß eine Verfassung mit Volksvertre-

Herr Rödinger gus Stuttgart warnt davor, äls einzigen Uebergang aus der alten in die neue Welt die Revolutien übrig zu lassen. Das geschehe, wenn man dem wandelbaren Geist des Staates in zu starre Formen presse. Die Freiheit sei nicht bles ein Recht, sie sei sogar eine Pflicht. Sie, meine Herren , beabsichtigen das Unding der Herstellung einer Obermonarhie aus 34 Untermo- narchieen. Dennoch haben Sie es abgelehnt, Mediagtisirungen zu ver- fügen. Als ‘ob gégen das höhere Recht, der Einheits-J teressen des Vaterlands irgend welche dynastische Widersprüche von einigem Gewicht gewesen wären! Dee deutshen Souverainetäten sind usur= pirt. Das deutsche Volk hat die Einheit bereits besessen, sie ist ihm entrissen worden , aber scin Recht auf die Einheit if deshalb viht verjährt, denn gegen Minderjähiige läuft keine Verjährungs, und unmünd'g leider nar das deutsche Volk. Weo die Diplomatie einmal wieder ißre Hand hereinstreckt in die Verhantlungen über Wohl und Weh cines Volkes, da g.be ich. alle Hoffnung auf. Der Reduer schließt damit, daß das histori,he Recht selbs im Civil rechte von sehr zweifelhafter Bedcutung sci. Im E taats!eben könne er ihm gar feine Entschcidung gestatten. Denn „was Recht ist, muß nicht allein Recht bleiben, sage ich, es muß Recht werden ! ‘“

Herr von Linde: Die Fra.e über das unbedingte und auf

\schiebende Veto ift eigentlih gar niht mchr voa Bedeutung, deni

das europäishe Staatsl¿ben hat das Stceuerb-wisligungs-= Recht auf eine Weise üben gelernt, daß sih kein dynastischer Widerstand sür dic Dauer dagegen zu behaupten vermag.

Der Berichterstatter Herr G. Befeler verbreitct jsih in sciuem Sckchlußworte zugleih über $. 46:

„Die - Volksvertretung hat eine entscheidende Stimme bi

Geseßgebung und Besteuerung.

Die Minister siud ihr verantwortlich,

Die Sitzungen der Stände-Versammlung sind 1n de öffentlich.“

Er einne: t daran, daß das Haus stine Bestimmungen für cinen Bundesstaat treffe. Daher haben wir hier nicht sür die einzelnen Staaten über absolutes und juspensives Beto, über allgemeines Wahl richt, über die Gescgebungs = Jnitiative der Kammern 2c. abzu \spreheu. Herr Utiland verlangt den Zusaß, daß in keinem Staate einseitige Verfassungs - Ve.änderungen gestattet werden sollen, Jh verweise jedoh deshalb auf uusere bereits getroffenen Besti mungen in dem Abschnitte: Gewähr dex Reichs - Verfassung. Dort 1 dei Plab für dergleichen, nicht hier. Entsprechend den allgemeinen Be= stimmungen über die Gemeinde - Verfassung, haben wir uns auch in den Paragraphen über den Staat mit allgemeinen Umrissen und Bor=- schriften zu begnügen, unter Verzicht auf Spezialitäten,

Nachdem durch einfahe Abstimmung mit Etnhelligkeik vom Verfassungs- Ausschusse vorgeschlagene $. 45 angenommen wor den ist, wird über cine Reihe von Zusäßen ablehnend eutschieden Darunter fällt namentlich auch der Zu‘aß des Herrn Würth von Sigmaringen: auf Wahl zur Volksvertretung „oßne Ceusus.“

Durch Namensaufr&f, auf Herrn Heisterbergt's Untrag, wird abgestimmt über den Zusaß von Gulden und Genossen: „Das Veto der Staats-Regierung gegen die Beschlüsse de1 Bolksveriretung kann uur ein beschränktes fein,“

Von 365 Abstimmenden erklären sich 246 mit Nein, gegen di sen Zusaß. Bejahende mithin nur 119. Eben so wüd verworfen der Antrag der Minderheit des Verfassungs- Ausschusses; ferner dei Antrag Rödinger's (daß die Feststellung der Verfassung in den einzelnen Staaten Sache der Volksvertretung sei und der Regonl nur eine gufschiebende Ablehnung dagegen habe). Ueber den Antrag Uhland's, daß unter keinen Umständen eine Lan- desverfassung einseitig gegeben oder abgeändert werden dine, 1 das Ergebniß zweifelhajt, so daß dur Zettel abgestimmt werdeu muß 203 gegen 199 Stimmen lehnen den Antrag ab. Auf dem Weg einfacher Abstimmung wird dann noch der Antrag Zimmermanns aus Stuttgart beseitigt : |

„Jeder Staatsbürger nimmt an dei Gesclgebung des Gejammt= staates, wie des E'nzelstaates, dem er angehört, auch dem Recht,

zu wäblen und gewählt zu weiden, gleichmäßig Theil. Cine Ds

\hränfung dieses Rechts kann nur wegen des Mangels der L16

positionsfähigkeit und der bürgerlihen Ehre. rechte turch das Reichs

bezichungsweise Landeswahlgeseß bestimmt werden.“

Nächste Sihung findet Donnerstag, den löten, |tait. Auf Tagesordnung fommt u. A. „das Wahlgeseb.““

19 Fe (D P45 Kaiserlicben Hoheit

Tran u E, Bülletin über das Befinden Sr. Reichsverwesers lautet :

„Se. FKaiserlihe Hoheit der Erzherzog Reicheverwesrr ha vergangene Nacht ruhig zugebracht; der Husten wai o!el milder ; berhafte Alteration war gar feine, Wenn es die Kräfte e:sauben werden Se. Kaiserliche Hoheit auf eine Stunde das Bett verlajjen.

Tranffurt a. M., 13. Februar 1849,

Dr. Taubes, Kaiserlicher Nat.

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Milen, 43, Febr. Die Wienel e itung enthält in ihrem amtlichen Theile folgeude Berichtigung: „Die in einigen Zritungsblättern verbreitete Nachricht vou der Crnennung Sr. Durchlaucht des Feldmarschalls ¿Fürsten zu Windischgraß zum Herzog von Friedland können wir nach etner D Ons aus ver=- läßliher Quelle als eiu erdichtetes Gerüchl bezeihnen, | Der Frltmarschall- Lieutenant von Welden verösfentlicht èaës na stehende (22,) Armee-Bülletin : 5 E - „Durch die größere Entfernung des Kriegsschauplaßes, Del Dur) T as Zurücfziehen der Nebellen über die Theiß jeyt bis Siebenbürgen zurücige- schoben worden, sind wir nun erst wieder im Stande , einige Nachrichten über die Fortschritte der Armee Sr+ Durchlaucht des Feldmarschalls Fürsten zu Windischgrätz ven. L U Ridgr oon Pesth is ein Theil der Rebellen in der Nich- tung von Großwardein und Debreczin , der andere unter Vorgey gegen Schemniy gegangen und hat sich, nachdem die Bergstätte geplündert , über Neusohl , aufangs gegen Rosenberg gewendet, dort aber in Folge der früheren Beseßung der Passe vei Sl Márton und Turány, durch die Truppenabtheilung des Herrn Generalmajors von Göß sich nach der Z9ps gezogen, wo er aus ein Bataillon Nugent Jufanterie unter dem Major von Kiesewetter stieß, mit welchem bei Kirchdorf und Korotnok den 3. und 4, Februar Gefechte stattfanden. Jndeß is der Branuiszfko-Pab durch Verstärkungen, welche Feldmarschall-Liceutenant Graf Schlick E Aa sandte, sogleich stärter bescizt wo1den, und da eine andere Kclonne ker Driga l: Devym von Kaschau über Margitfalva vorging, der immer thätige enera Major von Göß mit der Brigade Fürst Jablonowsky über N aWirie, d. M. in Telgarth angelangt, ebenfalls sogleich gegen Leutschau M so dürften die Rebellen, von allen Seiten in der Zyps c U ties L mehr eingeschlossen werden, als auch von Tarnow aus, de Sb Me lo Lieutenant Vogel, alle Straßen längs der galizisc stärker L inb markt, Kroscienko, Biwniczna, Tyliez bis Dutla 108° Ae Ds 4 N der Landsturm auf dieser ganzen Strecke ange "s altals * Szolu q L Eisgang auf der Theiß hat bisher sowohl del f ol S Dn Uebirganig der bis an das rede Me, u rine Zeit gelan, s e l em 5 x ‘iasse C Armee-Corps sehr erschwert. ar B aue mth? gegen S lebendigen N nach einem vergeblichen Versuche E eiti vóno Nelliebäuvilina Be wenden, um si dort mit jener Kolonne a ) piing Bem zu vereinigen, welcher, wie wix bereils früher gesagt, aus der Bukowina

Hesterreich.

zurückgedrangt, über Bistrißh, Mäaros-Väsärhely bis Hermannstadt gezogen und dort von dem kommandirenden General Baron Puchner \o kräftig

znrückgeworfen worden war, Die Kolonne der Rebellen, welche von Großwardein zegen Klausenburg gegangen, hat sich nach Karlsburg gewendet, wo sie am oten Mühlenbach zu besezen versuchte. Jun dieser Gegend steht zwischen Déva, Haßeg und Szásváros eine Truppen - Abtheilung von 2000 Mann Romanen unter dem Befehle des Hauptmanns Czernoevich, welche diese Strecke gegen die Rebellen shüut, auch das feste Schloß in Déva ift zut beseht, Wahrenddessen hat der kommandirende General im Banate, ¿Feldmarschall-Lientenant Baron Nukowina, eine Division unter dem Feld- marschall-Lieutenaut von Gläser und dem Generalmajor Baron Mengen, Abtheilungen des Thodorovichschen Corps zusammengeseßt, welche in Thale der Máros gegen Siebenbürgen operiren und zugleich Großwar- dein bedrohen jollen, Die beiden Brigaden der Generalmajors Ditrich 1nd Graf Palffy, welche zum Corps des Herrn Feldzeugmeisters Grafen Nu- ent gehören, sind, die cine links über Bolly nach Mohäács, die audere über Ziklós-Baraugvavar gegen Essegg vorgerückt, welche Festung bis an den Fuß der Glacis von den Kaiserlichen Truppen eingeschlossen is und bereits lations-Borschläge gemacht hat, Bei Mohács sind die Jusurgenten unte Hemeg «uber die Vonan gegangen, sind aber dort in dem Defiléce zwischen Oezdany» Und zombor den dort befindlihen Serben in tie Hände fallen, welche langs dem linken Donauufer von der Römerschanze: dahin I Gelegenheit der größte Theil durch die Ser- engt wide. Nach der Uebergabe von Leopolt è Feldmarschall- Lieutenants von Simonich vom Herrn halten, langs der Waag gegen Komorn vorzurücken, er Festung zu bewirken, Bei diesen unweit Neuhäusel zu cinem Gefecht von Komorn qus ober Naszrad )egenden zu plündern und vorzüglich )em es mangelt, und wo bereits b Vei dicsem Gefechte haben vier lhelin Fnfanterie und cine Escadron Banderial- 1200 Mann starte Abtheilung so tapfer ange- [13 und 96 Honvéds gesang:n und Blessirter am Platze blieb, C1ivil- und Militair-Bouverneur : Welden, Feldmarschall-Licutenant, Bekanutmachung ci

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folgende Ullerhochste Entschließung vom 8. Januar 1849 nigten NeichstagsSbeschlusse vom Zten desselben Mo- inisterium ermächtigt worden, zur Bedeckung der rfordernisse verzinsliche Staatsscheine auszugeben. gung hat s Finanz-Ministerium die Hin- ozenutigen Kassenanweisungen über Be beschlossen. Die Hinausaabe erfolgt [bauf und unter Mitwirkung dersclben, Diese der Staats-Centralkasse und beider priv. öster- , in den Provinzen aber bei den Provinzial-Zahl- k-Filialkassen ausgegeben werten. Die Besitzer diejer Anu- Vortheil, daß letztere zu jeder Zeit im vollen Kapitals-Be der verfallenen Zinsen bei allen öffentlichen Kassen, Zahlung angenommen oder bei der Ptaats- innahusfassen und den Kasscn der Na:ional Bei eben diesen Kassen werden auch außer den Zahlung gegeben vder baar eingelöst wird, teien verlangen, auch schon nach Ablauf eines crichtigt. Die vom Tage der Ausstellung, d. i. vom (fenden Zinsen müssen aber in dem auf der Rückseite jeden Tag berechneten Betrage von der Paitei der ersetzt oder gutgerechnet werden. Dagegen sind aber auch welche eine Anweisung zur Einlösung oder anstatt Zahlung en, die bis zum Tage der Uebergabe verfallenen Zinsen von er gutzurechnen, Auf Verlangen werden zur Beförderung des rwechselung der Anweisungen auch Theil-Anweisungen usgegeben, für welche jedoch die Zinsen, auße! Zahlung oder der baaren Cinlösung ganz- lebrigens können die Anweisungen auch zur Ein- der als Caution, welche zu Gunsten eincs is, verwendet werden. Die Hinausgabe der iats-Centralkasse am 12, Februar 1849 bc

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ben durch die Nationalbauf wird

Febr. u) heute ichts Bestimmtes, wiewohl Entlassungeu angenommen. Gewiß 1j cs abgelebut hat, in das Ministerium U FTetaa bend zum Moniae 0

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Mete erGffnet, n eler er den Land tecorctiscen Verfassung bi1 el eben überzufüzien im Begrijse stehe, sich

Grundsätzen treu zu bleiben. Nachdem

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sammlung an, d. ven den beiden

eten Aue und Nulandt einberufenen Stell ( Zrutritt verwcigert habe, wril auch ei

¡o für e:lvshen erachte. Ulszur T 1geSerDuia, Der 2 ordnung, gesciitten weiden sollte, stellte Ubgrorrne ck 1g, tete Be'athung auf unbestimmte Zeit zu veita gen, weil der Cut deo Veseßes zu spät veröffentlicht worden sei, ais daß die öffentliche Stimme? und namentlich di€Presse über denselben hätte gehört werden können. Auch Abgeordneter Habicht hatte bereits beagutragt, daß zur Vorberathung über deu Entwurf in der Versammlung drei Abtdeilunaen « der Begiun der allgemeinen Berathung bis zum 15ten d, M. ausgeseßt werden möchte, Dieser Antrag wurde, achdem für denselben besonders von den Abgeordneten Braun -= behrens uud Lagemann ängeführt worden war, daß dcm Ent- wurfe der Gemeindeordnung feine Motive beigegeben seien, angenom- men, jedoch mit der von Lagemann gewünschten Abänderung, daß niht 3, sondern fünf Abtheilungen gebildet würden, Abgeordneter Schlesier stelle außerdem den Antrag, sih für die Beschlüsse der Brrsammlung über die Gemeindeorduung eine Revision vorzubehalten,

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Buiniq gencymiat Mwoiden

gebildet unt

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Derselbe wurde jedoh auf die nächste Tagesordnung gestellt und die | Sizung, nachdem die fünf Abtheilungen vom Präsidenten gebildet worden waren, geschlossen. |

Jn der hentigen -Sißung kamen die deutshe Oberhauptsfrage | und die desfalls von dir preußischen, so wie von der österreichischen | Regierung erlassenen Cirfulai-Notrn zur Sprache. Da der Landtag | hon früher im Einverstäntniß mit dem Ministerium bei mehreren | Gelegeuheiten die unbecingte Kompetenz der National-Versammlung zu Frankfurt zur selbstständigen Errichtung der Verfassung Deutsch- lands ausgesprochen hatt“, so war darüber sofort Einstimmigkeit vor handen, der Centralgewalt zu erflären, daß man sich den von dèr National- Vei samm!ung ausgehenden Bestimmungen, bezüglich der Ver fassung Leutschlands, unterw-tfen nerdez dagegen cutstand über die Preußen gegenüber festzuhaltrnde Politik Anhalts eive lebhafte De-= atte. Minister Habicht sprach sich unbedingt dahin aus, daß bei er geogaphisheu Lage Anhalts dessen Seib;:stäudizkeit und Glück diglih dur ein engvertündetes, freundschaftlihes Verbältniß zu Preußen zu erreichen sei, daß dieser mädhtigste Staat Deutsch- lands auch schonu bisher und insbesondere wiedeium in der crgau- genen Cirkular-Note die möglicbste Selbstständigkeit und Unabbängig- feit der fleineien Staatcu auerfannt und iu diesem Sivrne thätig gewirkt babe, 1nd daß hiernach von dem Vrreinmigten Laudtage dite Zustimmung dazu crbeten werde, wenn die Staats - Regierung bci

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| der vorliegeuden deutschen Verfassungssrage die Ansicht und Ueber- |

eugung ausspreche: daß die Vorfchläge Preußens zur Erreichung

es glüliben Ziels führen würden. Na h mannigfacben Ausstel- lungen scitens der Linken wurde vom Ländtage fast mit Einstimmig feit beschlossen, tie Zustimmung zu folgender Erklärung der Staats Regierung zu ertheilen : „daß Anbalt - Deßau und Anbalt - Cöthen sich den Beschlüssen der National-Versammmlung bezügli der Kou- {tituirung des deutschen Reichs unterwerfen und dabei die Ueberzeu gung avosprehen, daß die eine wahrhafte Einigung and kfiästizge Gesammt - Entwicklung Deutschlands b:zweckcnden Vorschläge Preu ßens zur Erreichung jenes Zwrcers und Zur Lösung der dabet vor- fommenden sWwwiciigen Fragen führen werden,“

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Schleswig - Holstein. Schleswig, 11. Febr. (H. C.) Die Sch!ußrede des Präsidenten Bargum in der leßten Sißung der Laideo-BVeisammlung lautet folgendermaßen :

„Kir haben uns in ten leßten vierzehn Tagen damit beschäftigt, die zur Hcrstellung der nöthigen Geldmiitel für ten Staatshaushalt der Landes-Vertretung obliegenden Pflichten zu ersüllen und die uothigen Beschlüsse zu fassen; wir haben aber auch zwei Gegenstände unserer Berathung unterzogen, wélche die Gemüther nich: nur der Mitglieder der Landes-Veisanimlung, fonderin auch aller Landes-Be wohner aufgeregt und mit Unruhe erfüllt haben. Mögitu wix denn in unseren Veschlüssin dauübrr das Rechte getiosfen und z:m Heil unserco Vaterlandes mitgewiift haben, Weun wir jetzt nah Hause gehen, sv müssen wix uns fragen, was haben wir geschaft? Van wrd uns in der Heimat, so weit unsere Bestlüse nicht veröffentlicht fragen, was wir geschafft haben? Es siud hauptsächlich zwei Dunste, welche ih in daeser Beziehung brrihuen mochte Lw haben Beschlüsse gefaßt wegen Siceistellung unserer Rechte gegen deu Friaudz allein dazuit haben wir noch nicht Alcs grthan, was uns obliegt. Wenn wir jeßt diese Pläße verlassen, so müssen wir, Jeder in seinem Kreise, thätig bleiben, wir müssen unseren Grist wach und unseren Arm stark erhalten, denn wir wissen niht, was noch bevorsteht. Gehen wir daher niht nach Hause, um die Hände in den Schoß zu legen und auf unseren PLorbeeren zu ruhen, deun wir haben hier nur unsere Schaldigkeit gethan, und die Lorbeeren sol: len erst errungen werden. Wein bei unseien Beschlüssen das Volk zu uns stand, so müssen wir jeßt wieder zum Volke stehen und cinmg cin in der Stunde der Eutscheidung. Der zweite Punkt betrisf unser Verhältniß zur gemeinsamen Regierung. Mit Beziehung auf derselben vom 6. Februar, welhes die Antwort U ü oren A woa cer U O e o!

Tagen in einem viel geleseuen Blatte cine Meinung geäußert und ciu scharfer Tadel ausgesprohen, welchen ich nicht für begründ.t halte. Fh gebe zu, daß bei dem eutfernt(n Leser, tem das Schreiben 6llein vorlag, eine solche Ansicht leichter mög!ich war, wir aber, meine Herren, denen vou der Regierung auf

L nd,

das Scheiben

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vou ihrem Streben geuauer untercictet sind, werden uns zu enem solchen Tadel uicht befugt halten. Jh muß es, bevor ih diesen Plaß veilasse, aussprechen: cs hat ein Riß zwischen der gemein faznen Negterung und der La"odesversammlung nicht stattgefunden, und wer das meint, der täuscht sich, wer cs Anderen glauben machen will, täuscht Andere. Wir müssen die Stellung der gemeinsamen Re- gierung nicht allein mit Beziehung auf uns und unscre laut ausge \prochenen Wünscle ins Auge fassen, soudern auch im Verhältniß zum | übrigen Deutschland uud zum Ausland im Verhältniß zu denjenigen | \{chles vig - holstemischen Angele | |

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Gewalten, die nun cinmal in der Mitwirkung haben föunen, Alo die geachtcten Mitglieder der gemeinsamen Regierung eitraten n D jegige Slellung, geschah es wahrlich nicht ihrer selbst wegen; die LUrbe zum Vaterlande war sür sle nah manchen Beden- fen entscheidend, uno dicse Vaterlandeoliebe wird sie bewegen, n 1hre1 Stellung zu bfiiben. Möge aber uns und Andere nicht der Vorwuf treffen, daß wir ihnen diese ohnehin so s{chwierige Stellung unerträg lid gemacht haben, Gehen wir mcht nach Hause, meine Herren, um 3s Bertrauen zur gemeinsamen Regierung zu untergraben, sondern um es zu stärken. Und wenn ih nun einen Blick in die allerdings umschleieite Zukunst versuche, um über die Eieichung unseres Zicles eine Ausicht zu gewinnen, so muß 1ch sagen, daß ih nicht ohne freu dige Hoffnung bin, cs weiden si{ch unsere Verhältnisse günstiger ge stalten und unser Recht vielleicht früher anerfannt werden, als es jeßt

genbe1t cu

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/ die bere:twilligste Weise über Alles Aufklärung ertl'eilt if, die wt1 | |

Kiel, 13. Febr. (H. C.) Heute früh langte der General- Lieutenant von Bonin hier an. Er seßte sih sogleich mit dem hiesi- gen Flotten-Comité in Verbindung und nahm eine Besichtigung der Marine-Gegenstände vor.

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2Mu1slatad.

Frankreich. National - Versammlung. Sibßung vom 12, Febr. Anfang 1% Uyr. Präsident Marrast verliest nah dem Protokoll mehrere Urlaubsgesuhe. (Oh! Oh! Schon jebt!)- An der Tagesordnung befindet sich zunächst die Fortseßung der zweiten Be- ratbung über die Reform des Gerihtswesens. Die Debatte war am Sonnabend bis zum Artikel 9, Appellhöfe, vorgerückt. Baze schlägt zu Art. 8 den Nachsaß vor: „Die Beschlüsse der Anklagekammern müssen von wenigsteus 5 Mitgliedern gefaßt weiden.“ Angenommen. Dupont (Bussac): „Jch trage vor Fortseßung der Tagesordnung darauf an, daß man alle Vorschläge, die sich auf die Grundkredit- Verhältnisse beziehen, an die Kommission verweise, welche sich eben mit Prüfung des Alex. Martinshen Vorschlages zur Anlage von Departementalbanken beschäftigt.“ Wird genehmigt. Die Versamm- lung fehrt zum Artikel 9, von der Einrichtung der Appellhöfe han= delud, zurück, Ueber vie Zahl der Räthe entspinnt si eine lange De- batte. Die Einen schlagen für Paris 57, die Anderen 60 vor. Endlich wird die Zahl 57 angenommen, Dann erlebt sih eine Debatte über die Ah-= stufungen (1ste, 2e und 3te Klasse) der verschiedenen Appellhöfe. Sr. Romme, Bertholon und Andere beantragen, daß Grenoble glrib Bor: eaux, Lyon, Rouen, Toulouse, Caen und Riom in die 3te Klasse gehöre, Die Versammlung leiht indessen der Diskussion we- nig Gehói ; auf allen Bänken werden mehr oder weniger lebhafte

gen zu bringen versuht. Artikel 9 wird angenommen. Die Ver= sammlung geht zum Artikel 10 über, welcher lautet: „Der Titel eines ersten General - Advokaten ist bei a!‘len Appellhöfen, mit Ausnahme von Paris, aufgehoben.“ Dubodau und Lejeard stellen Neben= Anträge. Boudet bekämpft dieselben im Namen des Jastizausschusses. Die Öerichtödebatte wird mit dem Artikel 10 abgebrohen. Coralli verlangt tas Wort, um das Ministerium zu interpelliren. „Gegen- stand meiner Jnterpellationen““, beginnt er, „sind die Reden des Mar= schalls in Bourges und Lyon,“ (Ah! Ah! zur Rechten.) Der Red- ucr zieht mehrere Journale hervor und fragt die Versammlung, ob sie goneigt sei, die Juterpellat:onen sofort zu bewilligen. (Ja! Ja !) Der Redner beruft sich auf die lyoner und pariser Journale: und be-= ginnt die (bereits früher mitgetheilten) Reden vorzulesen. 500 fenne‘“, bemcrft er unter unzähligen Unterbrehungen, „deu Marschall Bugeaud persönlich und weiß daher, daß man einer Origi= nalität nicht übertriebene Wichtigkeit beilegen darf. Aber ich frage den Minister des Auswärtigen , ob er die diplomatischen Expecto-= rationen des Mar\challs Bugeaud passend \sinde ; ih frage ferner den Kiiegso - Minister, ob er es mit der Würde der französischen Armec vrreinb ar finde, daß Herr Bugcaud sie mit der österreichischen Armee vergleich, welhe zum Krieg einer Nationalität -gegen die andere verwa"*t wird, wo der Kroat gegen den Ungarn, der Ungar gegen den Jigbener und die eigentlichen Oesterreicher überall feind= lich auftri.t2“ Ein solhes Betragen verdiene den Tadel der Ver- samnlung. Odilon Barrot crklärt, daß die Bugeaudschen Reden feinen so großen Eindruck auf ihn gemacht hätten. (Ah! Ah) Sie trügen den offiziellen Charakter niht, deu man 1hnen beilegen wolle, Er wünsche, daß die angedeuteten Fälle nicht eintreten möchten ;

| | Privatgespräche gepslogen, die der Präsident vergebens zum Schwei- |

übrigens stände der Ruhm des erlauchten Marschalls zu hoch, als daß ihn: Tadel erreichen könne. (Oh! Oh!) Emanuel Arago erbebt sich mit Energie gegen die Sprache des Marschalls; er nennt sie unklug, doppelt unklug in einem Augcenblick, wo in Brüssel dei | italienische Kongreß eröffnet werden solle. Diese Reden würden | das Austreten des französishen Bevollmächtigten paralysiren. Er | verlangt, daß das Kabinet den Marschall förmlich verleugnue. Bar=

rot ftügt s wiederholt auf den nicht amtliwen Charakter der | Journal-Auszüge und beruhigt den Vorreduer wegen des nachtheili- | gen Einflusses. Coralli besteigt noch einmal die Tribüne und | schlägt eine motivirte, die Reden des Marschall Bugeaud tadelnde | Tageso1dnung vor, es wird jedoch mit 397 gegen 285 Stimmen zur

einfachen Tagesordnung übergegangen.

Paris, 42. Febr. Der heutige Moniteur enthält folgende Dekrete: 1) Buffet, Ackerbau- und Handels - Minister, is interimi= stish mit Verwaltung des Unterrichts-Ministeriums während der Ab= wesenheit von Falloux's beauftragt, (Falloux is in Angers bei sei- nem hossnungslos damederliegenden Bater.) 2) Die Nationalgarde zu Fuß in Cette (Herault-Departemcnt) ist aufgelöst uud der Maire der Stadt Cette, Meicier, von seinem Amte entseßt. Dem zweiten Defrete ijt ein Bericht des Minislers des Jnnern vorangeschickt, der sich über die Unruhen in Cette ausspricht und s{chlicßt: „Erlauben Sie mir, Herr Präsident der Republik, Jhnen bei dieser Gelegenheit das Bedauern auszudrücken, welches ih darüber empfinde, daß die Vollmachten der Regierung nicht ausreichen, um das Strafmaß dem Ernst jener Ereignisse angemessener einzurichten,“ Der Messager du Midi berichtet über die Vorgänge in Cette: „Der Präfekt hatte dem Maire befohlen, die auf den Freiheitsbäumen zu Cette prangende rothe Müßte, das Emblem des Schreckens, abuehmen zu lassen. Der Maire weigerte sich jedo , und der Präfekt befahl dem Polizeikom- missär, binnen 48 Stunden seinen Befehl auszuführen. Es wurden deshalb am 7. Februar _ Versuche gemacht, die Müßte herabzuholen ; aber die Knaben, welhe den Baum erklettern sollten, konnten die Spihe nicht erreichen, und man sah sih genöthigt, den Baum zu fällen. Die versammelte Menge, welche durch die vergeblichen Versuche, die Müge herunter zu holen, belustigt war, brach uun in ein Wuth- geschrei aus und stürzte nah der Mairie, wo der Munizipal = Rath

den Anschein hat. Jch vertrgue dabei zunächst auf die Cinmüthigk: it und Festigkeit des scbleewiz - holsteinischen Voikfes ; ich vertraue guf

gung und K äftigung gegen außen noch uvnentschiedenen Zustande stark genug is, um das Recht eines deutschen Landes gegen einen verbältnißmäßig schwachen Feind zu scchüben, und welches hoffentlich in furzer Zeit mehr Macht haben und zu Auw-udung hringen wird; ih vertraue guf den ersten Monarczen Deutschlands, der uns die ciste Hüife sandte, der das damals gege bene Wort weder als König von Preußen, noch als Reichs - Ober- haupt, wenn izn diese Stellaug beschieden ist, brechen fann und wird ; ih vertraue eadlih auf Englants PVinister , dessen staatomännische Weisheit nicht verkennen wird, daß bei einer Abtrenuung Schleswigs von Holstein oder beider von Deutschlaud ein dauernder Friede in die= sem Lande niemals erreicht werden kann; ih hoffe endlich, man werde ein'chen, daß in Schleswig-Holstein, wenn seine Rechte nicht verlcht werden, dem Könige von Dänemark als Herzog dieser Lande, so lange er rechtmäßiger Laudeoherr ist, die getreuesten Unterthanen wohnen, daß aber die Gefahr für Däucmazk, die bisher unter demselben Lan- desherin vereinigten deutschen Herzogthümer zu verlieren, immer grö- ßer wird, je länger die Anerkennung unserer Rechte versagt ist. Es is daher mit freudiger Hoffuung, wenn ih Sie auffordere, meine Herren, in deu Ruf einzustimmen: unser vereinigtes, unser deutsches Schleswig-Holstein hoch,“

| Deutschland, welches auch in seinem jeßigen, mit Rücksicht auf Ciui- | 5 Uhr, uad die Menge zerstreute sich. |

grade Sißung hielt, wo aber glückliherweise die früh genug ge \{hlo}ssenen starken Thüren weiteres Unglück verhinderten. Es war Am Abend aber waren lei= dir feine Vorsschtsmaßregeln getroffen, und die wieder versammelte Menge licß ihre Wuth an drei Häusern aus, wovon das dritte soga1 angezündet wurde. Um ein Uhr Nachts erst wurde man Herr des Feuers und des Ausstandes. Am Morgen des 8ten war die Stadt ruhig, und es is niht zu befürchten, daß die Ruhe wieder gestört wird.“ Die Patrie sagt: „Diese Nachrichten sind ein neuer Bes weis der durch die anarhischen Parteien gebildeten Komplotte. Dei Minisker des Junern hat allen Präfekten befohlen, die rothen Mügeu auf den reiheitsbäumen wegnehmen zu lassen. Pie Vollziehung dieser weisen Maßregel gab, wie man sieht, zu Cette den Vorwand zu Ruh. störungen. Jm ganzen übrigen Süden ist die Beseitigung der rothen Müßen unter dem lauten Beifalle der Bevölkerungen voll- zogen worden.“

General Leflo is von seiner Sendung nah St. Petersburg, wo scine Bemühungen, als Gesandter der französischen Republik zu- gelassen zu weiden, gescheitert sein sollen, zurückberufen worden; vor- läufig erseßt ihn der dortige erste Gesandtschafts - Sécretair , Herr Ferrières-Levayer, als Geschäftsträger. s N Die mit Prüfung N Gescß-Entwurfs gegen die A O tragte Kommission hörte vorgestern den Bericht des M will “Ier Derselbe betrachtet die Maßregel als verfassung6widrig,