1849 / 73 p. 1 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

A E e eadas M R

Zus El e und Durchfuhr der Waaren z Festseßung Gebiet für L Einfuhr, N enseitige Freiheit des Umlaufs für die

einer gleichinäßige ‘ergeldz Einheit (unitá) der diplomatischen Ver- | Schapscheine und S T ans einer militairishen Central-Vertheidigungs- |

tretung nach außen;z t rad ( ‘ai e Kommission in Bologna, ri A Avr z60 ft Er O bele und auch Venedigs me hat also die provisorische Regierung so deut- E O rögtich erklärt, daß sie einer feierlichen offiziellen Verkündigung 19 Republik für Toscana und einer Bef ag Zora ee, mit Nom,

h das toscanische Parlament und die italienische $ onstituante über

ehe sich 3gesprohen haben, nah wie vor entgegen ist. Es fragt

diese Me ri fe ¡jhren Willen dem florentiner olfsflub und dessen Map änger gegenüber durchsegen M Af fg E 3,) ar das Gesez vom 22. Febritar 1842, auf La sie sich am 26, berief, abge- schaft und die in Folge dieses Gesepes bestehende Kommission aufgelöst hat, deutet auf Konzessionen an die livorneser Partei,

Spanien. Madrid, 6. März. Jn der gestrigen Sißung des Kongresses kündigte der Deputirte Sanchez Silva an, daß er an die Regierung eine Interpellation über die Politik rihten würde, welche sie in Bezug auf die Verhältnisse des Papstes und des römi- hen Volkes einzuschlagen gedenke. Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten erwiederte, die Regierung werde in Ueberlegung zie- hen, ob sie auf diese Interpellation antworten könne, oder nit, Un- terdessen melden Briefe aus Barcelona, daß dort Schiffe zum Trans= ort von Truppen ausgerüstet werden , und hiesige Blätter sprecen

von 12,000, andere von 5000 Mann Jufanterie , 500 Mann Ka- vallerie und 4 Batterieen, die zu jener Expedition bestimmt wä- ren. Ueber den Namen des Ober - Befeh!shabers dieser Truppen \chwanken die Angaben. Sogar von dem Herzoge von Rianzares soll die Rede sein, Alle prozressistishen Blätter tadeln das Vorha- ben in den bittersten Ausdrücken. Der Clamor sagt u. A.: „Schon die betrübende Lage Spaniens sollte unsere Minister davor zurüdckscrek- fen. Wenn alle ihre Anstrengungen nicht hinreichen, den farlistishen Aufstand in Catalonien zu unterdrücken, sollten sie um so weniger si in einen rechtêwidrigen auéwärtigen Krieg werfen. Js es klug, während alle Obliegenheiten der Regierung unerledigt bleiben und die Staatskasse ein jährlihes Defizit von 400 bis 500 Millionen hat, der ershöpften Nation die großen Kosten dieser Ueberziehung (inyasion) aufzubürden? Die Minister, welhe in ihrem eigenen Lande die Kirchen in Schutt liegen und die Diener des Altars verhungern lasen, wollen einen abenteuerlichen Zug unternehmen, um die Form der Regierung eines freien Staates zu bestimmen , und zwar zum Behuf eines rein politischen Zweckes, den sie mit dem Schleier des Katholizismus verhüllen wollen.“

Der Pay hat tem Herzoge von Valencia und dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten , Marquis von Pidal, das Groß- freuz des Drdens Pius 1X. verliehen.

__“ Gestern ist der erste Secretair der neuen französishen Botschaft, Herr d’'Harcourt, hier angekommen. Der Botschafter Felb|, Herr

) | j | | |

Napoleon Jerome Bonaparie, wird binnen vierzehn Tagen hier er- wartet. i

Aus Catalonien wird gemeldet, daß in der Naht vom 26bsten v. M. eine Abtheilung Karlisten in die Stadt S. Andrés de Palomar (2 Meilen von Barcelona) eindrang, um den dort be- findlihen General Lasala aufzuheben. Es gelang ihm jedoch, zu ent- fommen. Der Krieg nimmt übrigens überall einen sehr blutigen Cha- rakter an. Der „Estudiante“’, dessen Banden die Gegenden von Bur= gos und Aranda brandschaßen, hat mehrere Leute erschießen lassen. Auch die Provinz Toledo wird von zahlreichen karlistishen Corps heimgesucht, welche aus den Ortschaften Pferde und die öffentlihen Kassen fortführen.

Iro 234 P 5yroz, 107 P.

L L E L R R E R R R R E R R R R R E E R R R R E I E E R "R E R E

Wissenschaft und Üunst. Königliches Opernhaus.

Znm erstenmale wiederholt: Die lustigen Weiber von Winsor.

(Den 11. März.)

Die zweite Vorstellung der Nicolai schen Oper: „Die lustigen Weiber von Windsor“ erfreute sich vor einem Sonntags - Publikum, bei einem in allen Näumen gefüllten Hause, einer niht minder günstigen Aufnahme, als die erste Aufführung. Handlung, Musik, Ausführung und Ausstattung reichen sih gegenseitig die Hände, um einen Total - Eindruck durch das Werk hervorzurufen, den wir schon neulich als einen freund- lichen bezeichnen durften, Einzelne Musikstücke, so z. B, gleich die aus Motiven der Oper geschickt zusammengeseßte Ouvertüre, das charakteristische Trinklied Falstaff's, die melodióse Romanze Fenton's u. a. m., fanden wie- der lauten Beifall, Daß das Ganze durh Abkürzung noch gewinnen würde, is schon in unserem ersten Berichte angedeutet worden. Diesmal blieb nur die Ballade der Frau Reich zu Ansang des dritten Aktes aus, Da wir indeß der Musik bereits ausführlich, der Aus führung aber nur summarisch gedacht haben , so gehen wir jeßt, das Versäumte nachzuholen, auf Einzelheiten der Leßteren etwas näher ein. s

__ Obwohl alle Mitwirkenden das Lob beanspruchen können, Jeder an seinem Playe Treffliches geleistet zu haben, müssen wir doh den Damen Tuczek und Marx als Jnhaberinnen der Titelrollen, besondere Anerken- nung zu Theil werden lassen, Sie repräsentiren „die lustigen Weiber“ Wei liebenswürdigsten Humor und überhaupt in wahrhaft ergößlicher

éd , indem sie dabei jenes Geschick der Darstellung offenbaren, das sie

Sekanntmachungen "L

Der nachfolgende

See i Der unten näher dezelhneie Aufseher bei der Jm- perial-Continental-Gas-

434

stets entfalten, wenn sie sich auf einem ihren Zndividualitäten so durchaus gt Gebiete, wie hier, bewegen. Namnilich ist Fräulein Tuczek, als Frau Fluth, in jeder Beziehung -eine der anmuthigsten Erscheinungen, der man auf der Opern - Bühne begegnen kamn, und Fräul, Marx steht ihr, als Frau Reich, was. gewandtes Spiel nd charakteristischen Gesange betrifft, würdig zur Seite, Nicht minder dank-nswerth löst Herr Z3\chîe}\ch seine Aufgabe, als Falstaff, der diese eigemhümlihe Shakesspearesche Fi- ge mit derb-komishem Humor und in durchaus angemessener Haltung giebt.

tächstdem verdient Fsuth, Erwähnung. Er zeichnet chst Herr Krause, als Fluth eshi@ Und

Auch Nolle

anerfennungswerthem i Ganzen erheblih bei, eine ziemlih lohnende

den eifersüchtigen Etemann mit trägt zur wirksamen Belebung des Herr Pfister, der, als Fenton, eine z inne hat, insofern sie wenigstens musikalisch dankbar ist, leistete Verdienstlihes. Die oben erwähnte hübshe Romanze (im zweiten Akt) verdankt ihre günstige Aufnahme nicht minder der Composition, als scinem empfindungsvollen Vortrage. Daß Frau Köster die ihrem Naturell entsprechende Partie der Anna, besonders im Gesange, zur glücklihsten Geltung bringf, bedarf bei dem anerkannten Talente dieser Künstlerin keiner Versicherung. Eine etwas stärkere Dosis von Lebendigkeit und Munterkeit in der Darstellung wäre ihr jedoch zu wünschen und würde den Charakter noch wirksamer ausprägen. Was die Jnhaber der übrigen Rollen anbetrifft, so verdient zunächst Herr Man- tíus, als Junker Spärlich, Dank, sowohl füc die Uebernahme, als für die Ausführung dieser untergeordneten Partie, während die Herren Mi dck- ler und Lieder, als Reih und Dr. Cajus, gleichfalls Lob und den Ruhm beanspruchen dürfen, zum Erfolge des Werkes fleißig mitgewirkt u haben,

y Jhre Majestäten der König und die Königin beehrten diese zweite Vorstellung der „lustigen Weiber“ mit ihrer Gegenwart und wohnten ihr vom Anfang bis zum Schluß mít sichtlicher Theilnahme bei.

Markt - Berichte.

Königsberg, 10. März. - Zufuhr war gering, Weizen 56 bis 68 Sgr. p. Schfl, Roggen 25 bis 29 Sgr., gr, Gerste 22 bis 26 Sagr., kl. Gerste 18 bis 23 Sgr., Hafer 14 bis 17 Sgr, graue Erbsen 30 bis 36 Sgr., weiße Erbsen 28 bis 35 Sgr,, Kartoffeln 14 bis 18 Sgr., der Ctr. Heu 15 bis“ 20 Sgr., das Schock Stroh 90 Sgr.

Stettin, 13. März. haben wir Schneetreiben, Jn Weizen nichts gehandelt. Roggen in loco bei Kleinigkeiten zu 23 Rthlr. erlassen, pr. Frühjahr 82pfd, 24 Rthlr., 23% und 20+ Rthlr. bez., 235 Rthlr. Br., 234 Rthlr, Geld, pr. Juni /Juli 82pfd. 26 Rthlr. bezahlt, 264 Rthlr. Br. Heutiger Landmarkt: Weizen. Roggen. Gerste. Hafer. Eibseu. 54 a 56 21 a 24 22 à 23 14 a 15 282: 32 Rihir. Spiritus aus erster Hand zur Stelle 244 %, aus zweiter Hand direkt, mit Faß, in einem Falle zu 244 % gekauft, durch Mäkler loco und Frühjahr 24 % bezahlt und pr. Frühjahr Geld, da zur Deckung Begehr ist; pr. Juni /Juli 21% % gefordert, 22 % zu machen, Zuli bis August 21% %, August 21 %. _ Rüböl pr. März 13% Rthlr.,, pr. März /April 13% Rthlr., pr. April /Mai 137, a % Rthlr, bezahlt, September /Oftober 125 Rtyhlr. bezahlt und zu machen, pr. Dftober /November 12 Rihlr, Br., pr. November / Dezember 11% Rthlr. Br, und Gid,

Stettin, 11. März. Die nun {on länger als drei Wochen fast ununterbrohen herrschenden Westwinde haben es den seit Auf- gang des Wassers hier für die Nordsee abgeladenen Schiffen unmög- lich gemacht, in See zu gehen, und die Fortdauer des Hindernisses würde um so verdrießliher sein, da sich unter senen Schiffen eine

Das Wetter bleibt stürmish; heute

Anzahl preußischer befinden, welche in dem guten Glauben zum Laden gestellt und beladen wurden, daß sie jedenfalls vor tem 26sten d. M. durh ten Sund sein wlirden, und überdies von den Dänen nichts zu befürhten sei. Zu ferneren Verschiffungen dagegen bietet das Ein- treffen einer zahlreihen Flotte von Engländern jeßt der Gelegenheit die Fülle, wenn nur nicht andererseits die Aussichten auf fremden Märkten fo ungünstig wären. ;

Der Winter verließ uns gestern Morgen, und wir haben seitdem sehr stürmisches und regnigtes Wetter gebabt. Es läßt sch noch nit feslstellen, inwiefern die plößlihe strenge Kälte auf den Stand der Saaten eingewirkt hat, indeß haben in Folge derselben .und des dar=- auf eingetretenen Wetters die Preise der meisten Speculations-Artikel unseres Produktenmarktes angezogen.

Weizen wird auffallend wenig angetragen; namentlich von ucker= märkisher Waare müssen entweder die Bestände sehr geräumt oder die Besiger sehr zurückhaltend sein; theilweise sind sie zu leßterem wohl durch die {lehten Wege gerade in den fruchtbarsten Distrikten genöthigt. Jener \{chlechten Versorgung des Marktes is es zuzu- \chreiben, daß unsere Preise auf einer Höhe bleiben, welhe gegen die immer weiter sinkenden englishen gar keine Rechnung mehr giebt; die Frage, welche stch noch zur Komplettirung früher angenommener Aufträge hier und da zeigt und in den leßten Tagen denn doch vor den hohen Forderungen zurückwih, dürfte sonst bald gesättigt sein, Für 90/91 pfd. gelben schles. in loco wäre vielleiht 564 a 57 Rthlr. zu machen, 884/89 vfd. wird auf 564 Rthlr.,, 89A pfd, vorpomm,

auf 57 Rthlr, gehalten. Roggen fand in den leßten Tagen wieder etwas bessere Mei-

Tem d L L E E

l\sociation JuliusHenning

ausgestattet

, verbunden sein dürfte.

[598] P r 0c an Der Handlungsdiener Carl Friedrich Wilhelm Schmidt, Sohn des Bäckermeisters Christian Friedrih Schmidt und

nungz einrerjens glaubt man, daß die Anmeldungen zum 15. März

doch nicht ganz so bedeutend sein werden, als man aufangs erwar-

tete, und dann scheint es auch, als würden die meisten Käufer zu Boden gehen, da dies bei so niedrigen Preisen mit Rijiko eben nicht en Ueberdies wurden einige Loko-Partieen für den Betarf der hiesigen Mühlen aus dem Markt genommen. Un-

O21

ter diesen Einflüssen wurde für 86/87pfd. Loco-Waare 25 a 495

| Rihlr. bezahlt und blieb dazu Geld, pro Frühjahr 82psd. mit 247 a

% Rthlr., für 86psd. 252 Rihlr. zu machen, pro Juni/Juli 82pfd,

mit 265 Rthlr. bez., für 86pfd. 27 Rthlr. Gld. L Gerste. Oderbruch zu 24 Rthlr. da, für pommersche große 29

Rthlr. gefordert, für \{lesishe 74/75pfd. 24 Rthlr. zuleßt offerirt ;

E 21 Rihir, Br. Jm Ganzen wenig Frage nah dem

rtifel,

_ Pommerscher Hafer pro Frühjahr is in 50pfd. Waare zu 165

Rthlr. erlassen, sür 52pfd. 165 a % Rthlr. zu machen,

Saamen. Rapps, Rübsen und Schlagleinsaamen fehlen, Für rigaer Leinsaamen 6% Rthlr., für pernauer 8% Rthlr. bez.

Fn Kleesaamen sind die Umsäße zu den auf die billigeren \{le- sishen Notirungen jeßt ctwas ermäßigten Preisen ziemlich belang= reh. Von feiner und feinmittel weißer Waare in loco is fast Alles geräumt und mußten Benöthigte nah Qual, 9 a 10 Rthlr. pro Ctr, bewilligen; auf Lieferung aus ersten Kähnen is mit 85 a 94 Rkhlr. pro Ctr. zu faufen, mittel weiß nach Qual. 7 a 85 Rthlr., ord. 5 a 6% Rthlr. Fein roth 9% a 104 Rthlr.,, mittel 7% a 95 Rtdlr., ord, 5% a 7 Rthlr. Thimotheesaamen iun loco mit 5 a 6 Rthlr, gesucht, indeß fehlen Borrätke. Neue Zufuhren werden mit den ersten ostpreußischen Schiffen erwartet, nah deren Eintreffen si die Preise wieder drücken dürften.

Rüböl, Von Schlesien und Sachsen mehren sich die Klagen über die Nappspflanze und auch in unserer P:ovinz soll es damit niht zum Besten stehen. Loco-Oel is nur bei Kleinigkeiten zu haben

und mit 434 Nihlr. bezahlt, pr. März / Apr. 13 Rthlr., pr. Juni /

Juli 1254 Rthlr.,, Sept. /Okt. 12%, 12%, 125 Rthlr. bez. Leinöl in loco ohne Faß 11 Rthlr. bez. Malaga-Baumöl 15% Rthlr. loco bez. Gelb Lchtentalg 14% Rthlr. unverst. bez. Spiritus in loco 24 % bezahlt, pr. Frühj. 235 %, 21% %, pr. Juni /Juli 215 % bez., bei fester Haltung. Rappkuchen zu 31 a 30 Sgr. da, ohne Kauflust. Zink 4 Rthlr. 15 Sgr. a 4 Rthlr. 14 Sgr, Br. ; ott, Roh- eisen Nr. 1 zu 1% Rthlr. zu haben. Kasansh2 Pottasche zu 105; Rihlr. bez. Rthlr. unverst., kfry|. 25 Rthlr. verst, bez. i : : Holländische Heringe 104 Rthlr. verst., schottische 8 Rtblr, un=- verst. bezahlt, . L Nah der Börse. Von Weizen sind nur 30 Wspl, pomm. 89pfd. ZVlöth. loco zu 56% Rthlr. gekauft ; die londoner Berichte vom 9ten d. M. lauten wieder sehr flau, dessenungeachtet bleiben noch zu 57 Rthlr. für effekt, 90pfd. Waare Käufer. Roggen loco 25a 255 Rthlr., pr. Frühj. matter 82pf\d. 245 Rthlr. bez., 86pfd, 25% Rthlr., pr. Juni /Juli 82 pfd. 264 Rthlr. Rüböl loco 13% Rthlr. bez., März /Apr., Apr. /Mai 13% A 13% Rthlr.,, Sept. /Oft. 125 Rthlr. bezablt. : Spiritus aus erster Hand zur Stelle und aus zweiter Hand obne Faß 24 %, pr. Frühj. 23% % Br., 2353 G., Mai/Juni 22 %, Juni /Juli 21% % Br., pr. Aug. 214 % bez.

pr, Juni

Calcinirte Soda 3%

Breslau, 13. März. Weizen, weißer 55, 60, 64 Sgr., gelbcx 53, 98, 62 Sgr.

Qo 30, 33, 39 Sar.

Gerste 20, 22, 24 Sgr.

Hafer 16, 17, 184 Sgr.

Kleesaat unverändert.

Spiritus 65; Nthlr. bez.

Rüböl 15 Rthlr. gefordert,

Zink 500 Ctr. loco à 45 Rthlr, bez.

Der Markt war heute fest, und Roggen wurde selbst zu erhöh ten Preisen rasch gekauft.

Neuß, 9. März. Weizen 2 Rthlr, 6 Sgr., Roggen 1 Rihlr. 5 Sgr., Wintergerste 41 Rthlr. 2 Sgr., Sommergerste 1 Rihlr. 2 Sgr. Buchweizen 1 Rthlr. 7 Sgr., Hafer 19 Sgr,, Erbsen 2 Rthlr, Rappsaamen 3 Rthlr. 27 Sgr., Kartoffeln 20 Sgr., Heu pr. Ctr, v. 110 Psd. 20 Sgr., Stroh pr. Schock v, 1200 Pfd. 4 Rthlr., fleiner Saamen 3 Rtblr. 16 Sgr., Rüböl pr. Ohm a 282 Pf. o. F.

35 Rtblr., Rübkuchen pr. 1000 St. St. 30 Rthlr., Preßkuchen pr.

2000 Pfd, 27 Rtblr., Branutwein pr. Ohm, 18 Gr. 10 Rthlr,

10 Sgr., Gereinigtes Del 36 Rthlr. 15 Sgr. Getraide fortwährend spärlich angeführt und

preishaltend. Rüböl unverändert. j

a. widrigenfalls er als todt erklärt und sein Vermögens- theil von 113 Fl, 41 Kr, nebst Zinsen dem Johann Lautner ausgehändigt würde. :

Pegniy, den 29, November 1848.

A 4% f e unten näher bezeichnete unverehelick , N A uv et aus Grünow ist des Diebsiahis ce: dächtig und hai s von hier entfernt ohn L ver- gegenwärtiger Aufenthalt zu ermittely gewesen daß ihr Es werden alle Civil - und Militair - Betz it: JIn- und Auslandes dienstergebenst ez Si orden des selbe zu vigiliren , im Betretungsfalle tee, h mit allen bei ihr \sich vorfindenden Gegenständen und Geldern mittelst Transports an die hiesige G en und Expedition abliefern zu lassen, efängniß- Es wird die ungesäumte Erstattung de standenen baaren Auslagen und den vérehrliten, Be

des Auslandes eine gleiche Rechtswillfährigfeit versichert

Berlin, den 2, November 1848. Königliches Kriminalgericht hiesiger Residenz, “s oige für Voruntersuchungen. Signalement der Shubel,

Dieselbe is 31 Jahr alt, evangelischer Religion, in Grünow bei Prenzlau geboren, 5 Fuß groß, hat blonde Haare, blaugraue Augen, blonde Augenbrauen, rundes Kinn, runde Gesichtsbildung, blasse Gesichtsfarbe, ge- ewöhnlihen Mund, vollständige Zähne, estalt uud hat keine besonderen Kennzeichen,

drückte Nase, ist unterseßter wird hiermit erneuert. Berlin, den 12, März 1849, Königlichès R hiesiger Residenz. Abtheilung für Prin adunigen.

von hier ist der Unterschlagung von Geldern verdächtig und hat sich von hier entfernt, ohne daß sein gegenwär- tiger Aufenthalt zu ermitteln gewesen ist,

Es werden alle Civil- und Militair - Behörden des Jn- und Auslandes dienstergebenst ersucht, auf densel- ben zu vigiliren, im Betretungsfalle festnehmen und mit allen bei ihm sih vorfindenden Gegenständen und Geldern mittelst Transports an die hiesige Gefängniß- Expedition abliefern zu lassen.

C8 \vird die ungesäumte Erstattung der dadurch ent- sandenen baaren Auslagen und den verehrlichen Behörden

es Auslandes eine gleiche Nechtswillfährigkeit versichert,

Berlin, ven 12. März 1849, Königliches Kriminalgericht hiesiger Nesidenz. Abtheilung für Voruntersuchungen,

Signalement de j

s 1c, Henning. Béla e Jahr alt , evangelischer Klon: ín Haare, dunkelbrau Fuß 4 Zoll groß, hat {warzbraune G ' elvraune Augen, starie \{warzbraune Augen-

brauen, rundes Kinn i Gesichtsfarbe Kewbh alige ie Gesichtsbildung, gesunde

{warzbraunen Bart, voll ánvie und Mund, starken ter Gestalt, spricht vie A S ende Gnterseg- L nderes Kennzeichen farzen Hals, Ex tru E ih ein lose umgeschlagenes Halstuch , sein e aufrecht, den Kopf etwas zurü eworsen ing bäufig auch mit bloßem Hals, nux mit eifstchenbed C e tee fragen, und hatte einen Schnurr- und Heinen Bäafenbart

| die öffentlihen Blätter gerehneten Frist riftli oder

der Dorothea Charlotte geb. Reckholp, späteren Wittwe Peschlow, welcher zu Berlin am 26. Mai 1799 geboren 1st und im Jahre 1828 hier als Privat-Secretair lebte, event, die von ihm etwa zurückgelassenen unbekannten Erben und Erbnehmer, werden aufgefordert, sich spâte- | [101] stens in dem auf

den 10, Juli 1849, Vormittags 11 Uhr, im hiesigen Gerichts-Lokale anberaumten Termine schrist- lich oder persönlich zu melden, widrigenfalls der Carl Friedrih Wilhelm Schmidt für todt erklärt und sein Vermögen den bekannten nächsten Erben ausgeantwor- tet werden wird.

Wriezen, den 6, September 1848,

Königl, Land - und Stadtgericht.

S)

Tun eine Jacob Pharo,

[738] EdiciateCiratio l,

Georg Lautner, geboren am 4. August 1786 zu Was- serkraut, Soldat des 6ten Chevauxlegers - Regiments, machte den Feldzug nah Rußland mit, wurde als ge- fangen am 31, Dezember 1812 aus der Regimentsliste GuelGren. ;

luf Antrag seines Bruders Johann Lautner wird

Erhbrechte- 0 erheben wo auf den

mächtigten

Königliches Landgericht, Schober.

Dem Niedergericht hierselbst hat Procurator Fisci Namens des löblihen Zehntenamts, mit der Bitte um

3 öffentlichen Proklams, angezeigt: Am

4. November 1848 sei der Arbeitsmann Johann Michel

gebürtig aus Holzendorff bei Wolgast,

Wittwer der etwa 6 Wochen früher, am 18, Septem- ber, verstorbenen Dorothea Charlotte Pharo, geb. Knit- tel, aus Hannover, mit Tode abgegangen. Ersteren seien nicht bekannk.

5 iy Knittel in V Bridersehr, Sev agcotlam dahin erkannt worden:

daß Alle, welche an diese Verlassenschaft aus einem

Erben des Leßtere hinterlasse einen Berlin,

der sonst irgend einem Grunde Ansprüche llen, diese in einem einzigen peremtorisch

27. Zuli 1849 anberaumten Termine und zwar Auswärtige durch einen hiesigen Bevoll-

ím Niedergerichte zu melden und

st zu rechtfertigen \{uldig sein sollen, bei

ä seit die- äch nun eer R Georg Lautner, welcher seit díe deme des Ausschlusses und ewigen Stillschweigens.

ser Zeit keine Nachricht über sich gab, mit seinen un- Straf befannten Erben und Erbnehmern aufgefordert, inner-

halb 9 Monaten vom Tage der ersten Einrückung in

persönlich sich bei dem unterfertigten Gerichte zu melden,

Hamburg, den 6, Mârz 1849,

Zur Beglaubigung: G, Pemöller, Dr., Aftuarius,

bonnement betrágiz Nthlr. für 7 Jahr. E Ae s S Ne. S-A «1 Iabr. in allen Theilen der Monarchie ohne Preis - Erhöhung.

-

Be! etnzelnen Nummern wird

r Boten mi! 2 Sar. berechnet. Sfa al i i ( Y W

Verlín, Freitag deu 16, März

Alle Poft-Anfstalten des Jn- und

Auslandes nehmen Bestellung auf

dieses Blart an, für Berlin dic

Expedition des Preuß. Staats» Anzeigers :

Behren-Straße Ur. 57.

1849,

S P R P E R D A

CRSASSU E G E R A T 1 Cic it abert Ci rie 0ER,

Mit dem Preußischen Staats-Anzeiger werden die vollständigen stenographischen Berichte über die Sißungen beider Kammern auch fernerhin ausgegeben werden. Wir bitten die verehrlichen Abonnenten ergebenst, ihre resp. Bestellungen für das mit dem 1. April c. beginnende Quartal gefälligst rechtzeitig fo bewirken zu

wollen, daß dieselben in der regelmäßigen Zusendung keine Unterbrechung erleiden und wir in den Stand gesegt werden, die Stärke der Auflage gleih zu Anfang danach bestimmen zu fönnen. Der vierteljährliche Pränumerations-: Preis beträgt, mit Einschluß der genannten stenographischen Berichte und ohne Rüdcksicht auf die Bogenzahl

derselhen, Nthbir,

A L A N EZC Ci E T P RNA "S H ML E TSRCECCVE I? POZUK S A LEUES TLTSY L E TZTTESILDE B L K V IZLE T P GTICE AE T ERES CELSETE E CELH? 22S D EBLFEDTTLELEi LACITY STALRTEFTEL M ZCTTEETTEL A E LLECL IAC LERVTCIÄ CHLETGNTZZEUETLET R FF L DTERTRRCC C TEGEELEZIEKERZTL Ez I SGST L EZ I I USE E

Inh ail licher è Heil, Dentscvland.

PBreußen, Berlin. Zur Berichtigung. Die dänische Blokade, Verordnungen des General-Post-Amtes,

Bundes - Üngelegenheiten. Frankfurt a. M. Welcker's Rede,

Desterreich, Wien. Kirchliches Fest wegen Verleihung der Verfassung,

Einnabhine von Großwardein, Vermischtes, Olmuüh. Feier der Verfassungs-Verleihung, |

Hannover. Hannoser,

_ Ständc-Versammlung,

Hessen. Kassel, Truppenmobilmachung.

Hessen und bei Rhein. Darmstadt, Truppen-Bewegungen,

Schleswig-Holstein. Schleswig, Truppen - Bewegungen,

Nusland.,

Frankreich, National-Versammlung, Zusay zum Wahlgeseß; Bewilligung von zwei Zwölfteln des Bubgets und von Zuschüssen zum

alt des Präsidenten der Republik, Paris, Die italienischen Une

gelegenheiten, Sendung nah Dänemark. Einforderung der Listen

für die mobile Nationalgarde, Das Wahlmanifest der Rue de Poi- tiers, Fortschzung des Verhörs in Bourges. Vermischtes,

Großbritanien und Zrland. London. Sir Chärles Napier, Die italienischen Angelegenheiten. Todesfälle, Vermischtes,

Dänemark. Kopenhagen. Die Anleihe.

Schweiz. Bern. NRegierungsrathsschreiben in der Tillier-Mortierschen ckache. Die Schweizerregimenter in Jtalien. Antwort des sar- dinischen Ministers der auswärtigen Angelegenheiten an den Bundesrath. - Vermischtes, Aargau. Ausweisung.

talien, Nom. Rundschreiben des Ministers der auswärtigen Ange- legenheiten an das biplomatische Corps, —— Florenz. Rückzug der österreihishen Truppen nad Modena. Turin, Adresse der Abgeord- neten-Kammer an den König.

Türkei. Konstantinopel. Bucharest,

WVBörfen-: und Handels-Nachrichten.

Schreiben des Gesammt-Ministeriums an die

Die russischen und türfisen Truppen in

Beilage.

A7 AITAVTG A GOE T P IA RAT

Amtlicher Theil.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht : Den VLegations=-Secretairen von Scha ck, Grafen von Pour- tales-Gorgier und von der Schulenburg-Priemern dén Charakter als Legations - Rath beizulegen.

WEKE?.TNTSTEBUEE A TERL:

Der Landgerichts=Referendarius Engelbert von Fuchsius ¡zu Düsseldorf is auf Gruid der bestandenen dritten Prüfung zum Advokaten im Bezirke des Königlichen Appellationsgerichtshofes zu Köln ernannt worden.

Bann tun Unter Bezugnahme auf den $. 17 des Gejeyes vom 15. April N oUD hiervurch bckannt gemacht, daß am 28. Februar d. J. 7 118,483 Rthblr. in Darlehneka}sscn-Scheinen im Umlauf warcn. Bérlin, den 15. März 1849. Dcr Finanz - Minister.

von Nabe.

Bei der heute beendigten Ziehung der 2ten Klasse 9ster nialichen Klassen - Lotterie fiel ein Gewinn von 500 Rthlr, Nr. 77 883: 2 Gewinne zu 200 Rthlr, fielen auf Nr, 54,891 65,532; und 5 Gewinne zu 100 Ntblr, auf Nr. 50 609, 60,450 unD G2117. Berlin, den 15. März 1849. Königlihe General=Lotterie-Direction.

Abgereist: Der Präsident des Konsistoriums der Provinz /

Schlesien, von Uechtribß, nach Breslau.

«

CESTÄ 5E L R CPADC N A P ENES T E R A P R O SIAN E L T A S TIAS T R A E AKZS F EIAE E VTEI E

ilichtamtlicher Theil. Dent\chlanud.

Preußen. Berlin, 15. März. Die Berliner Vossische Zeitung vom 1lten v. M. crwähnt ciner Nachricht, daß das Ministerium damit umginge, von den Kammern die Genehmigung u ciner Staats - Anleihe von 70 Millioncn zu erfordern. Diese Nachricht entbehrt, wie aus zuverlässiger Quelle versichert wird, jeder Begründung.

Berlin, 14. März. Nach amtlichen Nachrichten wird die dänische Regicrung vom 27sten d. M. ab alle und Einläufe der Herzogthümer Schleswig und Holstein mit Aus-

nahme der Inseln Als und Aers und der übrigen unter dänischer | Seitens der Königlichen |

Autorität stehenden Orte blokiren lassen. Regierung sind sogleich die nöthigen Einleitungen getroffen worden, um die Interessenten des deutschen Handels und der Rhederei auch auf den ausländischen Pläßen von diesem Umstande in Kenntniß zu seßen und namentlih den nach Schiffen zeitige Warnung zukommen zu lassen.

Berlin, 15. März. Das Amtsblatt des Post - Departements enthält die Verordnung, betreffend die Por=-

| |

| Anrechnung der als Cautien

tofreiheit in Angelegenheiten der Kollekte für den Bau einer evangelischen Kirche in Lublinißz desgleichen betreffend das Er= löschen der der Jánikeschen Missions - Anstalt bewilligten Portofrei= heitz desgleichen betreffend dic Verlegung des Post - Amtes zu Unna nach Brilon und Einrichtung ciner Post-Expedition in Unna ; desgleichen betreffend die Uebersendung der Personal - Aften der zu ciner anderen Post - Anstalt verseßten resp. in ein Büreau des Ge necral= Post - Amts berufenen Beamten; desgleichen betreffend die deponirten Staatä-= und anderen Effekten auf die bei etatômäßiger Anstellung zu leistende baare Caution.

Bundes- Angelegenheiten.

Frantfitt a M 13 Q N Nl 3) Die (0e

| stern kurz erwähnte) Rede des Abgeordneten Welter zur Begrün-

dung seines in der 184sten Sißung der Reichsversammlung gestell- ten Antrags auf Uebertragung der erblichen Kaiserwürde an die Krone Preußen lautet folgendermaßen:

„„Meine Herren! Mein Gedanke ist nicht, so wichtige Beschlüsse Ihnen zur Annahme zu cmpfehlen, ehe sie nicht wenigstens mehrere Tage gedruckt in Ihren Händen sih befinden. Erlauben Sie mir nur, die Dringlic{keit \elbst Jhnen mit wenigen Worten darzustellen. Che. ich aber unmittelbar dieses thue, erlauben Sie mir, wenigstens bei denjenigen, die meine ganze Ansicht nicht genauer kennen, jedes Borurtheil ciner Jukonsequenz bei diesem Antrage zu beseitigen. Meine Bedenken gegen das Erbkaiserthum gingen weder von einer Abneigung gegen Preußen, nech von einer Vorliebe für Desterreich aus. Ich hatte nichts im Sinne, als das, was wir Alle wollen, die Einheit unseres großen deutschen Vaterlandes; ic wollte sie nicht beein- trächtigt wissen durch irgend eine in Beziehung auf diese Einheit gefährliche Maßregel. Jch habe, als ih glaubte, wir dürften noch nicht das preußische Erbkaiserthum beschließen, mich auch nicht be stimmen lassen, durch glänzende Hoffnungen von der österreichischen Kabinetspolitik ; ih habe keine bestimmte Erwartung gehabt, ich habe dieses auf dieser Tribüne gesagt; ih drückte mich so aus: ich. habe diese Politik nicht in meiner Tasche; ich habe fein Vertrauen zu irgend einer Kabinets - Politik. Meine Ansicht war einfach diese : die Pflicht gebietet, das ganze Vatcrland zusammenzuhalten und fei nen Seritt zu thun, welcher es möglicherweise auch nur vorüber gehend zerreißen könnte, ehe alle Mittel erschopft sind, das ganze Baterland zu verbinden. Jch habe zweitens ganz entschieden ab warten wollen, bis ich, nit nach subjektiven Wahrscheinlihkeitägrün den, sondern nach objcktiven Gründen, die Ueberzeugung hâtte, daß Oesterreich jeßt nicht eintreten wolle in den deutschen Bundesstaat. Blefie Auslegungen einzelner Notenstellen, die nicht cinmal an uns ge- richtet waren, oder augenblickliche äußere Schwicrigkeiten gaben mir

| picse Ueberzeugung nicht; ich wollte alle Mittel ers{chöpft wissen, ih

| Leit

wollte endlich fest überzeugt sein, daß der äußerste Termin gekom- men sci, che cin so großer, bedenklicher Schritt geschehe. Jeßt glaube ih, meine Herrcn, die Mittcl sind ers{öpft, jeyt glaube ich, es liegt in dem Werk der cigencn Hände der Minister, in ihrer babyloni- {cen Verfassung, hinlänglich klar vor, daß wir von ihnen die Ver einigung Oesterreichs in den Bundesstaat nicht erwarten dúrfen. Die neuesten Ercignisse sind Jhnen bekannt, Jebt glaube ich, paß die Zeit dringt, das übrige Deutschland desto fester , desto stärker, desto inniger zu vereinigen. (Lebhaftes Bravo.) Wenn ich hier hinblicke auf meine alten Freunde, so werde ich viel einem kleinen Triumph in Ihrem Herzen, wenn nicht

| in Jhren Mienen begegnen, daß sie hon vor Wochen und Mona-

| ten, und ich erst so spät das Richtige erkannt hätte.

Häfen |

den Herzogthümern bestimmten |

Königlichen |

Seien Sie stolz darauf, wenn Sie wollen, aber vergeben Sie mir, auch ich bin obwohl jebt mit traurigem Herzen stolz darauf, daß ich, so viel wie möglich war, nach allen Kräften eine Verzögerung der Trennung bewirkte. (Bravo.) Wir haben viel dadurch gewonnen, und Sie selbst, gerade die eifrigsten Anhänger der preußischen Kai= serfrone, müssen mir danken ; denn, meine Herren, denken Sie, wenn an dieser Krone ein Flecken geklebt, cin Vorwurf, ein Schein einer Schuld, daß sle Deutschland zerrissen hätte, wenn der Gedanke ent- standen wäre, durch voreilige oder eigennüßige Beschlüsse wäre Oecsterreih hinausgetrieben worden, oh! dann wäre diese Krone nicht so viel werth, nicht so wohlthätig \{chUbend. Wir wollten unsere österreihishen Brüder in brüderlichem Verband mit uns erhalten , dafür haben wir zu wirken gesucht, Wir wollten ihnen das Bewußtsein lassen, daß hier in ganz Deutsch= land deutsche Herzen für sie {lagen , die jeden Augenbli bereit sind, ihnen die Bruderhand zu reichen, wenn sie wieder zu uns kom- men. (Lebhaftes Bravo.) Keine Stachel der Empfindlichkeit darf in ihrem Herzen zurüdckbleiben ; Sie selbst, die Sie für das preußi- \che Kaisérthum stimmten, haben nicht Oesterreich verlcßen wollen. (Mehrere Stimmen aus dem Centrum: Nein!) Sie haben geglaubt, es wäre das unentbehrlichste Mittel der Sicherung des Vaterlandes. Uebrigens haben sich troß jenem Wunsche, durch das eie Kai- serthum baldigst zum Abschluß zu kommen, wiederholt Majoritäten in dieser Versammlung gebildet , um den Desterreichern auszuspre- chen, daß wir nicht ohne tiefsten Schmerz sie auch nur vorübergehend ausscheiden sähen. Dies, meine Herren, ist wichtig, die Schuld möge das ósterreihische Kabinet, nicht das österreichische Volk, nicht uns, E

: Werk und unsere Krone treffen. Diese Reinheit von Schuld, dieses

volle klare Bewußtsein, daß wir uns nicht übereilt. haben, dieses iff ein großer Vortheil. Die öffentlihe Meinung wird für uns sein, und denken Ste, meine Herren, wir hätten unseren Brüdern in Süddeutschland, die diese Trennung besonders \{chmerzhaft triff, wir hätten den Bayern und den ehemals österreichischen katholischen Badnern und Württembergern den Glauben gelassen, daß wir uns úbereilt oder eigennüßig das Vaterland zerrissen hätten, wie. wären bei den Gefahren des Vaterlandes unsere Kräfte geschwunden, wie wäre die Einheit getrübt worden. Jch bin überzeugt, die Bayern, und selbst die Oesterreicher, ferner die katholischen Württembergcr und Badener sind mit mir jeßt Alle von der Ueberzeu- gung durchdrungen, daß es nunmehr unaufschieblich ist, das Vaterland zu retten. Meine Herren! Soll ih Ihnen nun fagen, welche Gefahren über uns {weben ? Sehen Sie nicht die Wolken, die den Himmel Deutschlands verdüstern? Wollen Sie wachsen lassen die Kabinets Intriguen und Verhandlungen, um unser armes Deutschland wieder in die Rheinbunds = und an- vere traurige Verhältnisse kommen zu lajsen® Sollen wir ungerüstet vie Gegner sich rüsten lasscn und unge- rüstet die Gefahr über uns hereinbrechen sehen? Nein! Ein einziger gemeinschaftlicher, wohlgerüsteter Körper wollen wir dem Auslande gegenüber stehen, und wir werden unsere Freiheit sieg- reich vertheidigen! (Lebhaftes Bravo auf der Rechten und im Centrum.) Noth thut es, meine Herren , unsere Versammlung droht ihre Lebenskraft und den Glauben des Vaterlandes zu verlieren und aus einander zu fallen. Die Gelüste in den Kabinetten wachsen, die Einheit wird täglich mehr gefährdet. Halten wir zusammcn, retten wir die Ehre der National - Versammlung durch schnellen, kräftigen und möglichst einmüthigen Beschluß für das, was Noth thut in dem Vaterlande; dann werden wir nicht mit einer octrogirten Charte nah Hause gehen, sondern eine von uns ausgehende, auf unserér Souverainetät, wie auf der Zustimmung durch die Fürsten, eine auf dem Nationalwillen, auf dem Rechte beruhende Verfassung zun Heil des Vaterlandes gründen. Lassen Sie uns, mcine Herren, die Ehre der National - Versammlung, die souveraine Kraft der Nation retten als Grundstein, daß diese Verfassung nicht willkürlich alterirt oder zerstórt werden darf; lassen Sie keine Verfassung octroviren ;

wir wollen die Verfassung selbst machen mit Anerkennung der Rechte von Jedermann. Meine Herren! Jh sage Ihnen, das Vaterland is in Gefahr; lassen Sie die Dinge nicht weiter kommen; handeln Sie jeßt rasch und entschieden! Jch lege aber bei meinem Antrage auch darauf ein besonderes Gewicht, daß seine Annahme allein noch eine Möglichkeit giebt, daß das österreichische Kabinet sich schnell zu dem verstände, was nach unserer festen Ueberzeugung das Rich= tige istz aber wtr können nicht mehr mit ihm unterhandeln, nicht Monate und Jahre lang Frist geben; es wird dann die Aufgabe des Königs von Preußen sein, durch ein Ultimatum seinen Ent- {luß zu bedingen, und es wird vielleicht in wenigen Tagen oder Wochen eine Entscheidung da sein. (Beifall auf der Rechtcn und im Centrum.) Ist es möglich, daß Oesterreich eintritt, so ist dann nichts verloren; ist es nit möglich, so wollen wir gerüstet sein gegen die Gefahren, welche dieser Bruch hervorbringen wird; denn seicn Sie versichert, so wie dicser Bruch da is zwischen Oesterreich und Deutschland, sind die lauernden Feinde im Osten und Westen bereit, die Einheit des jungen Deutschlands im Keime zu ersticken. Ich sage nichts weiter, als: Das Vaterland- ist in Gefahr; retten Sie das Vaterland! (Stürmisches Bravo auf der Rechten und im Centrum.)

Oesterreich. Wien, 11. März. (Prag. Ztg.) Von dem herrlichsten Wetter begünstigt, fand heute Vormittag um zehn Ubr das kirchliche Fest wegen der von Sr. Majestät verlichenen Verfas= sung im Stephansdome statt. Der größte Theil der Garnison war im festlichen Schmucke ausgerückt. Ungeachtet von jedem Bataillon zwei Compagnieen in der Kaserne blieben, waren dennoch 16,000 Mann unter die Waffen getreten, um die Feier des Tages zu er= höhen. Sie defilirten nach beendigtem Gottesdienste mit fliegenden Fahnen und klingendem Spiele über den Graben und den Kohl- markt durch die Hofburg. Während des Hochamtes wurden von den Basteien näch| dent Burgthor in drei Salven 303 Kanonenschüsse gelös. Die Straßen waren von dichten Massen des Publikums be- lebt, ohne daß die geringste Unordnung vorfiel. Die treffliche Hal- tung der Truppen, die Lebendigkeit und Raschheit der Bewegungen, ihre im Sonnenstrahle glänzenden Waffen, boten ein schönes Schau- spiel, welches noch dur die gebräunten Gesichteér der Kroaten und die athletischen Gestalten der Szeressaner einen eigenthümlichen Reiz gewann. /

Wenn man nun die Straßen Wiens durhwandelt, so begeg- net man allenthalben freundlicheren Gesichtern. Es herrscht nicht mehr die frühere gedrückte Stimmung, man sieht deutlich, es ist Ruhe und auch Friede in die Brust gezogen. Das Vertrauen kehrt wieder zurück, der Blick is freier. Die Zuversicht erstarkt, úber Allen {webt der Geist der Versöhnung. y

Aus Ungarn sind heute Bricfe eingelaufen, welche die Nat- rit bringen, daß Großwardein von un}eren heldenmüthigen, Let” pen genommen wurde. Der Verlust an Mannschaft von Se gik Rebellen soll ungeheuer sein. Der Angriff auf, Kon E gestern begonnen. In Preßburg sind gestern einige

gebrochen, indem eine Kundmachung des Fürsten Windischgrähß die