1849 / 70 p. 2 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

G e eine Mehrzahl deutscher Regierungen sich vereinigt und deren Bevollmäch- tigte am 23. v. M. dieselbe unterzeichnet haben, auf das aufmerksamste be- i rü>sihtigt worden. Die Königliche Negierung mußte sich dabei von der

E Ansicht leiten lassen, daß im Jnteresse von Deutschlands Einheit, so weit ir- gend möglich, eine Einstimmigkeit der Beschlüsse der verschiedenen Negierun- gen, und zwar mit Hintansezung aller anderen Rücksichten, zu erstreben sei, als solcher , welche von den umabweislichen Bedürsnissen des Einzelstaats eboten , in gewissen Punkten eine Abweihung unvermeidli< machen , ein bweihung, bie dann aber auch eine ge-bührende BeaWGtüng zuversichtlich

finden würde. fi Außerdem hat die Königliche. Negierung bei diesen Erwägungen dieje- F nigen Ansichten festgehalten, welche über die deutsche Vexfgssungs-Angelegeu- j heit in der an den Kaiserlich österreichischen Gesandten, Freiherrn von Bren- ner, unter dem 13ten v. M. gerichteten, Jhnen, Herr Minister - Präsident,

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h {on früher mitgetheilten Note ausgesprochenen und schon damals als Nicht- H schnur für die von dem Unterzeichneten Namens der Königlichen Regierung t, abzugebenden Erklärungen bezeichnet sind. E : “Es hat der Königlichen Negierung zur hohen Befriedigung gereicht, daß die sorgfältigste Prüfung ihr den Beitritt zu allen wesentlichen Punkten der Kollektiv-Erklärung vom 23sten v. M. als unbedenküich erschiencu ließ,

Die einzige Ausnahme besteht darin, daß nah der von der Königli- chen Regierung gehegten, von dem Unterzeichneten in seinem Schreiben GB Sie, Herr Minister-Präsident, vom 20, Dezemöder v. I. näher entwielten 2 und in dem Schreiben des Königlichen Gesammt-Ministeriums an die All- H gemeine Stände - Versammlung vom 40ten v. M., wovon ein Abdruck bier

angelegt ist, in wesentlicher Uebereinstimmung mit der durch öffentliche j Blätter bekannt gewordenen Note der Königlich preußischen Regieraug an j den Grafen Knyphausen vom 8ten v. M,, festgehaltenen Ansicht vor dem Eintritte der ersten Bestimmung des $. 52 eine weitere Veiständigung auch über den Jnhalt der Grundrechte anno erforderlich ist. i l Jm Uebrigen hat der Unterzeichnete deshalb hierdurch unter wiederhol- ¡4 ter Bezugnahme auf die angeführte Note vom 13, v, M. den Beitritt der Königlichen Regierung zu den von Preußen und den mit diesem überein- j stimmenden Negierungen in der angezogenen Kollektiv-Note vom 23, v, M. j abgegebenen Ertlärungen auszusprechen. i j Die fernere Kollektiv-Erklärung derselben Regierungen vom 1sten d, M, über die Verfassungs-Abschuitte vom Neichstage, Neichsgerichte und Neichs- rathe lag bis zu dem Abgange der dem Unterzeichneten gewordenen Jn- structionen der Königlichen Regierung nicht vor, und maß Namens der- selben der Unterzcichnete hierüber, so wie wegen der anderen in der Kollektiv- Erklärung vom 23sten v, M, noch nicht behandelten Theile der Verfassung, die fernere Erklärung nebst etwaigen Nachträgen zu der“ gegenwärtigen vor- behalten,

Wenn das große Gewicht, welches, wie hon hervorgehoben , die Kd- nigliche Negierung auf die thunlihste Uebereinstimmung ihrer Erklärungen mit denen anderer deutscher Regierungen legt, sie vermochte, sich wesentlich auf den, nur mit dem ausgesprochenen Vorbehalte zu $. 52 verbundenen Beitritt zu der Kollektiv-Note vom 23sten v. M. zu beschränken , so konnte es do<h nicht ausbleiben, baß bei einer ins Einzelne gehenden. sorg- samen Erwägung hiu und wieder eine Abweichung von den in jener Note niedergelegten Ansichten hervortrat, Der Unterzeichnete, wel- chem die in den betreffenden Sigungen des Königlichen Gesammt-Ministeriums aufgenommenen Notata vorliegen, glaubte diese Jhuen, Heir Minister-Prä- sident, so wie der National-Versammlung und deren Verfassungs-Ausschusse, | nicht vorenthalten zu sollen, :

Ohne einen wesentlichen Theil der Erklärung der Königlich hannover- | schen Negierung zu bilden, werden diese Notata, von denen der Untérzeich- nete in der Anlage cinen Auszug zu überreichen sich die Chre gi; bt, viel- leiht geeignet sein, bei der Erwägung anderer Erfläruugen unterstüßgend oder auch Gegen\äge vermittelnd, benußt zn werden,

Frankfurt a. M., den 7. März 1849,

Der Königlich bannoversche Bevollmächtigte bei der

Central-Gewalt für Deutschland, (962) Bgih.ne r.

proviso den

i U U quer N t gta des Königl, hannoverschen Gesammt-Ministeriums über die BerathungeninBeziehung aufdie deutsche Verfassungssa che.

Ohne auf cine näh.re Erörterung der $$. 1-—4 eingehen zu wollen, und die Bemerkungen der Kollektivnote über das Unvorgreifliche der zu wählenden Benennung theilend, glaubt die Königliche Regierung uit Nück- sicht auf die von der deutschen Bundes-Versammlung unter dem 20, März 1848 beschlossene Umgestaltung der Bundes-Berfassung annehmen zu sollen, daß für die betheiligten Regierungen uicht sowohl eine Bereitwilligkeit zum Eintritte in den durch die neue Verfassung zu begründeuden Berband, als

vielmehr die Absicht des Nichtaustretens in Frage steht, eine Absicht, welche von Hannover völlig getheilt und hierdurch wiederholt erfläit wird, i

Ju derVorgusschung, daß keines der bisherigen Bundesglieder von der neuen Einigug si aussclicsien werde, hat die Königliche Regierung als ÄußerenUmfang derseiben das im $, 1 erwähnte Gebiet des deutschen Bundes bei den fol- genden Betrachtungeu im Auge gehalten.

$. 7, Die volkerrectlihe Vertretung Deutschlands in allen gemeinsa- men Angelegenheiten muß der. Bundesgewalt allein vorbehalten bleiben,

Die einzelnen Siagaien des Rechts der ständigen Vertretung tn eigenen politischen oder Handels-Angelegenheiten zu entkleiden, bringt die Natur des Bundesstaates aber uicht nothwendig mit sich, :

: Aus dem ersten Absaye des $,- 7 werden daher die Worte „und der einzelnen deutschen Staaten“ wegzulassen und es wird außerdem zweck- maßig der

$, 8 ganz um so mehr hinwegzulassen sein, da die einzelncu deutschen Staaten, welche Gesaudischäften im Auslande besißen , dieser weder sofort, noch insbesondere bis dahin sämmtlich werden entbehren können , daß die Me Gesammivertretung Deutschlands vollständig georduet fein ird,

Es tritt hinzu, taß die Frage des alliven und passiven Gesaudischaf!s- reis der einzelnen Stagten ihre sicherste und befriedigendste Lösung ohne Zweifcl anf thatsächlichem Wege demnächst finden dürfte. E _ Iusofern nah der zu erwartenden Vereinbarung wegen des Neichs- Oberhaupts, so wie wegen Einrichtung eines Neichsraths, die besondere Ver- iretung der einzelnen Staaten bei“ der Centralgewalt noch Bedürfniß blei- ben sollte, wird allerdings rathsam sein, das Recht vazu außer Zweifel zu stellen. H _ Lie desfallsige Bestimmung dürfte danu aber zwe>mäßiz in dem Ab- schnitte, (welcher vom Neichs-Oberhaupte handelt, ihren Plaß finden.

Én E As! auf den Inhalt. des $, 10 als entbehrlich be-

e, O Siltes g A Faber gin Erwägung verstellt, .

GigIab ves An" lin Rbscke Hie bib die Nothwendigkeit und Zweckmä- Verbots der cigenen Unterhaltung E Staaten ausgesprochenen L den s{ auf vas Bei piel vér Bértafes Kriegsschiffen, Diese Zweifel grün- (cfr, Versassung von Peuunsgleanie A der nordamerikanischen Freistaaten so wie auf die Vermuthung, daß R: Il. $. 7. Teras Art, V. $. 6.3, nenen Schöpsung des Vaterlc ndes Ma: nag L E Endang., dieser

staaten, als ein in den Verbältnifen (e, âhere Betheiligung [der Küsten- , ¿altnissen begzündetes Bedürfniß werde erschei-

j nen lassen, dem die vorgeschlagene V sti : Hindernisse entgegenstellen wlrde *“ersossungs-Bestimmung U

Statt. der bitrefscnden Vorschläge wi F rüdsichtigung (wplohlen: L PoL usgrhem Aae aus, Be- L ,„ Ein Neichsgescy verfügt über die | des Bundesstaats unter Berücksichtigung vex eigenthüna itd-Marine Oesterreichs, welches jedenfalls ein entsprechendes Konti G La | und Mannschaft zur deutschen Kriegsflotte zu steller Tes. Affen |

ade:

Stets

Organisation

,„ Die Mannschaft, welche aus einem Act Sal i i e

Kriegsflotie gestcllt wird, is bei der Zahl ver 9 Ländmacht abzure<necn. Das Nähere Ry Be lber eruelidén Ausgleichung zwischen der Gesammtheit : e Kosten- stimmt ein A A G u $. 33 ist neb.n der Bemerkung ver Kollektiv-Note die Strei des Schlußsaßes zu empfehlen, als zur Verhütung von Mis nns wegen der der Centralgewalt ohnedies vorbehaltenen Ober-Aufsicht nicht erforderlich und um zu vermeiden, daß die Reichsregierung si mit zu vie- lem Detail zu B O at albe R Zun $, 26 glaubt die Königliche Regierung, während sie mit der Kol- leftive Note die Gleichzeitigkeit der billigen Ausgleichung zu der einen \o

und den einzelnen Staaten, be-

418

sehr erheblichen Ausfall in den Landes-Einkünften herbeiführenden Aufhebung

e

der Flußzölle erwartet, voraUussezen zu können, daß. für die etwa mit auf- “ets Recognitlonêgelver ebenfalls cine EntsGa ens, gert E

Zu $, 35 hält dié Königliche Regierung D es de ung i es Prinzips, die Mittel zu den Reichsausgaben dur E her- beizuschaffen, für das Richtigere. Für deren re<tzeltigen ede Beschaffung eincs der Finanzverigls en n zu werden N L enu M selbs gegenwärtig |<on i 3 n , ( Da ichMia ad Sen, eventuelle Beschlagnahnen alu werte:

, Bibrend de Ae s: ele-vefcd nd Reis Zol Alis di "at, i ¿ zu erwartende Neichs- ZZol-Veles 2 16-Zotl-Akte U renceflitiCen werden, innerhalb Pier für Nes vg Einzgl staaten odér Genteinden Produclions- und Verbrau N E {wel den dürfen, macht die bei $- 19 im Abschnitte vom Reichstage vorkommende Bezugnahme alf S. 37 es wünschensweith, in irgend ciner Art der Auffas- suug vorgebeugt zu sehen, als ob es zu jeder auch innerhalb der reichsge- seglichen Gränzen Hea gge Erhebung einer solchen Steuer der Zustim-

der Neichsgewalt bedürfe. ' mung ae rc M Hirte cs wünschenswerth sein, 424 Reichsgetoalt uur die allgemeine Geseßgebung in Handels - und Schifffahrtssachen vorzube- halten. a aRA : j t, us Zu $. 40 fann die Königliche Regierung die Bemerkung nicht zurü- halten, daß die Worte des zweiten Alínea ¡durch fortlaufende Kontrolle“ sebr wohl gelösht werden töunten, ohne dem Obergufsichiöre<hte und der Ueberwachung Eintrag zu thun, y ? |

Zu $. 42 erklärt die Königliche Negierung si<h mit der beabsichtigten Streichung einverstanden, éventuell für Aenderung der Worte „so weit“ in „wenn“, damit ivenigstens feine partielle Uebernahme des Postwesens ciu- treten. möge.

BMecélenburg-Schwerin. Schwerin, 10, März. Das Wochenblatt enthält nachstehenden Erlaß des Großherzogs :

„Es ist Mir von vielen Seiten zur Kunde geklommen, daß euch Ar- beitern in den Städten, eu<h Tagelöhnaxrn in den Gütern und euch Einlié- gern in den Dörfern von Unberusenen, în Volks8versammlungen und soust,

dur< Wort und Schrift, sogar mit Berufung auf Mich, über Vertheilung des Grundbesizes Aussichten eröffnet und Verheißungen gemacht worden, welche, da sie deù Boden des Rechts verlassen und Eingriffe in das Eigenthum eines Auderen enthalten, nicht in Erfüllung gehen können, Deshalb wende Jch Mich an euch, die ihr Meinem landesväterlichen Herzen und Meiner Liebe eben s nahe seid, als irgend Einer Meines Bolfes, um eu<h zu warnen, unerfüllbaren Hoffnungen Naum zu geben und eu<h zu Handlungen verleiten zu lassen, deren Folgen für euch nux sehr nachtheilig werden würden.

„Jhr habt in der neuesten Zeit viel über Bedrückungen getlagt und Beschwerden über eure beschränkte Lage geführt, und have Jh dur< Ein- sezung von Schieds-Kommissionen und anderweitig sofort Anordnungen treffen lassen, um Uebelständen da, wo sie begründet gefunden wurden, sofort abzuhelfen und euch das zu gewähren, was ihr nach Recht und Billigkeit beanspruchen fköuntet.

„Die ueu zu \{haffenden staatlichen Einrilßtungen werden auch auf eure Lage ihren wohlthätigen Einfluß äußern und dem treuen, fleißigen Arbeiter vermehrte Gelegenheit geben, sich vasjenige zu erwerben , worauf er sür sich und seine Familie gerechten Auspruch machen darf, so daß es ihm an dem- jenigen nicht mangele, was seine Lébensverhältnisse erfordern, Hierfür lau- de3väterliche Sorge zu tragen und auf dem Wege der allgemeinen Gesep- gebung Anordnungen zu treffen, welche dirs begründen, werde Jch als einx heilige Pflicht ausehen.

„Nie darf dies aber dahin führen , in das Eigenthum eines Auderen das nach göttlicen und menschlichen Gesezen unverleßlich ise, was auch die Grundrechte des deutschen Volks aufs néue in Anerinnerung bringen

eigenmächtig und willkürlich einzugreifen und das Recht tes Eigen- thums, däs Jh bei Jedem , mag er sein wer er wolle, zu wahren und zu schüßen habe, zu vernichten,

„Eine Vertheilung des Grundbesizes, wie sie eu<h von jeuen Personen in Aussicht gestellt und sogar verheißen is, würde eine Beraubung des Ei genthums der Besitenden sei dasselbe groß oder klein, der Besizende wer er wolle und mit dem Necbte, das Jch zu schüßen und mit dex Ge- rechtigfeit, die Zch zu üben habe, völlig unvereinbarlich sein,

„So wie Zch für euch Recht und Gerechtigkeit handhaben, euch scir-

men und schügen werde, wo ihr im Nechte seid, so werde Jch es aber auch nicht dulden und zugeben, wenn ihr euch Eingriffe in die Habe und das Gut cines Anderen, Handlungen der Wibersetlichkeit und eine Vernachläs- sigung eurer Pflichten, dic das Geses von euch fordert, erlaubt, und gegen euch, wenn ihr eu< dergleicben zu Schulden fommen lasset, mit dem gan- zen Ernst verfahien, den die Ausübung der Gerechtigkeit erfordert, L „Die Zusicherungen, die J allen Meinen Mecklenburgern wicderholt erthcilt habe, dur< zu treffende Veränderungen ia den bisherigen inneren Verhältnissen Me>lenburgs das Wohl des Ganzen, so wie des Einzelnen, zu befördern, eigreifen eu<, wie Alle, Jhr werdet hierbei diejenige Berück- sichtigung finden, worauf ihr begründeten Ansprah machea dürft, Jch er- warte aber au<h vou enh, daß Jhr Meiner Ermahnung Gehör gebt, ruhig der weiteren Entwickelung der me>lenburgishen Zustände entgegenseht und es nit selbst, dur ein gesez- und ordnungswidriges Benehmen, vereitelt, Meine landesëväterliche Absicht für euch in Ausführung zu bringen.

Schwerin, am 9, März 1849,

Friedrich Franz.“

Neuß. Bera, 9, März. (D, A. Z.) Die Befürchtung, daß ein Konflikt des konstituirenden Landtags für Reuß j. L. mit vei Ministerium eintreten werde in Folge des Verlaugens des leß- teren, fünf Deputirte der ehemaligen Ritter- und Landschasten zu den Verhandlungen des Landtags zuzulassen, i eingetrossen. Ju der ersten Sibung des Landtags am 5, März wurde sofort die rit- terschaftliche Frage vorgenommen; der Landtag versuchte noch einmal, auf dem Wege der gütlichen Vereinbarung die Angelegenheit zu schlichten, und wählte eine Deputation , welche zu diesem Zwe> mit den fünf rittershaftlihen Deputirten in Verhandlung treten jollte. Zuzwischen liefen Protestationen mit Tausenden von Unterschriften aus allen Theilen des Landes ein gegen den Wiedereintritt der ritter- chaftlihen Deputirten. Gegen den Ausschluß derselben aus dem Land- táge hatte sih feine Stimme erhoben. Die Unterbandlungen der er wählten Deputationen scheiterten anu der Hartnäckigkeit jener fünf rit terschaftlichen Deputirten, die durhans darauf bestanden, in den Land- tag einzutreten, Ju Folge davon beshloß nun in der gestrigen Sitzung - der konstituirende Landtag, bei seinen im Dezember gefaß- ten Beschlüssen, nach welchen die ehemaligen ritterschaftlihen Feu- dal-Verfassungen unseres Landes als dur< das Wahlgeseß vom 22. April 1848 erloschen, nachträglich noch für aufgehoben erklärt wur- den, eben so, daß an der Stelle der ausgetretenen fünf Deputirten der ehemaligen Ritter- und Landschaften keine neuen von der Re- gierung „beigezogen““ würden. (,„Beiziehung“ ist der im Wahlgeseß gebrauchte Ausdruck in Bezug auf diese fünf Deputirten.) Es war eine sehr stürmische Sißung, in welcher von allen Mitgliedern des Landtages, der in dieser Frage einstimmig handelte, dem Ministerium (von Bretschneider und Dinger) das Jnfkonsequente und Schwan-

fende in seinem Handeln nachgewiesen wurde, Es wurde demselben offfen erklärt, daß es, weil mit der winzigen Mi- uorität gehend und dem offenkundigen Willen des gesammten

Volks entgegentretend, das Vertrauen des Landes nicht besive und, „wenn es nicht in dieser Frage nahgeben wolle, mit Ehren nicht län- ¡ger an der Spive der Verwaltung stehen könne, Das Ministerium Reis nicht ab, sondern berief si< auf eine Entscheidung der

'Artifel R NCRZEWA t, die eingeholt werden müssc, weil es in dem i ha (a eh Gag grleVes zu, den deutschen Grundrechten

ias 2 ittersägttic „Abscha ung aller Standes=-Borrechte, „zu denen | vere Abi iche Landstands-Berechtigung gehörte, nöthig gewor- Anderungen der Wndes=Bérsafunzeen durch - die gegenwärti-

; gen Organe der Landes * Gesepgebung herbeigeführt werden sollen.

Zu diesem Zwe>e wurde der konstituirende Landtag dur ein fürst= liches Reskript auf so lange vertagt, bis die Entscheidung der Reichs =- Centralgeivalt erfolgt sei. Der Landtag protestirte gegen diese Ver- Qguns während die Mitglieder des Ministeriums \\< in größter E aus dem Sizungssaal entfernten, Militairische Vorsichts-Maß- regein waren bêreits seit mehreren Tagen getroffen, erwiesen sih aber als überflüssig. E S S y Si É N a Uto -

ift qMfemen. Bremen, 9. März. (Wes. Ztg.) Gestern a4 Did j Reform - Fest gefeiert worden. Die Feier, zu welcher E des O ae im ein sonntäglihes Ansehen und viele Häuser u J d R A 7M R Pir T " S fleidet h e E E und Straßen in den \{önsten Flaggenshmud geltetdet hatten, zerfiel in zwei Hauptakte: die offiziell angeordnete Festlichkeit auf der Ratbbaus! T ptatte: die offiziell angeordnete irli l Sanne mit der daran - si< Fnüpfenden firhlichen Feier im Dome, u der daran si<h Tnupfen®De1 E nd den großartige : E Vereine x S Bras “ent gropartigen, von den politi<en dereinen der Stadt veranstalteten festlichen Umzug nach dem Dzm-

hofe, Abends war die Stadt erleuchtet. GBd n A g Zusland. Desterreich. Pesth, 2, März. Dest. Ztg) Der Feld=

marschall-Lieutenant und Ban Jellachih hat folgende Erklärung er=- lassen : i

“¿n der Béilage zu Nr, 56 der Allgemeinen Zeitung vom 25, Februar l. J. lese ih einen Artikel, demzufolge sich die Deutsche Zei- tung aus Böhmen vou Agram schreiben läßt, daß das frühere innige freundschaftlihe Verhältniß zwischen dem Fürsten Windishgräß und mir ziemlich gelo>ert, wenn nicht gar vollständig gebrochen s\eiz dabei führt man als Grund ein in Folge nationaler Svmpathieen eingetretenes gegenseitiges Mißverständniß an. Indem ih vor Allem erkläre, daß ih bis nun stets gewohnt war, meine Angelegenheiten selbst zu vertreten, und auch hoffe, in Zukunft keiner vormundschastlichen, am wenigslen einer unberufenen Ver= tretung z:1 bedürfen, füge ih nur noch bei, daß ich als österreichischer Soldat von demselben Geiste festen Vertrauens und freudigen Gehorsams gegen Befchls- baber bescelt bin, wie jeter meiner Wassenbrüder in der Armee, eine Pflicht, deren angenehme Ersüllung bei meiner persönlichen unbegränzten Verehrung für Se. Durchlaucht den Feldmarschail Fürsten Windischgräß mir durchaus keine Sclbstverleugnung auferlegt, Von „Nationalitätsstreitigkeiten“ wird in unserem Heere nie eine Rede sein, wobl aber wird das warme heilige Nationalitätëgesühl nah wie vor bei jedem Einzelnen den edlen Wetteiser rege trhalten, seinen Bruder anderen Stammes an Muth und Ausdauer, an Treue und Hingebung für unseren constitutionellen Monarchen und un- ser Gesammivaterland zu übertreffen. Möchte doch dies praktische Beispiel brüderlicher Einigung in Oesterreichs Heere baldige heilsame Nachahmung bei Oesterreichs Völkern finden,

Pesth, am 2, März 1819,

Jella <i<h, Feidmarschall-Lieutenant und Ban,“

Frankrei. National-Versammlung. S‘bung vom

9, März. Um Mittag in allen Abtheilungssälen großes Leben, Die Deputirten strömen herbei, um die Kommission von dreiß g Mitglic= dern zu wählen, wel<he die Liste für den Staatérath (40) zu e1 werfen hat. ie Wahlen fielen halb für die Rue be Poitiers, ha für das Palais-Natioüal aus; Remusat, Dufaur, François Arago Tourret, Wolowsíi, Goudchaux und Senad bcsindeu si< unter de }

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Gewählten. Um 44 Uhr eröffnet Marrast die bffentlibe Sibunc Nach Verlesung des Protokolls schreitet die Versammluna sofort zur Tazesorduung, der Schlußdebatte des Wahlgeseßes. Dbgleich sie {hon weit vorgerücit, hält sie do<h immer no< eine Menge Zusäße zu Artikel 3, von denjenigen Bürgern handelnd, welhe kein Wahl- re<t ausüben dürfen, inm BVorwärtskonmmen zurü, B aze hatte vorgeschlagen, den ganzen Artikel umzushmelen. Marrast liest die neue Fassung vor, welche also lautet : Art. 3. „Es köunen nicjt auf die Wablliste geseßt werden: 1) Die zu entehrenden und Leibesstrafen verurtheil- ten Personen, 2) Diejenigen Personen, denen die Zuchtpolizet- Ge - rite die Ausübung der bürgerlihen Nechte ausdrücli< versagten. 3) Die zu Gefängniß für Verbrechen laut 463 des S s verurtheilten Bürger. 4) Alle diejenigen, welche Prellerei, Unsittlichkeit u. #. w. laut Art. 334 des

L [ und

verurtheilt worden, 3) Für Wucher. 6) T i 423 desselben Gesebbuches Verurtheilten, ) Die Blödfinnigen. L ‘‘ Diese Fassung wird von ncuem lyb=

E A R rc L (DED 1

$8) Die Konkordiats-Fallirten, haft bespro<hen nud geht zuleßt dur, jedo mit folgendem Naa saße: 9) „Von den îm $. 3 ausgesprochenen Ausschließungen stnd die wegen politishcr Verbre<hen und Verwundungen oer Schläge- reien Verurtheiiten ausdrücklih ausgenommen, es wäre daun, daß Einstellung im Urtheilsspruche speziell vermerkt sei,“ Wird ger Debatte angenommen. Der Gesammitartikel ist hieazmit erli Stimmen links: Endlich! Die Versammlung kehrt nun ja fel 62 zurü>, bis wohin die Debatte fein Jnteresse bietet, Die Urt fel gehen ras<h na< einander dur, Artikel 76, von

Unzulässigen unter den Wählbaren handelud, lautet: 6 nit zu Volkovertretern gewählt werden: 1) Die zu Leibes - entet:renden Strafen Verurtheilten. 2) Die, deneu die Zuchtpolizet=

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gerichte die Ausübung der bürgerlihen Rechte nahmen. 3) Die laut 463 des Strafgeseßbuchcs Verurtheilten. 4) Die wegen Diebstahl, Schwindelei, Mißbrauch des Vertrauens u, st. w, Verurtheilten, 5) Die Wucherer. 6) Die Kontumagzirten. 7) Die Juterdizirten, (Hier erinnerte Freslon an _Mortier uad verlangte Streichung,

fiel aber damit durh.) 8) Die wegen Chcbruchs Vernitheiiten, 9) Die nihtrehabililirten Fallirten,“ Die Debatte wurde hier al=-

gebrochen und die Sißung um 6 Uhr geschlossen.

Paris, 9. März. Die Estafette sagt: „Man beunruhigt si< üver den Entschluß, welchen die Regierung in der Frage über die Jutervention in Jtalien fassen wird; wir glauben aus guter Quelle zu wissen, daß die Regierung nicht allein ni>t interveniren, sonde daß sie si< sogar auf diplomatischem Wege den Maßregeln entgegen- segen wird, welche die auêwärtigen Mächte ergreifen zu müssen ¿lau=- ben, uin den Papst wieder auf seinen Tbron zu seßen,“

Aus Bourges sind heute Berichte über die Sihung des hohen Gerichtshofes vom 8. März eingegangen. Sie begann erst um 11. Uhr. Präsident Bérenger zeigte dem Gerichtshofe an, daß der Grund dieser Verspätung in dem Widerstande liege, welchen Barbès und Albert dem ferneren Ersheinen bei den Verhandlungen entgegen: gestellt hätten. Der Gerichtshof habe in Folge dessen LA den Maß= regeln seine Zufluht nehmen müssen, welde ihm die Geseßgebung vom September 1835 an die Hand geben. Anfänglih habe man die vorgeschriebenen Aufforderungen an die Weigernden erlassen, dann aber seien die Gefangenen dur< Gendarmen transportirt R O na" Die genannten, Barbès und Albert, erschienen darauf zwischen Geudar=

ie fi f hielten, im Saale. Der Verlauf men, die sie an den Armen gefaßt , : N der Verhandlungen, die sich bis 4 Uhr binzogen, bewegte si um bloße Formfachen. General Cour!ais erkannte E S Gerichtohofes anz Blanqu!, Raspail, Glotte und Andere bestritten dagegen die Kompetenz desselben, weil sie ihm feine Retrogfktivität zugestehen könnten. Der Gerichtshof zog si< in seinen Berathungé- Saal zurü> uud redigirte dort eine Erklärung, durch die cr Le Kompetenz aussprah. Morgen werden uun die eigentlichen Vero handlungen vor st< geben. Am Schlusse der Sipung NOIA hov Präsident ein Schreiben sämmtlicher Zeugen, worin dieselben höhere Tag- gelder beanspruchen, als ihnen das Gerichts - Reglement vom Jahre

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1841 zugesteht. Es seiihnen, sagen sie, unmöglich,bei der jeßigen Theuerung der Lebensweise in Bourges mit den bisherigen Difäitèn auszulommen, Die Angeklagten dürfen übrigens zu Bourges mit einander verkehren und seibst bei einander wohnen. Blanqui, Raspail und Quentin sind zusammenaczogen, und eben so Barbès und Albert. Das Verzeich- der Geschworenen und der vorgeladenèn Zeugen, Leßtere 200 an c Zahl, ist den Gefangenen vorgelegt worden. Unter den Ersteren befindet sih der Herzog von Crillon, Unter den Zeugen für die An- i bemerkt man die Herren Buchez, E. Arago, Lamartine, F. o, Armand Marrast und viele andere Abgeordnete, Die Ange- en haben über 60 Entlastungszeugen vorladen lassen. Die mei- er Vertheidiger der Gefangenen sind ebenfalls eingetroffen. So- Courtais, Thomas uid Bormes haben“ bereits mit ihren Ad vokaten fonferirt, Raspail gedenkt seine potitis<hen Grundsäße wäh= rend der Verhandlungen ausführlich" zu- entwi>éln. Die Stadt ist bis jest ruhig, nur drei Personen, welche Barbès leben ließen, sind verhaftet wordenz in der Stadt liegen 5000 Mann Militair, und fast 10,000 fönnen in wenigen Stunden eintreffen: Laut telegraphischer Nachricht, die in Paris eingelaufen, is} die erste Sißung ohne alle Störung vorübergegangen. Paris wird jeden Abend immer no< von starken Patrouillen

<zogen, DOrdonnanz=Offiziere zu Pferde müssen dem General garnier über diè Stimmung in allen Stadtvierteln berichten.

wurden mehrere Verkäufer des Peuple in den Kasernen . Bei Saint Maur in der pariser Bannméile arbeitet maa i<tung folossaler hölzerner Baracken, welche sür die Bri- gade der Alpen - Armee bestimmt sind, welhe Changarnier zur Be- bung der Hauptstadt no< hberanziehen will. i er Banf-Bericht vom 1. bis zum 8. März ist heute erschienen, Er weist eine Vermehrung der Baarvorräthe in Paris von 173 Millionen auf 180,927,201 Fr. 74-C. nach, so daß- die Bank: în den S geseht wäre, thre kfieineren Billets einzulösen, Jm pa= ortefeuille - Verkehr is zwar eine kleine Bisserung von 495 ionen auf 50 Millioaen eingetreten; dagegen hat sih aber das ients=Portefeuille von 92. Millionen auf88,977,822 Fr. ers<le<tert, : n Schlusse der vorgesirigen Nationalversammlung forderte Mar- raf dieselbe auf, zur Wahl der Kommission zu schreiten , die ihr die \ erjenigen Kandidaten vorzuschlagen hätte, welhe den neuen ¡tôrath bilden sollen. Das organische Gesetz felbst, aus den Verhandlungen der Nationalversammlung bekannt ist, vird h im Moniteur fund gemaht. Dem neuen Staatsratbe joll die Ausarbeitung und Kontiolle aller Geseßentwürfe obliégen. Seine Rolle, bisher rein administrativ, soll nun eine politishe Fir- bung erhalten.

ie Presse mahnt zur Vorsicht, wenn Frankreih nah Auf- ebung der englischen Navigationsgeseße mit England einen auf Ge= genseitigleit gegrüadeten Handelsvertrag abschließen sollte, da st< unter der angeblihen Gleihbere<!igung fremder mit britishen Schif fen immer no< Ungleichheit genug verstede. So müsse troß des Handeisvertrags von 1826, welcher vorschlage, daß die Schisfe bei= der Natiouen in den Häfen ihrer resp. Länder gleich behandelt wer- den sollten, ein franzssis<es Schiff von 120 Tonnen für die Reise nah Newcastle und zurück 2 Pf, St, 14 Sh. See- und Flußloot- senagebühren zahlen, während die englischen Schisse durch ein beson- deres Gese der Verpflichtung enthoben seien," einen Lootsen zu nehmen. Die Unverleßlichkeit der Rechte der unter dem Trinitys- bouse von Newcastle stehenden Lootsen sei dur< spätere Verträge ausdrii>li< gewährt. Archnlich sei es mit den Leuchtthurm - Gebüh- ien, Ein französisches Schiff von 200 Tonnen, das in einem Jähre rei Neisen uach Newcastle mache, habe für die beiden Leuchtfeuer und Ramsgate niht weuiger als 6 Pfd. Stk. 75 Sh. zu bezahlen. Von der Zahlung dieser Gebühren seien aber die in fen Yarmouth, Weynouth, Melcombe, Lyun Regis 2c. regi=- trirten Schiffe besreit. Aehuliche auf Lokalstatute, auf welche Haz- dels = Verträge keinen Einfluß haben, gegründete Befreiungen fänden auch no< bei anderen Abgaben und in anderen Häfen statt.

Das Ministerium beabsichtigt in den nächsten Tagen der Na- tional=Bersammlung einen Depertations-Entwurf zur Berathung vor- legen, Wie berihtet wird, sind die franuzösish-indis<hen Besizun- jentiih Pondichery, als Verwahrsam für die Mat- und Juni=-

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Devarteme 79 C, v

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G nit O, . von Vove

Verurtheilten vorgeschlagen. Unter Lamartine's Leitung soll ein neues Blatt Le Conseiller Q 5 { D

ericheinen.

Berger, der vorgestern im Stadthause deu groß:n Ball

| anfen, und man uennt Herrn Albert de Lugnes als sei-

nen Nabvfolger in der Seine - Präfektur, Lugnes wurde dem Príá-

cidenten, als diese Wabl zur Sprache kam, als ein Arbeiterfreund r

sein großes Vermögen im Juteresse der Armen ver=

Großbritaniez und Frland. London, 9, März.

General Sir Ch, Napier wurde vorgestern au<h vom Direk- torenbofe der ostindischen Compagnie zum Ober - Befehlshaber hen Heeres und zum außerordentlihen Mitoliede des Na von Judien ernaunt, Ec wird am 20sten seine Reise an- treten, Da die Reise steben Wochen dauert, f\o kann er, wie die

bemerkt, erst auf dem Kriegsschauplaße eintreffen, wenn der wärtige Feldzug entschieden ift. Ju den S 0mnmermonaten müss

ey! E E f t E sen die Waffen ruhen, und Sir Charles wird daher weiter ah<ts thun fónnen, als für den nächsten Feldzug Vorbereitungen zur Ver-

folgung des Sieges oder zum Wiederguimachen der Niederlage zu reten. Der amtlih? Bericht Lord Gough's über die Schlacht am SFelum am 13. Januar, der in cinem Extrablatte der Gazette ver- 1

: öffentlicht wo- den V i

ist, widerlegt, nah dem Urtheil der londoner Presse,

vie Vorwlirfe nicht, welche dem Ober - Befehlshaber über sein Ver- halten in Bezug auf jene Schlacht gemacht worden sind, Lord Gough erflärt die Nothwendigkeit des Angriffs aus den Anstalten des

Feindes, aus denen hervorgegangen sei, daß die Sikbs selbst den Kampf zu begiaren beabsihtigt habea, und welche voraussehen ließen, daß das britishe Lager einer nächtli<hen Beschießung ausgeseßt gewesen wäre, wenn die Engländer die Schlacht nicht angenommen härten, Der Bericht über die Schlacht selbst, meinen die Blâät- ter, habe augensheinli<h den Zwe>, einem etwaigen Vorwurfe, als habe es anu der gehörigen Oberleitung und dem nöthigen Zusammenwirken der einzelnen Brigaden gefehlt, zu begegnen. Die Beruichtung des 2U4sten Infanterie-Regiments erklärt Lord Gough daraus, daß das Regiment, ein Zeichen seiner Führer mißverstehend, zu s<uell vorgestürmt sei und sih dadur< der Unterstügung der ein- geborenen Regimenter, die zur Brigade gehörten, beraubt habe; die Flucht der Kavallerie - Brigade des Brigadier Pope wird ebenfalls durch einen mißverstandenen Befehl erklärt, obgleich zugestanden wird, daß die reitende Artillerie von dieser Brigade übergeritten worden. Der Flucht des ten bengalishen Kavallerie - Regiments wird nicht erwähnt, Lord Gough , meint der Globe, habe jedenfalls darin gefehlt, erstens nicht Verstärkungen abgewartet und zweitens nicht ge- hörig refognoszirt zu haben.

In der gestrigen Sizung des Unterhauses hat die Debatte über

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Disraeli's bereits mitgetheilten Antrag auf Erle‘hterung der Be- steuerung des Grund und Bodens begonnen.

Drummond's Bill, welhe vorgestern im Unterhause die zweite Lesung erhielt, bezwe>t Erleichterung des Verkaufs von Grundstücken, die in England an sehr weitläufige und kostspielige Formalitäten ge- fnüxft i, Der General-Anwalt machte mehrere Einwendungen ge= gen die Bill und beantragte ihre Verwerfung. Sein Antrag wurde aber uiht angenommen und die Bill \an eine Kommission ver- wiesen.

Die lebte Debatte über Lord J. Russell?s Vorschläge zur Re- form des irländischen Armengeseßes und die Zushuß-Armensteuer von 24 pCt. war sehr -weitläusig , do< vernahm man von keiner Seite nêèue Gründe für oder gegen die Maßregel, Zuleßt verwarf das Haus Herrn Blakall’s Amendement, anstatt der ZasWuß-Armensteuer cize Steuer von 25 pCt. von allem üter 150 Pfo. St. betragenden Eigenthum zu erheben, mit 237 gegen 164 Stimmen, worauf Herr Reynolds ein neues Amendement einbrachte , die Steuern nur von Regierungs-Beamten, Hypotheken-Gläubigern, Leibrenten - Besißern nd abwesenden Grundeigenthümern zu erheben. Es wurde ebenfalls mit 212 gegen 51 Stimmen verworfen , dagegen die vom Ministe- rium vorgelegte Resolution, wie schon erwähnt, mit 206 gegen 34 Stimmen genehmigt.

Lord Palmerston erklärte vorgestern im Unterhause auf den An- trag des Herrn Bankes, die nah Sicilien gesandten fraglichen Was- fen, einige eiserne Kanonen, seien dem Lieferanten des Königlichen Zeughauses auf Verlangen zurückgegeben und an die Sicilianer verkauft worden, was er, der Staats - Secretair des Auswärtigen, gewußt habe, Später habe es ihm geschienen, als ob die neapolitanische Re- gierung si<h darüber bes<weren könnte, und der englishe Gesandte in Neapel habe daher vom Kabinet den Austrag erhalten, die nöthigen Erklärungen über diese Angelegenheit dort abzugeben, Wenn Herr Bankes übrigens die Sicilianer, welche für Vertheidigung ihrer Rechte zu den Waffen griffen, als Jusurgenten bezeihne, so thue er Un- re<t. Die Sicilianer hätten seit Jahrhunderten eine Verfassung ge- habt, und diese sei vom Könige umaestoßen rvorden, Was Lord Minto's Einmischung angehe, fo sei sle auf Andringen des Königs selbst geschehen,

Dem Parlamente liegt jept die Korrespondenz des auswärtigen Amts mit den fremden Regierungen über die beabsichtigte Reform der Navigationê-Geseße vor. Lord Palmerston \chi>te den englischen diplomatischen Agenten am 22. Dezember v. J. einen Abriß der be- absihtigten Reformen zur Mittheilung an die auswärtigen Kabinette. Die Antworten Hannovers und Oldenburgs nehmen Bezug auf die | eigenthümliche Stellung dieser Staaten als Mitglieder des dent-= |

{hen Bundes, welche es unmögli<h oder wenigstens unräthlich mahe, mit England einen besonderen Handelsvertrag abzu=- schließen. Hamburg spricht seine Zustimmung zu den den Refor=- men zu Grunde liegenden Prinzipien aus, bedauert aber, weder für jeßt, noch für eine Reihe von Jahren im Staude zu sein, die Ver= tragsfrage zu erledigen. Es will jedo< Alles, was in seiner Macht steht, thun, um Deutschland zur Annahme der freisinuigen Handels= politik zu bewegen, die Hamburg immer vertheidigt habe. Bremen ist ganz bereit, die offiziellen Mittheilungen Englands zur Erlangung des vorgeseßten Zieles entgegenzunehmen, und begrüßt die beabsich- tigte Reform als einen Sieg der großen Prinzipien, denen die Hanse= städte ihre Wohlfahrt verdanken, Me>lenburg zeigt si bereitwillig, auf die Ansichten Englands einzugehen, Oesterreich verspricht, sich über scine Ansichten durch seinen Gesandten, Grafen Colloredo, zu erklären. Frankreich ist bereit, Alles zu thun, um die Juteressen des Handels und der Schiffsahrt Frankreihso mit den von Englaud auf= gestellten Prinzipien vollkommener Gegenseitigkeit zu versöhnen. Belgien äußert sih nicht geneigt, die jeßt auf englishe Schiffe gelegten Diffe- rentialzölle abzuschaffen, da die belgishe Rhederei im Verkehre zwi- hen beiden Ländern unter gleichen Bedingungen uiht mit der eng- lischen fonkfurriren Fönne. Holland erflärt seine Bereitwilligkeit, die vou Lord Palmerston zu machenden Eröffnungen günstig aufzunehmen und den Kammern die Abänderungen vorzulegen, welche nothwendig

sind, um englisheu Schiffen dieselben Vortheile zu gewähren, wie sie

einheimische genießen, natürlich unter Vorausseßung vollständiger Ge-

genseitigfeit. Rußland verweist aus die bestehenden Verträge als einen

Beweis der Begünstigung, deren sih englishe Schisfe bereits in rus | sischen Häfen ersreuen, erklärt si{ aber bereit, mit der englis<en Ne-

gierung über eine ausgedehntere Anwendung des Prinzips der voll- ständigen Gleichbere<tigung der russisben Flagge in England in Un-

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terhandlung zu treten. Nur die Beschränkung des Küstenhaudels ist, wie bereits im Vertrage von 1845, reservirt. Von Preußeu, Schwe- den, Norwegen und von den Vereinigten Staaten von Nordamerika | waren no< keine Antworten eingegangen, Griechenland fennt keine | Differentialzölle, und Sardinien hofft die wenigen, wel<he noh be= | stehen, bald aufheben zu föunen. |

Der neapolitanishe Korrespondent der Times gicbt zu verste- | hen, daß die Unterhandlungen mit Sicilien einem befriedigenden Ab- | {<lusse nahe wären. General Filangieri sei mit den Hauptpunkten | des Vergleiches nah Gaeta geeilt, um die Sanction des Königs zu | erhalten; sobald ticse erfolge, würden der französische und der eng- | lische Admiral nah Palermo gehen, um der provisorischen Negierung | die Annahme der Bedingungen zu empfehlen. Würde diese aber | ausgeschlagen, so würden das französische und das englische Geschwa- | der si< entfernen und Sicilien seinem Schicksale überlassen,

Es is bereits des furchtbaren Schisfbruchs erwähnt, durh wel= | hen am 1. März die englische Bark „Floridian““, von Antwerpen | nach Nes- York bestimmt, mit 200 deutschen Auswanderern, darunter | 50 Frauen uud 30 Kinder, an der Küste von Harwich verloren ging, | Zwei Tage hatte es hestig gestürmt, aber an Gefahr dachte Nie- | mand, Da erfolgte plöylih ein heftiger Stoß an einer Sandbank; | Kiel und Bohlen waren zersprungen, die thürmenden Wellen {hlu- | gen über das Schiff, alle Passagiere, die auf dem Verde>* waren, | mit in das tobende Meer reißend, oder die Unglücklichen in ihren j Schlafstellen, wo sie ermattet von der Seekrankheit lagen, | tränkend. Als keine Rettung des Schisss mehr möglich | gab der Capitain Besehl, die Jollen herunterzulassen. Die erste wurde von einer Welle soglei<h umgeschlagen, in der zweiten ließ si< der Capitain mit seiner Frau herunter, etwa 30 der Passagiere \prangeu nach, und im nächsten Augenbli> hatte sie alle das tobende Element vershlungen. Jebt war jeder weitere Versuch zur Rettung unmöglich; in starrer Verzweiflung kauerten die Uebriggebliebenen auf dem Verde>, ihr Theuerstes umschlingend, Einige der Matro’en und Passagiere hatten si< an das Takelwerk festgebunden, Nach einer Stunde fielen die Maste über Bord, das Si theilte si< in der Mitte und die tobende See allein konnte | das Geschrei von hundert Stimmen im Todeskampf überwältigen. | Noth hielten \si< 12 am Tafelwerk, aber 8 davon unterlagen son in der ersten Naht. Sie waren erfroren. Die anderen vier , die übrig blieben, um diese shre>lihe Scene zu überliefern, wurden erst nah 48 Stunden von den Küstenwächtern entde> , die ihnen mit ihrem Boote zu Hülfe eilten. Hände und Füße waren “erfroren. Von den 4 Geretteten waren 2 Engländer und 1 Schwede (Ma- trosen) und 1 Passagier , ein Deutscher, Leßterer is wahnsinnig geworden.

Nach Berichten aus New-York bis zum 20, Februar war in |

er- war,

der Besißende bezieht, hat er sehr bedeutenden Antheil bis zu und Silberwerth zu entrichten, vernement Tresorscheine, welche stellt sind und mit 5 pCt, verzinst werden sollen, Die Besißer machen

der Union nichts von politischer Erheblichkeit vorgefallen. Der Kon- greß, dessen Sessionszeit in 12 Tagen aufzuhören hatte, war ganz unthätig gewesen, und es scheint gewiß, daß er si< vertagen wird, ohne Kalifornien oder Neu-Mexiko irgend eine Regierungeform ge- geben zu haben. Jn Kalifornien waren übrigens hon Schritte zux Einseßung einer einstweiligen provisorishen Regierung geschehen. Die dorther angelangten Nachrichten sind 3 Wochen neuer; sie be- stätigen die früheren Berichte über den Goldreichthum des Landesz für etwa 2 Millionen Dollars Goldstaub war {on nach den Ver= einigten Staaten unterweges, und eine Million wartete zu San Francisco nur auf Fahrgelegenheit, um eben dahin abzugehen,

Commodore Jones bestätigt in einem Schreiben vom 22. Dezember das Vorkommen häufiger Mordthaten und Räubereien. An Bord

eines <ilis<en und englishen Schiffes waren die Mannschaften in Meuterei ausgebro<hen, Keines der bisherig n Verbrechen fiel Eins gebornen des Landes zur Last, Die Handelsnachrihten aus -Nord- Amerifa werden als günstig betrahtet, Große Massen Baumwolle waren in den Seehäfen angelangt und die Märkte waren etwas flauer, da dis Aerndte auf mehr als 25 Million Ballen veranschlagt wird.

Admiral Napier's Geshwader lag am 2. März noch zu Gibraltar,

Der Centralverein zum Schuße des A>kerbaues und der engli- {en Industrie hat in London unter Vorsiy des Herzogs von Bu>ingham cine Versammlung gehalten. Die eon derselben gefaßten Be- schlüsse waren auf Aufhcbung der Malzsteuer, Einführung von mäßis gen Schubßzöllen und -auf Einreichung ciner in diesem Sinne entwor=« fenen Petition beim Parlamente gerichtet,

Die Armengese-Kommissare haben jeßt die Unterstüßungen feste gesetzt, welhe armen Auswanderern an Geld 2c, gewährt werden sollen.

Schweden und Norwegen. Sto>holm, 2, März, (B, H.) Der König hat den Dispositioas- Anschlag des Marine-Ministe- riums für 1849 (tes fünften Kapitels der Finanzen) auf 1,429,240

Btÿlr. festgestellt. N

Auch bei uns im hohen Norden grassirt bereitó das falifornische Goldfieber, und oie Blätter enthalten Aufforderungen, si< einer aus allen Ständen gebildeten falifornischen Colonisations-Gesellschast an- zuschließen.

Italien. Rom, Febr. (A. Z) Sonuabends den 2á4sten d. begaben si< einige Minister der römishen Regierung zu Herrn Peter, dem britischen Agenten in Rom. Sie sagten ihm, sie wüßten, daß England die Jntervention in den römischen Staaten bis jeßt no< nicht unterschrieben habez sie seien entshlossen, sih bis auf ben legten Blutstropfen, bis zum Untergang der Stadt zu verthei- digen, und schlügen ihm vor, eine Estassette an den britishen Ge=- sandten in Neapel abzusenden, um ihn aufzufordern, gegen die Inter= ventiou Verwahrung einzulegen, Wirklich {\chi>te Herr Peter am selbigen Tag noch eine Estassette nach Neapel. Die römische Regie=- rung lebt daher der Hoffnung, dies sei geschehen, um Herrn Temple aufzufordern, gegen das Einschreiten in den römischen Angelegenheiten zu protestiren. Dem is jedoch nicht so; die Sache verhält sih viel- mehr folgendermaßen: da der Tag der militairischen Beseßung Roms immer näher heranrüct und man Gewaltthaten oder Tumulte fürch= tet, so forderte Herr Peter den britishen Gesandten auf, einen Theil der unter den Befehlen des Adtuirals Parker stehenden Flotte zum Schuße der englishen Unterthanen in Rom nah den Gewässern von Civitavecchia zu senden.

Eine Schwadron Neapolitaner hat in den leßten Tagen eine Ter=4 rain - Rekfognoszirung an der römischen Gränze vorgenommen, und wie man sagt, hat bereits ein kleines Vorpostengefeczt stattgefunden, Die Neapolitaner scheinen in Fiumicino und Porto d’Anzo landen zu wollen,

Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Herr Rusconi, hat die diplomatischen Agenten von dem Beschluß in Kenntniß ge« seßt, daß die Fahne der römischen Republik die dreifarbige sei, mit dem Adler darin die Agenten antworteten niht darauf, wie dies bei den ministeriellen Noteu der römischen Regierung gewöhnlih der Fall ist. Man steht seßt im Begriff, verschiedene Gloden, vor allen die des römischen Kollegiums und Archi- Gymnasiums, einzushmelzen, um Kanouen daraus zu gießen. Gestern stellte der Polizei- Direktor eine Durchsuchung in der Münze an, weil er den Verdacht hegte, es

möchte sich sildernes Kirchengeräth daselbs befinde», um Geld daraus schlagen zu lassen. Es fand si< aber nihts, WVions. Roberti und

hp 27.

andere Prálaten haben Rom verlassen; der Klervs verkleidet und verbirgt fich.

Rom, 28, Febr. (A. Z.) Der Sturz Gioberti's hat die Ne=

gierung und thren Anhang aufs neue mit Muth erfüllt, Jmmer aber bleibt die eine Lebensfcage ungelöst: wie man sih aus der gegen- wärtigen Finanznoth herausziehen solles Die Zwangs = Anleihe is daher bereits veröffentliht worden und hat eia sehr drüctendes wahr- hast shre>haftes Ansehen erhalten.

Von den Einkünften, welche je- von 2000 Scudi an aufwärts einen % nicht in Papier, sondern ín Gold- Dagegen erhält er von dem Gous- auf sämmtliche Nationa'güter ausge»

sehr saure Gesichter zu dieser Zumuthung, und die Sehnsucht nah einer Wiederherstellung der alten Verhältnisse steigert sh von Stunde zu Stunde si<tli<. Sie paart sih sogar mit Ungeduld, seit jede Aus- sit auf die Jutervention wieder in das Nebelhafte vershwunden ist, Die geistlichen Güter sind vorerst unter Sequester geseßt. Jhre Ver- waltung is dem Tax= und Stempelbüreau überwiesen worden. Den Corporationen wird der Nothbedarf ausgezahlt werden, Schulen und Universitäten sind der bishöflihen Aufsicht entzogen worden. Nur die bis<üflihen Seminarien bleiben unter geistliwer Jmmediatgewalt. Monsignor Roberti, eines der s{hwachen Mitglieder der den 27. November zu Gaceta ernannten Regierungs - Kommission, hat eine Haussuchung zu bestehen gehabt. Kardinal Castracani und Prinz Barberini haben si<h in Folge dessen von Rom entfernt. Die täg- lih wachsende Masse shle<hten Gesindels, das hier zusammenströmt, macht Viele für deu Fall einer Krisis wegen Plünderung und ernster Orduungsstörung besorgt.

Meteorologische Beodachtungen.

Nachmittags | Abends | 2 Ukr. | 10 Ubr.

1849. 11, März:

Nach eummmaliger Beobachtung.

Morgenus 6 Ubr.

Luftdruck « « . « « 338 18’! Par.|338 64'''Par.|338,94'’’Par. Quellwärme T R | ' f jg | , Luftwärme «....| “F 1,69 R. 5,2! R. -+ 4,7 v 1. |Flasswürme 1,1° R,

Thaupunkt « « - - -| + 0,6° R.| - L4° B. 202 t. Bodenwärme

Dunstsätüigung -| 99 pCt. (4 ¿pCt, 52 pct \|Ausdünstung

Wetter ».-... N reguig. | Seuknee, crüb. Niedersckhlag 0,242‘‘Rh.

Wiud ....»..- W, | W, | W. Wärmewechsel ie 54

Wolkeuzug«“ « «« | W, _— i -— 0,1 9 Tágéainitiel: 338,55’ Par... + 3,8 R... 0,1°R,.. 4p M

Königliche Schauspiele. :

Dienstag, 13, März, Jm Opernhause. 35 ste Abonnements- Vorstellung: Die Sylphide, Ballet in 2 Abth. , von Ph. Mule lioni. (Fräul, Lucile Grahn, erste Solotänzerin det Geftrelie italienishen Oper zu London: Die Sylphide, als erste Gaslrole.